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Full text of "Unsere Freiland-Laubgehölze; Anzucht, Pflege und Verwendung aller Bekannten in Mitteleuropa im freien kulturfähigen Laubgehölze"

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®l|e i. B. BtU lOtbrarg 




QK487 

S580 

1922 



Nortlj (Earoltna *tatf Imoprattg 

A COULECTION OF SCIENTIFIC BOOKS 

TO THE MEMORY OF 

DR. WILLIAM JOSEPHUS ROBINSON 

AND DR. VICTOR ROBINSON 



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(a..^£c<^^^ e^Ce^Ky 



THIS BOOK IS DUE ON THE DATE 
INDICATED BELOW AND IS SUB- 
JECT TO AN OVERDUE FINE AS 
POSTED AT THE CIRCULATION 
DESK. 



KULTURHANDBÜCHER 
FÜR GARTENFREUNDE 

BAND II 
UNSERE FREILAND-LAUBGEHÖLZE 



KULTURHANDBÜCHER 
FÜR GARTENFREUNDE 



UNTER MITWIRKUNG VON 
ISTVAN GRAF AMBROZV, OTTO APPEL. G. ARENDS. 
ADOLF ClESLAR, M. GEIER, GOOS & KOENEMANN. 
C. HEICKE, HERM. A. HESSE. P. KACHE. W. KESSEL- 
RING, A. PURPUS, ALFRED REHDER, HERBERT GRAF 
SCHAFFGOTSCH, PROF. SCHWAPPACH. FRITZ GRAF 
SCHWERIN, HELLMUT SPAETH, H.TEUSCHER. E. H. 
WILSON. EGBERT WOLF, FRANZ ZEMAN. H. ZORNITZ 

HERAUSGEGEBEN VON 

ERNST GRAF SILVA TAROUCA UND CAMILLO SCHNEIDER 

ZWEITER BAND 

UNSERE FREILAND-LAUBGEHÖLZE 



19 2 2 

HÖLDER-PICHLER-TEMPSKY A.G. 
WIEN / G. FREYTAG G.M.B.H. / LEIPZIG 



UNSERE 

FREILAND-LAUBGEHÖLZE 

ANZUCHT, PFLEGK UND VERWENDUNG ALLER BEKANNTEN 
IN MITTELEUROPA IM FREIEN KULTUR- 
FÄHIGEN LAUBGEHÖLZE 

UNTER MITWIRKUNG VON 
ISTVAN GRAF AMBRÖZY-MlGAZZl, GEORG ARENDS. 
C. HEICKE. HERM. A. HESSE. P. KACHE. WILHELM 
KESSELRING. A. PURPUS, ALFRED REHDER. PROF. 
SCHWAPPACH. FRITZ GRAF SCHWERIN. HELLMUT 
SPAETH. EGBERT WOLF UNI) FRANZ ZEMAN 

HERAUSGEGEBEN VON 

ERNST GRAF SILVA TAROUCA UND CAMILLO SCHNEIDER 



zwKirK, GÄNZLICH umü[-arbeiti-:tk und vermi-:hrtb 

AUFLAGH. MIT 4W ABBILDUNGEN IM TEXT UND 
24 FARBIGEN ABBILDUNGEN AUF K. TAFELN 



19 2 2 

HÖLDER-PICHLER-TEMPSKY A.G. 
WIEN / G. FREYTAG G.M.B.H. / LEIPZIG 



KULTURHANDBUCHER 
FÜR GARTENFREUNDE 

ES SIND ERSCHIENEN: 
BAND 1: UNSERE FREILANDSTAUDEN 

•WIT 451 ABBILDUNGEN I,\\ TEXT UND 23 FARBIGEN BILDERN 

BAND II: UNSERE FREILANDLAUBGEHÖLZE 

WIT 4W ABBILDUNGEN IM TEXT UND 24 FARBIGEN BILDERN 

BAND III: UNSERE FREILANDNADELHÖLZER 

MIT 318 ABBILD. IM TEXT, 6 SCHWARZEN U. 13 FÄRB. BILDERN 
DER URSPRÜNGLICH GEPLANTE 

BAND IV: GARTEN UND PARK 

WIRD VORAUSSICHTLICH NICHT ERSCHEINEN 

ALLE RECHTE P,ES. DAS DER ÜBERSETZUNG VORBEHALTEN 
COPYRIGHT 1922 BV HÖLDER-PICHLER-TEMPSKY A.-G.,\V1EN 

G. FREYTAG G. ^\. B. H., LEIPZIG 
DRUCKEREI THALACKER & SCHÖFFER, LEIPZIG, INSELSTR. 12 



VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGE. 

Wie wir in dem Vorwort zur eben erschienenen dritten Auflage des ersten Kulturhand- 
iuiciies: Lnsere Freiland-Stauden ausführlich dargelegt haben, erscheint auch diese zweite 
Auflage des l.aubholzbuches luiter so ganz anderen Bedingungen. Es ist fürwahr erstaunlich, 
dal.) sie unter den heiiligcn\crli:iltnissen überhaupt erscheinen kann. Gerade weil es in jeder 
[Beziehung mit so grol.'icii Mühen und Kosten verbunden war, das Buch neu herauszugeben, 
haben wir es für unsere doppelte Pflicht gehalten, es den Bedürfnissen der Zeit aufs Beste 
anzupassen. 

Der Besondere Teil ist auf das Gründlichste umgearbeitet worden, wobei wir uns weit- 
gehend auf die im Laufe des letzten Jahrzehntes erschienenen Arbeiten unseres verehrten 
iMitarbeiters Alfred Reh der stützen konnten, der unbestritten heute unser erfahrenster 
Dendrologe ist. Er !iat die meisten Gehölzgattungen für die ausgezeichnete „Standard Cyclo- 
pedia of Horticulture" von 1.. 11. Bailey bearbeitet und hat auch brieflich noch manche An- 
regung gegeben, soweit seine neuesten Forschungen nicht im „.lournal of the Arnold Ar- 
boretum" bereits veröffentlicht worden sind. Dort hat auch Professor C. S, Sargent wertvolle 
Studien publiziert. Der L'nterzeichnete konnte während seines vierundeinhalbjährigen Auf- 
enthaltes im Arnold Arboretum (Mai l'^MS bis .-Xugust 1919) ebenfalls sehr viele hier ver- 
wertete Beobachtungen machen. \'on gröl.lter Bedeutung sind auch die oft monographischen 
Behandlungen für uns sehr wichtiger Gattungen in Sargent. Plantae Wilsonianae. Band 1 — 111 
1 1 'H I - 1 'M 7 1. über deren Inhalt eine kurze L'ebersicht in den Mitteilungen der D. D. G. von 
1920 zu finden ist. Diese Jahrbücher der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft wurden 
bis eiiischliel.Uich 1 92 1 durchgesehen. Wir möchten bei dieser Gelegenheit alle Gehölzfreunde 
dringend auf die von unserem verehrten Mitarbeiter Dr. Fritz Graf von Schwerin so trefflich 
geleitete Gesellschaft hinweisen, deren Sitz in Wendisch Wilmersdorf bei Thyrow. Kreis 
Teltow ist. 

Auch das Buch ..Trces and Shrubs hardy in the British Isles" von dem \-ortrefflichen 
englischen Dendrologen W. .1. Bean. das 1914/15 in zwei Bänden erschien, hat uns viele 
höchst bedeutsame Hinweise geboten. Reich an wichtigen .Angaben für die praktische 
Verwendung der Laubgeholze und ihre ästhetische Verwertung in unseren Anlagen ist auch 
die „Gartcnschonlieil". eleien Ciiimdung wir im Vorwort zum StaudenbuCh besprachen. Ihr 
Bilderschmuck wird in \iclen .\iuiierkungen zitiert. 

Daß sich in Prag eine neue Dendrologische Gesellschaft gebildet hat. die im Sinne unserer 
alten Gesellschaft für Oesterreich-LIngarn tätig sein will, ist ein bedeutsames Zeichen dafür, 
wie stark die Teilnahme an deren Bestrebungen trotz der schweren Zeitläufte noch ist. An 
der Spitze dieser neuen D. G. steht wiederum Graf Ernst Silva Tarouca, mit dem zusammen 
der Unterzeichnete jetzt die Kulturhandbücher herausgibt. Der Dendrologische Garten in 
Pruhonitz wird nach wie vor von Franz Zcman verwaltet, dessen eifriger und erfahrener Mit- 
arbeit die alte Wiener D. G. nicht zuletzt ihre Erfolge verdankte. 

Von alten Mitarbeitern schied aus Harry Veitch, da die Firma X'eitch »Sc Sons leider auf- 
gelöst wurde. Dadurch hat nicht nur England, sondern der gesamte Gartenbau einen seiner 
größten Förderer x'crloren. Als neuen Mitarbeiter gewannen wir Oarteninspektor Paul 
Kache. der sich durch langjährige Tätigkeit bei Hesse in Weener und bei Späth in Berlin- 
Baumschulenweg hervorragende Gehölzkenntnisse erworben hat und fiir diese .\uflage die 
am Schlüsse gegebenen Tabellen einer gründlichen Durchsicht unterzog. 



Yl Vorwort zur zwL'itfii Auflage. 

Allen Mitarbeitern sind wir für ihre Hilfe zu lierzlichem Danke verpflichtet. Vor allem 
aber dem neuen Verlag, der allen Schwierigkeiten zum Trotz die Neuauflage herauszugeben 
sich nicht scheute, für deren gute technische Herstellung die Druckerei alle Kräfte einsetzte. 

.Auch jetzt richten wir wieder die herzliche Bitte an alle Leser, uns ganz offen auf Mängel 
und Lücken hinzuweisen. Der Unterzeichnete übernimmt die volle Verantwortung für alle 
.Angaben, auch wenn einzelne Beiträge von bestimmten Mitarbeitern gezeichnet sind. Er 
erbittet alle Zuschriften an seine Adresse in Charlottenburg. Bismarckstr. 10. oder zu Händen 
der Schriftleitung der Gartenschönheit. Berlin-Westend. Akazienallee 14. 



im Dezember 1022. 

CAMILLO SCHNEIDLR. 



VORWORT ZUR ERSTEN AUFLACjE. 

Die überaus freundliche Aufiialime, weiclie unser erstes, der Allgemeinheit gewidmetes, illustrier- 
tes Kulturhandbuch „Unsere Freilandstauden", von dem schon in Kürze ein Neudruck veranstaltet 
werden kann, in den Kreisen gefuiidL'n hat, für die es bestimmt war. ermutigt uns, bei der Herausgabe 
des vorliegenden zweiten KiilturhandlMichcs die für das erste gewählte Form der Gliederung beizube- 
halten. NVir waren bestrebt, die besten Laiibholzkeiiner zur Mitarbeit heranzuziehen, und wir dürfen 
wohl sagen, daß es uns !i;eliino(.'ii ist, dies /ii erreiclien. 

Allen diesen unseren, anf dum Titelhlati L;unaiinlcn, \eruhrten Herren Mitarbeitern fühlen wir uns 
für die uns gewährte gntit^e L'nkisUit/nnt; sehr zu Danke verpflichtet. Insbesondere müssen wir nn- 
seren Dank abstatten an Herrn (iarteninspeklur A 1' u r p n s , der uns nicht nur so überaus zahlreiche 
und wertvolle Photographien besorgte, sondern sich anch der Mühe unterzog, im Verein mit unserem 
ausgezeichneten Obergärtner. Herrn Franz Z e m a n , den speziellen Hauptteil des Buches im Manu- 
skript kritisch durchzusehen und zu ergänzen. 

Ferner stellte uns Herr Alfred R e h d e r, der unter den Dendrologen unserer Zeit in der ersten Reihe 
steht, aul.ler seinem Aufsatz eine grol.ie Anzahl praelUiLjer Aufnahmen zur Verfügung, die meist von der 
Stätte seiner Tätigkeit, dem weitberühmten Arnnld-Arbriretuin, stammen. Auch der Direktor dieses 
Institutes, unser hochverehrtes Ehrenmitglied, Herr Professor CS. Sargent, gewährte uns freund- 
lichst die Erlaubnis, einige schöne Aufnahmen des erfolgreichsten üehölzsanunlers unserer Tage, Herrn 
E.H.Wilson, aus China, hier wiederzniielien. wnfnr wir beiden Herren aufs verbindlichste danken. 

Nicht minder fühlen wir uns unserem hochverehrten Ehrenmitgliede Herrn H. V e i t c h verpflichtet 
für die gütige Überlassung der schönen Bilder der chinesischen Neuheiten. Auch Herrn (ieorgA rends, 
unserem verehrten Ehrenmitgliede und getreuen Mitarbeiter des Staudenbiiches, haben wir für Bilder 
zu danken. Ebenso zwei weiteren geschätzten l:hrenmitgliedern, den Herren Konnnerzienrat Hesse 
und Maurice L. d e V i 1 m o r i n , sowie unserem verehrten korrespondierenden .Witgliede Herrn üarten- 
direktor Heicke, der auch die labelle über Straßenbäume mitbearbeitete. 

Weiter vermittelten uns Aufnahmen die Herren Hofgartendirektor Qraebener, Karlsruhe, Stadt- 
übergärtner ülogau. Hannover, Obergärtner Johannes H a rtm a n n , Dresden, Rosenschulbesitzer 
Peter Lambert, i rier. Rittergutsbesitzer \, () hei mb, Woislowitz, üarteninspektorRehnel t , Gießen, 
üarteninspektor Rettig. .lena. nnd Kndull S e i d el , Grüngräbchen. 

Alle übrigen als Originale gekennzeichneten Aufnahmen fertigte der mitunterzeichnete General- 
sekretär unserer Gesellschaft selbst an. lir fand auf seinen Reisen insbesondere noch gütige Unter- 
stützung durch folgende Herren: Kurator Bean. Kew; Professor Bois, Paris: Exzellenz üeheimrat 
Fischer v.Waldhei m, Petersburg; Direktor E.Jouin, Plartitres: Wilhelm Kesselri ng, Peters- 
burg; Regierungsrat L a u c h e , Hisgruh; Professor L e c om te , f-'aris; V. 1- ein o i n e , Nancy; Ober- 
gärtner Mottet, Verrieres: Direktor Colonel Prain, Kew; Garteninspektor Siber, Marburg; Ex- 
zellenz v.Sivers, Rönierslmf : Kurator Dr. Stapf. Kew: Philippe deVilmorin, Paris; Kurator W. 
Watson, Kew. 

Auch dem Direktor des Wiener Bdlanisclien Gartens, Herrn Hofrat Professor Dr. v. Wettstein, 
und dem Leiter der Botanischen .Aliteilung lies k. k. Hofmuseums in Wien, Herrn Kustos Dr. Zahl - 
br uckner. sowie den I lerren AssisteiUen dieser Abteilung, Kustos-Adjunkt Dr. v. Keißler und 
Kustos-Adjunkt Dr. K. Re c h i n ge r , ist unser Generalsekretär für liebenswürdige Unterstützung zu 
besonderem Danke verpflichtet. 

Mit außerordentlicher Freude begrüßen wir die gütige Mitarbeit des hochverehrten Herrn Präsiden- 
ten der deutschen Schwestergesellschaft, Fritz Graf v. S c h w e r i n. 

Welche Bedeutung die aus langjähriger Erfahrung geschöpften Darlegungen unseres hocliverehrten 
Freundes, des Herrn Baron Istvan Anibrözy, für unser Buch besitzen, brauchen wir uold nicht be- 
sonders hervorzuheben. 

Schließlich dürfen wir nicht verfehlen, unserem Verleger, Herrn Georg Fr ey tag, aufs herzlichste 
dafür zu danken, daß er in jeder Weise auf unsere Wünsche einging und insbesondere die Zahl der 
Abbildimgen gegen die des Staudenbuches sehr wesentlich vermehrt hat. Die farbigen Tafeln wurden 
mit noch größerer Sorgfalt als damals hergestellt, indes bietet die Wiedergabe nach 1. u m i e r e sehen 
Autochromien noch so'bedeutende Schwierigkeiten, dal.l die l'einheiten der Oriijinale sich kaum über- 
tragen lassen. 



X'lll Vorwort zur ersten Auflage, 

Audi bei diesem liandbucli möge der billige Preis dem Leser sagen, daß wir nicht die Absicht 
liaben, ein (jeschäft zu niachen, sondern der Allgemeinheit dienen und für die Gehölzliebhaberei und 
OartenkuMst immer mehr den Boden bereiten wollen. 

Wir richten zum Schluß noch die herzliche Bitte an alle Leser, uns ganz offen auf alle Mängel und 
Lücken des Buches hinzuweisen, die sich unzweifelhaft beim Gebrauche eines solchen Werkes be- 
merkbar machen. Alle Zuschriften erbitten wir an die Geschäftsstelle der Dendrologischen Gesell- 
schaft, Wien, Vlll., Blindengasse 42. 

W ien. im September l'»12. 



CAMILLO SCHNEIDER HRNST GRAI- SIL\A TAROUCA 

ücncralsckretär I'r;isidi;nt 

iler Dfiulnilcigischen Ocsellscli.ill. ilcr Dgndriilogischun ücscllschiift. 



TalVl 


Hl. 


lafel 


IV. 


lafel 


V. 


Tafel 


Vi. 


Tafel 


VII. 


Tafel 


VIII. 


Tafel 


IX. 


Tafel 


X 


Tafel 


XI. 


Tafel 


Xll 


Tafel 


XIll. 


Tafel XIV. 


Tafel 


XV. 


Tafel 


XVI. 



VERZEICHNIS DER h'ARBlÜEN ABBILDUNOEN. 

I-riihliiigsszeiierie im Parke zu ürafeiiegg (Niederösterreich). — Im Vordergriinde Baiim- 

päonicn, dahinter eine Hiche (Titelbild). 
Herbstszenerie ans dem Rranitzer Parke. — Hauptblick in den Branitzer Park aus dem 

Arbeitszimmer ties l-iirsteu Piickler (Seite 16). 
Im Herbst zicrentle (ieluilzu: oben wilder Wein, unten Cotoneusicr liorizontalis (Seite 22|. 
Tulpenbäume im I leibstschnmck (Seite 36i. 
Blutbuche im Vursummer (Seite 40). 

Roßkastanie im Herbst im Parke zu Hisgrub. — Unter Buchen im Herbst zu Muskau (Seite 48i. 
Herbststinimung (Roßkastanie) im Loudon-Parke zu Hadersdorf bei Wien (Seite 78). 
Spitzahorn {Acer platanoides) im Herbst (Seite 85). 
Rotblühende Roßkastanie {Aesculus carnea) im Parke zu Grafenegg (Niederösterreich) 

(Seite 901. 
Schönblühende Waldreben: Cleinalis montana rubeiis. — Clenmtis Jachmcuüi (Seite 152). 
Goldregen (Lahumum anagyroides) und Varin-Flieder (Syringa clünensis) (Seite 240i. 
Perückenstrauch {Rlius Cothuis) in Blüte. — Frühlingsszenerie (Blutbuche und Birken i im 

Parke zu Laxenburg (Seite 305). 
Rhododendron in Kew-Qardens. — Rhododendron in Kew-Gardens (Seite 337 1. 
Einfachblühende Rankrosen. — Herbstfrüchte (Seite 353). 

Pontische und amerikanische Azaleen. — Rosa rugosa und Rosa gallica (Seite MA). 
Frühling im Buchenwald. — Frühlingsszenerie mitWistarien (Seite 417). 



ALPHABETISCHES VERZEICHNIS DER IM ALLGEMEINEN TEIL 
EINGEORDNETEN SCHWARZEN ABBILDUNGEN. 

Abeliit trij'lora, Abb. 51, S. 60. 
Anielanchier spicata. Abb. 26, S. 34. 
Andronieda floribunda, Abb. 45, S. 56. 
Andromeda polifolia und Rhododendron canad 'nse 

Abb. 46, S. 56. 
Antliyllis Hcrnuinniae, Abb. 52, S. 61. 
Artemisia tridentata, Abb. 53, S. 61. 
Astragalus tragacantha, Abb. 54, S. 62. 
Berberis sanguinea, Abb. 23, S. 31. 
Bruckenthalia spiculifolia, Abb. 50, S. 59. 
Caragana pygniaea, Abb. 55, S. 62. 
Cws'anea sativa, Abb. 7, S. 14. 
Catalpa, Abb. 16, S. 23. 
Cleniatis montana, Abb. 15, S. 22. 
Cotoneaster niultiflora, Abb. 14, S. 21. 
Crataegus monogyna, Abb. 27, S. 36. 
Cytisus purgans, Abb. 56, S. 63. 
Daphne Blagavana. Abb. 28, S. 37. 
Daphne LaureoUi, Abb. 24, S. 32. 
Elaeagnus angustifolia, Abb. 6, S. 1 2. 
Efeu an Pappeln, Abb. 8, S. 16. 
Erica mullicaulis. Abb. 48, S. 58. 
Erica vagans. Abb, 49. S. 58. 
Eriogonum cognulum, Abb. 5 7, S. 64. 
Evonvmus japonica und Evonvnius radicans Carri 

^w, Abb. 17, S. 25. 
Fagus sitvatica var. pendula. Abb. 13, S. 2o. 
Gartenszenerie, Abb. 11, S. 18. 

Oenista anxantica, Abb. 58, S. 64. Serbischer Kirschlorbeer und /lex Aquifoliuni. 

/iippopha^sa/ici/olia, Abb. 5, S \0. 
Hydrangea Bretsclmeideri, Abb. 29, S. 37. 
Hymenanthera crassifolia, Abb. 59, S. 65. 
luglans nigra, Abb. 41, S. 51. 
Kopfweiden, Abb. 4, S. 8. 



[..(iih> u-.inu, .\bb. 10,5. 18. 

/,. , ,.//(7///;, Abb. 43, S. 54. 

/,,/ Jinifera, Abb. 42. S. 52. 

I.oi^-Uuiiu /innumöens. Abb. 44, S. 55. 

/.onicera plicata. Abb. 60, S. 65. 

Ma^nolia acunünala. Abb. 30 u. 31, S.3S 39 

Pachysandra terminalis, Abb. 25, S. 33. 

I'etrophytum caespitoswn, Abb. 38, S. 45. 

IViyllodoce coerculea, Abb. 32, S. 40. 

l'olvgonnm equisetijorme, Abb. 61, S. (i(). 

i'opiihis canad'-nsis. Abb, 3, S. 7. 

I'opiiliis ni\'ra. .-\hli .V^. S.41. 

l'ol^n'illa duhunca. Abli 34, S. 42. 

I'runns I.auroccrasus scliipliacnsis Zaheüai 

Abb. 18, S. 26. 
Prunus Laurocerasus Bertini, Abb. 19, S, 27. 
Quercus palustris. Abb. 1, S. 4. 
Quercus Hex, Abb. 21, S. 29. 
Quercus Pseudoturneri. Abb 22, S. 30. 
Ribes alpestre, Abb. 36, S. 43. 
Rhododendron hirsutum, Abb. 62, S. 6() 
Rhododendron kurnlschaticuni, Abb. 47, S. 57 
Rhododendron punctatuni, Abb. 35, S 13, 
Hoßka5tanien-Allee, Abb. 9, S. 17. 
Rubus parvißorus, Abb. 37, S. 44. 
Salix alba. Abb. 2, S. 5. 
Salix polaris, Abb. 63, S. 67. 
Senecio Greyi, Abb. 64, S. 68. 
Serbischer Kirschlorbeer und lle. 

Abb. 20, S. 28. 
Syringa japonica, Abb. 39, S. 4(). 
Viburnum Sargentii, Abb. 40, S. 47. 
Wisteria sinensis, Abb. 12, S. 19. 



INHALT. 



VcT/A'iclinis der farbigen Abhilüun.uen IX 

Verzeichnis der itn Allgetiieitien Teil eingeordneten sclnvarzen Abbildungen IX 

ai.lgi-:a\hinhr ti-:ii,. 

I. Hinleitung 1 

II. Die Laubgehölze in der landschaftlichen Anlage, im Parke. Von Hnisl CJraf Silva I aroiica 3 

III. Die Laubgehölze in der architektonischen Anlage, im Garten. Von Canüllo Schneider . . 17 

IV. immer- und wintergrüne Gehölze. Von Istvun Graf Ambrözy-Migguzzi 24 

V. Die für den Norden tauglichen Gehölze. Von IL Wolf xmAW. Kesselriiig 3.3 

VI. Die buntblättrigen Gehölze und ihre VerwendunL; X'cm Irilz Graf von Schwerin . . . . 4.s 

VII. Die zum forstlichen Anbau geeigneten frenidlämlischeii I.auligehölze. Von Proi.Schwap/nn/i M) 

VIII. Unsere wichtigsten Moorbeetpflanzen (Ericaceem \\n\ (icori; Arends ,S3 

IX. Die Felsensträucher und ihre Verwendung. Wm A.hirpus ()3 

X. Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung, Schnitt und Kultur der Laubgehölze, 
Von Franz Zeinan ()8 

BESONDERER TEIL. 

XI. Alphabetische Aufzählung aller zurzeit im Handel, beziehungsweise in Kultur befindlichen 
Gattungen, nebst Anführung der wichtigsten Arten und Formen, mit kurzen Hinweisen auf 
ihre Kulturbedingungen, ihr Aussehen, ihre Blütezeit und ihren Kulturwert 78 

XII. Liste der besten Formen für den Blumenschnitt 433 

XIII. Liste der besten Formen für die Treiberei 433 

XIV. Formenzusammenstellungen nach besonderen Bodenbedingungen 434 

a) für normalen Boden und sonnige oder lialbschattige, genügend frische Lagen . . . 434 

b) für trockene, sonnige Lagen 435 

c) für feuchte oder moorige, sowie salzige Lagen 436 

d) Schattengehölze und als Unterholz geeignete Formen 436 

XV. Formenzusammenstellungen nach der Blütezeit 437 

a) Frühblüher (Januar oder Anfang März bis Ende Mail 437 

b) Sonunerblüher (Anfang Juni bis Ende Augusti 437 

ci Spätblüher (Anfang September bis November) 439 

XVI. Formenzusammenstellungen nach der Blütenfarbe 43') 

a) weiße oder fast weiße Farbentöne 439 

b) gelbe, orange oder grünliche Farbentöne 440 

ci rote, rosa oder purpurne l-:irbentr)ne 441 

dl blaue, lila oder violette l-arbentöne 442 

XVII. Gehölze mit schön gefärbten Früchten, l-ruchtständen, oder eßbaren F"rüchteii 442 

XVIIl. Formenzusammenstellungen sonunergrüner Geln'ilze nach der Laubfärbung 443 

al farbiger Austrieb 443 

bi farbiges Sommerlaub 444 

CI Herbstfärbung 445 

dl besonders tiefes Grün 44S 

ei besonders lichtes Grün 446 

f) besonders glänzendes Grün ■ 446 

XIX. Gehölze mit farbigen Trieben, auffallender Rindenfärbung des Stammes, sowie bestachelten 
oder bedornlen Trieben •l'*6 

ai Triebe oder Stammrinde gefärbt 446 

b) bestachelt oder bedornt 447 

XX. Gehölze mit riechenden Blüten oder aromalischem Laube ..,..,. 447 



Inhalt. XI 

XXI. ImiiiLTgrüiK' GehölzL' 448 

XXII. Wintergrüne Gehölze 448 

XXIII. Soinmergrüne Gehölze mit hesonders wirksamer Blatttracht .449 

XXIV. Schling- und Klettergehölze 4.iO 

XXV. Gehölze mit besonderer Tracht 4.S0 

al Pyramiden- und Säulenformen 4.S0 

bi Hängeformen 4.50 

cl Kugel- und Schirmfiirmen 450 

dl malerische Kruueninrnien 451 

XXVI. Zusammenstellung von Bäumen nach Wuchs und Stärke 451 

al schnellwüchsige Formen 451 

b) trägwüchsige Formen 451 

Cl sehr große Bäume, die über 25/« Höhe erreichen 451 

dl mittelgroße Bäume von über 10 bis 15/« Höhe 452 

ei kleine Bäume von etwa 5 bis 10/« Höhe 452 

XXVII. Zusammenstellung von Sträuchern nach Größe 452 

aiQroßsträucher, .3 bis 5/« 452 

b| Mittelsträucher, I bis 3//; 453 

Cl Kleinsträucher, 0,5 bis 1 /« 454 

dl Zwergsträucher, 0,10 bis 0.5/« 454 

XXVIU. Halbsträucher 455 

XXIX. Zusammenstellung über Austriebzeit und Blattfall 455 

al frühtreibend (März, anfangs April) 455 

b) spättreibend (meist erst Mail 456 

c| früher (schnellen Blattfall 456 

d) später Blattfall 456 

XXX. Heckengehölze 457 

al für größere Hecken (starken Schnitt vertragend) 457 

bl für kleine, mehr freiwüchsige Zierhecken 457 

XXXI. Liste der besten Straßen- und Alleebäume 457 

XXXII. Anmerkungen 4,59 



ALLGEMEINER TEIL. 



I. 

EINLEITUNG. 

Die Gesichtspunkte, die uns bei der Herausgabe der dritten Auflai^e des ersten Kultnr- 
liandbuclies „Unsere Freilandstauden" leiteten, waren auch bei der Ausarbeitung der vorlie- 
genden neuen Auflage des zweiten Buches für uns mal.igebend. Auch hier ist es in erster 
Linie unsere Absicht, ein Nachschlagebuch für den Liebhaber und Gärtner zu 
schaffen, das alle die unzahligen in den Katalogen und Dendrologien geführten Gattungen 
verzeichnet und schnelle Auskunft über deren Kulturwert gibt. Der Gehölzfreund soll sofort 
aus den Angaben ersehen, ob eine bestimmte Gattung oder deren verschiedene Formen ir- 
gend einen besonderen Wert besitzen, sei es für kulturelle und gartenkünstlerische Zwecke 
oder lediglich für dendrologische Liebhaberei. Wir haben dabei alle Gattungen aufgenommen, 
die im Handel den Liebhabern angeboten zu werden pflegen, obwohl sicherlich verschiedene 
darunter sind, die sich nur in den Katalogen finden oder heutigen Tages in .Witteleuropa 
nicht zu beschaffen sind. Bei den Hinweisen befleil.iigten wir uns der grollten Knappheit, 
da die Zahl der Gattungen und erwähnenswerten Formen nur allzu grol.i ist. 

Dal.i unser Buch einem wirklichen Bedürfnis entspricht, hatte der schnelle Absatz der ersten 
Auflage bewiesen, die bereits seit anfangs 1021 vergriffen war. Was es an -dendrologi- 
sche n W e r k e n f ü r d e n P r a k t i k e r gibt, ist ungemein gering, wenn wir nicht zu Werken 
in englischer Sprache greifen wollen. Die besten deutschen Werke waren bisher .läger und 
Beissner, „Die Ziergehülze der Gärten und Parkanlagen". 2. Auflage, 1884 und Hartwig. 
„Illustriertes Gehölzbuch". 2. Auflage. 18^2. Sie sind in ein halb wissenschaftliches Gewand 
gekleidet und können nicht mehr den Anforderungen entsprechen, die der Gehölzfreund an 
ein praktisches Kulturhandbuch stellen mulJ. ganz abgesehen davon, dal.i sie jetzt veraltet 
sind und ihren Gesichtskreis zu eng ziehen. Das neueste und beste uns bekannte Gehölz- 
buch für die Praxis ist Wocke's „Illustriertes Gehölzbuch für Gartenfreunde und Gärtner" 
1010. das mit groüem Verständnisse für die Bedürfnisse des Liebhabers geschrieben ist. 
aber in seinem beschränkten Umfange und in den zum Teil recht mäßigen und wenig zahl- 
reichen Bildbeigaben nicht den Zwecken entspricht, die wir im -Auge haben. K. Foerster 
behandelt in seinem sonst so vortrefflichen Buche: „Winterharte Blütenstauden und Sträucher 
der Neuzeit", 1011. die Gehölze recht stiefmütterlich und mehr anhangsweise, doch soll die 
neue jetzt erscheinende Auflage gerade in diesem Abschnitt viele N'erbcsserungen bringen. 

An wissenschaftlichen Dendrologien in deutscher Sprache herrscht kein Mangel. 
Die neueste und umfangreichste ist C. Schneiders „Illustriertes Handbuch der Laubholzkunde". 
Dies 1012 abgeschlossene Werk kann als Grundlage für wissenschaftliche Benennung und 
Bewertung der Laubgehölze angesehen werden, und wir schlielkn uns auch, soweit es geht, 
in dieser Hinsicht an Schneiders Dendrologie an. I'reilich war es nicht möglich, die Namen- 
gebung ganz einheitlich nach diesem Buch durchzuführen, da die wissenschaftliche Bewer- 
tung vieler wichtiger Kulturformen noch recht unsicher ist. Wir waren bemüht, die populären 
lateinischen Namen dort, wo sie auf Grund der internationalen botanischen Wien-Brüsseler 
Nomenklaturbeschlüsse von 1005 und 1010 verschwinden müssen, wenigstens als Syno- 
nyme deutlich hervortreten zu lassen. Fs wird sich aus verschiedenen L'rsachen, auf die wir 
hier nicht eingehen können, wohl nie erreichen lassen, daü die Namengebung der wissen- 
schaftlichen Botanik mit der der Gärtner, Forstleute und Liebhaber sich deckt, immerhin 
halten wir es aber doch für notwendig, soweit es irgend geht, der einheitlichen botanischen 
Namengebung auch in der Praxis zum Durchbruch zu verhelfen, .\nderseits waren wir auch 
bemüht, den deutschen Namen ihr Recht nicht zu kürzen, doch ist es wohl ohneweiteres klar. 
dalJ all die vielen Neueinführungen der letzten Zeit sich nicht anders als durch lateinische 
Namen deutlich kennzeichnen lassen. Fine sehr wichtige Grundlage bildet auch für die Laub- 

Silv.T T.irouca. Schneider. Inserc f-reiland-raubRchüla-, 2. Auflage I 



2 Einlt'itim.t;. 

gehölze Bailey's ..Standard Cyclopedia of Horticulture" (. Ausgabe l'il')). die wir in den 
.Anmerkungen oft zitieren. Ebenso das aus einer Fülle reichster Erfahrungen geschöpfte Werk 
\on Bean: ..Trees und Shrubs hardy in the British isles" (l^lSi. 

Schwierig ist es oft zu entscheiden, ob wir noch einen Strauch, beziehungsweise einen Halb- 
strauch vor uns haben, oder schon eine Staude. Die Zahl derHalbsträucher ist sehr groß, und es 
gibt eine ganze .Anzahl Gattungen und .Arten, die am Grunde mehr oder weniger verholzen 
und vielleicht noch als Halbsträucher anzusprechen sind. Daher ergaben sich nicht selten 
Hinweise auf das Staudenbuch. 

Wir haben schon in diesem Buche betont, wie wenig eindeutig der .Ausdruck ..winterhart" 
oder „im 1-reien kulturfähig" ist. Der Kenner und ernste Liebhaber vermag selbst unter an- 
scheinend sehr ungünstigen Verhältnissen Formen oft lange am Leben zu erhalten und zu 
recht guter Entwicklung zu bringen, die sonst allgemein als Kalthauspflanzen gelten. Für 
die grol.le AVenge kommen natürlich solche nicht in Betracht. Die Allgemeinheit wird sich 
zunächst auf das beschränken, was in den Hauptlisten hervorgehoben wird. Aber selbst 
Gartengestalter können weit über das hinausgehen, wenn sie die nötig'en Kenntnisse besitzen, 
und können eine .Wenge als heikel geltender Formen unter geeigneten Bedingungen ver- 
wenden und dadurch ganz neue Wirkungen in den .Anlagen erzielen. A\an vergleiche nur die 
bedeutsamen Darlegungen von Graf A m b r o z y - 1\\ i g a z z i. Es sind in der letzten Zeit viele 
wertvolle Neuheiten zu uns gekommen, wie etwa Carrierea. üavidia. PoUothyrsis, zahl- 
reiche Cotoneaster, Lonkera, Viburnam, Philadelphiis, Spiraea. Corniis. Hydranaea. Rosa, 
Syringa usw.. von denen sich einige schon einen ersten Platz in unseren Gärten zu erobern 
beginnen. Und die Zahl der chinesischen Gehölze, die schon in l:ngland. Schottland und 
auch in den Vereinigten Staaten (Arnold Arboretum) in Kultur sind, bei uns in Mitteleuropa 
aber noch erprobt werden müssen, ist eine überaus groLie. Wir haben diese aussichtsreichen 
Neuheiten zum grol.ien Teile mit besprochen und in jeder Weise danach getrachtet, dem 
Leser Auskunft über das Beste und Neueste zu geben. Wir bemühen uns. schon auf alles 
das hinzuweisen und zu X'ersuchen anzuregen. Die im N'orwort besprochene Gründung der 
neuen dendrologischen Gesellschaft in Prag bedeutet eine wertvolle Anregung und stellt 
eine wichtige Fortsetzung der Ziele dar, die die alte Wiener Gesellschaft verfolgt hat. In- 
folgedessen ist der Umfang des Besonderen Teiles ganz außerordentlich vermehrt worden. 
Wir mußten deshalb im Allgemeinen Teile folgende Abschnitte der 1 . Auflage diesmal 
wegfallen lassen: H. .A. Hesse: Auswahl der schönsten Laubgehölze für den Liebhaber; 
L. Späth: Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau; H. X'eitch: 
Wertvolle und neue Laubgehölze aus China; und .A. Reh der: Die wertvollsten harten Laub- 
gehölze Nordamerikas. Das dort Gebotene ist bei den verschiedenen Gattungen im Besonderen 
Teile verarbeitet worden. 

Wie im Staudenbuche, sind wir auch hier bestrebt, gute Bild er für uns sprechen 
zulassen. Es gibt kein Gehölzbuch, das auch nur annähernd so viele Bilder enthält, die 
ja in erster Linie dazu dienen, das. was wir wollen, zu lebendigem Ausdruck zu bringen. 
Leider verboten die heute herrschenden Teuerungsverhältnisse die Erneuerung mancher 
alter Bilder und eine reichere Einschaltung guter neuer Aufnahmen. Bei künftigen .Auflagen 
werden wir danach streben, durch gute Bilder von Blüten und Früchten viele Trachtbilder 
zu ergänzen. 

Auch für dies Buch gilt das im Ersten Gesagte, daß wir ein gewisses Maß von Erfahrung 
in Pflanzenkultur bei dem Leser voraussetzen müssen. Wir können immer nur Andeutungen 
geben, verweisen aber ausdrücklich auch auf die .Anmerkungen, die am Schlüsse des Buches 
zusammengestellt sind 'i. 

Ober die richtige Betonung der lateinischen Namen wird viel geschrieben. Wir legen fast 
durchweg die Angaben in Bailey's Cyclopedia zu Grunde. Gegen eine Verbesserung der 
Rechtschreibung alter Namen, wie überhaupt gegen alle sog. philologischen Änderungen 
legen wir Verwahrung ein. Die Schreibweise des Autors ist allein maßgebend, und nur ganz 
offensichtliche Druckfehler werden richtig gestellt. 

Wenn unser Buch wirklich seinen Zweck erfüllen soll, so müssen alle Leser daran mit- 
arbeiten, damit wir in künftigen .Auflagen immer Besseres bieten kcinncn. 



DIE LAUBQEHÖLZE 
IN DER LANDSCHAFTLICHEN ANLAGE, IM PARKE. 



Qui bene distinquit bene docet! Ich lege Wert darauf, vor allem anderen festzustellen. 
1 . dal.i die Verwendung und Behandlung der Gehölze in Landschaftsgärten, wo sie in erster 
Linie ästhetischen Zwecken dienen sollen, eine andere sein nuil.) als im Walde, der heutzu- 
tage einen Wirtschaftsbetrieb zur .Anzucht möglichst großer Holzmassen darstellt, wo der 
Baum also nur Nutzzwecken zu dienen hat. — und 2.. daü der Begriff Landschaftsgarten (Park) 
mit den Begriffen Garten und Pleasure ground nicht verwechselt werden darf. „Der Park 
soll nur den Charakter der freien Natur und der Landschaft haben, die Hand des Menschen 
also wenig darin sichtbar sein. . . . wenn der Park eine zusammengezogene, idealisierte Natur 
ist. so ist der Garten eine ausgedehntere Wohnung. Hier also mag der persönliche Geschmack 
aller Art sich wohl ein wenig gehen lassen, ja sogar Spielereien und überhaupt das freieste 
Hingeben an die Phantasie erlaubt sein. Alles biete hier Schmuck, Bequemlichkeit, sorg- 
fältigste Haltung und soviel Pracht dar. als die Mittel erlauben." (Pückler.) Wir sprechen 
von Blumengärten, architektonischen, japanischen, botanischen Gärten. Schlol.i-. Kloster-. 
Bauerngärten usw. 

Ein Mittelding zwischen Garten und Park ist der Pleasure ground der Engländer, wofür 
wir kein deutsches Wort haben; er bildet dort ein X'erbindungsglied zwischen dem kunst- 
vollen Schmuck der L'mgebung des Hauses und der natürlichen Landschaft. A\an kann sagen, 
dal.) sehr viele kleinere Parks bei uns richtiger als Pleasure grounds denn als Landschafts- 
gärten zu bezeichnen wären. 

Und nun zur Sache. 

„Mögen diel'ewegungen der Bodenoberfläche noch so abwechslungsvoll und mannigfaltig 
gestaltet sein, mögen Seen die Ebene unterbrechen oder Bergzüge sich in ihnen widerspie- 
geln, mögen Elüsse oder Bäche silberne Fäden durch Niederungen oder Talpartien ziehen, 
fehlt der Schmuck der Bäume und Wälder, so wird doch immer der Anblick ein im höchsten 
Grade trostloser sein. Um so öder würden unsere Gärten erscheinen, wenn die Bäume und 
Sträucher fehlten, ohne welche eine landschaftliche Szenerie gar nicht denkbar ist. Die Wir- 
kung derselben ist sehr mannigfaltig; die Schönheit und die Harmonie ihrer I-ormen geben 
ein charakteristisches Ganzes und verleihen in ihrer Zusammenstellung und X'erbindung unter- 
einander Flächen, in welchen sie auftreten, einen bestimmt ausgesprochenen Grundzug." 

„Die Bäume und Sträucher bedingen die Abwechslung und Mannigfaltigkeit der Szenerie, 
verdecken, was das Auge nicht sehen soll, und lassen das Sehenswerte noch mehr hervor- 
treten; sie begrenzen und schließen ab Nah- und Fernsicht und geben den Bildern Leben 
und Bewegung dadurch, dal.i sie Licht und Schatten in die Landschaft bringen. Durch An- 
pflanzung kann man Gegenstände, unerläßliche Nebengebäude, nahe Grenzen, überhaupt 
alles, was unschön und nicht zu beseitigen ist. verdecken, durch sie kann man auch wieder 
andere Gegenstände, die unentbehrlich sind, verschönern, indem man solche teilweise ver- 
deckt und teilweise erscheinen läl.it. Durch das Zwischentreten von Baum- und Strauchmassen 
ist man imstande, verschiedene .Ansichtspunkte. die unter sich nicht harmonieren, wie z. B. 
näher aneinander liegende Gebäude in verschiedenem architektonischem Stil, in eine harmo- 
nische Verbindung zu bringen oder sie so zu trennen, dal.i jedes für sich als ein gesonderter 
.Ansichtspunkt erscheint." 

„Die Anpflanzungen unterbrechen die Einförmigkeit von Mächen und geben dem ebenen 
einförmigen Boden Abwechslung und .Ausdruck ; sie bedingen und begleiten die Wegeführung 
in den .Anlagen, umrahmen und beleben die Wasserflächen, verdecken die Grenzen und geben 
denselben abwechselnde Horizontlinien. Sie umfassen und vereinigen die einzelnen Teile 



Die Laubgehölze in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 



eines Landsitzes und vermitteln den Übergang aus der Regelmäüigkeit der unmittelbaren 
Nähe des Wohnsitzes durch die freiere und ungebundene Szenerie des Parkes in die um- 
gebende Landschaff'.-) 

-- Diese wenigen Sätze geben uns ein Bild der vielfachen Verwendung der Bäume und Sträu- 
cher im Landschaftsgarten. Warum, wie und was wir pflanzen sollen, werde ich \-ersuchen. 
etwas ausführlicher darzulegen, wobei ich es nicht vermeiden kann, die wichtigsten Qrund- 
begrilfe und Regeln der Landschaftsgärtnerei im Zusammenhange mitzuerörtern. soweit diese 

auf die Art und Weise der 
X'erwendung der Bäume und 
Sträucher im Landschafts- 
garten bestimmenden I£in- 
fluLi haben. 

Zunächst müssen wir uns 
mit den Eigenschaften ver- 
traut machen, durch welche 
die Gehölze sich unterschei- 
den und welche die verschie- 
denen Bäume und Sträu- 
cher für die verschiedenen 
Zwecke der Landschafts- 
gärtnerei verwendbar er- 
scheinen lassen. 

1. Jedes Kind weil.i. dal.i 
es Laub-und Nadelhölzer 
gibt, welch letztere Gegen- 
stand des drittenKulturhand- 
buches sind und uns daher 
hier nicht interessieren. 

Ebenso bekannt ist die 
Unterscheidung der ersten 
in laubabwerfende und 
immergrüne Gehölze; 
letzte dienen als \'or- und 
Zwischenpflanzung grol.ler 
Baumgruppen und beleben 
und erheitern das Land- 
schaftsbild besonders im 
Winter, wenn die anderen 
Bäume und Sträucher kahl 
und tot dastehen. 

2. .le nach Heimat und 
Klima sprechen wir von ein- 
heimischen undfremden 
(exotischen) Gehölzen. ,lene 
bilden naturgemäl.'i den Kern 

der Bepflanzung unserer .Anlagen, während die Verwendung der ausländischen Gehölze davon 
abhängt, ob sie unser Klima vertragen, ob sie winterhart sind, oder gegen Frost und Nässe 
unserer Winter durch Bedeckung mit Laub. Reisig, Dünger. Brettern usw. geschützt werden 
müssen. 

Im" Landschaftsgarten sollten nur die winterharten und allenfalls solche Gehölze Verwen- 
dung finden, die ohne besondere Schutzmal.'iregeln in unserem Klima noch freudig und üppig 
gedeihen. Der Sammler, den ja oft auch ein armer magerer Krüppel noch mit stolzer Freude 
erfüllt, weil er in ihm eine botanische Rarität verehrt, sollte seine seltenen Gehölze nicht im 
Park, sondern in besonderen Gärten kultivieren, in denen es auf Reichhaltigkeit des .Arbo- 
retums und nicht auf Schönheit und Natürlichkeit des Landschaftsbildes ankommt. In groüen 
Parks, wo vielseitige Terraingestaltung passende Standorte und günstige Gelegenheiten für 
verschiedenartige Kulturen bietet, mögen botanische oder pflanzengeographische Szenerien 




niiercus pu/usfiis. Sumpfeiche 
(üri);.: Horl. .Wuskau, Lausitz i 



Die Laubgchrilze in dor laiulscliaftlielien Anlauf 



ihren Platz finden, vorausgesetzt, dal.l sie im Qesamteindruck der l.andscliaft niciit störend 
wirken und. für sich betrachtet, ein natürhches und gefälliges X'egetationsbild darstellen. 

.?. Nach der .Art des Wuchses können wir die Gehölze unterscheiden: .le nachdem sie hoch 
emporwachsen oder niedrig bleiben, in Bäume und Strauch er: je nachdem sie sich rasch 
und üppig oder langsam und träge entwickeln, in schnell w ü c h s i g e und t r ä g w ü c h - 
sige Gehölze (siehe Tabelle XXVI). 

A\anche Straucharten sind st) schwach wüchsig und bleiben so klein, dall sie in grol.'icn Land- 
schaftsbildern verschwinden 
würden : ihre Verwendung 
beschränkt sich daher auf 
intime Szenerien, die aus 

nächster Nähe betrachtet j , 

werden können. Felsen- oder ' 

auchWüstensträucher.die an 
ihren natürlichen Standorten 
zwergartig bleiben, können 
in nahrhaftem Boden zu üppi- 
gen Sträuchern heranwach- 
sen ; umgekehrt nehmen 
Baumarten, die in besserem 
Klima zu hohen Baumriesen 
sich entwickeln, bei uns 
Strauchform an. Dies können 
wirkaum verhindern. aber im 
allgemeinen sollten wir die 
Gehölze ihrem natürlichen 
Standort gemäl.) im Park \er- 
wenden. damit sie auch bei 
uns ihren charakteristischen 
Habitus zeigen. Inderersten 
.lugend, als Samenpflanzen, 
wachsen die meisten Ge- 
hölze langsam, dann erst, 
bei einigen früher, bei an- 
deren später, zeigt sich eine 
schnellere Entwicklung, die 
bei den schnellwüchsigen 
.Vrten sich so sehr steigert, 
dal.) sie die anderen, die träg- 
wüchsigen . in verhältnis- 
mäßig kurzer Zeit weit 
überholen. Sträucher. die 
aus Stecklingen erzogen 
wurden, wachsen gleich an- 
fangs so schnell, dal.) sie in 

kurzer Zeit ihre normale Gröl.ie erreichen: später tritt dann bei den trägwüchsigen Strauch- 
arten eine langsame Weiterentwicklung ein. .Abgesehen \on der frühzeitigen N'erwendbarkeit 
zu Pflanzungen, haben Stecklingspflanzen vor Sämlingen den X'orzug gröl.lerer Blühwilligkeit. 
Die Berücksichtigung des schnelleren oder langsameren Wachstums, sowie der grölkren 
oder geringeren Höhe, welche die Baumarten erreichen können, ist für die N'erwendung der 
Gehölze im Park von grol.ler Wichtigkeit. Pflanzt man rücksichtslos allerlei .Arten durch- 
einander, so werden die raschwüchsigen die anderen bald unterdrücken, während jene 
zurückbleiben und allmählich eingehen, {bisweilen pflanzt man ja besonders raschwüchsige 
gewöhnliche Bäume zwischen die edleren, zur bleibenden (.iruppenbildung berufenen Ge- 
hölze, um störende Gegenstände in kurzer Zeit zu verdecken oder überhaupt um schnell einen 
landschaftlichen Effekt zu erzielen. A\an mul.) sie aber dann rechtzeitig, sobald sie lästig 
werden, aushauen und eventuell den Stockausschlag als L'nterholz verwerten. Will man 




Ahb. 



2. Sci/ix a/lHi 

lOrig., 



Silberwt 



6 Dif Laubgehölze in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 

einer Gruppe dauernd die Eigenschaft der l'nregelmäl.ligkeit in der Massenwirkung wie in 
der Horizontallinie geben, so pflanzt man am besten die raschwüchsigen Arten horstweise 
zwischen die Orupen von trägwüchsigen üehölzen. wobei vermieden werden mul.!. jene nur 
in der Mitte oder im Hintergrund zu verwenden, wodurch die Pflanzung ein pyramiden- 
oder dachartiges Aussehen bekäme. Die Sträucher verwendet man je nach ihrem Licht- 
bedürfnis als Unterholz oder als X'orpflanzung in gröl.leren üehölzpartien. Wenn hier und 
da am Rande oder zwischen den niederen Sträuchern ein einzelner hoher Baum mit leichter, 
also nicht zu viel Schatten werfender Krone vorgepflanzt wird, kann dadurch die Gehölz- 
partie an Natürlichkeit. Bewegung und L'nregelmäl.iigkeit nur gewinnen. 

4. Nach der Gestalt und Form der Gehölze, die durch Stellung und Stärke der .^ste und 
Zweige bedingt erscheint, unterscheiden wir Bäume mit runden Kronen und breiten Wipfeln, 
solche mit spitzwipfeligen Kronen (hierher gehören die meisten Koniferen i. ferner Bäume 
mit kegel- und pyramidenförmigem Wüchse, endlich solche mit Hänge- oder Trauerform. 

Die meisten Laubgehölze haben runde Kronen und besonders im Alter breite Wipfel. Durch 
die Mannigfaltigkeit ihrer Formen, die in voller Hntwicklung oft sehr malerisch wirken ; durch 
die wechselnde Linie ihres L'mrisses. der meistens durch tiefe Einschnitte und starkes Hervor- 
treten einzelner Teile sich auszeichnet, was eine kräftige plastische Wirkung von Licht und 
Schatten zur Folge hat. sind sie zur Einzelstellung wie zu Gruppen und .Wassenpflanzungen 
hervorragend verwendbar. 

P y r a m i d e n b ä u m e ( siehe Tabelle XX\' ö) sollen im Landschaftsgarten nur ausnahmsweise 
und dann möglichst in größeren Gruppen N'erwendung finden. z.B. zur Erzielung von Kon- 
trasten mit abweichenden Baumformen, zur Unterbrechung gleichförmiger Horizontlinien in 
der Ebene oder an Wasserflächen, und endlich zurX'erdeckung unschöner Gegenstände, wenn 
nur ein schmaler Streifen Landes zur Bepflanzung zur Verfügung steht; in diesem Falle mul.> 
allerdings die monotone Linie der dadurch entstehenden einförmigen Baumwand durch Vor- 
pflanzung mit anders geformten Gehölzen unterbrochen werden. 

Die T ra u e r b ä u m e . deren es bei vielen Baumarten verschiedene Vertreter gibt (siehe Tabelle 
XX\'b|. eignen sich in den .Anlagen hauptsächlich zur Einzelstellung. Die kleineren Formen 
passen besser in den Ziergarten und Pleasure ground. im Landschaftsgarten dürfen sie nicht 
zu häufig verwendet werden, doch nehmen sich die üppigwachsenden .Arten (Weiden. Eschen. 
Erlen. Espen und .Ahorn) am Rande von lachen und Teichen sehr gut aus: sie und andere 
Trauerbäume können an steilen Hängen und Böschungen, über welche die schlanken Zweige 
zierlich herabhängen, sowie an den Rändern gröl.ierer Baumgruppen von schöner Wirkung 
sein, weil sie mit der Umgebung einen angenehmen Gegensatz bilden. 

.T. .Nach Form undGröl.le der Blätter unterscheiden sich die Laubhölzer vielfach: Wir haben 
Bäume mit einfachen und solche mit zusammengesetzten (gefingerten oder gefie- 
derten) Blättern : bei der ersten .Art unterscheiden wir wieder verschiedene Formen, längliche, 
runde, geschlitzte, zackige usw. Für die Verwendung im Landschaftsgarten dürfen wir die 
Laubhölzer nicht allein nach Form und Gröl.ie der Belaubung beurteilen, deren Verschieden- 
heiten doch nur in der .Nähe wirken und in den Pflanzungen längs der Wege angenehme .Ab- 
wechslung bieten. — wir müssen vielmehr Art und Gröl.ie der Belaubung. Gestalt des Stammes. 
Form der Krone. Stärke und Stellung der .Aste und Zweige in ihrem Zusammenwirken in 
Betracht ziehen und den Eindruck, den die verschiedenen Bäume infolge dieser zusammen- 
wirkenden .Momente auf den Beschauer machen, also den dadurch bedingten Charakter der 
Bäume. Solche mit dunklem, massivem Stamme, starken knorrigen .Asten, runden ge- 
schlossenen Kronen, dichter, großblättriger Belaubung. die dem Sonnenlicht keinen Einlal.i 
gewährt, wirken schwer, dunkel und ernst: — Bäume mit schlankem, geradem Stamme, 
leichtem Kronenbau und lockerer kleinblättriger oder gefiedertblättriger Belaubung. die das 
Sonnenlicht freier beleuchten und durchleuchten kann, wirken leicht, hell, anmutigund heiter! 
Zwischen den Bäumen derschweren und leichten Form gibt es zahlreiche Übergangs- 
formen: Zwischen der Rotbuche (siehe farbige .Abb. auf Tafel V), Roßkastanie und Linde 
als Vertretern der schwersten Form und den Weiden (.Abb. 21, Birken (.Abb. 12(i) und .Aka- 
zien (.Abb. 417) als X'ertretern der leichtesten Form, sehen wir in den l^rlen. Edelkastanien. 
Ulmen. Weilibuchen. Ahorn. Jii v/ans. Carya. Platanen. Eschen. Gymnockidus. Pappel (.Abb. 3 
und .5.^), Sop/iora u. a. alle .Abstufungen in Form und Charakter. 

Die Kenntnis und Unterscheidung der Baumformen ist für die Pflanzungen in Landschafts- 
gärten sehr wichtig. .Aus der richtigen X'erwendung und N'erteilung der Bäume beider Formen 



Die Laiibgehölzi.' in ült landscliaftlichen Anlage, im Parke 




ergibt sich die natürliche Wirkung der Qehölzpartien im Landschaftsbilde: Plastisch durch 
verständige Steigerung der Effekte von Licht und Schatten, lebendig und interessant durch 
reiche Abwechslung und durch richtige Charakterisierung der einzelnen Szenerien. 

„Die Bäume .schwerer Form" sind besonders geeignet, die Schattenpartien der Landschaft 
zu bilden, wozu sie schon der dunkle Farbenton ihres Laubes geschickt macht. Wollte man 
sie ausschliel.')iich anwenden, so würde die Gruppierung zu schwerfällig und massig er- 
scheinen; leichtere 1-ormen müssen ihnen das Gleichgewicht halten; dagegen wird das Land- 
schaftsbild unruhig und mager, wo die letzten vorherrschen" •'). 

.Wan hat oft \ersucht. für die X'erwendung der Cjehölzformen. für ihre .N\ischung und 
kontrastierende Anordnung Regeln aufzustellen, doch waren diese meistens nur geeignet, 
den praktischen Gärtner konfus zu machen. Der Geschmack des Gartenkünstlers ist 
mehr wert als die seh önsten Regeln und Rezepte, wenn er Terrain und Bodenver- 
hältnisse sorgfältig beachtet und die natürliche Pflanzengenossenschaft in ähnlichen Szene- 
rien, wie er sie schaffen will, an schönen X'orbildern in der Natur studiert hat. Auf dieses 
i\\oment werde ich noch zurückkommen. 



Diu Laubgehnlzc 



landschaftliclien Anlage 





Alte Kopfueideii hei Hochstadt a. M. 



0. Durch die 1-aibe des Laubes, der Blüten und Früchte, ja auch des Stammes und der 
Zweige sind die Gehölze voneinander verschieden, und auch diese Unterscheidung ist für 
ihre X'erwendung im Park von grol.ier Bedeutung. Die Einförmigkeit unserer heimischen 
Landschaften erklärt sich teils daraus. daL'i unsere Wälder und Baumgruppen aus nur we- 
nigen, überall in den Gehölzpartien sich wieder vorfindenden Arten bestehen, teils daraus, 
dalj Grün in der Landschaft die einzige alles beherrschende f'arbe ist; grüne Wiesen, grüne 
Bäume und Sträucher. Grün in Grün. — nur im Frühling stehen einige Bäume und Sträucher 
in meistens weißem oder gelbem, seltener in rosafarbigem Blütenschniuck da. während auf 
den Wiesen und Rainen, zwischen Gebüschen und an Bachesrand ein bunter Blumenflor 
das Auge erfreut; im Herbste bringt dann das gelb gefärbte Ahornlaub und das rötlichgclbe 
Buchenlaub etwas Abwechslung in die braune und grüne Herbstlandschaft. 

Dieser Monotonie niul.'i die Kunst des Gärtners abhelfen durch maß volle, wohlüberlegte 
N'erwendung von farbig austreibenden Gehölzen, solchen mit roten, gelben und weißen 
Blättern, mit leuchtender Herbstfärbung ihrer Belaubung. welche die ganze Farbenskala 
von Violett. Rot. Braun und Gelb aufweisen kann, von Bäumen und Sträuchern mit bunten 
Blüten in üppiger Inille und in reicher Farbenpracht, endlich mit weißen, gelben, roten und 
dunkelfarbigen Früchten. Die verschiedenen Farben des Laubes, der Blüten und Früchte kon- 
trastieren lebhaft mit dem herrschenden Grün der Landschaft in der guten .lahreszeit; die 
hellen und dunkeln Baumstämme, die weißen, roten und gelben Zweige mancher Gehölze 
spielen zwar im Sommer keine besondere Rolle, werden aber in der eintönigen toten Winter- 
landschaft als Abwechslung und Zierde gewiß angenehm empfunden werden (Tabelle Xl.X). 

Die Gehölze mit buntem Laube (Tabelle Will« — /)), sowie jene mit schöner Herbst- 
färbung (Tabelle Wille), dann die reichblühenden und die zierende Früchte tragenden 
Bäume und Sträucher (Tabelle .Wll) sollte man in der Regel in größeren Massen gleicher 
und verschiedener Art zusammenpflanzen, da sie sonst im Landschaftsgarten sich verlieren 
und den gewünschten Farbeneffekt nicht erzielen würden. Panachierte Gehölze und gefüllt- 
blühende Gartenformen gehören in den Ziergarten oder Pleasure ground, da sie im Park 
unnatürlich und daher störend wirken dürften. Hinfärbig rot, gelb oder weiß belaubte Ge- 
hölze sowie die Blütensträucher sollten nicht buntscheckig durcheinander gepflanzt werden, 
was unruhig aussieht, vielmehr sollten die hellen 1-arben mehr zur Beleuchtung, die dunklen 
l-'arben zur Schattierung der betreffenden Gehölzgruppen ausgenützt werden. Ich fühle mich 
verpflichtet, hier die abweichende .Ansicht des Fürsten Pückler. dessen .Autorität ich mich 
in schuldiger Demut unterwerfe, zu zitieren: „Inwieweit man nach künstlicher, vorher be- 
rechneter Schattierung und Farbenabstufung pflanzen soll, wage ich nicht zu entscheiden. 
Die Sache hat ihre großen Schwierigkeiten und nach meiner Erfahrung gelangen mir we- 
nigstens diese Versuche nie sonderlich, wenn ich dabei zu sehr ins Detail ging . . . und 



Die l.aiiliSL'hölze in der landschaftlichen Anlage, im l'arke. i| 

hier abermals, wo es schwer wäre, ganz sichere Rei^chi für das Detail aufzustellen. imilJ 
der Geschmack des Besitzers selbst ihm zum besten Wegweiser dienen." 

Immerhin können, wie ich glaube, wenn man zu grelle Kontraste und besonders Wieder- 
holungen der gleichen Farbeneffekte vcrtncidet. durch Verwendung verschieden gefärbter 
Geiiölze im l.aiidschaftsgarten sehr schöne Wirkungen erzielt werden, wobei ich erwähnen 
null.'), dal.) nicht nur Weil.!. Gelb und Rot. sondern auch die Hauptfarbe Grün in ihren ver- 
schiedenen Schattierungen landschaftlich verwertet werden kann. Die Bäume der schweren 
1-orm zeigen in der Regel ein dunkles, jene der leichten 1-orm ein helles Grün, während die 
immergrünen Gehölze am dunkelsten wirken. 

Bei diesen sei nebenbei des eigenartigen Effektes gedacht, den die meisten bei entsprechen- 
der Beleuchtung auch auf weitere Entfernung durch den Glanz ihrer undurchsichtigen Blätter 
machen; dies gilt auch von manchen laubabwerfenden Bäumen, wie z. B. Rotbuche. Cni- 
tacgiis liicida, C. Crus-i^alli u. a. 

Es sei mir gestattet, nur zwei Beispiele der X'erwertuiig der \-erschieden gefärbten Geholze 
im Parke anzuführen : 

Die Plastik der in einer landschaftlichen Szenerie figurierenden Gehölzgruppen wird durch 
die Verteilung von Licht und Schatten bedingt. Diese Wirkung kann gesteigert werden durch 
Bepflanzung der Schattenpartien mit dunklen Gehölzen (Koniferen. Blutbuchen und anderen 
roten Gehölzen. Erlen. L'hnen u. a.i — der belichteten Partien mit heller gefärbten Gehölzen 
(weißblättrigen Bäumen und Strauch ern und Bäumen der leichten Form, wie Birken. Weiden u.a. I. 

Die Erfahrung lehrt, dal.l Weil.l die meisten Lichtstrahlen zurückwirft, dal.) daher entfernte 
weiüe Gegenstände näher erscheinen, als sie wirklich sind ; ein dunkler Gegenstand auf hellem 
Hintergrund sieht kleiner aus als ein gleich grol.ier heller Gegenstand auf dunklem Hinter- 
grund. Diese Erfahrung gestattet uns bei Fernsichten, wo das verfügbare Terrain nicht so 
ausgedehnt ist. um den X'order-. Mittel- und Hintergrund in ein perspektivisch richtiges \'er- 
hältnis zu bringen, die Luftperspektive in ihren Wirkungen zu unterstützen und eine schein- 
bar größere Tiefe der Fernsicht zu erzielen, indem wir im X'ordergrund Gruppen dunkel be- 
laubter Bäume, im ,\\ittelgrund größere .Wassen weil,')- oder gelbblättriger Gehölze pflanzen, 
während der Hintergrund in grünen Tönen gehalten sein kann. Denken wir uns z. B. einen 
durch Talsperre entstandenen Teich, dessen Zufluß ein durch eine Wiese fließender Bach 
bildet; Teich und Wiesental sind von steilen, gegen den Hingrund abflachenden Hängen ein- 
geschlossen. \'on dem mit alten Eichen bestandenen Teichdamme aus sieht man. eingerahmt 
von den schweren, dunklen Asten der Eichen, die scheinbar weite Fernsicht, welche im Hin- 
tergrunde in einer Aulandschaft mit Gruppen von Erlen, Weiden. Pappeln und Eschen sich 
verliert, während der helle Mittelgrund von massigen Gruppen weißer Silberpappeln beim 
Einlauf des Baches in den Teich leuchtend mit dem dunklen X'ordergrunde der schattenseitig 
mit Tannen und Buchen, sonnenseitig mit Eichen und anderen Bäumen schwerer F~orm bewach- 
senen Hänge kontrastiert. 

Bezüglich der schönblühenden Gehölze muß ich auch erwähnen, daß manche sie nur im 
Ziergarten und Pleasure ground. nicht aber im Landschaftsgarten dulden wollen. Ich bin 
nicht dieser Ansicht. In der freien Natur verwandelt der Zauberstab des sonnigen Lenzes 
sterile Hügel, die das übrige .lahr einen traurigen .\nblick gewähren, in lachende Blumen- 
gefilde. Der Blütenschnee der N'ogelkirsche und des Schlehdorn, wilde Rosen, goldgelber 
Geißklee, Besenstrauch und Ginster, die duftenden Blütendolden der wilden Birne, die Weil.')- 
dorn. Aiiuianciiicr. Lonkeren. Dap/me usw . vereinigen sich zu so reichen, üppigen und bunten 
Bildern, wie wir sie mit den vielen Blütensträuchern unserer Gärten kaum übertreffen können! 
Oder macht es etwa einen unnatürlichen Eindruck, wenn im Hochkar unserer Alpen, wo am 
Fuße schroffer Felswände nur ein paar sturmzerzauste Wettertannen und dunkle Krummholz- 
büsche aus Schnee und Eis hervorragen und während des größten Teiles des .lahres als ein- 
zige Vertreter des Pflanzenlebens in diesem ernsten todtraurigen Bilde erscheinen, wenn 
dann endlich die warmen Sonnenstrahlen den endlosen Winter besiegen und plötzlich unter 
der grauen Wand ein Rosengarten von ungezählten leuchtenden Rhododendren erblüht und 
die bunten Kinder der Alpenflora aus jeder Felsritze und im Steingeröll in allen Farben her- 
vorsprießen? Ich finde es nur natürlich, wenn in der hohen Zeit des Jahres, wo die liebe 
Frühlingssonne alles in der Natur zu neuem Leben weckt, wo in Baumkronen und Gebüschen 
die kleinen Vögel ihr tausendstimmiges Liebeslied erschallen lassen, und alles grünt und 
blüht und duftet, auch der Landschaftsgarten ein hochzeitliches Gewand anlegt von Blumen- 



Die Laubgchülzc in der landschaftlichen Anlage, im F^arke. 




.^m_^ 



Abb. 5. Hippopliae salicifoliu, Sanddorn, 7 bis 8 m. iPlioi. A. Purpus. 



herrliclikeit und Farbenpracht: „Nur einmal blüht im .lahr der Mai. nur einmal im Lehen die 
Liebe!" 

Die Herrlichkeit dauert ja nicht lange und dann sind die Blütensträuchcr und Bäimie wieder 
so grü n und unscheinbar wie alle andern. 

Unsere schönblülienden Gehölze brauchen Licht und Sonne; wenn wir sie als X'orpflaii- 
zung vor gröl.leren Baumgruppen, zur F^epflanzung V(ni sonnigen Hängen und trockenen 
Hügeln in grol.ien A\assen verwenden, können wir init ihnen zur Filütezeit herrliche Effekte 
hervorbringen. Auch hier sind Geschmack und liebevolles N'erstandnis für naturwahre Land- 
schaftsbilder die Voraussetzung des Gelingens solcher Pflanzungen ; wer seine Blütensträuchcr 
schön regelmäßig pflanzen will, wie Johannisbeersträucher im Küchengarten, wird allerdings 
damit nicht viel Ehre aufheben. 

7. Endlich und schüel.'ilich unterscheiden sich die Gehölze nach ihrem Stand- 
orte, und dieses Unterscheidungsmerkmal erscheint mir deshalb geradezu als das Wichtigste, 
weil \(in den hier in Betracht kommenden Alomenten nicht nur das Gedeihen, sondern auch 



Die Laiibgchölze in der landschaftlichen Anläse, ini Parke. 1 | 

die landschaftliche Wirkung und darum die richtige X'erwendung der verschiedenen Gehölze 
im Park abhängt! Diesbezüglich kommt es nicht darauf an. wie das Land heil.lt. wo eine 
Gehölzart vorkommt, sei es Siebenbürgen. Arizona oder Mandschurei, sondern darauf, ob 
wir in unseren Anlagen dem betreffenden Baum oder Strauch einen Platz anweisen können, 
der hinsichtlich der t^odenbeschaffenheit. der Boden- imd Luftfeuchtigkeit, der Lage und des 
Klimas seinem natürlichen Standorte entspricht ! 

Abgesehen von Gehölzen, die an bestimmte Lebensbedingungen gebunden sind und des- 
halb eine spezielle Bodenbereitung mit Moor- und Heideerde. Sand. Kalk oder Steingerölle 
(Schotten, anderseits besonders feuchte bzw. trockene Lage erfordern, wie z. B. Sumpf-. 
Moor-, Heide-. Felsen- und Wüstenpflanzen, sind ja die meisten bei uns winterharten Gehölze 
infolge einer durch Generationen wirkenden Gartenkultur so anspruchslos, daß sie bezüglich 
Boden und Lage nicht mehr heiklig sind und in jedem besseren Gartenboden gedeihen. 
Ausgesprochene Gebirgsbäume. sagen wir Bäume des amerikanischen Felsengebirges, wachsen 
freudig in der Tiefebene und Sumpfeichen gedeihen anstandslos im Mittelgebirge. Immerhin 
möchte ich. ohne eine Regel aufstellen zu wollen, empfehlen, mit demnatürlichenVorkommen 
der verschiedenen Gehölze in der Heimat sich möglichst vertraut zu machen, um ihnen nicht 
nur überhaupt den richtigen Standort im Parke anzuweisen, sondern die einheimischen Ge- 
hölze imd ihre fremdländischen .Artgenossen mit jenen Bäumen und Sträuchern, in deren 
Gesellschaft sie in der Heimat vorzukommen pflegen, zu natürlich wirkenden Vegetations- 
bildern zu vereinigen. Diese Kenntnis sollte sich nicht allein auf Bodenbeschaffenheit. Lage 
und Klima beschränken, sondern sich auch auf den Charakter der Gegend ausdehnen, wo 
die betreffenden Gehölze \orkommen und allein oder mit anderen Pflanzen, je nach den 
Terrainverhältnissen (Berg und Tal. Wiesen und Sumpf, Felsen luid Wasser), am Zustande- 
kommen charakteristischer Landschaftsbilder mitwirken! 

Mag man durch eigene Anschauimg und liebevolle Beobachtung bei Spaziergängen, 
gelegentlich von .lagdausflügen oder auf Reisen derartige Vorbilder für die landschaftliche 
Gartengestaltung sich aneignen oder solche nur durch Lektüre guter Naturschilderungen sich 
einprägen, immer werden es gute Ideen und fruchtbare Anregungen sein, die in naturwahren 
und durch die Verwendung der richtigen Gehölze am richtigen Orte richtig charakterisierten 
Szenerien im Parke zu künstlerischem Ausdruck gelangen können. 

Vergegenwärtigen wir uns das auf Seite Q gebrachte Beispiel einer durch Pflanzung künst- 
lich vertieften Fernsicht und denken wir uns im Vordergrunde zwischen den Buchen und 
Tannen Gruppen ausländischer Koniferen und Blutbuchen, sonnseitig Edelkastanien, ameri- 
kanische Eichen und Ahorn mit Unterpflanzung immergrüner Sträucher und im Hintergrunde 
neben den einheimischen Arten amerikanische Surnpfeichen und Eschen, ostasiatische Pappeln 
und nordische Weiden, so wird das Landschaftsbild an Natürlichkeit nicht verlieren, an Viel- 
seitigkeit durch Form und Farbe aber nur gewinnen. 

Erwähnen muß ich noch am Schlüsse dieses Absatzes, daß manche in iniserem Klima 
sonst nicht winterharte oder doch heiklige Gehölze sogar strenge Winter unter leichter Be- 
deckung überdauern, wenn sie an geschützte, ihrem natürlichen Standorte in Lage und Boden- 
beschaffenheit entsprechende Plätze im Garten gepflanzt werden. Schutz gegen Morgen- und 
Mittagsonne im Winter, also Pflanzung in Nord- und Nordwestlagen ist bei empfindlichen 
Gehölzen sehr zu empfehlen. Gehölze, die größere Luftfeuchtigkeit lieben, wie die immer- 
grünen Gehölze und die meisten Gebirgspflanzen, gedeihen am besten, wenn sie in der Nähe 
größerer Wasserflächen gepflanzt werden. 

Und nun sei mir gestattet, im .Anschluß an die vorstehenden .Ausführungen einige Ge- 
danken über landschaftliche Gartengestaltung zu entwickeln, welche das, was ich über die 
Pflanzungen im Park noch zu sagen habe, verständlicher machen sollen. 

Man spricht viel von der leitenden oder Grundidee einer .Anlage ; zur Zeit der Romantiker 
verstand man darunter Stimmungen, die durch griechische Tempel. Trauerweiden. Mausoleen 
oder Ruinen angedeutet werden sollten; ich glaube aber, wenn von einer leitenden Idee die 
Rede ist. dürfte es sich darum handeln, im Rahmen und im Charakter einer gegebenen Gegend 
unter X'erwertung der vorhandenen Mittel (X'egetation, Wasser. Felsen usw.i eine schöne, 
natürlich wirkende Landschaft zu gestalten. Die Gegend, um die es sich handelt, kann ent- 
weder eine wasserreiche .Aulandschaft sein, oder sie besteht aus ausgedehntem Weideland, 
worin wir zweifelsohne die .Anfänge der alten englischen Parks erblicken dürfen, die, wie 
Pückler sagt: „Im Grunde genommen nichts sind als unermeßliche Wiesen mit malerisch 



Die Laubgehöli^e in der laiidscliaftliclieii Anlage, im Parl<e. 




Abb. 6. /:l(ieiio/iiis angiistifolia. Ölweide, 5 



verteilten Gruppen hoher und alter Bäume, die teils der Belebung der Landschaft wegen, 
teils auch des Nutzens willen zur Weide für zahlreiche Herden dienen müssen"; oder es steht 
ein Wiesental in Hügelland zur Verfügung oder in bewaldeter Gegend eine fruchtbare Niederung 
mit Teichen, die der Fischzucht dienen : immer wird die Aufgabe des gestaltenden Gärtners 
darin bestehen, die leitende Idee der Anlage festzuhalten, indem der Charakter der Gegend im 
Gesamteindruck der zu schaffenden Landschaft großzügig und harmonisch zur Darstellung ge- 
langt. Gleichzeitig mul.l er prüfen und überlegen, welche Bilder und landschaftlichen Szenerien 
im Rahmen der leitenden Idee und im gegebenen Räume aufgenommen und gestaltet werden 
können ; wie die Schönheiten, die lieblichen oder großartigen Naturbilder, welche die Gegend 
bietet, hervorgehoben und durch entsprechende Bepflanzung in ihrer Wirkung gesteigert 
werden können ; anderseits wie das Unschöne, die Mängel der Gegend entfernt, oder durch 
geschickte Vorpflanzung verborgen werden können. 

Wenn die Kunst des Landschaftsgärtners in der Beachtung dieser beiden Momente vor- 
zugsweise besteht, so ergibt sich die Frage : Von welchen Punkten aus hat er und nach ihm 
der Besucher und Beurteiler der Anlage diese Gegend zu betrachten? Darauf können wir 
antworten: 1. Der leitende Gedanke, die charakteristischen Züge einer Parkanlage sind in 
Betracht zu ziehen als möglichst vollständiges Landschaftsbild in der Aussicht vom Wohn- 
hause selbst oder, wo dessen Lage dies verhindert, von einem für das Alltagsleben der Be- 
wohner bedeutungsvollen Punkte, z. B. von einem Gloriette. Gartenhaus. Frühstücksplatz u. dgl. 
2. Im Rahmen der Grundidee gelangen Einzelbilder, die verschiedene ins Detail eingehende 
Ideen darstellen, je nach den sich bietenden Verschiedenheiten der Terraingestaltung und der 
Bodenbeschaffenheit in möglichst reichem Wechsel als Sichten von den Wegen aus zur .An- 
schauung, die uns als F'ührer durch die Anlagen dienen sollen. Diese Einzelbilder können 
im Charakter wesentlich abweichen vom allgemeinen Typus des Landschaftsbildes, voraus- 
gesetzt, dal.) dessen Harmonie nicht durch zu schroffe Gegensätze in Form und Farbe gestört 
wird. Dies wird vermieden, wenn die Effekte jener Einzelbilder sich sozusagen hinter den 



Die Laubcichölzc in der laiidschaftlichL'n Anlagt.', im Parke. 1,^ 

Kulissen abspielen, d. h. durch vorgepflanzte üeliölzifiuppcn oder vorsprinj^eiide Terrain- 
erhöhungen verdeckt im Gesamtlandschaftsbilde nicht zur Geltung gelangen. -.. 

Je gröl.ier das Terrain ist. desto groliartigere Gesamtbilder in der Fernsicht, desto mehr 
und verschiedenartigere Einzelbilder kann die Anlage bieten. Dies gilt um so mehr, wenn 
das Terrain bewegt ist und die Ausgestaltung von Haupt- und Nebentälern und die Be- 
pflanzung der sie trennenden und umschliel.ienden .Anhöhen der Kunst und dem Geschmack 
des Gärtners eine 1-ülle von Möglichkeiten erschließ. 

Da. wo nur ein räumlich beschränktes Terrain zur Verfügung steht, wird das eine, vom 
Wohnhaus in Betracht zu ziehende Landschaftsbild den ganzen Park vorstellen : Es muü 
harmonisch und einheitlich wirken und durch Tiefe und geschicktes Verbergen der Grenzen 
einen grölkren Eindruck machen. 

Nach dieser scheinbaren Exkursion vun meinem eigentlichen Thema auf das Gebiet der 
Landschaftsgärtnerei, deren Quintessenz ich dem geduldigen Leser nicht ersparen konnte, 
da die Frage der Verwendung der Gehölze im Parke innig damit zusammenhängt, will ich 
zum Schlüsse noch versuchen, die Art und Weise der Pflanzungen so kurz wie möglich zu 
besprechen. 

In einer landschaftlichen Szenerie bilden Rasen- und Wasserflächen sowie die Wege die 
Elemente des Lichtes, während Terrainerhöhungen ( Berge. Hügel. Anhöhen ) und Baummassen, 
bzw. die \'ereinigung beider, den Schatten bewirken : diese erheben sich über den Flächen 
und werfen Schatten je nach der Stellung der Sonne. In bewegtem Terrain wird die Schatten- 
wirkung um so mächtiger sein, wenn der Gegensatz von Berg und Tal gesteigert wird durch 
die Bepflanzung der .Anhöhen, die sich dann noch dunkler von den Flächen im Tal (Wiesen 
und Wasser) abheben : je flacher die Gegend, desto sorgfältiger mul.i jede Terrainerhebung 
durch Bepflanzung ausgenützt werden ; in der Ebene fällt die Schattenwirkung den Baum- 
massen allein zu; je gröl.ier die Flächen sind, desto gnii.ier und massiger müssen auch die 
Gehölzpartien sich gestalten. Zwischen beiden mul.'i Gleichgewicht und das richtige Verhältnis 
bestehen, daher auch zwischen Licht und Schatten ; beide dürfen sich nicht in langgezogenen, 
einförmigen Linien und Umrissen absetzen, auch nicht zu oft wechseln und sich nicht in 
gleichen Formen wiederholen. ..Groüe Lichtflächen mit grol.len Schattenpartien, die sich 
scharf voneinander abheben, geben nur geringe Abwechslung. Sind dagegen wieder die 
Schattenpartien zu schmal, fallen sie zu häufig und in schmalen Linien in die Fläche, so daü 
das Licht streifenweise in zu häufiger Wiederholung durchbrochen wird, so kommt zwar 
Bewegung in die Fläche, doch diese ist zu lebhaft und macht den Eindruck der Unruhe. Die 
Ruhe tritt ein. wenn bald breitere, bald schmälere Schattenmassen auf den Rasen fallen und 
mit hellerleuchteten größeren Flächen abwechseln. Es ist auf die X'erteilung von Licht und 
Schatten auch die nähere und fernere Umgebung nicht ohne Einwirkung. Ist die Gegend 
sehr waldig, so dal.) der Schatten im allgemeinen vorherrscht, so wird in der zu schaffenden 
.Anlage darauf Rücksicht zu nehmen sein, dal.i hier das Licht mehr x'orherrscht. und man hat 
mehr für offene Flächen zu sorgen. Ist dagegen die Gegend mehr sonnig und hell, sind nur 
geringe oder gar keine Baummassen in ihr vorhanden, so mag die Anlage schattiger gehalten 
werden, sie wird auf das Auge um so wohltuender wirken".^) 

.le nach den gegebenen X'erhältnissen also werden die Gehölzpflanzungen im Landschafts- 
garten verschieden zu behandeln sein, aber auch je nach dem Zwecke, dem sie dienen sollen, 
und nach dem Gesichtspunkte, von welchem sie zur Anschauung gelangen. 

In ausgedehnten großartigen Parkanlagen werden im \'erhältnis zu den umfangreichen 
Rasenflächen und weiten Fernblicken auch grol.le geschlossene waldartige Gehölzmassen am 
Platze sein, die sozusagen das Skelett der ganzen Anlage darstellen ; in bewegtem Terrain 
übernehmen diese Rolle die Hügel und Höhenzüge, die. wie früher bemerkt wurde, ent- 
sprechend zu bepflanzen sind. In kleineren .Anlagen fehlt es -natürlich an Raum für groüe 
waldartige Gehölzpartien, hier mul.'i der gewünschte Effekt scheinbar zusammenhängender 
Gehölzmassen durch kulissenartige .Anpfkuizung gröl.ierer und kleinerer Gruppen, die sich 
gegenseitig decken, künstlich erreicht werden. Diese kulissenartige .Aufstellung von Gehölz- 
gruppen dient auch bei Fernsichten zur Erziclung der perspektivischen Wirkung von N'order-, 
A\ittel- und Hintergrund; wie diese Wirkung durch Bepflanzung mit Geholzen verschiedener 
Form und Färbung gesteigert werden kann, wurde oben in einem Beispiele gezeigt. 

Bei jeder Gruppe hängt die landschaftliche Wirkung von zwei Linien in der I-ormbildung 
ab: Vom Grundriü oder der Linie, welche die äul.iere Grenze der Gruppe in der Ebene um- 



Die Laubgehölzu in der UmdsdiaftliclK'ii Anlatje. im Parl<u 



r'^-J^^ 




Abb. 7. Cüstanca salii-a. Edelkastanie, etwa 15: 1 



fallt, und vom Aufril.i oder der Horizontlinie. welche die Kontur der Baumwipfei. sich vom 
Himmel abhebend, beschreibt. Diese wirkt nur dann schön und interessant, wenn sie weder 
gerade noch in langweiliger Wellenform verläuft, sondern durch unregelmäl.lige Erhöhungen 
und X'ertiefungen unterbrochen wird ; eine unregelmäl.iige Horizontlinie erreichen wir durch 
horstweise Pflanzung von Bäumen verschiedener Höhe und von verschieden schnellemWachs- 
tum. Bezüglich des Grundrisses sagt Fürst Pückler. ..dal.i die wahre Schönheitslinie der Außen- 
seite einer Pflanzung in unbestimmtem Überwerfen, kühnen N'orsprüngen und weitem Zurück- 
weichen, hier und da wohl auch in fast geraden, wiewohl immer durch einzeln vorgepflanzte 
Bäume und Sträucher unterbrochenen und dadurch locker erhaltenen Linien bestehen müsse ; 
nie aber in jener idealen Wellenlinie, besser Korkzieher-Form genannt, welche die unnatür- 
lichste von allen ist und jeden Effekt von Licht und Schattenmassen, das groüe Geheimnis 
der Landschaftsmalerei, hindert, auch von vorn gesehen trotz ihrer Windungen dennoch 
immer nur eine scheinbar gerade Linie bilden wird, von der Seite aber ein blol.l widerliches 
.•\uf- und Abwogen ohne allen Charakter darbietet. Scharfe Ecken dagegen tun selten Schaden 
und runden sich auch immer mit der Zeit durch die Vegetation hinlänglich von selbst." 

Was über die landschaftliche Wirkung der Horizontlinie und des Grundrisses gesagt wurde, 
gilt nicht nur für einzelne Gruppen, sondern auch für die Zusammenstellung mehrerer Gruppen 
und Gebüsche mit einzelnen Bäurnen und Sträuchern. die gewissermaljen wie groüe und 
kleine Truppenkörper mit ihren Vorposten im Landschaftsbilde zur Aufstellung gelangen. 

Die Schönheit eines derartigen Gehölzzuges besteht in dem Wechsel der Gruppierung, 
die gröLiere und kleinere Zwischenräume und FJnblicke in das Innere der Pflanzung gewährt. 



Die LaiibgL'hülzf in der landschaftlichen Anlage, im I^arke. 1 5 

die Aussicht bald öffnet, bald schiiciit. Nach allen Seiten können sich die gröl.ieren geschlos- 
senen Kernmassen auflösen in lockere Oruppen und einzeln gestellte, besonders schöne 
Exemplare, wodurch angenehme Abwechslung erzielt wird, die durch geschmackvolle Ver- 
teilung verschieden geformter und gefärbter üehölzegesteigert wird. Diese Wirkungen machen 
sich besonders geltend in der Aussicht auf groüe Landschaftsbilder, sind aber auch von der 
größten Bedeutung für die liinzelbilder. die von den Wegen aus zur Anschauung gelangen. 

Wege an und für sich sind nicht schön anzusehen, sie werden daher möglichst innerhalb 
der Pflanzungen und nicht über freie Rasenflächen geführt, in nächster Nähe der Wege dienen 
also die Gehölze dazu, diese zu verbergen und zu beschatten, ferner auch als Rahmen für 
die Bilder, die in Sichten vom Wege aus gezeigt werden. Hierzu eignen sich Bäume mit 
vollen, breit ausladenden Kronen, die den Vordergrund wirksam beschatten und verdunkeln, 
so dal.) sich der helle Mittelgrund gut abhebt und die Aussicht um so schärfer hervortritt. 
Längs der Wege finden auch die seltenen und besonders schönen Gehölze ihren Platz, und 
zwar in kleinen Gruppen oder in Einzelstellung, welch letzte die freie Entwicklung jeder 
[pflanze zu ihrer größten Vollkommenheit gestattet. Dadurch, daß die Wege den Besucher 
in anregendem Wechsel, bald durch diese, bald durch jene Gehölzpartie führen, die infolge 
des Dominierens einer oder der anderen Baumart besonders charakteristisch wirkt, dadurch, 
daß sie im Wechsel der Terrain- und Bodenverhältnisse dem weiterschreitenden Besucher 
allmählich den Anblick aller Pflanzenschätze des Parkes gewähren, ist die Bepflanzung der 
Wege und ihrer nächsten L'mgebung wichtig und bedarf besonderer Überlegung und Sorgfalt. 

In vorstehenden Ausführungen war so häufig vom Kontrast die Rede, daß ich darüber 
einige Worte bemerken muß. Um Kontraste in der Form zu erzielen, werden wir zur Unter- 
brechung großer Flächen verschieden geformte Bäume einzeln oder in Gruppen anpflanzen, 
z. B. Gruppen von Pyramidenbäumen am Wasser, ebenso in der Nähe von Gebäuden mit 
flachen Dächern und kahlen Wandflächen Bäume mit schlanken geraden Stämmen und mehr 
kegelförmiger Kronenbildung ; zu Gebäuden mit vielfach bewegter Architektur, hohen Türmen 
und spitzen Dächern passen des Gegensatzes wegen wieder besser Laubbäume mit runden 
Kronen; in der Landschaft nützen wir die Wirkungen aus des Gegensatzes von Bäumen 
schwerer und leichter Form, von hohen und niederen, großblättrigen und kleinblättrigen Ge- 
hölzarten. Farbenkontraste können dauernd wirken durch Verwendung verschieden gefärbter 
Gehölze oder auch nur vorübergehend: im ersten Fall kontrastieren verschiedene Gruppen 
durch die Färbung des Laubes oder der Blüten, im zweiten Fall ergibt sich ein Kontrast der 
Wirkung derselben Gehölzpartie im Wechsel der .lahreszeiten. So kontrastiert dauernd eine 
Gruppe von Blutbuchen mit einer solchen von weißen Ölweiden oder Silberpappeln, wäh- 
rend z. B. ein licht gehaltener Kiefernbestand mit Unterpflanzung von Rhododendrenmassen, 
die zur Blütezeit ein heiteres farbenprächtiges Bild gewähren, das übrige ,)ahr hindurch als 
ernste Waldszenerie wirkt, oder ein Wiesental von mit amerikanischen Eichen, mit Buchen 
und Ahorn bewachsenen Hängen eingeschlossen als Landschaftsbild im Sommer Grün in 
Grün sich präsentiert, dagegen im Herbst wie ein Flammenmeer in allen Schattierungen von 
Gelb, Rot, Violett und Braun erglüht. Kontraste dürfen nicht zu oft auftreten und vor allem 
darf der gleiche Kontrast im Park sich nicht wiederholen, weil das langweilig wirkt und ein 
.\rmutszeugnis für die Phantasie des Gartenkünstlers bedeutet. Über die Wahl der geeig- 
neten Gehölzarten für die verschiedenen Pflanzungen wage ich k^ine Grundsätze aufzustellen. 
In großen Gehölzgruppen, den waldartigen Massenpflanzungen, werden gemischte Bestände, 
wie sie ja auch in der Natur sich vorfinden, wo diese sich selbst überlassen blieb, gewiß am 
Platze sein. Welche .'Xrten zusammengepflanzt werden sollen, darüber hat die künstlerische Ab- 
sicht des Gärtners unter Berücksichtigung des Standortes zu entscheiden. (Siehe auch S. 10.) 
Im Interesse der .Abwechslung einer Anzahl Gehölzgruppen, jede nur mit einer Gehölzart 
allein zu bepflanzen, erscheint mir unrichtig und naturunwahr. Auch Fürst Pückler sagt: 
„Nichts ist monotoner und schwerfälliger als eine Gegend, wo man hier bei einem Klumpen 
Fichten, dort einem langen Strich Lärchenbäumen, hier wieder einem Fleck Birken, da einer 
Sammlung von Pappeln oder Eichen vorbeikommt und nach tausend Schritten denselben 
langweiligen Reigen von neuem beginnen sieht. Eine .Ausnahme bilden hainartige .Anpflan- 
zungen, welche nur aus einer oder doch nur aus wenigen verwandten Holzarten bestehen 
sollen. Als Übergang des Parkes in den Wald ist der Hain zur Anlage von Wegen sehr ge- 
eignet, und zwar wegen der angenehmen Ikschattung und Kühle und wegen des Reizes, 
welchen die verschiedenartige Beleuchtung der bald dichter, bald locker stehenden Stämme 



Die Laiihgeliölzc in der laiuischaftliclien Anlage, im l'arke. 




Abb. 8. Hteu an Pappeln kletternd 



und das wechselnde Spiel der dtirch die lockeren Baumkronen hereinfallenden Sonnen- 
strahlen gewährt." 

Im übrigen kann ich zum Schlul.'i nur wiederholen, d a 1.1 k ii n st 1 er i sc h er Blick ti n d 
Geschmack im Verein mit Phantasie, welche die künftige Wirkung einer 
Pflanz ting im voraus empfindet, alle Schulweisheit reichlich ersetzt, 
soweit es sich nicht um die technische und mechanische Seite der Frage handelt, die aller- 
dings tüchtige Kenntnisse und praktische Erfahrungen vom Gärtner verlangt. Hält man fest, 
dal.) Abwechslung in den Landschaftsbildern und darum auch Abwechslung in der Bepflan- 
zung wünschenswert erscheint, dal.i aber in jeder Qehölzpartie. wenn sie den lokalen \'er- 
hältnissen entsprechend gepflanzt wird, die gerade an diesem Standort tind in dieser Szenerie 
am natürlichsten und darum am schönsten passende Gehölzart in der Pflanzung dominieren 
muß. so wird die richtige Wahl und Mischung der richtigen Gehölzarten für die verschie- 
denen Zwecken dienenden Pflanzungen sich von selbst ergeben. Das Dominieren einer Holz- 
art in einer bestimmten Szenerie dient auch dazu, diese zu charakterisieren, z.B. kann längs 
eines abwechselnd durch offenes Wiesenland oder geschlossene Waldschluchten fließenden 
Baches in der Uferbepflanzung abwechselnd die Weide, die Erle oder die Ulme dominieren, 
um jeder Strecke des Bachlaufes einen besonderen Charakter zu geben. 

Endlich sei daran erinnert, daß. im Gegensatz zum Maler oder Bildhauer, der nach \'oll- 
endung seines Werkes diesen Eiiolg seines künstlerischen Wirkens als eine abgeschlossene 
und erledigte Sache betrachten kann, der Gartenkünstler die fertiggestellte landschaftliche 
.Anlage niemals als vollendet und erledigt ansehen darf! Viele .lahrzehnte hindurch \'erlangt 
der Park die größte Aufmerksamkeit und Sorgfalt und beständige Korrekturen mit Axt imd 
Spaten. Im Laufe der .lahre wachsen die Bäume hoch empor und weit hinaus über klein- 
liche Schönheitsregeln und engherzige Pläne; darum soll der Schöpfer eines Landschafts- 
gartens auch weiter denken, weit über die nächste Zuktinft hinaus, und Vorsorge dafür treffen, 
dal.i. wenn er selbst vorzeitig abberufen würde, ein anderer seine künstlerischen .Absichten 
atisztiführen in der Lage sei. 




Ilcrlislszcricnc aus dem Branitzer Parke. 




Hauptblick in den RraniUcr Park aus dem Arbeitszimmer des Fürsten l'ticklc 



DIK LAUBGEHÖLZE 
IN DER ARCHITEKTONISCHEN ANLAGE, IM GAR1 

Vom C ;i III i 1 1 o S c li n c i d e r. 



EN. 



Welche Rolle'die Gehölze in einer architektonischen üartenanlaj^e spielen, dessen werden 
wir uns sofort bewußt, wenn wir an einen alten Garten im französischen Stil denken. So 
sehr auch hier architektonische Hauptstücke ausschlaggebend sind, so bilden doch Gehölze 
gerade die entscheidenden Züge einer Anlage im Stile Lenötres. Und zwar sind es Laub- 
gehölze, aus denen zumeist die Mauerhecken gebildet werden, wie etwa Hainbuche. Feld- 
ahorn, Winterlinde oder ähnliche, die das [beschneiden so ausgezeichnet vertragen. Auch 
in den noch älteren Renaissancegärten Italiens sind Gehölze tonangebend, und neben den 
Zypressen finden sich eine ganze Reihe immergrüner Laubgehölze wie Lorbeer, Myrte, Orange, 
Qiiercus Hex und wie sie alle heil.len, die sich mit ihren strengen Farmen so prächtig in den 
Rahmen der steinernen Architektur eingliedern. 

Für unser Klima sind allerdings die südlichen Schöpfungen in ihrer vollen Groüartigkeit 
iinnachahmbar, immerhin aber haben auch wir jetzt Pflanzstoff, mit dem wir ähnliche Wir- 
kungen iiervorrufen können. Stehen doch auch uns immergrüne Laubgehölze zur Verfügung. 
die wir leider bisher in ihrer Brauchbarkeit recht unterschätzt und meist für viel empfindlicher 
gehalten haben, als sie in der Tat sind. Der Buchsbaum ist altbekannt und geschätzt, wird 
aber in seinen unbeschnittenen Verwendungsmöglichkeiten noch längst nicht voll zur Gel- 
tung gebracht. Die winterharten Rhododendren fangen endlich an. nach Gebühr gewürdigt 
zu werden. Auch der Kirschlorbeer, insbesondere derSchipkalorbeer, ist eine unverwüstliche 
Pflanze, und ebenso Pyracantliacoccinea. der Feuerdorn, Der//p.v kommt vor allem, aber nicht 
nur. für Seeklima in Betracht. Die .Wahonie kennt ein jeder. Vom japanischen Evonyniiis sind 
manche Formen ganz hart, und die .Aucube ist an geschützten Stellen \-iel brauchbarer, als 




Die Laiihst'hölzL' in der arcliitekloiiischcn Anlage, im (jartcn. 



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Abb. 10. Begrünter Lanbengang m der Kaiserpfalz ui (jelTiliauSeii. iIihü. A. Mlc.g.ui.i 

man allgemein annimmt. \'ortrefflich ist Phillyrea decorci. Daphniphyllum glaiicescens. ver- 
schiedene Elaeagnus (E. piingens) und Kalmien dürfen wir nicht vergessen. Sehr wertvolle 
immergrüne Neuheiten, wie Vihiirnum rhytidophyllum. V. utile, Stranvaesici undiilata. Berbe- 
rls acuminata, B.Jiilianae, B. verrucosa, Cotoneaster foveolata, C. Damnieri, C. salicifolia. 
Ligustrum Henryi, L. Delavayanitm, Lonicera pileata, L. nitida, Rosa Wic/iiiraiana, Sarco- 
cocca saligna und viele andere brachte uns China (siehe Liste XXI). 




Abb. 11. Architektonische Gartenszenerie 



Die l.aiihgL'liöl/.c in der arcliilcktoiiisclicn Anlage, im (i 



I') 



Was aber für die rauheren Gebiete Mitteleuropas noch wichtiger ist, wir besitzen eine 
ganze Anzahl wintergrüner üehöize. die dort, wo die meisten Immergrünen versagen, 
an ihre Stelle treten können, z. B. IJgiistnim ovalijoliiini. (Jiwrais I'sciidoliirneri, Q. Ain- 
brozvuna, manche Cotoneaster, Loniceren, Riibiin, Rosen usw. (siehe Liste XXII der Winter- 
grünen). 

Aus allen diesen Formen läßt sich unschwer in nicht allzu ungünstiger Lage ein immer- 
grüner Garten schaffen, doch kennen leider unsere Gartengestalter die Pflanzen viel zu we- 
nig oder scheuen sich, mit als nicht ganz hart und robust geltenden Formen Versuche zu 




Abh, 



zur Bliitezeit, eine Laube überkleidend. 



machen. Einen N'ersuch im ganz Großen, in landschaftlicher Gestaltung, führt seit .lahren 
Graf Istvän Ambrozy-^\igazzi in iMalonya durch, und ich verweise ausdrücklich auf des- 
sen ausgezeichnete Darlegungen im Abschnitt 1\'. Hier wird wirklich ein ganz eigenartiger Wet; 
der Gartengestaltung eingeschlagen, der außerordentlich lehrreich für die Zukunft sein muß. 
In dieser Auflage unseres Buches können wir schon zahlreichere .Wotive aus Malonya zeigen ■' i. 



Es ist hier nicht meine Aufgabe, über architektonische Gartengestahung zu schreiben, ich 
muß mich vielmehr darauf beschränken, den Werkstoff zu schildern, den wir im regelmä- 
ßigen Garten verwenden können, soweit er aus Laubgehölzen besteht. Über Stauden habe 
ich im ersten Handbuch gesprochen und über Nadelhölzer wird im dritten Handbuch be- 
richtet. 

Im kleinen Garten — und die architektonische Anlage beschränkt sich heute fast nur auf 
ziemlich eng begrenzte Flächen werden wir die Gehölze nach wesentlich anderen Ge- 
sichtspunkten bewerten als im Parke. Hier treten sie im natürlichen X'erband auf und be- 
herrschen das Ganze, bauen das Bild auf, im Garten, wie ich schlechtweg die architekto- 
nische oder regelmäßige .Anlage nennen will, gliedern sie sich einem Gesamtwerke ein, 
dessen Brennpunkt meist ein Gebäude oder ein rein architektonisches Hauptstück ist. Die 



20 



Die Lauligc'liöl/A' in der architoktonisclicn Anlage, im üarlen. 



Pflanzen werden hier völlig aus ihrem natürlichen Zusammenhange gerissen und als einzehie 
Bausteine verwendet. Allerdings heute nicht mehr ganz in dem Sinne, wie zur Zeit des Son- 
nenkönigs, wo sie gleichsam wie toter Werkstoff umgeformt wurden und der Künstler auf 

ihre eigenen W'esenszüge wenig 
oder gar keine Rücksicht nahm. So 
gewaltsam gehen wir heute nur noch 
selten und nur in ganz bestimmten 
Fällen vor. wenn es möglich ist. 
durch bestimmt geformte Pflanzen 
eine künstlerische Wirkung zu er- 
reichen, ohne dadurch aus der Pflanze 
ein Zerrbild ihrer Natürlichkeit zu 
machen. Wir schätzen die Higen- 
hciten der Pflanze, ihre sich klar 
ausprägenden Züge . und suchen 
durch diese zu wirken. 

So eignen sich denn in erster 
Reihe für den Garten solche Gehölze, 
die durch ihre Wuchsartsich als fest 
umrissene Formen darstellen; man 
denke an die Pyramidenform der 
■Jche oder Ulme, an Traueresche. 
Kugelahorn. Schirmrobinie und ähn- 
liches. I-erner sind ohne weiters 
irauchbar alle Gehölze, die durch 
leichten Schnitt sich formen lassen, 
wie Liguster. iWal.lholder. japanische 
Quitte. Weil.idorn oder Kornelkir- 
sche. Schließlich die Schlingpflan- 
zen, wie etwa Waldrebe, .lelänger- 
jelieber. Bignonie und die Kletter- 
pflanzen, wie Efeu, wilder Wein, 
Evonynius radicans u. dgl. 

Auch die immergrünen Laubge- 
hölze, auf die ich oben schon hin- 
wies, sind im Garten gewöhnlich 
ohne weiteres zu verwenden. 

Allerdings müssen wir unter- 
scheiden zwischen gröl.ieren Gärten 
bei \'illen und Landhäusern, den 

ALL ,- / .1^//' regelmäl.iigen Anlagen in der Umge- 

Mii-i ur.KiHiRr ) bung von Schlössern und zwischen 

den sogenannten Hausgärten im 
engeren Sinne, insbesondere den Vorgärten. In beengten Gärten, die vielleicht noch stark 
beschattet sind, lallt sich sehr oft nur wenig tun. Man wird dann genügsame Pflanzen wählen, 
wie Buchsbaum. Liguster. Haselnul.i und zur Bodenbegrünung Efeu. Singrün und ähnliches, 
außerdem aber vorzüglich mit Stauden arbeiten. 

Im allgemeinen müssen wir bei der Betrachtung der geeigneten Gehölze diese nach ihrer 
QröiJe und Wuchsform einteilen. Wir unterscheiden also B ä u m e . G r o ü s t r ä u c h e r . K I e i n- 
sträucher und Schlinggewächse. Aus diesen Gruppen will ich im folgenden kurz das 
kennzeichnen, was in erster Linie für uns von Wert ist. Als wichtige Ergänzungen meiner 
kurzen Worte sollen nicht nur die Angaben im besonderen Teile, sondern vor allem die am 
Schlul.) des Buches gegebenen, von mir hier angemerkten Listen dienen. 

Ganz allgemein mul.i gelten, daü ein X'ielerlei in der Gehölzpflanzung stets zu ver- 
meiden ist. Die Hauptlinien im Garten, die durch Gehölze gekennzeichnet werden sollen, 
müssen aus einheitlichem Pflanzstoff erbaut werden. Hierzu braucht man aber nicht die aller- 




Die LaubgL'hül; 



der arcliitcktonischen AiilaKc, im Garte 



gewöhnlichsten I-ormen zu wählen, sondern kann bereits die Räume im Oarten durch erle- 
senere Sachen in ihren Grundzügen festlegen. Auch von den gewöhnlichen Decksträuchern, 
wie Pfeifenstrauch. Loniceren. Haseln. Liguster. Weil.idorn. Berberitzen, l-^lieder usw. besitzen 
wir heute stark verbesserte Kulturformen ; es ist für die Wirkung nicht gleichgültig, ob wir 
uns mit dem gewöhnlichen Pfeifenstrauch begnügen oder Formen wie l'hiladelphiix insi^nis, 
maxiiniis u. a. nehmen, um nur ein Beispiel anzuführen. Gerade auch in l'nterholz besitzen 
wir treffliche neuere Sachen und brauchen nicht nur die Glanzpunkte des Gartenbildes mit 
dem besten zu schmücken. Freilich kann ein geschickter Gartengestalter auch mit den ein- 




ielblütige Zwergmispel, 



fachsten Mitteln Gutes erzielen, aber erst das rechte Vertrautsein mit seinem Werkstoff er- 
möglicht die höchste Steigerung im ästhetisch -künstlerischen Sinne. Da der beschränkte 
Raum ein Eingehen auf diese wichtigen Grundsätze für die Gartengestaltung hier verbietet, 
so verweise ich ausdrücklich auf die Zeitschrift ..Die Gartenschönheit", worin auch der 
üehölz-Werkstoif des Gartens und seine X'erwendung im Garten von immer neuen Gesichts- 
punkten aus besprochen und veranschaulicht wird. 

B .:^ U ^\ F 

werden wir im kleinen Garten oft gar nicht oder nur mit Vorsicht verwenden, aber richtig 
gewählt und angebracht, können wir mit einem einzigen Baum nicht selten eine vollendete 
Wirkung erzielen. So finden wir zuweilen auf dem Lande in Pfarr- oder Bauerngärten Trauer- 
eschen, die mit ihrem herabhängenden Geäst eine natürliche Laube bilden. Auch Hänge- 
buchen sind dazu geeignet. Wer einen sehr dicht beschatteten Platz haben will im Sommer, 
der wähle eine Rol.lkastanie. oder im kleineren Raum ihre rotblühende Schwester. Aesculus 
caniea. Linden sind ebenfalls zur Beschattung von Sitzplätzen sehr belicht. .Auch alte Obst- 
bäume. Birnen wie .Apfel, können sehr malerisch sein. Dann weise ich hin auf Zieräpfel 
(Abb. 3U9 bis .3141 und Zierkirschen. Magnolien (.Abb. .302 bis 3()hi und ähnliches. .Alte 
Quitten (.Abb. 182) und Mispeln wie auch der Holunder können zu den Bäumen gezählt 
werden. Für sehr groüe Ziergärten seien als gute Bäume für Hinzclstellung empfohlen ■ 
Catalpa (Abb. 16); Castanca (Abb. 7); Ccnidiphyllum (Abb. 14.3). Cladrastis (Abb. l.iS); 
Qleditsia: üymnodadus : Ju<rlans (Abb. 41); Liriodcndron (Abb. 42); Wagnolia aaiminata 
(Abb. 31); Paulownia (Abb. .334); Platanus. Populus (Abb. 3); Quercus borealis (Q. rubra), 
cflccinca u.a.: Rohinia Pseudocncu/a und luxurians ( Abb, 4 17); Salix alba viriil/na und blanda: 



11 



Die Laiibgehöl, 



der architektonischen Aiilu 



Sorbiis tonninalis (Abb. 455»; Sorbopyriis (Abb. 453); Vliniis und Zelkova (Abb. 4')Q). Für 
kleinere Gärten kämen als Bäume, die keinen allzu grolkn Umfangerreichen, in Betracht 
solche wie: Acer carpinifoUum, A. tüko'cnse: Amygdalus perska „Clara A\eyer'': Carpiniiscaro- 
liniana; Cercis (Abb. 144); Cliionaritlius (Abb. 150); Corniis florida (Abb. 173); Elacagniis 
angtistifolia (Abb. (>) ; Fraxiniis longiaispis ; Koelreuteria; Monis; Prunus Fontancsianu (Abb. 
359) ; P. Padus, P. cerasifera \'ar. Pissardii (Abb. 362) ; Quercus Pseudoturncri (Abb. 11); Ro- 
binia hispida; Sorhus aria var. majestica; Syringajaponica und pekincnsis (Abb. 3') und 47 1 1; 
Tamarix (Abb. 472); Ulnius puntda und Xantboceras (Abb. 4«(i). 




Abb. 15. Cleriiu 



ntaiHi. Berg-Waldrebe, 2,5 in, in Kew . 



Sehr reich ist die Zahl der 

(iROSSSTRAUCHER. 

Ich verweise hier auf die Liste X.W'll a und nenne nur kurz unter .Anführung der .Abbil- 
dung nachstehende .Arten, deren Bilder dem Leser besser als \'iele Worte einen rechten Be- 
griff von der lirauchbarkeit der Art in bestimmten Fällen vermitteln : Ainclanchicr (Abb. 2()) ; 
Asimina (Abb. loOi; Buddlcia (\hh. 122); Cotoncastcr midtiflora (.\hh. 14); Exociwrda 
grandißora (Abb. W^rw Halcsia (Abb. 240); tiydrangea (Abb. 29); Lindera (Abb. 285); 
Lonkera (Abb. 294); Parrotia (Abb. 331); Phdadelphus (Abb. 341); Prunus (Abb. 355 und 
3()4); Rhus Cotinus (Abb. 408); Sassafras (Abb. 442); Viburnum (Abb. 485 und 40). 

Im allgemeinen hüte man sich, wie bereits oben betont würde, zu viel und zu verschie- 
dene Arten durcheinander zu pflanzen. Deckpflanzungen wirken am besten, wenn sie mög- 
lichst einheitlich sind, und wenn sich ihnen dann hübsche Einzel- und Gruppensträucher 
voriagern. die die Eintönigkeit der Massen unterbrechen und beleben. Zu Vorpflanzungen 
und Gruppen, wie zu Rabatten blühender oder sonst zierender Gehölze verwenden wir in 
erster Linie die 



Die Laiibgehül; 



L-hitcktonisclicn Anlage, im (iarten. 



23 



KLEIN STRÄ LI CHBR. 
Ihre Zahl ist Legion. Sie ordnen sich je nach ihrer Tracht in iWittelsträucher (Liste XXX'ii b), 
Kleinsträucher (Liste XXVIlc) und Zwergsträucher (Liste XXVIld); nach ihren Ziereigen- 
schaften in schönblühende (Liste XVI), durch zierende Früchte (Liste XVll) wirkende und 
schön belaubte (Liste XVIII). Zuweilen besitzt ein Strauch alle diese Eigenschaften, wie etwa 
\iele Pomaceen aus den Gattungen Aronia, Cotorieaster, Crataegus, Photinia und Sorbits. 
ebenso verschiedene Vilmrniim u. a. Besondere Gruppen bilden die Moorbeetpflanzen (Ab- 
schnitt VIII), die im Garten eine große Rolle spielen, wie z. B. Azaleen und Rhododendren. 




Abb. 16. Cutulpu hi!4 
(WiLii, Rat(iauspar(i |aus 



Wichtig sind die Schattengehölze (Liste XIV d) und solche, die durch Holzfarbung 
sich auszeichnen (Liste XI.Xl. Dann beachte man vor allem die Blütezeit und Blütefarbe. (Ta- 
bellen XV und XVI). 

Wir verfügen, wie gesagt, über eine ungeheure Anzahl von wertvollen Formen, und im 
X'erein mit Stauden läiJt sich jeder Garten mit größter Leichtigkeit hübsch ausstatten, wenn 
der Gestalter seinen Werkstoff kennt. .Auch hier sollten wir von den Engländern lernen. Un- 
sere meisten Gärten sind geradezu armselig zu nennen, gegenüber englischen, in denen deut- 
lich die Liebe und Erfahrung des Besitzers wie des Gärtners zu uns spricht. Dabei dürfen 
wir das englische Klima nicht gar zu sehr überschätzen, denn auch dieses hat seine großen 
.Xachteile, gerade bei Laubgehölzen. \'iele .Arten aus dem nordamerikanischen und ostasi- 
atischen Kontinentalklima gedeihen bei uns viel besser, weil hier das Holz gut ausreift, was 
i(n feuchteren englischen Klima nicht der Fall ist. 

Ich will auch bei den Kleinsträuchern wieder einige Abbildungen für mich sprechen lassen, 
wie z. B.: Andromeda (.Abb. 45); Bcrhcris (Abb. 1 12); Calycanthiis (.Abb. 127); Caragana 
\. Abb. ,S,t); Clethra (Abb. 164); Cotoncaster (Abb. 17 7); CiY««s ( Abb. 1 So) ; üaphne (Abb. 187); 
Diervilla (Abb. 200);£/-/ra (Abb.4')); Genistaykhh.l?,'-)): 'Hedysariim (Abb.2,S2);//i'.v(Abb.2h3); 
Kalmia (Abb. 27.S) ; Paeoiüa (Abb. .^2')); Pyracantha (.\hh. .Ü.S) ; Rhamiws (Abb. 38S) ; Rliodo- 
r/(7;f//w;(Abb.4^).S);/?(^5ff(Abb.426);/?///wi(Abb.4.Vn;^>//v/f(/(Abb.4.^'));^r/<T/>//HW/(.Abb,4 7 7l. 



2 4 Immer- und wintergriiiie Laiibgeliölzc. 

Sehr wichtig ist für den Garten das im besonderen Teil über Bambiisen. Rhododendren 
und Rosa Gesagte. Diese Gattung weist uns hin auf die 

SCHLINGSTRÄUCHER. 

Auch hier genügt es eigentlich, wenn ich die Liste XXIV für mich sprechen lasse. Ich 
will jedoch die Abbildungen vom wilden Wein (Abb. 3.33 ), den begrünten Laubengang i. Ab. Idi, 
die farbige Tafel X mit Clematis und die farbige Tafel XVI mit der von blühenden W'istarien 
übersponnenen Laube noch hervorheben, um im Leser Erinnerungen an viele schöne Gar- 
tenbilder zu wecken, deren malerische F^eize vor allem durch Schling- und Kletterpflanzen 
hervorgerufen wurden. 

Zum Schlüsse meiner flüchtigen Andeutungen, in denen ich mich auf weitere Einzelheiten 
nicht einlassen kann, möchte ich nochmals ausdrücklich betonen, dal.) im regelmäl.iigen 
Garten nicht die Vielheit der Gehölze, sondern die richtige Auswahl und gute Pflege der 
einzelnen Pflanzen für die Wirkung von Belang ist. Zu den Laubgehölzen treten mit Vorteil 
noch Nadelhölzer und vor allem Stauden. In der geschickten Zusammenstellung dieser drei 
Bausteinarten, wenn ich so sagen darf, muß der Schwerpunkt der Tätigkeit des Gartcn- 
gestalters liegen. GrundriLi und architektonische Momente (Haus. Treppen. Wasserbecken. 
Skulpturen usw.i geben die Richtlinien, innerhalb derer der Ausbau durch den Werkstoff 
der Pflanzen sich vollzieht. 

Eine einzige gesunde, willig gedeihende Pflanze wirkt zumeist viel besser als eine Gruppe. 
Aber auch bei Gruppcnpflanzung ist Einheitlichkeit immer ratsamer als bunte Zusammen- 
setzung: der grollte l'clilcr der Laubholzgruppen unserer allermeisten Gärten. Beim Zusam- 
menpflanzen von verschiedenen Laubgehölzen sei man vorsichtig. Gewil.i wirkt ein Neben- 
einander von Goldregen und Flieder, wie die auf der Farbentafel XI dargestellte Szenerie 
zeigt, recht gut. Ja häufig steigert sich die eine Form durch ein Gegenstück in ihrer Schönheit. 
Doch eben nur bei richtiger vorsichtiger .Auswahl und bei wohlabgewogener Zusammen- 
stellung von nur zwei oder wenigen Farbentönen. So. um nur einige kurze Hinweise zu 
geben : rote Ribes üordonianiim neben weißen Spiraeen. gelbe Forsythien unter rosa.Wandeln, 
usw. Wer die Blütezeit- und Farbenlisten Nr. X\' und XVI vergleicht, kann viele Zusammen- 
stellungen ohne weiteres ablesen. Die Wahl der Farbentöne bestimmt der persönliche Ge- 
schmack. .Alle Regeln hierüber sind ziemlich zwecklos, am besten lehrt es uns die Natur, 
wenn wir beachten, was gleichzeitig auf gleichem Räume erblüht. 

1\'. 

IMMER- UND WINTERGRÜNE LAUBGEHÖLZE. 

Von 1 s t V ä n Graf Ambruzy-Migazzi. 

iWeine Kenntnisse und Erfahrungen scheinen mir noch zu lückenhaft, um andere zu be- 
lehren. Wenn ich zagend doch zur Feder greife, so tue ich es aus Freundschaft und Sym- 
pathie für die in diesem Buche zum .Ausdruck kommenden Bestrebungen. 

Für Menschen, nicht für Gärtner sind die Gärten da. Die Pflanzen darin sind uns nur 
.Mittel zum Zweck. Wertvoll ist also eine .Art, die etwas anderes oder mehr leistet wie die 
übrigen. Je größer das Bedürfnis, dem sie entspricht, die Lakune. die wir durch sie aus- 
füllen können, desto wertvoller ist sie. Es können Pflanzen von botanischem Interesse sein, 
einen kulturellen Fortschritt bedeuten, unter Umständen zu Züchtungszwecken einen Han- 
delswert repräsentieren, auch mag es für uns Gärtner symptomatisch erfreulich sein, einen 
Exoten, wenn auch krüppelhaft, durch den Winter zu bringen, das alles gehört samt Sorti- 
menten und Sammlungen in die interne Werkstatt des Gärtners. 

Wertvoll für den Garten ist uns diejenige Pflanze, die. richtig verwendet, jedem ver- 
nünftigen, wenn auch gärtnerisch ungebildeten Menschen gefallen kann oder dienlich ist. 

Besieht man sich die Listen der Kataloge und das übliche A\aterial der kontinentalen 
Gärten, so wird man ftnden. dal.) sie das Kriterium dieses .Wal.istabes nicht bestehen. Die 
Resultate stehen nicht im \'erhältnis zu den Möglichkeiten, die eine zweckdienliche Ver- 
wendung der uns heute zur Verfügung stehenden Mittel gestatten würde. 

Die schöne .lahreszeit noch schöner machen sollen Hunderte von Neuheiten, die. alljährlich 
auf den A^arkt geworfen, in den Katalogen gepriesen und auch gekauft werden, während 



und uintcrgriiiR' Laubnuliölz 



die treuen F-reunde der schlechten Zeiten, die im Winter grünen, fruchten, blühen, die wohl 
geeignet sind, das ganze Landschaftsbild zu verändern, nicht zur Geltung kommen können. 

in höheren Breiten und Gebirgslagen, wo allwinterlich monatelang tiefer Schnee liegt, 
da wird er selbst zum Quell einer eigenen reichen Poesie, die wir aber in den meisten Gärten 
und Städten Mitteleuropas in der Regel nur kurze Zeit genielien können. Es bleibt uns ein 
langweiliger, langer bleierner Winterschlaf. Traurig nehmen wir im Herbst Abschied von 
unseren Gärten. Ein halbes .lahr sind sie ausgeschaltet und leisten nichts. Kahl stehen die 
Bäume da und nackt, oder starr und düster, wo Koniferen vorherrschen, das Sinnbild des 
Todes. Hie und da ein Strohwisch: 
vermummte Popanze; Erdgräber. 
Laubhügel und Misthaufen: der 
Zierat unserer winterlichen Pleasure 
grounds. 

In Englands Gärten gibt es gar 
keine tote .lahreszeit. Dort lebt und 
grünt jahraus, jahrein eine subtro- 
pische Welt mit ihren immergrünen 
Laubgehölzen. 

Warum haben wir das nicht? 

„Weil" — so lautet die salbungs- 
volle Belehrung — ..diese wohl im 
ozeanischen Klima Englands ge- 
deihen, unsere kontinentalen Winter 
aber nicht vertragen." 

Nein! Hundertmal nein! Nicht 
das Klima, wir selbst sind daran 
schuld, das X'orurteil. das uns in 
seinem Banne hält. 

Ich arbeite seit fast dreil.lig .lahren 
in Oberungarn in Malonya. das 
strengere Winter, mehr und stärkere 
Spät- und Frühfröste hat als Wien. 
Fast alle älteren Bäume zeigen Frost- 
sprünge. Der Boden ist ein magerer, 
lichter, undurchlässiger, schiechter, 
schwerer Tonboden, der im Sommer 
rissig wird. Die Lage sehr exponiert 
und stürmisch. Hier kultiviere ich 
zwischen (lOO und 700 .Arten und 
Formen immergrüner Laubgehölze 
ungedeckt. 

Das sind die Tatsachen, die ich dem auf Ignoranz beruhenden, durch Indolenz erhaltenen 
Vorurteil gegenüberstelle. Diesem nun auch aktenmäl.lig an den Leib zu rücken, den Bann 
zu brechen, mit diesem den Fortschritt hemmenden L'nsinn womöglich ein für allemal auf- 
zuräumen und den Kobold aus der Welt zu schaffen, ist der einzige Zweck dieses Kapitels. 

Die Entstehung des Vorurteiles reicht weit zurück in eine Zeit, da meteorologische Beob- 
achtungen. Pflanzenphysiologie oder gar die ökologische Pflanzengeographie noch sehr im 
argen lagen. Men.schen. die das Klima Englands so wenig kannten wie das heimische und 
von den Lebensbedingungen der Pflanzen nicht mehr verstanden, mal.lten sich an. ihnen un- 
bekannte Objekte zu vergleichen, und zogen aus falschen Prämissen selbst logisch unhalt- 
bare Schlüsse. 

Tatsächlich bestehende klimatische rnterschiedc wurden und werden in der Gärtnerwelt 
je nach Bedarf übertrieben oder ignoriert. So entstanden in trocken-heil.len Lagen weite 
Rasenflächen, nicht lebensfähige Koniferenpflanzungen und dem vollen Sonnenbrand ex- 
ponierte freistehende Schlösser, eine sinnwidrige Nachäffung der für unser Klima wirklich 
nicht passenden englischen Schablone, während man bei den immergrünen Lauhhölzern 




Abb. IV, Im Vordergrund links: Schipka-Kirschlorbeer, 2,8 m. 

rccbts : EvonymiL^japfliticu. 2,5 m. im Hintergrund an der Mauer: 

E\'on\'nius radiiar/s Canii'rci. 4 m. 



26 



IniiiKT- iukI uinternrüiK' Laubgchölze. 



ins andere Extrem verfiel und das Kind mit dem Bad ausgol.i. Ja. weil in England mehr 
immergrüne Arten gedeihen, sind wir noch nicht berechtigt, zu behaupten, dal.) sie bei uns 
liberhaupt nicht fortkommen. 

Weil das Klima Englands milder ist. ist Mitteleuropa noch kein Sibirien. .Auch in England 
sind die subtropischen Gärten nicht von selbst gewachsen. Sie sind die Frucht der schwär- 
merischen Liebe zur Natur und jener zähen Ausdauer, mit der der Engländer nach langem 
mühseligen Ringen sich enorme praktische Kenntnisse erworben hat und schließlich auch 
zum Ziel gelangt ist. 

.Am Kontinent fand man schon nach den ersten mil.Uungenen Versuchen in kontinentalem 
Klima die gewünschte bequeme und plausible .Ausrede, die ja wirklich allen .Anforderungen 
entspricht, die man an eine solche stellen kann. Sie schreibt die eigene Schuld und des 




andern X'erdienst dem Schicksal zu. Man hat die schöne Rolle und ist gegen weitere In- 
sinuationen gesichert. Der Gärtner kann beim bequemen alten Schlendrian bleiben, der 
Parkbesitzer auch weiter den Pfau spielen mit den schadhaft gewordenen Federn des Grol.'i- 
vaters. Er kann stolz bleiben auf einen Park, dessen er sich eigentlich schämen mül.ite. 
.la. das Sicherheitsventil „Klima" pal.lt auch auf unvorhergesehene Fälle und tritt auch heute 
noch überall augenblicklich in Funktion, so oft sich jemand unterfängt, etwas Immergrünes 
im Freien zu überwintern. So war es mit Dresden gelegentlich der Rhododendren, so ist 
es heute mit Malonya auch. Am Anfang lächelt man. dann wird von Winter zu Winter gehofft, 
und wenn die Pflanzen doch nicht erfrieren wollen, ja zum grimmen .Arger edler Rivalen 
immer schöner werden, dann heil.lt es eben: .la das ist eine exzeptionell günstige klimatische 
Insel, immer wieder dieselbe .Ausrede. Im kleinen wie im grol.ien. 

Wie die insulare Lage Englands bei Schiffahrt und Industrie wohl fördernd gewirkt hat. 
ohne ein ewiges Monopol zu ermöglichen, so ist sie auch keine conditio sine qua non der 
immergrünen Gärten, und haben wir heute dennoch keine, so ist der springende Punkt, der 
wahre Grund nicht das Klima, auch nicht die Pflanze, sondern der Mensch. 

Den Engländer hat uns England voraus! 



iiiicr- imU \\iiitL'ri;rüiK' I.aubgehölze. 



27 



Das Fehlen der immergrünen Anlagen ist weiter nichts als der Gradmesser jener kultu- 
rellen Inferiorität, in der wir uns England gegenüber, wie auf vielen anderen Gebieten, so auch 
in der Freilandgärtnerei, befinden. Befreit vom Vorurteil, das auf Wissenschaft und Praxis 
gelastet, und unterstützt durch die bedeutenden Errungenschaften der Neuzeit, werden aber 
auch wir hier durch reelle Arbeit die bisher unausgenützten Möglichkeiten utilisieren und 
zum Ziele gelangen. 

Freilich am ganzen Repertoir der Insel Wight und Cornwalls werden wir uns auch dann 
so wenig erfreuen wie an den saftgrünen Rasen Irlands, es bleibt uns aber innerhalb des 
Möglichen auch nach strengster 

Sichtung des Pflanzenmaterials viel. '[9S 

viel mehr zur Verfügung, als wir j!\^^ 

brauchen, um unsere Gärten und 
Städte auch im Winter zu beleben. 

Woher rekrutiert sich diese grol.le 
Zahl. 

Beginnen wir mit jenen, die an- 
erkannt immergrün und winterhart 
sind, wie Mahonien. Nun die mage- 
ren, hungrigen Exemplare, denen 
man überall begegnet, die man ins- 
geheim auch noch zu Kranzzwecken 
plündert, können in ihrer Ruppig- 
keit schwerlich jemand begeistern ; 
nimmt man sich aber die Mühe. 
— ich gestehe, die Baumschulen 
machen einem das nicht leicht — 
alles, was es in Europa an längst- 
eingeführten harten Arten und For- 
men dieser Gattung gibt, zu be- 
schaffen, zusammenzupflanzen und 
anständig zu ernähren, so wird sich 
auch ein Engländer wundern über 
die X'ielgestaltigkeit dieser in GröBe. 
Form. Frucht. Farbe und -Ausdruck 
so variabeln Gattung. 

Kaum mehr als Lebewesen er- 
scheinen uns die in Formen ge- 
schnittenen Biixiis und ihre stereo- 
typen Begleiter, die zum Teppich- 
ornament verdammten Izvonymiis 
japoniciis radicans. die allesamt den 

„Herren" Hunden mehr Zerstreuung bieten als ihren Gebietern. .Aber auch der Buchsbaum 
kann in unseren Breiten Tüchtiges leisten, wenn man ihn nur wachsen läl.it. Man erlaube dies 
doch auch den rankenden Evonymus. Noch in Boston, wo unser Efeu nicht mehr durch den 
Winter kommt, überzieht er Mauern, bei uns wuchert er. Auch von ihm gibt es habituell sehr 
verschiedene Formen. .Als Teppichpflanze leidet er oft. an .Wauern. Bäumen nie. 

Beträchtlich ist auch die Zahl der Biixiis-V ovmtn. die vom starren Typus abweichen, so 
daß der Laie manche graziöse, locker gebaute Form in ihrem frischen Gewände gar nicht zu 
agnoszieren vermag, noch mehr gilt dies bei llcx aquifoliiun. Ein wahrer Mimicri-A\eister. 
dessen Formen- und Farbenreichtum in Wuchs. Blatt und Beeren fast alles bietet, was das 
Herz eines Gärtners begehrt, und wem auch das noch nicht genügt, dem werden die poly- 
morphen .Amerikaner und lichtgrünen .Asiaten die fehlenden Nuancen ersetzen. Ganze Gärten 
könnte man aus dieser einen Gattung bilden, die uns zu einer anderen Gruppe hinüberführt. 
Diese gehören zum alten Bestände unserer Glashäuser, werden da und dort seit langem auch 
im Freien kultiviert, nur ist ihre Winterhärte nicht ins .Allgemeinbewul.ltsein gedrungen, wie 
.Aukuben. Osnmnthu^. Skimmia. Elacaamis, l'liillvrcd und. nebst vielen anderen. Kirsch- 




.'.bljittriger Kirscl 
Bertini. 3 in. i 



Ulms l.iiiiroci 



28 



LT- und wintL'r.nrüiK- l.aiibgehölze. 



lorbeer mit Prunus lusitanica. die alle zu meinem Massenmaterial gehören, und hier und 
überall, wo ich deren Pflanzung inspirierte, prächtig gedeihen. \'on Hvonyinus japonica fand 
ich dort, wo gärtnerische Kenntnisse zum Glück nicht hingelangten, auf Friedhöfen und in 
Höfen kleinbürgerlicher Häuser in verschiedenen Städten Ungarns viele Prachtexemplare. 
In der .lugend gegen Insolation etwas empfindlich, gedeihen sie aber zumindest an _oderJn 
der Nähe von Ciebäuden in fast allen I-ormen vorzüglich. . - ' 

Die bisher behandelten Pflanzen, denen habituell noch die meisten immergrünen Ericaceen 
wie Rhododendren. Kalmien. .Andromeden usw. beizuzählen sind, haben alle mehr oder 




weniger starre, lederartige, glänzende, mehrere .lahre lebende Blätter, also ausgesprochen 
immergrünen Charakter. Sie ermöglichen es uns im X'erein mit N'ukkas und Kakteen .Xn- 
lagen zu schaffen, die auch schon im Sommer exotisch wirken, im Winter den Eindruck des 
südlichen Klimas machen. 

Nun gibt es eine f^eihe von Holzgewächsen: Kreuzungen. Formen oder X'erwandte un- 
serer bekannten laubabwerfenden Arten, bei denen der Laubfall je nach Art. Standort. Fr- 
nährung. lokalem Klima \'iel später eintritt, so daß sie halb- oder ganz-, bedingt- oder un- 
bedingt-. Winter- oder immergrün sind, ohne dies schon im Sommer zu verraten, da ihr 
weniger auffallendes Laub in seiner meist lichtgrüneren Farbe und dünneren Strukturjenem 
der einheimischen Brüder ähnelt. Das Vegetationsbild, das sie uns gewähren, ist im Sommer 
gar nicht, im Winter weniger südlich und prunkhaft, es hält auch zum Teil nicht oder nicht 
immer bis zum Frühjahr, dafür wirkt es schon durch die weniger starren Filätter und deren 
lichtere Farbe freundlicher. Es ist das um Monate bis tief in den Winter hinein prolongierte 
Bild unserer eignen Sommerlandschaft. Und diese X'orteile bieten sie uns sozusagen un- 
entgeltlich, ohne jegliches Risiko, da sie fast ausnahmslos ganz winterhart und anspruchs- 
los sind und die durch exzeptionelle Ungunst der Witterung vorkommende frühzeitigere 
Zerstörung des Laubes ohne jeglichen Schaden vertragen. Dabei haben viele dieser un- 
schätzbaren Pflanzen auch noch den X'orteil, sehr früh zu ergrünen, wie die rankenden 
Lonicera japotiiai und var. Hulliunu usw. mid Ui;iisiniin vulgare seinpcrvircns. oder mit dem 



LT- und wintcTKriiiK' I.aiibgcliölzL'. 



2') 



fiiilien Triebe auch noch sehr früh zu bhihcn. wie die straucliartigcn Loniccra Standislüi uni 
fra^i^rantixsinia. 

L'nmöi^lich übergehen kann icli liier den allbekannten Bliitenstraiich Spinicu aininniensis 
[S. Rcevc'xiaiHi). die bei genügender Nahrung auf nur halbwegs geschütztem Standort ihr 
schönes Laub fast regelmäl.iig bis Ende Jänner oder bis Mitte Februar behalt. Ahnlich und 
noch bedeutend besser sind, um nur einige zu nennen, an Sträuchern: Hvonyiiiiis amtricana 
und Bungeana semipersistciis. .Wy/iai cerijora. alle l'yracuntlni. eine Menge Cotoncaster, 
mehrere sehr schöne Rhanmus und ein Heer von Ligustern: an Bäumen: Ulnuis parvifolia 




(unter welchem Namen von deutschen Baumschulen regelmäßig die laubabwerfenden puniila 
oder pumila var. ahorca geliefert wird) und die ganz- und halbimmergrünen Eichen, eine 
ganze Menge. 

Ich mul.i mich mit Typen begnügen und wähle für die halbimmergrünen die (>>//£7TH.s-Z.Ha)/«/v- 
ana. Ein raschwüchsiger, schlanker CVrm--Blendling. Anspruchslos an Boden und Klima, geht 
er willig in die Höhe, seine kleinen graugrünen Blätter im Ton der Olive bilden eine lockere 
Krone, gegen Schneedruck gefeit. Bis gegen Februar ist er hier grün. 1-rieren dann die 
Blätter ab. so verändern sie ihre Farbe langsam und kaum merklich und fallen ab. ehe sie 
tot erscheinen. Die Sempervirenz nimmt bei dieser Gruppe mit dem .-Xlter zu. 

Von hier ganz Immergrünen die beste ist wohl die (J. Pseiiüoturncri (kbh. 22), die alte au- 
striaca sempervi/rns der Gärten, die. wenn genügend genährt und vor Stürmen geschützt, 
auch bei starker Insolation \ollkommen immergrün ist und den taufrischen Farbton der Stiel- 
eiche auch mitten im Winter behält. Guten Boden und Dünger lohnt sie durch üppiges Wachstum. 

Das größte Hindernis der Verbreitung genannter und vieler anderer mehrwenig immer- 
grüner Eichen ist. daß die Baumschulen die wenigsten .Arten und auch die nur in geringen 
Quantitäten und meistens in miserabler Qualität liefern. Ein hoher Prozentsatz der Ver- 
edlungen ist meistens gar nicht lebensfähig. Das schlechte Wachstum und frühzeitige Ende 
geht dann beim Publikum auf Konto der .\rt. 



30 



Immer- und wiiitLTgrüne Laubgehölze. 



All diese Gehölze gewähren uns. wie erwähnt, an einem sonnigen Wintertag die Illusion 
des nordischen Sommers oder des südlichen Winters, die Bambusen gestatten uns einen 
weiteren Schritt. Ihr lichtes, lachendes W'armgrün mit dem tropischen Habitus verleiht der 
Szenerie auch im Winter den Charakter des südlichen Sommers. 

Von charakteristischen Gehölzen, die sich hier bewähren, verdienen noch ein allgemeineres 

Interesse: Magno/ia grandi- 
jlora,Trochodemlron.Daphni- 
pbyllum . Vihurnum niacro- 
phylliitn Bl. , Photinia glabra 
und Caniellia japonica, die 
alljährlich blüht und manch- 
mal auch fruchtet. 

Und nun. da wir all das 
schon hatten, wird es seit 
einigen .lahren in Ostasien 
rege. .N\ühsam beginnt auch 
China seine Tore zu öffnen 
und sendet uns von rauhen 
Höhen aus seinem kontinen- 
talen Innern allein eine ganze 
Welt von immergrünen Ge- 
hölzen. Phantastische rauhe 
Gesellen, wie Vibiirtiiiin rhy- 
tidophylliini. ein ökologisches 
Exempel. Der weil.'), wie man 
sich schützen mul.) : seine 
langen, breiten, zottigen, wol- 
ligen Blätter zieht er sich eng 
an den Leib, rollt sie um die 
Äste und pfeift auf unsere 
Winter. 

KULTUR. 
.Ausführliche Kulturanga- 
ben gestattet der Raum nicht; 
allgemeine haben keinen prak- 
tischen Wert. Ich mul.'i mich 
also auf einige Winke be- 
schränken, die mir nützlich 
scheinen. 

X'orallem pflanzen wir nicht, 
wo wir es wünschen, sondern 
wo es der Pflanze pal.it. 

Durch Wahl oderSchaffung 
geeigneter Standorte nach Ex- 
position. Boden und Feuchtigkeit können wir die Temperaturen beeinflussen, also die 
Vegetationszeit verlängern, die Wärme absolut und relativ erhöhen, desgleichen die Kälte 
vermindern und den Einfluß von Wind und Insolation mäüigen oder ganz paralysieren. 
Ebenso liegt es in unserer Macht, durch Kombinieren dieser Behelfe den vegetativen Reiz 
der Gehölze und das .Ausreifen der Triebe derart zu regulieren, dal.) sie niederen Tempe- 
raturen gegenüber in die Kondition maximaler Widerstandsfähigkeit gelangen. 

Welche Betrachtung die entscheidende, welche Gefahr die größte ist. das kann je nach 
Örtlichkeit, Boden und Art. ja unter Umständen sogar bei Formen einer .Art variieren. 

So zeigen die zwei nördlichsten und geographisch nächsten Kirschlorbeerformen, die bul- 
garische schipkac^nsis (.Abb. 1 8) und die serbica, ein verschiedenes Betragen. Die in der Heimat 
mehr niederliegende, hier, wie .Abb. 20 zeigt, aufrecht wachsende serbica, eine von allen Brüdern 
abweichende starre, besonders schöne Form, scheint sich immer noch nach dem Schatten der 




Abb. 22. Quercus Psemloturnen. 
Schneider, Hort. Späth, Berlin, aus der „C 



Iinincr- und wintergrüne Lauhgchcilzc. 



heimatlichen Buchen zu sehnen. Pralle Wintersonne mag sie einmal nicht. Berücksichtigt man 
diesen ihren einzigen Wunsch, so ist sie eine harte prachtvolle Massenpflanze. Ganz anders 
die sciiipkai'nsis. Ich habe um Kidooo Stück, auch über drei iWeter hohe. Sie streut sich auch 
durch Samen aus und vermehrt sich ase.xuell. gedeiht an der grellen Sonne, auf stürmischen 
Terrassen wie im Schatten, auf trockenem Tonboden wie im feuchten Moorboden ; ich behandle 
sie wie eine einheimische Pflanze, nur in einem Punkt versteht sie als echter Kirschlorbeer 
keinen Spal.i, sie ist unersättlich. Schwarzgrün sollen ihre Blätter sein und turgent, da schadet 
ihr der strengste Winter nicht; hungrige Pflanzen mit schlaffen, gelblichen Blättern, die un- 
gedüngt in trockenem Boden oder im Wurzelfilz hoher Bäume stehen, verhungern auch in 
milden Wintern. Die ungenügende Ernährung ist wohl der allgemeinste Fehler 
bei der Kultur der immergrü- 
nen Lanbhölzer. Bei gröüerer 
Feuchtigkeit und sehr reichem Bo- 
den mul.) man ja im Gegenteil sogar 
die Wucht der Vegetation mäl.iigen. 
In meinem schwachen Boden ver- 
danke ich aber die Erfolge zum 
groüen Teil der sehr reichlichen 
Düngung. Mit kaum in Betracht 
kommenden Ausnahmen werden bei 
mir alle Neupflanzungen mit einer 
Schicht, wenn auch ganz frischem 
Stallmist belegt. Es geschieht dies 
unmittelbar nach der Pflanzung und 
wird nach iWal.lgabe der Notwendig- 
keit wiederholt. Wann immer, nur 
nicht im Spätsommer, zur Vermei- 
dung eines späten Triebes. 

Arten wie Mai^nolia iirundifloni 
und Kamellien. die nicht trocken ste- 
hen sollen, vertragen wenig Winter- 
sonne, Aukuben und 1 Unirnuin inu- 
crophylliim Bl. vertragen sie zwar, 
sind aber dann weniger dekorativ. 

Von den Phillyrea sind die medi- 
terranen bei uns merkwürdigerweise 
gegen Insolation empfindlicher wie 
die kaukasischen, während Cistas 
laurifoliiis seine xerophilen Allüren 
auch bei uns bewahrt, im Sommer 
will er braten. 

.An der Sonne gut. im Halbschatten noch schöner ist die auf .\bb. 2.^ ersichtliche Pachy- 
sandra. die wie Preiselbeeren oder I'olyiraki chamaehaxiis. aber viel üppiger, auch im Winter 
frischgrüne Bodendecken bildet. 

X'erfügt man in der Zeit des Haupttriebes über genügend Wasser, so gibt es bei der recht 
beträchtlichen Zahl von winterharten Bambusen kulturell überhaupt keine Schwierigkeiten. 
Die .Ansichten und X'orschriften Houzeau de Lehaies werden durch meine hiesigen Erfah- 
rungen vollauf bestätigt. Schutz gegen Stürme und je mehr Sonne im Sommer. Hier ge- 
deihen sie aber auch im Halbschatten und vertragen Wintersonne ganz gut. Bei Bambusen 
befinden wir uns England und Belgien gegenüber klimatisch im X'orteil. Infolge unserer 
wärmeren Sommer vertragen sie hier noch schadlos Wintertemperaturen, die sie dort schwer 
schädigen. Das einzige Hindernis einer rascheren N'erbreitung der Bambusen ist die Schwierig- 
keit, sich aus erreichbarer Nähe verläl.llich bestimmtes .Waterial zu beschaffen. 

Bei Rhododendren stehen wir vor zwei Rätseln, die uns die Wissenschaft erst lösen mu(.i. 
Das eine betrifft die Pflanzenphysiologen. Es sind die bisher ungenügend geklärten Er- 
nährungsverhältnisse der Erikazeen. Das zweite noch viel schwierigere, das einen Stab von 




Abb. 2i. HcriH 



M 



Iiiiinei- iMUl wiiitergrünc Laubgchölz 



I-achmännern erfordert, ist das Kapitel Humus, ein wahres Kompossessorat aller Natur- 
wissenschaften, das diese nur mit \-ereinten Kräften ergründen können. 

Erst wenn wir die Gesetzmaüigkeiten dieser komplizierten Welt genau kennen, werden 
wir imstande sein, an einem beliebigen Ort unsere Humusbeete mit Sicherheit dauernd in 
jenem chemischen. ph\-sikalischen und biologischen Gleichgewicht zu erhalten, das den je- 
weiligen Erikazeen. also auch Rhododendron, entspricht. Nur auf solider wissenschaftlicher 
Basis wird es möglich sein, unbedingt verläßliche Kulturvorschriften zu geben. Alle aus der 
Praxis hervorgegangenen heutigen Kulturrezepte bewähren sich hier, versagen dort, je nach- 




Ahb. 24. Lorbeer-Seidelbast, Dapline I.üuivoIü. 1 



dem die derzeit unbekannten Faktoren, auf die sie weder Rücksicht noch Ingerenz nehmen 
können, günstig oder ungünstig wirken, was sich aprioristisch nie bestimmen läl.it. Daher 
die \ielen Widersprüche. X'ersager und Zufallserfolge. Gelingt es einem, nun als Bahnbrecher. 
Pflanzen zum üppigen Gedeihen zu bringen, so rühre man diese ja nicht an. Wenn die Rho- 
dodendren auch das Verpflanzen selbst gut vertragen, so können wir nie wissen, ob uns der 
Zufall auch ein zweitesmal so gnädig sein werde. 

Zum Teil nicht immergrün und holzig, aber von ihnen unzertrennlich, ihr Korollar. die 
Schlaglichter auf unseren immergrünen Bildern, sind die ziemlich zahlreichen Winterblühcr. 
die das Kunststück zuwege bringen, bis zu fünf und sechs Monate hindurch zu blühen, und 
die überwältigende .Wasse von Singvögeln, die für die warmen Schlupfwinkel und lauschigen 
Brutstätten dem Gärtner treue Hilfe leisten und ihren Dank fröhlich in die Lüfte schmettern. 

Die Konklusionen sind gegeben. 

Die immergrünen Gehölze werden nicht zum Ersetzen oder N'erdrängen. wohl aber zum 
vorteilhaften Ergänzen unserer eigenen Baumwelt dienen. Als üppiger Linterwuchs unter 
alten [Räumen zu Hecken und Spalieren, im Garten und Park, wo auch ganze südliche Partien 
entstehen werden. Praktischer Nutzen dürfte Kuranstalten erwachsen, bei deren Rentabilität 
die durch unsere Pflanzungen verlängerbare Saison ausschlaggebend sein kann. Die aller- 
jjröl.ite Zukunft haben aber unsere immergrünen Laubgehölze in den Städten, wo man am 
meisten von ihnen hat. wo sie die günstigsten X'orbedingungen finden, weil das Klima schon 



Die für üc'ii Ni)rden tauglichen Gehölze. ^^ 

etwas semiideit crsclieint. Höfe. .Wauern. ja ganze Stral.lenzüge als fertig vorhandene Sclnitz- 
vorriclitungen sich darbieten, wo derzeit für gärtnerische Zwecke die reichsten A\ittcl zur\'er- 
fügung stehen, wo das bisherige Oehöizmaterial mit seinen weichen Blättern Hitze. Staub 
und Rauch ohnedies so schlecht widersteht, daü die heutigen Gärten und Stral.'.enpflanzungen 
oft schon von .lull an alles eher als zierend sind. — da können wir sie nicht nur haben, da 
brauchen wir direkt die xerophilen Hartlaubgehölze, denn sie allein sind sommer- und 
Wintergrün, winter- und sonimerhart. 

Bei nieinen Bestrebungen fand ich seinerzeit Anregung in den Berichten, die der leider so 




Abh. 25. ['acliysandni terniiiialis in Blüte. 1.^ cm. lOrig.. Hort. .Waloina.i 

früh heimgegangene Geheimrat i^fitzer I Heidelberg) in den .lahrbüchern der Deutschen Den- 
drologischen Gesellschaft veröffentlicht hat; auch die ebendort und im Bulletin de la Societe 
Dendrologique de France enthaltenen \'ielen Listen waren mir von Nutzen. Ich habe viel 
aus diesen Publikationen gelernt und bin herzlich dankbar dafür. v^ 

Besonders ehrend möchte ich den Portugiesen Pereira Coutinho erwähnen. Er ist der 
einzige mir bekannte .Autor, der schon im .lahre 188h in seinem „Curso deSilvicultura" die 
Sempervirenz seiner heimatlichen Flora einer sehr scharfen Beobachtung würdigt. 



DIE FÜR DEN NORDEN TAUGLICHEN GEHOLZE. 

Von E. W 1 f und W. K e s s e 1 r i n g. 

Das Material zu dieser Veröffentlichung gaben uns hauptsächlich das außerhalb der Stadt 
St. Petersburg gelegene .Arboret des damals kaiserlichen Forstinstitutes, sowie der Pomo- 
logische Garten von Dr. E. Regel und .1. Kesselring, der leider durch den Krieg und seine 
Folgen so gut wie \Trnichtet worden ist. 

St. Petersburg ist wohl der äul.lerste nordöstliche Posten, auf dem noch mit Erfolg Gehölze 
in so ansehnlicher .Artenzahl kultiviert werden können."! Wir beschränken uns hier auf eine 
kurze L'bersicht des Wichtigsten. 

Silva Tarouc.i-Schneider, Lnscrc P-reil.nnd-L.iiiliL;c'h..l/.e. 2. .\uflagc. 3 



.u 



Die für den Norden taujjlicheii Gehölze. 



Für das gute I'ortkommen mancher, hauptsächlich baumartiger Gehölze scheint es nicht 
gleichgültig zu sein, in welcher Gröl.le sie ausgepflanzt werden, denn viele von denen, die 
zu den mehr oder weniger harten .Arten gerechnet werden müssen, sind in hiesigen Baum- 
schulen aus dem Samenkorn kaum zur Stammbildung oder über die Schneedecke zu bringen. 
Ebenso ist es hier, sozusagen an der äul.lersten Grenze des Möglichen, von gröl.iter Wich- 
tigkeit, den richtigen Standpunkt zu finden, da sich infolge des extremen Klimas von St. 
Petersburg die Verhältnisse, unter denen ein fremdländisches Gehölz wachsen kann, nicht 
immer mit denen des natürlichen heimatlichen Standortes decken. Denn wir sehen es nur 

allzu häufig, daß die selbe .Art. aus 
ein und derselben Saat erhalten, aber 
aufj,verschiedenen Standorten aus- 
gepflanzt, sich hart oder zart er- 
weisen kann. Dies ist auch ein Fak- 
tor, mit dem eine Baumschule wohl 
zu rechnen hat. da sie nicht immer 
geeignete Böden und Lagen zur Ver- 
fügung hat: ob hoch oder niedrig. 
Sand, Lehm, Humus oder Torfboden, 
feucht oder trocken, geschützt oder 
ungeschützt. 

Nachstehend führen wir die 
Gattungen in alphabetischer Reihen- 
folge : 

Acanthopanax ricinifolimu 
wird nur in geschützter, warmer 
Lage an sonnigem Standort baum- 
artig, in gewöhnlicher Lage friert 
diese Art fast jährlich bis auf den 
Wurzelhals zurück. A. (Eleuthero- 
coccus) senticosus ist hart und blüht 
alljährlich. — Acer: X'erhältnis- 
mäüig wenige der zahlreichen.Ahorn- 
.Arten haben sich bei uns völlig 
winterhart erwiesen. Während die 
typischen Acer Xegiiiulo (nur wenn 
nordischer Herkunft), platanoides, 
saccliariniini inur nordischer Her- 
kunft), ferner canipestre und Pseii- 
doplataniis (letzte beide nur in 
trockener hoher sonniger Lage, wenn 
nordischer Provenienz) zu grol.ien Bäumen heranwachsen und Früchte zeitigen, sind die aller- 
meisten Gartenvarietäten dieser fünf Arten sehr empfindlich, frieren alljährlich mehr oder 
minder stark zurück und bilden nur monströse Büsche. Die so schönen Gartenformen kommen 
also für Petersburg nicht in Betracht, bis auf Acer platanoides Scliwedleri (in geschützter Lage 
Bäume bildend), saccliaritiiini Wieri lacitiiatum (in warmer Lage große Büsche vorhanden) 
und A. Pseiidopkitaniis purpiirascens „Prinz Handjery" und bicolor. die beide noch die 
härtesten der PseiidoplataniisA-mmcn sind, aber doch nur in sehr geschützter Lage noch 
einigermaüen gut gedeihen. Grol.le fruchttragende Sträucher finden sich vor von den völlig 
harten: A. Ginnata. barbinerve, spicatum, tei^inentosum . tatariciim. Noch nicht gefruchtet 
haben, obschon hart: A. niansliuriciini. Miyabei. rubriun (hat geblüht), ukuritnduense. saccha- 
riim var.pseiidoplatanoidesimirv.-enn nordischer Herkunft einigermaüen hart). Acer Heldreicliii 
Orph. scheint sich wie Pseiidoplatanns zu verhalten. — Actinidia Kolomikta ist die wider- 
standsfähigste .Art unter den .Aktinidien. A. urnuta ist nur in frischem Fioden und warmer 
Lage annähernd hart zu nennen. — Aesculus: Kulturwerte harte Arten selbst für unser 
Klima sind : A.glabra. octandra (lutea), ierner Hippocastanuni (ausgeschlossen die sehr zarten 
N'arietäten). Letzte .Art ist in der .lugend empfindlich, es gibt- aber nichtsdestoweniger an 
geschützten Stellen davon grolle blühende und fruchtende Bäume. — Alnus: A. <^lutinosa 




Abh. 26. .Ameiuruliic 



Dil' für dfii Norden taiiii;lic!n.Mi Ochcilzi'. 35 

nebst var. qucrcij'olia und nibrinervia (aiisgciiomnien die selir empfindliche I-oriii iinpcriulis). 
A. incanu. nebst Formen, sowie der ßastard g/iitinosaXincana (A.barbata). ferner -4. siiclwnsis 
(fruktifizierend), nigosa. lürsuta var. sihinca. teniiifolia, viridis sind völlig winterliart zu 
nennen. A. japonica. obwohl fruktifizierend. ist doch etwas empfindlich, ebenso sithcordala 
und rubra (oregona). — Atnelanchier: Zu unseren besten, absolut winterharten 
Blütensträuchern gehören: A. alnijolia, A. spicata (ovalis) (selbst baumartig werdend 1 und 

A. rotundifoliu (vulgaris); zarter hingegen, wenigstens in ungeschützter Lage, sind: die 
schöne A. canadensis, utahensis. ßorula. oligocarpa, obwohl sie fast alljährlich blühen 
und fruchten. — Ampelopsis: L'nter den echten Ampelopsis-Arten wäre nur A. brevi- 
pedunculata als in geschützter Lage einigermaßen hart und blühend zu zitieren. Die sonst 
unter dem üblichen Namen Ampelopsis kultivierten Arten der .lungfernrebe finden sich unter 
Rarthcnocissus verzeichnet. Andromeda: Die einheimische A. polifolia mit ihren 
Formen ist völlig hart. Die übrigen erprobten .^rten sind hier unter Cassandra, Leucothoi' wnA 
Lyonia angeführt. — Aralia c/iineusisvar. mansliurica ist in unserem Klima nur für trockene, 
hohe und geschützte Lagen zu empfehlen. — Arctostaphylos : Die einheimische A. Uva- 
ursi sowie A. alpina (Arctous alpina) sind wohl völlig hart, aber schwierig in Kultur. — 
Aristolocbia : Völlig winterhart (wenn auch in der .lugend empfindlich) ist A. durior (A. 
Siplw). — Aronia: A. niclanocarpa, A. arbutifolia, sowie A. floribunda sind völlig winter- 
harte Zwergsträucher. — Artemisia abrotanum. Jrigida, Ahsinthium, procera, suavis sind 
alle gleich empfindlich und leiden selbst in geschützter Lage jährlich, wachsen sich jedoch 
im Sommer immer wieder zu hübschen Büschen aus. — Arundinaria: A. nitida isyn. 
Bambusa spec. Kansu) ist das einzige verhältnismäl.iig harte Bambusengewächs in unserem 
Klima. In warmer Lage auf humosem Boden bis zu 2 /// hohe Büsche bildend, friert sie in 
rauher Lage ohne Schutz häufig bis auf den Schnee ab. — ■ Atraphaxis: \'öllig winterhart 
ist A. frutesccns (A. lanceolata). bedeutend empfindlicher ist die höher werdende A. Musc/i- 
ketowii. Sie verlangen einen trockenen sonnigen Standort und entwickeln sich nur da gut. 

Berberis: Von den zahlreicheren Berbcris-Artsn gehören ß. vulgaris mit allen Formen. 
einschlielJlich der rotblättrigen, sowie die ihr nächst verwandten Arten : ß. aniurcnsis. cana- 
densis (caroliniana), eniarginata, Regeliuna zu den \'öllig winterharten. B. (Mahonia) Acpii- 
Jblium und ß. (Mahonia) rcpens sind auch hart, halten jedoch ihr Laub hesser in halbschattiger 
Lage. B.cerasina, sinensis, TImnbergii (nebst Formen I, (hiinipclii. integerrima. heteropoda, 
sibirica kommen nur in hoher trockener Lage gut durch den Winter. \'un dem Bastard zwischen 

B. vulgaris und Aquifolium, der Mahobcrberis, ist sonderbarerweise die Form ilicifolia viel 
härter als Neubertii. Letzte will gar nicht gedeihen. — Betula : Die meisten Arten sind bei 
uns völlig winterhart, und zwar: ß. alaskana, caerulea (nebst var. Blanchardi), davurica 
(fruktifizierend), fruticosa (fruktifizierend), glandulosa (fruktifizierend), ünuiinii (fruktifi- 
zierend), iiumilis (fruktifizierend). intermedia, japonica, lutea (fruktifizierend). microphylla 
(fruktifizierend), kenaika. nana (fruklifiziere)id). papyrijera (papyracca) (fruktifizierend). pu- 
bescens (alba) (fruktifizierend), puniila (fruktifizierend). puniilaüruyi (fruktifizierend). puuiila 
occidentalis (fruktifizierend). uluüfolia (grossa) (fruktifiziere)id). pendula (verrucosa) (frukti- 
fizierend). nebst allen Formen, ausgenommen var. purpurea. die absolut nicht gedeihen will 
und regelmäl.iig erfriert. Als mehr oder minder schutzhedürftig sind zu nennen : B. globispica. 
leiita. Ma.ximowiczi, Medwedieivi, nigra, occidentalis. populifolia. Eigentümlicherweise ist die 
rotblättrige Form dieser letzten .Art (von Barbier et Co. in Orleans bezogen) härter als die 
rotblättrige verrucosa-^ oxm der Gärten, wenn auch nicht so dunkel belaubt. — Buxus 
Harlandi (blüht), microphylla. sempervirens (mit den Formen suffruticosa. arborescens) über- 
wintern nur in geschützter Lage, verlangen Schutz gegen Frühlingssonne. 

Calluna: Die einheimische C. vulgaris mit ihren Formen alba und pygmaea ist hier voll- 
kommen winterhart. — Calophaca grandiflora erfror als kleine Pflanze. C. wolgarica da- 
gegen scheint etwas härter zu sein, ist jedoch nur für sonnige, trockene, hohe und geschützte 
Lagen zu empfehlen. — Caragana: Dank ihrer absoluten Winterhärte findet die weitest- 
gehende X'erwendungC arborescens mit allen Formen, darunter die schöne Trauerform und die 
neue feinblättrige f. Lorbergii.ltrntr sind hervorzuheben die ihr nahestehende C.Jruticosa. die 
durch ihre silberige Frühjahrsbelaubung hervortritt. C./rutex (C. frutesccns) nebst der Form 
gloincrata. C. pygiuaea und var. angustissinia. C. aurantiaca und C jubata. die indessen 
einen trockenen sonnigen Standort zu bevorzugen scheint. Leichten Schutz bedürfen : C. bre- 
vispina, cuneifolia. microphylla, spinosa. — Carpinus: Auf trockenem, hochgelegenem 

3* 



30 



Die für den Norden t;uii;lieheii Gehölze. 



geschütztem Standort werden Capiniis Bciiiliis nnd caroliniana zu großen baumartigen 
Sträuchern und kleinen Bäumen, die jedoch, obwohl häufig blühend, selten fruchten; in 
rauher Lage bilden diese Arten nur krüpplige, die Schneedecke kaum überragende, der Erde 
angedrückte Büsche und sind daher dort nicht zu empfehlen. Ähnlich verhalten sich die nur 
in jungen E.xemplaren vertretenen: C. Hctuliis var. Carpinizza, conlata. yedocnsis. — Cas= 
Sandra calyailata (Chumacdaphne calyciilata) mit ihren Formen, bei uns einheimisch, ist 
absolut winterhart. — Cassiope: Die arktischen C. Iiypnoldes und C. tctrui^ona sind 
schwer gedeihende, jedoch völlig winterharte Moorpflanzen; Cjastii^iata \-om Himalaya ist 




eingriffliger WeiLSdi 



unter Fichtenreisigdecke recht widerstandsfähig und entfaltet fast jährlich ihre weiüen zier- 
lichen Blütenglöckchen. — Castanea dentata (C. aincricana), in einem alten lichten Kie- 
fernbestand stehend, ist ziemlich winterhart — in freier Lage noch nicht erprobt. — Cea= 
nothus Fc'iidleri ist in trockener, sonniger Lage recht winterhart, verliert indessen häufig 
im Winter die Blätter. - Celastrusfluii;clluris ist ein schöner, selbst in rauher Lage völlig 
winterharter mandschurischer Schlingstrauch, während die übrigen Arten: C". pnnctatiis. 
C..S(Y/rt(A'«.sifruktitizicreiidi nur in geschützter Lage hart zu sein scheinen und hoch schlingen. 
— Cercidiphyllum japuriia/m bildet nur in warmer Lage und auf trockenem Standort 
schöne grolle Büsche (bis 2Vo "i hoch und höher). Hält sich nur. wenn als ältere Pflanze 
ausgesetzt. — Chaenomeles: Nur die alpinen Formen C. Maidei und var. alpina (C. Sar- 
gentii) blühen und fruchten in geschützter Lage, die Stammart. C. japonica (C. Lagenaria), 
dagegen leidet fast alljährlich an gleichem Standort. — Chiogenes hispidiila ist eine harte 
kriechende .Woorpflanze. — Cladrastis lutea ist nur für warme Lagen und trockenen Stand- 
ort zu empfehlen, dort bis zu 3 m Höhe erreichend. — Clematis: Von den zahlreichen 
verholzenden Arten sind blol.S die beiden zur /l/ra.^^v?<'-Gruppe gehörenden C. alpina (nebst 
Farben Varietäten) und C. sibirica vollkommen hart und gehören zu unseren schönsten blühen- 
den Schlinggewächsen. — Clethra aciiiiiinula blüht nur in geschützter 1-agc. in rauher da- 



Tafel IV. 




rulpenbäiniK' im Herbstscliimick. 



Diu für dfii Norden tauirlichcn (juliölz 



.^7 




gegen leidet diese Art aiijahrlieii. Colutea: Sänitliclie Arten: a/ho/rsims. breviaUiia. 
cilicica (louirialata). media farbon'scensXorientalis). prientalis frieren sdwoiil in geschützter 
als aucli in ungeschützter Lage mehr oder minder starii. oft bis zur Wurzel ab. blühen aber 
nichtsdestoweniger jeden Sommer 
und bringen auch Früchte. — Cor^ 
nus: N'ollständig hart sind und 
l-rüchtc bringen : alba fsto/oni/craj. 
liallcyi, die sich durch dunkles Laub 
LUid Triebe auszeichnende Kcsscl- 
riiiiiH, sibirica und tararica (alba L.): 
von buntblättrigen Formen alba 
ar((c'nfeo-van't'i^ata und die gelb- 
bunte sibiriai Kernt. Etwas empfind- 
licher, aber noch kulturwert sind: 
alternifolia (nur monströs blühend), 
die nur an trockenen sonnigen 
.-Xbhängen vollständig harte und 
h\ühit\v\z circinata (nigosa) und Piir- 
piisii. — Corylus: Reife Früchte 
bringen die Waldhasel, C. Avcllana. 
und C. rostrata. Gut aushaltend, 
aber bis jetzt noch nicht fruchtend 
sind: mandshiirica und Colurna 
(letzte wohl nur als Ausnahme in 
warmer Lage und frischem humosen 

Hoden). — Cotoneaster : Vollständig winterhart sind und fruchten: aciitifolia fC. Iiicidal. 
iirnava, niiiltiflora (verlangt sonnigen und trockenen Standort), nnianocarpu (nii^ru). pcki- 
ncnsis (C. aciitifolia Turcz.) (manchmal etwas vom Frost leidend), racciniflora iJcsJontaincsii 
(ebenso wie multiflora). tomentosa , iiniflora. vulgaris (integcrriina). Fmpfindlicher. aber 
doch nicht selten Früchte bringend und für Liebhaber noch zu empfehlen sind: adpressa, 
liorizontalis , Dammeri und congcsta (pyrcnaica). — Crataegomespilus Dardarii ist 
wenigstens in geschützter Lage winterhart; Crataemcspiliis grandijlora blüht alljährlich. — 
Crataegus: Alle hier im Laufe der Zeit geprüften Arten aufzuführen würde den Rahmen 
unserer .Aufgabe bei weitem überschreiten; wir müssen uns daher auf eine engere Auswahl 
beschränken. .Ältere .\rtcn. die ihre Widerstandsfähigkeit durch gutes Wachsen und Frucht- 
barkeit im Laufe inelirerer oder vieler .lahre bewiesen haben, sind : altaica h. Späth, atrocarpa, 

chlorosarca und seine Form 
puhescens.üouglasii.flabel- 
lata, glandiilosa, Lamberti- 
ana , macracantha , itiano- 
gyna . nigra , oxyacantlia. 
pinnatijida , punctata mit 
Formen, rivularis ^weniger 
hart als Douglasii). rotiwdi- 
J'olia, sanguinea typica und 
xanthocarpa (und andere 
gelb-, nit- und schwarz- 
früchtige und geschlitzt- 
blättrige, noch ungenügend 
bekannteDorne aus der \'er- 
wandtschaft der sanguinea). 
Scliroederi. subniollis fcoc- 
r//;«/ der russischen üärten). 
.\ltere. etwas empfindliche, 
it:'-^ -> ~~3iiB^^nSIK^K^^^^^^^H^b^V^C ''^ guten .lahren aber no"'' 




Abb. 29. /iydni/irr,'a Brctschiieitlcii. 2 . 



fruchtbringende .\rten: da- 
liiirica h. Späth, dsungarica 



38, 



Die für den Norden tanglichen (icliölze. 



h. Späth, orientalis. paririara. pentagyna. tanacetifolia, tonumtosa: gefüllt blühende Formen 
der monofryna und o.xycicant/ia sind oft etvs-as empfindlicher als die Stammarten, buntblättrige 
und Hängeformen dieser Arten fast wertlos. — Cydonia vulgaris (C. oMoriga) ist fast zu 
empfindlich, nicht höher als I m werdend. — Cytisus: Die Spitzen der Zweige frieren oft 
ab bei folgenden Arten, die aber dennoch alljährlich reich blühen und reife Samen bringen: 
(Iccumbcns, elongatiis, glabrescens, Heiiffelü, hirsiitiis, husiitiisXaustriaais (C. Ncilrcidiii). 
/lirsiitiisXpurpiireiis (C. versicolor) , hirsutus X ratisboncnsis , leiuantliiis und seine Form 
scliipkaensis . nirgricans nebst Formen, purpureum, ratisbonensis und die Form biflonis. 

sessi/i/o/ii/s (nur für sonnige Ab- 
hänge einpfchlbar). 

Daphne: Hart sind und dankbar 
bliihen : ulpina, altaica und ihre süd- 
russische Form Sophia, Blagayana, 
caiicasicd . Cneonitn \'ar. Verloti, 
gU 1 /// cra ta . ka m tsc 'ha tic a , Mezereii in 
mit der weil.lblütigen alba und 
Zwergform alpina reife Früchte 
bringend {alba aber etwas weniger 
hart): junge Pflanzen der O. tangii- 
tica erwiesen sich als hart, sind aber 
noch nicht blühstark. — Deutzia: 
Nicht ganz winterhart, auf günstigen 
Standorten jedoch blühend (wo na- 
türlicher Schutz nicht vorhanden, 
besser einzudecken) sind: scabra 
lircnnia) \-är. picna. graiilis mit der 
yin.ilisiinctu.puryilloni.Sicbohliana 
und die Hybriden: tliscolorjlorihiin- 
ilci. gnnilis canninea. Imlniiacflora, 
Lciiioinci. Lemoinei „Boule de 
neige". Lemoinei compaeta.D. par- 
vifloru und deren Bastard D. Le- 
moinei sind noch die härtesten, die 
übrigen frieren in rauher Lage und 
ungedeckt bis auf den Wurzelhals 
zurück. — Diervilla.Zu den besten 
Ziersträuchern unserer Gegend ge- 
hören Ü.Jlorida und Middendor/Ji- 
anu, die. wenn sie in geschützter 
Lage und in frischem humosen 
Pioden ausgepflanzt sind, alljährlich 
überreich blühen und reifen Samen 
Abb. 30. Einige blühende Zweige der in Abb. M dargestellten bringen; trocken und zugig stehend. 
Mugnoliu uciimimiia. inri«.. Hurt, (irafenegg.i leldcu sic mitunter vom Frost. Nicht 

weniger kulturwürdig sind I). Loni- 
cera. die in ihr zusagenden X'erhältnissen zum Unkraut werden kann, rivularis, sessilijolia 
und splendens. — Dirca pab/stris scheint nicht lange auszuhalten, mül.lte aber hart sein. — 
Dryas iJnimmondii und oetopetahi mit der Form minor bilden hübsche. reichbUihende 
und reife Samen bringende Polster. 

Elaeagnus :\' on allen Arten ist nur die nordamerikanische, durch ihre silbrige Helaubung 
äul.lerst zierende argentea hart und bringt reife Früchte. -- Empetrum nigriim ist natür- 
lich hart; seine var. rubrum und scoticum sind empfindlicher (aber immer noch kulturwert) 
als die hier wild wachsende typische Form. — Evonymus: Hart oder fast hart und durch 
ihre Fruchtkapseln zierend sind: alata, Bungeana (wohl nur in geschützter Lage hoch wer- 
dend und Früchte bringend i. europaea mit den Formen: utigustifoliu. lalifolia, ovata und 
argenteo-variegata (jung und in Frostlöchern auch empfindlich i . lutifolia (wie Bungeana), 
.Wuinkii und rernnost/. Ebenfalls aushalten und blühen, aber bis jetzt keine Früchte bringen : 




Dif fiir dL'ti Norden tauglichen (icliii 



obovata und i'rt/cv/z.s-«. .luiige Pflanzen von niucropteni überwintern gut. - Exochorda 
^randijlora ist seiir empfindlich. Ktwas härter erwies sich Korollwwii (Albertii). 

Fagus: Buchen können hier nur in geschützten Lagen mit einiger Aussicht auf Erfolg kulti- 
viert werden. Unter solchen Umständen erwiesen sich als winterhart, aber auch ungemein 
langsam wachsend : F. anicricanu. l\ sy/viirioi und ihre l-orin piirpiirca. Als bedeutend 
wüchsiger erwies sich /-". 
Orientalis. — Forsythia 
europaea u ndSieöo/i/ii leiden 
nicht allzu stark, verholzen 
und blühen nach guten 
Jahren. — Fraxinus: \on 
Eschenarten kommen nur 
wenige für den Norden in 
Betracht: an erster Stelle 
pcnnsyl\'anica(F.piihescerts). 
dann cxcelsior (die in der 
Jugend empfindlicher als 
pcnnsylvanica ist), beide in 
grollen fruchtenden Bäumen 
vorhanden; ()/;(nr//f/ und viel- 
leicht noch manshiirica. die 
zwar Kälte nicht fürchtet, 
aber an ein mehr kontinen- 
talesKlima gebunden zu sein 
scheint, da sie im Seeklima 
von St. Petersburg nicht 
selten die ungenügend aus- 
gereiftenZvveigspitzen durch 
Frost verliert, in iWoskau je- 
doch leicht zu fruchttragen- 
den Bäumen heranwächst. 
Die Formen der F. pennsyl- 
vaiicia:albo-\'anegata,aucii- 
bifolia und cristata sind 
ebenfalls vollständig hart. 
\'on Formen dtv F. cxcelsior 
erwies sich als die härteste 
morwphylla. die zwar emp- 
findlicher als die Stammart 
ist. aber in geschützter Lage 
immerhin noch annehmbare 
Bäumchen bilden kann. 

Gaultheria: \'on fünf 
hier angebauten Arten er- 
wiesen sich als die härtesten 
myrsinircs und die I'rüchte 

bringende tricliopliylla. — Gaylussacia rcsinasa ist empfindlich, aber noch kulturwürdig. 
— Genista: A\ehr oder weniger abfrierend, aber dennoch kulturwert, da im F'riihjahr 
wieder austreibend, blühend, meist auch Früchte bringend sind: ang/ica. lialniaiica (nach 
dem .Abfrieren nicht blühend), eriocarpa. scariosa , titutoria mit den Formen angiistifolia. 
ovata. plena und virgata. ü. sagittalis leidet nicht vom I-rost und bringt jährlich I-rüchte. 

Hamamelis viririnianu ist. geschützt und auf Torfhoden stehend, fast hart. — Hedy- 
sarum niii/rijiiffiiin ist fast vollständig hart und nur die Triebspitzen erfrieren, sonst ver- 
holzt es und bringt reife Samen, aber wählerisch in bezug auf Boden und Standort. — We- 
miptelea Dovidii kann in St. Petersburg, wenn in geschützter Lage ausgepflanzt, zu einem 
fruchttragenden Bäumchen heranwachsen. — Mippophae rhaninoides wird hier in zwei 
geographischen Formen kultiviert, von denen der sibirischen, weil härter, der N'orzug'zu 




Abb. 31. ,\f(/.i,'A 



40 



Die für den Morden tauglichen Oehölze. 




geben ist. die zu reich früchtetragenden, strauchigcn Bäumchen heranwächst. — Holodis= 
cus discfllor verlangt Schutz ; gewölmlich frieren alle über den Schnee hervorragenden 
Teile ab: blüht nicht alljährlich. — hydrangea: H. Brctsclnieideri ist die härteste und 
einer unserer besten Sträucher in allen Lagen. Von anderen asiatischen Arten gebührt, was 
Widerstandsfähigkeit anbetrifft. H.paniailata der zweite Platz; sie blüht alljährlich und leidet 
vom Frost nur an den Triebspitzen ; die var. grandifloni ist etwas empfindlicher, aber doch 
noch sehr zu empfehlen ; H. pctiolaris ist hart und wuchert stark in humosem Boden, hat 
aber bis jetzt noch nicht geblüht. Von amerikanischen Arten sind kulturwert und blühen, 

trotzdem sie alljährlich vom Froste 

leiden und mehr krautartig bleiben: 
arboresiens. radiata und deren 
Bastard. — Hypericum Andro- 
saemiim. calydniim und hirciniim 
frieren fast bis auf den Wurzelhals 
zurück, treiben aber im Frühjahr 
wieder aus und erfreuen im Sommer 
durch ihre leuchtend gelben Blumen. 
— //ex verticillata ist fast \'oll- 
ständig hart und bül.lt nur seine 
Zweigspitzen durch Frost ein: blüht 
ohne zu fruchten. 

Jamesia anwriaina ist vollstän- 
dig hart und dankbar blühend. — 
Juglans: Von asiatischen .Arten 
scheint / cordiformis vollständig 
hart zu sein: ein kleines, vor 10 
•Jahren gepflanztes Exemplar ent- 
wickelte sich schnell zu einem an- 
sehnlichen Baume und blühte vor 
zwei .lahren, ohne aber Früchte an- 
zusetzen: es steht auf einem son- 
nigen .Abhänge mit feuchtem L'ntergrund. Auch/ mandshurica wächst in gleicher Lage zum 
fruchtenden Baume heran. \'on amerikanischen .Arten ist/, cinerea vollständig hart: im 
.Arboretum des F'orstinstitutes befinden sich grol.ie. reife Nüsse tragende Bäume. 

Laburnutn alpiniini ist die härteste Art, aber nur auf geschütztem Standort zu einem frucht- 
tragenden üroHstrauch heranwachsend. — Lespedeza hicolor ist empfindlich, aber doch 
ihrer hübschen Blumen wegen eines Versuches wert. — Leucothoe (Androineda) axilla- 
ris und Catesl)aei sind beide winterhart und blühen alljährlich. — Ligustrum aciiniinatiim, 
ciliatiini. macrocarpum und viüi^are imit der \'ar. italiciim und der buntblättrigen Form glaii- 
ccsccns) haben sich als ziemlich hart und kulturwert erwiesen: blühen nicht selten, bringen 
auch manchmal reife Früchte und frieren in guten .lahren nur ganz unbedeutend, in schlechten 
jedoch mehr oder weniger stark ab, ohne aber vollständig zugrunde zu gehen. - Linnaea 
horealis ist hier einheimisch, aber schwer zu kultivieren. — Loiseleuria prociinihens ist 
vollständig hart und bringt reifen Samen. — Lonicera: Alljährlich blühend und fruchtend 
und vollständig winterliart sind (wenn nichts anderes bemerkt i folgende: Europäer und 
.Asiaten: L. alpigena mit den Formen nana und scniiconnata; Altniannii mit den var. hir- 
tipc's und pilosinsai/a (in offenen Lagen gegen strenge Kälte empfindlich); ainoena: Chaniis- 
soi; Caprifo/ium (etwas Schutz von Nutzen); c/irysanr/ia mit den var. turkestanica und ivV- 
losa und den Bastarden Regeliana und pscndoc/irysant/ia: coernlea und ihre var. altaica, de- 
pendens (etwas empfindlicher als die anderem, edulis, glabrescens, stipuligera: hispida var. 
typica und cliaetocarpa ; Kardini (junge, noch nicht blühreife Pflanzen): Maackii: Maxiino- 
wiczii; micrantha; niicrophylla, die var. rolnistior und gracilior; Morrowii (geschützte Lage, 
sonst empfindlich), ihre Bastarde: bclla und miniitiflora sind hart; nervosa, nigra mit der 
Form pyrenaica; orientaiis und var. caucasica häufig vom Frost leidend, var. longifolia. hart; 
Periclynieniini (empfindlicher als Caprifoliiini) : pnrpnrasccns (auf geschütztem Standorte hart, 
sonst leidend); Riiprecliriana mit Bastarden: Rnprec/itianaXtarariea. niiindeniensis und sa/i- 
cifolia X segrezicnsis {etwas Schutz). Semenowii: spinosa var. ,4//w//( häufig über dem Schnee 



Abb. 32. Pliyllüdoie coerulea. 20 i 
lA. [^urpus. Lapp)and.l 



Tafel V. 




Diu für den Norden taugliclicii Ochnlzc. 4 1 

abfrierend l; tatarka mit den var. rnicraritha, parvifolia und allen Gartenformen; Xylosteum: 
typica und mollis. — Amerikaner: L. conjugialis: dioica: glaucescens; hirsuta ; involucra- 
ia und ihre \zx. flavescens, der Bastard mit Ledebotiri ist empfindlicher: sempervirens (ver- 
langt zum Blühen geschützte Lage); Sidlivantii. — Lycium: Als die härtesten Arten er- 
wiesen sich haliinifoliiim und rhomhifolium (L. chinense var. ovatiim), die bei einiger Pflege 
und auf geeigneten Plätzen hier zu grollen fruchttragenden Büschen heranwachsen. 

Maackia aniurensis ist, geschützt und sonnig stehend, hart, blüht auch, ohne aber Früchte 
anzusetzen. — Magnolia aciiniiiiatu ist. wenn die Lage geschützt und der Boden ein hu- 




Abb. 33. Popiilus 



heimische Schwarzpappel, 30 ; 



rig- üon:ni,iucn bei Wie 



moser und frischer ist. fast hart. — Malus: von .Apfelbaumarten sind hart und bringen l- rächte : 
astraclumiai : die drei folgenden, zu unseren besten Zierbäumen gehörenden: bamita. cera- 
sijera und pninifolia. dann orthoairpu La\-.. piimila mit den N'arietäten im Sinne C. Schneiders 
und sylvestris; M. Sargenlii (hat geblüht) und Ziimi passen sich unserem Klima gut an. Fast 
hart sind Toririgo. in guten .lahren Früchte bringend, und rivularis. — Menispermutnda- 
hiiriciim ist vollständig hart, canadense etwas empfindlicher, aber immer noch gut wachsend. 
— Menziesiafeiruiiinca.glahella und g/obii/arisf.M. pdosa) sind hart. — Mespilus germa- 
nica, an trockenen exponierten Orten empfindlich, wächst in geschützter Lage und frischem 
Humusboden gut; wird nicht hoch und blüht nur in günstigen .lahren. — Mitchella repens, 
ein kleines, dem Habitus nach der Moosbeere ähnliches zierliches Pflänzchen, gedeiht gut. 
fürchtet aber trockenes Sommer wetfer. Morus alba ist in geschützter Lage einigermalJen 
winterhart; alljährlich die Zweigspitzen durch Frost verlierend, wächst sie zu Buschbäumchen 
bis zu 2.."! in Höhe heran. - Muehlenbeckia axillaris, ein kleines, einer 5fl//.v ähnliches. 



42 



Die für dfii Norden länglichen Gehölze 




Abb. 34. PotentilUi ilahuricu. 80 , 



kriechendes, in Neuseeland und Australien heimisches Sträuchlein, durchwintert gut unter 
der hier selten fehlenden Schneedecke. — Myrica üale ist als hier einheimischer Strauch 
vollständig hart. 

Ostrya \iri{iriiaria kann zu den hier harten Gehölzen gerechnet werden: carpinifolia ist 
etwas empfindlicher, aber immerhin noch genügend hart; japonica überwinterte bis jetzt 
gut. nur die Zweigspitzen litten vom Frost. 

Pachysandra procumbens, terminalis und ihre buntblättrige f^orm sind hart, die beiden 
letzten sogar stark wuchernd und alljährlich blühend. — Pachystima Myrsinitcs, harter 

F-elsenstrauch für halbschattige La- 
ge. — Panax sessilißorum (Acan- 
tlwpanax sessilifloriis) ist vollstän- 
dig winterhart und in riesigen fruch- 
tenden baumartigen Sträucliern vor- 
handen. — Parthenocissus :Kux 
P. vitacea und ihre Narietäten nui- 
civp/iyllaund dubia sind vollständig 
winterhart und (ältere Pflanzen) 
blühend; in der Jugend sind sie 
etwas empfindlicher. Alle Sclbst- 
klimmer: P. quinquefoliu mit ihren 
X'arietäten hirstita, muronim und 
Saint-PauU sind empfindlich, aber 
doch kulturwert. — Pentstemon 
Wenziesii ist hart und gut blühend. 
- Peraphyllum ramosissinium 
überwintert gut nur in geschützter 
Lage. — Petrophytum caespito- 
siim ist vollständig hart. -— Pheh 
lodendron aniiirensc ist hier durch ziemlich alte blühende Bäume vertreten. Bei P. saclia- 
lincnse \erlieren junge Pflanzen ihre Zweigspitzen, da nicht genügend ausgereift, durch den 
Frost, nehmen aber dessenungeachtet schnell an Gröl.ie zu. vielleicht werden sie mit vor- 
schreitendem Alter unempfindlicher. — Philadelphus: Als dankbar blühend und voll- 
ständig hart, wo nicht anders bemerkt, erwiesen sich ucuminatiis. coliimbianus, coronariiis 
und seine Formen uiirens. siibplcniis, salicijoliiis: undankbar oder überhaupt nicht blühend 
sind diantliiflorus pleniis. Keteiceri, primuUflonis plcnus, nanus, coclileatus und noch etwas 
empfindlicher sind deutziißonis pleniis, multiflorus plemis. nivalis, rosiflorus pleniis: Jiori- 
hiindiis (verlangt etwas geschützte Lage). Gordonianiis, hirsutiis (noch nicht genügend 
erprobt, die echte Art wahrscheinlich empfindlich i; incaniis: latifolias Sehr, und seine 
Hybriden nüt pubescens Koeh..- la.\iis igcsclnitzlen Standort): monstrosus; Lemoinei „iWont 
Blanc" und var. erectus (etwas empfindlich i: Lewisi; micropliyllus (geschützter Standorte 
pubescens Koeh.,- Satsiimi; Schrenkii; teniiifolius ; tomentosus; Zeylieri; Vokolianiae h. 
Spaeth (etwas empfindlich). P. brachybotrys und sericantlius erwiesen sich als ziemlich hart, 
blühen fast alljährlich, wenn auch spärlich. — Phyllodoce taxifolia (caerulea) und einpe- 
trijornüs (ein wenig zarter als ersterel sind hart und bringen reife Samen. — Physocarpus 
aniurensis. monoifynusund opulifolius (mit den Gartenformeii : hetcrophylliis, li/leus und nanus) 
sind vollständig harte, reife Samen bringende Sträucher. — Plagiospermum sinense kann 
unter ihm zusagenden Bedingungen zu einem hübschen, aber selten blühenden Strauche auf- 
wachsen, der. trotzdem er früher als alle anderen hiesigen Gehölze austreibt, von Spätfrösten 
nicht leidet: in rauher Lage jedoch empfindlich und von Spätfrösten leidend. — Polygonum 
baldshuanicuni ist des Schutzes bedürftig, in guten .lahren auch blühend, aber dennocli nicht 
lange aushaltend. — Populus: In großen blühenden Bäumen sind vorhanden: alba \ar. 
i^enuina und nivea lin der .lugend etwas empfindlich), candicans (jung empfindlich j.cf/rtrsav/s, 
Cathcrinae. laurifolia. Lindleyana. moscoviensis, nij^ra und var. Puschkiniana. odorata. Pe- 
trowskyana, Rasumowskyana. Simonii, suaveolens und die var. /)ivö/h/V/ö/k (besonders wert- 
voll), tremula und var. pendula, tremuloides und \ar. pendula, trichocarpa, tristis, Wobstii. 
P. alba var. globosa h. Spaeth ist hart. Tacamahaca (balsatnifera) in jungen Pflanzen emp- 
findlich, ältere vielleicht widerstandsfähiger. — Potentilla dahurica und ihre Bastarde mit 



Die für den Norden tauglichen Gehölze. 



43 




fruticosa (P. I-riedrkhsenii und andere i \i\v\ fniticosa mit den Varietäten litiinilis, tenuijolia, 
micrandra. grandijlora sind dankbar blühende, liarte Ziersträucher. Etwas empfindlicher ist 
/-". ^ö/wsow// (überhaupt launisch ) und A Veitchü. P. fruticosa var. mansliurica (P. manshurica) 
war völlig winterhart, P. Vilmorinia- 
r.a untauglich. — Prunus: Sekt. 
Padiis: P.MaarÄ» vollständig hart 
und reife Früchte bringend, ebenso 
eine aus der Mandschurei i\\sg/o/i- 
dutifolia erhaltene kleinfrüchtige 
Varietät. Ebenso hart und in statt- 
lichen' fruchttragenden Bäumen vor- 
handen sind: die einheimische Pa- 
diis (ebenfalls hart die Formen 
dahiirica und pubescens und viele 
Gartenformen). Pcidiis var. Sibirien 
(P. cotnmutata Dipp.. Regeliana 
Zab.?i und virginiana (auch var. 
auaibifolia\:hart istauch P. deniissa. 
P. serotina, je nach der Herkunft fast 
hart und einige Früchte bringend 
oder mehr oder weniger empfindlich; 
ihre Formen asplenifolia und pen- 
dula sind untauglich. — Sekt. Mu- 
lialeb:\'o\\s\ü.n&\g hart ist und reife 
Früchte bringt P. pennsylvanica ifür 
trockenen Boden weniger geeigneti. 

P. Ma/ialeb nur in geschützter Lage zu einem alljahriich blühenden, aber selten Früchte 
tragenden Buschbaum heranwachsend. /-'. mol/is fast hart, auch cinarginata scheint sich natu- 

ralisierenzuwollen. — Sekt. Pseudo- 
cerasus: die vielleicht hierher ge- 
hörige o^/f7^;c^w///f)//(7 Rupr. et Maxim, 
wird sich möglicherweise als hart 
erweisen. — Sekt. Eucerasus: Gut 
wachsen und blühen, ohne aber häu- 
fig Früchte zu bringen: //■////Vos«. 
Chamaecerasus. intermedia, maras- 
ca, acida, Cerasus. P. Cerasus 
sempeiflorcns und avium werden 
nur unter günstigsten Bedingungen 
baumartig. /-*. .Wa.ximowiczii ist hart 
und bringt reife Früchte. — Sekt. 
Spiraeopsis: Hart und Früchte brin- 
gend ist P. pumiia mit ihren \'arie- 
läten Besseyi und deprcssa. P.japo- 
nica, aus Deutschland erhalten, er- 
fror bald. mandschurische E.xemplare 
(dem Typus angehörend i leiden ver- 
hältnismäßig wenig und blühen. — 
Sekt. Wicrocerasus: Zieinlich hart 
sind auf trockenem, sonnigem Stand- 
ort microcarpa und prostrata. letzte 
niedrig, manchmal spärlich blühende 
Büsche bildend. I'. tomeniosa über- 
wintert ziemlich gut und blüht in 
guten .lahren. — Sekt. Amygdalus: 
.Als die härtesten erwiesen sich die 
Abb. 36. W/Vv.s- (;//v.s7/r. 1 in. .i'hoi, \. i'..rpii- 1 in der Blüte ähnlichen, aber durch 




44 



Die für den NordL'n taiiyliclien Oehölze. 



Form und Nervatur der [glätter etwas verscliicdenen /-'. haldschiiarüca und iilnüfolia Hort. Bot. 
Petrop.. nicht Fr., beide sind jedocii nicht ganz hart und verlangen geschützte Lage, in der sie 
alljährlich blühen. [\ RetunikowU schQ\n\-M\\ trockenen, sonnigen Stellen ziemlich hart werden 
zu wollen. P. nana, die typische Form ist hart und fruchtend: empfindlicher sind die Formen: 
alba.georgica. üessnen'ana. — Sekt. Eupniniis: Als die relativ härtesten und reich blühendsten 
sind anzunehmen: P. clivancafa (die härter ist 'als cerasifera. fniticans. spinoiu. und'die aus 
derA\andschurei erhaltene trijlora: alle drei werden unter günstigen Bedingungen buschbaum- 
artig; Früchte brachten bisher nur P. fniticans und divaricata. .Mit einigem Erfolg können 

immerhin noch kultiviert werden: 
ciirclica (in geschützter Lage), do- 
nu'stica im Sinne Schneiders und 
cerasifera. P.cerasifera\diX.Pissardii 
friert stark ab und ist nur für ganz 
geschützte Lagen zu empfehlen. — 
Ptelea mollis leidet im Arboretum 
des Forstinstituts von der Kälte im 
allgemeinen weniger als trifoliata, 
die meist bis auf den Wurzelhals ab- 
friert, dann wieder stark austreibt 
und lippig bis in den Spätherbst hin- 
ein wächst. Ganz anders verhält sich 
P. trifoliata im freier gelegenen und 
besser durchlüfteten Pomologi sehen 
(jartcn. wo sie ihr Holz besser zur 
Reife bringt und nichtselten Früchte 
zeigt. — Pterocarya rhoifolia 
wächst flott (besonders in frischem 
Humusboden I und überwintert gut. 
— Pyracantha coraV/rabildetnur 
niedrige, alljährlich mehr oder we- 
niger vom Froste leidende Büsche. 
Pyrus (f-'irnsj: In grol.ien. reich 
blühenden, aber nicht immer Früchte 
bringenden Exemplaren sind nur 
vorhanden /A conmuinis und iissii- 
riensis. Die empfindlicheren Formen 
japanischer Provenienz, die bis auf den Wurzelstock zurückfroren, stellten sich als die 
chinesischen P. ovoidea und P. serotina heraus. Als hart und gut wachsend erwies sich 
auch P. Calleryana; P. salicifolia (in günstigen .Iah reu blühend) und canescens sind fast hart, 
wachsen aber langsam. — 

()uercus:Wohldie am schwersten sich naturalisierendeGattung.ln grol.ien fruchttragenden 
Bäumen sind hier nur vorhanden : pediinciilata und die härteste aller amerikanischen Eichen : 
amliigiia (Q. borealis var. ainhiariia). die aber ihre zwei .lahre zur Entwicklung brauchenden 
Eicheln selten zur vollen Reife bringt. Die Formen der Q. pediinculata (Q. rolmrj haben, mit 
.Ausnahme der harten esthländischen piilverulenta. wenig oder gar keinen Wert. (J. casianci- 
folia (etwas höher werdend als die folgende), inacrantlicra und sessiliflora bleiben buschartig 
und wachsen schlechter als die Roibucht: grosscserrata scheint ziemlich hart werden zu wollen. 
(J. alba und riiltra (Q. Iwrealis) werden kaum baumartig (würden aber in geschlossenen Be- 
ständen vielleicht besser wachsen). 

Rhamnus: Die härtesten, zu starken E.xemplaren heranwachsenden und dann fruchtenden 
Arten sind : catliartica mit der var. cancasica. davnrica, intermedia, mandsliiirica. japonica, 
piimila. Etwas empfindlich sind: alnifolia (in offener Lage sehr empfindlich), alpina (auf 
günstigem Standort aber doch fruchtend und schöne Sträucher bildend), caroliniana. clilo- 
roplwra. Prangiila var. asp/enifo/ia. imcretina (etwas empfindlicher als alpina. aber trotzdem 
noch sehr kuiturwert), infectoria, f^nrshiana. rupestris. sa.xatilis, spatliulifolia. — RhodO' 
dendron: Die harten Arten reife Samen bringend. Hiirhododendron : Sekt. Lepidorhodiain 
und l)astarde: /?. dahnricnm mit var. atrovirens (var. senipervirens) und niacroniilatiini (in 




Abb. 37. Riilnis parnjiorm, 2 

KIriK.. ll'Tt. X'ilninrin. Les Harrys. 



Die für den NorckMi tau.uliclR-ii (a-höl/. 



grolieii Exemplaren vorhanden l sind hart und dankbar blühend; lerner: lupponiaim, parvi- 
folium, hirsutuni, seine I-ormen und H\briden mit /c-rru!{ineiu>i (R. intcrmediuin) und ptinc- 
tatiim (R. myrtifoVmm) ; Jerni^ineum mit Qartenformcn und dem Bastarde mit minus (R. ur- 
biitifoliiim). R. Wilsonii. Empfindlicher ist, blüht jedoch noch. R. praecox. — Sekt. Lcio- 
rhodiiim: Die besten der bei uns kultivierten Arten sind: R. Stnirnowü und sein Bastard mit 
poriticuni (R. Kessclringii) ; ebenfalls hart und schön sind: chrysanthiim (launisch in der Kul- 
tur), brachvcarpiini. Mcttcrnichii. Ciinninirlnunii. cuinpunulaiüiii (aber selbst groüe Büsche 
etwas faulblühend). die beiden letzten Arten ein wenig empfindlicher. Hart, abernoch nicht 
blühend :fuli{cns. Rrzemilskii. Un- 
gernii. Etwas empfindlicher, aber 
doch noch blühend: caiicasiaini. ai- 
lijorniciiin. — Anthodcndron . Aza- 
leen : Sekt. Tmtsutsi, Sciadorliodion 
und Pentanthvra: R. luteum (Azalea 
pontica) (kaukasischer und süd- 
russischer Herkunft) und R. molle 
(sinensej sind die härtesten und am 
dankbarsten blühenden. Etwas emp- 
findlicher, aber noch genügend hart 
und blühend: viscosum. nudljlonim, 
arborescens, occidcntale. culendula- 
ceuin. — Sekt. Rhodora: R. eana- 
rfOTSi-'und Vaseyi, beide hart und 
gut^ blühend. — Sekt. Tlierorlio- 
dion: R. kamtschaticuin ist einer un- 
serer;schönsten dankbar bliilieiidcn 
Zwergsträucher. besonders gut ge- 
deihend in lichten Kiefernbestünden. 

— Rhodothamnus Clumniecistus 
schwer zu kultivieren, aber nicht 
empfindlich gegen Kälte. — Rho= 
dotypus kerrioides nur in sehr ge- 
schützter Lage aushaltend, niedrig 
bleibend.jedoch nicht selten blühend. 

— Rhus rudicans ist die einzige 
harte .Art, auf Humusboden stark 
wuchernd und blühend. Ribes: 
Vollständig hart und dankbar blühen 
(viele von ihnen auch reiche Früchte 
bringend): aciculare. ulpestre, al- 

pinuni (mit allen Formen), ullissimum, arboreum Hort., aureum mit den beiden Varietäten 
leiobotrys und tenuifloniin, burejense, Carn'erei. eaueasieuni. eereuui. eoloradense. Culvervellii 
(Schneideri) , Cynosbati. diaeaiitlia, diluiselia (zu früh austreibend), distans. floriduni. 
fontenuyense, Jusccscens, gracile, ürossularia. heterotrieliuni. Iiirtelhim mit Purpusii. Hougli- 
tonianum, hudsonianum , inebrians. irriguum, Koehtieanum , laeustrc. maerobotrys Hort., 
manshurkum , montigenum subglabrum und villosuni. Meyeri mit den var. tatigutieum und 
turkestanicuin, mogollonieuin , multiflorum , rügruni mit Formen und var. caueasicum und 
pauciflonim , niveum. Orientale, oxyacantlwides . pennsylvanicum. petraeum mit var. Bieber- 
steinii, procumbens (gegen Sonne empfindlich), prostratum, rotutulifolium . rubrum und 
Kultursorten, succirubrum , tenue. triste, urceotatum . ussuriense. utile, vulgare und Kultur- 
sorten, Warsczewiczii. — Robinia taugt nicht für den Norden. — /i?osa; Die beliebtesten 
und dankbarsten Rosen sind: rugosa mit den var./cz-av und Lindleyana unddenQartenformen 
alba und der gefülltblühenden „Kaiserin des Nordens", alba ..iWaidcnsblush", einnamomea 
Xgallica plena. rubrifolia \"\\\. Im hiesigen Rosarium wurden weit über 300 .Arten und \a- 
rietäten von Wildrosen kuUiviert ; leider sind die interessantesten - Kaukasierund .Asiaten — 
noch nicht zur Bestimmung reif. Hart und früchtebringend sind : acieularis. Alberti. alpina 
und Formen, Beggeriana, blanda mit Formen, Boissieri, eanina und ihre Formen, Carolina. 




.^S. Pftroplivlini 
20 cm Du 



Die für den Norden tauglichen Gehölze. 



iinnanwmea, ein. Jlore pleno, collina. corüfolia. dahurica. dumetonim. elliptka. ß;lauca. glu- 
tinosa h. Spaeth. Jiindzil/ii mit trachyphylla. kaintschatica, lucida , micrantha (gescliützt), 
nitida, nutkana. oxyodon. hacmatodes. pinipincilijolia mit Formen und seniiplctia. pisocarpa, 
poinifcra. pnwco.K. riihii^inosa. tomenteUa. loiiwnrosu. tiischetica, villosa, virginiana. Woodsii. 
— Rubus: Die besten Rubiis-Arien unseres Gebietes sind, von aufrecht wachsenden, die 
prächtig blühenden: dc/iciosi/s. nobilis. niitluums oder odoratus ; dann plioenicolasiiis (unter 
günstigen X'erhähnissen fast verwildernd), spectabilis und crataegifolius ; die Himbeeren: 
Idcieiis mit nuianolasius. leiicodermis, strigosits, occidentalis. japoniciis h. Kew. (die prächtige 

hiflonis. etwas sehr emp- 
findlich!; von Brombeeren: 
aicsiiis.tiirkcstaniais.dunu'- 
toriini, liystrix. die sehr guten 
laciniatus und platypliyllos 
nutcropliylliis. R. Koehnv- 
aniis kann auch empfohlen 
werden. 

Sa//x;ll Agemein gesagt, 
sind alle in Mitteleuropa hei- 
mischen (mit Ausnahme der 
etwas empfindlichen ;//rrt/7«V 
und nordischen Weiden hier 
vt)l!ständig winterhart. .Alle 
hier in der Kultur befind- 
lichen Weiden — das hiesige 
Salicetum zählt ihrer über 
(lOO — aufzuführen wäre 
zwecklos'^). — Sambucus: 
Die härteste Art ist die hier 
überall verwilderte nicemo- 
sa, besonders schön sind die 
ebenfalls wie die Stammart 
reifet- rüchtebringendePorm 
htciniata und die wohl etwas 
empfindlichere tcnuifolia. 
Weniger hart, aber doch zu 
GroListräuchern heranwach- 
send : glaucci, arhorescens. 
piibens, canadensis mit der 
Form niaxima, von denen 
die beiden ersten (glaiica — 
blaubeerig. arborescens — 
rotbeerig) durch prächtigge- 
färbte Beeren bemerkenswert sind. Auch i\ nigra mit den Formen laciniaia und lacta. wenn 
auch oft stark abfrierend, bilden noch ansehnliche, alljährlich blühende, aber selten reife 
Samen bringende Büsche; die Form rotundifolia bleibt niedrig. ■ Shepherdia urgciiica 
und canadensis. ebenso wie ihr Bastard, sind vollständig hart und in grol.ien. alljährlich reich 
blühenden Sträuchern vorhanden. — Sibiraea laeviguta und var. eroaiiea sind vollständig 
hart und erste bringt reifen Samen. — Solanum Diileaniara und die var. persicum bringen reife 
Beeren. — Sorbaria sorbifolia und stellipila sind vollständig hart und reifeSamen bringend, 
leicht zum L'nkraut werdend; alpina Igrandijiora) ebenso hart, aber schwach wachsend. - 
Sorbus: Als härteste erwiesen sich folgende Arten (die mit ' bezeichneten brachten Früchtei: 
alnifolia (Wieromeles alnifolia), anierieana' , Aria'mW. den Formen und Varietäten : elirysophylla. 
flabellifolia, glabrata. graeea'. tomentosa : Aueiiparia' mit den Formen moraviea* , rossiea' , 
fol. aureis*. pendula*, fniet. Int.* und laciniata : Bollvilleriana (Sorbopyrus aiiricularis) ; Cha- 
niaemespiltis : commixta', discolor ; Hostii' ; hybrida* ; japonica : lanuginosa Hort.*, latifolia; 
pohiiashanensis' : sambiieifolia. seandica* und Moiigeotii Hort.', serotina, splendida'. thian- 
schanica* mit gelben und roten Früchten. - Spiraea: Vollständig harte (oder nicht zu 




yniiira ßipo/ncc 
(Orig.. Hort. Vili: 



japanischer FMeder, 4 . 

orin, LesBarres.l 



Die für den Norden tauglichen Qeliölz 



stark abfrierende, sich schnell wieder herauswachsende und dankbar blühende Sorten sind: 
6". acutifolia, albiflora (friert bis auf den Boden ab), assinülis, bella. hctulifolia. biilUitu. liii- 
malda „Anthony Walerer" und niberrima, caespiiosa, cana, chamacdryfolia mMflcxuosa und 
iilmifolia, cinerea, concinna, conxpiaia, crenata. deciimbeiis, üoiigkisii, Foxii. gcminata. CiU- 
seleriana, Hacqiietii, hypericijolia, mßexa.japonica. longigemmis. imicrothyrsa, Margaritae, 
Merniesii, microthvrsa. mollis. nuiltffloni. Nobleana, notha, oxyodon, pacliystachys. pikowi- 
ensis. piimila. Piimiliomim, salicifolia mit var. alba und var. latifolia. sanssoiiciana. Scbina- 
beckii, scmperßorens. splendens. siiperbu. syrliigiflora. toiiicniosa. Irilobata. Vanhouttei. - 
Stephanandra incisa isi&inschö- ^ 

ner (in günstiger Lage alljährlich 
blühender). vom h'roste unbedeutend 
leidender Strauch. — Symphorh 
carpus: Vollständig hart: rucenio- 
siis und mollis, oder wenig frost- 
empfindlich: acutus, montanus . 
occideritalis mit Heyeri. oreophilus. 
rotundifolius. Sträucher. die alljähr- 
lich im Schmucke ihrer Früchte 
prangen. — Symplocos crataego- 
ides (S. paniculata). eine sechsjäh- 
rige . geschützt stehende Pflanze, 
überwintertebisjetztgut. — Syrin^ 
ga: In grollen, alljährlich reich- 
blühenden Exemplaren sind vor- 
handen : amurensis. jupoiiun . Josi- 
kaea und Josihaea ■ villosa. villosa. 
vulgaris (die gefülltblühenden, mit 
Ausnahme der alten raniincuiiflora 
empfindlicher) und die neue mand- 
schurische W'olfii. .\uch S. rcflexa 
ist ganz hart. Nicht ganz hart, aber 
auf geschützten Orten doch noch 
zu schönen blühenden Sträuchern 
heranwachsend: cliincrisis. oblata. 
pekinensis, persica. pubcscens, vebi- 
tina. 

Tilia:D\e härtesten, keimfähige 
Samen bringenden Linden sind : 
cordata und vulgaris; hait, aber nur 

taube Früchte bringend und in schönen Exemplaren vorhanden sind: platypliyllos mit der 
F'orm asplenijolia, caucasica und cuclilora. Die Asiaten: niandshurica (geschützt stehend 
nicht leidend) und Miqucliana sind etwas empfindlicher als die vorher genannten. Von 
amerikanischen .\iten erwies sich als relativ die härteste die Buschbäume bildende, manchmal 
blühende aniericana, der zweite Platz gebührt betcropliylla und pubescens. 

Ulmus: Vollständig hart sind und reife Samen bringen die Grol.'ibäume i'. efßisa (C. 
laevis) und tnontana (U. glabra). foliacea (aunpestris) (je nach Herkunft zum fruchtenden 
Baume heranwachsend, oder mehr weniger stark frostleidend) und die Zwergbäume: arbiis- 
cula (montariaXpuniila) und, wenn geschützt stellend, /«//////«. \'on Gartenformen sind hart: 
montana fastigiata, laciniata, nana, pendula; etwas empfindlich, aber noch brauchbar: mon- 
tana atropurpurea, crispa, latifolia purpurea. 

Vaccinium: Die härtesten sind unsere einheimischen fruchttragenden .Arten: Myrtillus 
mit dem Bastard intermedium, Oxycoccus. uliginosu/u, Vitis-Idaea, ferner von Amerikanern: 
erythrocarpuni, hirsutum. macrocarpum. — Viburnum: X'ollständig winterhart sind und 
zu starken, (wo nicht anders bemerkt) fruktifizierenden Exemplaren wachsen heran : V. ame- 
ricanum, cassinoides, Lantana imit den Formen aurea und /uarmorata), dentatum. lantanoides 
(beide vorläufig ohne Früchte), Lentago, Üpulus ( 2. ^ jährige Büsche der Form pygmaeum 
niemals blühend). Sargentii in beiden Formen. — Vinca minor typica blühend und kultur- 




Mlninuim Sargen/u. 

. Re)ider. .\rnnld .^rtoret 



48 ß'f buiitblättrigi.Mi Gehölze iimi ihre X'erweiiduiig. 

wert, verlangt aber freistehend etwas Deckung. — Vitis: Ein ziemlich harter, auf warmen 
Stellen bis 3 ni hoch werdender, in guten Jahren blühender, aber selten Trauben bringender 
starker Schlingstraucii ist V. aniiircnsis; an Härte ihm nahe kommend, aber wenigerstarke 
Büsche bildend sind : Caii^netiuc und ThunbergH. 

Xanthorrhiza apiifolia ist ein vollständig winterharter, stark wuchernder und frucht- 
tragender Strauch. 

Yucca armiistifolid ist wohl die härteste der Gattung und ziemlich gut aushaltend. 

VI. 

DIE BUNTBLÄTTRIGEN GEHÖLZE UND IHRE VERWENDUNG. 

Von Fritz Graf von S c li vv e r i n. 

-leder .Anfänger im Gartenbau wird zunächst erstaunt und erfreut sein über den grol.len 
Formenreichtum der meisten Gehölze : er wird, wie jeder Sammler, vorerst Freude an Sel- 
tenheiten und Merkwürdigkeiten haben, und das um so mehr, je abweichender und auffal- 
lender vom Gewöhnlichen die letzten sind. Fast jedem Anfänger tut es dieser Farbenreich- 
tum an. das ist etwas ganz Natürliches. Sehen wir doch bei den Völkern, die noch auf einer 
niederen Kulturstufe stehen, die Freude an recht bunter Nationalkleidung, an bunten Tapeten, 
ja an bunten Häusern, und wir selbst in unserer Kindheit greifen sicher zuerst nach dem 
Spielzeug, das am auffallendsten und grellsten bemalt oder bekleidet ist. 

A\it dem Wachsen der allgemeinen Bildung ändert sich erfahrungsgemäl.i auch der allge- 
meine und mit dem Wachsen der Fachbildung der spezielle Geschmack. Der erfahrenere 
Gartenliebhaber beginnt einzusehen. daH alle die weil.')- und gelbbunten ..Schäcken". die er 
bisher bewunderte, nichts weiter sind als krankhafte, durch Veredlung mühsam vermehrte 
Individuen, die oft nicht einmal beständig bleiben. \'om ästhetischen Standpunkte ist etwas 
Krankkaftes aber niemals schön. Hierzu kommt, dati in der freien Natur Varic'äten und Na- 
turspiele nur überaus selten vorkommen. Erst in der KuHur beginnen sich sehr oft solche 
abweichende Formen zahlreicher zu zeigen ; je länger eine Pflanze in Kultur genommen ist. 
desto mehr Varietäten und Formen werden wir von ihr besitzen, diese sind also eine Folge 
der durch Generationen fortgesetzten unnatürlichen Lebensweise auf gedüngtem Boden, der 
zudem oft andersartig ist. als ihn die betreffende Pflanzenart von Natur aus verlangt und 
benötigt. 

Es tritt nun an uns die Frage heran, wo sollen wir buntblättrige Gehölze verwenden und 
wo nicht. Wir haben zwei Arten von Gärten, den Park und den H a u s g a r t e n ; der erste soll 
eine möglichst getreue Wiedergabe der Natur sein, seine Baumgruppen. Gebüsche, Wiesen- 
flächen sollen so angelegt sein, wie wir sie in wiesenreichen Wäldern erblicken und in ihrer 
natürlichen Schönheit bewundern, und diese Schönheit können wir noch erhöhen durch den 
uns durch die Einführung fremdländischer Gewächse möglichen größeren Formenreichtum 
in Wuchs, Blattform und Nuancierung der grünen Farbe. Wir können die allgemeine grüne 
Tönung noch freundlicher machen, durch Einstreuen schöner Blumen und Stauden, doch 
muü dies überaus vorsichtig geschehen, um ja kein grellbuntes, farbenschreiendes Bild zu 
erzielen, das dem natürlichen Vorkommen solcher Pflanzen nicht entsprechen würde. Rich- 
tige Blumenbeete oder gar Teppichgärtnerei mul.l dem eigentlichen Parke fernbleiben, ebenso 
die grellbunten fleckigen Gehölzformen, denn sie alle sind unnatürlich. Die Wirkung einer 
nach Wuchs. Blattform und grünen Farbennuancen mühsam zusammengestellten und abge- 
tönten Gehölzgruppe oder grölleren Parkwand kann durch das Einfügen eines einzigen gold- 
gelben oder weil.'ibunten Baumes vollständig zerstört werden; dieser bildet dann einen un- 
schönen weithin sichtbaren Farbenklecks, durch den der Blick von der Gesamtheit unwei- 
gerlich abgelenkt wird. Hieraus folgt von selbst, dalj solche auffallenden Farben nur in ganz 
seltenen Fällen anzuwenden sind, und auch dann nur dort, wo sie im fernen Hintergrunde 
weiter Durchblicke dem .Auge den Weg in die Ferne weisen und auf die GröHe und Weite 
einer Fernsicht aufmerksam machen sollen. 

Das Vorgesagte bezieht sich vor allem auf die weil.')- und gelbbunten, noch mehr auf die 
völlig gelben Gehölzformen. Ein kränkelnder Baum sieht auch gelblich aus. Eine von Natur 
gelbe Pflanze wird in dem von dieser Eigenart nicht ausdrücklich unterrichteten Beschauer 
daher zunächst immer den Eindruck einer kränkelnden Pflanze machen, also einen unschönen 




Roßkastanie im Herbst im Parke zu Eisgrub. 







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L'ntcr Buchen im ilcrbst im Parke zu Muska 



Die hiintblättrigeii Oehölze und ihre Verwendung. 4Q 

und unerfreulichen, liine einzige I-arbe kann man hiervon ausnehmen, und das ist die rote. 
Die düstere Pracht einer einzelnen Bhitbuche oder einer (iruppe davon kann auch dem Na- 
turparke nur zur Zierde gereichen, doch nuil.l bei der Anwendung solcher roter Gehölze öko- 
nomisch vorgegangen werden; ein völlig roter f^arkteii würde düster und nicht freundlich 
wirken. Nur wenige solcher rotblättriger Gehölze behalten die rote Farbe das ganze .lahr 
hindurch. Bei vielen ist es nur eine Frühjahrserscheinung, und ihre Blätter verblassen im 
Sommer zu einem dunklen Olivengrün. 

Auch die Gewächse mit weisen Blattunterseiten rechne ich nicht zu den „bunten" Gehölzen, 
denn die weiLie Unterseite ist keine krankhafte Entartung, sondern gerade das typische Merk- 
mal der betreffenden Art. also vollständig normal und natürlich. Silberpappel. Silberahorn. 
Silberlinde und so mancher schöne Strauch mit weil.ier Blattunterseite bildet, besonders bei 
bewegter Atmosphäre, oft den schönsten Schmuck des F^arkes. 

Ganz andere Gesichtspimkte haben wir beim kleineren Haus- und Blumengarten 
zu beachten. Eine der Natur abgelauschte grol.iartige Gruppierung der Pflanzen verbietet der 
Mangel an Platz; im kleinen Räume soll jedes Eckchen auf sich aufmerksam machen, und 
keine hohen schattigen Baumkronen sollen die wenigen duftenden Blumenbeete im Schatten 
dahinsiechen lassen, .le bunter ein Gehölz ist. desto schwachwüchsiger ist es meist, desto 
weniger also wird es dem beschränkten Rasenfleck und seinen Blumen schaden. Hier sind 
die in allen Farben buntbemalten Naturspiele unseres Pflanzenreiches also so recht am Platze, 
und es läl.U sich ein Farbenmosaik erreichen von einer ungeahnten Vielseitigkeit. Selbst 
Vasenbuketts und Tischdekorationen, aus buntblättrigen Zweigen zusammengestellt, werden 
nie ihre Wirkung verfehlen und sind eine lange haltbare Zimmerzierde. 

Aber auch die Besitzer großer Parke brauchen der bunten Gehölze nicht völlig zu entraten. 
denn sie werden meist neben dem schönen Naturpark auch einen Blumengarten, ein Rosarium 
oder ähnliches haben und die allernächste Umgebung des Wohnhauses, auch wenn es mitten im 
Park liegt, rechnet nicht mit zu den eigentlichen Parkanlagen, sondern bildet gewissermal.ien 
die F^ortsetzung des Hausinnern. den allmählichen Übergang von diesem in die weite Natur. 

Haben wir in Vorstehendem nun gesehen, wohin die ..bunten" gehören, so wollen wir 
uns diese nun einmal selbst ansehen. Wie schon gesagt, ist die Buntheit fast immer etwas 
Krankhaftes. Geht die Farbe der weil.ien oder gelben F^lecken durch das Ganze hindurch, so 
besitzen die davon betroffenen Teile kein Chlorophyll, d. h. keine der kleinen grünen, in die 
Zellen des Blattes eingeschlossenen Körperchen, die der Pflanze das grüne Aussehen geben, 
ganz ähnlich wie die roten Blutkörperchen dem Menschen die Rosigkeit. Eine solche ganz 
w'eil.ie oder ganz gelbe Pflanze, wie sie oft aus Samen erwächst, ist nicht lebensfähig und 
siecht schon in kürzester Zeit an F^leichsucht dahin. 

Solche bunten Flecken können groü sein. d. h. einen großen Teil des ganzen Blattes be- 
decken und sind dann meist nur auf einige Blätter beschränkt, also nicht konstant; oder sie 
sind klein, und dann an sämtlichen F^lättern der Pflanze vorkommend, oft nur wie ein dar- 
über hingestäubtes weil.ies oder gelbes Pulver. .'Xm besten wirkt es noch, wenn nur ein weil.ier 
oder gelber Rand auftritt, oder ein grüner Rand ein farbiges Blattinnere umgibt. 

Eine andere Art der Färbung ist die. bei der nur die Blattoberseite die bunte Färbung behält, 
wie bei den meisten rotfarbigen Gehölzen und einigen goldgelben, wie Aar Psciidoplatanus 
Woiieci, Fagiis syh'citlca Zlatia u. a. m. Hier ist nicht das ganze Blatt von der abweichenden 
Färbung betroffen, sondern nur seine alleroberste Schicht, die Pflanze ist also durchaus 
lebensfähig und meist ebenso wüchsig wie die typische grüne. 

Eine dritte Art der Färbung ist die Frühjahrsfärbung, wo die Zweigspitzen nur beim Aus- 
treiben eine rote, gelbe oder weil.le I-ärbung zeigen, die gegen die älteren grünen Teile. 
oft sehr schön kontrastiert, zum Sommer aber allmählich in Grün übergeht. 

SchlieLilich sei noch der Herbstfärbung gedacht. Wir haben in Deutschland nur wenige 
Gehölze, deren Blätter im Herbste nicht gelb werden, z. V>. Coniiis sdni^iiinca. schwarzrot 
und die gewöhnliche Sauerkirsche schön orange. Nordamerika und Ostasien bieten uns da- 
gegen eine F-^ülle von Gehölzen von einer solchen 1-arbenpracht der herbstlichen Belaubung. 
dal.i den Beschauer Staunen ergreift vor den einzigartigen Wirkungen, die sich dadurch er- 
zielen lassen. 

Eine genaue Zusammenstellung der durch bunte Färbung zierenden Gehölze findet der 
Leser in Tabelle Will im besonderen Teile des Buches. 

Silva Tarouca-Schncider, Lnsere Freiland-I.auhijchül/e. 2. .\un3ge. •♦ 



VII. 
DIE ZUM FORSTLICHEN ANBAU GEEIGNETEN FREMD- 
LÄNDISCHEN LAUBHÖLZER. 

Von Geh. Regierungsrat Prof. Dr. S c li \v a p p a c h. 

Obwolil fremde Laiibhölzer schon seit mehr als 150 Jahren in ziemlich großer Anzahl in 
Deutschland und Österreich eingeführt worden sind und viele hochwertige Exemplare in den 
verschiedensten Landesteilen bis zum äußersten Nordosten zu finden sind, so haben sie doch 
bisher, abgesehen von der Akazie und von der Roteiche, im forstlichen Großbetriebe nur 
wenig Verwendung gefunden. .)a selbst in den ParVcanlagen werden neuerdings die Laub- 
hölzer trotz der hohen Vorzüge, die sie in ästhetischer Beziehung für die Landschaftsgärt- 
nerei besitzen, gegenüber den immergrünen Nadelhölzern in fast ungerechtfertigter Weise 
vernachlässigt. Im Walde treten die fremden Laubhölzer hauptsächlich deshalb zurück, weil 
sie fast sämtlich besseren Boden beanspruchen, den man meist der Eiche einräumt, und weil 
der Anbau gerade der wertvollsten Arten eine gewisse Vorsicht und eigenartige Technik 
beansprucht. 

Bezüglich der für den Großbetrieb im Walde und im Parke besonders wichtigen fremden 
Laubhölzer läßt sich in Kürze folgendes ausführen : 

Acer-Arten. Hiervon sind bei den Anbauversuchen besonders berücksichtigt worden : 
Acer Negiindo. Acer saccliarinam L. (A. dasycarpum Wangh.) und Acer sacchariim L. (A. 
sacchariniim Wangh. I. Der Anbau des kalifornischen .Ahorns muß vom forstlichen Standpunkt 
als ein vollständiger Mißgriff bezeichnet werden, nur als Parkbaum und für Gartenanlagen 
kommen die buntblättrigen Abarten in Betracht. Aber auch der Silber-.Ahorn und der Zucker- 
Ahorn werden sich in unserem gleichartigen Hoch walde ebensowenig behaupten können wie die 
einheimischen Arten. Nur für die ungleichaltrigen Waldformen — Plänterwald und Mittel- 
wald — sowie im Parkwald besitzen sie wegen ihres ästhetischen Reizes hohe Bedeutung. 
Ihr Holz hat gegenüber jenem der einheimischen Arten keinerlei Vorzüge, nur die Maser- 
bildungen des Zuckerahorns (Bird's eye maple) werden teuer bezahlt. 

Von den Birken -Arten ist Betuta lenta insbesondere umfangreicher angebaut worden, 
sie hat aber hinsichtlich der Anspruchslosigkeit an den Boden und der Schnellwüchsigkeit 
doch nicht den gehegten Erwartungen voll entsprochen. Besseres scheint die Betiila lutea 
zu leisten, die von Prof. Fernow schon seit längeren Jahren warm empfohlen worden ist. 

Die Carya-Arten verbinden mit hohem Gebrauchswert auch ästhetische Reize, nament- 
lich wenn sie ihren Ansprüchen gemäß genügend freiständig erzogen werden. Ihre Kultur 
wird erschwert durch die Langsamwüchsigkeit und Frostempfindlichkeit in der Jugend, so- 
wie durch die Schwierigkeit, mehrjährige Pflanzen zu versetzen; ältere als ein- oder höch- 
stens zweijährige Sämlinge sollten im Großbetrieb überhaupt nicht zur Verwendung gelangen, 
am empfehlenswertesten ist Saat. Von den zahlreichen Arten kommt für Norddeutschland 
eigentlich nur Carya ovata (C. alba Nutt.) in Betracht. C. alba Koch (C. tomentosa Nutt.i und 
C. glabra (C. porcina) verlangen schon ein milderes Klima. C. cordiformis (C. amara) scheidet 
wegen ihres geringwertigen Holzes aus. Unter einem mäßigen, rechtzeitig gelichteten Schirm 
von Birken, Erlen und Kiefern, ferner zwischen Buchen entwickeln sie sich selbst auf Boden 
von nur mittlerer Güte (lehmhaltigem Sand mit genügender Frische) gut und entfalten etwa 
vom 10. Jahre ab ein energisches Höhenwachstum. Auf Aueböden wird C. alba (C. tomen- 
tosa) mit 20 .lahren bis 1 I m hoch, bei einem Brusthöhendurchmesser von 1 5 cm. Die Carya- 
Arten wollen im Gegensatze zu unseren Eichen und Buchen in lockerem Schlüsse aufwach- 
sen. Dichter Stand verzögert nicht nur die Entwicklung, sondern wirkt auch noch dadurch 
schädlich, daß die schwachen Stämme durch die Last der außerordentlich üppigen Belau- 
bung zu Boden gebogen werden. Bei bestandsweiser Anlage sind daher frühzeitig begin- 
nende, häufig wiederkehrende und kräftige Durchforstungen notwendig. 



Die zum forstlichen Anbau geeigneten frenuiländisclien l.aubliölzcr. 51 

Zu den ältesten der in Deutschland bereits forstlich kultivierten Laubhölzer .gehört Fra- 
xinus aincricaiia Cl'.alha). Auf mildem, nicht saurem .Woorboden und namenthch bei l'ber- 
sehwemmungsgefahr während der N'egetationszeit leistet sie mehr und ist widerstandsfä- 
higer als die heimische F. cxcelsior. Im Wachstunie bleibt sie auf einem Standorte, welcher 
der letzten zusagt, hinter ihr zurück. Die Urteile über die Güte des Holzes von /•'. anieri- 
cana gegenüber F. cxcclsior schwanken, in den meisten Fällen wird erste bevorzugt, doch 
findet sich auch das Gegenteil. 

Das wertvollste, aber auch das anspruchsvollste der anzubauenden Laubhölzer ist Juglans 
nigra. Sie verlangt einen sehr tiefgründigen, milden und frischen Lehmboden und ;ist die 




Abb. 41. Julians nigra, Schwarznul.i, 20 m. ("rig., Libejice, Böhmen. i 



eigentliche Holzart der .Aueböden. Bei ihrem .Anbau müssen zwei Eigentümlichkeiten berück- 
sichtigt werden, nämlich einerseits das schwere Keimen der dickschaligen Nul.l und die früh- 
zeitige Entwicklung einer ungemein kräftigen Pfahlwurzel, die fast nur an ihrem unteren 
Ende Faserwurzeln trägt. Um die rechtzeitige Entwicklung der Keimlinge und deren \'er- 
holzen vor Eintritt des Frostes zu sichern, müssen die Nüsse vor der .Aussaat tunlichst meh- 
rere Monate hindurch in feuchtem Sande, der wiederholt mit Wasser oder Jauche begossen 
wird, vorgekeimt werden. Wegen der starken Pfahlwurzel sollte die Bestandesbegründung 
nur durch Saat oder höchstens durch Verwendung einjähriger Sämlinge erfolgen, /iig/ans 
nigra ist eine ausgesprochene Lichtholzart und verlangt reichlich Raum zur Entwicklung 
einer guten Krone. Die Bemühungen, die Frostgefahr durch einen Bestandesschirm zu mindern, 
haben den Nachteil, dal.) das Verholzen der jungen Triebe verzögert wird mid diese dann 
unter I-rühfrösten leiden. Bei der Bestandeserziehung müssen Individuen mit schlechten und 
sperrigen Kronen frühzeitig entfernt werden. 

Bei angemessener Berücksichtigung dieser Eigentümlichkeiten vermag sich /iig/ans nigra 
in Deutschland und Österreich, sowohl im Park wie Walde, gut zu entwickeln, was dort 



52 r)"*-' i^i"" forstlichen Anbau gCL'is^iit'tcn fremdländischen Laubhölzer. 

zahlreiche stattliche Exemplare, hier schon mehrfach vorhandene, ziemlich ausgedehnte An- 
lagen beweisen. In der Nähe von Halle übertrifft die SchwarznulJ auf Aueboden Eiche und 
Esche im Höhenwachstum und erreicht im Alter von 2.s.]ahren bis zu 20 m Höhe. Es wäre 
dringend zu wünschen, dal.) die Kultur dieses hochwertigen, im Handel immer seltener wer- 
denden Holzes in Deutschland und Osterreich eifriger betrieben würde. 

Eine erst verhältnismäßig neue Einführung ist Magnolia liypolciica. die von A\a\T wegen 
ihres vortrefflichen Holzes, aber auch ihres guten Aussehens wegen, warm empfohlen wird. 
Nach meinen Erfahrungen gedeiht diese Art auf unseren mittleren und besseren Laubhölzer- 
böden zwischen Eiche und 
Buche ausgezeichnet und 
überholt diese Arten in der 
Jugend durch rascheres 
Wachstum erheblich. Nach 
ihrem Habitus in unbelaub- 
tem Zustande erinnert sie an 
Esche, das 30 bis 50 cm lange 
Blatt gewährt einen pracht- 
vollen Anblick, mit 20 Jahren 
beginnt sie zu blühen. Am 
zweckmäüigsten wird sie als 
einjährigei:Sämling oderzwei- 
jährige verschulte Pflanze in 
Laubholzverjüngungen einge- 
sprengt. 

Quercus rubra (Qu. ho- 
rcalis) mit den ihr nahestehen- 
den Arten : Qu. coccinea, Qu. 
velutina (Qu. tinctoria) ist seit 
mehr als 1 00 Jahren nicht nur 
in Parkanlagen, sondern auch 
im Walde heimisch. Mit Rasch- 
wüchsigkeit und Anspruchs- 
gkeit an den Boden ver- 
bindet sie ein hohes Mal.) von 
ästhetischem Reiz. Gerade 
durch den vielfachen Farben- 
v\echsel der Roteiche vom 
Ausbruche des Laubes bis zu 
dessen Abfalle im letzten Spät- 
erbst gewinnt unser Wald 
ungemein aniWannigtaltigkeit. 
Waldbaulich bietet die" Rot- 
eiche den grol.len Vorzug, dal.) 
sie auch noch auf frischem 
Sandboden gedeiht und so die 
Möglichkeit der Einbürgerung 
eines Laubholzes auf Standorten bietet, die der Rotbuche nicht mehr zusagen. Strengen Ton- 
boden meidet die Roteiche und bleibt hier gegen die deutschen Eichen im Wachstume zurück. 
Wenn ihr Holz zur Verwendung als Fal.ldaube auch ungeeignet ist. so besitzt es doch andere 
gute Eigenschaften, die auch mit Rücksicht hierauf den forstlichen Anbau der Roteiche emp- 
fehlenswert erscheinen lassen. Wo Quercus pcdnncnhitu und Qu. sessilifloni gut gedeihen, 
sollte man die Roteiche höchstens aus ästhetischen Gründen kultivieren, erst da. wo die hei- 
mischen .Arten wegen der geringeren Bodengüte nachlassen, beginnt der ihr zuzuweisende 
Standort. Bei ihrer Kultur mul.) ebenfalls vor der X'erwendung zu starken A\aterials gewarnt 
werden. Stärkere Pflanzen als 1 ;;; hohe Loden wachsen schwer an. 

Zu den schon von Wangenheim empfohlenen und bereits längere Zeit in Deutschland 
heimischen nordamerikanischen Holzarten gehört Prunus scrotina. Anfangs glaubte man, 




Abb. 42. üruppe von Uriodeiidron tulipifera, Tulpenbauni, ca. 20 m. 
(Orig., iiori. Grafenegg, Nied.-österr.) Vergleiche auch die Farbentafel IV. 



Unsere wichtigsten Moorheelpflanzen iHricaceeiii. 53 

daß diese wegen ihres guten Holzes schon empfehlenswerte Art auch auf geringem Sand- 
boden noch gut gedeihe. Dieses trifft jedoch nicht zu. da sie nur auf mittleren und besseren 
Böden, namentlich bei geniigender Frische, den gehegten Erwartungen entspricht, j-reistehend 
und in reinen Beständen wächst Priinii:^ scrotina sparrig. Dagegen entwickelt sie zwischen 
anderen Arten, namentlich in Buchenverjiingungen eingesprengt, einen geraden Schaft. Be- 
sonders zu empfehlen ist ihr Anbau an Bruchrändern und im .Auewald. Schon im jugend- 
lichen Alter trägt sie Früchte, die von den Vögeln gerne genommen werden, auf diesem 
Wege wird ihre Weiterverbreitung sehr gefördert. 

H. Mayr hat an Stelle von scrotina die japanische Prunus Ssiori ll'. Sliiuri) mehr emp- 
fohlen, weil sie geradschäftiger wächst. Leider ist es bisher weder mir noch der Deutschen 
Dendrologischen Gesellschaft gelungen, keimfähigen Samen hiervon zu erhalten. 

Kaum noch als Fremdländer wird Robinia pscndoacacia betrachtet, die in neuerer Zeit 
namentlich als Stickstoffsammler und Dünger für die beigemischten Holzarten vielfach an- 
gebaut wird. In Norddeutschland entwickelt sie nur selten einen geraden Schaft von starken 
Abmessungen, auch ist sie, wenigstens in kälterem Klima, keineswegs so anspruchslos hin- 
sichtlich der Bodengüte, wie früher vielfach angenommen wurde. In wärmeren Gegenden, 
schon in Süddeutschland, erlangt sie einen ungleich besseren Habitus. Vorzügliche Erfolge 
sind ja mit ihrem Anbau bei der Aufforstung der Flugsandflächen L'ngarns erzieh worden. 

Neben den genannten Arten, die bereits in gröl.ierein Umfange forstlich angebaut werden, 
verdienen auch noch verschiedene andere kxitn Berücksichtigung. Als solche nenne ich 
naiTientlich : 

Cercidiphyllumjaponicnm wegen ihres guten Holzes und vor allem wegen ihrer pracht- 
vollen Laubfärbung, die von der Entfaltung der Blätter bis zu deren Abfall ständig wechselt. 
Auf Buchenboden gedeiht sie selbst in Norddeutschland bei Aufzucht im Bestandesschutz 
recht gut. 

Uriodendron tulipifcra liefert gutes Holz, wächst durch ganz Norddeutschland, ist ein 
sehr schöner Parkbaum und verdient weitere Beachtung. Der Tulpenbaum ist nur schwer 
zu verpflanzen, namentlich als Heister, man mul.i den Moment der Blattentfaltung zu diesem 
Zweck benützen. 

Zelkowa serrata (Z. Keaki) wurde wegen der Güte ihres Holzes warm empfohlen, findet 
aber in Norddeutschland nicht mehr die zu ihrer guten Entwicklung nötige Wärme. 

Versuchsweisen Anbau scheinen aul.ier den oben bereits genannten Prunus Ssiori die noch 
seltenen japanischen -Arten : Pterocarya r/ioijo/iu und Juglans Sicboldii. beide von H. 
Mayr empfohlen, zu verdienen. 

N'lll. 

UNSERE WICHTIGSTEN MOORBEETPFLANZEN (ERICACEEN). 

Von Georg A re n d s. 

Die umfangreiche Familie der Ericaceen mit ihren L'nterfamilien der Rliododcndrcac. 
Arbuteac, Vaccinicae und Ericcae liefert unseren Gärten eine große Zahl wertvoller Zier- 
gehölze, die gewöhnlich unter dem Sainmelnamen ..\\oorbeetpflanzen" zusammengefaßt 
werden. 

Die in unserem Klima winterharten oder mit geringem Schutz aushaltenden Arten sind 
hartholzige, meist kleine oder mittelgroße Sträucher, die sich selten zu kleinen Bäumen ent- 
wickeln. Zum großen Teile immergrün, teils aber auch laubabwerfend, sind unter ihnen tnanche 
der schönsten Blütensträucher unserer Gärten. Besonders wertvoll sind sie noch dadurch, 
daß sie an die Kultur nicht allzu große Ansprüche stellen. 

Ihrer außerordentlich feinen Bewurzeking wegen verlangen sie zum guten Gedeihen einen 
humosen. lockeren, durchlässigen und dennoch feuchten Boden. Es wurden deshalb wohl 
in schweren Böden besondere Beete ausgehoben und mit Moorerde. Heideerde. Lauberde usw. 
gefüllt; daher auch der Name A\oorbcetpflanzen. 

Ganz soviel L'mstände sind jedoch nicht notwendig, um die Ericaceen zum guten Gedeihen 
zu bringen. Schwerer, lehmiger oder toniger Boden sollte durch reichliche N'ermischung mit 
Torfmull, nötigenfalls auch etwas Sand, oder durch Heide- und Lauberde gelockert werden. 
Aber auch bei reinem Sand ist Zusatz von Torf zu empfehlen, um dem Boden den nötigen 



54 Unsere wichtigsten Moorbeetpflaiizen iBricaceen). 

Humus zuzuführen. Alle diese Zusatzmittel sollten mit dem vorher umgegrabetien Bodeti 
richtig durchgehackt werden, so dalj ein gleichmäßiges Gemisch entsteht. Wenig empfehlens- 
wert ist es. nur in das Pflanzloch ein paar Schaufeln des oben genannten Materials einzufüllen. 
Obwohl einzelne Ericaceen. namentlich die Heidekrautarten, in voller Sonne gut gedeihen, 
liebt die Mehrzahl doch eine etwas absonnige, östliche Lage, wo vor allen Dingen die Winter- 
sonne die Pflanzen nicht trifft. Der Boden zwischen den Pflanzen sollte im Herbst mit Laub 
oder grobetn Torf und ähnlichem bedeckt werden, um ein zu tiefes Einfrieren zu verhindern. 
Nach dem Wegräumen dieser Schutzdeckc im Frühling ist dann das .Aufbringen einer dünnen 




Abb. 4.^. Lcdiim gioenlumliiiini, breitblättriger Porst, 0,7 ni. 



ends, Konsdori.; 



Lage verrotteten Düngers sehr zweckmäßig. Gerade wegen der feinen, wenig sich ausbreiten- 
den Wurzeln ist auf genügende Ernährung sowie das Feucht- und Lockerhalten des Bodens 
besonders zu achten. 

' , Die Vermehrung der Ericaceen erfolgt entweder durch Samen oder durch Teilung. Senker, 
Stecklinge und Veredlung. Da sie bei den meisten Arten und Gattungen wenig voneinander 
abweicht, sei sie hier kurz angegeben. 

1 Besonders feinsamige Arten wie Lcdiiin, Eriken und manche Rhododendren. ;\ndro- 
nieden usw. sät man im Winter in Schalen oder Kistchen mit recht sandiger Laub- oder 
Heideerde. L'm die Samen gleichmäßig zu verteilen, empfiehlt es sich, sie vor dem Aus- 
streuen mit trockenem Sand zu vermischen. Ein Bedecken dieser feinen Samen erfolgt nicht. 
Nachdem sie einige Wochen dem Schnee und der Kälte ausgesetzt waren, bringt man sie in 
ein mäßig warmes Treibhaus oder einen Mistbeetkasten, wo sie meist nach ein paar weiteren 
Wochen aufgehen. Die sehr feinen Sämlinge werden recht bald pikiert und bei guterWeiter- 
entwicklung noch im Laufe des Sommers, sonst im Laufe des nächsten F'rühlings. in die zur 
Weiterzucht bestimmten Mistbeetkästen in ähnliche Erdmischung ausgepflanzt. Arten mit 



Unsere wichtigsten Mooilieetpflanzen (Kricaceeii). 55 

gröberem Samen, z. B. R/io(/o(/ai(/ro/i-U\hnden. Azaleen, manche Andromcden. sät man im 
März direkt in gut vorbereitete Kästen oder auf geschützte Freilandbeete, wo sie bei Halb- 
schatten und Feuchtigkeit sehr bald aufgehen und später wie die im Hause angezogenen 
weiter behandelt werden. 

Die einfachste l'orm der vegetativen Vermehrung ist die durch Teilung. Manche Arten ent- 
wickeln ausläuferartige Triebe, die sich bei genügender Erstarkung abtrennen und als selb- 
ständige [pflanzen behandeln lassen, z. B. Vaccinium-ATttn. Gaultherien, Kalinia angiistifolia 
und weitere. Andere Arten, die sich nahe dem Boden stark verzweigen, treiben aus diesen 




t procamheiis, Zwergporst, 



iccberg bei Wi 



Zweigen mit Leichtigkeit Wurzeln, wenn man sie etwas tiefer pflanzt oder mit lockerer Erde 
anhäufelt und feucht hält. Sie lassen sich auf einzelne Triebe auseinanderreil.len, die gleich 
gut bewurzelte Pflanzen bilden. So ist es bei Eriken, Menziesien, Kalmia <ilauca usw. 
- W'ieder andere, mehr stammbildende Arten, wie Azaleen, Rhododendron. .Andromeden 
können noch durch Ableger vermehrt werden. Wenn die sehr spröden, leicht brüchigen 
Zweige zu weit von der Erde entfernt sind, um sie herabbiegen zu können, setzt man die 
Pflanze etwas schief in den Boden, um die .Aste leichter herunter zu bekommen. Nach vor- 
sichtigem Herabbiegen werden sie mit langen Holzhaken gut festgesteckt und mit sandiger 
lockerer Erde bedeckt. Wenn dies im Frühling geschieht und die Pflanzen während des 
Sommers gut feucht gehalten werden, ist meist schon im Herbst oder nächsten Frühling die 
Bewurzclung stark genug, imi die jungen Pflanzen abtrennen und aufpflanzen zu können, 
anderenfalls läßt inan sie noch ein weiteres .lahr liegen. 

Die \'ermehrung durch Stecklinge wird namentlich vorgenommen bei Eriken. Callunen. 
Bruckenthalien. Menziesien. Gaultherien. A/rtostap/iylos, einigen Andromcden. R/iododeridroii- 
und Azc/lra-Antn. Das Schneiden der Stecklinge erfolgt entweder im .August-September. 
wenn das Holz halbreif ist, oder auch von ausgereiften Trieben im Winter. Im Sommer steckt 
man sie in Mistbeetkästen in Schalen oder Kistchen, im Winter hält man sie im mäl.iig warmen 
Gewächshause. Immer mul.) man möglichst dünne, schwache Seitentriebe wählen, die sich 
besser bewurzeln als die kräftigen Haupttriebe. Geschlossene Luft, gleichmäßige Feuchtigkeit 
sind natürlich Haupthedingung. 



Unsere wichtigsten Mocirbeetpflanzen (Hricaceen). 




Abb. 45. Aiidnuiit'ilii Jlonhiiinla. reichblühende LavendelliLMde, 1,25/«. il'lmt. .\. Rduicr, ,\rn(,lJ .Vrboretun 




Abb. 46. In k' Mii 



J^i ;/ linl<s nnd reclits Rhododendron [Rhodoni\ caiHidcns 
Xuiiiiä, Rüiiödorf.J 



Uiisea' wichtisisluM Moorbcetpfla 




17. Rlioiknlcntlroii kamt 



Die letzte der Vermelirungsartcn ist schliel.liich die Veredlung. Sie kommt vor allem bei 
Namensorten von Azaica und Rhododendron in Betracht, wenn es sich darum handelt, schnell 
groüe Massen heranzuziehen. Die zu Unterlagen dienenden Wildlinge werden ein Jahr vorher 
in Töpfen zur Durchwurzelung kultiviert und im Frühling imTreibhausc kopuliert. Als Unter- 
lagen benützt man für Rhododendron gewöhnlich Sämlinge von Rhod. ponücnnu aber auch 
wohl von anderen härteren Arten, für Azaleen Sämlinge des gewöhnlichen Rhod. inolle 
(Azaica mollis) oder Rh. hitcum iA. ponticu). 

Im folgenden seien ganz kurz die wertvollsten Arten und Formen angeführt, wobei der 
Leser auch das im Besonderen Teil 
bei den einzelnen Gattungen Gesagte 
berücksichtigen möge. 

Unterfamilie Rhododendrcac i"^ 

Azalea: Die hierhergehörigen 
Arten sind im besonderen Teil unter 
Rhododendron mitbesprochen. 

Daboecia (Memiesia) canta- 
hrica ist nur in sehr geschützten 
Lagen winterhart und bedarf sonst 
guter, aber lockerer Deckung. \'on 
den zahlreichen Varietäten sind die 
schönsten : var. alba, reinweilJ. iMai- 
blumenerika, var. atropiirpnrea. 
dunkelpurpurrot, var. ölcv/or. Blüten 
weilj und purpurn, var. i{/ohn/arls. 
Blüten purpurn, kugelig und var. 
jfrandiflora . Blüten grol.iglockig. 
purpurn. 

Kalmia siehe im besonderen 
Teile. 

Ledum pahtstre, unser gemeiner 
Sumpfporst ist absolut winterhart, bedarf aber feuchten Boden und nicht zu sonnigen Stand- 
ort. L. groenlandicam (L. latijoliiim) wächst dichter und gedrungener und hat breitere Blätter. 
L. hirsutiim ist wahrscheinlich ein Bastard beider Arten. Sie alle vermehren sich durch Senker 
oder Samen. 

Leiophyllum bu.xifolinni. die Sandmyrte, ist ein niedriges bis ,50(7« hohes Sträuchlein, 
das nicht zu sonnigen Standort und leichten Winterschutz verlangt. Für Gesteinsanlagen 
eignet sich besonders var. prostraniin. X'ermehrung durch Ableger und Aussaat. — Loiseleiiria 
(Azalea) procumhens (.Abb. 441 eignet sich als rasiges Sträuchlein sehr für nicht zu sonnige 
l-elspartien, die N'ermehrung ist jedoch ziemlich seh wierig. am besten durch .Ableger oder Samen. 

Menziesia pilosa (M. !j;lobiiluris) ist ein aufrechter, laubabwerfender, bis 70 eni hoher 
Strauch, mit ziemlich grollen, rosafarbenen Blütenglocken im Mai. der sich als recht hart 
erwiesen hat. 

Phytlodoce coerulea (l\ tu.xijoliu) ist echt sehr selten in den Gärten, meist geht imter 
diesem Namen P. empetrlformis. welche .Abb. .U,? zeigt. Sie besitzt prächtige, leuchtend 
rosafarbene E^lütensträußchen und ist ganz hart, verlangt aber Schutz vor zu starker Be- 
sonnung; \'ermehrung durch Teilung. -Ableger und Stecklinge. P. erecta (Phyllothaninus 
erectüs) ähnelt der vorigen, wächst aber straff aufrecht und ist hybriden Ursprungs. 

Rhododendron: Siehe die Abhandlung im besonderen Teile. Hier sei nur erwähnt 
Rhododendron kamtschaticnni. die in .Abb. 47 dargestellt ist und eine schöne, aber noch 
seltene Pflanze für nicht zu sonnige Stellen in 1-elspartien darstellt. Rhodothamnus 
Chamaecistnx ist das bekannte Zwergrcisel aus den Alpen, das sich in Kultur als schwierig 
erweist und sandigen Boden verlangt. X'ermehrung durch Teilung und Samen. 

Aus der zweiten Unterfamilie, den .Arbuteen. seien hervorgehoben: 

Andromeda a.xillaris. kleiner Strauch mit glänzenden immergrünen Blättern; sehr nahe 
steht A. (Leucothoe) Catcsbaei. die bis 1 /// hoch wird und deren elegant gebogene Zweige 
meist aus dem Wurzelstock kommen, ist besonders wegen der im Winter sich herrlich rot- 
braun färbenden Blätter ein in .Amerika zu Weihnachten beliebtes Wintergrün. X'ermehrung 



Unsere wichtigsten Moorbeetpflanzen iHricaceen) 
















Abb. 48. Erica mullicautb. 50 < 



.\rcnds, RoBsdorf.) 



durch Samen und Ableger; A. (Chamaedaphne oder Cassandra) calyculata ist sehr hart und 
widerstandsfähig und sollte mehr angebaut werden ; außer der Stammart noch in Kultur var. 
minor, in allen Teilen kleiner und zierlicher und var. nana (A. vaccinioides) ganz besonders 
niedrig und reich blühend; A. Davisiac. bis 2 /// hoch, mit glänzendgrüner Belaubung und 




Abb. 49. Erica vagaiv. 



Unsere wiclitigstcii Mi>orbettpflanzeii iHricacceni. 59 

großen weißen Blütenglocken und aufrechten Trauben im Mai-Juni; A.J/o/i/>iinc/a\\hh.-ir>), 
prächtiger, harter Zierstrauch, der viel mehr Verbreitung verdient. A.Japonicv siehe; Abb. W, 
ein harter guter Zierstrauch, mit einer weißbunten Varietät, var. <7//;o/««/x^/>7ö/ff, Vermehrung 
durch Samen. Senker und Stecklinge ; .4. polifoliu. bekannte europäische Art, die auf Abb. 4() 
dargestellt ist. Sie liebt Moorboden und feuchte Heideboden und ist durch Teilung leicht zu 
vermehren. Die schönsten Kulturformen sind: var. angiisnfo/ia. Wuchs aufrecht, Blätter 
schmal lineal. var. latifolia (var. major). Blätter breit. Wuchs kräftig ; A. piilvenilenta (Zenobia 
speciosa) bis über meterhoher Strauch und hübsche, ziemlich harte Art. Bei der typischen 




Abb. 50. Bnickeiilha'ia spiciilifolia, Alirenheide, 25 cm. iG. ArciiJs, lionsdori.i 

Form sind die jungen Blätter und Kelche wenig weiß bestäubt; bei var. ninlu sind die Blatt- 
unterseiten grün. — Arbutus: Die verschiedenen Arten dieser Gattung sind im allgemeinen 
für das mitteleuropäische Klima als Freilandpflanzen nicht geeignet. — Arctostaphylos 
Uva-nrsi ist das immergrüne Oegenstück zu Arctoiis und sehr hübsch für Felspartien, \'er- 
mehrung durch Senker. Stecklinge und Samen : eine Form davon, die als A. nevadensis in 
den Gärten geht, wächst viel stärker und bildet längere Ranken, ebenfalls eine gute Boden- 
bedeckungspflanze. — Arctous (Arctostaphylos) alpina ist laubabwerfend und durch präch- 
tige Herbstfärbung ausgezeichnet, sonst wie vorige fürs Alpiniim. 

Cassiope tetrngona vergleiche Abb. !.?(). ein niedriges Zwergsträuchlein mit schuppen- 
artigen Blättern, ganz hart und hübsch für Liebhaber. X'ermehrung durch Senker. Stecklinge 
und Samen. — Chiogenes hispidula ist ein ganz dicht an der Erde kriechender Zwerg- 
strauch mit feinen, immergrünen Blättchen. Für Liebhaber im iWoorbeet verwendbar und 
durch Senker und Stecklinge zu vermehren. 

Epigaea repcns: ein kleines kriechendes Pflänzchen mit weililichen Glöckchcn im Sonmier. 
das Winterschutz verlangt und durch Stecklinge vermehrt wird. 

Gaultheria prociimbens. ein kleiner kriechender, unterirdische .Ausläufer bildender Zwerg- 
strauch, im Herbst durch schöne, leuchtendrote Früchte ausgezeichnet, die sehr wohl- 
schmeckend sind, eine reizende Pflanze für halbschattige Stellen in Fclspartien. vor Rhodo- 



Unsere wichtigsten Moorbeetpflanzen (Hricaceenl 



dendron- und Azaleengruppen. N'erniehrung durch Teilung; G. Shallon isielie Abb.2.5S| be- 
sitzt schwärzliche l-rüchte und ist leicht durch Teilung zu \-ernieliren. (/. mutlfoUa der Gärten 
ist nur eine Form mit spitzeren Blättern. 

Pernettya; Die aus den Hochgebirgen Südatiierikas stammenden Arten der Torfmyrte 
sind nur in sehr geschützten Lagen und bei guter Bedeckung einigermal.ien hart, am ver- 
breitetsten sind die Varietäten von P. mucnmata und ihre H\briden. 

Die Unterfamilie der Vaccinieen enthält eigentlich nur in der Gattung Vaccinium 
kulturwcrtc .\rtcn. von denen ich folgende hervorheben möchte: 1'. cory/nhosii/n (siehe 

.■\bb. 47 7) ist sehr viel üppiger als 
unsere Heidelbeere und bringt eben- 
falls schwarze wohlschitieckende 
Früchte, als interessanter Frucht- 
strauch für Liebhaber sehr zu emp- 
fehlen; V.eryr/irocarpiiflihMQikIcme 
aufrechte Sträucher mit schönen 
roten Früchten; 1'. riHurocarpiiiii 
ähnelt sehr unserer Moosbeere, ist 
aber in allen Teilen gröl.ier und hat 
bis kirschgroüe Früchte, die wie 
unsere PreiLleibeeren verwendet 
werden. Vermehrung durch Steck- 
linge und Ableger; 1'. ovatuni wird 
bis bOcm hoch, besitzt schöne glän- 
zendgrüne Belaubung. verlangt aber 
sehr geschützten Standort oder gute 
Winterdecke, Vennehrung durch 
Senker und Ableger; 1'. Cvi'(()((7/.s-. 
unsere gemeine Moosbeere, läl.it sich 
auch an geeigneten Stellen im Moor- 
beet anpflanzen; V. pcnnsylvaniciiiii 
ähnelt dem corymbosiim. bleibt aber 
niedriger und bringt nicht so lange 
Trauben; V. Myrtüliis. unsere ge- 
meine Heidelbeere, wird hier und 
da im Park zum Begrünen lichter 
Holzpartien verwendet, gedeiht aber 
in stark kalkhaltigem Boden nicht, 
in Kultur findet sich auch eine weil,)- 
früchtige Form . var. Iciicocarpiim 
und ein ISastard mit 1'. 1 V//.v Idaca : 
iiMioi. A. i'iirpiisi r. intciincilium : V . iilii^inosimi. die 

Sutiipflicidclhccre oder .Woorbeere. 
wächst straffer und aufrechter als die Heidelbeere, der sie sonst in Belaubung und Frucht 
ähnlich sieht; V. Vitis Idaea . die Preil'ielbeere, ist wegen ihrer Früchte bekannt und eine 
vorzügliche Pflanze zur Bodenbedeckung in geeigneten Lagen lichter Parks; noch besser 
für diesen Zweck ist var. minor (var. naruiin). 

Wir kommen nun zu der Gruppe der echten Heidekräuter, den Fricaceen. 
Während die Heidekräuter der südlichen Länder stattliche Sträucher oder gar kleine Bäume 
bilden, die im Schmucke ihrer meist grol.len. lebhaft gefärbten Blüten schon als einzelne 
Büsche ins Auge fallen, sind die in normalen Verhältnissen bei uns ohne oder mit geringem 
Winterschutz ausdauernden Arten nur kleine niedere Sträucher, die gewöhnlich sich nicht 
mehr wie M) bis (>() cm über dem Boden erheben und selten eine größere Höhe erreichen. 
.Als einzelne Individuen verhältnismäLiig unscheinbar, sind sie in gröl.'ieren Trupps und in 
ihrer Gesamtheit dennoch von wunderbarer Wirkung, 

Welcher Zauber liegt über der blühenden Heide, sei es in der schwach welligen, endlos 
erscheinenden Ebene oder in der Hügcllaiidschaft der Mittelgebirge, wo sie ganze Berghalden 




Abb. 51. Ahclia trifloni. dreiblütige Abelii 



Un 



LTL- wichtigsten Moorlieetpflanzen lEricaceeiii 




Abb. 52. Antlivllis Henmiiiniae. Wundl<k 



mit ihrem purpurnen Schein überzielit und in malerischer Weise die Wej^ränder schmückt. 

Wie im Norden die gemeine Heide, Ccillima vulgaris, ist es in den Kalkbergen des südlichen 

Europa die Schnee-Heide, Urica canica. die so manchen sonst kahlen Hang belebt. Zum 

Unterschied von ihren sommer- 
blühenden Schwestern schmückt sie 

sich schon bald nach der Schnee- 
schmelze im iWärz- April mit den 

leuchtend karmin - fleischfarbenen 

Blüten und läl.it die Berge bis in den 

A\ai hinein flammendrot erscheinen. 
In England wird die Eintönigkeit 

weiter Flächen des schwarzgrünen 

Stechginsters [Ulcx curopaciis), der 

sein gelbes Hochzeitskleid nur kurze 

Zeit im Frühling trägt, unterbrochen 

durch die prächtige purpurblühendc 

graue Heide, Erica cinerea. Wenn 

sie auch gewöhnlich nicht in so 

dichten Beständen vorkommt wie 

die gemeine Heide, ist sie mit den 

verhältnismäßig grol.ien Glocken 

■dennoch recht wirkungsvoll. .ledoch 

nicht allein im blühenden, auch im 

nicht blühenden Zustande sind die 

Heidekräuter schön. Die nadelartige, 

immergrüne Belaubung ist bei ein- i''''^''- '^ i'urrus.) 

zelnen Arten graugrün, bei anderen 

saftiggrün, teils im Winter sich bräunlich oder auch rötlich verfärbend, ähnlicli manchen 

Koniferen, und dadurch Abwechslung in die Landschaft bringend. 

Wer als Naturfreund und (lartenliebhaber die Heide in ihrer vollen Schönheit sah, der 

wird gewil.i versuchen, sie auch 
im Garten zu pflegen, um sich dort 
ihrer zu erfreuen. Das ist um so 
leichter durchführbar, als die Heide- 
räuter keine allzu groüen An- 
sprüche in der Kultur stellen. Die 
Natur selbst zeigt uns die beste Art 
der .Anpflanzung oder Anordnung im 
Garten. In gröl.ieren Flächen oder 
Tuffs sollten sie \-ereinigt werden, 
um ihre Eigenart zur vollen Geltung 
zu bringen. So eignen sie sich für 
ndschaftliche Anlagen. Felspartien 
und vor Gruppen anderer Moor- und 
Heidepflanzen, wie Rliododcnciron. 
Azaica etc. In grol.ien Parks können 
Heidelandschaften geschaffen wer- 
den, wo die Heidekräuter in X'erbin- 
dung mit einigen Birken, Kiefern, 
Wacholder und anderen Heidebe- 
wohnern schöne Stimmungsbilder 
geben. 

Es möge nun eine kurze t'bersicht 

der einzelnen ,\rten und Formen 

dieser Gruppe folgen : 

Abb. 5.^. Artemisia Iridentata, gezähnter I^eifnl.',, 1.2 /;;. Bruckenthalia spicillifolia\Üt- 

(Phot. J. H,irlniann, Dresden, Bolan. Oarlfn.l lie Abb..='OI wird nur biS 20 fW hoch; 




02 



Unsere wichtigsten Moorbeetpfla 



iliricaceen), 




Astniga/us In, 



die in dichten endständigen Ähren stehenden hcllrosa Blütenglöckchen erscheinen im Juni 
und eröffnen den Reigen der sommerblühenden Heidekräuter. 

Calluna vn/i^an's ist das im ganzen mittleren imd nördhchen Europa verbreitetste Heide- 
kraut, das man immer in grolkren 
A\assen zur Anwendung bringen 
sollte. \'on den vielen Kulturformen 
seien als die schönsten genannt : 
Alportii. Blüten leuchtend dimkelrot. 
Wuchs aufrecht: argentca, Belau- 
bung silbergrau. Blüten lila. Wuchs 
niederliegend ; aiirea, junge Triebe 
hell goldgelb, im Winter leuchtend 
rotgelb, schutzbedürftig; conipacta, 
Foxii, minima und pygmaea sind 
vier sehr ähnliche, ganz feinlaubige, 
niedrige Polster bildende I-'ormen. 
Blüten leuchtend lilarot; ciiprea. 
junge Triebe dunkelgelb, im Winter 
leuchtend kupferrot; diimosu, Zwei- 
ge sich flach auf derErde ausbreitend. 
^_^ ~~~'^^j|Hn^^^HHK^.,, ^^^;iJ:,i^Bm Blüten weilJ; elata alba, aufrecht 

wachsend.dunkelgrünbelaubt.weiü- 
blühend; clcgantissima. feinzweigig, 
aufrecht, weiüblütig; Jlore pleno, 
Blüten dichtgefüllt, leuchtend lila- 
rosa. sehr schön; Haniiltoniana, hoch, feinzweigig. weil.) ; Hammoniae und Reginae (siehe 
Abb. 1261. beide hochwachsend, weißblühend; „Searly", hellgrün belaubt, aufrecht, spät- 
blühend, weil.') ; tctragona. Blätter vierzeilig angeordnet. Triebe daher vierkantig erscheinend, 
Blumen weil.l; tomcntosa. weißwollig behaart, sonst wie Stammart. 

Erica arhorca (siehe Abb. 2 1 hl, bis 2 m hoch, für uns nur ganz im Süden wertvoll, blüht 
im Frühling weil.'i. weit härter ist var. alpina, die von Dieck aus den Hochgebirgen Spaniens 
eingeführt wurde, sie hält im westlichen Deutschland bei guter Reisigdecke und Wurzelschutz 
durch Laub bis minus 12 Grad C gut aus. — E. carncu (siehe Abb. 215l bewohnt vorwie- 
gend Kalkberge, wird bis 20 cm hoch und bildet weitverzweigte dichte Rasen. Sie blüht 
prächtig dunkelrosa bis leuchtendrot im April-Mai. Neben der mehr kriechenden rosa Stamm- 
art befindet sich noch eine aufrecht wachsende, dunkelrote Form in Kultur, sowie eine weil.l- 
blühende var. allni. Es ist die härteste aller echten Ericen. — E. ciliaris aus Westeuropa 
bringt ihre leuchtend purpurrosa. großen Blütenglocken vom .luli bis zum Frost; sie bedarf 
eines guten Winterschutzes aus Rei- 
sig, ist aber für warme geschützte 
Lagen der schönsten eine. — E. 
cinerea stammt ebenfalls aus West- 
europa und blüht im .luli-August mit 
zahlreichen. gipfelständigenTrauben 
purpurner, ziemlich großer Blüten- 
glocken. X'erlangt leichten lockeren 
Winterschulz oder warme Lage. Sehr 
zu empfehlen auch die Kulturformen 
alba \mf\alha granclißoni. reinweil.'). 
alropiirpiirca, karminpurpurn, cocci- 
nea nana, leuchtend karminrot, sehr 
niedrig, grutidißora . großglockig, 
purpurn, stark wachsend und rosca. 
leuchtend carminrosa. — E. Mackayi 
ist eine reizende reichblühende 
Zwergform aus Spanien und Irland, 
die teils als N'arietät von Tetralix 




Erbsenstrauch, 00 cm. 



Die Felscnstriiiichcr uiul ihre Vcruendimg. 



63 



oder als Bastard dieser mit ciliuris betrachtet wird. Sic verlangt etwas Wintersehutz. Higen- 
artig und schön ist auch die gefüllte Form. — E. multiflora ist kaum echt in Kultur. Was 
man als solche erhält, sind Formen von E. vagans. -- E. multicaiilis (siehe Abb. 48 1 wird 
bis meterhoch und ist für warme Lagen sehr dekorativ, sonst gebe man Tannenreisigdecke. 
Die Blüten sind leuchtendrosa. — E. scopan'a und ihre Formen sind trotz Decke nicht hart 
genug. — E. Tctralix ist in den Sumpf- und Moorgegenden des nördlichen Europa zu Hause 
und durch krugförmige. ziemlich grol.ie rosenrote Glocken ausgezeichnet, in Kultur auch eine 
var. rubra und eine var. alba, sowie eine silbrig behaarte var. tomentosa. — E. vagans 
(siehe Abb. 4')l stammt aus dem südwestlichen Europa bis Irland, wächst bis 80 cm hoch 
und verlangt geschützten Standort oder etwas Winterschutz, die rosa Blüten erscheinen im 
August-September; am schönsten ist die Form /•///;/-a, wie auch die weißblütige var. alba mit 
gedrungenem Wuchs. — E. W'atsoni ist ein Bastard von ciliaris mit Tetralix. Sie verlangt 
etwas Winterschutz. 

Alle Heidekräuter vermehren sich leicht durch Stecklinge. Teilung. Ableger ; die reinen 
Arten kommen auch echt aus Samen. 



IX. 

DIE FELSENSTRÄUCHER UND IHRE VERWENDUNG. 

Von A. P u r p u s. 

Bei der Bepflanzung von natürlichen und künstlichen Felspartien bevorzugt man in der 
Regel Stauden und Alpenpflanzen, während Sträucher weniger Beachtung und Verwendung 
finden. Das mag wohl seinen Grund darin haben, dal.l die zu solchen Zwecken geeigneten 
Gehölze ungenügend bekannt sind und dal.l man über ihre Verwendung zu wenig unterrichtet 
ist. In den Alpenpflanzenwerken werden die Felsensträucher oder die zur Bepflanzung von 
Felsgruppen ge.-ipneten Gehölze nur stiefmütterlich behandelt und meist nur wenige ein- 
heimische Arten aufgeführt. Auch die Gehölzbücher geben uns über die Standortsverhältnisse 
und Verwendung der beschriebenen Arten wenig Auskunft. Mit der Beschaffung von Felsen- 
sträuchern hat es oft auch seine Schwierigkeiten. \\'ohl führen die Alpenpflanzen- und Stauden- 
gärtnereien nebenbei eine .Anzahl von brauchbaren Arten, auch in den Baumschulen findet 
man ziemlich verstreut etwas .\\aterial. allein wer sich eine gröl.lere Sammlung zulegen will, 
mul.) schon lange suchen, bis er eine reiche Kollektion zusammenbringt.'! 

Viele Gehölze müssen wir. wenn sie gut gedeihen, sich richtig entfalten und zur Geltung 
gelangen sollen, auf der Felsanlage 
unterbringen. Ja. wir können man- 
ches kleine, niedliche Sträuchlein 
gar nicht anders verwenden, als an 
solchen Plätzen, es würde in eine 
andere Umgebung gar nicht passen 
und völlig darin verschwinden. Wie 
viel mehr Reiz und Abwechslung 
bietet nicht auch eine Felsgruppe. 
die neben Stauden mit passenden 
Sträuchern bepflanzt ist. 

Es ist nun nicht gesagt, daß wir 
auf der Felsgruppe ausschliel.ilich 
solche Gehölze pflanzen müssen, die 
auf Felsen oder felsigem Terrain 
vorkommen. Hierzu eignen sich 
neben ausgesprochenen Felsbewoli- 
nern alle kleineren Sachen, nament- 
lich solche, die an sehr trockenen, 
sonnigen Standorten sich finden. 
.'\uch die Steppen- und Wüstensträu- 

cher bringen wir. falls es an ande- Abb. .S6. Cytisus purgans 

ren. ihren heimatlichen Lebensbe- ii>iiot. .\. Purpus.i 




64 



Die Felsensträueher und ilire N'frwciidung. 




hriogoniiin 



WollknölLTicl^ 



dingiingen entsprechenden Plätzen mangelt, am zvs'eckmäl.ligsten auf der Felsanlage unter. 
Gerade diese eignen sich vortreffhch für die sonnigsten, trockensten Stellen. Viele Felsen- 
gewächse kommen auch gelegentlich auf dem Boden vor. andererseits gelangen Boden- 
pflanzen zufällig auf Felsen und ge- 
deihen dort ebenso vergnügt wie an 
ihren eigentlichen Standorten. 

Die sachgemäl.'ie Bepflanzung. sei 
es von einer natürlichen oder künst- 
lichen Felspartie, eines steinigen.Ab- 
hanges oder einer Böschung, erfor- 
dert Kenntnis und völliges X'ertraut- 
sein mit dem Pflanzmaterial. Man 
rnul.) nicht allein über die Standorts- 
verhältnisse der betreffenden Ge- 
wächse, ob sie an sonnigen, feuchten 
oder trockenen Stellen vorkommen, 
orientiert sein . sondern auch über 
Wuchs. Höhe und spätere Fntfal- 
tung. Manche Arten gehen in die 
Hohe, andere mehr in die Breite ; 
diese bilden kleine Büsche, jene 
kriechen über das Gestein oder sie 
bilden kleine, dichte Polster und 
Rasen. Alles das sind Dinge, die der 
Pflanzerkennen und berücksichtigen 
mul.). Bei der Auswahl der Sträucher 
müssen wir auch m Betracht ziehen, 
ob sie für eine gröl.iere. ausgedehnte Anlage oder für eine sich in kleinerem Rahmen be- 
wegende Fels- oder. -XlpenpflanzengruppeX'erwendung finden sollen. Gröl.tere. sich weit aus- 
breitende Gehölze, wie Pinus montaiui, Piniis Mughiis. Sorbits Chamucnicspilus oder gar 
Alnus viridis, gehören sicher nicht auf eine kleine .Anlage ; auchjiinipenis Sabina.J. prostrata 
und andere niedrige Koniferen-Arten breiten sich schon zu sehr aus. Ich sah solche kleinere 
.Anlagen, die fast ganz von Pinus Miighiis undjiinipcriis eingenommen waren, welche die um- 
gebenden kleineren Sachen völlig erstickt und verdrängt hatten. Hohe und sich weit ausbreitende 
Gehölze gehören auf eine grol.ie .Anlage und man verwende sie auch hier mehr im Hintergrund 
oder an Stellen, wo sie sich ungeniert ausbreiten können, ohne andere Sachen zu belästigen. 

Kleinere Gewächse gehören mehr 
in den N'ordergrund. in die Nähe der 
Pfade, welche die Anlage durch- 
kreuzen. Hier kommen sie besser 
zur Geltung und können bequem 
gesehen werden. An senkrechten 
Felswänden, auf großen Blöcken 
usw. bringt man kriechende, dem 
Gestein sich anschmiegende Arten 
unter. Welch reizenden Anblick bietet 
z.B. eine Felswand, an die sich Rliarii- 
//HS/w/H//« dicht anschmiegt, wie wir 
das in den .Alpen oft sehen können, 
oder einFelsblock.der mit/>i'«,'; or/o- 
/«'?«/« bekleidet ist. Solche Beispiele 
aus der Natur beherzige man und be- 
mühe sich, sie möglichst nachzu- 
ahmen, um natürliche. malerische und 
harmonische Bilder zu schaffen. \'or 

allem vermeide man eine Überladung ^hb. 58. ücnsia a„xanuca. südlicher Färbergi.ister. 

und stopfe die Anlage nicht zu voll. ii.i,ot. .\. i'urpusi. 




Die l-t'ls(.'iistr;iuctK'r und ihrt Vcruciidung. 




Gehölze, die sonnige und troci<ene Standorte bevorzugen, dürfen natiiriicli niciit schattig 
und feucht gepflanzt werden und umgekehrt. Auch die Bodenverhältnisse darf man nicht 
auüer acht lassen. Doch braucht man in dieser Beziehung nicht zu ängstlich zu sein. Die 
meisten Sträucher bedürfen keiner 
besonderen Bodenmischung. 1-ür Jf^i?--; 
humusliebende Pflanzen misclitman 
den natürlichen Boden mitTorfoder 
Moorerde. Die heikelsten Arten, 
welche einer sorgsamen Pflege be- 
dürfen, müssen dem Liebhaber und 
Kenner überlassen bleiben. Über den 
Aufbau einer Felsenanlage und in- 
struktive Anleitung, wie man eine 
solche sach- und naturgemäl.i be- 
pflanzt, bietet die Abhandlung von 
Graf Silva Taroucain dem Buciie 
„Unsere Freilandstauden" treffliche 
Winke. Ich will mich daher nur auf 
kurze .Angaben beschränken**!, wel- 
che Sträucher sich für diese oder jene 

Stelle der .Anlage eignen und ihren Abb. 59. Hyinenaniheni cnissijolni, AO cm Durchm. 

heimatlichen Standortsverhältnissen ii'i'"'- A- i'urpus.i 

und Lebensbedingungen entspre- 
chend am besten hinpassen, gedeihen und sich entwickeln. Befinden sich auf der Anlage 
Wasserrinnen. Felspartien, wo Wasser herabsickert, oder Stellen, die stets etwas feucht sind, 
so bringt man hier am besten die kleinen, kriechenden Zwergweiden unter, obgleich sie auch 
zum Teil an trockeneren Stellen noch gut fortkommen. Sie breiten sich fast alle weit aus und 
bilden mit ihrem dichten Geflecht fast in der Erde verborgener Stämmchen und feinen Zweigen 
prächtige, die Felsen überziehende Rasen. Ich nenne vor allen die prächtigen, dicht dem Gestein 
sich anschmiegenden Salix retiisa. serpyllifolia, retiaiUitn. auch Salix Fcnzlhina. Sommerfeldii 
und Jacqiii/iii wachsen ähnlich. Ferner dürfen auch Salix Iwilhufu und selbst S. polaris mchi 
fehlen. Salix vestita und ^s\ artica werden etwas höher, ^". myrsl/ürls. die prächtige ^\ lariata 
und die meisten 5. glaiica-Formen beanspruchen schon ziemlich Raum. Alle die zuletzt ge- 
nannten eignen sich für feuchte Stellen nahe der Wasserläufe und verlangen zum guten 
Gedeihen Moorerde oder Torfmischung. 

Für senkrechte Felswände ist Rhawniis pnmilu als vorzüglicher Strauch, der sich dicht dem 
^ Gestein anschmiegt, bekannt. Eben- 

so vorzüglich eignen sich hierzu Co- 
toneastcr adpressa und C. Dammeri, 
die sich ebenfalls dicht an die Fels- 
wände und Blöcke anschmiegen. 
F'erner nenne ich noch Arctosta- 
pliylos Uva-iirsi und die als neva- 
(lensis gehende Form, üryas octo- 
pctala, ü. Dnimmondii, Cytisus dc- 
iii/nbcns. C. prociimhcns. C. leucan- 
tliiis \ar. schipkacnsis, Eriogoniini 
iiiiibcllatiini, dasgrol.ie Flächen über- 
zieht, ebenso Aiirliyllis inontaria. 
(Jcnisfa pilosa. 0. adpressa. 0. Im- 
iiiijusa. Ih'lropliytiim caespilositm. 
Spiraca Hacipietü, S. deainiberisund 
S. Piinillloniiiii. 

In die kleinsten Felsspalten und 
-ritzen, an die sonnigsten Stellen 
pflanze man Alyssiini spiiwsiim. I 'ella 
'",,>„ spinosa und Psciidocyrisiis.nrinacea 

Sil\ 1 r irrnu 1-Si.hncuicr l n-tri. I rui iMil-l.,iiihscli"lzc. 2. .\iiilast. 3 




[)ic I-clscnsträiicliLT iind ilirc Verwendung. 



piuifrcfis, Hc/iant/winiiin-Arten. Wollkiu pctnica. Litliospcnniiin Jniticosiiin, Tciitriiim artiaii/i. 

Hap/opuppiis aiih'utus. /:n'oj{oiiiini stcllatiim. H. W'riff/ini. Aet/iioncma <^rarii/if/onim und Ac. 

iordatiini , Alyssiim saxutilc, /bcris-Arien. Auch Cotoneaster integerrima (C. vulgaris). C. 

tont en rosa, Am clancli ier rot im difolia 
(A. vulgaris) sah ich wild wachsend 
an solchen Stellen. 

Für sehr sonnige, trockene Stellen 
mit etwas mehr Raum zwischen dem 
tiestein eignen sich eine Menge Ar- 
ten. Von höheren Sträuchern nenne 
ich Fendlcra nipicola, Cliainciebari- 
ariu .Willcfoliiini (liebt Kalkboden). 
Pliiladiipliiis iiiitropliylliis, l'hyso- 
carpiis moiiogyniis . fiolodisais dii- 
iiiosiis. Caraguna juhata. C. Gcrar- 
diunu. C.pygtiHu'u. Ccanothiis Fcnd- 
leri. (jurryii fluvcscens, Fallagia pa- 
radoxu . Cowinüa mexicana. Cerco- 
carpiis purvifoliiis. C. ledifoliiis, C. 
intricatiis. Pursiiia tridentata, P. 
glandtilosa , Rosa pimpinellifolia, 
R. gliitinosa , R. manca , Cytisiis 
pracrox . C. albus . C. pitrpiireiis, 
Onoiiis fiuiii osd. Rhainniis riipestris 
und R. saxtiiilis. Symphoricarpiis 
orcoplnhis. Ribcs cereiim . R. alpi- 
uiiin (auch für tiefen Schatten vor- 
züglich i. R. Orientale, R. pinetonim, 
R. leptantlmm, R. diacantha, R. crii- 
entiini . R. aniictiiin , R. ciirvaniiii. 
I^orcstiera neotncxicana . Lonicera 
spinosa var. Alberti. L. pyrcnaica. L. 
dcpressa. L. nipicola L. syringantlui. 
.Auch dieW'üstensträucher gehören, falls man sie auf der Anlage unterbringen will, hierher: 

z. B. : Bigelowiü graveoleiis. B. Doiiglasii, Arternisia tridentata, Mahonia l-rcinontii und .W. 

haematocarpii. Lyciuni pallidiini. Atriplex canescens, Sarcobatiis vermiciilaliis w. a. 
\'on niedrigen Sträuchern 

und Halbsträuchern sind für 

solche Stellen trefflich geeig- 
net: /^oiseleiiria prociinibens 

und Arcfons alpina (sehr hei- 
kel), Anthyllis Hermanniae. 

Astragalus Dnisonim, A. tra- 

gacantha, A. aristattis, A. si- 

riniais, Ononis aragonensis, 

Cytisiis Ardoini, C. glabres- 

cens, C. piirgans. Genista tinc- 

toria pletia, G. aspalathoides. 

(]. radiata , G. nyssana. G. 

(lalmatica und die ähnliche G. 

germanica . Medicago creta- 

cea . IJaplme- Arten . ausge- 
nommen D. Blagayana. die 

Schatten oder Halbschatten 

vorzieht, Andrachne colchieu. 

Hypericum Coris, H. empetri- 

Jotiimi, II. lysiniacllioides, Se- .\bl) i>2 Rliododeiulron liirsiilum, bO n 




Mygo 



nne. Schachtelhalrii-Kr 




Die Fclscnstriiiiclicr iir.d ihre Vcrweiuluiig. ()7 

dum popiilij'oliiiiii. Doiycniani suj/ruiicosiiiit, Lavandiilu Spiai, Sutiircja inoniana, die präch- 
tigen l'entstemon Me/iziesü und var. Scoiileri, P. Newhcnyi, Hclicliiysuin angiisrijo/iiiiii, 
Santolina vi/ms und 5. C/iamac'cypa/issiis, Staehelina uniflosciilosa, Giitierrezia Sarothme, 
Biirotia laiuita und E. ceratoides. Diese drei Wüstensträuchcr. ferner Atrapliaxis-SrXf^n. 
Zuusdmeriu culifornica . auch Rhododendron hirsiitiini und andere kleinere Rliododcndroii- 
Arten dürfen wir nicht übersehen. Die meisten sollen aber nicht an zu brennend heülc und 
trockene Stellen gepflanzt werden, auch die übrigen Ericaceen. Sie verlangen alle mehr Humus. 
Zur Bekränzung von Felsblöcken und Bekleidung sonstiger passender Stellen der .\nlage 




Abb. 63. ,s'(///.i- poli 



rgui 



;ippl.-ind.l 



verwenden wir die niedrigen, sich weit ausbreitenden Cotoncusi('r-,\rX(^n. namentlich C". Iio- 
rizontalls. Syniplioricarpiis aaiti/s. S. mollis. Bcrbcris sibirica. B. cnipctrifoUu, B. stcnophyllu 
(B. hiixifolia wächst aufrecht und breitet sich durch Ausläufer aus). Für gröl.iere Anlagen 
ist auch noch B. T/iiinhergii geeignet. Ferner Rhamniis saxatilis und R. prociimhens. Auch 
Rosa W'iiimraiana sah ich auf einer Gruppe grol.ie Blöcke überziehen, was sich sehr schön 
ausnahm, [-erner I.oniccra pdccita. L. spiiiosu var. Alhcrii. L. syrini^unr/ia. Ccuiiothiix l-'cnd- 
leri u. a. m. 

Felsensträucher. die ausgesprochene Schattenpflanzen sind, gibt es eigentlich nicht, denn 
ursprünglich haben sich nur solche Sträucher an Felsen angesiedelt, die licht-, luft- und sonne- 
bedürftig sind, was ihnen an solchen Standorten in reichem A\al.ie geboten wird. Für wär- 
mere Gegenden, Gebiete mit Seeklima, geschützte Orte eignen sich noch vortrefflich für die 
Anlage alpine und subalpine Sträucher und Halbsträucher aus Neuseeland. Man sieht sie 
namentlich viel auf den sogenannten ..Rockeries" in Fngland und es befinden sich darunter 
ganz reizende Sachen. Ferner Felsen- und Gebirgspflanzen aus dem südlichen Furopa. Hima- 
laya. .Wexiko etc. Sie bedürfen bei uns des Schutzes: einige, namentlich ganz niedrige Sachen 
halten aber doch ziemlich gut aus. wenn sie durch eine niäl.iige Schneedecke geschützt sind 
oder in Ermangelung dieser mit Fichten- oder Tannenreisig bedeckt werden. 

[^rächtige. hochinteressante Erscheinungen bieten z. B. die neuseeländischen Veronica- 
Arten. die zum Teil kleine, kompakte Büsche oder niedrige Rasen bilden. Besonders hervor- 



KiirzL' Anija 



Aiizuclit, \'LTni(.'liniiijf. hchnitl und Kultur der Laubgeliölzc 



zuhebeii sind Veronica aipressoidcs ihält hier gut aus). 1'. loganioides, V. chatamica. V. ano- 
mula. V. pingiiifolia und var. dcaimhcns. V. Oodefroyana, V. Cjiithriana, V. Hektorii. V. Tni- 
vcrsii. V. Bidwillii. — Sehr schön und interessant sind auch die strauchigen neuseeländischen 
Kompositen wie Cassinia J'ulvida, C. Vauvilliersii. üleciria Huastii und 0. numnuilarifolia. 
Scnccio Greyi, Ozothamniis rosmarinifolius. Ich sah die meisten der genannten Vc'ronicci-.\ritn 
und die Kompositen aul.ier in England auf den Felsaniagen des Botanischen Gartens in Bre- 
men, wo sie augenscheinlich trefflich gedeihen. Ferner führe ich noch von Neuseeländern an : 
Hyineminthera crassifolia. die an etwas schattigen Stellen unserer Anlage recht gut aushält. 

Empfindlich ist dagegen Corokca 
Cotoncustcr. Sehr gut kommen bei 
uns unter Schneedecke oder leichter 
Bedeckung durch die kriechenden, 
sich weit ausbreitenden, einander 
sehr ähnlichen Mü/ilcribeckici-Aüeu. 
z. B. AI. axillaris, M. varians. M. 
udprcssa, M. sagittifolia , \\. corii- 
plc'.xa: ferner die reizende, dichte 
grol.ie Rasen bildende Coprosma 
Pctric'i und die weit auslaufende C. 
arc/flsa. ~ 

Die im Mittelmeergebiet vorkom- 
menden, an Felsen oder felsigen 
Orten wachsenden Sträucher. wie 
Cneorum tricoccum , Convolviiliis 
Cneoriim. Poteriumspinosum, Silene 
Jniticosa. das interessante l'olygo- 
miin eqiiisetiforme etc. erfrieren bei 
uns leicht; auch die meisten Cistiis- 
Arten eignen sich nur für südliche Lagen. 

\on Mexikanern habe ich hier die felsbewohnenden Oxylobus arbutifoliiis, Eiipatorium 
vi'/rilmsuni. Scrwcio calcarius und Acacna elongata probiert. Sie bedürfen alle sorgfältigsten 
Schutzes. Acaena elongata wird etwa bis 1 m hoch und liebt Schatten, sie kommt auch nicht 
oder selten auf Felsen vor. Polygoniiin vaai/iijoliiini aus dem Himalaya hält ziemlich gut 
aus und bildet große Rasen. Es eignet sich trefflich zur Bekleidung von Felsblöcken. 




Abb. 64. Scriecio üre 



X. 

KURZE ANGABEN ÜBER ANZUCHT, VERMEHRUNG, SCHNITT 
UND KULTUR DER LAUBGEHÖLZE. 

Von Franz Zeman. 

Wie in dem ersten Kulturhandbuche „Unsere Freilandstauden", so seien auch in diesem 
zweiten einige kurze Winke über all das gegeben, was der Liebhaber über Anzucht und Ver- 
mehrung, sowie Schnitt und Kultur der Laubgehölze wissen muü. Im Besonderen Teile müssen 
wir uns zumeist auf ganz kurze Hinweise beschränken, und die folgenden Zeilen sollen nur 
eben erklären, was unter .Angaben, wie krautige oder Sommerstecklinge, Teilung. X'eredlung 
usw. zu verstehen ist. Den Fachleuten werden wir nichts Neues sagen, allein unser Leser- 
kreis wird sich zum großen Teil aus Gartenfreunden zusammensetzen, denen diese Winke 
willkommen sein dürften. 

Wir haben zwei Hauptvervielfältigungsarten zu unterscheiden : die Vermehrung auf ge- 
schlechtlichem Wege. d. h. durch Samen — und die Vermehrung auf ungeschlechtlichem 
Wege. d. h. durch vegetative Teile der Pflanze. Man bezeichnet die erste auch kurz als se- 
xuelle und die letzte als vegetative Vermehrung. 

Wir beginnen mit der sexuellen Vermehrung oder der 
.\n Zucht aus Samen. 

Diese N'ermchruiigswcise ist die natürlichste und sollte überall da .Anwendung finden, wo 
es sich um .Aufzucht von Ijäumen und Sträuchern in großem .Wal.lstabe handelt, die für Forst- 



Kurze Angaben über Anziiclit, Verniehrimi;, Scbiiitt luul Kultur der Laubgebölze. (,() 

zwecke verwendet werden. Im allj^enieinen ist diese Methode die biliij^ste und erwiesener- 
nialkn auch die ratsamste für langlebige Arten, namenthch Bäume, weil diese vor allem ein 
viel stärkeres Wurzelvermögen entwickeln, als wenn sie auf vegetativem Wege vermehrt 
werden. 

Für den Liebhaber freilich, dem es meist darauf ankommt, schnell eine geringe Zahl gröUerer 
Pflanzen zu erhalten, ist die Anzucht aus Samen nur dann bedeutungsvoll, wenn dieser ver- 
läülich und schnell keimt, und wenn die jungen Pflanzen sofort üppig wachsen. Ausgeschlossen 
ist die sexuelle Vermehrung bei allen Gartenformen, die nicht samenbeständig sind. d. h. 
aus Samen nicht oder nur zum Teil rein fallen, wie Rhododendren. Deutzien. Weigelien. 
Ceanothns, Chaenomcles, Hihiscussyriaciis. PhiUichipliiis, Rosen. Spiraeen und Syringen : dann 
bei solchen Formen, die wenige oder gar keine Samen ansetzen und ausreifen und schliel.i- 
lich bei solchen, von denen frische keimfähige Samen nur schwer zu erlangen sind. 

Erste Bedingung für das glückliche Gelingen der Saat ist die Beschaffung von bestem 
Saatgut. Wenn man in der Lage ist. dieses selbst zu sammeln, so muLi man darauf achten, 
daü die Mutterpflanzen, von denen man die Samen nimmt, alle jene guten Eigenschaften 
zeigen, die wir an der betreffenden Pflanze schätzen. Man vermeide es, von kränklichen oder 
schwachen Exemplaren Samen zu ernten und ebenso auch von jungen, zum ersten Male 
tragenden Stöcken, da hier die Samen oft noch nicht genügend ausgebildet sind. Man be- 
achte auch, daß kränkliche Exemplare oder auch unzureichend ernährte, oft besonders reich 
Samen ansetzen, doch empfiehlt es sich keineswegs, solches Saatgut zu benützen. 

Beim Selbstsammeln ist es auch sehr wichtig, die Reifezeit der verschiedenen Sämereien 
genau zu kennen. Oft wird es notwendig sein, die Samen ziemlich früh zu ernten, da be- 
sonders die beerenartigen Früchte vielfach von X'ögeln sehr gesucht sind. Im allgemeinen 
empfiehlt es sich, schöngefärbte Früchte sofort abzunehmen, wenn die Färbung eingetreten ist. 

Bezieht man Samen aus fremder Hand, so wende man sich nur an zuverlässige Quellen. 

Die Zeit der Aussaat. 

ist nicht inmier die gleiche. Es erscheint naturgemäl). alle Samen unmittelbar nach der Reife 
auszusäen, wie dies ja die Natur selbst zu tun pflegt. Indes geht bei der natürlichen Aussaat 
stets ein großer Teil zugrunde, weshalb es sich empfiehlt, in der Kultur praktischer vorzu- 
gehen. 

Um den Zeitpunkt der Aussaat zu bestimmen, ist es wichtig, die Dauer der Keim- 
fähigkeit bei den einzelnen Gehölzarten zu kennen. Diese schwankt beträchtlich, und im 
allgemeinen ist sie keine grolle. Es empfiehlt sich daher, alle Samen, die bald ihre Keim- 
fähigkeit verlieren, wie z. B. die Arten von Alniis. Betiila, Castanopsis. Fagiis. Jiiglatis, 
Popiiliis, Quercus, Salix, Ulniiis usw. gleich nach der Reife oder jedenfalls im Herbst aus- 
zusäen. Um jedoch zu verhindern, dal.i solche Sämereien, die bald keimen, zu ungünstiger 
Jahreszeit aufgehen, so pflegt man sie meist zu stratifizieren. Man versteht darunter die 
EinSchichtung der Sämereien in feuchten Sand. Auf diese Weise aufbewahrt, behalten die 
Samen ihre Keimkraft, so dal.i man sie erst im Frühjahr auszusäen braucht. Dies letzte gilt 
auch für alle sehr schwer keimenden Sämereien, die zum Teil auch ihre Keimfähigkeit bald 
verlieren, wie z. B. Acer cainpestrc. Carpinus, Ccltix. Crataegus, Blaeagniis. tvonyniiis, 
Halesia, Hamamelis, Hedera, Hex, Liquidambar, Liriodendron, MagnoUa, Neillia, Nyssa. ()s- 
maronia, Paeonia, Prunus, Rapliiolepis, Rliodotypus, Rhus, Rosa, Stapliylea, Styrax. Sym- 
plocos, Vibunuim, Xanthoceras, Xantlwxylum usw., ferner alle fleischig umhüllten Samen, von 
denen einige wie Crataegus und Vibiirnum schon genannt wurden, wie Amelaiuhier, Am- 
pelopsis, Aralia (auch im Frühjahr), Aronia, Auailm, Berberis, Celastrus, Cormis, Coto- 
neaster, Ligustrum, Lonicera, Ribes, Rubus usw. Außerdem sollen noch folgende nach der 
Reifegesät oder stratifiziert werden: Azara, Clerodendron. Dapline. Dirca, Disanthus (keimt 
schwer). Bucommia, üymnocladus, Koelreiiteria, Kolkwitzia. Lindera, lJ(juidambur. auch 
Pyrus, Malus und Sorbus im Frühjahr, ferner Neillia, Nothojagus, Physocarpus. Pyracuntlia. 
Rhamnus, Sarcococca, Stranvaesia, Sycopsis. Tilia u. a m. 

Beim Stratifizieren schichtet man die Samen in Töpfe oder Kästen zwischen leicht feuchten 
Sand oder recht sandiges Erdreich, so daß 4 bis (> Schichten übereinander kommen. Dann 
stellt man die stratifizierten Sämereien an einen kühlen Platz, am besten in ein kaltes .Wist- 
beet. wo man sie im Winter der Einwirkung eines leichten Frostes aussetzen kann. Es ist 
oft sehr vorteilhaft, wenn man die Sämereien 2 bis .^ cm hoch beschneien läßt. Natürlich 



70 Kurze Angaben üIkt Anzucht, W-rnielirung, Sclinilt uiul Kultur der Lauhgeliölze. 

müssen die Gefäl.ie ordentlich bis zum Rand in die Erde des Ä\istbeetes eingegraben werden, 
damit sie nicht unter der Einwirkung des Frostes leiden. So behandelte Sämereien pflegen 
im Frühjahr sicher aufzugehen. 

Dieses Stratifizieren empfiehlt sich auch bei solchen Samen, die aus fremden Ländern 
zu einer ungünstigen .lahreszeit ankommen, so dal.l die Aussaat nicht sofort erfolgen kann. 

Im Februar-März empfiehlt sich die Aussaat bei Ailanthiis, ßroassotietia, Biiddlcja. Car- 
penteiia. Carrierea. Curyopteris, Catalpa (warm), sowie Paiüownia. Diospyros. allen Erica- 
ceen. Cistus, Elsholtziu, Leptospermum. Pyxidanthera. Schizophragina und anderen fein- 
körnigen Samen. 

Die -Aussaat selbst erfolgt je nach der .Art oder Empfindlichkeit der Sämereien entweder 
in Gefälle, in ein Mistbeet oder direkt in das freie Land, in Gefäl.ie sät man alle selteneren 
und neueren .-Xrten und auch die harten dann, wenn nur wenig Samen zur Verfügung steht 
und wir besondere Sorgfalt darauf verwenden müssen, um möglichst wenig Sämlinge zu 
verlieren. Bei geringem X'orrat wählt man flache, handliche Töpfe. Schalen oder Holzkästen. 
Diese sollen im allgemeinen eine Breite von .30 cm. eine Länge von 40 bis 50 cm und eine 
Höhe \'on 4 bis 10 cm nicht überschreiten. Man gibt zunächst über die am Grunde vorhan- 
denen Abzuglöcher eine fingerdicke Schicht von Scherben oder kleinen Steinen und füllt 
dann die Gefäl.ie mit Erde so weit an. dal.l diese nach der Glättunsj; der Oberfläche bis etwa 
1 cm unter den Rand reicht. Ais Erde empfiehlt sich folgende .Wischung: zwei Teile nahr- 
hafte Rasenerde, ein Teil gut abgelagerte Lauberde und ziemlich reichlicher Sandzusatz. 
Für leichtere Erde, bestehend aus gleichen Teilen Laub-. Moor- oder Heideerde mit Zusatz 
von Rasenerde und Sand, sind jedoch folgende Gattungen dankbar: Arbutus. Dapline. Dc- 
cumaria. Hydrangea, Loropetalum, Myrica. Sarcococca, Skimmia. Stuartia, auch Actinidia 
in der. lugend; ferner alle Ericaceen. wie Rhododendron, Andromcda. Perncttya, Ganltlwria. 
Calluna: besonders die £/7rr/-.Arten verlangen reine Moor- und Heideerde mit entsprechend 
Sandzusatz. Die Oberfläche wird mit einem Brettchen geglättet und leicht angedrückt. Die 
Samen verteilt man dann dünn über der L'läche. so dal.l die Pflänzchen jedes für sich Platz 
zur Entwicklung haben. Die Bedeckung der Samen richtet sich nach ihrer Dicke, und im 
allgemeinen soll man sie nicht hoher mit Erde bedecken, als sie dick sind, doch kann man 
nicht allzu feine Samen meist etwas reichlicher mit Erde überziehen. Über die Behandhmg 
der sehr feinen Sämereien wird weiter unten berichtet. Die Saatgefäl.le werden stets niäl.lig 
feucht gehalten, damit die Samen gleichmäl.lig keimen. 

Für die Aussaat in das freie Land richtet man besondere Saatbeete her. l-iir diese 
wählt man eine geschützte, namentlich gegen Nordwinde gesicherte, aber sonst genügend 
sonnige, helle Lage und einen guten durchlässigen, weder zu schweren noch ganz leichten 
Boden. Wenn der vorhandene Boden nicht wunschgemäß ist, so mul.l er besonders herge- 
richtet werden. Zu schweren Boden entfernt man zum Teil und ersetzt ihn durch Zufuhr 
von Sand und leichtem Humus, während man bei zu leichtem Boden schwerere Erde bei- 
fügen mul.l. Der Boden soll wohl gut sein, aber nicht zu nahrhaft, damit die Sämlinge nicht 
zu geil heranwachsen. 

Solche Saatbeete können eine Reihe \-on .lahren hindurch benutzt werden, wenn man 
nach dem Räumen den Boden wieder entsprechend behandelt. Wie schon gesagt, mul.l ihre 
Lage eine geschützte sein, vor allem auch gegen Frühjahrsfröste. die besonders auf immer- 
grüne Sämlinge schädlich wirken, wenn die Morgensonne die gefrorenen Pflänzchen treffen 
kann. Man gibt daher mit NOrteil einen seitlichen Schutz durch immergrüne /"/////(/-Hecken 
oder dergleichen gegen Osten und Nordosten. 

Bei der Aussaat ins freie Land kann man die Reihensaat anwenden, wie auch die iireit- 
saat. Beide haben ihre Vorzüge wie Nachteile. Die Breitsaat wendet man \-or allem bei 
feineren Sämereien an. die sich dadurch gleichmäl.liger über die Fläche verteilen lassen. 
Bei größeren Sämereien dürfte die Rei hensaat vorteilhafter sein, weil die Sämlinge dann 
sich leichter herausnehmen lassen. Im allgemeinen ist der Unterschied zwischen beiden 
Methoden kein erheblicher und die Reihensaat nur mit gröl.lerem Zeitverlust verbunden. 
Denn dal.l man bei dieser die Beete von Unkraut reinhalten kann, darf man nicht zu hoch 
anschlagen, da es ja überhaupt notwendig ist. für die Saatbeete recht unkrautfrcics Land 
zu verwenden. 

Nach der .Aussaat bedeckt man die Beete am besten mit Fichteniiadeln und beschattet 
sie mit .Xadelholzreisig. welches auch als Schutz der jungen Pflänzchen gegen I-röste usw. 



Kurze Angabt'ii über Anzucht. X'LTUR'hruns. Schnitt und Kultur der l.auhgchölzc. 71 

dient. Die i'flege der Sämereien besteht iiauptsäciiiieli darin, dal.l man ein Trockenwerden 
der Beete vermeidet und diese immer frisch und feucht erhält, sowie das doch auftretende 
Unkraut entfernt und zu harten Boden auflockert. Ferner sei man. namentlich wenn die 
Sämereien schon keimen, sehr auf der Hut gegen Mäuse. Vögel. Schnecken und andere 
Feinde. Vor allem im Winter müssen die Saatbeete sehr gegen Wild, wie Kaninchen, und 
auch gegen Wühlmäuse und Maulwürfe geschützt werden. Sonst deckt man im Winter 
die Samenbeete am besten mit Reisig und nur in strengeren Wintern mit Laub, da dieses 
beim X'erfaulen die Sämlinge nur schädigt. 

Die in Gefäßen herangezogenen Sämereien werden gewöhnlich noch im ersten .lahrc ver- 
einzelt oder, wie man sagt, pikiert. Auch bei den Saatbeeten empfiehlt sich meist ein baldiges 
Pikieren auf ähnlich hergerichtete Beete, damit die jungen Pflanzen sich reicher bewurzeln. 
Die beste Zeit hierfür ist meist das auf die Aussaat folgende Frühjahr. Beim Pikieren bemißt 
man die Entfernung zwischen den Sämlingspfianzen je nach der Stärke dieser und gibt um 
so mehr Raum, je länger die pikierten Pflanzen noch auf dem Beete stehen sollen. 

Besondere Schwierigkeiten bietet die Anzucht aus Samen bei meist sehr feinsamigen 
Moorpflanzen, vor allen den Ericaceen. Über diese vergleiche man den Artikel von G. Arends. 
S. 53. Aber auch andere feinkörnige und heiklige Sämereien wollen ähnlich behandelt 
sein, so z.B. A/niis I feucht halten!). Andnichnc. Arteinisia. Anindinaria. Alnipliaxis. Atri- 
plex. Azara, immergrüne Berbcris, Bctiila. ßige/owia. Bignonia. ßroi/ssonctia. BiuUlIeja, 
Biixiis. Callicarpa, Caryopteris, Ceanothus, Ccphalanthiix. Ccsln/in. Cliamaehatiu, Cistiis. 
Colletia. üeciiinaria. Diapciixia. Dicrvilla. Dcutzkt, /Jiospy/vs. Diosicu. Dirai. Driiiiys. Dryas, 
Eccre/noa/rpiis, lulgnwrthia. lilirctia, lilsholtziu. l-orsythia. l-'uUiigiii. l-ninkciiui. Ilelian- 
themum. Hctcroiuclcs. Hihisciis. HydniDgcii. Hyperinini. Iilcsiti. Jdtiu-sKi . Iiai. Illiniini. Kad- 
sura. Liisüi'ü. Lyciiiin. Mcliosnin. Mcdica'^o. .Woltkid. Myrsinc. .Wriiisui . Olciina. < )siiHinlluis. 
Pachysandra. Pa/i/inis. /'cinsrcnicn. I'crsra. I'hloinis, Pliyllostuiliys, l'lagumihiis. I'oliotliyrsis. 
Polygala. Paulownia. I'otciudhi. I'iiciuna. Piirslna. Pihcs, Sunobutiis, Scirannna. Scluzatidni. 
Scliizopliiiigiiiu. Seiiccio. Solanum. Spirtwa, Stcphanandra. Siiiu'da. Tatnunx. Vcroniai. 
immergrüne Vihiiniiini. Wlcksinwniiu. 

Die Hülsenfrüchte. Leguminosen, sät man im späteren Frühjahr. Ende März bis Anfang 
Mai. je nach der Samenmenge in Gefäße oder ins Freie, wo sie gewöhnlich bald aufzugehen 
pflegen. Es empfiehlt sich hier, der Erde etwas Kalkstaub beizumischen, da die Leguminosen 
für ihr Wachstum zumeist Kalk benötigen. 

Im folgenden wollen wir nun 

die vegetative \'ermehrung 

behandeln. Diese ist. wie wir schon oben hervorgehoben haben, für uns von ganz besonderer 
Bedeutung, da sie uns die Möglichkeit bietet, solche Pflanzenformen zu vermehren, die 
keinen Samen bringen oder nicht treu aus Samen fallen würden. Die wichtigste Form der 
vegetativen \'er\'ielfältigung ist 

die X'ermchrung durch Stecklinge. 

Hierbei unterscheiden wir zwei \x'rschiedene X'ermehrungsformen. inid zwar zunächst 
die Vermehrung durch Stecklinge aus reifem Holz oder durch Steckholz. Hierfür 
kommt die Ruheperiode der Gewächse, d. h. etwa die Zeit vom November bis Anfang April 
in Betracht. Man spricht auch von Frühjahrsvermehrung, da das im Winter geschnittene 
Steckholz im Frühjahr auf die dazu vorbereiteten Beete gesteckt zu werden pflegt. 

A\an schneidet das Steckholz im Spätherbst und Winter und benutzt dazu meistens solche 
Tage, wo man im Freien nicht gut arbeiten kann. Die Länge der Stecklinge richtet sich 
nach dem Charakter der Pflanze und beträgt etwa je nach der Entfernung der .Augen (Knospen i 
10 bis M) cm. Das Schneiden erfolgt derart, daß man mit einem scharfen .Messer unter einem 
Auge den Trieb schräg nach oben abschneidet. Es ist nicht immer notwendig und bei nicht 
gut ausgereiftem Holze sogar falsch, nur die Spitze des Triebes als Steckling zu ver- 
wenden. .Aus einem längeren guten Trieb kann man auch oft zwei oder vier Stecklinge 
schneiden. Diese werden am oberen Ende ebenfalls glatt abgeschnitten. Sie länger als 20 cm 
zu machen, ist im allgemeinen nicht zu empfehlen, da mau sie sonst zu tief in den Boden 
hineinstecken muß. 



72 Kurze Angaben über Anzucht, Verniebruni;, Schnitt und Kultur der l.aubgeliölze. 

Nach dem Schneiden pflegt man die Steci\iinge sortenweise zn Bündein von 25 bis 50 
Stück znsanimenzubinden (je nach Art nnd Stärke der Ruten) und an einem frostfreien Orte 
genau etikettiert einzuschlagen, bis es im I-rühjahr möglich wird, sie auf die schon im Herbst 
vorbereiteten, etwa 50 cm tief rigolten Beete zu bringen. Beim Einstecken schnürt man auf 
dem Beete in zirka 20 cm Entfernung Reihen ab und steckt die Stecklinge einzeln so tief 
in den gut gelockerten Boden, dal.i nur das oberste .'\uge über die wieder geglättete Erde 
herausschaut. Die Entfernung der einzelnen Stecklinge in den Reihen beträgt je nach .\rt 5 
bis 20 cm. Für die Anlegung der Stecklingsbeete gilt etwa das gleiche wie für die .Anlage 
der Saatbeete. 

Im zweiten Hauptteile des Buches haben wir bei den einzelnen Gattungen angegeben, auf 
welche Weise man sie vermehrt; wir nennen daher als zur Vermehrung durch Steckholz ge- 
eignet nur kurz folgende Gattungen: Ampe/opsis, Artemisla, BiKldlcJa Darldii, Corniis a/lxi. 
stolonifera und Verwandte, Cydonia vulgaris, Deiitziu. Dicrvilla. l'orsythia.Jasminumrc- 
volutnm. Kenia. Leycesteria (etwas besser durch Sommerstecklinge), /.igiistnim ovalijoliiim 
und vulgare. Lonicera, Lvcium curopacum. horridum und I rcwutnum. Neillia. PhHadelpluis, 
Populns, Ribes. Riünis. Sa/ix. S(iinl)i/iiis (mir schwächere Ruten nehmen), Spiraea. Steptia- 
«(/nr/wl besser Sollt iiiersteckliiigci.5i7'//'//( "■'('« /•/w.s-,7(/m(//7.v( besser durch Sommerstecklinge I, 
Vitis u. a. m. 

Die zweite Stecklingsmethode ist die X'ermehrung durch Som m ersteckli nge 
(krautige oder halbreife Stecklingei. Diese X'ermehrungsweise wird besonders 
dann angewendet, wenn man nur wenig Material hat und z. B. Neuheiten schnell vermehren 
will. Im allgemeinen schneidet man die krautigen Stecklinge in der Zeit vom ,luli bis Sep- 
tember, kann aber diese Vermehrungsart im Kalthause unter Umständen auch den Winter 
hindurch fortsetzen, namentlich bei immergrünen Sachen, wie z. B. bei Adenocarpus. An- 
dromeda. Arbutus. Aucuba. Ccanothus. Cyrilla, Daboecia, Daphne. Daphniphyllum. Dccii- 
maria. üesjontaiuea. Ürimys. Enkianthus, Ercilla. Qriselinia, Illicium, Jasminum, Kadsura. 
Lardizabala, Olearia. Osmantluis. Pcrnettya. Roliothyrsis. Prunus (Laurocerasus), Quercus. 
Rapliiolepis, Riiamniis, Sarcococca. Skimmia. Umbellularia. Veronica, Vinca usw. 

Beim Schneiden dieser halbreifen Stecklinge verfährt man derartig, daß man sie dicht 
untereinem Gelenkknoten oder einem Auge, welches noch am älteren Holz sitzt, abschneidet. 
Dies empfiehlt sich besonders bei immergrünen oder bei weich- und saftig-holzigen Formen. 
.Auch hier richtet sich die Länge der Stecklinge nach der Entfernung der Augen am Zweig, 
und es genügt meist, wenn der Steckling 3 bis 4 Augen besitzt. Die Blätter von den Steck- 
lingen zu entfernen, ist nicht empfehlenswert, aul.ier sie sind nicht gesund oder sonstwie 
verdorben. 

Für die Stecklinge verwendet man am besten rein gewaschenen Fluß-Sand, in dem die 
Stecklinge meist willig Wurzeln bilden; nachher als Erde für die Stecklinge eine Mischung 
aus '/o guter Lauberde mit etwas Zusatz von Heide- oder Moorerde und ' o möglichst rein 
gewaschenen Sand. Die Stecklinge kommen dann in ein präpariertes Beet in einem kalten 
Kasten oder in einem X'ermehrungshause. oder auch in GefälJe und werden feuchtwarm 
unter Luftabschluü gehalten. Bodenwärme braucht man im Sommer den Stecklingen nicht 
zu geben, doch ist es nötig, sie durch Beschattung gegen die Sonne zu schützen. 

Nach dem Anwurzeln behandelt man die Stecklinge in gleicher Weise wie grilliere Sämlings- 
pfhmzeii. Durch halbreife Sommerstecklinge \'eriiielirt man mit X'ortcil folgende Gclitilze: 
.\bclia, Acantlutpunux (hesser durch Wurzelschnittlinge). Acer palinutam. Actimdui. Akchut. 
Azara. Herberts, liercliemui. Ihiddlcja. Bnxus. Callicarpu. Ceunotlnis. Cephalanthiis. Cls/iis. 
Citrus trifoliutu. Celastnis. Coruirui. Corrius, Corokia, Coronilla. viele Cotoneaster. Duvidia 
(Erfolg stets mäßig). Deunia. Diervdki. Elsholtzia. Escallonia, Eucryphia (besser durch an- 
getriebene Stecklinge). Evonytnus. Forsytliia. Hedera. Hibiscus, fiovenia. Hydrangea. Hy- 
nienarithera. Hypericum. Itea. Kerrla. Leycesteria. IJgustrum. Lotiicera, Loropetalum (besser 
durch angetriebene Stecklinge). .Wurgyruurpus. Menispermum. Metiziesia, Metaplexis, Mi- 
croglossa. Neillia. Ncviusia. Osmatithus. Rentstemon. Rlnladelplius, Phyllodoce, Pliillyrca. 
Plagiospermum, Poliotliyrsis, Potentilla. einige Rl/amnus. Ribcs. Rosa, Rubtis, Sambucus. 
Schizophragma. Securinega, Syringa. Smilax. Spiraea. Stephanandra. Stranvaesia, Tamarix, 
Tecoma. Vticciniiim. Veronica, Vibunuim. \'itex. Mtis. Zantliorrhiza. Zauschneria, Zygo- 
pliyllum usw. \dr allem alle Ericaceen. worüber man den Artikel von G. Arends vergleichen 
wolle. 



Kurze Ansahen über Anzucht, Vcrniclirung, Schnitt uiul Kultur der l.aubgehölze. 7,5 

Eine zweite Haiiptmctliode der uiiKesclilechtlicheii X'ermelirung ist die 
\' e r m e h r 11 11 g d u r e li \' e r c d 1 u 11 ^. 

Diese Methode wird man überall da zur Anwendung bringen nnisseii. wo eine N'ermehrung 
durch Stecklinge aussichtslos erscheint. iWan erzielt durch N'eredlung meist schnell und 
kräftig wachsende Pflanzen, die man sehr bald im Garten oder Park verwenden kann. Manche 
Arten pflegen auch, wenn man sie veredelt, schneller zum Blühen und l-ruchttragen zu ge- 
langen. Viele Gartenformen sind wohl überhaupt nur auf diese Weise dauernd zu erhalten. 

Soll nun eine X'eredlung erfolgreicli sein, so mul.') die Unterlage (der Wildling), auf welche 
die zu vermehrende Form, das Edelreis, aufgesetzt wird, mit jener verwandt sein. Ferner 
sollen die Unterlagen nach Möglichkeit widerstandsfähig gegen Kälte und andere schädlichen 
Einflüsse sein, ein gutes Wurzelvermögen besitzen und kräftig wachsen. 

Es gibt eine sehr grolk Anzahl von X'eredlungsmethoden, von denen jedoch für die Praxis 
nur eine beschränkte Anzahl von wirklichem Wert ist. Es ist unmöglich, bei dem knapp be- 
messenen Räume, der uns hier zur X'erfügung steht, die Veredlungsarten eingehend zu be- 
sprechen. Wir müssen uns darauf beschränken, einige Worte über das Okulieren, das Ko- 
pulieren, das Veredeln mit dem Geil.iful.'ischnitt (Triangulieren). das Spalt- und Rindenpfropfen 
und das Ablaktieren zu sagen. 

Beider Okulation haben wir zu unterscheiden das Okulieren auf das schlaf ende 
.Auge, wobei das eingesetzte Edelauge erst im kommenden Frühjahr treiben soll. Diese 
Methode ist der Okulation auf das treibende Auge vorzuziehen, denn diese letzte 
mul.) man schon vom .luni ab ausführen und dazu recht saftreiche, kräftige Unterlagen ver- 
wenden, damit das Auge bald austreibt und der Veredlungstrieb noch bis zum Herbst aus- 
reift. Das Okulieren auf das schlafende Auge erfolgt im allgemeinen von iWitte Juli bis Septem- 
ber, je nachdem die Unterlagen lange in Saft zu bleiben pflegen. Bei Unterlagen, wie z. B. 
Aesai/iis, Prunus Padus und Syrüiga. laut die Saftzirkulation schon früher nach, so daü 
man etwa um Mitte .luli okulieren kann. Andere Unterlagen, wie z. B. Acer (besonders 
A. Negundo), Crataegus nionogyna oder Prunus Mahaleh sind im Juli noch zu saftreich, so 
daü man hier erst Ende August oder .Anfang September die Veredlung vorzunehmen pflegt. 

Es empfiehlt sich, wenn möglich die Edelaugen auf der Nord- oder Ostseite der Unter- 
lage einzusetzen, weil sie so am besten gegen die Sonne geschützt sind. 

Hat man nicht genügend saftreiche Unterlagen, so pflegt man die „F^orkertsche Oku- 
lationsmethode" anzuwenden, wobei man die Rinde nicht zu lösen braucht, sondern an 
der Unterlage durch einen Schnitt von derGröl.le des Edelauges von oben nach unten einen 
Rindenstreifen entfernt, der zur Hälfte stehen bleibt. Das Edelauge wird, wie Olbrich sagt, 
mit etwas Holz ausgeschnitten, in seinem oberen Teile etwas länger gelassen <um es gut 
anfassen zu können), und an den .Ausschnitt des Wildlings derart angesetzt, dalj wenigstens 
an einer Seite genau Rinde auf Rinde paDt und der stehengelassene Rindenstreifen als Schild- 
chen das Edelauge bis zum Auge selbst deckt. Es wird dann so dicht wie gewöhnlich 
verbunden und nachher noch der N'erband mit Wachs verstrichen. Der nur zum Anfassen be- 
stimmte länger gebliebene Teil des Edelaugschildchens wird nach dem Ansetzen an den 
Wildling abgeschnitten. 

Das einfache Kopulieren ist wohl die leichteste N'ermehrinigsart imd wir können sie 
gewiü als bekannt voraussetzen. 

Da in den meisten Fällen das Edelreis etwas schwächer als die Unterlage zu sein pflegt, 
so wendet man eine etwas veränderte Kopulationsmethode an, und zwar vor allem das .A n- 
platten oder Sattelschäften oder Kopulieren mit dem Klebreis genannt. Man 
nimmt hierbei vom Wildling durch einen einfachen Schrägschnitt nur soviel weg. dal.i das 
wie gewöhnlich zugeschnittene Edelreis genau darauf pal.lt. Auch das Kopulieren mit 
Gegenzungen ist sehr gebräuchlich, hierfür ist aber wie beim einfachen Kopulieren die 
gleiche Stärke von Edelreis und L'nterlage [Bedingung, während man an Stelle des Sattel- 
schäftens auch das Triangulieren oder das \' e r e d e 1 n ni i t dem G e i l.i f u ü s c h n i 1 1 
treten lassen kann. Für Wurzeheredlungen von Cornus. Cydoniu, Rosa und Syringa empfiehlt 
sich diese .Art mehr als das Pfropfen in den Spalt, welches in früherer Zeit die am meisten 
angewandte .Wethode war. Das Pfropfen hinter die Rinde wird für starke Unterlagen 
von Gleditschia, Monis, Robinia und Sopliora empfohlen. 



Kurze AnsfalK'ii über Anzucht. \'i.TniL'hrung, Schnitt 



^aubgehölze 



Für die Veredlung unter ü 1 a s 
ist die beste Zeit der „Januar" also etwa zweite Hälfte Dezember bis erste Hälfte Februar. Für diesen 
Zweck pflanzt man die Unterlagen in entsprechend große Töpfe; doch kann man sie auch aus Ersparnis- 
rücksichten mit den Wurzeln in Moos einpacken, wobei das Moos mit Weidenruten fest umschnürt 
wird. Diese Moosballen taucht man dann in einen Brei, der aus drei Teilen Lehmerde und einem Teil 
Kuhfladen, halbverdünnt mit Wasser, besteht. So eingepflanzte oder vorbereitete Unterlagen werden 
etwa anfangs Dezember in ein temperiertes Haus gebracht, zuerst lauwarm gehalten und dann bei et- 
wa 16 bis 20 Qrad C eingestellt. Man bespritzt sie während des Tages einigemale mit lauwarmem 
Wasser, damit feuchte Luft entsteht, die das Austreiben der Unterlagen wesentlich begünstigt. Sobald 
die erste halbentwickelte Blätter zeigt, kann man mit dem Veredeln beginnen, das nach drei bis vier 
Wochen beendet sein soll. Man kann hierbei alle die oben besprochenen Methoden verwenden, die 
häufigsten sind aber Anplatten, Kopulieren und Triangulieren. Wo, wie meist bei Neuheiten, wenig 
Veredlungsmaterial zur Verfügung steht, empfiehlt sich als beste Methode die Okulation nach Forkert, 
wobei nur je ein Auge benötigt wird. 

Nach erfolgter Veredlung soll man nach Möglichkeit eine gleichmäßige warme Temperatur erhalten, 
etwa 18 Orad C, und für intensiv feuchte Luft (durch Wasserzerstäuber) sorgen, da dies die Ver- 
wachsung der Edelreiser mit der Unterlage begünstigt. Ist ein inniges Verwachsen erfolgt, so hört 
man nach und nach mit dem Bespritzen auf und läßt die Temperatur sinken. Jetzt werden gut ange- 
wachsene Veredlungen das dritte bis vierte Blatt entwickeln, worauf man sie über dem dritten Blatte 
entspitzt, damit sie buschig werden. Man gewöhnt sie nach und nach an Luft oder bringt sie in ein 
Kalthaus, wo man zunächst eine mittlere Temperatur hält, um sie dann ganz abzuhärten. Etwa Mitte 
Mai kann man dann die Veredlungen auf gut vorbereitete Beete in den rechten Abständen im Freien 
auspflanzen, worauf man sie wie die größeren Sämlingspflanzen behandelt. 

Unter Glas veredelt man in erster Linie solche Gehölze, die bei einer Veredlung im Freien ganz ver- 
sagen oder nur schlecht anwachsen, sodaß man also große Verluste haben würde. Ferner wendet man 
dies Verfahren an, um recht schnell von Neuheiten oder seltenen Formen Nachzucht zu erhalten. Auch 
für gewöhnliche Gehölze wird die Methode benutzt, da man hierbei die Vermehrung zu einer Zeit aus- 
führen kann, in der man wenig dringende andere Arbeiten zu erledigen hat. Jedenfalls empfiehlt sich 
die Veredlung unter Glas besonders bei folgenden Gehölzen: Acer pa/imiturn-Formen, ßerberis. Retuhi. 
Caragami. C/iiominthiis. Corylus. Cotormisler. Cyclonia. Cylisus. Evonymiis. Exocliorda, Fagiis. /■'nixiriiis. 
Genista. Haliniodendrori. Hibiscus. Labwnum. l.igustnim. Magnolia. Öxmuntlitis. Photinia. Popu/us kisic- 
curpa. Prunus. Querais. Rhododendron (am besten Februar-März l, Stranvaesiu. Syringa. Vibiirnum. 

Ein ganz ähnliches Verfahren ist die S o m m e r v e r e d 1 u n g, 
die man mit Erfolg von Anfang Juni bis zum September vornehmen kann. Für diesen Zweck soll man 
die Unterlagen im April in Töpfe einpflanzen, damit sie zur Veredlungszeit gut bewurzelt sind, denn 
davon hängt der ganze Erfolg der Veredlung ab. Setzt man die Unterlagen erst kurze Zeit vor der Ver- 
edlung in Töpfe, so ist der Erfolg sehr unsicher, ausgenommen bei Wurzelveredlung von Formen von 
Clematis und Paeoniu arboreu, wozu mau frisch ausgegrabene Wurzeln verwenden kann. Die sonst im 
Frühjahr eingetopften Unterlagen werden anfangs Juli ins Glashaus gebracht und dort, wie oben an- 
gegeben, veredelt. Ich ziehe hierbei das Pfropfen hinter die Rinde und den Geißfußschnitt vor, weil 
dabei die Reiser leichter und besser anzuwachsen pflegen. 

Das Edelreis schneidet man zu diesem Zwecke auf e i n Auge, 
wie die Figur links zeigt, wobei der Schrägschnitt etwas höher 
hinauf gehen soll, als das gegenüber stehende Auge ansitzt. Über 
diesem bleibt ein etwa 2 cm langes Stück (Zapfen) stehen, das 
beim Einsetzen des Heises als Angriffsstelle dient. Hat die Unter- 
lage genug Saft, so pfropft man hinter die Rinde; andernfalls 
wählt man eine der oben genannten Methoden und setzt das Edel- 
reis so ein, wie die Figur rechts zeigt, sodaß das Auge etwas 
tiefer steht als der Rand der glatt geschnittenen Unterlage. 

Nach der Veredlung wird das Glashaus geschlossen gehalten 
und täglich einige Male, besonders an sonnigen Tagen, mit lau- 
warmem Wasser bespritzt; sonst ist die weitere Behandlung die 
gleiche wie bei den Winterveredlungen. 

Wir wenden uns nun zur 

\' e r 111 e li r u n i^ d u r c h A ji 1 c i^ e'r. 
Diese .Wetliode tut bei manchen Arten sehr gute Dienste. .\\;ui mul.l aber für diesen Zweck 
möglichst üppige Mutterpflanzen besitzen, deren Zweige nacli allen Richtungen stralilen- 
foriiiig abgelegt werden können. Heikiige Pflanzen, die man in Töpfen hat. senkt man in 
Mistbeetkästen ein und behandelt sie dann wie solche im freien Grund. Soll diese N'ermeh- 
rungsart im grol.len Stil betrieben werden, so legt man besondere Beete an. auf denen die 
iWutterpflanzen in sehr nahrhaftes Erdreich kommen. .Am besten ist ein nicht zu schwerer, 
etwas feuchter Roden. Man biegt die geeigneten jungen Zweige vorsichtig zum Boden nieder, 
ohne sie vom Mutterstock abzutrennen, und bedeckt sie ()bis 12(7« hoch mit Erde, die fest 
angedrückt wird, so dal.l nur die Spitze des Zweiges hervorsieht. .Aul.ierdem werden die 
Zweige mit hölzernen Haken in ihrer Lage festgehalten. 




Kurze Angalu-ii iilicr Anzucht. Vcrinchnuis, Schnitt und Kultur der Laubgchcilzc. 75 

Ein ganz ähnliches N'erfaliien ist das A b s e n k e n. wobei der einzulegende Zweig ziniächst 
dicht unter einem Qelenki<noten halb durchgeschnitten und dann mit dem Messer nach oben 
auf 3 — (1 cm Länge aufgespalten wird. Dann legt man diese Steile so in die Erde wie bei 
den Ablegern, mul.) aber sehr vorsichtig x'erfahren. da die Zweige nicht selten brechen. 

Durch Ableger vermehrt man mit Vorteil: alle. 1-ormen von Acer pal tnatiim. Actinidiu. 
Amcluncliicr. Ccrcocarpiis. Cotoneastcr. Corylopsis, Cydonia und Cliacnonieles, liiicryplüa, 
ExocIionUt. Fotliergilla. Fniximis. Ganya. Halesia, Hamamelis, Hibisciis, Hydran<j;ea scandens 
und qiuTcifolia. Hyiiicnanlliera, Itea, Magno/ia, Menispermiim, Purrotia. Phillyrea, Poten- 
tilla, Pyracantha und Formen. Styrax, Sycopsis, Symplocos. Syringa, Tilia, L'/miis usw. 

Die beste Zeit für .'\bleger scheint der Herbst (September und Oktober) zu sein. Manche 
Gehölze, deren verholzte Triebe sich nur schwer bewurzeln, lassen sich gut während des 
Sommers durch .•\bleger halbreifer Triebe vermehren, wie vor allem Hamamelidaceen und 
Magnolien, auch Styracaceen und viele Oleaceen. sowie schließlich eine ganze Reihe Eri- 
caceen. 

Sollen die Ableger sich recht gut entwickeln, so müssen sie stets gleichmäßig feucht und 
unkrautfrei gehalten werden. Ist die Bewurzelung genügend eingetreten, so schneidet man 
oberhalb der Erde die Triebe zunächst zur Hälfte und nach völliger Bewurzelung ganz durch, 
worauf man am besten im Frühjahr die Ableger unter Schonung der Wurzeln abnimmt und 
als selbständige Pflanzen weiter behandelt. 

Eine ähnliche X'ermehrungsart ist das Anh äufeln. Hierbei häufelt man mit nahrhafter 
sandiger Erde die reichverzweigte Mutterpflanze an. so daß die Triebe genügend tief in der 
Erde stecken. Diese Methode empfiehlt sich bei den meisten Berberis, Corniis. Co/r/iis, 
Cotoncaster. Cydonia. Hedysanim. IJgiistnim. Pibes. Viburniim u. a. 

Eine ganze Anzahl von Gehölzen lalJt sich durchTei lung vermehren, und diese Methode 
ist so einfach und bekannt, daß wir nicht näher darauf einzugehen brauchen. Sie empfiehlt 
sich bei allen Ausläufer bildenden Geholzen, wie Ailantluis, Berberis. Hippophae, Kerria, 
vielen Rhiis, Rtibiis usw. Sowie ferner bei Andrachne. Arctostaphylos, Aronia. Artemisia, 
Callicarpa americana. einigen Corniis. niederliegenden Cotoneastcr. Dentzia. Erica, Evony- 
miis radicans, Hedysarum. Hedera. Hypericum. Jasminum. buschigen /.ort/ccra, .Wvrica, Pachy- 
satidra, Perowskia, Philadelphiis. Ribcs. Sarcococca luimilis. Spiraca, Symphoricarpus. Syringa. 
Vaccinium, Veronica. Yucca. Man vergleiche im übrigen die Angaben im Besonderen Teil. 

Schließlich sei noch die 

\' e r m e h r u n g durch W u r z e 1 s t ü c k e 

oder Wurzelstecklinge kurz erwähnt. Sie kommt in Betracht \m Acantlwpaiiax, Aralia 
chinensis und spinosa, Aristolochia. Ailantlnis, Asimina, Berchemia, Calycanthns, Campsis, 
Cestnim. Chaenomeles. Clerodendron, Coriaria. Doxantha. Gymnociadus. Paliurus. Pan- 
lownia. Pueraria. Rhus. Riibus. Sassafras, Xanthoceras. Zantlioxvium, Zizvpluis usw. 

Zu diesem Zwecke werden im Herbst oder zeitig im Frühjahr von den genannten Pflanzen 
einige gesunde, bleistift- bis fingerdicke Wurzeln abgenommen und in 4 bis 8 cm lange Stücke 
zerschnitten. Diese Wurzelstecklinge bringt man dann je nach ihrer Menge in Töpfe. Kästen 
usw. in eine sandige, nicht zu humose Erde. Man kann sie auch in ein lauwarmes \'ernieh- 
rungsbeet einfüttern, wo sie sich schneller zu bewurzeln und Sprosse zu bilden pflegen. 
Dann gewöhnt man sie nach und nach an die Luft und behandelt sie wie Stecklingspflanzen. 
Wurzelschnittlinge von Ai/antbus. Clerodendron. Paulowniu. Rinis. Zantboxylnm und anderen 
können gleich Steckholz ins freie Land gesteckt werden. 

Von besonderer Wichtigkeit erscheint es uns, noch einige Worte über den 

Schnitt der Laubgehölze 

zu sagen. Das Schneiden dient im wesentlichen dazu, die Pflanze gesund und lippig zu er- 
halten und ein regelrechtes Wachsen und Blühen zu gewährleisten. Weim wir beim Aus- 
pflanzen die .Arten immer so anbringen könnten, daß sie sich ihren Eigenheiten gemäß un- 
behindert entwickeln würden, so wäre der Schnitt nur in sehr untergeordnetem Grade not- 
wendig. .Mlein zumeist setzen wir notgedrungen verschiedenartige Pflanzen nebeneinander 
und müssen durch den Schnitt zu erreichen suchen, daß keine die andere unterdrückt und 
daß alle naturgemäß sich entfalten. Wir müssen auch sehr oft allzu üppig gedeihende in 



70 Kurze Angaben über Anzuchl, \'crtiiL'hruni;, Sclmitt und Kultur der Laubgehölze. 

Schranken halten und anderseits durcli den Schnitt gewisse Formen zn lebendigerem Wachs- 
tum anregen. 

Meist pflegt man zu schematisch vorzugehen und die Qehülzgruppen wie die Einzel- 
pflanzen alle in gleicher Weise zu „verschneiden". Das Ergebnis sind die gewohnten Oe- 
strüppe. die wir auf Schritt und Tritt in den Anlagen sehen können. Beim Schneiden heilit 
es im Gegenteil, die Gehölze indi\idueli zu behandeln und auf ihre Eigenheiten gröüte Rück- 
sicht zu nehmen. Wir wollen nur ganz kurz die Hauptpunkte andeuten, die es zu beachten 
gilt, damit der Leser die im Besonderen Teil bei den einzelnen Gattungen gebrauchten Schlag- 
worte versteht. 

Ein groL'ier Fehler, der zumeist gemacht wird, besteht in dem zu dichten Pflanzen der 
Gehölze bei der Ausführung der Anlage. Wird dann später das überflüssige „Füllmaterial" 
nicht rechtzeitig entfernt, so hilft gewöhnlich auch das Schneiden nicht recht. Daher haue 
man zu dichte Gruppen zunächst rücksichtslos mit dcr.Axt aus und entferne alles mit Stumpf 
und Stiel, was überflüssig ist. 

Die Art des Schnittes richtet sich in erster Linie nach der Blütezeit der Pflanzen, bzw. 
danach, ob diese am vorjährigen oder alten Holze blühen, oder ob die Blüten an diesjährigen 
Trieben erscheinen. Zu der ersten Gruppe gehören alle frühblühenden Arten, wie z. B. Anw- 
kinclüer. A/nyj(</a/iis. gev\'isse sommergrüne Berberis, Forsythia. Hamamelis. Philadelphus. 
Potentilla. Spiraea Thunhergii, frühe Syringa. frühe Vibiirniun u. a. m. Würde man solche 
Arten im Winter in der gewohnten Weise zurückschneiden, so entfiele der Flor des nächsten 
Frühjahres. Man beschränkt sich bei ihnen im Winter auf ein .Auslichten (.Ausdünnen): 
Entfernen alter, zu dichtstehender, schlechter Triebe und kurzes Einstutzen zu üppiger Triebe. 
Wenn bei ihnen ein starker Rückschnitt nötig wird, so hat er gleich nach der Blütezeit zu 
erfolgen. Dies gilt auch für Gattungen wie Aesculus, viele Magnolien. Paeorüa, ferner für 
die meisten Pomaceen (Kernobstgewächsel. Wir sprechen bei solchen Gattungen im Beson- 
deren Teile von Auslichten oder Schnitt nach der Blüte. 

Anders verhält es sich bei den Gehölzen, die an diesjährigen Trieben blühen. Diese ver- 
langen meist einen starken R ü c k s c h n i 1 1 im Winter und erzeugen gewöhnlich auch Wurzel- 
triebe, wie z. B. Buddleja, Ceanothus, Hydrangea. Hypericum, Indigofera, Leycesteria, Ligus- 
trum, Lonicera irwolucrata u. a.. Microglossa, Ononis. Pentstemon, Perowskia, Sorbaria. 
spätblühende Spiraeen, Veronica usw. Diejenigen von ihnen, die auch aus dem älteren Holz 
junge Triebe mit Blüten hervorbringen, schneiden wir weniger stark zurück; im Besonderen 
Teile sprechen wir hier vom Winterschnitt. 

Aul.ier dem regelmäl.ligen Schnitt ist aber von Zeit zu Zeit ein X'erjüngen nötig, um zu 
vermeiden, daü die Sträucher innen kahl und durchsichtig werden und dabei natürlich im 
Blühen stark nachlassen. Dieses X'erjüngen mulJ je nach Bedarf geschehen, und zwar nicht 
erst in einem so späten Zeitpunkt, wenn die Sträucher schon ganz verwahrlost sind. 

Bei Bäumen beschränkt sich der Schnitt meist auf Auslichten, doch mul.) auch hier ge- 
legentlich ein starkes Verjüngen oder Zurücksetzen eintreten, wenn der Baum zu viel Raum 
beansprucht. Bei einem derartigen gewaltsamen X'orgehen empfiehlt es sich aber, nicht mit 
einemmal den ganzen Baum zu köpfen, sondern das N'erjüngen nach und nach erfolgen zu 
lassen. 

Im allgemeinen schneiden wir nach dem Blattfall bis kurz vor dem Austrieb im Frühjahr, 
wobei wir zunächst diejenigen Arten zu berücksichtigen suchen, welche am frühesten treiben. 
Bei starkem Frost setze man mit dem Schneiden aus und verschiebe besonders bei den heik- 
leren, zarteren Formen den Schnitt bis nach dem eigentlichen strengen Winter. Ein so später 
Schnitt ist auch bei allen Gehölzen mit sclniiigefärbtem Holze angebracht, da ihr Zicrwcrt 
ja gerade im Winter am besten zum Ausdruck kommt. 

Zum Schlul.'i noch einige ebenfalls nur kurze Worte über 

Kultur und Pflege der Laubgehölze. 

So anspruchslos im allgemeinen die meisten Deck- und Ziersträucher sind, so lohnen sie 
doch ein wenig Pflege durch üppigeres Gedeihen und Blühen. Wir sagen im Besonderen 
Teile bei den einzelnen Gattungen Näheres über Boden und Lage. Hier sei nur ganz allge- 
mein bemerkt, dal.i bei ungeeigneten Bodenverhältnissen eine Verbesserung vor der Pflanzung 
immer notwendig ist. .N\an tut am besten, das Erdreich 50 cm. manchmal sogar bis I m 
tief zu rigolen und dabei nach Ikdarf durch Zusatz von verrottetem Dung. Kompost oder 



Kurze Anjfabcii ülicr Aiizucht, VeniK'lining, Schnitt und Kultur (.Icr I.auhgc-hölze. 77 

entsprechender guter l:rde zu verbessern. Man kann nie leicht des Guten zu viel tun. 
aul.'ier bei gewissen Arten und den meisten Feispfianzen und Wüstensträuchern. die magerere 
Budenarten lieben. Bei Bäumen lasse man die Baumlöcher je nach Oröüe ausheben, etwa 
2 bis .^ mal so breit wie der Wurzelballen beträgt und zweimal so tief. 

■\\an streitet nicht selten über die beste Pflanzzeit. Wir möchten im allgemeinen den Herbst 
vorziehen, ausgenommen in sehr kalten Gegenden und in sehr feuchten Lagen. Heiklere 
Sachen natürlich pflanzt man immer besser im Frühjahr. Im Herbst dauert die Pflanzzeit 
etwa von .Anfang Oktober bis Ende November, doch kann man. solange kein stärkerer Frost 
eintritt, auch im Dezember noch pflanzen. Die l'rühjahrspflanzzeit richtet sich ganz nach 
der Beendigung des Winters, und man kann zuweilen schon Mitte 1-ebruar beginnen, in 
wärtiieren Lagen mul.l man schon im April aufhören, während in kälteren und höheren Lagen 
oft bis tief in den Mai gepflanzt werden kann. Zu stark angetriebene Gehölze soll man im 
großen ganzen nur dann noch pflanzen, wenn man sie durch Bespritzen usw. frisch erhalten 
kann. Hat man Pflanzen mit Topfballen, so kann man natürlich immer pflanzen und man 
vergleiche die Hinweise bei einzelnen Gattungen. 

Man vermeide im allgemeinen zu tief zu pflanzen und gieße nach der Pflanzung gut ein. 
damit das lockere Erdreich gut zwischen die Wurzeln eingeschlemmt wird, im Herbst emp- 
fiehlt es sich, nicht nur bei jungen Pflanzungen den Boden mit kurzem Dung oder Laub 
h bis 8 cm hoch zu bedecken, welcher Belag im Winter verrottet und im Frühjahr unterge- 
graben wird. Vor allem bei immergrünen Pflanzen ist eine derartige Bodendecke, zu der 
mit\'orteil sich auch Nadelhumus verwenden läl.it. sehr angebracht und oft direkt notwendig. 

Wie weit man die einzelnen Sachen voneinander setzen soll, hängt sehr von der W'uchs- 
form usw. ab. ^\aa wird guttun, unsere Abbildungen recht genau zu vergleichen, um einen 
Begriff davon zu erhalten, wie die verschiedenen Gattungen und .\rten sich entwickeln. 
.Allgemeine Regeln lassen sich schwer feststellen und führen meist nur zu einer schemati- 
schen .Anwendung. 

Selbstverständlich ist es. daü man die Qehölzgruppen nicht verunkrauten läßt, doch müssen 
wir uns gegen das übliche Abstechen der Ränder nach der Rasenfläche zu wenden, da hier- 
durch die Gehölzgruppe eine künstliche Form erhält, während ihre Ränder sich doch in den 
Rasen verlieren sollen, bzw. dieser in die Lichtungen der Gehölzgruppen übergehen muß. 
Dies schließt das Umstechen des inneren Teils der Gehölzgruppen nicht aus. 

Wichtig ist es, in einem trockenen Herbst die Gehölzgruppen vor Eintritt des Winters 
reichlich zu bewässern. Ebenso sollte man nie versäumen, namentlich dort, wo der Boden 
minderwertig ist und wo die Gruppen schon -lange auf demselben Platz stehen, diese, wie 
auch alle Einzelpflanzen, gelegentlich mit .lauche oder künstlich zu düngen. Besonders in 
leichten Böden ist das Düngen unerläßlich, wenn man gute Resultate haben will. Es empfiehlt 
:sich vor allem auch bei immergrünen Gehölzen. 



BESONDERER TEIL. 



XI. 

ALPHABETISCHE AUFZÄHl-UNG ALLER ZURZEIT IM HANDEL. BEZIEHUNGSWEISE 

IN KULTUR BEFINDLICHEN GATTUNGEN NEBST ANFÜHRUNG DER WICHTIGSTEN 

ARTEN UND FORMEN MIT KURZEN HINWEISEN AUF IHRE KULTURBEDINGUNGEN. 

IHR AUSSEHEN, IHRE BLÜTEZEIT UND IHREN KULTURWERT. 



^'^k'-J 



Wir haben schon in der Einleitung betont, daü wir uns in .Anbetracht der grollen Zahl der 
Laiibholzformen bei unseren Angaben dergröLUen Kürze befleil.iigen müssen. Immerhin glauben 
wir. nichts Wertvolles auLJer Acht gelassen zu haben. Die Leser wollen jedoch das in den 
Abschnitten 1 bis X Gesagte im Auge behalten. Wo sich Hinweise als unzutreffend erweisen, 
bitten wir um freundliche Berichtigungen. Wer sich nur ein wenig mit Pflanzen beschäftigt, 
weil.'), dalj innerhalb gewisser Grenzen alle Angaben über Höhe, Blütezeit usw. schwanken. 
Ganz besonders sind alle Wertangaben subjektiv, da hier der Geschmack des Liebhabers 
eine große Rolle spielt. .Wan bedenke vor allem, daü bei ungenügender Pflege oder unrich- 
tiger Behandlung auch die schönste und beste Pflanze versagen wird. 

Die Listen XII bis XXX mögen zur Erleichterung der Auswahl in bestimmten Fällen dienen, 
aber gerade derartige Übersichten bedürfen der Prüfung durch alle ernsten Fachleute und 
Gehölzfreunde, um die Spreu recht vom Weizen zu sondern. Wir haben uns in dieser Auf- 
lage bemüht, das Wichtigste noch schärfer herauszuheben, als es früher geschehen war. 

/4öe//a.Abelie — Caprif oliaceen. — Niedrige Sträucher. sommer- oderimmergrün. 
Blätter gegenständig. Blüten weil.i oder rosa, meist zu 1 bis .3 achselständig. Frucht lederig ; 

Kultur in leichtem, etwas sandi- 
' gern Boden in sonniger Lage, auch 
j I-'elspartie ; Winterschnitt. Auslich- 
ten ; \' e r m e h r u n g durch Som- 
merstecklinge oder Ableger im Früh- 
jahr ; Verwendung in Gesteins- 
partien oder auf Rabatten in war- 
mer, geschützter Lage. 

A. Graebneriäna, China. 1 bis 
l.r^'m, sommergrün. Blätter lang zu- 
gespitzt. Blüten blal.irosa mit gelbem 
Schlünde. Kelchabschnitte zwei, 
Sommer: hart; reicher blüht die 
neue sonst sehr ähnliche, zierlichere 
A. Engleriäna, Zentralchina; A. 
chinensis (A . nipestris). Nord- und 
.Wittelchina. o.ö bis 1 ///. sommer- 
grün. Blüten zu zwei, Staubgefälie 
weit hervorragend, Kelchabschnitte 
fünf, selten echt, meist dafür die fol- 
gende, die härter ist; A.grandh 
flora (A. rupestris liybricta) (Abb. 
(i.si. Kreuzung zwischen A. chinen- 
sis (A. nipesiris) und A. iiniflora, 
0,7.S bis 1.50 ///, Blätter glänzend 
dunkelgrün, spitzoval, halbimmer- 
grün. Blüten rosaweil.), duftend, 
Kelchabschnitte 1 bis 5. .luni bis 




Abb. ö.S. AlH'Uit frnwdifh 



Tafel VII. 




Ahclia— Acantliop;ina 



Herbst, härteste und reiclistblühen- 
de Form; Bodenschiitz im Winter 
ratsam ; A. triflora, NW.-Himala- 
ya. bis 2,5 m. Blüten rosaweiß, un- 
scheinbar, duftend, .iiuii. Kelchab- 
schnitte fünf, lineal, federig behaart. 

Abelicea siehe Zclkova. 

Acäcia decürrens var. dealbäta 1. 1. 
deiilhataw soinmergriiiier, bis üIkt 15 /// 
hoher Baum aus den Gebirgen Südau- 
straMens mit fein doppelt gefiederten 
Blättern und tiefgelhen kopfigen zusam- 
mengesetzten Blütenständen im Januar- 
Februar, der an der Riviera viel kulti- 
viert wird und sich auch m Sudtirol m 
geschützten Lagen hält. Sonst für uns 
nur Kalthauspflanze. 

Acacia Julibrissin siehe \lhuzia 

Acaena elongata \ar i{iiuilis — 
Stachelniilichcn — Rosaceen — 
Immergrüner, aufrechter bis 1 tn hoher 
Strauch (Abb.bbi aus den Gebirgen von 
Me.xiko bis Peru, Blätter unpaar gefie 
dert, lebhaft grün. Blättchen 9—17 tief 
kerbzähnig. Blüten unscheinbar grün 
lieh, ohne Blumenblätter, mit purpurnen staubgcfal 




Abb 




1 li I \ I rpii 

n in \Lrlangerten Trauben F-ruLhtL mit W ider 
hakLiistacheln, Kultur in trocktneii mehr halb 
schattigen, geschützten Lagen in durchlässigem 
Boden; Vermehrung durch Samen und Som- 
merstecklinge; Verwendung nur in niilderen 
Gegenden in Gestuinsanlagen. 

Acanthopänax"), Stachelkraft= 
würz — .\raliaceen. — Aufrechte, meist 
derbtriebigeSträucherisiehe.-\bb.(i7bis69), 
seltener Bäume, ineist bestachelt. Blätter 
wechselständig, sommergrün. gelappt, Blü- 
ten unansehnlich, im .luni bis August, aber 
Blütenstände meist grol.). vielblütig, Frucht 
meist schwarz, beerenartig; Kultur in je- 
dem nicht zu armen oder zu schweren Bo- 
den, in nicht zu trockener Lage, sonnig oder 
besser halbschattig; Winterschnitt ; Ver- 
m e h r u n g durch Samen oderWurzelschnitt- 
linge imWarmbeet. A.pcntaphyllns und.sy«- 
nosiis durch Hartholzstecklinge, manche 
.Arten auch durch krautige Stecklinge aus 
angetriebenem Holze ; \' e r w e n d u n g 
meist als Einzelpflanze oder in N'orpflan- 
zungen ; die genannten .Arten winterhart. 

A. Blätter3 — .s zäh liggefingert. 
I. Griffel bis zur Spitze verwachsen mit fünf 
kleinen Narbenlappen (Gruppef/rtz/Atvoa«- 
cus): 1 . Zweige kahl, nur meist nn"t schlan- 
ken dünnen Stacheln besetzt: A. leucor- 
r/i/>t/s. China :Hupeh.Schensi. 1 bis.i..'^/«. 
Zw eige fast nur unter Blattstiel bestachelt. 
Blättchen .s, spitz lanzeftlich. kahl, oder bei 
\-dr.fiihrscens unterscits gelbbräunlich be- 
haart. Dolden einzeln, langgestielt, hübsche 
.\rt; nahe steht A. setchuenensis, meist 
unbewehrt und Blättchen nur.^; A.senth 



.so 



Acaiithopanax— Acer 



cosus, Amur-. L'ssurigebiet. Xordchina i.\bb.()7i. 1 bis .^ ///. wenig verzweigt. Zweige diclit 
fein hell bestachelt. Blätter sattgrün. ohne Stacheiborsten. Blättciien .S(-7); A. Simonii 
(.^bb. ()Mi. China, iHupehi. bis l,2ö m. mit bestachelten Zweigen und stachelborstigen 
.=1 zähligen Blättern. — 2. Zweige etwas rauhhaarig und mit zerstreuten, dicken, oft gekrümm- 
ten Stacheln besetzt: A. Henry i, Mittel-China. 1 bis 2,5 /w, Blättchen (3 — )5, beiderseits be- 
haart. Grund keilförmig, kaum ge- 
stielt, Früchte tintenschwarz, eigen- 
artig. — II. Griffel nur am Grunde 
oder höchstens bis .N\itte verwach- 
sen : A. pentaphyllus (A. spino- 
siis der meisten Gärten; Araliu pen- 
hiphylla). .lapan. l.,S bis .3 in. über- 
gebogen locker verästelt. Stacheln 
kräftig, meist einzeln am Grunde der 
Kurztriebe. Blättchen .5 bis 7. kahl, 
glänzend grün. Belaubung hübsch, 
lilüten ohne Zierwert, brauchbare 
Heckenpflanze ; A. sessiliflorus 
(Pana.x sessilißorum, P. sessili/o/i- 
iim), Mandschurei, Nordchina. 2 bis 
ö in, breitbuschig, fast stachellos. 
Blättchen 3 bis 5. fast kahl. Blüten 
purpurgrün, fast sitzend, die dichten 
glänzend seh warzenFruchtköpfe zie- 
rend im Herbst; hart. Hierher auch 
der neue A. ternätus, W'estchina. 
kahler Strauch, bi ^ über 2 in. Blätter 
3 zählig; soll das Laub bis tief in 
den November halten, hart im .Ar- 
nold Arboretum. 

B. Blätter nur gelappt oder 
ganz geteilt, grol.i. derb (Grup- 
pe Kiilopana.x): A. ricinifolius 
(Pana.x ricinifoliiim : A. acerifoliiiin : 
A. ricinifolius var. tnagnificus). .la- 
pan. Mandschurei. China, Baum, bis 
27:0.8 in. beim Typ Blätter gelappt, 
bis 40 cm breit. Zweige dick, mit 
kurzen, aufwärts gekrümmten Sta- 
cheln, Blütenstände groß, dolden- 
rispig, im Sommer; häufiger ist var. 
Maxitnowiczii (Ara/ia Ma.xinio- 
wiczii) mit geteilten Blättern, sehr 
dekorativ, etwas feuchten, sandig- 
moorigen Boden, im Sommer reich- 
lich Wasser und Dung. 

Acer, Ahorn — Aceraceen 
— Kleine Sträucher bis hohe Bäu- 
me. Blätter gegenständig, meist som- 
mergrün, einfach, gelappt, gedreit bis 
gefiedert. Blüten klein, in Trauben oder Doldentrauben, I-rucht aus zwei Flügelfrüchten zu- 
sammengesetzt ; Kultur im allgemeinen in jedem guten, nicht zu feuchten tiefgründigen 
Boden in offener Lage, man vergleiche aber das bei den Formen Gesagte; Winterschnitt, im 
allgemeinen nur Auslichten oder gelegentlich starker Rückschnitt, wenn zu üppig; Vermeh- 
rung durch Samen (Saat stets gleich nach [^eife);\'arietäten der typischen Arten okuliert man 
meist auf diese; von manchen, wie saccliariniini. nihniin. Negitndo wachsen Ableger in feuch- 
teni liodcn; die japanischen .\hornc kann man durch krautige Stecklinge angetriebener Pflan- 




Abh. 68 



Acer 



Sl 



zen und Ableger vermehren oder sonst dnrcli X'ercdinng lAblacktierem anf .1. polyinorplnmi : 
X'erwendung vergleiche bei den l-ormen. Wir beschräni\en nns darauf, liier nur die schön- 
sten und interessantesten zu nennen '-i. 

ALPHABHTISCHKS VERZHICIINIS \)\i\< ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.! 



8,3 



83 



87 



85 



argutuni 

barbatum 86 

californicum 81 

canipestre 84 

— laetum 84 

— compactum 84 

— postelense 84 

— Schwerini 84 

capillipes 

cappadocicum 

— aureum 

— horticola 

— rubrum 

carpinifolium (Abb. 70) . 

catalpifolium 

caudatum ukurunduense 

circinatum 

cissifolium 

Colchicum 

— rubrum 

crassipes 85 

crataegifolium 82 

dasvcarpum 82 

Davidii 82 

diabolicum 82 

— purpurascens 82 

Durettii 85 

eriocarpum 82 

ginnala 83 

glabruni 86 

— rhodocarpum 87 

grandidentatum 
griseum . . . 
Henryi .... 
Heldreichii . . 
insigne .... 

— glabrescens 

— Van Voixemi 

— velutinum . 
japonicum 87 

— aureum 87 

— filicifolium 87 

— laciniatum 87 

— Parsonsü 87 

— Sieboldianum 87 

itter.s 



laetum 8.5 

— aureum 85 

Lobelii 85 

longipes 85 

macrophyllum 83 

mandshuricum 82 

Miyabei 85 



platanoides globosum . . . 

(Abb. 741 85 

— Rcitenhachü 85 

— rubrum 85 

— Schwedleri 85 

— Stollii 85 

— Walderseei 85 



mono 85 polymorphum 



87 



82 



83 



monspessulanu(n 85 

montanum 84 

Negundo 81 

— argenteo-limbatum ... 81 

— argenteo-variegatum . .81 

— auratum 81 

— aureo-marginatum ... 81 

— californicum 81 

— — aureum 81 

— elegans 81 

— variegatum 81 

— viülaceum 81 

nigrum 85 

nikoönse 82 

Oliverianum 84 

palmatum (Abb. 721 . . . . 87 

— atropurpureum 87 

— — variegatuiu .... 87 

— aureum 87 

— atrolineare 87 

— bicolor 87 

— dissectum 87 

— Frederici-Quileliui ... 87 

— pinnatifidum roseo- ... 87 

pictum 87 

— pinnatifolium atropur- . . 87 

pureum 87 

— Schwerini (Abb. 711 ... 87 

— septemlobum 87 

parviflorum 85 

pennsylvanicum 83 

— erythrociadum 83 

pictum 85 

— Colchicum • .85 

— mono 85 

— parviflorum (Abb. 731 . .85 
platanoides 85 

— dissectum 85 



— decompositum 87 

— palmatifidum 87 

pseudoplatanus 83 

— atropurpureum 83 

— erythrocarpum 84 

— Handjeri 84 

— Leopoldii 84 

— purpurascens 83 

— purpureum 84 

— Worleei 84 

pulchrum 82 

purpurascens 82 

rubrum 82 

— columnare 82 

— globosum 82 

— tomentosuni 82 

rufinerve 83 

saccharinuiu L 82 

— — Wangh 86 

— laciniatum Wieri .... 83 

— lutescens 83 

— pvramidale 83 

~ Wieri 83 

saccharum 86 

— monuiuentale 8(i 

— nigrum 85 

Sieboldianum 87 

spicatum 84 

— ukurunduense 83 

striatum 83 

tataricum 84 

— ginnala 83 

tetramerum lobulatum ... 82 

Trautvetteri 84 

truncatum 8o 

ukurunduense 83 

Voixemii 8.3 



/ly Blätter .3 - .s zähl ig. Blüten 2 häusig: 1. Winterknospen 2 schuppig. Blüten in seiten- 
ständigen lockeren Trauben (oder bei A. Ncffi/ndo die männlichen doldentraubigi (Gruppe 
Negundo) : a. Blättchen .5 bis S, Blüten ohne Petalen. vor den Blättern, .^pril : A. Negundo 
( Negundo fraxinlfoliiiin ; Ruiac Negundo). Eschenahorn,0.-Nordamerika, sehr wüchsiger, 
bis über 2.S m hoher Baum. Tracht im Alter etwas überhängend, malerisch, Typ für feuchte 
Sandböden brauchbar, von den zahlreichen Gartenformen nennen wir \ar. argenteo-varie- 
gatum (var. variegatum). prächtig wcil.ibunt. meist buschig, sehr auffallend in der Landschaft, 
üppiger ist var. argenteo-limbatum mit breit gerundeten Blättern; var. elegans (verbesserte 
var. aureo-marginatum) breite goldgelbe oder ralimweilJe Blattberandung; var auratum (var. 
calijornicum aureum) gute gelbe Blattfärbung: \ar. violuceum (A. californicum Hort.) im Herbst 
dunkelviolett bereiftes Holz, wüchsig, grol.iblättrig: \ar. calijornicum (A. californicum Dietr., 
Negundo californicum). westl. Nordamerika, junge Zweige und Blätter behaart, diese ,3 zählig. 
derber, nicht so hart wie Typ. — b. Blättchen stets nur ,^. Blumenblätter vorhanden : A. cissi- 
folium, .lapan. kleiner rundkroniger Baum, bis I 2 ///. Blättchen groblappig gezähnt, hellgrün, 
rot gestielt, zuletzt kahl, schöne orange und Scharlach Herbstfärbung. Blütenstände dicht. 

Silv.T T.irnuc.i-Sclincicicr. liiscrc l-rci(,illd-I.,iub(;cllül/c. 2. .Sllil.iKc. I> 



'^-lÄ 



langtraubig, im Mai mit den Blättern, Blüten vierzähiig; A. //enr\';.'.Mitte!china. Baum bis 
12 m. Blättclien fast ganzrandig. unterseits nebst Stielen behaart. Piliiten im Mai meist \-or 
Blattausbruch. 5 zählig. — 11. Winterknospen mehrschuppig, Blüten in endständigen Dolden- 
trauben, nach Blattausbruch. Blätter .5 zählig. — a) Blattstiele. Blattunterseiten und [Bluten- 
stände kahl : A.mandshuricum, Mandschurei, strauchig oder kleiner Baum. Blätter fein ge- 
zähnt. Herbstfärbung rot und grün, 
junge Früchte purpurn, für kleinere 
Anlagen.— bi Blattstiele. Blattunter- 
sciten und Blütenstände behaart: A. 
griseum, Mittelchina, Baum bis 1 5 
III, Rinde zinunetbraun, birkenartig 
abblätternd. Blätter trübgrün, groh- 
zähnig. Stiele rot: auffällig; A. ni' 
koense, .lapan. China, hoher Fiaum. 
Blättchen sattgrün, fast ganzrandig. 
Herbstfärbung schön Scharlach. Blü- 
tenstände 3 blutig, guter Typ. 

/iy Bl ätte r ei nfach.un gelappt 
oder .5 bis 7 lappig. 

I. Blätter ungelappt (siehe e\en- 

XucWmch Aar tarariai im: A.ca r- 

^i/-yjäP^1ffi3S|^|IISPS^jSSrT pinifolium (Abb. 70). Hainbu- 

f ':^ -?4iW^^^^BK^JK^^^af^^^ chen-Ahorn. .lapan. hoher Bauiu. 

eine der eigenartigsten Formen, im 
Laub täuschend einer Hainbuche 
gleichend. Blattunterseiten behaart. 
Blattnerx'enpaare bis über IS; sehr 
empfehlenswert und hart; A. ca= 
talpifolium, Westchina. Baum bis 
18 III. Blätter sehr grol.), oval, zu- 
weilen mit ,5 bis 5 lappigen ge- 
mischt, Blütenstände grol.l, dolden- 
traubig, fast sitzend, prächtige zu 
erprobende Art der caiiipestrc-Grup- 
pe; A. crataegifoUum, .lapan, 
kahlender kleiner Baum, bis M iii. 
i'ti 'I A rni;.u- 1 Blätter klein, unterseits blaugrau, 

zuweilen a(n üruiide 3 lappig, schii- 
ne rote Herbstfärbung, für kleinere Anlagen recht zu empfehlen; A. Da\ idii, Zentralchina, 
Baum bis 18 ///. Zweige weil.) längsstreifig. Blätter einfach, eng gesägt, rot austreibend, 
Herbstfärbung gelb oder purpurn ; A. tetramerum, Mittelchina. Baum bis 1 2 in. junge Triebe 
purpurn bereift. Blätter oval, grob gezähnt, unterseits in den Nervenwinkeln hell behaart. 
Blüten in kurzen, wenig blutigen Doldentrauben aus besonderen Knospen bei Blattaustrieb, 
in Kultur var. lolnilatiiin mit .3 lappigen Blättern. 

11. Blätter stets ?> bis 5 bis 7 lappig (siehe oben A. ictraineniiii lohiilatiiiii). 
a) Blüten \'or dem Blattausbruch im zeitigen l-rühjahr erscheinend. Früchte meist nach 
Reife gleich abfallend (Mai-.luni): A. diabolicum, .lapan. Baum bis 12 ///, Zweige behaart. 
Blätter sehr grol.i. r> lappig, männliche Blüten ohne Fetalen, schön var. piirpiirasceiis (A. piir- 
piirascens, A. piilcliniiiil. Ijlütcn purpurn im April. Blätter im Herbst sich rötend; A. ru^ 
brutn, O. -Nordamerika. Rotahorn, bis 35 in. Krone aufrecht ausgebreitet, Blätter mehr 
breit und kurz gelappt als bei folgender Art, Blüten mit Kronenblättern, rot, deutlich gestielt, 
Früchte rot gefärbt, hübsche scharlach oder orange Herbstfärbung, besonders bei var. ro- 
iiwntosuni. die unterseits bleibend behaarte Blätter hat. schöner harter Park- und Alleebaum: 
zu erwähnen auch die Pyramidenform var. coluiiinaic und die kugelig-kompakte var. <^lo- 
hosuin; A. saccharinum 1... nicht Wangh. (A. dasycarpum, A. criocarpiiin). Silber- 
ahorn, O. -Nordamerika, bis über .i5 ///, bildet sehr malerische, liherhängeiid verzweigte 




1.3 



Acer 



83 



Kronen. Blätter ziemlich spitz und tief 5 bis 7 lappig, iinterseits meist silbriggrau, sehr viele 

I-ormen. wir nennen als beste mit tief und schmal zerteiltem Laube var. Wien' (var. lacini- 

atiim W'icri Hort.), ferner var. peudiilum. Zweige sehr stark hängend, und var. pyramidale. 

Wuchs aufstrebend, sowie var. lutexceris. Blätter beim Austrieb leuchtend gelb, auch prächtig 

goldgelbe Herbstfärbung; am schönsten sind alle Formen in freier Stellung. 
/;) Blüten mit (bei argiitiini und 

plalaiwides oft kurz vor) oder nach 

Blattausbruch, Früchte meist erst 

im Sommer und Herbst reifend. 
1 . Blütenstände gestreckt, länger 

als breit, langtraubig oder schein- 

ährig: A. argutum, .Japan, kleiner 

buschiger aufrechter Baum. Triebe 

behaart, Blätter breit eiförmig. 5-(7) 

lappig, Lappen langspitzig, Blüten 

vierzählig, grüngelb, April, kurz vor 

den Blättern, harte graziöse .-Xrt; A. 

caudatutn \ ar. ukurunduense 

(A. iikiiriindncnse. A. spicatiu/i var. 

iiknriinducnse), Mandschurei- Japan. 

kleiner Baum, wie spicatiiin, aber 

Blätter 5 bis 7 lappig, hart; A. gin= 

naia (A. tataricum var. ^iniuila). 

Mandschurei bis Japan. Strauch oder 

etwas baumartig, bis 5 nu Blätter 

zierlicher, deutlicher gelappt als bei 

tataricum, prächtige Herbstfärbung. 

Blütenstände aufrecht, für kleine An- 
lagen hübsch und hart; A. Held' 
reichii, SO. -Europa, Baum bis l(i 

(bis 12) ///, Blätter spät im Frühjahr 
erscheinend, tief 5 lappig, zuletzt 
fast kahl, Blütenstände gelb, kurz 
und breit im Mai, später überhän- 
gend; A. insigne, Kaukasus bis 
Persien, hoiier Baum. Blätter sehr 
grol.i, früh austreibend, eine ganz 
kahlende Form ist var. Van Voixemi 
(A. insiifiie var. glabrescdns, A. Voi- 
xemi), eine auf den Blattunterseiten 
stärker behaarte Form ist var. \'elii- 
tiniim, im Gegensatz zum Typ spät 
austreibend; raschwüchsige hüb- 
sche Art für nicht zu rauhe Lagen. 
in .lugend Schutz; A.macrophyl' 
lum, NW.- Nordamerika, bis über 

30 m hoher Baum, rundkronig, Blätter sehr grol,'), meist 7 lappig, Herbstfärbung hellorange. 
Blütenstände hängend, recht schön gelb. April, jung Schutz; A. pennsylvänicum (A. stri- 
atiiin), Schlangenhautahorn, östl. Nordamerika. Baum bis 12 m. durch die fein hell- 
streifigen älteren Zweige und die grol.ien Blätter mit drei spitzen, nach vorn gezogenen Lappen 
sehr gut gekennzeichnet. Blütenstände hängend, gelb. .Wai, hübsch, auffallend var. crythro- 
cladiim. Triebe lebhaft gerötet im Herbst und Winter; ähnlich ist in der Weil.lstreifung der 
Rinde das japanische A. rufinerve, nur Triebe hier bereift. Behaarung der Blattunterseiten 
rostfarben, Herbstfärbung mehr rot; dieser .\rt steht nahe das japanische .1. capillipes. Blätter 
unterseits kahl, rot im Austrieb; A. pseudoplatanus, Platanenahorn oder Berjj- 
ahorn, Europa-Kaukasus, bis 40 m. Blätter .s bis 7 lappig, unterseits fast kahlend. sehr 
schöner Park- und .Xlleebaum nn't vielen guten 1-ornien. z. B. \ar. piirpiiruscens (var. atro- 




Abb. 70. Acer carpinifoli, 
{pflanze, 2 m. 




Acer palmatiim var. Sclnverini, Form des japaiiisclien Fiicherahorn, 1,5 m. iii. A 



purpureuin. var. purpureum). Blattunterseite purpurviolett. üppig; bei \'ar. Handjeri (var. 
„Prinz Handjeri" Hort.), junge Blätter lebhaft rot. später ähnlich voriger, var. erythrocarpum. 
Früchte rot geflügelt, auffallend; var. Leopoldi. Blattaustrieb kupfrig. dann Blätter weil.'i, 
gelb und rot gescheckt; var. Worlüei. Blätter beim Austrieb dunkelorange, später goldgelb 
usw.; A.Oliverianum, Westchina. Baum bis 1 2 /;/, ähnlich tutaruuni. die Blätter .S lappig, 
scharf und einfach gesägt, an palniatuni gemahnend; A. spicatum (A. moutanum). Nord- 
amerika. Strauch oder kleiner Baum, bis "^i m. Blätter seicht .3- (oder.S) lappig, unterseits be- 
haart. Herbstfärbung schön orangescharlach. Blütenstände aufrecht, spät. Mitte Mai, Frucht- 
stände hängend, hübsche Art. auch für kleinere Anlagen, verträgt frische, etwas schattige 
Lagen; A. tatäricum, Südosteuropa bis Kaukasus, üppiger als ginnala, Blätter häufig 
ungelappt, die aufrechten, jung roten Früchte schön wirkend, bekannt und hart, liebt frische 
Lagen; A. Trautvetteri, Transkaukasien. hoher Baum, ähnlich dem Bergahorn, aber 
Knospen vor Austrieb lebhaft gerötet, Laub größer, unterseits bleichgrün. Stiel gerötet, 
hübsch und härter als das ähnliche A. instg/w. 

2. Blütenstände mehr doldentraubig. breiter als lang, oft wenigblütig (siehe auch oben A. 
Oliverianum) : 

al(b siehe S.8ti)\\'interkn()spen mit mehreren dachziegeligen Schuppen. Blattlappen grob ge- 
zähnt oder ganzrandig: A. campestre, Feldahorn, Maßholder, Europa. Westasien. 
Strauch oder Baum bis kaum 15/;;. Blätter ziemlich klein, stumpf.? — .s lappig. Blütenstände auf- 
recht. Fruchtflügel wagrecht abstehend, sehr anspruchslos, gute Heckenpflanze, von den vielen 
belanglosen Formen nur erwähnenswert \-m. conipactuni. dichte rundliche Büsche bildend; 
var. laetuni. Wuchs mehr aufrecht. Belaubung lichtgrün; y-dr.postcicnsc. an sonnigen Plätzen 
bräunlich austreibend, dann gelb. Blattstiele gerötet, l'ärbung recht dauerhaft; var. Schwcriiti. 
bräunlich purpurn austreibend, dann grünlich purpurn bis dnnkelrot; A. cappadöcicum 



Tafel VIII. 



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Acer palnialiiiii. in VL'rscIiiL'dt'iien Sorten 



(A. laetum, A. colchicnni, A. phtiim var. Colchicum Hort.). E^ontiis bis China. Tracht wie 
platanoides. Borke lange glatt bleibend. Blätter dünn, metallisch glänzend grün, spitz fünf- 
lappig, prächtig goldgelbe Herbstfärbung, bei var. Iwrticoki (var. nibniin. A. Colchicum var. 
rubrum) junge Blätter und Triebe tief gerötet, sonst wie pictiim. gut auch var. aureum (A. 
laetum var. aureum): A. Durettii, Hybride zwischen ,4. pseudoplatanus und monspessula- 
num. Blätter klein, rundlich, kurz .Mappig. rot gestielt, bei var. aureo-maririnatum gelb ge- 
randet; A. grandidentatum, Felscngebirge. kleiner Baum, mit saccharum verwandt. 
Blätter klein, unterseits grau behaart. .? 5 lappig. Blütenstände kurz gestielt; A. Lobelii, 
Süditalien, ähnlich dem Spitzahorn, Wuchs säulenförmig, junge Triebe bereift, Blätter fünf- 
lappig. Lappen ganzrandig. ziemlich hart; A. töngipes, Westchina, kleiner Baum. Blätter 
groL), hellgrün, meist nur .Mappig. Lappen ganzrandig, langzugespitzt, unterseits behaart, 
Blütenstände sehr grol.i, doldentraubig, fast sitzend, prächtige Art; A. Miyäbei, .Japan, bis 
15 m, Zweigrinde korkig, Blätter groß. 5 lappig, unterseits grün, behaart. Blütenstände lang- 
gestielt, aufrecht, gute harte Art; A. monspessulanutn, wärmeres iWitteleuropa. Mittel- 
meergebiet und Kleinasien, ähnlich dem Feldahorn, aber Blätter noch kleiner, derber, deut- 
lich 3 lappig, langsam wüchsig. liebt warme Lagen, ist aber beste Art für 1-elsen und felsigen, 
trockenen Boden; A. nigrum (A. saccharum var. nigrum) . mittl. Verein. Staaten, dem 
Zuckerahorn sehr nahe kxi. Blattunterseiten aber glänzend hellgrün; A. pictum, .Japan, 
China, Baum bis 20 m. Blätter dünn. fest, lebhaft hellgrün, meist mit 7 spitzen ganzrandigen 
Lappen, ist cappadocicum recht ähnlich, aber Zweige schon vom zweiten Jahre ab farbig ge- 
streift, hierher var. parviflorum (A. parviflorum. A. mono. A. pictum var. mono. A. cras- 
sipes). China, früh treibend, Blätter dunkler, mehr herzförmig i. Abb. 7.^1 ; A. platanoides, 
Spitzahorn, Buropa. Kaukasus, bis .Mi ///, prächtiger Park- und Alleebaum. Blätter spitz 
fünflappig, hellgrün, unterseits glänzend, Herbstfärbung hellgelb. Blüten gclbgrün. oft vor 
den Blättern im .\pril in aufrechten Doldentrauben, von den zahllosen Formen nennen wir 
nur: var. dissectum. Blätter tief eingeschnitten, doppellappig; xsiv.glohosnm (.Abb. 7-t». dichte, 
runde, kugelige Kronen bildend; var. rubrum (var. Reitenbachii). Austrieb rotgrün, aber 
Blätter zum Herbst sich tief rötend; var. Schwedleri. Blätter jung tief blutrot, dann mehr 
dunkelolivgrün; var. Stollii {viir. ..Okononiierat Stoll"!, Wuchs straffer aufrecht. Blätter meist 
rein .Mappig. ganzrandig. var. Walderseei. .Austrieb grünlichbraun mit rosa, ältere Blätter 




brum, westliclies Nordamerika, aufrechter Sti'auch odc 



auf lielltjrünem Grunde weil.i 
bepudert; A. saccharum 

/A. saahariniiiii Wangh.. ,1. 
hurhatiini). echter Zucker= 
ahorn, O.-X. -Amerika, bis 
40 in. rundkronig, Blätter 
unterseits biaugrau. 3 bis 
."^lappig mit grol.ien Lappen- 
zahnen. Stiel rötlicii. Herbst- 
färbung schön goldgelb. P)iü- 
icii ohne [Blumenblätter an 
behaarten. Iiängendcn Stie- 
len in sitzenden Doldentrau- 
ben, eine pyramidale h'orm 
ist var. nioniiincntalc: in der 
Heimat wertvoller zucker- 
liefernder Nutzbaum, bei uns 
\'on saaiiariniini (dasycar- 
puiii) an Zierwert übertrof- 
fen; A.truncatum, Nord- 
china, kleiner Baum, der oft 
mit Lappaclociniin verwech- 
selt wird, aber Rinde bald 
rissig, die 5 lappigen Blätter 
am Grunde abgestutzt und 
Fruchtfliigel kaum länger als 
Nül.'ichen. Blattaustrieb rot. 
bi W'interknospen mit nur 
zwei äul.ieren Schuppen. 
Blattlappen einfach oder 
doppelt gesägt: A. gla- 
kleiner Baum, bis 10 ///, Triebe 




Acer — Actiniüia 




AcUniüia cliineiisis in der Heimat in Zentral Chnia W Hupeh wcbtlieh \on Kuan Hsien. 



glatt, rot, Blätter 3- (selten 5-)lappig oder fast dreizählig. glänzend grün. Stiele gerötet, 
bei var. rboüocarpuin l'rüclite bis Keife lebhaft rot, hübsch ; A. circinätum, nord- 
westl. Amerika, Strauch oder kleiner rundlicher Baum. Zweige purpurn. Blätter unten hell- 
grün, fast rundlich. 7 bis '»lappig, prächtige orange und Scharlach Herbstfärbung. Blüten im 
April mit roten Kelchen und weil.ier Blumenkrone, schöne harte dichte Art für feuchtere 
Lagen, verträgt Halbschatten; A. japönicum, .lapan. Strauch oder kleiner Fiaum, Triebe, 
Blattstiele und Blütenstände jung behaart, Blätter 7 bis 1 1 lappig, im Austrieb seidig, Blüten 
rotpurpurn, oft schon vor den Blättern anfangs .April, schön var. anrciim und die tief zer- 
schnittene var. Parsorisii (var. J'ilicifoliuni. var. laciniatiim). diese .Art und die folgenden 
bilden die japanischen .Ahorne: A. palmätum (A. po/yniörp/iiinO. Fächerahorn, .Japan, 
bei uns Strauch, in Heimat gelegentlich kleiner Baum. Zweige und Blattstiele kahl, Blätter 
5 bis •■) lappig oder -teilig. Blüten purpurn und weiU: viele wundervolle Formen '^1. durch 
prächtigste Färbungen beim Austrieb und vor allem im Herbst ausgezeichnet, lieben etwas 
feuchte sonnige Lage, in der .lugend etwas Schutz, sonst aber viel härter, als man gemein- 
hin annimmt, wir können hier nur hervorheben: var. aiireiim, 5 lappig, gelb, bis goldgelb, 
\"äx.atropiirpnreum. 7lappig, tief purpurn, \-ar. atroUnecire ixav. pinnatifoliiini atropiirpureiim). 
ähnlich, aber fast bis zum Grund geteilt, var. bicolor (var. atropurpnreum \'aru'<r(itiiin\. pur- 
purn und karminrot, var. dissc'ctiim (A. polyntorphtini var. (Icconipositiiin oder palmatijiiliiiin. 
Blätter bis zum Grund 5 bis ö teilig. var. Frcdcrici-Oiiilelnii (var. pinnatifidiiin roscopiitiinn. 
fein zerschnitten, grün mit rosa und weil.len Flecken, var. Sc/iwiTini. Austrieb grün, dann 
dunkelrot (Abb. 71), \-üt. sep/c/iilööuiii breit. 7 lappig: A. Sieboldiänum (A. japönicum 
var. Sicholdiuniini), Japan, wie vorige .Art. aber Zweige und Blattstiele anfangs behaart. 
P)lüten gelblich, Blätter 7 bis '»lappig, wirkt nicht ganz so zierlich wie palmatiini. 

Acidöton siehe Seniriiicifu. 

Actinidia, Strahlengriffel — 1) i 1 leniaceen. — Sommergrüne Schlingsträucher. 
Blätter wcchselständig. einfach. IJlütcn achselständig, ziemlich ansehnlich, weil,!, mit sehr 
zahlreichen Staubblättern und Ciriffeln. .huii-.luli. Früchte \-ielsamige. 2 bis 2.5 ttii lange. 



Actinidia— Adeiiöstonia 




Abb. 76. Actinidia Kolomikta, Strahlengriffel. iPhot. t. Kettig. Jen 



eiförmige oder rundliche Beeren, oft eßbar: Kultur in jedem frischen, guten nahrhaften 
üartenboden; lieben leichten Halbschatten; Auslichten wenn nötig im Winter: Vermehrung 
durch Samen und Hartholzstecklinge unter Glas sowie durch Sommerstecklinge oder auch 
.Ableger: Verwendung als ausgezeichnete Schlingpflanzen zur Bekleidung von Mauerwerk. 
Lauben usw.. unempfindlich gegen Insekten und Pilze, doch mul.i A. polygania gegen Katzen 
geschützt werden. 

A. arguta, .lapan-A\andschurei. hochschlingend, Blätter beiderseits glänzend grün. derb, 
spät abfällig. Blüten im Juni, duftend. Staubbeutel purpurn. Früchte grüngelb, ellipsoid. 
säuerlich; A. callösa, Mittelchina. Mark der Triebe gefächert. Blätter einfarbig grün. kahl, 
feiner gesägt als bei Kolomikta. noch zu erproben, als callosa var. Hcniyi geht A. coridcca. 
die durch derbere, entfernt gesägte Blätter und rötliche Blüten abweicht; A. chinensis. 
West- und Mittelchina. üppig. Triebe und Blätter dicht bräunlich-filzig, diese rundlich, derb. 
Blüten weil.'i. dann gelblich. F-rucht walnußgroß, behaart, wohlschmeckend (stachelbeerartigi. 
prächtig, hart, in kalten Lagen Schutz; die echte A. Hcnryi steht ihr nahe, kaum hart, dies 
gilt auch von der kahlen .4. nibricaiilis aus Yunnan, die mit ihren derben spitz lanzettlichen 
Blättern mit roten Haaren und Stielen auffällig ist; A. Kolomikta (Abb. 7iii. .lapan. 
.\\andschurei. Nordchina. Zweige purpurn, schwach schlingend. Blätter häutig, an Spitze oft 
weiß, später rot gefärbt. Staubbeutel gelb. Frucht blau, süß: A. polygama, wie vorige, 
aber Blätter nicht herzförmig, mehr borstlich behaart. Blüten größer, bis 3 cm breit. 1-rucht 
gelb, bitter. 

Adelia siehe lorcslieni. 

Adenocärpus decörticans — L e g u ni i !1 o s e ii. — Spanischer Strauch mit langen behaarten Trie- 
ben, 3 zähligen Blättern und goldgelben Blüten in dichten aufrechten Trauben im Mai-Juni, der kaum 
in Kultur ist, aber In Südungarn z. B. wohl hart sein dürfte; Kultur in lehmigem Sandboden in ge- 
schützter Lage an Südwand; Ve r tn e h r ii ii g durch krautige Stecklinge im Sommer oder im Frühjahr 
unter Glas. 

Adenöstoma fasciculatum, Scheinheide — Rosaceen. — Bei uns niedriger, steif aufrechter 
heideartiger Strauch aus Kalifornien, Blätter nadelartig, immergrün, Blüten klein. weiUlich, in vielbUi- 
tigen, rispigen Scheinähreii im Mai-.luni; Kultur in sonniger Lage und gut tuit Lauberde oder Torf- 
mull versetztem, lehmig durchlässigem Boden versuchswert; Vermehrung durch Samen und Früh- 
jahrsstecklinge im (jlashaiise; Verwendung nur in sonnigen Lagen im Alpinimi im Süden des Gebietes. 




Abb. 77. Aesculus ockindni, gelbblütige Pavie, 

iPhot. C. Schneider, Bolan. Carlen, Wien [aus der „Harte 



Adttäria siehe üuylussuiia. - 
Citrus Irifoliula. — Aehrenheide 



Adodeadron siehe Rhodotlianmus. 
L'he Hnickenthalia. 



Aegle sepiaria 



i4escu/us'''), Roßkastanie - Hlppocastanaceen. — iWe'st hohe^Baume mit groüen 
gegenständigen, fingerförmig 8 bis ')zäliligen. sommergrünen Blättern. Blüten in endstän- 
digen, ansehnlichen Rispentrauben. Früchte meist einsamige. glatte oder bestachelte Kapseln; 
Kultur in jedem tiefgründigen, frischen, etwas lehmigen Boden: Schnitt meist auf Aus- 
lichten im Winter beschränkt, doch vertragen die Aesculus ziemlich derben Schnitt: Ver- 
mehrung durch Samen (Saat gleich nach Reife, sonst stratifizierenl. .-1. parviflora und die 
anderen Strauchformen durch Ableger und Wurzelstücke, die seltenen Arten'^oder Garten- 
formen durch Veredlung (Okulieren) auf A. Hippocastanuni und A. Paviu: X'erwendung 
siehe bei den Arten. 

ALPHABETISCHK LISTH DI-;R ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen). 



Biishii W 

carnea W 

— Briotii 90 

— plantierensis 90 

chinensis 90 

discolor 90, 9 1 

— niollis 'tO 

flava 90 

glabra leiicodermis .... 90 
Hippocastanum «9 

— Bauniannii 90 

— dissecta '>0 

— flore pleno 90 

— heterophvlla 90 



Hippocastanum laciniata . . 90 

— Memmiiigeri 90 

— Schinihoferi 90 

— umbraculifera 90 

humilis 90 

hybrida 91 

intermedia 90 

lutea 90 

Lyonii 9i 

m'acroätachya 91 

octandra 90 

parviflora 91 



mcisa 90 



Pavia discolor 90 

— humilis 90 

— nana 90 

— Whitleyi 90 

plantierensis 90 

rubicunda 90 

— Briotii 90 

rubra humilis 90 

sinensis 90 

splendens 90 

turbinata . . 90 

versicolor 91 

woerlitzensis 90 

— Elluangeri 90 



arguta ')! 

atrosangninca 'lO 

.\. Blättchen sitzend, fiinf Blumenkronblätter. Bäume (Gruppe Hippocastuniiin oder liuaes- 
culus): A. Hippocastanum, N. -Griechenland. Bulgarien, allgemein bekannter, bis über 
30 /// hoher Baimi, ausgezeichnet für .Alleen (.\bb. '») und Minzclstellung. gibt tiefen Schatten. 




Blütezeit AVai. I-rucht stachelig, beim Typ Blüten weiü mit rot. viele Oartenformen: f. Ban- 
niannii [\av. Jlorc pleno). Blüten weil.i gefüllt. L Schinihoferi, Blüten gelblichrot gefüllt, f. 

incisa. Blättchen kurz und breit, tief 
eingeschnitten lappenzähnig. l.laci- 
niata (var. dissc'cta. var. Iicleropliyl- 
la). Blättchen lanzettlich, fiederig 
gezähnt, f. Wcmmingeri, Blätter 
weüjgelb bestäubt, f. iimbruculifcra. 
Krone dicht, kugelig ; sehr häufig an- 
gepflanzt und wertvoll ist A. car- 
nea [A. internuHlia, A. nihiciiii(la) 
und ihre Formen, die Kreuzungen 
mit .-1. Pavia darstellen und in ver- 
schiedenen roten Tönen blühen, ver- 
gleiche die farbige Abbildung auf 
Tafel IX: als beste Form gilt var. 
Briotii (-4. nibkunda \-ar. Briotii\. 
dunkelste rote; ferner var. plati' 
deren sis i.4. planticrcnsis). der 
Hippocastaniun näher stehend, aber 
Blüten weich rosa überhaucht; A. 
turbinata (A. sinensis Hort ). Japan, wie Hippocastaniun. aber Blätter grölJer. jung unter- 
seits behaart. Blüten kleiner, weniger deutlich gerötet, .luni, Früchte nur warzig, ähnlich 
Pavia: hart. 

B. Blättchen gestielt. Blumenkronblätter vier (sonst Strauch). — 1. Winterknospen klebrig. 
Kelch 2 lippig. Frucht glatt (Gruppe Culotliyrsiis): A. chinensis, China, kleiner, der ge- 
wöhnlichen Rol.lkastanie ähnlicher Baum. Blüten nur zirka 1 i/n lang, weil.i. Mai-Juni. Früchte 
fast kugelig, selten echt. — 11. Winterknospen nicht klebrig. Kelch 5 zähnig. ~ a) Staubgefäße 
die Blüte kaum überragend. Blüten gelb oder rot. Blumenkronblätter vier (Gruppe Pavia\: 
A. discolor (A. Pavia var. discolor). südöstl. Verein. Staaten, wie Pavia. aber Blätter 
unterseits weil.llich filzig behaart, besonders schön var. niollis mit dunkelroten Blüten; ihr 
steht ganz nahe die strauchige A. 
splendens. .Alabama, die nach 
Rehder als schönste Form der Grup- 
pe gilt; ferner hat sich im .Arnold 
Arboret als hart und brauchbar er- 
wiesen A.Büshii. eine Hybride der 
discolor niollis mit A. glahra leiico- 
derniis; A. Pavia (Pavia rubra). 
östliches Nordamerika, kleinerer, 
meist nicht über (> ni hoher Baum. 
Blüten röhrig. Blumenblätter drüsig 
gewimpert. rot. besonders tief bei 
\ar. atrosangiiinea. hier\'on noch 
var. Imniilis (A. Iiiimilis. A. Pavia 
var. nana. A. rubra ^•ar. liuniilis). 
niedriger Strauch; in dieser Gruppe 
noch zu nennen A. octändra \A. 
flava. A. lutea. Pavia lutea), östliches 
Nordamerika. Tracht wie Abb. 7 7. 
Blüten gelb. Fetalen am Rande nur 
zottig gewimpert; nahe steht die A. 
woerlitzensis, eine unbestimmte 
Gartenform, mit gelb und roten Blü- 
ten und der var. Eihvängeri (/4. 

Pavia var. Wliitleyi. A. Pavia atrosangiiinea Hort, zum Teil). Blüten dunkler rot; beide Fol 
men ähneln .\. I'avia. es fehlen aber jede Drüsen an dem F^etalcnrand; dagegen hat die H\ 




Aesculus— Aildnthus 



bride octandraXPcivia drüsige und auch zottig behaarte Petalenräiider. sie geht als A.hy- 
brida (Puvia liybrida. A.vcrsicolor. A.Lyonii) in meiireren gelb und roten l-ormen in Kultur, 
auch als A. discolor und A. fciria var. ar- 
giitu. — b) StaubgefälJe zweimal so lang wie 
Blumenkrone, diese weil.l. Strauch (Gruppe 
Macrotliyrsns): A. parviflöra \A. riiacro- 
stacliyu), südlA'erein. Staaten, breite schöne 
Ijiisclie bildend. Blüten in ährigen, schmalen 
Rispen im Juli bis August über dem Laube 
stehend. Staubblatter die 4 — 5 Fetalen lang 
überragend, schöner Zierstrauch für Einzel- 
stellung, auch in mehr sandigen Böden und 
für Halbschatten, durch Ausläufer sich weit 
ausbreitend. 

Aethionema grandiflörum, Steinkresse — 
C r u c i f e r e n. — NiedurlicKeiider, am Grunde vf r- 
hiilzciider kahler Halbstraucii lAbh. 78), aus Ar- 
menien, Persien, Zweige bis 50 cm hoch aufstre- 
bend, Blätter klein, lineal, blaugraugrün, Blüten 
rosapurpurn. in endständigen Trauben, Juni; 
K u 1 1 u r in etwas sandigem, durchlässigem Bo- 
den in mehr trockener, sonniger, warmer Lage 
oder in Felspartien ; Ve r m e h r u n g durch Sa- 
men, Teilung und Stecklinge; Verwendung 
für Liebhaber in milderen Gegenden. — Ähnlich 
A. cordätum {Euiiömia cordutu). aber niedriger. 
Vergleiche auch im Staudenbuche. 

Aethionema Balansae und eunomioides 
siehe CreiuiUiria. 

Agave Pärryi — A m a r >■ 1 1 i d a c e e n. — 
Stammloser Halbstrauch (Abb. 79) mit dicken, 
fleischigen, bis 30 cm langen, blaugrauen, roset- 
tig grundständigen, stechend zugespitzten Blät- 
tern, Blüten an älteren Pflanzen in bis 4 m hohen 
Rispen, grünlichgelb, Sommer, nach Blüte stirbt 

Pflanze ab; Kultur in recht geschützten, prallsonnigen Lagen in lockerem, durchlässigem, kalkhalti- 
gem Boden an Felshängen, im Winter eventuell Tannenreisigdecke in rauheren Lagen ; Ve r m e h r u n g 
durch am Grunde erscheinende Seitensprosse; Verwendung als sehr interessante Pflanze für Lieb- 
haber; im Süden gegen das Mediterrangebiet ist A. americäna, die sog. hundertjährige Aloe, verwil- 
dert und dort können noch viele andere Agaven im Freien gezogen werden, wogegen im mittleren Teile 

des Gebietes nur A. Pa/rvi sich bisher 




Abb. ,so. Alungium pkiliinifoliwn. 
lOrig.: Hort. Simon l.ouis, Plantieres. I 




mlich hart bewährte. 
Agerätum arbutifolium siehe O.v 



/ohus arhiilifolius. — Ahlbeere siehe 
kibcs nigruiiL — Ahle siehe Pnimis Wa- 
llis. — Ahorn siehe Acer. 

Ailänthüs, Götterbaum — 

Si m arubaceen. — Hohe Bäume 
mit grol.ien. soiiuiiergrünen. wech- 
selständigen, unpaar gefiederten 
Blättern. Blüten klein, grünlich, übel 
duftend, in reichverzweigten, gro- 
llen endständigen Rispen, .luni-.luli. 
im .August mit den sich gelbrot fär- 
benden Flügelfrüchten sehr auffal- 
lend; W'interschnitt; Kultur in je- 
dem Boden; N'ennehrung durch 
Sanien(l-rühjahr)und\\'urzelschnitt- 
linge lam besten auf warmem Pul.')i 
und Wurzelausläufer ; \' e r w e n - 
düng als üppig wachsender Park- 
baum, auch für breite Alleen, obwohl sparrig wachsend, verträgt rauchige Stadtluft und Gas- 
einflüsse '"*) gut. belaubt sich aber sehr spät. 



Abb, Hl. Links Oleander, A' 
Julihrissiii, Schirmakazii 



Olciimter: rechts Alhiaui 



Ailänthus— Alhizzia 




A//IUS gliiluiosa, in BUitt-. 



A.altissima i A.glandulosa), China, bis 2,s m hoch. Stamm mit auffallenden hellen 
Längsstreifen in Rinde, Blättchen 1.5 bis 2.S. am Grunde geöhrt. verwildert bei uns jetzt 
ähnlich der Rol.ikastanie. hübsch ist f. pcndulifolia mit sehr langen, graziös hängenden Blät- 
tern, sowie f. erythrocarpa (A. erythrocarpa. A. rubra) mit im Sommer und Herbst auffallend 
geröteten Fruchtständen; var. sutchuenensis (A. siitcluienensis) ist eine kahle westchine- 
sische Form; A. Giraldii, Westchina, weicht vor allem durch längere Blätter mit 3.3 bis 
41 Blättchen ab; A. Vilmoriniana [Pongelion Vilmoriniatuim, A. glandiilosa var. spinosa). 
Westchina, sofort kenntlich an den (wenigstens jung) bestachelten Zweigen und Blattstielen 
imd den unterseits behaarten ßlättchen. interessant, so hart wie altissima. 

Ailanthus glabrescens siehe Cedivhi. — Akazie siehe Alhizzia und Robiiüa. 

Akebia, Akebie — Lardizabalaceen. — Kahle Schlingsträucher. bis 5 m, mit lang- 
gestielten, gefingerten, wechselständigen, halbimmergrünen, von Insekten nicht angegriffenen 
Blättern, Blüten einhäusig, achselständig, bräunlich-violett-rot, Ende .April bis iWai. F>ucht 
grol.ie. längliche, saftige, vielsamige Beere. Samen schwarz in weil.lem Fruchtbrei; Kultur 
in gutem, durchlässigem, etwas sandigem Boden in warmer Lage; Rückschnitt wenn nötig 
nach Blüte; Vermehrung durch Samen (unter Glasl, krautige Stecklinge, Ableger und 
W'urzelschnittlinge; Verwendung als hübsch tiefgrün belaubte Schlingpflanzen, besonders 
an warmen Mauern. 

A. lobata, .lapan, Blätter 3 bis 5 zählig, sommergrün. Blättchen cirundlich. etwas kcrb- 
zähnig. Blüten in langen Trauben, männliche klein, heller purpurn, weibliche grölJer. dunkler. 
Früchte hell violett, hart, wohl schöner als A. quinata, China, .Japan, Blätter ,S zählig. 
I-Slättcheii mehr länglich, ganzrandig. Früchte gurkenartig, braunrot. 

Alänglum platanifolium [Marien platanifolia). — Alangiaceen. — Sommergrüner, japanisch- 
chinesischer kleiner Baum lAbb. 80|, Zweige sehr markreich, behaart, Blätter rundlich, .3 bis 5 lappig, 
Blütenstände achselständig aus jungem tiolz, 2 bis 4 blutig. Blüten weiß. Juni-Juli, Fetalen lineal, 
Frucht steinfruchtartig; hat sich bei uns in warmen Lagen als hart erwiesen, treibt nach Abfrieren 
aus Wurzelstock wieder aus; noch härter hat sich in Darmstadt ,4. bezoniifolium (M. hezomifoHa, /VI. 
loiiientosü\, Himalaya, gezeigt. 

Alaternus angustifolia und latifolia ist Rhamnus Alaternus. 

Albizzia (Aaina, Mi/iio.sai Julibrissin, Albizzie, Schirmakazie — L eg u m i n o s e n. — Sommer- 
grüner, bis \2rn hiihcr B.Tum aus Transkaspien mit breit-schirmförmiger Krone (Abb. 81 1 und großen, 
Joppelt-paarig gefiederten P.lättern. P>lüten im Sommer, fein, hellrosa, in dichten rispig angeordneten 
Köpfen über dem Blattwerk, Staubfäden sehr zahlreich, fein und lang. Hülsen flach, bis 15 cm lang; 
Kultur bei uns nur im Süden in warmen Lagen in durchlässigem, lehmigem Boden; Vermehrung 



Albizzia— Aliius 



durch Samen und Stecklinge aus liaihreifein Holze; Vc rvve n d u ng a[i der Rivlera als Alleehaum, 
sonst in Lagen wie Südtirol; als harter gilt var. nhea. In Südtirol wird auch /l. (.la/r/Vn fc/''"'"''"' 
gelegentlich kultiviert, die halbiininergrün ist und zylindrische Blütenähren hat. 

Alexandrinischer Lorbeer siehe Ruscus /iypo<;/ossuin. 

Alhägi camelorutn, Kamelsdorn — Leguminosen. — Transkaspischer, sparrigcr niedriger 
Wüstendornstrauch, mit kleinen länglichen Blättchen und roten Biütchen in achselständigen Trauben 
im Sonmier; wohl noch nicht in Kultur, etwa wie manche Astni^a/us von besonderen Liebhabern zu 
versuchen. (Näheres C Schneider, III. Handb. d. Laubholzk. IL, S. 105.) 

Almrausch siehe Rliodoilcndion fciruirineiim und hirsulwn. — Alaäster, Alnobetula siehe A/ziiis. 

Alnus^'), Erle, Eller, Else — Betulaceen. — Meist Bäume. Blätter sommergrün. 
abwechselnd, einfach. Blüten unscheinbar, in kätzchenartigen Blütenständen (Abb. ,s2i, die 
sich meist sehr früh im Februar oder März entfalten. Schuppen der l'ruchtstände verholzend; 
Kultur meist in feuchten Lagen; Vermehrung durch Samen iFrühjahn. die Strauchformen 
auch aus reifen Holzstecklingen, auch Ableger und zum Teil Ausläufer, sowie besondere 
Formen durch Veredlung auf Stammarten; Verwendung im Park an Wasserläufen, in 
•sumpfigem Grunde, oder auch die besseren Zierarten, wie conlala. hirsiita, japonka. nitida 
für trocknere. aber doch frische Lagen. 

ALPHABLTISCHKS VKRZBICHNiS ÜKR HRWÄHNTKN LATEINISCHEN NAMEN, 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen. i 



Alnobetula 94 

communis 93 

cordata Q,3 

cordifolia 93 

■crispa Q4 

^irma 93 

— hirtella 94 

— multinervis 94 

— yasha 94 

-fruticosa 94 

iglutinosa 93 

— aurea 93 

— imperialis 93 

— incisa 93 

— laciniata 93 

— oxyacanthifolia . 93 

— pyramidalis 93 

— rubrinervia 93 



multnervis 94 

oregana, oregona ... .93 

pendula 94 

rubra 43 

rugosa 44 

— serrulata 94 

rotundifolia 93 

serrulata 94 

sibirica 94 

Spaethii 94 

spectabilis 94 



94 



tiliaelolia .... 
tinctoria .... 

viridis 94 

vulgaris 93 



hirsuta 94 

— sibirica 94 

hirtella 94 

incana 93 

— acuminata 93 

— aurea 93 

— incisa 93 

— laciniata 93 

— pendula 93 

nova 93 

— pinnatifida 93 

— sibirica 94 

japonica 93 

maritima 93 

Maximowiczii 94 

Mitchelliana 94 

mollis 94 

A. Knospen gestielt, stumpf, zweischuppig, auch weibliche Kätzchen schon im Herbst 
deutlich entwickelt (echte Hrleni: I. Männliche Kätzchen im Herbst erblühend; A. mari- 
tima, See=Erle, mittlere östl. Verein. Staaten, kleiner Baum, bis Id m. Blätter oboval, 
■keilförmig, glänzend grün. F'rüchte zu zwei bis vier, eiförmig, schöne harte im September 
iblühende Art. zur Blütezeit sehr hübsch; auch die im Herbst blühende A. nitida aus dem 
-westl. Himalaya ist zu erproben. — 11. .Wännliche Kätzchen erst im l-"ebruar-A\ärz vor dem 
Blattausbruch sich öffnend: A. cordata (A. cordifolia, A. tiliaefölia Hort.). Süditalien. 
.Kaukasus, pyramidaler Banm bis 2(i ///. Blätter lindenähnlich, rundoval -herzförmig, ober- 
seits glänzend, unterseits hellgrün, nur gebartet, Zapfen zu 1 bis 3. für wärmere Lagen sehr 
hübsch; A.glutinösa (A. vulgaris. A. rotundifolia. A. communis), Schwarzerle, Europa. 
Asien. Nordafrika, bis .^5 m . Triebe drüsig. Blätter stumpf dunkelgrün, meist breit oder 
rundlich oboval. unterseits hellgrün, fast kahl, Zapfen gestielt, bekannte .\rt für feuchte 
Plätze, viele F'ormen. von denen nur genannt seien: var. aurea. Blätter gelb, schwach 
■wachsend, var. imperialis. Blätter tief fiederlappig. Wuchs mäßig, var. incisa (var. o.vi*- 
.acanttiifolia) , Blätter klein, meist Strauch, var. lacinidta, Lappung kürzer, var. pyrami- 
dalis, pyramidal wachsend, var. rubrinervia. üppig. Blätter glänzender, mit roten Nerven und 
Stielen; A. incäna. Grau- oder Weilierle, nördliche Halbkugel, bis 2.t m. junge Triebe 
grauhaarig, Blätter unterseits weil.lgrau. meist reich behaart, Zapfen meist sitzend, ebenfalls 
allbekannt, verträgt trockenere Standorte, von den vielen l-ormen nur zu nennen : var. aurea, 
Winterholz gelbrot, Blätter etwas goldgetönt, var. p('ndula (var. pendula nova). Trauererle, 
var. pinnatifida (var. acuminata. var. incisa. var. laciniata). fiederig gelappt oder einge- 
schnittene Blattformen; A. japonica [A.firma vieler Gärtenl. .lapan. bis 27 ///. pyramida- 
ler schöner Baum. Blätter spitzelliptisch, oberseits glänzend grün, fein gezähnt. Fruchtstände 
.zu 4 bis 6, schöne .\rt; A. rubra (A. oregana. .4. ort'gonaj, westl. Nordamerika, bis 2.^ w. 



Alnus — Alvssimi 



pyramidal, aber Äste etwas überhangend. Zweige kahl, kantig. Blätter oval, oberseits dunkel, 
unterseits graugrün. Neivcn gcnitct. i-ruchtstande zu .? bis 6. recht gute Art; A. rugösa, 

östl. X'erein. Staaten. Strauch oder 
kleiner Baum, junge Zweige rost- 
farben filzig, kahler ist die höhere 
\ar. serruläta (A. serniluta). ähn- 
lich iticuna, aber Blätter beiderseits 
grün, weibliche Blütenstände auf- 
recht, hart, aber ohne besonderen 
Wert; A.Späethii, hübsch belaub- 
ter Bastard zwischen japonica und 
der selteneren A. siilnonluta aus 
dem Kaukasus; A. spectäbilis, 
Hybride zwischen yw/xi/z/ir/ und iii- 
cunu: A.hirsüta {A. ünctörial, 
Nordostasien. Japan. Baum bis 1 ."^ in 
(Abb. «31. schön belaubt. Blätter 
meist tief lappenzähnig. unterseits 
graugrün, was als tinctoria in Kul- 
tur ist fast alles hirsiita var. s/ö/= 
rica (A. sibirica, A. incana sibiricu) 
mit kahleren Trieben und Blättern. 
~ B. Knospen sitzend oder fast sit- 
zend, zugespitzt, mit 3 bis 6 (selten 
nur 2, aber dann ungleichen) Schup- 
pen, weibliche Blütenstände wäh- 
rend des Winters noch in Knospe 
verborgen (Untergattung Abiastcr 
oder Ahwbctiila): 1. Blätter eiläng- 
lich oder lanzettlich. Nervenpaare 
1 2 bis 21 : A. pendula (.4. Jinna 
\'ar. luiiltineiris. A. niiiltincrvis\. 
Nordjapan, Strauch oder kleiner Baum, Blätter kurz gestielt, .Nervenpaare is bis 21. Zapfen 
2 bis .s. kaum 1 .3 cm lang, hübsche 
harte Art, in Kultur dafür meist A. 
firma var. hirtella lA. Vaslia. A. 
jiiinii var. Yashu, A. hirtella). Baum 
bis 8 ///. Nervenpaare 1 2 bis 1 7. Zap- 
fen grol.'), zu 1 bis 2. — II. Blätter 
breit eiförmig oder elliptisch. Ner- 
venpaare 5 bis 1 (bis 1 2 ) ; A. \'/r/= 
disfA. AlnobiHula). Grünerle,l;ii- 
ropäische Gebirge. 1 ..=> bis 3 m. Blät- 
ter stumpflich breit eiförmig, unter- 
seits kahl, blüht meist erst im April. 
Zapfen zu 3 bis 5 (bis 7 ) traubig; für 
grol.ie schattige steinige Hänge, gro- 
l.ie Felsanlagen; in Amerika vertreten 
durch A.Mitchelliäna (A.crispa. 
A.mollls). die noch hübscher, etwas 
üppiger ist, unterseits behaarte Blät- 
ter hat; auch die 1-ormen aus Ost- 
asien A. fruticösa und A. Maxi' 
mowiczii sind sehr kulturwert, 
letzte wird bis Ki /« hoch. 

Alpenrose siehe KIwtlodeinIron. — Althaea Frutex 
Alyssum (Ptilotrichum) spinösum, Steinkraut — ( 




Uta var. sil>incu. Färber-Hrle, 



zur Blütezeit, 




Ahh..S4 



:hcr (järten ist Hibiscus 
ifcTcMi, — Kleiner, 10 — 



vrnicus. 

\ cm hoher, reich. 



Al\ssiMii — Aniel;incliicr 



fein und VL-rworreii vcrästeltcr Doriistraucli (Abb. 84i aus Südfrankreicli. Spanien inid Nürdafril<a. 
Blätter abwechselnd, fein spatelig laiuettlich, gleich den Zweigen und Blutenständen silberschülfrig, 
Blüten kurztraubig. weiß mit rötlichem Hauche, Mai bis Juni; Kultur in sonnigen Lagen zwischen 
Gestein; Vermehrung durch Samen und Stecklinge; Verwendung nur für Liebhaber, doch ziemlich 
hart. — Sonst siehe „Unsere Freilandstauden". 

Amberbaum siehe LiquiLkimbar. 

Amelänchier^' K Felsenbirne — l^osaceen. — Sträuciicr oder kleine HaLimc mit 
einfachen, sommergrünen. weciiselständigen Blättern. Blüten weil.), meist April-Mai. locker- 
traubig oder biischelig, Früchte erbscngrol.le Äpfelclien, rot oder schwärzlich, meist sül.i. 
saftig: Kultur in jedem guten Gartenboden, lieben Kalk, nicht zu feucht; Schnitt im Som- 
mer; Vermehrung durch Samen. Wurzelausläufer, auch durch Veredlung auf Crataegus; 
X'erwendung für X'orpflanzungen. Halbschatten, zum Teil in Gesteinspartien; verdienen 
viel mehr Beachtung als Blüten- und Fruchtsträucher. 

ALPllABHTISCHHS VHRZEICHNIS DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 



(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



canadensis oblongifolia . . 96 

— obovalis 90 

— pumiia 96 

florida 9b 

grandiflora 95 

japonica 95 

laevis(Abb.85i 95 

oblongifolia (Abb. 86) ... 9b 

obovalis 96 

ovalis Borkhausen .... 96 



ovalis Medikus 95 

oxyodon 96 

rotundifolia Dum.-Cours. . 95 

— Roemer 9b 

sanguinea 9b 

spicata Aut '>(> 

— Koch und Hort 9b 

stolonifera 96 

utahensis 9b 

vulgaris 95 



^ ^v i-V^-.-i. w-v'^^-'A^^i^VC-.'- 



alnifülia 9b 

— florida 96 

— pumiia Q6 

asiatica 95 

Botryapium 9b 

canadensis Gray <55 

— Medikus 96 

— alnifolia 9b 

— japonica 95 

A. Griffel fast stets fünf. 

1. Griffel stets frei. Blumenkronblät- 
ter aul.len stets locker behaart: A. 
rotundifoliaDum.-CouTS.fA.om- 
lis Medikus. A. ■,';i/gan's). Süd- und 
A\itteleuropa . (i,5 bis 2 m. selten 
höher. Blätter eng gezähnt ringsum, 
imterseits weil.ilichgrün. jung wollig 
behaart. Blüten Mai, Griffel die in- 
nere Einfügungslinie der Staubblät- 
ter nicht oder kaum überragend. 
Frucht schwarz, bereift. August- 
September, zur Blütezeit schön, 
sonnige Lagen an Felsen; verträgt 
aber auch lichten Halbschatten (un- 
ter Kiefern). — 11. Griffel stets ver- 
wachsen, fast so lang wie Staub- 
blätter, Blumenkrone aul.ien kahl 
oder kaum behaart. — a( Blattzäh- 
nung sehr fein und eng. 5 bis 1 2 
Zähne auf 1 cm Blattrand, Nervatur 
unregelmäl.iig, Pynis-arüg: n\ Blät- 
ter ganz kahl: A.laevis (A. cana- 
(h'nsis Gray, nicht ,N\edikusi. östl. 
Verein. Staaten, meist baumartig, 
breit verzweigt ( Abb. 85 1, junge Blät- 
ter bronzerot, Blütentrauben hän- 
gend. Mai. Frucht schwarz-purpurn, 
bereift, süßlich, .luni, schöne .Art. 
liebt trockenere Lagen. lichtcnWald : 
eine als Hybride mit iufhulcnsis gel- 
tende als Ä.grandiflöra gehende 
Form gilt am kiüturwertesten. — 
f>) [glätter jung filzig behaart: aa) Blätter scharf zugespitzt: A. asiatica lA. lunadcnsis var, 
japonica. A. japonica Hort.A .lapan, Korea, meist kleiner Baum. Tracht sparrig. etwas über- 




hänKcnd. Blütenstmide dicht, nickend. Ende -Wai. JM-ncht blausciuvarz. September. huhsclK 
A canadensis .N\edii<us (A. hotrydpwm). anfrecliter buschiger Baum. Blatter jung beider- 
seits filzig, meist herzförmig. Bluten 
; ^.. April bis\\\ai. vor Blättern. Frucht 

braun -purpurn, geschmacklos, die 
reichen Blüten und die jüngsten sil- 
brig behaarten Blättchen wirken sehr 
zierend. — bbi Blattspitzen stumpf- 
lich oder abgerundet: A.oblongh 
fölia (A. canadensis \ax. obloni^i- 
foUa oder var. obovalis, A. ohovalisl. 
ostl. Verein. Staaten. Strauch wie 
Abb. 8(). bis (> m . ohne Wurzelaus- 
laufer. Blätter länglich. Blüten im 
Mai. Ovarspitze kahl. Frucht fast 
schwarz, bereift, sul.llich. .luni. 
hübsch; ebenso die vielleicht eine 
H\bride dieser Art mit stoloiujcru 
bildende A. ovälis Borkhausen, 
nicht Medikus (A. spicala Koch und 
\ieler Gärten), vielstämmiger Busch. 
Ovarspitze behaart. Kelchzipfel der 
unreifen Früchte wie bei oblon<^i- 
loliü aufrecht; A. stolonifera (A. 
spicuta imAA.ovalis vieler Autoren ». 
ostl. X'erein. Staaten. Ausläufer trei- 
bender, breite Massen bildender 
Strauch, bis 1 m. Ovarspitze wollig, 
blüht etwas nach laevis. Flucht 
schwarzpurpurn, bereift. süL'ilich. 
Ulli. — bi Blattzähnung gröber. .^ 
bis .^ Zähne auf 1 cm. Nerven deut- 
A. alnifölia fA. cana(/cnsis var. alnijolia). mittl. 




\iiulaniliiei oblongiloliu ^ 



lieber, parallel. Ulmen- oder Erlen-artig: 
und norwestl. Verein. Staaten, etwas 
steif aufrechter Strauch, bis 4 m. Blät- 
ter sehr bald kahl, Spitzen rundlich. 
Blütenstände aufrecht, dicht. Mai. 
Ovarspitzen behaart. Früchte fast 
schwarz, bereift. .luli. hierher die kah- 
lere var. flörida (A.florida. A.oxyo- 
(lon). sowie die brauchbare var. pü- 
mila (A . canadensis var. piimilal. seh r 
niedrig. Ausläufer treibend; A.san- 
guinea (A. rotiindijolia Roenier und 
A.spicata vieler Autoren), östl. Nord- 
amerika, lockerer Strauch, bis 2 m, 
Blätter spitz, unterseits jung dicht 
behaart. Blütenstände nickend, Mai. 
1-rucht fast schwarz, bereift, sül,'.. spät. 
August-September, gut. — B. Grif- 
fel fast stets nur zwei bis vier, 
meist niedrige Zwergsträucher für 
sonnige Felspartien: A. utahensis. 
Utah, Arizona, sparrig. feinfilzig. Blät- 
ter graugrün, Trauben kurz. Blüten •.,,,; .i,* 
sehr klein, für die sonnigsten und dürrsten Plätze der (icsteinsanlagen geeignet, doch nicht 
echt in Kultur. 




Aiiiolanchier— Ampelöpsis 97 

Amelaachler racemosa siehe Hxoclionla. — Amerikanischer Lorbeer siehe Kulmia. 
Ammodendroa Conöllyi, Sandbaum — Leguminosen. — Hier gilt das bei /l//;(/X'/ Gesagte, 

erinnert etwas an Halimodcndnni, Aufzucht bei iins noch nicht gelungen, (Näheres C. Schneider, 111. 
Handb. d. Lauhholzk. II., S. 2(».i 

Ammyrsine siehe I.ciopliylluiii. 

Amörpha, Bastard-Indigo, Unform — l,e ti;um i n oscn. — Aufrechte, sonimer- 
griine Sträucher aus Nordamerika mit unangenehm riechendem Holz und wcchselständigen, 
unpaar gefiederten Blättern, Blüten meist violettblau, klein, in dichten, ährigen, endständigen 
Blutenständen, Fruchthülsen meist einsamig. nicht aufspringend; Kultur siehe Arten, Schnitt 
im Frühjahr, meist längeres Rückschneiden nötig: Vermehrung durch Samen. Sommer- 
steckiinge tzeitig unter Qlasi und Stecklinge aus reifem Holze im Beet, auch Ableger. Aus- 
läufer; Verwendung für Vorpflanzungcn. auch im groüen Alpinum. 

A. fruticosa, l bis .s /«. steif aufrechter, wenig verästelter Strauch. Blätter bis M^ cm 
lang, unterstes Paar deutlich vom Stielgrund entfernt, blüht iWai-.luli. gedeiht in allen nicht 
zu sandigen Böden, auch feucht, in Kultur verschiedene Formen; A.microphylla (A.narn/J. 
kaum bis 50 c/ii. dichtbuschig, feinblättrig, zuletzt stark kahlend, Blütenstände kurz, einzeln, 
dadurch gleich abweichend von der grau behaarten A. canescens (Abb. fS7). bei welcher 
das unterste Blättchenpaar am Blattstielgrund sitzt und die Blütenstände sich rispig drängen. 
Juli-September, die erste für sonnige, trockene Felslagen, die zweite mehr für Sandboden. 

Ampeloeissus ist eine mit Vitis verwandte, tropisch-subtropische Gattung, die für uns nur Kalt- 
hauspflanzen enthält. 

Ampelöpsis (ohne Parthenodssiis^"), Doldenrebe —V i t a c e c n.— Bekannte Schling- 
pflanzen mit Wickelranken, über dem Knoten meist deutlich leicht eingeschnürt. Ranken- 
enden stets ohne Haftscheiben (nicht selbst kletternd), Blätter sommergrün, einfach, gefingert 
oder gefiedert. Blütenstände traubig-rispig, Blüten unscheinbar, grünlich, l'rüchte meist hübsch 
gefärbte Weinbeeren, meist ungenielJbar; Kultur in jedem Gartenboden, der nicht zu trocken 
und arm ist. verträgt zum Teil ziemlich viel Schatten; Vermehrung durch Samen, .Ab- 
leger, krautige und reife Stecklinge oder die selteneren Sorten durch Veredlung; X'erwen- 
dung für Lauben, Mauern usw.; man vergleiche das bei den Arten Gesagte! Alle Arten 
gehen auch als Vitis.' 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWAHN TEN LATEINISCHEN NAMEN. 

(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 

aconitifolia Q7 Delavayana 97 niicans 97 

— dissecta 97 dissectä 97 napiformis 98 

— palmiloba 97 heterophylla 97 palmiloba 97 

affinis dissecta 97 — amurensis 97 rubricaulis 97 

■ brevipedunculata 97 — Maximowiczii 97 serjaniaefolia 98 

— Maximowiczii 97 humulifolia 97 Sieboldii 97 

citrulloides 97 japonica 98 tricolor 97 

elegans 97 ieeoides 98 tripartita 97 

citrulloides 97 megalophylla iAbb.88) . .98 tuberosa 98 

.A. Blätter einfach, nur gelappt oder gefingert, nicht gefiedert: A. aconitifolia (A. dis- 
secta. A. aconitifolia var. dissecta. A. aJJ'inis var. dissecta). Nordchina. Triebe kahl. Blätter 
fünfteilig, Lappen fiederschnittig. Blattunterseiten grün. Blüten .luli-.August, Frucht erst bläu- 
lich, dann orange. September-Oktober, sehr hübsch, bei var. palmiloba (A. palmiloba. A. 
tripartita, A. rubricaulis). Blätter meist nur 3 teilig; A. brevipedunculata (A. heterophylla 
var. amuretisis. Cissiis brevipedunculata). Ostasien, junge Triebe behaart. Blätter herzförmig, 
seicht ,? lappig, häutig, unterscits grün, etwas behaart, Frucht zuletzt dunkel amcthystblau. 
schön; var. Maximowiczii (A. heterophylla, litis heterophylla, A. heterophylla \\\v. Ma.xi- 
nwwiczii) hat tiefer ,^ bis .s lappige kahlere Blätter und Triebe. I-rucht zuletzt zuweilen fast 
weil.'), hierher als Formen f. citrulloides (A. citrulloides), noch feiner gelappte Blätter, und 
f. i'letrans (A. tricolor, A. Sieboldii, l'itis heterophylla rarietrata). I^lätter weiß und rosa ge- 
scheckt, schwach wüchsig; A. Delavayana, Mittelchina. üppig, junge Triebe behaart und 
purpurn überlaufen. Blätter herzförmig, .Uappig oder .Heilig. Frucht schwarzblau, hart: A. 
humulifolia, Nordchina, ähnlich brevipedunculata, aber Blätter derber, unterseits weißlich, 
breitoval, schwach gelappt. Frucht klein, hellgelb, bläulich überlaufen, sieht wie eine l'itis 
aus: nahe steht A. micans (l'itis repens Hort.A .Wittclchina. junge Triebe purpurn. Blätter 

Silva Tarouca-SchiUMcUT, Unsert l-rciland-1 :iub«fh,.l/c. 2. ;\utla(;c. ' 



Ampelöpsis^Andrömeda 



sanitigi,rrün überscits. unten blauurau. 1-rucht dunkelblau, hart; A. japönica (A. serjaniac- 
Joliit. ,\. niipijoniiis. .4. /-M/wo.sr/y. .lapan. Nordchina. Wurzelstock knollig. Blätter satt glän- 
. zendgrün, kahl, die i bis 5 tiefen Segmente wie- 
der fiederschnittig. Früchte klein, blau, gepunktet, 
hübsch, aber etwas Winterschutz. — B. Blätter 
einfach oder doppelt gefiedert, grol.'i : A. megalo- 
phylla f\'iris mctralophylla). Westchina, üppig, 
siehe Abb. .SS. kahl. Blätter häutig, unterseits blau- 
graugrün. Blüten August. I-rüchte blau. Septem- 
ber, schöner Schlinger; verwandt aber empfind- 
licher ist die südjapanische/l./ee^des mit meist 
nur einfach gefiederten Blättern. 




Ampelops/s Engelmannii, A. Heoryana, A. quia- 
quefolia, A. tricuspidata, A. Veitchii, A. yitacea u. a. 

siehe Partlicnocissiis. — Ampelovitis siehe Viüs. — Am- 
phiräpis siehe Microglossa. — Amy gdalöpsla Lindleyi 

siehe Prunus triloba. — Amygdalus siehe unter Prunus 
lOruppe Amygdalus). 

Anagyris foetida — Leguminosen. — Medi- 
terraner, bis 3 ///hoher, übelriechender Macchienstrauch, 
Tracht usw. ähnlich Pettena. Blätter 3 zählig Blüten 
gelb, in Trauben, nur in wärmsten Lagen von Liebhabern 
als Felsenstrauch versuchswert; Ve r m eh ru ng durch 
Samen und angetriebene Stecklinge. (NäheresC. Schnei- 
der, 111. Handb. d. Laubholzk. II., S. 21.) 

' Andrächne cölchica — K uph o rbiaccen. — Klei- 
ner, aufrechter, bisöOr/// hoher, fein verästeltersommer- 
grüner Strauch (Abb. 89l, aus Kleinasien, Blätter eiför- 
mig, abwechselnd, blaugrün, Blüten unscheinbar, grün- 
lich, einhäusig, fein gestielt, einzeln, April bis Mai (oder 
Herbst), Frucht hellbraune Kapsel ; Kultur in jedem 
Boden: Vermehrung durch Ausläufer oder Samen 
(nach Reife), auch durch Sonuuerstecklinge oder ange- 
triebene-unter Glas; Verwendung etwa wie Securinega. 

Andrömeda ieinsMkVAich Li'iuöl/ioc'.Lyönia, 
fii-rls). Lavendelheide — Ericaceen.— Im- 
mer- oder sommergrüne Sträucher oder seltener 
baumartig. Blätter abwechselnd, einfach, Blüten 
klein, weil.) oder rosa, in achsel- oder endständi- 
gen, doldigen, traubigen oder rispigen Blütenstän- 
den. Frucht .=> klappige Kapsel; Kultur in sandi- 
gem, genügend frischem Heide- oder Moorboden 
in halbschattiger Lage. Schnitt ohne besondere 
Gründe nicht notwendig; Vermeh rung durch 
Samen (vgl. das im Artikel \'lll, S. 54 Gesagte), 
reife Stecklinge oder Ableger und zum Teil Aus- 
läufer; Verwendung als fast durchweg sehr 
wertvolle Ziersträucher im Garten. Park und Moor- 
beet, man vergleiche bei den einzelnen Arten. 

Ai Blätter deutlich lederig, immergrün (siehe 
auch unten A. piilvenilenta): A. (Leucothoe) axil- 
laris, O.- Nordamerika, kaum über 1 //;, Zweige 
ausgebreitet, zurückgebogen, Blätter kurz gestielt, 
kurz oder plötzlich zugespitzt glänzend grün, Blü- 
ten weil.'), in bis kaum .S ein langen, achselständigen 
Scheinähren, .\pril bis A\ai, .\ntheren grannenlos; 
meist verwechselt mit der wertvolleren^. (Leucothoe) Catesbaei IL. Rollisonii). bis L.Sm, 
F^lätter länger gestielt, Spitze lang vorgezogen, im Winter nebst Blütenknospen purpurn. Blüten- 
stände bis 8r//; lang, etwas durch Blätter verdeckt, Mai bis .luni. für geschützte Lagen sehr 
wertvoll, in rauheren Gegenden Reisigdecke; wohl noch schöner ist A. {Leucothoe) Davi- 



Abb. 88. Anipc/,'/r 
junge Pflanze, i 



Atulröineda 




Abb. 89. Andrüclwe colchica, 4U i 



slae, W. -Nordamerika, bis 1..S ni. Blütenstände an Zwcigcndcn rispig geiiäuft, schön über 

dem glänzenden Laube stehend, Mai bis .luiii. empfindlicher als vorige, recht geschützte 

Lagen; A. floribunda (auch als 

Leiicothoi', Portlina und Picris ge- 

hendl, O.-N. -Amerika, bis über 1,,S 

///, breitbuschig, Blätter lanzettlich, 

unterseits etwas drüsig gepunktet. 

Blüten weilJ, in bis 1 cm hohen Ris- 
pen, April bis AAai, harte graziöse Art 

(Abb.4.S); A.(Pu'ns)j'aponica..]a- 

pan, mehr baumartig. Blätter ohne 

Drüsenpunkte, Blütenstände über- 
hängend, April, siehe Abb. öo. für 

geschütztere Lagen, im Seeklima 

ganz hart; A.polifolia, N. -Europa. 

N. -Asien, niedrige, 10 — 30 (bis fiOi 

cm hohe Art. Blätter klein, lineal. 

unterseits blau weiß, Blüten weiß 

oder rosa, nickend, krugförmig, An- 

theren begrannt, doldig, Mai bis 

.luni, reizende Moorbeetpflanze für 

Oesteinsgruppen usw., siehe Abb. 

46, bei der ähnlichen nordostamerikanischen A.glaucophylla sind die Triebe bereift. 

B) Blätter sommer- oder Wintergrün: A. [Lyonia. Xoiisma) ligustrina (A. paniciilata), 

östl. \'ereinigte Staaten, sparriger 
Strauch, 0,() — 1,5 m, Triebe behaart, 
Blätter obo\'al. fast ganzrandig. un- 
terseits behaart. Blüten in blattlosen 
Trauben zu endständigen Rispen ver- 
eint, .luni bis Juli, stumpf-weii.i, kuge- 
lig; liebt feuchte Lagen, als .Sommer- 
blüher brauchbar, ohne besonderen 
Schnnickwert; A. ^ Lyonia, Pieris) 
märiana, O. -Nordamerika, bis I /«, 
sommergrün, Blätter ganzrandig, un- 
terseits fein dunkel drüsenpunktig, 
Blüten weiß oder rosa, büscheltrau- 
hig, achselständig, nickend. April bis 
.luni. recht hart, hübsch; A. (Lciuv- 
t/ioc. Lyonia. Cussandrajracemosa 
(A.spicalu), 0. -Nordamerika, bis über 
2 m, Blätter sommergrün, eilänglich, 
spitz, fein gesägt, Blüten weiß, An- 
Iheren 4 grannig, in ziemlich aufrech- 
ten, bis 10(7« langen, einseitigen A\\- 
rentrauberi, Mai bis .luni. feuchte La- 
gen, hart; A.(Zc'tiobia) pulveruleri' 
ta (Zc-nohia spcciosa). O. -Nordameri- 
ka, kahler Strauch, bis 1 m. Winter- 
grün. Blätter unterseits meist blau- 
weiß, elliptisch. Blüten ziemlich groß, 
elfenbeinweiß, am Lnde vorjähriger 
Zweige sich ährig häufend, hängend, 
maiglöckchenartig, Antheren -I gran- 
nig, Mai bis .luni, hübscher Blüten- 
Abb. 90. Liiik.^ oben lihododcudron pruecox. rechts Strauch für .Moorbeet und geschützte 

Andivnicdüjaponica. iPiioi. H. Rciiig, Jt-na.! l^agen, auch zum Treiben geeignet. 




Andromcda Anili 



Andrömeda arborea siclie Owilcndruin. 
Clianuiedai'hru'. — Andrömeda campanulata. 




Abb.')\. Ant/iy//is//erm(inniafVdr.As!)(i/al/ii. 40 



Andrömeda cahculata iiiul .4. vaccinoides siulie 
d A. perulata sil-Ik- Hukianllms. — An- 
drömeda caerulea sifhr l'liyHodoce.— 
Andrömeda hypnoides und A. tetra- 
gona siuhc Cü>siope. — Androsaemum 
officinale siclu' Hyperu um. Ane- 
monenrose sichi.' Rosa lacvii;ala. — 
Angelikabaum sIl-Ik- A/v/ia. 

Anisöstichus "*i \Bii;nöniu, Doxcin- 
tlni) capreoläta, Kreuzwein — Big- 

11 o n i a c c u n. — Hühcr kahler Schling- 
strauch aus den südöstlichen Verein. 
Staaten, Blätter Wintergrün, 2 bis 3 zäh- 
g. glänzendgrün, mit Wickelranken, 
Blüten in achselständigen Büscheln, 
rölirig, orangerot, Juni, Frucht lineale 
Kapsel; Kultur in guteni Boden in 
sonniger Lage; Vermehrung durch 
halbreife Stecklinge, Wurzelschnittlinge 
und Wurzelveredlung auf Bignonia 
iCampsis); V e r w e n d u n g nur in 
wärmsten Lagen an Mauern, klettert 
ohne Stütze. 

Annöoa siehe Asiiiiirui. 



Araliaceen. — Unsere Arten üppige, wenig ver- 



Anthyllis Hermänniae, Wundklee — Leguminosen. — Kaum bis .50 cm hoher 
dorniger Strauch (Abb.. 5 2) aus Südeuropa, Blätter auf ein Endblättchen reduziert oder.? zählig, 
Blüten gelb, zu ?< bis .s gehuschelt, im Mai bis Juni. Fruchthülse einsamig, spät aufspringend, 
noch kahler und dorniger ist var. Aspalathi (Abb. «^U); Kultur als Felsenstrauch in 
sonnigen warmen Lagen und durchlässigem Boden; Vermehrung durch Samen, eventuell 
auch krautige Stecklinge. 

Apfel siehe Malus. — Apfelbeere siehe Aronia. — Apfelrose siehe Rosa villosa. — Apfelsine siehe 
Citrus. 

Aphanänthe äspera iCeltis mul;ii, Homoioceltis a.fpera, Homoceltis japoniia Hort.) — Ulmaceen. 
— In der Tracht an Celtis occidentulis gemahnender, mit dieser Gattung nahe verwandter, japanisch- 
nordchinesischer Baum, ähnelt Celtis sinensis, aber Nerven der Blätter direkt in die Blattzähne aus- 
laufend! Bei uns wohl sehr selten in Kultur und jung recht heikel; sonst siehe Cellis, auf welche die 
Art veredelt werden kann. 

Apiopappus siehe Haplopappus. — Apottieker=Rose siehe Rosa gallica. — Aprikose siehe Prunus 
(Gruppe Armeriiaca). 

Arälia, Aralie, .Angelikabaum - 
ästelte Sträuchcr ( Abb.')2 ) oder baum- 
artig, bis sw, mit dicken, bestachelten 
Zweigen, großen, 2 bis .? fach gefie- 
derten, sommergrünen, wechselstän- 
digen Blättern, unscheinbaren, weil.')- 
gelben Blüten in grol.len rispigen Blü- 
tenständen im Spätsommer und klei- 
nen schwarzen Beerenfrüchten: Ku l- 
t u r in jedem nahrhaften Gartenboden 
mit genügend F'euchtigkeit, liebt warm 
und verträgt, wenn Boden genug 
frisch, auch vollste Sonne. Schnitt nur 
bei zu üppigem Wuchs, gegen l'rüh- 
jahr; Vermehrung durch Samen 
oder vor allem durch die starken Aus- 
läufer; Verwendung besonders in 
grol.ien Anlagen (da wuchert) als Ein- 
zelpflanze oder Vorpflanzung. 

Am härtesten A. chinensis (A. 
Juponica Hort., A. spinosa var. caiicsccnsl (Abb. 42), China, .lapan, Biattunterseiten weich 
behaart. Randnerven in Zähne auslaufend, besonders zu empfehlen die kahlere und härtere 
\-ar. mandshürica [Dimorpluinihiis niainlchiiricus), auch buntblättrige Form, var. aiireo- 




Abb. Q2. Aredia cliiiiensis, 2,5 





1 


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Abb. 93. Arbiitus Menziesii. amerikanischer Erdbeerbaiim, 5 m. 

(Pliot. C. Schneider. Kew Oardens, aus der „Gartenweif. 1 



vark'ffata (Dimorphanthus maiidscliurirus eleganlissinius fol. var. Hort.), vorhanden; Winter- 
decke der Wurzeln verlanjrt A. spinosa, Teufelsspazierstock, Nordamerika, Blätter 
kahl oder nur auf Nerven behaart. 
Nerven vor dem 151attrand umbie- 
gend, sehr ornamental. 

Arälia Japonica uiul Sieboldii sWhv 
h'atsia. — Arälia Aiaximowiczii uiul A. 
pentaphylla siehe Acanlhopünux. 

Araüjla sericöfera \l'liysidiil/n's al- 
hens) ist eine sctilingende A s c 1 e p i a - 
dacee aus Südbrasilien, die bei uns 
nur fürs Kaltliaus m Betracht Ivomnit 

Arbütus, Erdbeerbaum — Erica 
ceen. — bnmers;rune Straucher oder 
Bäume. Blätter eintach, w echsclbtandisj 
Blüten weiß oder rot in endstandis:i-n 
Rispen, im April-Mai, Frucht \\ar/i<;(. 
rote, etwas erdbeerartige Beere, K u 1 1 u i 
in recht gut durehlasbigem Boden in 
recht geschützter w armer 1 dt;e lument 
lieh gegen trockene Winde ^esiehirt 
Schnitt, wenn ein Zurueknehmen nciti^ 
im Sommer; Ve rme hr u n i; dureh ^ i 
men (Herbst, Frühiahrl, Stecklinge aus 
gereiftem Holz (Herbst) wachsen lang 
sam; Verwendung nur in den warm 
sten Lagen des Gebietes. 

A. Menziesii (Abb. 93), westliche 
Vereinigte Staaten, dort hoher Baum. 
Stamm glatt, terrakottafarben, Triebe 

kahl, Blätter meist ganzrandig. Blüten weiß, in großen aufrechten Blütenständen, liebt guten, tiefgrün- 
digen Boden, härteste Art; Ä.Unedo, Mediterrangebiet. Orient, mehr baumartiger Strauch, Triebe be- 
haart. Blätter gezähnt, Blüten weiß oder rot, in nickenden Blütenständen (Abb. 94) im Spätherbst und 
Winter, nur im Süden des Gebietes ganz hart, in trockenen Lagen. 

Arctostäphylos,Bärentrau- 

be - Ericaceen. — Kriechende 
oder aufrechte, immergrüne Sträu- 
cher. Blätter wechselständig, ganz- 
randig. Blüten klein, weil,! mit rosa, 
rispig oder traubig. f-rucht rot, trok- 
kene Steinbeere ; Kultur usw. 
siehe Arten. 

A. manzanita (oft als .-1. pun- 
f^cns gehend) (,\bb. 0.51. Südwest!. 
Verein. Staaten, aufrechter Strauch 
oder in Heimat kleiner Baum. Blü- 
tenstände vielblütige Rispentrauben, 
wie Arbiitiis zu verwenden; y4.t/\'a- 
ürsi (A. nevadensis Hort., nicht 
Gray, A. ailifornica Hort.), europäi- 
sche (lebirge. Nordasien. Nordame- 
rika, teppichbildender Zwergstrauch 
mit wurzelnden Zweigen. Blüten zu 
2 bis 6. wachsweiü. Frühjahr bis 
.luli. liebt sonnige, trockene Halden. 
Heiden (nicht ;\\oori, für I-elshänge 
usw. wertvoll, verträgtauch Schat- 
ten; \crmehrung durch Teilung 
und Sonimerstecklinge unter Glas. 
Arctöus (A/rfflstdp/tylfls, MairdmaJ alpina, Alpen=Bärentraube - liricaccen. 
Rasiger, sommergrüner Zwcrgstrauch i.\bb. üoi aus den curopäisch-nordasiatischcn und 




(•(/(). Lrdbeerbaum. Bliileii/ 
■hui. .\. Purpus.i 



102 



Arctöiis — Aristolochia 



iiordanierikanisclien Hochgebirgen und Polargebieten. Blätter gezähnt, glänzend, im Herbst 
prachtvoll scharlachrot. Blüten klein, weil.i. im Frühjahr vor oder mit Blattausbruch. Frucht 

glänzend schwarze Beere, bei var. 
ruber rot bleibend, diese Form noch 
schöner; Kultur usw. wie /l/rrosto- 
pliylos Um-i/rsi, besonders sonnige, 
trockene Felshänge, gedeiht nicht 
immer recht, man versuche auch 
Sphagnum und Halbschatten; \'er- 
mehrung am besten durch Aus- 
saat gleich nach Reife. 

Ardisia japonica \ A.ghihra), Ardisie 
— Myrsinaceen. — Nied(.Tlic'i;;L-nd- 
aufstrebender, imiiiergriiiier, IS — 4()(7/; 
hoher Straucli aus .lapari, China. Blätter 
u L'chsulstandisr, einfach, gezähnt, glän- 
/iiul^iiin. I'ilüten klein, weiß, rispig, 
.\uL;ust-Si,'pii.'nibi.'r, Frucht weiße, erti- 
sciiLjinl.lL'. (.■nisamige Steinfrucht; Knl- 
tnr in miteni, durchlässiguni (larteii- 

VLTineli rung durch Sauieu il-riilijahn 
und Stecklinge; Verwendung mir in 
recht geschützten Lagen; schöner, aber 
noch empfindlicher ist die rotfrüchtige 
A.crenulata \A.crenata. A.crispa), eine 
bel;aunte Kalthanspflanze. 

Argyrolöbium argenteum (Cytisus 
oder Ocnistu (;/x'(7//('«l. Silberklappe — 
L e g u ni i n o s e n. — Rasiger Halb- 
strauch wie Gcnis/a pilosa mit goldgel- 
ben Blütenköpfen im Mai bis .luni, aus 
dem südlichen Mittel- und Südeuropa; 
K u 1 1 u r in Felspartien, sonnig, auf Kalk. 
Aria siehe Sorhiis. 
Aristolochia, Osterluzei, 
Pfeifenblume Aristolochia- 
ceen. Die strauchigen Arten sind 
hochwindende Schlingsträucher mit 
großen, wechselständigen, sommer- 
grünen Blättern. Blüten .luni bis.luli. 

gelbgrün mit rotbraun, pfeifenartig-röhrig gebogen (siehe Abb.') 7). F'rucht vielsamigc Kapsel; 

Kultur in gutem, etwas lehmigem. 

nahrhaftem Boden, nicht zu sonnig. 

sonst reichlich gießen in trockener 

Zeit und düngen ; Vermehrung 

durch Samen (im Warmbeet), Steck 

linge von reifem Holze im Frühjahr 

und Ableger; Verwendung als aus- 
gezeichnete, tief schattenspendende 

Schlinger für Lauben u. dergl.. auch 

an Bäume. ]\\auern ; sehr widerstands- 
fähig gegen Insekten und Pilze. 
Ä. durior lA. tnacropliylla, A. 

Sipho), östliches Nordamerika. 4 bis 

10 in hoch schlingend (Abb. "^fs). 

Zweige, Blätter und Blüten so gut 

wie kahl; A. moupinensis, West- 

china, üppig, junge Triebe dicht sei- 
dig, Blätter kleiner, herzförmig. P)lü- 

ten eigenartig gelb mit rotgefleckten 




Abb. 95. Arctostupliylos manzunitii. Bärentraube, etwa 1,00/«. 
(Pliol. A. Purpuä, Kcw Oardcns.) 




Aristolöchia — Arteiiiisia 



Lappen, für mildere Gegenden, an warmen Mauern; A. tomentosa, südöstl. \'erein. Staa- 
ten, ahnlieh diirior, aber Zweige. lilattunterseiten und Blüten auüen weich behaart lAbb.'J.Si. 

Aristotelia Macqui — Elaeocarpaceeii. 
— Immergrüner, kleiner, chilenischer Strauch 
mit dünnlederigen, fast gegenständigen, eiläng- 
lichen, gezähnten Blättern, kleinen weißen Blü- 
ten in wenigblütigen Achseltrauben und erbsen- 
großen zuletzt schwarzen Beerenfrüchten ; K u 1- 
tur nur in sehr warmen Lagen, halbschattig, 
friert meist zurück, treibt wieder aus, guten 
Winterschutz; Anzucht aus Samen und durch 
Stecklinge; für uns ohne Kulturwert. 

Armeaiaca siehe Prunus iQruppe Armc- 
niaca). 

Arönia, Apfelbeere — Rosaceen 
^ Ostnordamerikanische, mit So/-tos nahe 
verwandte, sommergrüne Sträucher mit 
kurzgestielten, ringsum fein drüsig ge- 
zähnelten, ungelappten Blättern. Blüten 
weil.), in kleinen Ebensträul.ien. Ovarspitze 
■wollig. Griffel 5. am Grunde verbunden. 
Frucht kleiner .\pfel; Kultur in jedem 
Boden, vor allem etwas feucht, doch nie- 
larwcarpa auch trockner; Vermehrung 
durch Teilung, Stecklinge unter Glas und 
Samen (stratifizieren); Verwendung als 
sehr hübsche Garten- und Parksträucher. 
die durch Herbstfärbung und Früchte sehr 
auffallen. 

A. (Sorbits. Pyri/s) arbutifötia (Mcs- 
piliis arbutifolia var. crytlirocärpa). bis über 
2 in. Blattunterseiten bleibend graufilzig, 
prächtige leuchtend rote Herbstfärbung, 
Blüten zuweilen leicht rosa. Mai. Frucht 
etwas birnförmig, lebhaft rot. spät reifend 
und lange bleibend; A.(Pyriis] ftoribüti' 
da (A. und Pyriis atropnrpürca. Sorhus 
arbutifolia \'Z.x.atropurpun'a), Nordameri- 
ka, steht zwischen der ersten und der fol- 
genden, ist aber keine Hybride. Früchte 

violettpurpurn im September; A. (Sorbus) melanocärpa (Aronia oder Pyrus riii^ra). kaum 
bis 1 m hoch, breitbuschig mit Ausläufern. Blätter oberseits glänzend grün, unterseits später 
fast kahl, Blüten reichlich im Mai, Früchte kugelig, im August, bald fallend; lippiger mit 
gröLieren Blüten \'ar. grandifölia (Pyrus grandifolia). 

Aronia densiflora, A. heterophylla,A.hybrida,A.Watsoni'anau.A.\yillclenöwii siehe Sorhuroniu. 
Artemisia, Beifuß, - Compositen. — .Aromatische Sträucher oder halbstrauchartig. 
Blätter einfach oder gefiedert. Blütenköpfchen klein, gelblich, August bis Oktober; Kultur 
in trockenen, sonnigen Lagen, in sandigen oder felsigen, gut durchlässigen Böden; starker 
Rückschnitt gegen Frühjahr nur. wenn Pflanzen unten zu kahlen beginnen oder zurückfrieren ; 
Vermehrung durch Sommerstecklinge und Teilung; \erwendung zumeist nur für Gehölz- 
freunde, am schönsten die abgebildeten Arten, die auf sonnigen Rabatten im Garten brauch- 
bar sind. 

A. Abrötanum, Eberraute lAbb. 9')i. Südeuropa, aufrecht, bis 1 w. untere Blätter 
doppelt gefiedert, asciigrün. Köpfchen sehr klein, ährig-rispig gehäuft; sehr ähnlich ist 
A. pröcera, aus SO.-Luropa. Westasien, heller grün, feiner zerteilte Bläiter; -4. campho- 
rata, Mittel- und Südeuropa, bis 0.7 in. Blätter etwas gröber. Köpfchen gröUer als bei 
Abrotannni; A. frigida, Nordasien. Nordamerika, niederliegendaufstrebend, bis .^i) cm. 
Blätter gefiedert, silbrig-seidig behaart, für F'elspartien; A. tridentäta lAbb. .='.ii. Nord- 




Abb. 97. Aristolöchia tomentosa. Filzige Pfeifenblume. 
Ranken und Blüten. iPhot. A. Purpus.i 



Artemisia — Asträgalus 




anicrika. bis 2 ///. |-ilätter einfach, 
nur an Spitze 3 bis 7 zähnig. alles 
silbrig behaart, hübscheste Art. 

Arundinäria siehe unter Rumbiis- 
ciceen. 

Ascyrum (Hypericum) stans.Peters- 
kraut — Hypericaceen. — Bis etwa 
VjOT hoher, kahler Halbstrauch aus NO. - 
Amerika mit zweikantigen Trieben, Blät- 
ter breitoval, Blüten hellgelb, Petalen 
oboval, Griffel 2, Juli bis August; Kul- 
t u r nur für Gehölzfreunde in trockenen 
sandigen Böden. Ebenso das noch nie- 
drigere A. hypericoides \A. Crux-An- 
dreae) mit schmäleren Blättern und Pe- 
talen und 3 Griffeln; Vermehrung 
durch Teilung, Samen und Sominer- 
stecklinge. 

Asimina lAnnonu) triloba, 
Papau Annonaceen. Bei 
uns .? bis 15 //; hoher Baum (.'\bb. 
100). aus den östlichen Vereinigten 
Staaten. Blätter groll, einfach, wech- 
selsländig. sommergrün, gerieben 
etwas unangenehm riechend, dicht 
durchscheinend gepunktet. Filüten 
mit Blattausbruch aus altem Holz, 
achselständig, braunrot, nicht gut 
riechend. Mai bis ,luni (.\bb. 101 1, 
I-rucht grol.i. flaschenförmig. gelb, 
fleischig, el.ibar; Kultur in bestem, 
tiefgründigem, frischem Qartenbo- 
den in warmer Lage: Vermeh- 
rung durch Ableger und W'urzel- 
austriebe. auch Samen (gleich nacii 

Reife oder stratifizieren); Verwendung als hübsch belaubte FJnzelpflanze in den milderen 

Gegenden, auch als Unterholz im Park brauchbar. 

Aspäragus acutifölius, bis über 1 /;/ hoher, zickzackartig verzweigter, etwas zedernähnlicher Strauch 
aus dem ,\\ittulrni'L'r.uehiL-t mit wachs!- 



Abb 98 Ansiulocliui duiioi (A Sip/w). Pleifenbli 
die wmdenden Aste zeigend iPhi.t. A. Rettig, Jena 



gen olivgrüHL-n Beere 
in Südtirol kultiviert 



der gelegentlich 
ird. 

Asperula caläbrlca siehe Pii/öria. 
— Aster cabulicus siehe Microglossu 
alhesceiis. 

Asträgalus, Tragant — Legumi- 
nosen. — IViedrige, sommergrüne 
StTüucher, Zweige mit den verdornen- 
den Blattspindeln besetzt, Blätter wech- 
selständig, unpaar gefiedert, Blüten 
kopfig-ährig, Frucht einfächrige Hülse; 
Kultur in recht warmen, trockenen, 
sonnigen, geschützten Lagen in gut 
durchlässigem, sandig-steinigem Bo- 
den; Vermehrung durch Samen; 
Verwendung als Felsenpflanzen für 
Gehölzfreunde. 

A. angustifolius (Abb. I04i, Turke- 
stan, Blatter 16 2o/alilig mit F.iuiblätt- 
cheti. Dorne erst n;u li l'.latifall. wogegen 
bei den anderen die P.lattelien an Dinn 

Spindel sitzen; A. aristätus (A. sem- iPIi.jI. ,\. I'urpus.i 

pervireas), Schweiz, Italien, Frank- 
reich, Nordspanien, siehe Abb.102, Blüten leicht rosa oder weiß, Kelch und Blätter locker behaart; 
sehr ähnlich ist A. drusörum (Abb. 103i, Syrien, Blättchen mehr weißgrau, Behaarung der Kelche 




.Abli. w. Arleinisiii Ahivtaniim 



Astragalus — Aiicüba 



reicher zottig-seidig; A.sirinicus, Italien, polsterliildeiid, dio Wiitcn weiß, rötlicli angeliaiKlit, selir 
sonnig, in Felsritzen, hart; A.iragacäatha iAbb.54i, Italien, Spanien, Kelch mit kürzeren Zahnen, an- 
gedrückt dunkel und hell behaart. 
Atragene siehe Ctcmalis. 

Atraphäxis, Bocksweizen 

- Poiygonaceen. - Niedrige, 
sparrige. locker verästelte, somiiier- 
griine Sträucher (Abb. lo.s bis lOdi. 
Blätter einfach, vvechselständig oder 
gehuschelt. Blüten klein, in end- 
ständigen hübschen langdauerndeii 
Trauben, da der gefärbte Kelch 
bleibt, Frucht einsamiges Nül.'chen; 
Kultur in nicht zu schwerem, gut 
durchlässigem Boden in recht son- 
niger Lage; Vermehrung durch 
Saat (Frühjahr, nicht zu feucht), 
krautige Sommerstecklinge und Ab- 
leger, ältere Pflanzen vertragen \'er- 
setzen nicht ; V e rw e n d u n g in Fels- 
partien; für Liebhaber. 

i4. sp/nosa, Wüsten des Orients, 
dorniger Strauch (Abb. IO.t). bis 0..S 
//;, Blätter kaum über 1 .3(1 : 0,.S r/n; 
schöner ist /i. öux;/o//a I Abb. 11)1 1 1 . 
Transkaukasien. Blätter rundlich, 
gröl.ler; Ä. frutescens (A. lan- 
ceolata). S.-RuLlland. S\V. -Sibirien, 
Turkestan. bis .So cm. dornlos, Blät- 
ter eilanzettlich, blaugraugrün, Blü- 
ten in lockeren Trauben, härteste 
.Art. besonders \-ar. crctacca. Krei- 
deform aus S.-Rul.iland; A. lati' 

folia (A. Muschketowii, Tragopyrum lanccolutniu var. kitij'oliiini). Turkestan. bis über 
1 ///, locker, breiter, dornloser Busch, Blüten weiß und rosa, in dichten Trauben, A\ai-,luni. 
hübscheste .Art für den Garten, Blätter bis 7 : .^,2 cm. 

Atriplex canescens, Oraumelde — C h e n o p o d i a c e e n. — Bis \ m hoher, weiLlgrau schnppeii- 
haariger Wüstenstrauch (Abb. 107| ausdem westl. N. -Amerika, Blätter einfach, wechselständig, sommer- 
grün, Blüten klein, in Scheinähren, zweihäusig, im August, Frucht geflügelt; Kultur an sehr sonnigen 
trockenen Stellen der Felsanlage; Vermehrung am besten durch Samen oder halbreife Somnier- 
stecklinge, die mit einem Stück harten Holzes sich bewurzeln sollen; Verwendung nur für Gehölz- 
freunde; ähnlich die höhere, breitblätterige, mehr sommergrüne, mediterrane A. Hälimus nur für 
wärmste Lagen im Süden. — A. lObionc) portulacoldes aus dem Mediterrangebiet mit gegenständigen, 
dicklichen, graugrünen Blättern läßt sich auch an Felsen rasenbildend verwenden, wächst aber sonst 
auf sandigem Strandboden. 

Aucüba Japönica, Aukube — Cornaceen. — [;5ekannter immergrüner Strauch \(>n 
,lapan (bis zum Himalaya) mit grünen Trieben, schönen grünen, beiderseits glänzenden, ein- 
fachen, gegenständigen Blättern, Blüten zweihäusig, in endständigen Rispen (weibliche lockerer, 
männliche gedrängt), unscheinbar, trüb-dunkelpurpurn. April-Mai. Frucht hübsch rot. beeren- 
artig, einsamig, sich vom Herbst bis zum Frühjahr haltend (Abb. 1(),S); Kultur nur in ge- 
schützter, warmer, schattiger bis halbschatitger Lage in gutem, frischem Boden, im Winter 
bei uns in rauhen Lagen gute Decke, jedenfalls der Wurzeln; N'ermehrung durch Steck- 
linge aus reifen oder halbreifen Trieben unter Qlas und Samen, die besseren Sorten veredelt 
man unter Qlas auf die typische Form ; Verwendung nur in wärmsten, geschützten Lagen, 
gegen Winternässe gesichert, wo das Holz gut reifen kann. Man pflanze männliche imd 
weibliche F.xemplare zusammen. — X'iele je nach Blattform und Zeichnung unterschiedene 
Qartensortcn, vor allem die bei uns sehr häufigen gclbbunten var. varicgüia ivar. maciildta. 
yar.picra, var piincfata), Blätter gelb gefleckt, und var. limhuta. Blätter groß, grüngelb gerandet. 




Azdlea — Balsaiiipappel 



s 



^ 



Azälea, Azalie sielic Rhododendron. 
— Azalea procumbens siehe Loise- 
Icnria. 

Azära microphvlla — F 1 a c o u r t i- 
a c e e n. — Kleiner, immergrüner, 0,5 — 
5 ni hoher, fiederig verzweigter Strauch 
aus Chile, in der Heimat lileiner Baum, 
Blätter abwechselnd, glänzend, einfach, 
Blüten unscheinbar, grünlich, März bis 
April, Beeren orangerot; Kultur nur 
in wärmsten Lagen tan Mauern, über 
Felseniin nicht zu schwerem, gut durch- 
lässigem Boden ; V e r m e h r u n g durch 
Samen und reife Stecklinge (unter ülasi; 
Verwendung nur für recht warme 
Lagen, auch gegen Mauern, Winter- 
schutz. 

Azarolus heterophylla siehe Sor- 
Imronia. — Azedarach siehe Melia. 
Bäccharis, Kreuzstrauch 
- C o m p s i t e n . - Aufrechte 
sommergriine Sträucher. Blätter ein- 
fach, abwechselnd. Blütenköpfchen 
weil.'), in endsfändigen. rispig-trau- 
bigen Blütenständen, Blüten zwei- 
häusig; Kultur in jedem leichte- 
ren, durchlässigen Boden in sonni- 
ger Lage; notwendiger Rückschnitt 
im Frühjahr; Vermehrung durch 
krautige Stecklinge und Samen; 
\' e r w e n d u n g als ganz hübsche 
Rabattensträuclier oder auch in gro- 
llen Gesteinsanlagen, namentlich 
weibliche Pflanzen zur l^'ruchtzeit 
im HerbstTzierend. 

B. halimifölia, O- Nordameri- 
ka, bis über .^ //;. Blätter breit oval, 
an Langtrieben grob gezähnt, blüht 
September bis November; ß.sa//c//ia,\V. -Nordamerika, bis 1 /«, Blätterjanzettlich. kleiner, 
wenig gezähnt, nicht so schön, aber härter, verlangt jedoch feuchten Boden. In recht warmen 
Lagen versuchswert die drüsig be- 
haarte, immergrüne, kleinblättrige, 
bei uns niedrige B. patagonica 
mit einzelnen achselständigen Blü- 
tenköpfen im Mai. 

Baitlönia {l.ippia. Diöstea, Verband) 
juncea: siUlanirrik.inisch-andine Ver- 

benaccr ii' ^","'"" ///f/cc;//« erin- 
nernd, in I h ' I i' i '■ !;l,itter sonuucr- 

grüii,sil/uiM,-r-. 1! i.iiulii;. Blüten hell- 
iila, .luni, 111 Liidslaiidigeii Ahrchen, bei 
uns nur im Kalthaus versucht; Ver- 
mehrung durch Sommerstecklinge. 
(Näheres C. Schneider, 111. Handbuch 
Laubholzk. II., Seite 590.) 

Ballöta (Molucäla) frutesceas (B. 

spinosav. dorniger, bis 30 cm hoher Halb- 
strauch der Labiaten aus den See- 
alpen, der kaum in Kultur und nur als 
Felsenpflanze für Qehölzfreunde in war- 
men Lagen versuchswert ist (siehe C. 
Schneider, 1 c. II. 602). 



<^ 



Balsampappel siehe unter Popn/iis. 




Abb. 102. Aslniiralits arislatiis. gramieiizähniger Tragant 



Barnhusaceen: unter diesem Stich wort sei eine Cbcrsiclit über die für Mitteleuropa in 
IVtradit konimenden ..l^ambusen" gegeben, die wissensciiaftlich den Gattungen Anindinaria. 
I'livlloshnlivs und riiainnoailuiniis angehören. lachte ßariihiisa-Aüm sind mithin streng 
genommen hei uns nieht in Kultur '''i. 

und Verwendung der Bambusaceen 

ilussc dieses Ahschiiiltes su- 




Ahh. 103. As/rdgaliis c/rusoi 

(Hhot. A. Purpus.) 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 

(A. = Arundinaria, B. = Bambusa, P. = Phyllostachys, S. = Sasa) 

(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen. l 



S. albomargiiiata minor . .108 

P. aurea 111 

A. auricoma 110 

P. bambusoides 108 

P. Borvana 112 

P. Castillonis 112 

A. disticha 110 

P. edulis 111 

B. erecta 109 

P. fastuosa 111 

P. flexuosa 112 

A. Fortunei 109 

B. Fortunei argenteostriata 109 

aurea 110 

variegata 109 

P. Henonis 112 

A. Hindsii 109 

A. japoiiica 108 



A. khasiana 111 

P. Kumasca 111 

A. oder P. inarinorea . . .112 

A. Maxirnowiczii HO 

P. Mazelii 112 

B. Metake 108 

B. metalHca 108 

P. mitis 111 

B. nana 110 

P. nidularia 111 



A. oder B. pumila .... 109 
A. oder B. pygmaea . . .110 

P. Quilioi . ' 112 

A. Ragamovvskii (Abb. 1101 108 
A. oder B. Simonii .... 109 

P. ruscifolia 111 

P. sulphurea 111 

A. oder B. tesselata .... 108 
A. variabilis Fortunei . . . 109 

A. — pumila lOg 

A. — pvgnuiea lio 

A. — disticha 110 

A. Veitchii 108 

B. viminalis 111 

P. violesccns 111 

P. viridiglaucescens . . .111 
B. viridi-striata lOQ 



P. nigra 112 

punctata 112 

A. nitida (Abb. 109) . . . .111 

A. palmata (Abb. 1 10) . . .108 

B. paniculata nana . . . .108 
A. paniculata nebulosa . . 108 
P. puberula 112 

Die drei oben genannten, für uns in Betracht kommenden Gattungen lassen sich im nicht 
blühenden Zustand (die Bambuseen blühen meist nur einmal und erst wenn sie ein bestimmtes 
Alter erreicht haben) nach Pfitzer wie folgt unterscheiden: 

A. Obere Stamminternodien drehrund. — a) Blattscheiden der Haupttriebe durch 
die in ihren Achseln stehenden einzelnen oder zahlreichen Triebe höherer Ordnung zurück- 
gebogen, bis zum linde des ersten Sommers bleibend: Aniiullnaria. 

b) Blattscheiden der Haupttriebc durch die in ihren Achseln stehenden zahlreichen Triebe 
höherer Ordnung am Grunde durclibrochen. bis zum Hnde des ersten Sommers gröl.Uenteils 
abgeworfen: Tlnimnocdlamiis. — Die hierher gehi)renden Arten sind nach Houzeau nicht 
als ..winterhart" anzusehen : 



Bambusaceen 



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Abb. 105. Mrapliüxis spinosa, dorniger Bocksweizen, 35 c 
(Phot. A. l'iirpiis.l 



B. Obere Stam m int ernodien einseitig abgeplattet oder vertieft; Blatt- 
scheiden der Haupttriebe durch die in ihren Achseln höchstens zu drei stehenden Triebe 

höherer Ordnung zurückgebogen, 
bis zum Ende des ersten Sommers 
abgeworfen : Pliyllostachys. S. 111. 
Von der Gattung Arundinäria 
(einschliel.llich Sasa) kämen nach 
Ho uze au nachstehende Arten in 
ikiracht. die sich nach Pfitzer, 
wie folgt, unterscheiden lassen: 

I. Antrieb (Seitentriebei im 
ersten Jahre erscheinend: 

A. Scheiden der jungen Triebe 
vom Rande her eingerollt, daher 
oben nur lose anliegend ; Blätter 
sehr grol.'i, bis hO : 1 1 cw. niedriger 
breiter Busch: A. Ragamöwskil 
(Bambiisa tessetläta Munro . 
aber nicht Ar. tesscllata dieses Au- 
tors). China-.lapan, selten bis 1.5/// 
hoch, A\ittelrippe an einer Seite fil- 
zig I dadurch gut von l V/zr//// geschie- 
den), Laub wenig frostbeständig. 

B. Scheiden der jungen Triebe mit dem einen Rande über den anderen gerollt, überall 
fest anliegend, Blattflächen unbehaart in Gruppe a bis c und e. 

a) Scheiden der Haupttriebe außen kahl, Blätter grol.) und breit, nur am Ende der Triebe 
und dort gehäuft; stark kriechend: 1. Ohne derbe Haare zur Seite derUgula: A. palmata 
(meist als Sasu. Baiiilnisa oder AriiniliiKiriu punuuhita f. rwlnilosu bezeichnet, auch als 
Bamhusa inctallua gehend), .lapan, 
bei uns nicht über I bis 2 /// hoch, 
junge Triebe meergrün, früh er- 
scheinend. Scheiden ausdauernd. 
Holz vom zweiten .lahre ab braun 
gefleckt; Blätter bis .52 : M r/z/.'Blatt- 
oberseiten lebhaft grün, Unterseite 
der jungen Blätter blaubereift: sehr 
dekorativ und gegen Kälte wider- 
standsfähig; liebt feuchten Boden, 
auch Seeklima. — 2. Mit derben 
Haaren zur Seite der l.igula: A. 
Veitchii (Anindinariu. Buinhiisd 
oder Sasa albomuririnata f. minor, 
B. paniailuta nana), .lapan. bis 0.(> 
///. kompakt, sehr flach wurzelnd. 
Laubblätter bis 15:4 cm. der Rand 
der jungen Blätter trocknet bald auf 
0,5 bis 1 cm Breite ein und bleicht 
aus, wodurch die Blätter schmutzig- 
weiß gerandet erscheinen, frostbe- 
ständig. 

b) Scheiden der Haupttriebe von 
schräg aufgerichteten Haaren rauh; 
Blätter groß und breit; Pflanze ein 
großer hoher Busch mit stark seitwärts überhängenden älteren Trieben: A.japönica üiam- 
hiisa Mctcikc. geht in den Gärten als l'liyllostachys bambiisoides). Japan, 4, selten bis «s /// 




Almp/uixis hiixij'olia. buclis 
Weizen, 30 cm. il'lu.i, A. 



blättriger Bocks 



Bambusaceeii 



lOM 



hoch, einjährige Triebe zum Teil unverästelt. i^lättcr sattgriin. Unterseite blauKrüii. fein- 
behaart; wenig i<riechend, frostbeständig; nimmt mit jedem l'oden N'orlicb und gedeiht auch 
im Halbschatten, sehr wertvoll! 

c) Scheiden kahl; Blätter schmal. 
Pflanzen steif aufrecht: 1. Blätter 
derb, beiderseits gleichmätiig ver- 
schmälert: A. Hindsii iA. oder 
Banibiisa crc'cta). Japan, nach H o u- 
zeau empfindlich. Stamm an jedem 
Knoten leicht gekrümmt, aber der 
sehr stumpfe Winkel öffnet sich nach 
dem Zweigbündel hin (nicht wie 
sonst umgekehrt). — 2. Blätter 
dünn, am Grunde gleichmäl.iig ver- 
schmälert: A. Simönii Uiainhusa 
Simon ii. B. viridi-striata Hort. I. 
China. Japan. Himalaya, stark krie- 
chend, 4 (bis f)i m hoch, alte Stäm- 
me krümmen sich, dicht bezweigt. 
Blätter variabel, bis 20 cm lang und 
2 cm breit, gegen das Ende der Blatt- 
spreite etwas eingeschnürt mit lang- 
gestreckter Spitze, sehr widerstands- 
fähig, treibt spät, soll ziemlich häufig blühen und nach Blüte nicht ganz absterben. 

dl Blattfläche unterseits weich behaart, fast wollig, gerade bis fast herzförmig abgestutzt: 
1. Blattfläche unterseits filzig, oberseits kahl: A. Fortünei (.4. variahilis var. I-ortiinci, 
Bambusa Fortünei variegata oder argenteo-striata), .lapan. bei uns kaum verholzend, nur 
0,5 bis 1 m hoch, Blätter grün und weil,! gebändert, friert fast stets bis zum Boden zurück. 




Abb. 1(37 



Atiiple 



L-haartL- Meldt 




Auculni japoiiicü 



treibt aber dann wieder aus. recht zierend. — 2. Blattflächen unterseits filzig behaart, ober- 
seits lang behaart: (i) Grund der Blattscheiden der Haupttriebe mit grol.iem Haarschopf: A. 
pümila (.1. varidhilis var. piimila. lUtmhiisa piimila^. ganz oberirdisch wurzelnd, etwas 




höher als vorige, Blätter lichtgrün, verhältnismäßig härter, junge Sprößlinge grün. — /^<)'Grund 
der Blattscheiden der Haupttriebe ohne Haarschopf :A.pyg'mäea(/4.i'ff/-/ßö/7/.svar./;i'.e/7m«/). 
-lapan, wie vorige, aber Sprößlinge braun oder rot, Blätter dünn und weich anzufühlen, kleinste, 
hübsche harte Art. — 3. Blattfläche beiderseits weichfilzig: A. auricoma (geht in den 
Gärten als A. oder Bambusa Fortiinei aiirea oder A. Maxiniowiczii). Japan, ähnlich /'o/-/wrt('/. 
aber mehr frostbeständig, Blätter gelbgrün mit Goldgelb, sehr dekorativ. 

e) Blattflächen klein und kahl, deutlich fiedrig zweigartig, ganz niedrige Pflanze: A. 
disticha {A. variuhilis var. disticha, Bambusa pygmaea und nanu der Gärten I: nur ,50 bis 
<)() cm. staudenartig, Blätter nur 6 bis 8 mm lang und 7 bis 10 ////// breit, Laub frostempfind- 
lich. Herkunft unsicher. 



Bamlnisaceen 1 1 1 

II. Seitentriebe erst im zweiten Jahre vorhanden: Blätter klein und schmal, 
untcrseits bläulich, in den Stiel verschmälert, gleich den Blattscheiden weichhaarig, Stämme 
in der .lugend mit einer starken blauen Wachsschicht bedeckt, die bleibt und sich später 
schmutzig weil] färbt: A. nitida (A. khasiana einiger Gärten), siehe Abb. 10'). eine der 
allerbesten, nicht kriechend, daher weniger Raum brauchend, gedeiht auch in trockenem 
Boden und leidet fast nie durch l'rost; bei starker Trockenheit und bei Frost rollen sich die 
Blätter zusammen. 

Von der Gattung Phyllostachys seien als winterhart folgende .Arten genannt: 

.A. Blattflächen höchstens dreimal so lang wie breit, eiförmig, Stengel an den Knoten 
stark abgebogen: Ph. ruscifölia {P/i. Kumasdca; B. vimindlis), Japan. 0.2.S bis (),7.S ni. 
ziemlich frostempfindlich. 

B. Blätter mindestens viermal so lang wie breit, lanzettlich. 

a) Zweige kurz, an dem oberen Knoten der einjährigen Haupttriebe zu dreien, der mittlere 
stärker als die beiden seitlichen, an mehrjährigen Stämmen zahlreich; Hauptscheiden innen 
stark glänzend und sehr eben. Scheidenring stark faserig rauh : Ph. fastuösa {Ph. niclularia). 
Japan, bis (> m hoch, straff schmal aufrecht buschig. Stämme rötlichbraun, erst in oberer 
Hälfte deutlich rinnig. Scheiden zartgefleckt, Laubblätter lang und dünnspitzig, stark kriechend, 
empfindlich gegen Schneedruck. 

b) Zweige an dem oberen Knoten der ein- und mehrjährigen Haupttriebe zu zweien oder 
dreien, im letzten Falle der mittlere schwächer als die beiden seitlichen, Hauptscheiden innen 
glänzend, aber fein längsfurchig. Scheidenring nicht faserig. 

n) Vorblätter ungeteilt oder höchstens bis zur Mitte eingeschnitten oder ausgerandet, lange 
erhalten bleibend; Hauptscheiden am Rande kahl, an stärkeren Haupttrieben beim Abfallen 
wenigstens so lang wie das darüber befindliche Internodium. 

I. Haupttriebe durch erhebliche Zwischenräume getrennt ; Wuchs dadurch kriechend, locker, 
früh treibend: 1. Seitentriebe erst ziemlich hoch über dem Boden beginnend, Vorblatt drei- 
eckig-länglich, ungeteilt oder wenig ausgerandet; junge Stämme und Innenseite der Haupt- 
scheiden violett: Ph. violescens, Nordchina, bis über (i /n hohe, sehr elegante .Art, sehr 
stark kriechend, Laub grol.i mit kurzer Spitze, dunkelgrün, unterseits bläulich, liebt feuchten 
Boden. — 2. Seitentriebe tief herabgehend, die unteren fast wagrecht; Vorblatt hochtrapez- 
förmig, stark rundlich, ausgerandet, junge Stämme grün : Ph. viridi-glaucescens, .lapan. 
bis b m, Stämme sehr zickzackig verbogen. Wuchs locker, durchsichtig, Blatt klein, hellgrün, 
unterseits bläulich, sehr frosthart, liebt feuchten Boden, sehr stark kriechend, nur für groüe 
Anlagen. 

II. Haupttriebe dicht stehend. Wuchs dadurch dichtbuschig. .Ausläufer erst an alten Pflanzen, 
spät treibend. 

1. Hauptscheiden ungefleckt oder mit kleinen und mittelgroßen Flecken: " X'orblatt meist 
so breit wie lang, ungeteilt oder schief ausgerandet; Fransenöhrchen an den meisten Blättern 
vorhanden; junge Stämme schwefelgelb: Ph. sulphürea. China. Japan, bis über 7 w hoch, 
üppige, kraftvoll treibende, sehr widerstandsfähige Art; Belaubung gelbgrün, Stämme bis 
5 cm Durchmesser, auch im .Alter schwefelgelb, zum Teil mit feinen grünen Strichen; Seiten- 
triebe steil aufgerichtet, beginnen erst in einiger Entfernung vom Boden. — '* Vorblatt viel 
länger als breit, rund ausgerandet; Fransenöhrchen den meisten Blättern fehlend, junge 
Stämme grün: Ph. aürea, China, Japan, 4 /// hoch, durch straff aufrechten Wuchs und 
kurze untere Internodien über dem Boden ausgezeichnet. Belaubung goldgrün, ältere Stämme 
gelbgrün; nicht stark kriechend, sehr winterhart und gedeiht auch an trockenen Stellen gut. 

2. Hauptscheiden mit wenigen grolJen rundlichen Flecken, die bisweilen V-förmig zu- 
sammenfließen; Vorblatt zarthäutig, weißlich. Stämme am Boden leicht gebogen mit einigen 
deutlich verkürzten Internodien. jung hellgrün, rauh, bereift, alt glänzend gelb, Abplattung 
der oberen Internodien eben bis leicht konvex, dadurch Stamm sehr stumpfkantig, Blatt- 
grund meist rundlich: Ph. mitis (Ph. ediilis). Japan, selten echt, meist unter diesem Namen 
die folgende .Art; frostempfindlich und kommt für unser Klima kaum in Betracht. 

?•. Hauptscheiden mit dicht gedrängten, großen und mittelgroßen, längsgestreckten l-lecken ; 
Vorblatt ziemlich derb, bräunlich; Stämme am Boden ohne deutlich verkürzte Internodien; 



Bambiisaceen 



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Abb. 1 10. Bambuseen auf der Insel Mainau: von rechts nach links im Vordergrunde Arundinaria Raga- 
mowskii, A. auricoma, A. palmata: dahinter links Phyllostachys Quilioi und rechts Ph. mitis. 

(Phot. C. Schneider; aus der „Gartenschnnheit'M 

Abplattung der oberen Internodien vertieft, dadurch Stamm scharfkantig. — * Junge Stämme 
dunkelgrün, Blätter ganz grün: Ph. Quilioi [Ph. Maz^lii). Japan, üppig, bis gegen 10 /// 
hoch, äuikre Triebe elegant überhängend, ziemlich großblättrig, oft erst im Juni treibend, 
frosthart. Mit Ph. sulplmrea die beiden imposantesten unserer winterharten Bambusen. — *' 
Junge Stämme gelb mit grüner Rinne oder ganz goldgelb. Blätter farbig gestreift: Ph. 
Castillönis, Japan, steht der vorigen Art sonst sehr nahe. 

/>') X'orblätter aus breitem Grunde in zwei weit hinab getrennte, schmale, am Rande be- 
haarte Lappen zerschnitten, welche bald herabhängen und vertrocknen ; Hauptscheiden wenig- 
stens gegen die Spitze hin am Rande behaart, an stärkeren Trieben beim Abfallen kürzer 
als das darüber befindliche Internodium. 

I. Stammoberfläche glatt, glänzend: 1. Ligula länglich: Stämme jung grün, alt bräunlich 
mit schwarzen Flecken oder ganz schwarz: Ph. nigra, China, .lapan. bekannte Art, auf- 
fallend breit und dichtbuschig, bis 7 in. eine Form mit bräunlicher, schwarz gefleckter Ober- 
fläche der alten Stämme ist var. punctata der Gärten: diese Art kriecht im Alter sehr stark, 
verlangt sehr gut dränierten F^oden. gedeiht wechselnd, ist aber sehr graziös. Hier sei ein- 
geschaltet: Ph. flexuosa, Nordchina, 3,50 /// hoch, junge Stämme grün, ältere schwarz, 
an den Knoten gekrümmt und sehr dünn; kriecht nicht, ist sehr zierlich und winterhart. — 
2. Ligula sehr kurz; Stämme jung rotbraun, alt braungelb: Ph. marmörea (wird auch zu 
Arundinaria gestellt), China, Japan, bleibt niedrig, ist dicht bezweigt, empfindlich; durch 
die im oberen Teile braunrot gefärbten (? zeitig abfallenden) Hauptscheiden charakteristisch, 
Zweige namentlich sonnenseitig rotbraun. 

II. Stammoberfläche fein rauh, matt: 1. Stämme jung grün, att mahagonibraun, dünne 
Seitenzweige halbrund, Busch höher als breit: Ph. Boryäna, .lapan. r> ni. Blätter frisch- 
grün, gegen die .Spitze leicht eingezogen. — 2. Stämme jung grün, alt graugelb, dünne 
Seitenzweige vierkantig, Busch breiter als hoch: Ph. Henönis iPh. pnlh'rula). .lapan. sehr 
dicht beblättert, schöne Art. sehr üppig. 

l'iber das, was bei dem Ankauf, der Anpflanzung und der Kultur zu beachten 
ist. sei Folgendes gesagt: Zurzeit ist es noch nicht leicht, bestimmte Sorten von den ver- 
schiedenen Bezugsquellen sicher echt zu erhalten. .Jedenfalls beachte man beim Kauf, dai.l 
die Pflanze mehrere einjährige Triebe besitzen mul.!, die sich unmittelbar aus den Rhizomen 



entwickeln, und daß mehrere zwei- und dreijährige Triebe mit Rhizomen gleichzeitig vor- 
handen sind. Selbstverständlich müssen die Triebe und Wurzeln gesund sein. 

I^ei der [Pflanzung verfahre man wie folgt. Man mache je nach der Art und der Orölk 
der Pflanze eine Grube von 1 bis 2 /// Durchmesser und .SO bis 6(1 cm lud im : ,,,, kcrc 




Abh. 111. Baiiibuscn imd blühcndL- KirschlorbLcr in .Mal. 



die Sohle der Grube tief auf. Die ausgeworfene Erde mischt man mit gut verrottetem Dünger, 
mit Kompost oder, wenn sie an sich locker und humos genug ist, mit Kunstdünger, und 
bei Bedarf auch mit Kalk. Die Erde sei sehr nahrhaft und etwas lehmig. Hierauf fülle man 
das Loch wieder auf bis zu einer Höhe, dal.'i die Oberfläche des darauf gesetzten Pflanzen- 
ballens das umgebende Erdreich noch 2() bis 25 cm überragt. Beim weiteren Zufüllen der 
Pflanzgrube achte man darauf, daß die gemischte, stark gedüngte Erde nicht direkt an den 
Pflanzenballen kommt; dazu reserviert man sich etwas ungedüngte Erde. Ferner beachte 
man. daß die Pflanze nach dem späteren Sinken des Erdreiches ja nicht tiefer zu stehen 
kommt, als es an ihrem früheren Standort der Fall war, und daß daher die Oberfläche des 
Ballens nicht mit frischer Erde bedeckt werden darf. Nach dem Pflanzen schwemme man 
gut an. Man beachte, daß die Pflanze für die Zukunft genügend freien Raum zur Entwick- 
lung der Wurzeln in der L^mgebung hat, so etwa .? m gegen Südosten hin, da sich die 
Pflanze nach dieser Seite am stärksten zu entwickeln pflegt. 

Die beste Zeit zum Verpflanzen ist das Frühjahr, kurz vor Beginn des Austriebes. Man 
schneide dabei die Pflanzen möglichst nicht zurück, mit .Ausnahme einzelner Arten wie A. 
pulmcitci. die ihre Blätter beim L'mpflanzcn gewöhnlich doch größtenteils verlieren. Starke 
Pflanzen müssen nach dem Einsetzen bis zum erfolgten .Anwachsen angebunden werden, 
damit der Wind den Ballen nicht rüttelt. Man umgebe die Pflanze mit einer ordentlichen 
Scheibe, damit das Wasser nicht nach außen abfließt. Bei trockenem Wetter ist auf jeden 
Fall ein Spritzen zu empfehlen. Man belege die Scheibe im Sommer mit einer kaum .=> cm 
hohen Dungschicht, die nach heftigem Regen oder starkem Gießen erneuert wird, doch darf 
auf die alte Erde des Ballens keine frische kommen. Vom November bis Alärz gebe man 
eine 20 cm hohe Wurzeldecke aus trockenem Laube. Diese Laubschicht ist in jedem Früh- 
jahr sehr vorsichtig mit der Hand zu entfernen, da die vom A\ärz ab erscheinenden jungen 
Schosse in keiner Weise berührt oder beschädigt werden dürfen. 

Silv.i T.irouca-Schncidcr, liiscrc I rri!:iml-L;iMh-ch. l/t. 3 Aiijl.,i;c, S 



Bambusaceen — Bferberis 



Die oben genannten Arten lieben in der heKkn Zeit viel, im Winter aber nur wenig Wasser. 
In zu feuchten Böden reifen die jungen Triebe nicht genügend aus und in stagnierendem Wasser 
faulen die Wurzeln im Winter. Man begieße die I^flanzen nie mit Wasser, das kälter als die Luft 
ist. im Gegenteil empfiehlt es sich, warmes Wasser von 40 bis 50" C zu verwenden, wobei 
aber die Blätter und jungen Triebe nicht getroffen werden sollen. Kann man dies nicht, so 
beriesle man mit der Brause. Man wähle Lagen gegen Südosten, die möglichst windgeschützt 
sind. ,Ie kräftiger imd besser genährt die Pflanze ist. desto widerstandsfähiger erweist sie sich. 

Bärbula siehe Carvoplcris. — Bartblume sichi' Carvoplcris. - Bartfaden sitla' l'cnlslciuon. — 
Basllima millefolium siehe Chaniii'-hntiünu^ — Ba.stardindigo sieht' Aiunrpha. — Baumlupine siehe 
Lupiniis arboiriis. — Baummohn sieht' l>endivniecon und Lavatera. Baumschlinge siehe Pfiip/orii. 
— Beerenapfel siehe Ma/us baaiila. — Beifuß siehe Artemisia. — Benthämia und Beatbawidia 
siehe Coniiis. — Benzoin siehe Lindem. 

ßerfter/ddpsis cora///na, Korallenstrauch — F 1 a c o u rt i a c e e n. — Inimergrüner, leicht schlingen- 
der, chilenischer,kahlerStrauch,Blättereinfach,wechselständig,Bliiten rot in endständigen überhängenden 
Trauben Juli-August, Frucht eine Beere; Kultur nur in wärmsten Lagen an warmen Wänden zu 
versuchen, liebt Halbschatten; Ve rni e h rung durch krautige Stecklinge im Frühjahr und Ableger 
im Herbste ; V e r w e n d u n g nur für erfahrene üehölzf reinide. 

Berberis-") (ohne Mahonia). Berberitze, Sauerdorn Berberidaceen. — 
Sommer- oder immergrüne dornige Sträucher. Blätter abwechselnd, einfach, Blüten gelb, 
meist wenig ansehnlich, einzeln oder in Büscheln, Trauben oder Rispen, dann oft sehr 
zierend, meist im Mai bis Juni, Früchte rot oder schwarz; Kultur in jedem nicht zu 
feuchten Gartenboden, die sommergrünen meist sonnig, die immergrünen schattiger, in 
lockerem, humoserem Erdreich; Schnitt im allgemeinen gering, die üppigeren sommergrünen 
im Winter; Vermehrung durch Samen (nach Reife oder stratifizieren) und Stecklinge von 
Sommerholz (immergrüne, aber auch Thiinbergii und andere! oder angetriebenen F^flanzen 
I sommergrüne), teilweise auch Ausläufer und Ableger, bei besonderen Formen auch Ver- 
edlung unter Glas auf vulgaris; Verwendung der sommergrünen meist als Gruppensträucher, 
die immergrünen und kleineren in Gesteinsanlagen oder im Garten auf Rabatten, Arten wie 
Wilsonae, Veniae und vor allem die \mmtrgn\x\cnjiilianae, verriiailosa und aaiminata ver- 
dienen weiteste Verbreitung. Es sind eine ganze Reihe wertvolle Hybriden in Kultur, die 
zum Teil wissenschaftlich noch nicht klargestellt wurden. Auch Kreuzungen immergrüner 
und sommergrüner Arten haben in Nordamerika schon ausgezeichnete Ergebnisse gehabt.-'j 



Carcili hoanghens 
chinc'iisis . . . 
chitria .... 
cerasina .... 
circumserrata . 
concinna . . . 

Coryi 

Darwinü, . . . 
dasystachya . . 
diaphana . . . 
~ circumserrata 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen ) 

118, 119 dictyophylla approximata .115 sanguinolenta 

115 emarginata 115 

118 empetrifolia 118 

117 Francisci-Ferdinandii . . .117 

117 Qagnepainii 118 

117 Qilgiana 116 

üiraldii 110 

Quimpeli 117 

Hakodate 117 

heteropoda 117 

Hookeri 118 

— candiduia 118 

— vuidis 118 

iberica 117 

integerrima 117 

Jamesonii 118 

Julianae (Abb. 115i . . . .118 

koreana i 17 

levis 119 

Mouillacana 117 

nepalensis 1 H) 

notabilis 116 

ottawensis 116 

pisocarpa 117 

Poiretii 117 

polvantha 117 

Prattii lAbb. 114i 117 

prninosa 119 

pubescens 116 



acummata 1 18, 1 19 

aemulans 115 

aggregata 118 

— Prattii 117 

amurensis 117 

— japonica 117 

angulizans 117 

appro.ximata 115 

aristata 116, 117 

asiatica 116 

atrocarpa 1 18 

brachypoda 116 

buxifolia 118 

Bretschneideri 116 

canadensis 117 

caroliniana 117 

candiduia 118 



Sargentiana 119 

sibirica 115 

Sieboldii (Abb. ll,-?) . . . .117 

Silva-Taroucana 117 

sinensis 117 

spathulata 117 

Soulieana 119 

Stapfiana 116 

stenophylla 118 

subcaulialata 116 

Thunbergii lAbb. 112i . . . 115 

— Dawsonii 115 

— Maximowiczii 115 



dictyophylla 115 Regeliana 117 

— albicaulis 115 sanguinea (Abb. 23) . . . 119 



— phiriflora 115 

triacanthophora 119 

Veitchii 119 

Vernae 117 

verruculosa (Abb. 116) . .119 

virescens 116 

vulgaris 117 

— amurensis 117 

— atropurpurea 117 

— purpurea 117 

Wallichiana 118 

— pallida 118 

Wilsonae 1 Hi 

— Stapfiana 1 H> 

— subcaulialata 1 1() 

vunnanensis 1 15, 1 16 



B6rberis 



A. (E^. siehe S. 1 18) Sommergrüne Arten. F51ätter nicht deutlich lederig: I. Blüten zu 1 bis 3 
gehuschelt oder zu 3 bis 7 büsciieltraubig. Ovare unserer Arten meist mit .5 oder mehr Sa- 
menknospen (bei 'riiunberf;ii nm I bis 2). Früchte oft einsamig, doch die übrigen unausgebil- 
deten Samenanlagen enthaltend: B. circumserräta {B. diaphdna var. circiimserrata, B. 
diapliana Uori. zum Teil), Nordchina. Strauch wie diap/iana, aber lockerer, Blätter ringsum 




Abb. 112. licrbt'iis Thimbcrcrii rechts und var. m//;o;- links im Arnold Arboretum. 



dicht scharf gezähnt, Blütenstände ein- bis wenigblütig, Frucht dünnelliptisch, hart und schon 
in Blüte und Frucht: B. diaphäna ^B. yiinnanensis Hort z. T.i, Mittelchina. dicht buschiger 
rundlicher Strauch, bei uns etwa 1 m. Zweige gelbbraun. Blätter prächtig scharlachrote 
Herbstfärbung. Blüten zu 1 bis (). Früchte grol.i. elliptisch. September; diese Art hat (i bis 
12 Samenknospen, ebenso wie B. äemulans iB. diaplidna Hort. z. T.I. A\ittelchina. die 
besonders durch rote oder purpurne Jahrestriebe abweicht, auch hart und schön; B. con^ 
cinna, Himalaya. ausgebreiteter zierlicher Strauch, bis SOc/ii, Zweige purpurn, Blätter 
unterseits stark weil.ilich. derb, wenig gezähnt, Blüten einzeln, sattgelb. F>ucht rot. eiförmig, 
hübsch, aber in rauhen Lagen Schutz; ß. d/cfvop/jV7/a, Westchina, bis l.Sm, üppige 
junge Triebe stark weil.i bereift (sogenannte var. all>ianilis\. Blätter der Fruchttriebe meist 
ganzrandig. derb, unterseits weil.Sblau. Blüten zu 1 bis 2. gross, anfangs April. Früchte 
eiförmig, lebhaft rot. hübsche Art; unter diesem Namen geht auch B. approximäta 
iB. dictyopliyllaxd^r.uppro.xiniata). ausgezeichnetdurch kleinere, mehrzähnige Pilätter. kleinere 
Blüten und minder bereifte Triebe; B. sibirica, Sibirien, dichtbuschiger kleiner Strauch, 
bis kaum 1 m. Dorne fein, mehr als drcistrahlig. Blätter klein, reich und feinzähnig. Blüten 
klein, einzeln. I-rüchte klein, rot. selten echt, v* as als sibirica geht, ist fast stets der Bastard 
mit i7//(/(//7s: ß. emarginäta, in verschiedenen Formen, die oft stark nach vu/rraris neigen ; 
ß. Thunbergii, .lapan. dichter Strauch, wie Abb. 1 1 2. bis 1,5///. Triebe purpurbraun, stark 
gefurcht. Dorne meist einfach. Blätter breitspatelig. ganzrandig. dünn, unterseits blaugrau- 
grün. prächtige leuchtend rote Herbstfärbung. Blüten klein, mattgelb, zu 1 bis 3, .April bis 
Mai. Ovar mit 1 bis 2 Samenanlagen. Früchte korallenrot. Herbst, eine dichtbuschige niedrigere 
Form ist var. itiinor {\'aT.Dcni'Sönii). wie .Abb. 1 12. die var. Ma.xinioniczii weicht vom Typ 



nur durch unterseits grünere Blätter ab; die var. pliiriflora mit bis 10-blütigen fast traubigen 
Blütenständen ist zumeist die häufige Hybride B. ottawensis \B. Thunhergii >i. ß. vulgaris). 

die in verschiedenen Formen auf- 
tritt, zum Teil auch mit purpurnem 
Laube: B. Thiinlu'rgii und ihre Hor- 
men zahlen zu den härtesten aller- 
wertvollsten Sträuchern . auch für 
Hecken brauchbar; B. virescens, 
Himalaya. dichter bis 2 in iiolier 
Strauch. Zweige glänzend gelbrot. 
Blätter länglich oboval. meist deut- 
lich gezähnt, unterseits weißlich. Blü- 
ten blaügelb. kurz traubige Schein- 
dolden, [-rüchte länglich -elliptisch, 
pflaumenrot; harte Art; B.WUsö' 
nae, Westchina, breitbuschige, 
dichte, meist nicht über I m hohe 
.\rt. Zweige kantig, beim Typ fein 
behaart. Blättchen ziemlich derb. 
meist schmal obo\al, derb, scharf- 
spitzig, ganzrandig etwas graugrün, 
unterseits blaugrau, zuweilen etwas 
Wintergrün. Blüten klein, hellgelb, 
zu 2 bis ö, Mai. Früchte kugelig, 
korallen- oder lachsrot. etwas durch- 
scheinend, bis tief in den Winter, 
schöne harte Art; kahle sehr ähn- 
liche Formen sind var. suöcau//a- 
lata f/i. siibcuiilialata. B. Cöryij und 
var.Stäpfiana i B.Srapflana). diese 
etwas empfindlicher; B. yunna^ 
(Phüi. A. i'urpiis 1 nensis ist ähnlich dianliuna. aber 

Wuchs lockerer, höher, Blätter kaum 
gezähnt, unterseits weitnervig. Blütenstände zuweilen ziemlich lang büscheltraubig. Früchte 
groü und schön, noch selten; die chinesischen Formen dieser Gruppe sind oft schwer zu 
unterscheiden, alle aber sehr kulturwert. 

II. Blüten deutlich langtraubig oder rispig. meist über 10 blutig. 

al (b siehe S. 117) Blütenstände traubig. d.h. Blüten einzeln. Seitenachsen nicht verzweigt: 
1 .Blütenständedichtährig. Blüten sehr gedrängt, fast ungestielt. Ähren ziemlich steif abstehend: 
B.brachypoda, Nord- und Mittelchina. hoher, aufrechter Strauch, bis 1..S/H. Triebe gelb- 
grau, kantig und behaart. Blätter länglich-elliptisch, behaart. Blütenstände behaart. Blüten 
hellgelb. Mai. Früchte zuletzt scharlachrot. September bis Oktober, gute harte Art; B. Gih 
giäna (B. piiÖL'scens], nördl. Mittelchina. aufrechter Strauch, wie vorige aber Triebe purpur- 
braun. Blätter spatelig-oboval. Blüten sattschwefelgelb. Früchte zuletzt tief blutrot, leicht 
glänzend, doch gegen Grund bereift, oboval-elliplisch. ebenfalls hart und bemerkenswert; 
B. Giräldii, Nordchina, ausgebreitet überneigend verästelter. bis 1 .5 //; hoher Strauch. Triebe 
braun, gefurcht, kahl. Blätter rot austreibend, eilänglich. unterseits etwas behaart, Blüten- 
stände sehr steif aber herabhängend, Blüten weiligelb. Mai. Früchte elliptisch, rotgelb; ganz 
eigenartig zur Blütezeit. — 2. Blütenstände traubig. Blüten lockerer gestellt, oder Zweige und 
Blätter ganz kahl: hierhersehr viele ähnliche Arten und noch mehr meist noch unklare hybride 
Gartenformen: m Hin jährige Zweige rot- oder gelbbraun, oder purpurn, oft rundlich: 
B. aristäta (ß. asidtica und nepalcnsis Hort.). Himalaya. bis ,^w. aufrecht. Zweige braun- 
rot, fast rundlich. Dorne meist einfach. Blätter länglich-eiförmig, zuweilen ganzrandig. Blüten- 
stände bis () cm, steif, Früchte bis 1 2 : 7 tum. zuletzt pflaumenrot und beduftet: üppige .Art, 
doch noch besser die Hybride ß. notäbilis, die eine Kreuzung von hclcropoda mit uristata 
darstellen dürfte und hier und da unter dem letzten Namen angetroffen wird; B. Bret- 




Btrberis 1 1 7 

schneiden. Japan, aufrecht, bis 3 //;, Zweij^e kantig, gelbrot, Blätter oboval-oblong,^ fein- 
zähni.^. Bluten ähnlich viilr;ans. 1-rüchte länglich, purpurn, schöne üppige Art ; B. canadensis 
\ß. carolinianu. />'. iin<j:ulizuns. ß. pisoairpa). Nordamerika, bis 1.5 ni. Triebe überncigend. 
Blätter keilformig-oboval. entfernt gezähnt, unterseits glatt, blaugrau, prächtig rote Herbst- 
färbung. 1-rüchte scharlachrot, dickoval, September bis Oktober, recht gute Art; B. da' 
systachya, Nord- und AUttelchina, ähnlich in Tracht Bretschneidcri. aber F^lätter der frucht- 
tragenden Zweige lang gestielt, fast rundlich elliptisch. Blütenstände sehr dicht, zur Blütezeit 
aufrecht. Blütchen klein, l-ruchtstände abstehend bis überhängend, j-rüchte länglich-elliptisch, 
lebhaft violettrot. durch Blattform und zur Blütezeit auffällig; B. heteröpoda, Turkestan. 
hoher Strauch, in Heimat baumartig. Triebe glänzend kastanienbraun, rundlich, Blätter ob- 
oval. etwas blaugrün, lang gestieh. meist ganzrandig. Blütenstände lockertraubig. .=> bis 7 blutig, 
Ende April. Ovar mit mehreren gestielten Samenanlagen, Früchte kugelig, blauschwarz, be- 
reift; schöne Art, in Kultur vielfach die oben erwähnte Hybride; B. integerrima, ähnlich 
voriger Art. aber Dome meist einfach, lang, kräftig. Blätter länglicher. Blüten kleiner, in dichten 
vielblütigenTrauben.I-rüchtemehreiförmig. schwarz ;ß./coreä/ia, Korea, aufrecht bis 1. .=>///, 
Zweige gelb- oder rotbraun, furchig. Blätter keilig-oboval. fein netzaderig und gesägt, 
dunkelgrün. Blütenstände kurz, nickend, ziemlich dicht. Mai. Früchte kugelig, gelbrot, etwas 
elfenbeinartig, leicht glänzend, September bis Oktober, aber lange bleibend, schöne Herbst- 
färbung; B. AlouHIacäna, .Wittelchina. bis .?///. Zweige purpurn, gefurcht. Blätter oboval- 
lanzettlich, fast ganzrandig. noch zu beobachtende durch die dunklen lebhaft purpurbraunen 
Triebe auffällige Art; ihr dürfte die jetzt ebenfalls in Kultur befindliche chinesische B. Silva- 
Taroucäna nahe stehen, die unterseits vveil.'igraue Blätter und bald mehr büscheltraubige 
bald langtraubige Blütenstände hat; B. Poiretii \B. chim'nsis Hort.i. Nord-China, bis l.Sm, 
dicht schlank verzweigt. Triebe purpurbraun, etwas kantig. Dorne meist schwach, einfach. 
Blätter lanzettlich, meist ganzrandig, Blütentrauben dicht. Stiele der Blüten mit langen 
Bracteen, Früchte lebhaft korallenrot, oboval-elliptisch ; schöne harte Art ; B. Sieböldii, 
Japan, bis 1 m. Abb. 1 1.^. Ausläufer. Triebe rotbraun, gefurcht. Blätter spitz länglichoboval. 
ringsum sehr fein und dicht wimperzähnig. oberseits glänzend, unterseits lebhaft hellgrün, 
im Herbst weinrot, Trauben nur ?> bis 6 blutig, Blüten klein. Früchte fast kugelig, ziemlich 
trocken, glänzend gelbrot. wie lackiert, sehr hübsche harte Art ; ß. sinensis i ß. iberica, B. ce- 
rusina). Vorderasien, Kaukasus, bis 1,5/«. überneigend verzweigt. Dorne meist dreiteilig, 
Blütenstände ähnlich vulgaris. I'rüchte dick elliptisch, purpurviolett, etwas bereift; nahestehend 
die ß. QnimpeUi \B. spatlnilüta. ß. sangiiinok'nta der Gärten), harte Art, reich fruchtend, 
seit langem in Kultur; B. Vernae (B. Caröli var. hoanglioiUisis). Nordchina, dichter 
ausladend-überneigender Strauch, bis 1,5 m. Triebe lebhaft rot, Blätter an /-'w/y/// erinnernd, 
kleiner, Blüten in dichten, kurzen, hängenden Trauben, bleichgelb, leicht duftend. Mai, 
Früchte fast kugelig, lachsrot. ähnlich denen von aggrcgata. eine derallerschönsten sommer- 
grünenArten. ganzhart. - /*) Einjährige Zweige grau, tief gefurcht-kantig: B.amurensis 
(ß. vulgaris var. amurcnsis), Ostasien. Nordchina, wie vulgaris aber Blätter früher austrei- 
bend, größer, dünner, mehr elliptisch, dichter wimperzähnig. Blütenstände sie kaum über- 
ragend. Früchte lebhafter und heller rot. etwas größer, sehr hübsch zur Fruchtzeit; derbere 
stärker netzaderige Blätter hat xar. j'apönica {ß. Reoelidna) aus .lapan. die zuweilen als 
ß. Sieböldii oder ß. Hakodutc in den Gärten geht; Belaubung mehr bläulichgrün, matter; 
B. vulgaris, Europa bis Sibirien, bis 2 m, zuweilen fast baumartig, allbekannte Art. doch in 
den Gärten viele Bastarde, auffallende F'orm var. atropurpürea (vnr.purpumi). Blätter purpurn, 
bi Blütenstände rispig verästelt: B. chitria {B. aristdta Hort, zum Teill. Himalaya. bis 
l.Sw, Zweige gelb- bis rotbraun, ganz fein behaart, fast rundlich. Blätter länglich -oboval. 
gezähnt, bis fast ganzrandig. etwas derb, zuweilen wohl Wintergrün. Blütenstände lang ge- 
stielt, Blüten oft etwas rot überlaufen, F>ucht pflaumenfarben. mit Griffel, ähnlich arisiata. 
hübsche, ob ganz harte Art?; B. Francisci=Ferdinändii, Westchina, bis über 5 in. Triebe 
rotbraun, fast rundlich. Stacheln lang, etwas gerötet. Blüten in schmalen Rispentrauben, 
.Wai bis .luni. 1-rucht schariach. länglich-eiförmig, sehr hübsch zur Fruchtzeit ; B.polyäntha. 
W'estchina. erinnert sehr an l'rattii. hat aber derbere Blätter, viel länglichere F'rüchte mit 
längerem Griffel, ist nicht so hart und schön; B.Prättii [ß. aggrcguia var. l'rattii. ß.po- 
lyanthu mancher Gärten I. .Wittelchina, Tracht wie .Abb. 1 14. junge Triebe meist etwas behaart. 
Blätter länglich oboval. ganzrandig oder mit wenigen Zähnen. Blütenstände bis lOiv«. 
.Wai bis .luni. Früchte lebhaft rot, in sonnigen Lagen etwas bereift, kugelig, spät reifend. 



sehr hübsche, spatblühende Art. die der typischen B. aggregäta sehr nahe steht, die in 
den kurzen büscheiitren aufrechten i^ispen mehr an W'ilsonae gemahnt. 

— ' B) Immergrüne .Arten. Blatter 

derblederig, (vergleiche auch oben 
i B. concinnu), 

\ a) Blätter ganzrandig, lineal und 
Rand umgerollt, oder klein, breit- 
spatelig bis elliptisch: B. buxifo= 
lia, südliches Südamerika. Zweige 
meist fein behaart. Blätter breitspa- 
telig.bei.lugendformengezähnt(var. 
tuina). Blüten ziemlich groß, bern- 
steingelb, meist einzeln. Frucht ku- 
gelig, blauschwarz, hübsche .Art für 
schattige Partien, liebt etwas ge- 
schützte Lagen. B. empetrifölia, 
Südchile bis Patagonien, bis 0,5 in. 
stark überneigend, kahl, Blätter 
lineal, umgerollt, sehr zierlich, Blü- 
ten goldgelb, zu 1 bis 2. Früchte 
schwärzlich, für nicht zu rauhe La- 
gen, Felsen: schön der Bastard da- 
von mit B. Darwinii: B. Steno- 
phylla, bis 2 /ii, dicht buschig, 
Blätter mehr lanzettlich, Blüten tief 
orangegelb, oft rot angehaucht, für 
Seeklima, in England anfangs Mai 
prachtvoll blühend, in vielen For- 
men zwischen den Eltern, sollte viel 
mehr erprobt werden. — b) Blätter 
mehr minder deutlich gezähnt: B. 
atrocärpa, A\ittelchina, wie Soii- 
, licami. aber Früchte glänzend 

schwarz, vor Reife gclbgrün. Härte 
zu erproben: B. candidula (ß. 
Wallicliiana var. palllda Hort., B. 
Hookeri var. carulidiilu). Alittel- 
china, kaum bis 40 cm. etwas nieder- 
1 liegend. Blätter recht klein, lanzett- 
' lieh, unterseits schneeweili. Blüten 
einzeln, Frucht oval, purpurn be- 
reift, verdient viel Beachtung!: ß, 
Darwinii, südliches Südamerika, 
dichter Strauch, in Heimat bis über ^m. Zweige dicht fein behaart. Dorne mehr als 3 strahlig. 
Blätter derbzähnig, oberseits glänzend dunkel-, unterseits hellgrün, Blütenstände traubig.^ 
Blüten orange mit rot. heikel, aber siehe oben die Hybride B. xteiwphylla; B.Gagnepainii 
Ui.aaiminata Hort, zum Teil), Westchina, aufrecht ausgebreitet, bis 1,5 ///. Triebe gelblich 
oder graugelb, etwas feinhöckerig, Blätter lanzettlich, wellig gezähnt. ?> bis 5 Zähne auf 
1 cm Länge. Blüten zu i bis « gebüschelt, Ovar mit 4 Samenknospen. ,luni, 1-rucht schwarz- 
blau bereift. Oktober, sehr beachtenswert: B.hoökeri {B. .lumcsönii und B. Wallichidnu 
Hort.l, Himalava, aufrecht, breitbuschiger Strauch, bis 1 m, Blätter unterseits blau-weil.l 
oder grünlich 'ivar. viridis), bis 5 : 2 cm, Blüten zu ,? bis 6, bleichgelb. April bis Mai. 
Samenanlagen .^ bis 4, Früchte groli, bis \5:()mm. schwarzpurpurn, ohne Griffel, für 
warme halbschattige Lagen : B. Juliänae, Alittelchina, dicht steif verästelt, siehe Abb. 1 1 5, 
in der Heimat bis 2/«, Triebe gelblich, leicht gefurcht. Blätter elliptisch lanzettlich. Zähne 
beiderseits 13 bis 20, oberseits ziemlich matt dunkel-, unterseits weißlich grün, Blüten ge- 




Ahb. 



Bcrhcris l'ratlii. 



BCtIktIs — BltcIk'i 



büschelt. goldgelb. Juni. Frucht stark blau bereift; kann als härteste und aussichtsreichste 
der höheren immergrünen Arten angesehen werden ; zuweilen mit B. Sargentiäna, ver- 
wechselt, die aber gerötete 
rundliche junge Triebe hat; 
B. pruinosa Westchina, 
in Heimat bis 2 ///, Triebe 
braungclb, rundlich, Blätter 
derblcderig. breit ei-ellip- 
tisch. unterseits sehr bereift, 
Nerven wenig deutlich, Zäh- 
ne beiderseits () bis (>, Blü- 
ten hellgelb. Samenanlagen 
2 bis 4, April. Früchte 
schmalelliptisch, sehr be- 
reift, griffellos. Härte noch 
zu erproben ; ß. sanguh 
nea, Mittelchina, aufrech- 
ter Strauch, bis 2 in. ziem- 
lich steif, junge Triebe gelb, 
etwas gefurcht, Blätter 
schmal lanzettlich, beider- 
seits mit 8 bis 15 derben 
Zähnen, Blüten außen ge- 
rötet, Frucht blauschwarz, 
oft verwechselt mit der zier- 
licheren hübscheren ß.fr/a- 
canthöphora [B. sangui- 
nea Hort. z. Teil), mit jung 
geröteten, rundlichen Trie- 
ben, etwas dünneren sehr 
schmalen Blättern mit bei- 
derseits 1 bis h feinen Zähn- 
chen, sehr empfehlenswert; 
B. Soulieäna ( ß. /ci'is und 
acuminatu der meisten Gärten). Mittel- und Nordwestchina, wohl bis 2w, Triebe gelblich, 
leicht gefurcht, Blätter lanzettlich, bis 10: 1„S cm, Zähne etwa 2 bis 3 auf 1 cm Länge. 
Früchte elliptisch, blau bereift, die echte levis ist nicht in Kultur, so wenig wie die echte 
aciimindta. als diese geht meist B. Veitchii. Triebe rundlich, gerötet, Blätter spitz lanzett- 
lich, unterseits grünlich, fast ohne Nerven. Blüten nickend, gehuschelt, bleichgelb. grol.). 
Mai. Samenanlagen 2 bis 4. Früchte blau bereift, sehr wertvolle, recht harte Art; B. ver= 
ruculösa, A\ittelchina. dicht gedrungener überneigender Strauch, siehe Abb. 116, bis 
1.5 in. Zweige fein und dicht mit Knötchen bedeckt, Blätter kaum bis 3: 1,4 cm. oberseits 
glänzend grün, unterseits blaugrau. Blüten zu 1 bis 3, Mai bis .luni, Früchte schwarz, be- 
reift, fast flaschenförmig. sehr wertvolle hübsche .Art. Laub im Winter oft purpurn überlaufen. 

Berberis acantbifolia, B. Aquifollum, B. Bealei, B. botealis usw. .sieht' Malioniu, — Berberis 
ilicifolia und Neuberti sielif Malioherberis. 

Bergahorn sit.4ie Acer pseudop/ataniis. — Berglorbeer sietie UmbelliiUiria. — Bergrüster sielie 
Ulniiis i;lal>iv. ~ Besenheide siehe Calliina. — Besenstrauch siehe Sarolliununis. 

Berchemia, Berchemie Rhamnaceen. — Schlingsträucher mit ganzrandigen. 
sommergrünen, wechselständigen Blättern. Blüten klein, grünlichweil.), in Rispen, Frucht 
lederig-fleischige Steinfrucht; Kultur in jedem Gartenboden in warmer, sonniger Lage; 
Vermehrung durch Samen. Ableger. Stecklinge aus reifem Holze und Wurzelstücke 
(unter Glas. Frühjahr! ; \'er Wendung als zierlich hellgrün belaubte Schlinger für Lauben u.dgl. 

B. racemosa, .lapan. China. Blätter herzeiförmig. Nervenpaare (> bis S. Blütenstände 
zu großen Endrispen vereint, .luli. Früchte erst rot. dann schwarz; B. scandens iß. vo- 
luhilis). südöstliches Nordamerika. Blätter zugespitzt eiförmig. Nervenpaare ^i- 12. Blüten- 
stände klein. Frucht blauschwarz, weniger hart. 




^ ^r-Mm m^Msmi 



15. Berberis julianae, junge Pfla 
Arboretum, (i)ng. 



80 (■;;;. im Arnold 




Betula--), Birke — Betulaceen. Slraiiclier oder Baume. Blätter sommergrüii. 
abwechselnd, einfach, gezähnt. Blüten unscheinbar, einhäusig, in Kätzchen, Frucht ge- 
flügelt; Kultur in jedem guten, frischen, aber durchlässigen Boden in offener Lage. />'. 
pendula, ß. popiilifoliu u. a. auch gut in leichten sandigen Lagen, andere wie alba. nanu, 
piimila. nio/a. vertragen Feuchtigkeit: Vermehrung meist durch Samen (gleich nach 
Reife, nicht bedeckeni. viele Formen auch durch Veredeln aui pendula oder lutea, kurz vor 
Trieb: /i. nana wächst durch krautige Stecklinge: Verwendung der Baumarten als 
prächtige F^arkbäume. die durch die weiüe Kinde i/i. davurica, B.papyrifera) und ihre Tracht 
wirken, die Straucharten in Gesteinsanlagen, an Hängen, wohl auch im Garten ; vergleiche 
das unten Gesagte. 



1- LlSri; DHR in^WAliNTI-N I.ATHINISCIIHN NAMHN. 
(Die Ziffern liezeichiien diu SuitciualiUMii 



alba 122 

— asplenifolia 122 

— elegantissima pendula . 123 

— japonica I 22 

- mandshiirica 122 

— urticifolia 122 

albo-sinensis 121 

— septentrionalis . . . .121 
Bhojpattra 122 

— Jacquemontii 122 

— sinensis 121 

carpinifolia 121 

chinensis Delavayi . . . .123 

corylifolia 121 

costata 121 

Delavayi 123 

— caicicola 123 

dahurica 122 

davurica 122 

Ermanii 121 

excelsa 122 

fruticosa 123 

glandiilosa . . • .... 123 
Qmelinii 123 



grossa 121 

humilis 123 

— Ruprechtii 123 

.lackii 124 

japonica 122 

— szc'chuanica 122 

Jacquemontii 122 

Ivcnaica 123 

Koehnei 122 

lenta (Abb. 1171 122 

lutea 122 

Lyalliana 123 

mandshurica 122 

Maximowicziana 122 

Maximowiczii 122 

Medwedievvii (Abb. ILSi .122 

nana 123 

nigra lAhb. 1191 122 

occidentalis 123 

odorata 122 

papyracea 123 

— occidentalis 123 

papyrifera (Abb. 120i . . . 123 

— c'ordifolia 123 



pendula 123 

— dalecarlica 123 

— elegans 123 

— fastigiata 123 

— japonica 122 

— laciniata 123 

— purpurea 123 

— pyramidalis 123 

— Tauschii 122 

platyphylla 123 

popiilifolia 123 

Potaninii 123 

pubescens 122 

puniila 124 

pyrifoiia 123 

rubra 122 

Schmidtii 122 

ulmifolia 121 

urticifolia 122 

utilis 122 

— Jacquemontii 122 

— Prattii 122 

— sinensis 121 



123 



1. Höhere Baume mit meist weil.ier oder rotbriitinliclier. papierartig abblätternder Rindt 
AI Blätter mit meist über 7 bis 






14 Nervenpaaren (siehe auch unter 
II die meist strauchigen B. Delavayi 
und B. Potaninii): B.albosineti' 
sis (B. Bhojpattra var. sinensis. B. 
utilis var. sinensis ) , iWittel- und Nord- 
china. Baum bis 2b ni. Borke orange. 
dünn abrollend. Triebe kahl. Blätter 
mit 10 bis 1 4 Nervenpaaren. Frucht- 
stände einzeln aufrecht, noch sel- 
tene aber harte Art. besonders var. 
septentrionalis mit drüsigen 
Zweigen und unterseits behaarteren 
Blättern; B. corylifolia, .lapan. 
Baum bis 1 7 m. Borke hellgrau bis 
weiß. Zweige überneigend. Rinde 
wie bei lenta riechend. Blätter unter- 
seits grau, wie bei nigra, Frucht- 
stände aufrecht, hübsche harte Art ; 
B. costäta (B. ulmifolia mancher 
Gärtenl. Mandschurei. Korea, hohe 
Bäume mit hellgelber schuppiger 
Borke, innere Zweigrinde nicht rie- 
chend. Blätter schmal eiförmig, lang- 
zugespitzt. Nervenpaare sehr ge- 
nähert. Zähnung scharf: hübsch be- 
laubt; B. Ermanii, Mandschurei. 
Japan, bis über 20 in, Rinde gelb- 
weil.'., abrollend, Blätter dreieckig- 
eiförmig, Nervenpaarc 7 bis 'i (bis 
101, Fruchtstände eizylindrisch auf- 
recht, hübsche sehr variable Art. die 
meist als eostata oder ulmifolia bei 
uns geht, hart; B.grössaiB, eurpinifölia, B. ulmifolia 



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.lapan. Baum bis 25 m. Borke grau. 



rauh, ähnlich lenta. auch Zweige wie bei dieser riechend. Blatter breiter oval und kürzer 
zugespitzt als bei costata: B. lenta, Zuckerbirke, O.- Nordamerika, bis 23 m. Stamm 

kirschbraun berindet lAbb. 117). 
nicht abblätternd, einjährige Zweige 
purpurbraun, innere Rinde unange- 
nehm stark süßlich riechend, kahl. 
^ Blätter glänzendgrün. Nervenpaare 

10 bis 13, Herbstfärbung gelb, 
1-ruchtschuppen kahl. Fruchtstände 
kurz und dick, aufrecht; sollte mehr 
gepflanzt werden: B. /lirea, Gelb- 
birke, noch höher als vorige. Rinde 
abkräuselnd. Zweige hellolivbraun. 
behaart, Blätter stumpfgrün. Prucht- 
schuppen behaart; B MaximO' 
wicziana iß. Ma.ximowiczii), .la- 
pan. bis über 30 /«. Borke weiß- 
orange, dünn abrollend, Zweige 
kirschbraun, Blätter groß, breit 
herzförmig, Herbst gelb. Frucht- 
stände zu 2 bis 4. prächtige harte, 
wüchsige Art; B. Medw ediewii, 
Kaukasus, aufstrebender, erlenarti- 
ger I^aum (Abb. 1 IS). dunkelrindig. 
Triebe behaart. Knospen groß, glän- 
zend grün. Blätter tiefgrün, etwas 
obdval. eigenartig doch noch sehr 
selten; B. nigra {/i. nihra\. 
Schwarzbirke (Abb. UM). O.- 
Nordamerika, bis 30 in. malerische 
Krone. Rinde rauhflockig, schwärz- 
lich. Blätter mit eckigem Umriß, 
unterseits deutlich grau und be- 
haart. Nervenpaare 7 bis '», Zapfen 
zylindrisch, liebt feuchte Lagen, gut 
zierende Art; B. Schmidtü, Us- 
surigebiet bis .lapan. Baum bis über 
30 ///. Borke dunkel, in rechteckigen dicken Platten sich ablösend. Blätter sehr kurz, fein 
gezähnt und kurz gestielt. Zapfen zylindrisch, aufrecht; B. ütilis var. Prätüi, Gebirge 
von West-Szechuan. Baum bis 20 m. Borke trüb orangerot. Triebe drüsig und behaart. 
Blätter derb, unten behaart. Nervenpaare lo bis 14. im Arnold Arboret in Kultur und hart; 
echte iiti/is \B. Hhojpattra) aus Sikkim und Ostnepal kaum in Kultur, eher die Westhimalaya- 
Form H-jacijucmötitii iß. ßlwjpattra oder ß. iitilis \z.r. Jacqncmontii). 

Bi Blätter mit höchstens sieben Nervenpaaren: B. alba (B. pubescens, ß. odorata). 
Ruchbirke, Moorbirke, aufrecht oder ausgebreitet verästeh. bis 1.5 ///. Zweige jung oder 
bleibend behaart, kaum bedrüst, sehr formenreich, z. B. var. iirticijoliu iß. iirticifolia. ß. 
alba var. asplenijolia). Blätter eingeschnitten gezähnt, der Typ im Parke in feuchteren, 
moorigen Lagen brauchbar; B. davün'ca iß. dahurica). Ostasien. Tracht ähnlich alba. 
bis 1 5 m. Rinde kaffeebraun, ähnlich wie bei nigra sich kraus abrollend, eigenartig. Triebe 
dicht drüsig. Blätter aus etwas keiligem Grunde eiförmig. Nervenpaare .5 bis 7 Ibis iS), 
hübsche empfehlenswerte Zierart; B. excelsa, hübscher Bastard zwischen papyrifera und 
puniila; B. japönica iß. alba var. Japonica. ß. pendula war. Juponica. ß. alba var. niand- 
sluirica. ß. mandsluirna. ß. pendula var. Tauschii). vertritt in ihren Formen in .lapan. Nord- 
ostasien und Nordostchina unsere pendula, bis 20 in. in Tracht und Borke am meisten an 
papvrifera gemahnend, sonst aber pendula sehr nahe stehend, besonders kulturwert die 
nordwestchinesische var. szechuänica, die sich im Arnold Arboret als sehr wüchsig und 
halt zeigte und auch bei Hesse vorhanden ist; B. Koehnei, schöner Bastard zwischen 




123 



pendula und papyrifcra: B. papyrifera (B. papyräcea), Papierbirke, Nordamerika, 
bis über 40 m. prächtig weil.lborkig (Abb. 12()|. Triebe behaart und etwas bedriist. f'jlätter 
gröl.ler und breiter als bei a!/>a. ei- 
förmig bis herzförmig, besonders 
bei var. cordifölia (B. pyriföliu. IL 
plutyphyllu). die mehr strauchig ist, 
sehr gute Art; ebenso die nahe ver- 
wandte B.occidentälis {ß. papy- 
räcea var. oceidentalis. B. Lyallianu \ . 
nordwesti. Verein. Staaten, Borke 
orangebraun. Triebe stärker drüsig 
und behaart, Blätter noch gröLier; 
ferner hierher B. kenäica, Alaska, 
Borke weiülicher. Zweige kahl, kaum 
drüsig, Blattzähnung unregelmäl.iig, 
oft doppelt, sehr Versuchs wert; B. 
pendula (B. verrucosa, geht 
auch vielfach als alba!), Weiß= 
birke, Hängebirke, Europa bis 
iWandschurei. bis 3() m. Rinde bald 
in Borke übergehend. Zweige fein, 
hängend, kahl, aber bedrüst, Blätter 
fein zugespitzt, viele Formen, z. B. 
var. piirpiirea. purpurlich belaubt 
Blutbirke ; \ ar. dalecarlica 
(var. laeiniata). Blätter zerschlitzt. 
var. Yoiingii (B. pendula elegans, 
B. alba elegantissima pendula), sehr 
feine, zierliche Hängeform, var. /ß- 
stigiata (var. pyramidalis). Wuchs 
pyramidal, alle für den Park wert- 
voll; B. populifolia, das nord- 
amerikanische Gegenstück zu unse- 
rer pendula, aber Blätter noch feiner 
und länger zugespitzt. Rinde nur an 
ganz alten Stämmen borkig. 

II. Sträucher, 0,3 bis kaum 
über 3 ni. Blätter kaum über 5 eni 
lang, kurz gestielt: 

A. Blätter mit 10 bis 22 Nerven- 
paaren: B.Delavayi (B. chin^nsis var. Delavayi). Westchina, aufrechter Strauch (bis kleiner 
Baum), Blätter länglicheiförmig, Nervenpaare 'l bis 1 3. unterseits locker weil.lseidig, hübsche 
neue Qebirgsart. besonders in var. ca/c/co/a, einem kleinen kaum über SOcw hohen Strauche 
mit filzigen Trieben und jungen Blättern, jetzt in Schottland in Kuhur; B. Potaninii [B. 
Wilsonii). West-Szechuan, niederliegend-aufstrebend, bis 2.F>ni. Zweige und Blattunterseiten 
rostfarben behaart, Blätter fast sitzend, .N'ervenpaare 14 bis 22. wertvoller neuer Typ. in 
England und im Arnold Arboretum in Kultur. -- B. Blätter mit weniger als 7 Nervenpaaren: 
B. fruticösa \B. Gmellnii. B. l/u/nilis var. Rupreelitii). Transbaikalien bis Korea, vertritt 
humilis im Osten, abweichend durch spitzere am l^ande kurz gesägte Blätter mit 5 bis »> 
Nervenpaaren, selten echt in Kultur, dafür meist B. hümilis, Strauchbirke, Europa bis 
Sibirien, besonders in Moorgebieten, 0,3 bis 3 ///, Triebe behaart und drüsig, Blätter meist 
oval, ziemlich grob sägezähnig. Fruchtstände aufrecht; B. glandulosa, Nordamerika, 
niederliegend-aufrecht, bis 1 ni. Zweige nur dicht drüsig, Blätter rundlich oderoboval. kahl, 
rundzähnig. I-ruchtstände aufrecht, für grol.le Steinhänge, hier auch die folgenden: B. näna, 
Zwergbirke, Gebirge und nördl. Teile der nördl. gemäßigten Zone, niedergestreckt-auf- 
strebend. kaum bis 1 w. Triebe behaart, nicht drüsig. Pilätter rundlich, kahl, gekerbt, zicr- 




Ablj. 1 1<». Stamm von Betula ni^ru. Schwarzbirke. 



2-1 



Büliila^BoL'niiinijhaiisC'nia 



liehe Art. hübsclier als B. putnila, Nordamerika, aufrecht bis über 1.5 /// iselten fast baum- 
artigi. Blätter gröller. Zweige filziger, für feuchte moorige Lagen; recht kulturwert der 

_ Bastard mit Icrita : B. Jäckii, baum- 
artiger Strauch, i^inde der Zweige 
wie bei Icnta. P>latter mit etwa 7 
Xervenpaaren. 

Biberneilrose siclie Rosa spinosis- 

Bigelönia Douglasii — Compo- 
si teil. — Bei uns bis gut \,5m hoher, 
somiiiergrüner Strauch aus NW.-Ni)ril- 
amerika, Blätter abwechselnd, hneal. 
reichhch behaart, Köpfchen sattgelb, 
dicht doldenrispig, August bis Septem- 
ber; Kultur in sonnigen, trockenen 
Lagen in durchlässigem Boden; Ver- 
mehrung durch krautige Stecklinge. 
Ausläufer und Samen ; Verwendung 
für üehölzfreunde in warmen Lagen 
als hübscher Herbstblüher. — Auch ö. 
graveolens, die mehr ueil.ifilzig behaart 
ist, Blätter geriehen scharf riechend. 

Bignönia- \, Bignonie, Jas= 

mintrompete— Bignoniaceen. 
Sommergrüne Schlingsträucher 
mit gegenständigen, unpaar gefie- 
derten Blättern. Blüten groß, schön, 
röhrig-trichterig. in endständigen 
Doldenrispen, .Juli bis September. 
Frucht längliche lederige Kapsel; 
K u 1 1 u r in jedem guten, recht nahr- 
haften Pjoden. in warmer sonniger 
Lage; Schnitt im Spätwinter, blüht 
am jungen Holze; X'ermehrung 
durch .Ableger. W'urzelstücke, auch 
halbreife Stecklinge unter Glas und 
Samen. Sorten durch Wurzelhals- 
veredlung auf radicans: Verwen- 
dung als prächtige Spätsommerblüher und Schlinger an warmen Hauswänden. Mauern usw. 
B. [Campsis. Tcavuu) chinensis iß. und Tccotnu iiraiidißöra). Mittel- und Nordchina, 
.lapan. Zweige ohne Haftwurzeln. Blätter kahl. Blättchen 7 bis '^L Blüten breitröhrig bis 
9:» cm. Scharlach bis karminrot, sehr schön, aber nicht so wie die folgenden: B. (Campsis. 
Tecoma) hybrida ( Tecoma Princei. Tcconia grandiflora var. Princci, Tccoma chinensis var. 
Princci, Tecoma radicans (^randijlora atropiirpnrca. Tecoma chinensis aurantiaca), Hybride 
zwischen der ersten .Art und folgender. Blüten fast so groß wie bei chinensis. Pflanze härter; 
B. {Campsis. Tcconia) radicans, südöstl. X'erein. Staaten, üppiger als chinensis. Zweige 
mit Haftwurzeln. Blätter unterseits meist behaart. Blüten länger röhrig. orange und Scharlach, 
bei var. atropiirpürea purpurn; gut var. /j/r/rto.v Scharlach, schon ab .luni blühend; sollte 
mehr angepflanzt werden. 

Bignönia capreolata siehe .A/iisosfic/m.<< — Bignönia Catalpa siehe Cutalpa. — Birke siehe Bctiila. 
— Birne siehe l'vnis. — BittersüU siehe Sohmum. — Bitterliolz siehe Picnisina. — Blädhia siehe 
Anlis'-u. ~ Bia.senspire siehe l^hysocurpiis. — Blasenstraucli siehe Coliitcu. - Blaubeere siehe 
Symplocos. — Blauspire siehe Sibiracu. — Blühendes Moos siehe l'yxnlantluni. — Blumcnspire 
siehe Exorlumki. - Blumenesche siehe Fraxitins i(jrnppe ()nuLs\. - Blutbuclie siehe la^iis s:/vaf'ia 
purpnreu. — Bluthasel siehe Cory/iis ma.xumi purpuica. — Bocksdorn siehe Lyciuin. — Bocksweizen 
siehe Alruplia.xis. — Bodenlorbeer siehe Epigaca. 

Boehmeria nivea: mehr halbstrauchige Urticacee aus dem tropisch-subtropischen Ostasien, die 
bei uns wohl nur fürs Kalthaus in Betracht kommt. Ebenso andere gelegentlich erwähnte Arten. 
(Siehe C. Schneider. 111. Handb. Laubh. 1. 240.) 

Boenninghausenia albiflora, weiße Raute, reizende, 0,25 bis 0.80 ra hohe, nur halbstrauchige 
Rutacee aus den Hochgebirgen von Sikkim, Westchina und Japan, Blätter blaugrangrün, an T/ia/ic- 




BoLMiiiiriKliausCT 



/raw gemahnend, aber dicklich, Blüten l<lcin, schneeweilj, in rcichblütigen lockeren Blutenständen 



August-September, für warme sonnige lagen im Felsengarten versuchswert, jetzt in Schottland in 
Kultur, diese mühelos. 

Bohnenstrauch siehe Cyrisiis und ,, . 

/.ahnrniiiii. — Boretta siehe Duhocda 

— Börya sieht t ouslieni 
Bösia (Bosea) yersamora (.int 

A ni a r a n t a e L L \ (in den k in iii (.hm 

l.cyccsicria in Kultur stni I ui uns j,(. 
wil.'. nur Kalthauspflanzt 

Bradbürya siehe Liiitrv^enia — 
Bradleia frutescens sieht Wislana 
J'rntesccns. 

Brandisia racemosa — S e r o p h u 
lariaceen —Interessanter sonimer 
grüner Strauch aus thin i mit ciiit lehen 
Blättern, roten rohrigt n Blute II Uli Herbst 
nochnichteingetuhrt iN ihere L Sehnei 
der, Illustriertes H uidbueh derLdubholz 
künde II., S.6I8 I 

Brandkraut siehe P/ilomis — Bnk- 
kellia siehe Unsere hreilandstauden 
— Brldgesiai,](.hLf i< Ihi Brombeere 
siehe Riihus. 

Broussonetia, Papiermaul 
beerbaum Moraceen. Kleine 
Bäume aus China und .Japan, Blät- 
ter sommergrün, Wechsel- oder auch 
gegenständig, einfach oder gelappt 
(feigenähnlich), groß, Blüten un- 
scheinbar, männliche ährig. weib- 
liche in kugeligen Köpfen, die zu 
fleischigen, orangeroten Schein- 
früchten werden; Kultur in jedem 
guten, nicht zu trockenen Boden in 
recht geschützter Lage: N'ermehrung durch Aussaat (Frühjahr), W'urzelschnittlinge und 
Ausläufer, die Formen pflegt man im Winter auf Wurzelhals des Typs zu veredeln; \'er- 
wendung als ganz schmuckvolle, meist mehr strauchartige Einzelpflanzen. 

B. papyrifera. Zweige dicht behaart, Blätter mit kurzer Spitze und bis 3 an langen Stielen, 
an jungen Pflanzen oft feigenartig gelappt, hierher die var. aiciillata [B. naviailan's) mit 
kapuzenförmigen Blättern und die seltsame Zwergform (Abb. 1211 var. laciniuta (var. 
(lissccta) mit lineal zerschlitzten (schleierartigen l Blättern: B. Kazinöki (/i. Kacmpfcri 
Hort., h. Sieholdii) hat langgespitzte, dunkelgrüne, kürzer gestielte, fast kahle Blätter und 
kahle einjährige Triebe, weniger hart. 

Bruckenthälia [Urica) spiculifölia [ß. spiculiflöra). Ährenheide FIricaceen. 

— Heideartiger, immergrüner, 10 bis 2,s cm hoher Kleinstrauch (.Abb. .soi aus Osteuropa. 
Kleinasien, F^lätter abwechselnd oder zu 4 wirteiig, Blüten rosa in aufrechten .\hrentraubcn. 
.luni-.luli. Kultur usw. wie Hrica carneu, wertvoller Strauch für Felsanlagen. 

Bruanichia cirrbosa {Rajuna ovatu\ ist ein nordostamerikanischer, 2—biii hoch windender Halb- 
strauch aus der Familie der Pol vgo naceen , der kaum bei uns in Freilandkultur erprobt wurde. 
(Näheres C. Schneider, III. Handb. d. Laubholzk. I., S. 2()0.) 

Bryäathus Omelinii — Hricaceen. — Niederliegender, zierlicher, fast moosartiger Strauch aus 
Kamtschatka von P/iy/hx/tHc abweichend durch an diesjährigen Trieben endständige Blutenstände mit 
4 zähligen Blüten und 8 Staubfäden; war in Petersburg in Kultur; siehe sonst Pliylknioce. 

Bryänthus coeruleus, empetriiormis und taxifolius siehe Hiyllocipce. — Bryänthus erectus 
siehe Hiyllotluininiis. — Buche siehe l-ugiis. — Buchsbaum siehe Biixiis. — Buckelbeere siehe 
(layliissciciu. 

Buckleya dhtichophylla — Santalaceen. — Fin kleiner, zweizeilig beblätterter Schmarotzer- 
strauch, der in Carolina und Teniiossee auf Wurzeln von Tsui;a canai/ciisis lebt; Kultur schwer, nur 





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Abb. 121. Bmiissom'lia papyrifera var. Uuiniala, zerschlitzt- 
blättriger Maiilbeerhaiim, 1 in. iI'Ih.i. .\. l'urpus i 



Biickl6va — Buddltia 




für erfahrene Gehölzkenner, hat sich aber in Weeiier und einigen Gärten Nordamerikas als gut ge- 
deihend gezeigt. (Näheres C. Schneider, III. Handb. d. Lauhholzk.'l., S. 248.1 

BuddleiaiBiiddlcja, Hiiddlca). Buddleie - Loganiaceen. — Sommergrüne, wüchsige 
bis baumartige Sträiicher. Blätter gegenständig, einfach, ziemlich groL). breitlanzettlich. Blüten 
klein, aber zu langen Scheinähren oder Rispen vereint. August bis Oktober; Kultur in 



nahrhaftem, gut durchlässigem Boden (aber im Sommer Wasser und Dung) in recht warmer, 
sonniger, geschützter Lage; Schnitt, wenn nötig, im Frühjahr; Vermehrung durch Samen 
1 Frühjahr, Haus) und krautige Steck- 
hnge unter Glas und reife im Herbst, 
oder Teilung; Verwendung im 
Park und Garten als prächtige Herbst- 
blüher ; sie treiben, wenn sie zurück- 
frieren, sehr gut wieder aus, in rau- 
hen Lagen Bodendecke und eventl. 
Reisigschutz. Für uns nur die fol- 
genden zu empfehlen, da die präch- 
tige ß. Colvillci aus Sikkim mit gro- 
Ikn rosakarmin und weil.igefärbten 
Blüten nur im Süden sich wirklich 
hält. 

B.japonica (ß. ciirviflora Hort.), 
Japan, breiter Strauch bis 1,5 m. 
Zweige 4 kantig, geflügeh, Blätter 
schmal lanzettlich, oben sattgrün, 
unterseits nur jung behaart, Blüten 
in dichten, hängenden, bis 20 cm 
langen rispigen Ähren, hellila, au- 
l.ien behaart, dicke Fruchtstände im 
Herbst zierend; besser als die west- 
chinesische ß. albiflora {ß. /ieiiis- 
leyana) ; ß. nivea, Westchina ( .Abb. 
12.V), ziemlich steif, bis über 2 in. 
ganz filzig, schön belaubt. Blüten 
sehr klein, lila. Trauben weil.lfilzig, 
mehr Blattpflanze, liebt warme La- 
gen; B. Davidii (B.yariäbilis), 
China, beste Art, bis über 2,.S in, 

Blätter unterseits hellgrau. Blüten langröhrig, Trauben bis 25 an. besonders gut var. ina- 
gnificu (Abb. 122), blüht tiefviolettpurpurn mit orange Auge, auch var. Veitchiana. Blüten 
heller, rosalila, früher und üppiger als vorige, der Typ bleibt aber mehr Wintergrün, da er 
in warmen Lagen schon im Herbst junge .Achseltriebe bildet; die Z)ai'/V///-Formen sind die 
besten für warme Lagen und werden in reichem Boden sehr schön. 
Büffelbeere siehe Shepherclia. — Buergeria siehe Magnolia. 

Bumelia [Sideröxvlon] lycioides, Eisenholz — Sapotaceen. — Milchsaftfiihrender dorniger 
Strauch (in Heimat Baum), Blätter fast Wintergrün, wechselständig, glänzend grün, einfach elliptisch, 
Blüten weiß, unansehnlich, Frucht kleine fleischige, schwarze, eiförmige Beere; Kultur in warmer, 
geschützter, etwas feuchter Lage als Unterholz; Vermehrung durch Samen und Stecklinge unter 
Glas; Verwendung nur für Liebhaber; besser vielleicht noch die immergrüne, trockene Lagen und 
sandigen Boden (Halbschatteni liebende, härtere B lanuginosa (Abb. 124), beide aus dem südöstlichen 
Nordamerika, die erste nur für wärmste Teile des Gebietes hart. 

Bupieürum fruticosum. Hasenohr — Umbelliferen. — Bis 1,5 m hoher, wintergrüner, straff ver- 
ästelter, mediterraner Strauch, Blätter abwechselnd, einfach, derb. Blüten gelb, in zusammengesetzten 
Dolden im Sommer; Kultur in tiefgründigem Boden in geschützter Lage; Ve rni eh ru ng durch 
Samen (Frühjahr), Stecklinge und Teilung; Verwendung im Garten als hübscher, schön belaubter 
Sommcrblüher in trocknen sonnigen Lagen. 

Buschklee siehe l.espnicza. - Butneria siehe Calycantlnis. — Butternuß s\c\\e Julians cinerea. 
Büxus, Buchsbaum — Buxaceen. -- Bekannte immergrüne Sträucher mit gegen- 
ständigen, einfachen, ganzrandigen Blättern. Blüten klein, einhäusig, in dichten achsel- 
ständigen Büscheln, unscheinbar und Früchte fast kugelige, ,Ulappige, 6 hörnige Kapseln; 
Kultur in jedem nicht zu mageren üartenboden, wächst langsam; Vermehrung durch 
Stecklinge nach Holzreife im Haus, wurzeln langsam, besondere Sorten veredelt man unter 
Glas auf scmpcrvirens var. urborcsccnx; \'er wen düng der Hauptform als wertvollen 
immergrünen Strauch, der gegen RuI.i usw. unempfindlich ist und viel Schatten verträgt. 




Ulis — Calceolaria 



sollte viel mehr ohne Schnitt als Unterholz gepflanzt werden; die niedrigen Formen zur Ein- 
fassung: verträgt das Schneiden ausgezeichnet. 

ß. sempervirens, Europa bis 
Kaukasus (Abb. 125). Triebe etwas 
4 kantig, fein behaart, die typische 
Form ist var. urborcsccns, oft baum- 
artig, üppig auch var. Handxworthii 
mit dunkelgrüner breiter Belaubung. 
aufrecht, ferner die schmalblättrige 
var. ari^iistifolia (var. longifolia, var. 
salicifolia). beide mit gelb- (var. aiirca) 
und weiübunten (var. araentcu) Gar- 
tenformen, dann VäX.siiffnitkosu (var. 
nuna\. Zwergform, Blätter oval oder 
oboval. mit den feinblättrigen f. iiiyrti- 
folia. f. rosinarinijolia und auch bunten 
Formen, vom Typ auch Kugel- und 
Pyramidenformen; B. Harländü iß. 
r/ii/h'/!sis\. China, kleiner kompakter 
Strauch, ähnlich seiiipcrvin'ris siiffniti- 
cosa. aber Blätter schniallänglich, mehr 
aufrecht stehend ; B. japonica [ß. oh- 
ivn/ara). .lapan. Wuchs lockerer, bis 
1 ///. Zweige kahl, Blätter rundlich ob- 
o\al oder herzförmig, glänzend hell- 
grün; B. microphylla üi. japönicti 
var. iiiicropliylla), Zwergart. oft nieder- 
liegend, mit nur 3 bis M mm breiten 
Blättern, durch die kahlen Triebe von 
den kleinen sempervirens-^ oxmen ab- 
weichend, härteste Art; schönste Art 
wohl ß.öa/eär/ca, Spanien. Balearen. 
baumartig. Blätter rundlich- oder läng- 
lichoval, über l.,S cm breit, nur in süd- 
lichen Gegenden hart. 
isclier Strauch mit bestachelten Zweigen, 
t'ii. die PL'talcn nicht überragenden Staub- 









^ 




■ -V.V. ;-:•:,,',* *,»-»*:>^-; 





Hiirn^liu lanuninosa, Eisenhol;;, 1 .40 . 

(Phiit. A. Purpus.) 



Caesalpinia japonica — Leguminosen. — .lay 
doppelt gefiederten Blättern und hellgelben Blüten (mit 
blättern! in endständigen Tranben, April 
bis Mai. F-ruchthülsen lederig; Kultur 
nur in wärmsten Lagen für erfahrene 
( jehölzfreunde zu empfehlen ; Ve r ni e h - 
rung durch Samen iHrühiahri. Ableger 
und Wurzelveredlung. Die «ehrlose süd- 
amerikanische C (l'oinndiui) Gilliesii 
mit langen, die Petalen überragenden 
Staubblättern ist gelegentlich in Süd- 
tirol zu finden. 

Catämpelis siehe Hccreinocdrpiis. 

Caiceoläria (Jovclldna) violäcea, 
Pantoffelblume — Scrophulari- 
aceen. — Kleiner, chilenischer, am 
Orunde verhol/eruier 1 lalbstrauch, Blät- 
ter gegenst.-UHlii;. klein, herzeiförmig, 
fast fiederschniKig. Blüten glockig-21ip- 
pig. gelblichlila mit purpurnen Punkten, 
rispig. Mai bis .luni ; K u 1 1 u r mir in ganz 
warmen, sonnigen Lagen in gut durch- 
lässigem Boden mit Scluitz gegen Win- 
ternässe, friert wohl meist zurück; Ver- 
mehrung durch Samen und krautige 
Stecklinge ; Verwendung nur für er- jj^iji, 1 2=, ßijxu 
fahrene Pfleger in Felsanlagen. 




Südengland. 



Callicdrpa — Calophaca 




Abb. 126. Calliinu \'ul<iuns var. Re:^ 



weiße Beseiilieide, 3.5 



Callicärpa, Schönfrucht — Verbenaceen. — Sommergrüne Sträucher. Blätter 
einfach, gegenständig, unterseits gelb bedrüst, Blüten rosaweiß. August, in vielblütigen 
achselständigen Doldenrispen. Frucht beerenartig, pfefferkorngroß: Kultur in jedem guten, 
durchlässigen Gartenboden in geschützter Lage; Schnitt gegen das Frühjahr hin: Ver- 
mehrung durch Samen (Frühjahr), Ableger und besonders krautige und halbreife Steck- 
linge; \' er wen düng für Rabatten und Vorpflanzungen im Parke, treiben wieder aus nach 
Zurückfrieren. 

C. Giräldii, Westchina, bis 1.5 m. Blätter elliptisch bis lanzettlich, unterseits spärlich 
sternhaarig, ihre Stiele sind länger als die Blütenstandstiele, Früchte prächtig violett, im 
Herbst sehr zierend; C. j'apönica, .Japan, Blätter schmäler, spitzer, kahler, Blütenstände 
länger gestielt. Früchte auch violett; zierlicher ist C. dichötoma (C. gnici/is. C. piirpiin-ci). 
China-Japan, Früchte mehr lila; zu erwähnen ferner: C. americäna var. alba, südöstl. 
Verein. Staaten. Blätter unterseits filzig. Früchte weiß, auffällig. 

Calligonuw ßolygonoides, Schönknöterich, ein armeniscb-persischer. niedriger, halbstraiich- 
artiger, feinrutig verzweigter Straucli der Pd 1 \- go n a cee ii . der bei uns kaum in Freilandkultur je 
versucht wurde. iNäberes C. Schneider. III. Ilandii. d. Laubhnlzk. I..S. 257.1 

Catlüna [En'ca\ vulgaris, Besenheide Ericaceen. — L'nser verbreitetstes. all- 
bekanntes Heidekraut. West- und Nordeitropa und Kleinasien, von der echten Erica durch 
den bis fast zum Grunde vierteiligen Kelch unterschieden, der länger und ebenso gefärbt 
wie die tief vierteilige lilarosenrote Bluinenkrone ist. blüht von Knde .luli bis Septeiuber; 
viele Gartenformen, eine großblumige weiße, var. Reirituic. zeigt Abb. I2f), üppig ist var. 
Alportii. karminrosa; sehr niedrig var. nana (var. pyf^niaca). purpurn; auffällig var. aiprca. 
üppig. Laub im Sommer goldig, im Winter bronzerot. Blüten purpurn; ferner var. Scdrlei 
(var. alba Serlci), weiß, spät im Herbst blühend; auch die gefüllte var. p/enu. rosa, hübsch, 
siehe auch S. ()2; Kultur usw. siehe Erica; Calluna meidet besseren Boden und Düngung, 
liebt magere Böden und ist als Bienenpflanze wertvoll. 

Calobötrya sanguinea siehe Rihcs sdrii'iiincniii. 

Calophaca wolgärica, Schönhülse — Leguminosen. — His etwa nieterliolier. überhängend 
sparrig verzweigter Strauch, aus Südrußland und den kaspiscbeii Steppen. Blätter wechselständig, 
Silv.T Tarnuci-Sclincidcr. Cnsere I-reil.inü Uuhgelinke. 2. .\uflagc. 9 



Calöpliaca — Calycanthus 




sommcTgrün. iinpaar gefiedert, Blättclieii 11 — 17, Blüten goldgelb, in wenigblütigen, gestielten Dolden- 
trauben, im Juni an diesjährigem Holze, Fruchthülsen stielrund, zweiklappig ; Kultur in gut durch- 
lässigem, nicht zu schwerem'Boden in sonniger Lage; mäßiger Schnitt im Winter, wenn nötig; Ver- 
mehrung durch Samen (Frühjahr), wird oft als „Trauerbäumchen " auf Cara^aiia arborescens odur 
/,(//w/7;«m veredelt: Verwendung nur für Qehölzfreunde in Qesteinspartieii, auf Rabatten u.dgl. — 
C. grandiflora aus Turkestan ist etwas üppiger, Blätter mehrzählig, Blüten etwas größer, nicht echt 
in Kultur. 

Calycanthus (/^«mmr/), Gewürzstrauch -- Calycanthaceen. — .\i:frech(e. ziem- 
lich sparrige Sträucher (Abb. 127). 
aus Nordainerika, Blätter gegen- 
ständig, einfach, sommergrün, ober- 
seits rauhlich. Blüten einzeln, an 
kurzen Seitentrieben, heller oder 
dunkler bräunlichrot, Frucht ein- 
samige Schließfrucht in der ver- 
größerten, bleibenden Blütenachse: 
Kultur in jedem durchlässigen, 
nicht armen Gartenboden, sowohl 
in Sonne wie ziemlich schattig; 
Schnitt: meist nur Auslichten im 
Spätwinter; Vermehrung durch 
Teilung, Ableger oder Saat (Früh- 
jahr, Warmbeeti: X'erwendung 
als hübsche Ziersträucher, beson- 
ders C.floridus, dessen Blüten aus- 
gezeichnet nach Erdbeeren duften. 

C. f er Ulis (CJenix, C. /acviffci- 
tiis). häufigste und härteste Art. bis "">«■■ Ka^iis.!. luiindun 

1 .h m. Blätter kahler, bei \av. ,i^laiia/s [C. gkiiicus) unterseits blaugrau, Blüten dunkelpurpurn, 
nicht oder kaum duftend, .luni bis August, geht meist fälschlich als C. flöridus (C. ovatiis. 





Abb. 128. Calycötome spino 



Ciilycaiitlnis — Caras.lna 



131 




C. stcri/is). beste Art. bis 2/ii, Blatter uiiterseits weich behaart. bUiht.luni bis.iuH, njtpurpurn 
mit braun ; C.occidentalis, Kalifornien, bis 4 /;/, grol.'iblättrig. untcrscits hellj^rün. meist kahl. 
Blüten mehr ziegelrot-bräunlich. Ge- 
ruch weniger angenehm, bedarf in 
rauhen Lagen Schutz;. 

Calycanthus praecox siiliL' C/iiiihi- 
nanthus. 

Calycocärpum Ljoni — M e iii - 
s pc rniacuen. — Hoher somiuci- 
griiner Schlingstrauch aus den mittle- 
ren und südöstlichen Vereinigten Staa- 
ten mit schön 3 bis 7 lappigen Blättern, 
der ähnlich Menixpermimi in warmen ge- 
schütztun Lagen kulturwert sein dürfte. 
(Siehe C. Schneider, 111. Handb. Lauhh. 
11.925, Fig. 5761. 

Calycötome spinosa, DorngeiLt= 
klee — Leguminosen. — Bis me- 
terhoher sehr dorniger, sparriger, me- 
diterraner Macchienstrauch lAbb. 12>Si. 
Blätter 3 zählig, Blüten gelb, gebüschelt. 
Mai bis Juni, Fruchthülsen flach, 2 klap- 
pig; Kultur nur im Süden des Gebietes 
in heißen, trockenen Lagen, lediglich für 
erfahrene Qehölzfreunde versuchswert Abb. 12'). Cö/U/;(//vs ,s7Ji/20,va, Kappernstrauch, an Mauer. 

/- '„• ^ ,f vr ' tOrig: Ragusa, Dalmatien.i 

Camelha, Camellie, Kame= 

lie — Theaceen. - Immergrüne, japanisch-chinesische Sträucher mit einfachen, glänzen- 
den Blättern und großen, einzelnen, 
roten, weiüen oder rosa Blüten, [-rucht 
holzige Kapsei : K u 1 1 u r in gutem, hu- 
musreichem l^oden in recht geschützter 
(gegen Alorgensonne im Wintert Lage; 
Vermehrung durch reife Stecklinge 
(Warmbeet); \erwendung nur für 
erfahrene Pfleger in dem südlicheren 
Teile des Gebietes; C.japonica hat sich 
aber in iWalonya recht gut gehalten und 
blüht auch ; C. Sasdnqiia gilt als härtere. 

C.japonica ( Tlu'ajaponica),C\'\\m. 
.lapan. in der Heimat Baum, bis über 
1 .=i m, Blätter und Ovar kahl, Blüten des 
für uns allein in Betracht komiuenden 
Typ rot. i^rühjahr; C.[7/ica) Sasati' 
qua, ,lapan, Ostchina, locker strauchig. 
Triebe und Ovar behaart, Blüten weiß, 
ebenfalls viele, auch rosa und rote 
Kultur-Formen. 

Campsis chinensis, C. graadiflora, C. 
hybrida und C. radicans siehe Hi,i;noniü. 

Cäpparis spinosa, Kappernstrauch ~ 
Cappa r i d a c een. — Ästiger, summcr- 
grürcr mediterraner Strauch. Zweige grün- 
lich, bereift, Blätterwechselständig. einfach, 
graugrün, dicklich. Nebenblätter hakig ver- 
dornend, Blüten groß, einzeln, hellrosenrot 
mit vielen violetten Staubfäden und gelben 
Antheren, im Sommer, Frucht grüne Beere; 
im Süden des Gebietes wild an Mauern usw., 
siehe Abb. 1 29, nur für wärmste Lagen ver- 
suchswert als Sommerblühcr in durchlässi- 
die echten „Kappern" des Handels. 

;en. — Niedere oder höhere Sträucher, 
9" 




gem Boden und soimigcr Lage. Die Blutenknospen b 
Capritölium siehe Loniteni. 
Caragäna, Erbsenstrauch — Legumi 



13: 



Caragäna 




CunigaiHi jiilnila. Mähiien-Krbsenstrauch, 



Blätter wechselständig, meist sommergrün, paarig gefiedert. Blüten meist ansehnlich und 
gelb, .Wai bis Juni, einzeln oder doldenartig. Fruchthülse zweiklappig: Kultur der meisten 

Arten in etwas sandigem, durchlässigem 
Boden und sonniger Lage; Schnitt im 
Winter, aber nur wenn nötig; N'ermeh- 
rung durch Saat im h'reibeet, zum Teil 
auch Ableger, viele Gartenformen veredelt 
man auf arborcsci-ns wndi fniti'x zeitig im 
h'rühjahr; \' er wen düng siehe bei den 
Arten. 

.\. Blattspindeln abfallend, nicht ver- 
dornend. Blättchen sechs oder mehr (bei 
lioisii und drcorticuns verdornen die Ne- 
benblätter): C. arborescens, Mittel- 
und Ostsibirien, allbekannte Art, zuweilen 
baumartig, bis (> m. straff aufrecht. Blätt- 
chen meist S bis 10. kaum unter 12 bis 
15 ww lang, Grund gerundet; viele For- 
men, z. B. f. Lorbergü. eigenartig. Blätt- 
chen federartig. 1 bis 4 /////; breit, var. pc'ii- 
ilnla stark hängend, oft hochstämmig ver- 
edelt; auch bunte Formen, guter Deck- 
strauch; C.Boisii (C. uinbigiia Hort., C. 
microphylla var. crassc-aailcdta). Zentral- 
china, bis 2,5 m. überhängend verzweigt, 
.Nebenblätter stark verdornend. Laub derb, 
etwas Wintergrün, oberseits stumpfgrün, 
unterseits weißlich (Abb. 130); C. decörticans, Afghanistan, Rinde abfasernd. Zweige und 
Stämme glänzend grün, sonst ähnlich microphylla, aber Blättchen 8 bis 1 2, spitzlicher, Kelch 
kahler, hart; C. fruücösa iC. arborescens var. ciineifolia, C. cuneifolia. C. Reclowskii). 
Amurgebiet bis Nord-Korea, wie arborescens, aber niedriger. Blättchen bis 14, Grund keilig; 
C. microphylla (C. Altagdna. C. arborescens var. arenaria Hort.). Altai bis Mandschurei, 
1 bis 2,5 w. Blättchen 12 bis 18, zierliche Belaubung. 

B. Blattspindelnbleibend. verdornend, oderNebenblätterstachelig.— I Dorne kaumunter 
15 bis 20 mm lang. Blättchen 4 oder mehr: a) Blättchen s bis lo (nie 4 und finger- 
förmig genähert): C. Francheti- 
äna, Westchina, hübsche, niedrige, 
stark dornige, wenigästige Art. 
Blättchen >s bis 14. neu für Kultur, 
reichblütig; C. Gerardiäna, NW.- 
Himalaya (Abb. 1.32). niedrig aus- 
gebreitet, weißgrün zottig. Blätt- 
chen 8 bis 1 2, hübsche seltene Fel- 
senpflanze; C. jubäta (Abb. 131), 
Ostsibirien. Tracht sehr bezeich- 
nend, bis 1 .5 m. Zweige dick, dor- 
nig, behaart. Nebenblätter breit, häu- 
tig. Belaubung mähnenartig. Blätt- 
chen 8 bis 1 6, Blüten weißlich, hart. 
— b) Blättchen bis .s. aber zum Teil 
4 und fingerförmig genähert, lineal: 
C. spinosa, Sibirien, bis I ni. sehr 
dornig. Blüten gelb, auch für Felsen. 
-- 11. Dorne kaum bis 10 mm 
lang, oder sonst Blättchen 5: 

C aurantiaca (C. arenaria). Altai, Songarei, oft m\i pygmaea verwechselt, aber Wuchs 
aufrecht, bis 1 m, Blüten tiefer orangegelb, hübsche Art; C.Chamlagu (Abb. I33j, L'ssuri- 




Ca/vi^ariii Gerardiäna. Qerards Hrbsenstraiich. 



Laragaiia — Carpiniis 



gebiet, Nordchina, bis über 1 w. Blättchen 4, in zwei deuthch entfernten Paaren, oboval, 
hiiutig, glänzend grün. Blüten hellgelb, dann rötlich-violett, ähnelt habituell folgender; C 
frutex (C. frutescens), Süd- 
ruIJland bis Nordchina, bis ?, in 
oder mehr, Blättchen 4, finger- 
förmig genähert, keilförmig ob- 
oval, häutig, kahl, bis 20 : 8 mm, 
Blüten goldgelb, wie arborescens 
zu verwenden, verträgt viel Trok- 
kenheit; ähnlich C. turfanen^ 
sis, eine blaugrüne Jnitcx vom 
Tian-shan; C. pygmaea {C. <;ra- 
cilis Hort.). Altai bis Mongolei, 
sehr variabel, zierlich. Triebe ru- 
tig. Blättchen 4. fingerförmig ge- 
nähert (Abb. 55), Blüten hoch- 
gelb, oft hoch veredelt als C. pen- 
dula; sonnige Rabatten, Felsen. 

Cardiändra alternifölia, Herz= 
Hortensie — S a x i f r a g a c c l' ii. — 
0„3— 0,8 m hoher, japanischer Halb- 
strauch mit abwechselnden, einfachen 
Blättern und kleinen rosa Blüten in 
endständigen lockeren Fbensträußen. 
umgeben von sterilen Blüten ; kai 




133. Cdrairdna C/iam/cii'ii. chinesischer Erbsenstrauch, 

1,30-m. ll'liiit. A. l'iirpus.) 



in Kultur. (Näheres siehe C.Schneider, lllustr. Handb. d. Laub- 
holzk. I.,S. 383.1 

Carlomöhria siehe'Jia/esia. 
Carmichaelia flagelliformis — Legu- 
minosen. — Neuseeländische Art mit grünen, 
rutigen, flachen Zweigen, abfälligen, unpaar 
gefiederten Blättern, rosaweißen, gebüschelten 
Blüten; Vermehrung durch Samen (Frühjahn 
und halbreife Seitenstecklinge mit etwas altem 
Holze unter Glas; nur für erfahrene Gehölz- 
freunde in südlichsten Lagen (an warmen Wän- 
den z. B.) versuchswert. (Näheres C.Schnei- 
der, 111. Handb. d. Laubholzk., IL, S. 79.) 

Carpiola tinctoria siehe Genixtajirictoria. 

Carpenteria califörnica — Saxifraga- 
ceen. — Aufrechter immergrüner, bis I m 
hoher, kalifornischer Strauch (Abb. 1341, Blät- 
ter gegenständig, einfach, Blüten weiß, an- 
sehnlich, duftend, ,kmi bis Juli, Frucht leder- 
artige Kapsel; K u 1 tu r in gut durchlässigem, 
leichtem, etwas sandigem Boden in recht ge- 
schützter warmer Lage, gegen Winternässe 
sehr empfindlich; Vernieh'rung durch Sa- 
men (Frühjahr) und krautige Stecklinge unter 
Glas und Ausläufer; Verwendung nur für 
erfahrene Qehölzfreunde in passender Lage. 

Carpinus"), Hainbuche — Betu- 
laceen. — iWeist hohe Bäume mit zwei- 
zeiligen, einfachen, gezähnten, sommer- 
grünen Blättern, männliche Blütenstände 
erst im Frühjahr erscheinend, Fruchthülle 
offen, meist dreilappig: Kultur in fast 
jedem Boden, verträgt auch viel Trocken- 
heit; N'ermehrungdurch Samen (Herbst- 
saat), die besseren Arten und Sorten auch 
i"rig.; iinri. utiKmic. .\atK>.i durch N'credlung im Frühjahr auf C. lic- 

tiiliix: \'er Wendung als Zierbäume im Park und C. Hetiilus vor allem als eine der besten, 

stärksten Schnitt vertragenden Heckenpflanzen siehe z. B. .Abb. 1 1 1. 




C arpcntcna calijönncu. 



1 ,^( Larpiiuis L;irya 

A. liliitter mit 7 bis 13 Seitennerven. Nüljchen in I-rucht frei: C. Betulus, ISuropa bis 
Pcrsien. Baum bis 20 m, Rinde buchenarlig glatt. Knospen spindelförmig, buchenartig. 
Blätter im Mittel über 5 an. Nervenpaare 10 bis 13, im Herbst gelb, bei starkem Schnitt 
lange bleibend, siehe oben über Wert, von Formen vor allem war. pyramidalis (f. coliimnaris. 
f. J'astif^iafa). pyramidenförmig wachsend, und f. iricisa (var. asplenijb/ia), Blätter zierlich 
eingeschnitten; C. caroliniana (C. americaria). östliches Nordamerika, etwas kleinerer 
Baum, zierlicher, etwas überhängend verzweigt. Knospen eiförmig, infolge prächtiger orange- 
scharlachfarbener Herbstfärbung als Parkbaum vorzuziehen ; C. Fargesiana (C. ycdoi'nsis 
Franch.. nicht .Waxim.). Zentralchina. Baum bis 20m. Blätter (i bis locw lang, gut zugespitzt. 
Nervenpaare 12 bis 15. jetzt in Kultur; die cch\Q ycdoc'nsis ist identisch mit C. Tscho- 
nöskii, Nordchina, .lapan. kaum in Kultur, besonders durch stärker grannenzähnige I)lätter 
abweichend; C. Orientalis iC. diiiiicnsis), Südosteuropa. Kaukasus, oft strauchig. lilätter 
kleiner, im .Wittel nicht über ,S cm lang. Fruchthülle kaum gelappt, breiter, hübsch und fast 
hart; C. Turczaninövii var. ovalifolia {C. po/yncüra Uort.. nicht Franchet). Mittelchina. 
Baum bis 1 7 ///. Blätter kaum über 5.S cm lang, nicht grannenzähnig, ist durchs Arnold Arboret 
auch bei Hesse in Kultur. 

B. Blätter mit 14 bis 25 Seitennerxxn, Nül.ichen von Fruchthüllappeu verdeckt (Gruppe 
Distegflcdrpiis): C. cordata, Alittelchina bis .lapan. Baum bis 15 m. Borke schuppig. 
W'interknospen groß, Blätter breit herzeiförmig; schöne harte kulturwerte Art; C. japö' 
nica (C carpinoidcs). Japan, von voriger abweichend durch kleine Knospen und eilanzett- 
liche Blätter. 

Carrierea calycina — Flacourtiaceen. — Sommergrüner Baum aus Zentralchina. 
Tracht wie /dcsia. mit hübschen glänzenden, wechselständigen, eiförmigen, am Grunde drei- 
nervigen, jung gleich den Trieben geröteten Blättern, Blüten in endständigen behaarten 
Rispentrauben, ohne Fetalen, Kelche blauweiß, Frucht holzige Kapsel (siehe darüber C. 
Schneider, 111. Handb. d. Laubholzk. 11., S. 362); gedeiht anscheinend in gutem Gartenboden 
üppig und verspricht schöner Parkbaum zu werden; Kultur wie /dcsia; Vermehrung 
durch Samen (Frühjahr, liegt etwa zwei Monate) oder halbreife Stecklinge; Verwendung 
als Parkbaum, Wert noch erproben. 

Cärya-') ifiicöria). Hickorynuß — .1 uglandaceen. — Hohe, walnul.iartige, nord- 
amerikanische (mit Ausnahme von (C. cathayensis) Bäume, Mark der Zweige ungefächert, 
Blätter unpaar gefiedert, wechselständig, sommergrün, etwas aromatisch (gerieben), Blüten 
und Früchte shnWdn Julians; Kultur in frischem, gutem, nährstoffreichem, tiefgrün- 
digem Boden, C. glalva. alba und ovata vertragen auch trockneren, leichteren Boden; 
\'erm ehrung durch Saat (stratifizieren), X'orsicht beim Verpflanzen, seltenere Arten durch 
N'eredlung auf häufige; Verwendung als schöne, viel zu wenig beachtete Parkbäume, 
über Forstwert siehe die .Angaben, S. 50. 

A. Winlerknospen dachziegelig beschuppt, Schuppen über (> ; Blättchen 3 bis 9, nicht 
sichelig gebogen, oberste am größten (£//ra/'j'o-Gruppe): 1. Endknospen klein, kaum bis 
1(1 mm lang, Nuß kaum kantig. — a) Triebe und Blätter kahl oder nur jung behaart: C.glabra 
iC. porcina), Schweinsnuß, bis über 40///, Borke nur kurzrissig. Blättchen 3 bis 7, 
länglich, lang zugespitzt, scharf gesägt, F'rucht birnförmig, Hülle und Nuß dünnschalig, 
wertvolle schöne Art : ihr sehr nahe C. ovälis (Julians ovalis. C. microcarpu. C. glahra var. 
microcarpa), Borke an alten Bäumen rauli, 1-rüchte mehr kugelig, kleiner, tief autspringend; 

— bi Triebe und Blattunterseiten behaart: C. villösa [C.glabra var. villosa. Hicöria pdllida), 
kleiner Baum, Borke sehr rauh. Blättchen 5 bis '), Fruchtschale dick. Nuß dünnschalig, süß. 

— II. Endknospen groß, über 10////;/ lang, Nuß kantig: C. alba (C. /'()///^//Wsa!), Spottnuß, 
Baum bis über 30///, Borke bleibend, nicht lang abreißend, äußere Knospenschuppen zeitig (im 
Herbst I abfallend. Zweige und Blattstiele behaart. Blättchen 5 bis 7, unterseits drüsig und filzig. 
Frucht kugelig oder birnförmig. Nuß dickschalig; C. laciniösa (C.siilcdta. Hicoria aciimi- 
nata). Königsnuß. bis über 40///, Borke rauh, abschälend. Zweige orangefarben, Knospen 
sehr groß, äußere Schuppen bleibend. Blättchen 7 bis o. Frucht groß, länglich, nebst Nuß dick- 
schalig; C. oväta (C. alba der meisten Gärten), Shagbark, abweichend von voriger durch 
kahlere Zweige, nur 5 Blättchen, große kugelige dickschalige Früchte mit dünnschaligen sehr 
wohlschmeckenden Nüssen, gilt deshalb als wertvoll f ür Kultur. — B. Winterknospen luit gegen- 
ständigen (oft nur 2) Schuppenpaaren, Blättchen 7 bis 13 (außer bei C. cathayensis). meist 



■Cassiope 




Abh. 135. Cassi/iia ßi/vichi. 1,5 , 



etwas sichelig gebogen: C. cordiförmis iC. aniaro. Hicoria minima), iii ttern iil.l. bis 
über 30 w, Borke graubraun, dünnschalig, Knospen dicht geibdrüsig. Zweige und Blattstiele 
kahl, Blättchen 5 bis<). Früch- 
te rundlich, gelbschuppig, 
gleich Nuß dünnschalig. 
Kern bitter, am schnellsten 
wachsende Art. als Park- 
baum wertvoll ; C. Pecän 
( C. olivacförmis ), [^ e k a n - 
N ul.l, bis über 50 ///, ab- 
weichend von voriger durch 
tief gefurchte Borke, wenig 
drüsige Knospen, 1 1 bis 1 7 
Blättchen, zu 3 bis 10 ste- 
hende längliche Früchte mit 
süßem Kern, in der Heimat 
wertvollste Art. bei uns nicht 
hart genug; zu dieser Grup- 
pe gehört auch C. catha- 
yensis, Ostchina. 12 bis 
20 ///, Borke glatt, grau. 
Knospen dick goldschuppig. 
Blättchen ,=i bis 7, zuletzt 
kahl, Frucht und Nuß dick- 
schalig. 

Caryöpteris incana (C. Mastacdntliiis. C. oder Bdrbiila sinensis). Bartblume - 
Verbenaceen. — 0.3 bis O.s w/ hoher, aufrechter, graufilziger, aromatisch riechender 
Strauch aus .lapan. Ostchina, Blätter gegenständig, sommergrün, einfach, lappenzähnig, 
Blüten hellviolettblau, kugelig, doldig. August bis Herbst; Kultur in sandigem, gut durch- 
lässigem Boden in sonniger Lage; X'ermehrung durch Sommerstecklinge und Samen 
(Frühjahr); X'crwcndung als schöner, spätblühender Strauch für Rabatten und X'orpflan- 
zung, friert in laulicn ! :il:lii -an, zurück, treibt aber wieder, Bodendecke. 

Cassäadra calyculata sie- 
he Cliamacdupline. — Cassän- 
üra racemosa sietie Am/ronic- 
,: i.— Cässia maryländica sie- 
he „Unsere t-reilandstaiiden". 
Cassinia fülvidaiDip/optip- 
'.7v iliiyscpliyUii-^] — C 111 p 0- 
I teil. lniiiieri,'rüner. etwas 
;cideartiger, bis 1.5 m hoher 
Ml auch aus Neuseeland (Abb. 
; *.si, Blätter einfach, abwech- 
-Liid, schmal, unterseits gelb- 
liraun filzig, Blütenköpfchen 
schmutzigweiß, klein, dolden- 
t raubig. Spätsommer; Kultur 
in warmer, sonniger Lage in 
durchlässigem Boden; Ver- 
111 e h rn 11 g durch Samen iFriih- 
jahri und Sommer-, sowie an- 
getriebene Stecklinge unter 
i^jlas ; V e r w e n d u n g für er- 
fahrene Oehölzfreunde in süd- 
lichen warmen Gebieten oder 
Seeklima. 

Casslöpe \ Andromeda) fe- 
trägona, Schuppenheide — 
1-ricaceen — Niedriger, im- 
mergrüner Zwergstrauch (Abb. 
1.^6i aus dem arktischen Gebiet, mit den dachziegeligen, vierrcihigen, auf dem Rücken gefurchten Blätt- 
chen etwas an ein l.yiopodium erinnernd, Blüten glockig, uaehswciß, seitenständig, .März bis April, 




Abb. 



,36. Citssiöpe tctnii^onu. Schuppenlie 
il'liiil. .\. I'iirpiis. l..ippl,nnd.i 



Cassiöpe — Castänea 



1-riicht 5 klappige Kap: 
Spalten, am besten ii 



Kultur in moorigem Grund, auch an feuchten Felsen in humusgefüllten 
irf- und Suinpfnioosgemisch, feucht, aber sonnig; Vermehrung durch 
Auguststecklinge unter Glas, Ableger 
und Samen; Verwendung für Ge- 
steinsanlagen durch erfahrene Pflanzen- 
freunde; noch zierlicher ist C. [Aiiüro- 
iiicdu,Haminanellu] bypnoides ausdem 
alpinen Nordamerika und den Polar- 
gegenden, kriechend, Biälter dicht wech- 
selständig, moosartig.lineal, Blüten weil.!, 
Juni bis Juli, in humusgefüllten Felsspal- 
ten, auch sonnig ; auch die mehr an tc- 
tninona erinnernden C. fastigiäta aus 
dem Himalaya und C.Mertensiäna aus 
Nordwestamerika verdienen Beachtung. 

Castänea. Edelkastanie — 

l-agaccen. — Niedrige oder ho- 
he, sonimergrüne. schön belaubte 
Bäume (Abb. 7). 151ätter wechsel- 
ständig, Blüten einhäusig, weil.ilich. 
unscheinbar, aber inännliche in kätz- 
chenartigen, aufrechten, oft rispig 
vereinten, auffälligen [Blutenständen, 
im Juni bis Juli, Prüchte bekannt, 
mit großer stacheliger Hülle; Kul- 
verträgt auch trockenere Lagen und 




tur in jedem guten, nicht kalkhaltigen Gartenboden 
liebt Sonne; X'ermehrung durch 
Samen (Frühjahr), auch Ableger, die 
Sorten durch Veredlung auf sativa 
(Sommerokulation ) ; Ve r w e n d u n g 
als prächtige Parkbäume in nicht 
allzu rauhen Lagen, C. pumila für 
trockene, warme Hänge. 

C.crenäta {C.japönica, C.su- 
tiva var. piibiru'n'is), .lapan. China, 
kleiner Baum, der sativa sehr ähn- 
lich, Blattgrund rundlich oder herz- 
förmig, fruchtet viel früher; C. den- 
täta ( C. anwricana), östliches Nord- 
amerika, bis über 30 //;, Blätter stets 
ohne Sternhaare, von jung auf kahl. 
Grund keilig. Früchte wohlschmek- 
kend, aber etwas kleiner als bei 
sativa; C. moUissima, Nord- und 
Westchina, bis l.s w. Triebe und 
Blattunterseiten dicht weich behaart, 
ebenso die Dornen der Fruchtschale, 
Nüsse groLi. harte schöne .Art!; C. 
pümila (.Abb. 137), östliches Nord- 
amerika, ist bei uns strauchig. Blät- 
ter unterseits bleibend weil.l stern- 
filzig. Früchte klein. Nüsse einzeln, 
höher als breit, treibt Ausläufer; 
auch C.Vilmoriniäna aus Mittel- 
China jetzt in Kultur, kahler Baum, 
Blätter lanzettlich, sehr spitz. Zähne 
nur grannig aufgesetzt, Früchte mit 
einer Nuß; C.sa//v'a (^C. ir.sr(/. C. 
vulgaris). Südost-, Südeuropa und Orient, bis über .U) /// (.Abb 




//lysop/iyl/a, Schcinka? 



Blätter sehr bald 



Castanea — Cay rdti; 



137 



unterseits hellgrün aber immer mit einigen Sternhaaren, als var. Xiiniho geht eine frühtra- 
gende, groljfrüchtige, recht harte Sorte, sonst noch geschlitztblättrige usw. 

Castanöpsis chrysophylla, Scheinkastanie — I-agaceen. — Immcrßrüner, kalifornischer 
Strauch (beiims), (Abb. 138.) Blätter wecliselständig.glänzendgriin.ganzrandig, unterseits goldschülferig. 
Blüten und Früchte ähnlich Castanea, Nüsse erst im 2. Jahre reifend ; Kultur nur in geschützter warmer 
Lage etwas halbschattig in humusreicher Krde ; Ve r m e h r u n g durch Saat (gleich nach Reife) und Sommer- 
oder Herbststecklinge unter ülas, auch Ableger; Verw endung für erfahrene Qehölzkenner. 

Cafä/pa-''), Trompetenbaum — Bignoniaceen. - Großblättrige, sommergrüne 
Bäume, Blätter einfach, kreuzgegenständig, mit Drüsenflecken in den Nervenwinkeln der 
Unterseite, Blüten glockig, in schonen endständigen Rispen oder Trauben. .Juni bis .luli, 
Frucht lineale, stielrunde Kapsel, im Winter meist lange am Baume hängend: Kultur in 
jedem guten, frischen Gartenboden in sonniger Lage ; Vermehrung durch Samen l Frühjahr, 
Haus) und Wurzelstücke, X'arietäten auch durch Veredlung auf Wurzelstücke von bignonioides 
oder krautige Stecklinge; Verwendung als schöne sommerblühende Parkbäume, auch 
für Alleen in warmem Klima; hartes Holz. 



ALPHABHTISCHH LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 



bignonioides lAbb. 16) . . .1.^7 

— aurea 1,^7 

— nana 137 

— purpurea 137 

Bungei 137 

Duclouxii 137 



(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahl. 

Fargesii 137 

Henryi 137 

hybrida 137 

— atropurpurea 137 

— purpurea 137 

Kaempferi 137 



ovata (Abb. 139i . . . . 137 

speciosa 137 

sutchuenensis 137 

syringifolia 137 

Teasiana 137 

Teasii 137 



A. Blütenstände rispig, Blätter meist behaart. Haare einfach. — 1. Blüten .^ bis 7 cm lang, 
weiß, innen mit 2 gelben Streifen und purpurbraunen Flecken; C. bignonioides ißigao- 
nia Catalpa, C. syringifolia). östliches Nordamerika, bekannteste Art, (Abb. 16), bis über 
1 5/n, Blätter plötzlich zugespitzt, zuweilen 2 lappig, übelriechend, Filüten nur 3 — 5X5 —0 cm. 
in reichblütigen Rispen ; verschiedene Formen z. B. var. aurea mit gelbem Laube, var. nana 
(C. ßnngei der Gärten), schön grüne Zwergform; C. hybrida iC. Teasii, C. Teasiana), 
eine Hybride der ersten Art mit ovata, in Blättern mehr an ovata. in Blüten mehr an higno- 
h/<)/(/c.s' erinnernd, hübscher als diese; hierher var. /jwpH/r« [C. hylvida var. atropurpurea, C. 
bignonioides var. purpurea) Blätter tief purpurn austreibend; C. speciosa, mittlere \'er- 
einigte Staaten, bis über 35 /«, üppiger als bignonioides. Blätter länger gespitzt, Blüten 
gröüer, aber weniger zahlreich, kaum gefleckt, ist wertvoll und härter. - 11. Blüten 1,5 bis 
2,3 cm lang: C. oväta (C. Kac'nip- 
feri, C. Henryi). China, in Japan nur 
kultiviert, kleiner Baum, Blätter 
kahl, meist 3 lappig (Abb. 13')). 
Blüten gelblich mit Orange und 
Violett, nicht so schön als erste 
aber härter. 

B. Blütenstände traubig. Blüten- 
stiele schlank: C. Büngei, Nord- 
china, kleiner Baum. Blätter schmal 
dreieckig-eiförmig, lang zugespitzt, 
oft lappenzähnig. kahl, sattgrün. 
Grund meist keilig, Blüten zu 3 bis 
12, weil,') mit purpurner Zeichnung, 
schön, hart; C. Duclouxii (C. 
sutchuenensis), A\ittelchina, hoher 
Baum, Blätter eiförmig, lang zuge- 
spitzt, Grund oft herzförmig, kahl. 
Nervenachseln purpurfleckig. Blüten 
rosa mit Orange, auch hart wie bignonioides: C. Fargesii, A\ittelchina. wie letzte, aber Blätter 
unterseits dicht sternhaarig, lilüten rosa mit purpurbraunen Flecken, etwas geschützte Lage. 

Cayrätia oligocärpa siehe Colurncllu. 




Bluter 



,-eigc von Ca/at/n 
.\. l'iirpiis.i 



]3> 



Ccanotluis — Celastnis 




Säckolbhime. 



Ceanöthus, Säckelblume — Rliani naceen. — Niedrige Straiicher. bei unseren 
■ormen Blatter sonimergrün. einfach, weciiselständig, F^liiten klein, aber lebhaft blau oder 

weiß, in Rispen. Frucht lederig. in 
drei Nül.'ichen zerfallend; Kultur 
in leichterem . gut durchlässigem 
Buden in warmer Lage: Rückschnitt 
nach Bedarf im Frühjahr: N'ermch- 
rung durch krautige Stecklinge 
(Herbst. Frühjahr. Bodenwärme i. 
«i HT, - ^ «SS^^i^BHiK?:'^". .Ma«K>J^'XU! '»'^''i Samen: Verwendung siehe 

C.americanus, Nordostameri- 
i. härteste Art, bis 1 in. aufrecht. 
1 Matter oval, fein gesägt, Blüten 
weil.i, .luli bis August, harte Art. 
aul.ier in ganz rauhen Lagen, schö- 
ner sind die Hybriden dieser .\vt. 
vor allem mit C.aziireiis aus Mexiko 
(Kalthaus !). von denen wir C. ver^ 
saillensis (C. hybridas „Gloire 
de \'ersailles""J. dunkelazurblau, und 
C. hybridus ..Gloire de Plantieres"", 
grofje blaue Rispen, sowie C. Ar- 
nouldii himmelblau, lange blühend, 
in erster Linie nennen, alle diese Kulturformen verlangen wärmste Lage und Schutz, für Felsen- 
partien und Rabatten: C. Fendleri (Abb. 140), mittleres S\V. -Amerika, niedergestreckter, 
aufstrebender Üornstrauch. Blätter oval, graugrün, fein behaart, reichblühend, weiß. Juni bis 
.Ulli, für Felsen: C.ovätus (C.ovdlis), östl. und mittl. X'ereinigt. Staaten, bis 0.70 w. Triebe 
etwas drüsig, Blätter schmal eiförmig, glänzend grün. Blüten weiß. .luni. hart, hübscher als 
americanus, aber seltener: empfindlicher sind C dentatus, C. divaricaliis und \or allem die 
immergrünen C. ciinedtus und prostrdtus mit gegenständigen Blättern. XW. -Amerika, nur 
gegen das A\editerrangebiet hin Versuchs wert. 
Cebätha siehe Cocciilus. 

Cedrela (Toona) sinensis [Ailanthus flavesccns\ — Meliaceen. — Bis über 2ow 
hoher, an Ailanthus erinnernder Baum aus Nordchina. Holz unangenehm riechend, Rinde 
zuletzt in langen Streifen aufreil.lend. junge Zweige fein behaart, Blätter einfach gefiedert, 
bis 50 r/« lang, zuletzt fast kahl. Grund der Blättchen rundlich. Blüten klein, weil.'igrün. in 
hängenden Rispen, nicht unangenehm riechend, .luni. Frucht aufspringende holzige Kapsel 
mit geflügelten Samen; Kultur wie Ailanthus; N'ermehrung durch W'urzelstecklinge 
und die oft lästigen Wurzeltriebe (Frühjahr, Glashaus), Samen selten: Verwendung als 
interessanter Parkbaum. Härte wie Ailanthus. 

Celästrus, Baumwürger — Celastracecn. — Sommergrüne Schlingpflanzen. Blätter 
einfach, wechselständig, Blüten in achsel- oder endständigen Blütenständen, unscheinbar, 
meist zweihäusig. aber Kapselfrüchte schön rot und gelb gefärbt: Kultur in fast jedem 
Boden und jeder Lage ; Vermehrung durch Samen (Herbst, oder stratifiziereni. Aus- 
läufer (oft lästigi. Ableger; \'erwendung zur Bekleidung von A\auern. Lauben. P)aum- 
stämmen. Felsen, namentlich die weiblichen Pflanzen. 

C. angulätus iClatifölius). Nordwest- und Miltelchina. sehr üppig, bis über()/H. Zweige 
kantig, mit deutlichen Lenticellen, Blätter groß, breitoval, über ]Ocm lang, unterseits grün. 
Blüten grünlich in endständigen Rispen. Frucht gelb. Samen orange mit rotem Arillus, schon 
des Laubes halber wertvoll, hart; C. hypoieücus iC. hypof^laiicus]. Mittelchina. ausge- 
zeichnet durch bereifte junge Triebe und unterseits blauwciße elliptische Blätter. Rispen 
endständig. Früchte lange grün bleibend, gilt als recht hart : C. Loesenerii, Mittelchina. 
bis 6/«, steht orbiciilutns nahe, aber Blätter länglicher, derber, nicht deutlich netznervig, oben 
stumpf grün. Blütenstände fast sitzend, lilüten kleiner. Mai, Früchte gelb. Samen schwarz- 
braun. Oktober, noch zu erproben : C. orbiculätus (C. articulatus). China, .lapan. sehr hoher 




Cephaicintliiis occidentulis. Knopfblume, 1 
iPliMl. A. Hiirpus.l 



Sclilingstrauch. Blätter meist keilförmii^-oboval. Blutenstände \vcniii;bliitig. aciiselständig, 
i'rüchte daher erst nach Ijlattfall zierend, aber lanj^e bleibend im N'orwintcr. sehr zierend: 
die ähnliche C. flagelläris aus 
Nordchina und Japan ist durch 
bleibende stechende Nebenblätter 
ausgezeichnet: C.scändens, üstl. 
Verein. Staaten. Blätter spitzer, mehr 
eilanzettlich. Blütenstände rispig 
endständig, vielblütig. 1-rüchte auf- 
fällig, ebenfalls prächtig. 

Celtis, Zürgel — L'l ni a c e c n. 
- Meist hohe, sommergrüne Bäu- 
me mit einfachen, wechselständigen 
l^lättern, Blüten unscheinbar. Stein- 
frucht etwa erbsengrol.'); K u It u r in 
jedem guten, tiefgründigen Boden 
in frischer oder trockener Lage : 
Vermehrung durch Samen iSaat- 
beeti.auch Ableger: \'er Wendung 
siehe Arten. 

CausfraZ/s, Südosteuropa. Me- 
diterrangebiet. Kleinasien, bis 25 m, 
alte Bäume \'on malerischer Tracht. 
Blätter geschwänzt, ziemlich derb- 
häutig, unterseits behaart, bis \Ocm. I'rüchte zuletzt violettbraun, schmackhaft, nur im süd- 
licheren iWitteleuropa hart : etwas härter bei uns C. caucäsica, Kaukasus-Afghanistan, Blätter 
kürzer, breit eirhombisch, weniger gezähnt und behaart: C. Bungeäna (C. Davidicina, oft 
auch als C. clünensis oder sinensis in den Gärten), Korea. ,\\andschurei bis Vunnan, [lium 
bis 10 m, Blätter derb, beiderseits grün, oben etwas glänzend, schmallanzettlich stumpf ge- 
zähnt, an jungen Pilanzen etwas rauh behaart, I-rüchte schwarz. Steine fast kugelig, glatt, 
hart, schöne Art: C.cerasifera, Mittelchina. bis 10///. sit\\i jessoensis nahe, aber Blätter 
derber, grob kerbzähnig, 2 bis 4 Zähne auf 1 cm Rand, Früchte bis 1 cm dick, bereift, schwarz, 
vielversprechend: C.j'essoensis{C.Biingeana'^aka\). Japan-Korea, Baum bis 20///, Blätter 
häutig, länglich-eiförmig, lang zugespitzt, sehr dicht scharf gesägt, 4 bis (i Zähne auf 1 cm 
Rand, Früchte wohl nur 8 ////// dick. Steine unregelmäl.iig gefurcht und gerippt, im Arnold 

Arboretum harter schöner Baum, äl- 
tester Name vielleicht C. koruicnsis: 
C.Juliänae, Mittelchina. Baum bis 
2 7 ///.Triebe dicht gelblich rauhfilzig. 
Blätter groß, .s bis l.s cm, derb, 
etwas gelbgrün. Blütenknospen rot- 
braun behaart, auffallend. Früchte 
im Herbst, fast kugelig, orangefar- 
lu'ii. etwa 10:8 //////, viel verspre- 
Jicnd, auch im Arnold .\rboret in 
Kultur, wie ebenfalls C. läbilis (C. 
sinensis Hemsl.l. Mittelchina. Pjaum 
bis I 7 ///, junge Triebe gelbfilzig. 
Blätter derb, spitz länglich ellip- 
tisch, unterseits behaart, kerbsägig. 
() bis 1 cm, ausgezeichnet dadurch, 
dal.i die kleinen, die kugeligen oran- 
genen l-rüchte tragenden Zweiglein 
nach Fruchlrcife abfallen. Härte zu 
erproben; wie cerasifera auch bei 
Hesse in Kultur: C. mississippiensis (C. laevigdta, C. integriföliä). südöstl. Vereinigte 
Staaten. Baum bis .^0///. ausgezeichnet durch spitz länglich lanzettliche, meist ganzrandige. 




Abb. 142. Ccnilönia Si/ii/iia. John 



140 



CY'ltis — Cephaldnlhus 




Abb, 143. Cercidipliylliim iaponicum, Judasbaumblatt, 5 m. (Phot. A. Purpns.i 



kahle Blätter und orangerote Früchte mit gelöcherten Steinen; C, occidentälis, östl. und 
mittl. Nordamerika, hoher Baum. Blätter schief spitzeiförmig, zuletzt kahl, oben wenig rauh, 
scharf gezähnt ab Mitte. Frucht erst rotorange, dann tiefpurpurn, trocken, variabel, niedrig 
var. pümila iC.puinilcn: C. sinensis (C. WiUdeiiowiana, C.japonica\. Korea, Japan. Ost- 
china, bis 20 w. Blätter spitz-eilanzettlich oder eirhombisch, unterseits behaart, an jungen 
Pflanzen beiderseits rauh behaart. Triebe und Fruchtstiele behaart. Früchte mit unregelmäl.iig 
grubigen und gerippten Steinen, hart; C. Tournefortii, kahler kleiner Baum. Sizilien bis 
Kleinasien, Blätter aus rundlichem Grunde spitzeiförmig. derb, blaugrüii. Früchte gelbrot. 
Steine glatt, nur in südlicheren Lagen hart. 

Celtis muku siehe Aphanaritlie oder Ccllis sinensis. — Centrosema i/iivi/ön/ya) virgiaianum ist 

eine Scblingslaude; siebe Staudenbuch. 

Cephalänthus occidentälis, Kopf blume, Knopf blume — R u b i a c e e n. — Bis 



CephaL-inthiis — Ct^rcis 




Abb. 144. Cei 



2 m hoher, buschiger Strauch (Abb. 1 4 1 1 aus O. -Nordamerika, Blätter einfach, sommergrün, 
gegenständig, glänzendgrün, Blüten klein, leicht rahmweil.i. in gestielten Köpfchen. August. 
September; Kultur in gutem, feuchtem, schlammigem Boden, auch im Sumpf oder flachen 
Wasser; Schnitt nach Bedarf im Winter; Vermehrung durch Samen. Sommerstecklinge 
oder krautige im Haus. Frühjahr; X'erwen düng als hübscher spätblühender Zierstrauch 
für Rabatte und Vorpflanzung, verdient mehr Beachtung. 

Cerasus siehe vinter Prunus (üruppe Ci'nisus). 

CeraWo/a S/7i(/ua, Johannisbrotbaum — Leguminosen. — BaumartigerStrauch (Abb. 142) oder 
Baum aus dem östlichen Mediterrnngebiet. Blätter abwechselnd, immergrün, 3 bis 5 paarig gefiedert, 
Bliiten unauffällig, am alten Holz, l<ätzchenförmig, Spätherbst, Frnchthülse bis 20:3(7//,- nur für den 
Süden des Gebietes von Belang. 

Ceratostigma siehe Standenbuch. 

Cercidiphyllum-') japonicum, Judasbaumblatt — Trochodendraceen. — 
Somrnergrüner, japanischer, breit pyramidal wachsender Baum (Abb. 14.^), in Heimat bis 
über ,?5 m. Borke tief gefurcht. Blätter einfach, Cercis ähnlich, gegenständig, rot gestielt, 
braunrot austreibend, schöne gelbe Herbstfärbung. Blüten zweihäusig, unscheinbar, aus 
altem Holze, April bis Mai, kurz vor oder mit Blattaustrieb. Frucht aufspringende Balg- 
frucht; Kultur in gutern, nahrhaftem, tiefgründigem Boden in freier Lage, nicht zu trocken; 
Vermehrung durch Samen; X'erwendung als hübscher meist mehrstämmiger Park- 
baimi, der viel mehr Beachtung verdient ; \or allem auch var. sinense, noch größer. Blätter 
unterseits etwas behaart, kürzer gestielt. 

Cercis, Judasbaum — Leguminosen. — Hübsch belaubte, sommergrüne, baum- 
artige, malerisch verästelte Sträucher (Abb. 144), Blätter wechsclständig, einfach, ganzrandig 
(knorpelrandig), Blüten vor den Blättern aus altem Holze, gehuschelt oder in hangenden 



CC-rcis - - CliacnoniOlc 



'rrauben bei niccmosd. hübsch violettrot. Hülsen flach; Kultur in gutem, leicht sandig- 
lehmigem Qartenboden in etwas feuchter Lage; nicht alt verpflanzen ; Sommerschnitt zu 

üppiger Triebe : \' e r m e h r u n g 
durch Samen iFrühjahri und krau- 
tige Stecklinge il'rühjahr. Glas- 
haus i; Verwendung als präch- 
tige Frühjahrsblülier im grollen 
Garten und Park, auch im Laub 
hübsch, in den nördlichen Teilen 
nur canadcnsis iiart genug. 

C. canadensis, östliches und 
mittleres Nordamerika, bis 18 w, 
P)lätter sich deutlich kurz zuspit- 
zend, fast kahl, jung unterseits 
leicht blaugrau, stumpf. Blüten 
rosarot oder weil.l. var. a/öa. Mai 
lAbb. 144): C. chinensis, China- 
.lapan. ähnlich, aber Blätter jung 
unterseits glänzend grün. Blüten 
gröl.ler und lebhaft violettrot. wohl 
schönste .\rt. doch etwas empfind- 
licher; C. racemösa, .Wiltelchina. 
bis 1 2 m. Blätter unterseits behaart, 
Blüten grol.i. rosa, in vielblütigen 
Trauben, sehr schön, aber nur für 
wärmere Gegenden ; C Siliqua- 
strum (Abb. 145i. SO.- Huropa. 
( )rient, selten über 8///. bekannteste 
Art. Blattspitzen gerundet. Grund 
tief herzförmig. Blüten dunkelvio- 
lettrosa. April bis Mai. 

Cercocärpus parvifolius. Schweif» 

frucht KosacL-en. — liiuiicTgrüner 

Strauch lAbh. I4i,i aus\V.-N(irclaiiierilva, 

cligelb. wenig autl'alltnd, rührig, uline Bliiincii- 




Ci'riis Siliquustrum. südeuropäischer .hidas 
bäum, 5 m. (Oiig.: Vep. Ungarn.) 



Blätter breitkeilförmig, wechselständig, Blüten w 
kröne, Früchte mit langem Feder- 
schweif; Kultur mühelos in Fels- 
partien in etwas kalkigem, gut durch- 
lässigem Boden und warmer Lage; 
Vermehrung durch Samen und 
krautige Stecklinge (Qlas); Verwen- 
dung für Liebhaber. — Ebenso die 
ähnliche, robustere C. betulifolius und 
der etwas empfindlichere C. ledifolius 
mit Rollblättern. 

Cestrum Parqui, Hammerstrauch '• 

— Solanaceen. — Buschiger, bis 2 ni 
hoher, unangenehm riechender Strauch 
aus Chile, Blätter sommergrün, abwech- 
selnd, einfach, Blüten grünlichgelb, duf- 
tend, trugdoldig-rispig, Frucht violett- 
braune saftige Beere; Kultur in nahr- 
haftem, leichtem Boden; Vermehrung 
durch Teilung und Stecklinge (unter 
Qlasi; Verwendung unter guter 
Laubdecke, da zwar zurückfrierend, 
aber neu treibend und jedem Sommer 
blühende meterhohe Büsche bildend. 

Chaenomeles [Cydönia), Abb. H6. Cmvairpus pamJb/iiis.SchwciiUucM. im. 

Scheinquitte — Rosaceen.— ' '°'' '"^""'^ 

Sommergrüne, kleine oder höhere Sträucher, Blätter einfach, wechselständig, Nebenblätter 




.>s — Cliam;u'bati;iri;i 



11.^ 



grol,!, laubartig. Blüten gebüscliclt, ansehnlich, rot. rosa, weil.l. purpurn, kurz vor oder mit 
den Blättern im zeitigen Frühjahr, Früchte quittenartig, wie Quitte verwertbar; Kultur 
in jedem Gartenboden in sonniger 
Lage ; Schnitt : Auslichten nach 
Blüte: N'ermehrung durch Sa- 
men (stratifiziereni, Stecklinge und 
Wurzelschnittlinge, die Sorten auch 
durch X'eredlung auf C.japonica und 
Cydonia viiloaris: Verwendung 
siehe Arten. 

C. I l\riis I japönica ( C läge- 
när/a ), japanische Quitte, Hei- 
mat China, sparriger Strauch bis 3 OT. 
dornig, Blätter glänzend tiefgrün, 
länglich-elliptisch bis oboval. kahl, 
Blüten im März bis April (Mail, zu 2 
bis 0. scharlachrot, in vielen Farben- 
sorten, wie: „Baltzi" groß, karmesin, 
..cardinalis". groß, tief Scharlach, 
„sanguinea plena". blutrot gefüllt, 
..Simonii". halbgefüllt, dunkelkar- 

min, „Candida", weiß, „Gaujardii", lachsorange usw., Früchte stark duftend: für Gruppen 
und Rabatten, auch Hecken, prächtigste Frühjahrsblüher; var. Wilsonii iC. lugcnaria var. 
\Vilsonii\, Mittelchina. üppig, pyramidaler Wuchs. Früchte sehr groß, hart ; C. i Pynis) Maulei 
(C alpina. C. pygmcu'a, C. japönica neuerer .Autoren), niedriger als vorige. Triebe behaart, 
Blätter mehr oboval. gröber gezähnt. Blüten orangescharlach, Frucht mehr kugelig, oft im 
Herbst wieder blühend: var. alpina [C.japonica var. alpina, C. Sargcntii), noch kleinere 
niederliegende Gebirgsform. sehr reichblütig. Früchte aprikosenfarben, für Felsanlagen: die 
jetzt ebenfalls eingeführte, der japönica sehr nahe stehende C. {Pynis\ cathayensis aus 
Mittelchina weicht ab durch schmallanzettliche. unterseits jung behaarte f^lätter mit feiner 
scharfer Zähnung, Früchte sehr groß. — Eine Hybride zwischen den beiden ersten .Arten ist 
C. superba Rehd. iC. .Waiilci var. siipcrlut, Cydonia Maulei var. atrosanouinca und var. 
superba], hierher var. alba, weiß [CWanlci var. alba], var. rosea. rosa (C. Maulei var. gran- 

diflora rosea) und \'ar. perfecta. 




triini Parqin, 




Scharlach 

perfecta). 



(C Maulei grandiflora 



Chaenomeles sinensis 

•cvdonlu. 



L'hf l't 



Cbamaebätia foliösa — Rosa 
ceen. — Niedriger, weich und drüsig 
behaarter, aromatischer, Ausläufer trei- 
bender Strauch aus Kalifornien, Blätter 
sciuiniergriin, wechselständig, dreifach 
Irin gefiedert, Blüten weiß, ebensträu- 

■ il;. .luni bis .luli; Kultur in leichtem. 

liirclilässigeni. lehmigem Boden: Ver- 
mehrung durch Samen iFrühjahri 
«uler halbreife Stecklinge unter Glas: 
V e r w e n d u n g nur für Liebhaber, 
tritt in 5f(//jw'(; -Wäldern auf und dürfte 
halbschattig in Felspartien am besten 
fortkonuiien. 

Chatnaebatiäria Millefoli- 

um {Sorbüria. Spiraea oder liasi- 
linia Milkfolium) — Rosaceen. — 
Aufrechter, bis 2 nt hoher, klebrig- 
drüsig behaarter Strauch (.Abb. 1 4<M 

aus NW.-Amerika, Blätter fein doppelt gefiedert, Blüten weiß, in endständigen Scheintrauben. 

im .lull bis August, Frucht lederig: Kultur in durchlässigem, kalkhaltigem Boden auf der 



ci/piiiiJ. t)0 ( 



?bati;iria— Choisva 




C 'liiiniaehiitiüriii iWillefoUinii. 



1-elspartie oder Rabatte in sonniger, warmer Lage, im Norden nicht hart; Schnitt kaum 
nötig, sonst im Winter; X'ermehriing durch Samen (I'rühjahr), Sommersteckhnge und 

Teilung nach Anhäufehi; N'erwen- 
dung als hübscher Gartenstrauch. 
Treibt seiir früh aus! 

Chamaebüxus alpestris siehe Po/y- 
i'iiUi. Chamaecerasus siehe /.oni- 
1(71/ — Chamaecistus procümbens 

Chamaedäphne i Cassam/ra, 
Lyonia) calyculata, Lederblatt 

— Bricaceen. — Kleiner, bis (»..S/w 
hoher, in Tracht an Vacciniiim iili- 
^iuostim erinnernder, immergrüner 
Strauch aus dem nördlichen Teile 
der gemäl.ligten Zone. Zweige und 
Blätter beschülfert. Pilüten weil.!, 
in beblätterten einseitswendigen 
Scheintrauben, April bis Mai, Kul- 
tur usw. wie Andromcda poUfolia, 
liebt feuchte torfige Lagen; \'er- 
wendung in Felsengarten, beson- 
ders auch var. mina \ Androinedu vuc- 
cinoidc's Hort.), kaum 20 cm hoch. 
Chamäsdrys siehe Teucrium. 
Cbilöpsis linearis iC/i. sa/igrui) — Bignoniaceen. — Mexikaiiisch-südkahfornischer Schling- 
strauch mit weidenartigen Blättern und bignonienartigen Blüten. Nicht in Kultur, l öchstens fürs Me- 
diterrangebiet. (Näheres siehe C. Schneider, III. Handb. d. Laubholzk. II., S. 621.) 

Chimonänthus {Calycanthus, Meratia) praecox (C. Jragrans). Winterblüte — 

Calycanthaceen. — Bis 2,5 ni hoher, sommergrüner Strauch aus Nordchina, .Japan, 
Blätter gegenständig, einfach, glänzend hellgrün, oberseits rauh, außen gelblich, innen purpur- 
braun, im Februar bis März am alten Holze, stark duftend, sonst wie Calyaintlitis: Kultur 
und N'ermehrung wie dieser; Schnitt nach Blüte nur wenn nötig; Verwendung für warme 
südliche Lagen, sonst erfrieren die Blüten, an Riviera fast Wintergrün, sehr schöner Frühblüher; 
besonders xüx. nrandiflora kC. jragrans \ax. grandiflora oder var. lutea grandij'lora). Blüten 
größer, lebhafter gefärbt. 

Cliiögenes liispidula, Schneeheide — Ericaceen. — Rasiger, aromatischer, immergrüner 
Zwergstrauch aus dem nördlichen Nordamerika mit rauhhaarigen Zweigen, wechselständigen, 2 reihigen, 
rundlichen Blättchen, winzigen, weißlichen glockigen Blütchen im Mai und weißen, rauh behaarten 
Beeren; nur für erfahrene Gehölzfreunde im feuchten Moorbeet auf Sphagnum, wie Vacciniiim O.vr- 
coccns zu behandeln, schwierig. (Näheres siehe C. Schneider, 111. Handb. d. Laubholzk. II., S. 53Q.) 

Chionänthus, Schneeblume — Oleaceen. — Sommergrüne Sträucher oder baum- 
artig, Blätter gegenständig, einfach, ganzrandig, Blüten rispentraubig. aus seitlichen Knospen 
am l:nde vorjähriger Triebe, weiß, zweihäusig, mit linealen Kronblattabschnitten, Frucht 
harte, einsamige. dunkelblaue Steinfrucht; Kultur in frischem, lehmig-sandigem Boden in 
geschützter sonniger Lage; Schnitt kaum notwendig; N'ermehrung durch Samen (strati- 
fiziereni nicht sehr zu empfehlen, Anzucht aus krautigen Stecklingen getriebener Pflanzen 
besser und durch Ableger, auch Veredelung auf /tö.v/whs Üriiiis gebräuchlich; Verwendung 
als sehr hübsche Blütensträucher im großen Garten und Park, in rauheren Lagen Bodendecke 
(und wenn nötig etwas Schutz). 

C.retüsa \C. chinensis), China, (,\bb. l.Süi. breiter Strauch, in Heimat kleiner Baum. 
Blütenstände aufrecht über den Blättern, .luni bis .luli, Blüten etwas duftend; C.virginica 
(C/i. virginiana liort.) aus NO.- Nordamerika (Abb. 1.51), 2 bis 10 /;;, Blütenstände, unter den 
jungen Blättern, hängend, Mai bis .luni; weibliche Pflanzen auch zur Fruchtzeit im Herbst 
hübsch. 

Choisya ternata, Orangenblume — Rutaceen. — Immergrüner, bis zirka 1 /« hoher Strauch 
aus Mexiko, Blätter 3 zählig, gegenständig, Blüten orangeduftend, weiLl, bis 4 cm Durchmesser, in end- 
oder achselständigen Trugdofden, bei uns meist erst im Sommer, Frucht mit fünf Teilfrüchten; Kultur 



Choisya — Cistus 




in steinigem Kall<bodc 



in wärmster Lage, sonnig und trocken; Schnitt kaum nötig, sonst nacli Blüte: 
V e r m e h r u n g durch Stecklinge ; Ve r- 
w e n d u n g in den südlichsten Gegen- 
den; sehr empfindlich gegen Frost. 

Christdorn, Christusdorn siehe 
(iicililsi-hiu uml l'alitirus. - Chrysobö- 
tr\ a intermedia siclK- Rihes aitreiim. 

Cinnamömum Camphorä, Kamp= 
ferbaum, und andere Arten dieser im- 
mergrünen Lauraceen -Gattung wer- 
den gelegentlich in Südtirol kultiviert 
Mild blühen und fruchten dort. Sonst nur 
iiirs Kalthaus. 

Cissus antärctica. Känguruhwein : 
dieser in unseren Kalthäusern nicht sel- 
tene immergrüne australische Klimmer 
hat sich in Südtirol zuweilen ziemlich 
lange im Freien gehalten. 

Cissus brevipedunculäta siehe Ani- 
pelopsis - Cissus oligocärpa siehe 
Colli III clli}. 

Cistus, Cistrose — Cista- 
ceen. — Niedrige, im Süden hö- 
here Sträucher. Blätter gegenstän- 
dig, somnicr- oder immergrün, ein- 
fach, BUiten meist schön und an- 
sehnHch, aber von kurzer Dauer, zu 
1 bis 5, Mai bis Juni, Frucht viel- 
samige Kapsel; Kultur in gut 
durchlässigem, leichtem, kalkigem 
Boden in recht warmer, sonniger 
Lage; Rückschnitt, wenn nötig, 
gegen Frühjahr; Vermehrung 
durch Samen (Frühjahr), Ableger 
und krautige oder reife Stecklinge; 




trijoliatu. japanisclu 



Listus — Citrus 



doch liat sich C. laiirifoliiis in .Waloiua sehr bc- 




\'erwendung in südlichen Gegenden 
währt und verdient grolle iieach- 
tung als wichtige Immergrüne. Wei- 
tere Arten wären zu erproben, wie 
z. B. C. Loretii, die Hybride von C. 
ladanifenis mit C. nionspeliensis. 

C. ladaniferus, Mediterrange- 
biet, bis 1 ///. klebrig. Blätter immer- 
grün, lanzettlich, oberseits glänzend 
grün, fast sitzend, Blüten weiß, mit 
rotem Grundfleck, Kelch gelbschup- 
pig, schönste Art. aber nicht so hart 
wie C.laurifolius, ebendaher, bis 
über 1 ///, Blätter mehr oval, nicht 
drüsig, deutlich gestielt. Kelch bn- 
schelhaarig, Blüten weiß mit geUu m 
Fleck, .luni bis August, wertvoll:: 
C. villosus, östliches Mediterran - 
gebiet, bis über 1 ,5 in. Blätter bei- 
derseits filzig. Blüten rosa bis pur- 
purn, ohne dunklen Grundfleck, 
ebenso empfindlich wie C. salvijb- 
liiis, Blüten weiß mit gelbem Nagel. 

Citharexyloa — Ve r b en ac e c n. — Sütlanicrikaiiisch-mexikanische Gattung, die für luis wohl 

nur Kalthauspflanzen liefert, in Südtirol 
findet man gelegentlich C. retiriilalmu 
im Freien, doch friert es meist zurück, 
treibt aber wieder aus. Siehe auch Rlni- 
pldtlmmnus. 

Citrus-'^), Zitrone — Ruta- 
ceen. — \'on diesen Gattungen 
dürften für uns nur die zwei unten 
genannten Arten \-on Belang sein, 
doch gedeihen in den mediterranen 
Lagen des Gebietes auch C. sim'fisis 
iC. Aurdn tili III var. sinensis), die 
Apfelsine. C. Limonia (C. iiW- 
dica var. Union, C. Liinönum). die 
Zitrone, und C. nobilis. die M a n - 
d a r i n e . im 1- reien. Es sind altbe- 
kannte Kalthauspflanzen. Die wert- 
\ollste harte Art, außer trifoliata. 
dürfte vielleicht C. icliangcnsis aus 
iWittelchina werden, sie besitzt ge- 
flügelte Blattstiele und einzeln ste- 
hende Blüten. 

C.japonica (CAitranlinni var. 
japonica: Fortunella japonica). 

.lapan, Strauch bis 1 w, nicht dornig, 
l'lätter immergrün, einfach, unter- 
seits dicht drüsig, Blüten wie bei 
der Apfelsine. Frucht kugelig, 4 bis 
.s cm dick, orange, mit rötlichen 
Tupfen, 1-rüchte werden mit Schale 
_ ^, Gclbhol/. gegessen, dürfte härteste Art der 

Gruppe Luciinis sein: ob in Frei- 
land-Kultur versucht?; C. trifoliata (C. trijolia. Poncirus trifoliata, Aegle sepiaria. 





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Abb. 1.S5. C/ai/n 



14.^ 



ITriphasia trifoliuta und Linionia IriJ'olidta der Qärteii/l. Japan, bis über 2 in hoher Dorn- 
strauch. Zweige l'hich, grün. Blatter snniniergrün. gedreit (bis Szähh'gl, durchscheinend ge- 
, punktet, Blüten weiß, 

orangenduftig, .Wai, 
; I-rucht gelb, walnuLi- 

grolj. ungenießbar; 
ziemlich hart, hebt 
Halbschatten, durch- 
j 'fei|£ptfe»frV'-^ -■„<- lässigen iioden. \'er- 

I Ic^^^^wPi^^^S^ '" m e h r u n g durch 

Samen, interessanter 
Strauch für Liebhaber 
(Abb. l.s.^ bis I.S4.) 

Cladothämnus pyro- 
laeflorus Ericaceen. 
— Aufrechter, kahler, 
sonimergriiner Strauch 
aus dem nordw. Nord- 
amerika. 1 bis 3 m, Blät- 
ter einfach, lanzettlich- 
oboval, Blüten einzeln, 
rosa, freiblättrig, Juni; 
Kultur in etwas moo- 
rig-sandigem Boden und 
Halbschatten; nur für 
erfahrene Qehölzkenncr. 
aber hart. (Näheres C. 
Schneider, lllustr. Handb. 
Laubholzk. II.. Seite 467.1 

Cladrästis, Qelb- 
holz — Legumino- 
sen. Mittelhohe Bäu- 
me, Borke glatt, Knos- 
pen nackt, im Som- 
mer durch PJattstiel- 
basis verborgen. Zwei- 
ge brüchig, Blätter 
sommergrün , unpaar 
gefiedert. Herbstfär- 
bung schön gelb, Blü- 
ten in Rispentrauben, 
Juni bis Juli, Frucht- 
hülse spät aufsprin- 
gend ; Kultur in je- 
dem guten frischen Gartenboden; Vermehrung durch Samen (Frühjahr) und Ableger 
(Absenken im Frühjahr oder Herbst; X'erwendung als hübsche Einzelbäume. 

C. lutea fC. tinctoria. Vir^i/ia lutea), südöstl. X'ereinigt. Staaten, bis über 20m, Tracht 
wie -Abb. 1 5.S, Triebe und Blätter kahl. Blättchen 7 bis '», Blütenstände hängend, bis 50fw, 
Blüten weili, duftend, .luni; wertvoller Zierbaum; C. sinensis, Westchina, (Abb. I.^ö) ab- 
weichend durch rostbraun behaarte Triebe, 1 1 bis 1 3 behaarte Blättchen, leicht rosafarbene 
Blüten in aufrechten verzweigten Rispen, Juni bis Juli; auch hart; die japanische seltene 
C. platycärpa (Sophora platyairpa. Platyösprion platycdrpiim) hat 9 bis 15 Blättchen und 
mehr Sopliora-iwWge.. dichte, aufrechte Rispen mit weil.ien, gclbgetupften Blütchen. 
Cladrästis amurensis siehe Mauckia. 

Ciömatis, Waldrebe — Ranunculaceen. — Meist rankende Sträucher, auch auf- 
recht, halbstrauchig. Blätter abwechselnd, einfach oder ,3 zählig oder gefiedert. Blüten meist 
hübsch, glockig oder breit offen, einzeln oder doldig-rispig. nur Sepalen vorhanden (außer 
bei der /l/Aö§-^w-Gruppe petalenartige Staminodien). I-rüchtc meist mit Haarschweif; Kul- 
tur im allgemeinen in jedem guten, recht nahrhaften und durchlässigen Gartenboden (z. B. 




Abb. 1 .S6. Clatlnist 
Washan.d'iH, 



hwan: 



leicht sandige Lelimerde mit Heideeide imd Kulidungi in warmer, aber leicht beschatteter, 
nicht brennend heil.ier Lage, zum mindestens unterer Teil der Pflanzen geschützt, im Sommer 
viel Wasser; Schnitt selten nötig, bei den am jungen Holz blühenden .Xrten Rückschnitt zur 
X'erjüngung zuweilen nötig, so z. B bei Jackiiiariii. laniiginosa. Vilicella im November: bei 
Arten, die am alten Holz blühen, wird dadurch der Flor auf längere Zeit sehr beeinträchtigt; 
N'ermehrung zumeist durch N'eredlung auf Wurzeln von C. Viticella. C. Vitalha oder 
Fkiiiiniula im Hause im Frühjahr; über die X'eredlungen sei Folgendes gesagt: Sie können 
entweder vom Februar bis zum Mai oder vom August bis Mitte September vorgenommen 
werden. Man besorgt sich etwa bleistiftstarke oder auch etwas schwächere Wurzeln, die 
einige Haarwurzeln besitzen. Dann schneidet man sie in S bis 8t7// lange Stücke und ver- 
edelt sie durch Spaltpfropfen oder, wenn die Wurzeln stärker als das Kdelreis sind, durch 
GeilJful.ipfropfen. Dann pflanzt man alle X'eredlungen in Töpfe ein und hält sie im \'er- 
mehrungshaus bei einer Temperatur von 14 bis 1() ürad Celsius, oder im Sommer in einem 
geschlossenen AVistbeetkasten. wobei man die Töpfe in Erde oder Sand einfüttert. Sobald 
eine Verwachsung zwischen Edelreis und Unterlage erfolgt ist. gewöhnt man die Vered- 
lungen nach und nach an die Luft und behandelt sie dann wie junge Pflanzen. Einige Arten, 
wie alpina, Flammula, paniciilata, Vitalba, Viticella werden durch Samen vermehrt ( Herbst i, 
C". inontana. orientalis, \'ir<Tiniana u a. kann man aus reifen Stecklingen unter Glas oder 
.Ablegern erziehen; N'erwendung im Garten und Park als prächtig blühende Schling- 
pflanzen oder die Halbsträucher auf Rabatten ; zur Bekleidung von Mauern. Bäumen. Wänden. 
Lauben usw., über Gestein hängend iz. B. alpina), man sorge an Spalieren usw. für gutes 
Anheften der oft brüchigen Ranken ; vergleiche auch bei den Arten-'). 

ALPHABnXISCHH LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



ina (Abb. 



— rubra 151 

— sibirica \h\ 

apiifolia 151 

Armandii 151 

brevicaudata 151 

Buchaniana 150 

chrysocoma 151 

coccinea 150 

crispa 150 

cylindrica 150 

Davidiana 149 

— hybrida 149 

eriopoda 151 

Flammula 152 

— rubromarginata . . . .152 

florida-Formen 153 

glauca 152 

grata 149 

graveolens 152 

Hendcrsonii 150 



heracleifolia 149 

— Davidiana 149 

— stans 1 49 

integrifolia 149 

— pinnata 150 

Jackmanii 152 

Jouiniana 149 

koreana 151 

lanuginosa-Fürmen . . . .153 

lasiandra 150 

macropetala 151 

montana (Abb, 151 .... 151 

— grandiflora 151 

— lilacina 151 

— perfecta 151 

— rubens 151 

— sericea 151 

— Wilsonii 151 

nutans 150 

— thyrsoidea 150 

Orientalis 152 

— tangutica 151 



paniculata (Abb. I60i . . .152 

patens- Formen (Abb. Ib2i . 153 

Pierotii 151 

pseudococcinea 150 

Rehderiana 150 

repens 151 

rubromarginata 152 

serratifolia 151 

sibirica 151 

Spooneri 151 

stans 149 

tangutica 151 

texensis 150 

tubulosa 149 

Veitchiana (Abb. 158i . . . ISO 

venosa I.'^3 

violacea 152 

Viorna 150 

virginiana 152 

Vitalba 152 

Viticella (Abb. 159) .... 151 

— venosa 153 



\\ (B. siehe S. 1.^2). Kleinblumige .Arten und F'ormen: 

I. halbstrauchige. nicht rankende .Arten (C.integrifo'.ia siehe in ..Unsere Freilandstauden"): 
C. Davidiana, (C. heracleifolia var. Davidiana). Nordchina, bis 1 m, Blätter 3 zählig. mit 
grol.ien Blättchen. Blüten gehuschelt, glockig, mit zurückgebogenen Zipfeln, hell indigo- 
blau, duftend. Juli bis September, schöner Herbstblüher für Rabatten : zwischen dieser .Art 
und C. Viralba die hübsche etwas schlingende Hybride C. Jouiniana (C. grata Hort.). 
Blüten blauweil.), zuletzt offen, in grolJen Rispen ; ferner gehen als C. Davidiana hybrida 
gute Lemoinesche Hybriden mit C. stans in helleren und dunkleren blauen Tönen, sehr reich- 
blühend (Sorten wie „Azur", „Colombine", „Cypris", „Profusion"); dietypische C.heraclei= 
folia iC. tubulosa) ist weniger zu empfehlen, dagegen C. stans iC heracleifolia var. stans). 
.lapan. Blüten weilJlich. in verlängerten, endständigen Rispen, noch später blühend als 
f)a\'idiana. 

II. Strauchige rankende. Arten. — a) Blüten glockig, einzeln achselständig. Sepalen zusammen- 




i/niuilis (i/piini, AlpLMnvaUlrL'lu'. (Phol. Rehnelt 



neigend, nur an Spitze zurückgebogen. Staubblätter aufrecht zusammenstehend (siehe auch 
unten die /l/'/ff;^/t'/z^-Gruppel: C. crispa, südösti. Vereinigt. Staaten, bis 1 w, Blätter ge- 
fiedert mitEndblättchen lohne Ranl<el. dünn, kahl, Blüten rosa oder violett, halboffen, duftend, 
.luni bis September, hübsch für warme Lagen ; eine hübsche Hybride mit der staudigen C. 
integrifolia ist C.cylindrica (C. integrifolia var. piiinata Hort.l. Blüten einzeln, blauviolett; 
C. lasiändra, Mittel- und Westchina, bis 5 /«. Triebe klebrig, Blätter gefiedert mit 3 zäh- 
ligen Abschnitten, Blüten gedreit, glockig, rötlich purpurn, September bis Oktober, noch 
selten : C. Rehderiana (C. mitans var. thyrsoidca. C. nutans Hort., C. Buchaniana Hort.). 
Westchina, Triebe behaart, Blätter mit 7 bis 'i oft 3 lappigen Blättchen, Blütenstände rispig, 
aufrecht, Blüten nickend, leicht primelgelb, August bis Oktober, fein duftend, guter Spät- 
blüher; ebenso C. Veitchiana iC. niitans verschied. Gärten), Blätter doppelt gefiedert. 
Blüten kleiner (Abb. 158l; alles wertvolle neuere Arten; C.Iiendersonii, eine Hybride von 
integrifolia mit Viücella, reich blau blühend; C. pseudococcinea, Hybride von C.coccinea 
mit C.Jackmanii, hierher die Sorten „Duchess of .■\lbany", leuchtend rosa, Blüten 5 cm lang, 
„Grace Darling", halb so groLi, „Countess of Onslow", violettpurpurn mit Scharlach ; C. texen= 
sis ( C. coccinea), Texas, bis 2 m. gefiedert blättrig, Blätter derb, blaugraugrün. Blüten schar- 
lachrot. Sepalen aul.ien kahl, .luli bis Oktober, schön für warme Lagen; siehe auch oben 
bei pseudococcinea; C. Viörna, O. -Nordamerika, bis -4/«, Blättchen meist 5, häutig, grün. 
Blüten stumpf rot oder bräunlich purpurn, A\ai bis .luli. weniger schön als coccinea, aber 
härter und üppiger. 

bi Blüten offen, mit ausgebreiteten Sepalen. 1. (2. siehe S. 151). Blüten einzeln, höchstens 
bei l7/'/'c^//öbis 3 blutige Blutenstände. — ai kleine F^etalen (petaloideStaminodien) vorhanden, 
Sepalen etwas zusammenneigend. Staubblätter aufrecht; Gruppe Atragene: C.alpina (Atra- 
gc'ne alpina), Huropa bis Sibirien . Nordwestamerika, bis 3 m , (Abb. 15 7), Blätter meist doppelt 



Cltmatis 



151 



'N'S^, 




dreizälilig, Blüten blauviolett, bis hau breit, mit 1 Sepalen und vielen Staniinodien bei der ost- 
asiatischen var. sibirica (var. alba 
Hort., Atragene sibirica) gelblich- 
weiß, sehr hübsche harte schon im 
< April bis) Mai blühende Art; hierher 
auch var. rubra, rot; ferner C. ma- 
cropetala, Nordchina. Blätter grö- 
IJer, gesägt oder ganzrandig. Blüten 
gröLier, violett, Staminodien lanzett- 
lich, schön aber selten, sowie C. 
chrysocöma, Westchina, alle Tei- 
le dicht gelbbraun zottig, Blüte weil.i 
mit rosa, 4 cm breit. Samenschwänze 
goldbraun seidig, hübsch, versuchs- 
wert. — f-'i) petaloide Staminodien 
fehlend: C. montana (Abb. 15). 
Himalaya. Zentralchina, üppig. Blät- 
ter 3 zählig. Blüten weil.i, duftend, 
A\ai bis .luni, besonders schön var. 
grandiflora, bis 1 cm breit, var. rii- 
bens. rosa, siehe Farbentafel X. für 
warme Lagen sehr zu empfehlen, 
ferner die Lemoineschen Kreuzun- 
gen zwischen den beiden genannten 
Formen, wie var. lilacina, var. pcr- 
Jecta; schlieLUich auch var. Wi/sonii 
(C. rcpcns Hort.) weiß. August; C. 
tnunlana und ihre Formen verdienen 
weiteste Beachtung!; C. serrati- 
fölia (C. koi-eana Hort.). Korea. 
Blätter doppelt 3 zählig. lebhaft grün, 
kahl, Blüten zu 1 (bis 3). nickend, 
gelb. August bis September, hart. 
interessant; C. Spooneri (C. mon- 
tana var. sericca). Westchina, von montana abweichend durch unterseits dichtseidig behaarte 

Blättchen, Blüten groß, Mai. ebenso 
wertvoll wie montana; C. tangü- 
tica (C. Orientalis var. tangtitica, 
C. criopoda Koeh.l. Tibet. Mongo- 
lei, bis 3 w/, Blätter grün, gefiedert 
mit 3 zähligen unteren 1-iedern. Blü- 
ten sattgelb, nickend. Mai bis .luni. 
federige FrucHtstände im Herbst, 
sehr gut; C. Vhicella (Abb. 15')i. 
Südeuropa, bis über 3 w. Blätter 
einfach gefiedert oder wie bei tan- 
gutica, Blüten mehr breitglockig, 
lilablau. Juni bis Herbst, siehe Hy- 
briden weiter unten I 

2. Blütenstände rispig. 5- bis viel- 
blütig: C apiifolia (geht auch 
fälschlich als C. brevicaudata und 
C". PierotiiK .lapan. China, bis 5 m. 
Blätter 3 zählig, Blüten weißlich, 
Staubblätter mehrreihig im Gegen- 
satz zur ähnlichen virginiana. blüht 
August bis Oktober, Zierwert mäßig; C. Armandii, Mittel- und Westchina, bis 1 m. Blätter 






1 '-) 



<» 



Abb. 158. C/dmatis Veitcliiana, nickende Waldrebe. 
(J. Veitch and Sons, Clielsca.i 




.'^zählig. immergrün, kahl. Blättchen spitzeilanzettlich. tief grün. Blüten in achselständigen 

Büscheln, aus altem Holze mit bleibenden Knospenschuppen am Grunde, weiü. Sem breit, 

April bis Mai, Früchte seidig ge- 
schwänzt^, wertvolle Art für warme 
Lagen: C.Flämmula, Südeuropa, 
Orient, bis 5 m. Blätter einfach oder 
doppelt gefiedert mit .^ zähligen Fie- 
dern, graziös. Blüten weilj oder leicht 
gelblich, nach Mandeln duftend, 
grollrispig. .luli bis Oktober, aus- 
gezeichnet für warme Lagen: hüb- 
sche Hybriden dieser Art mit C. IV- 
tlccllu sind : C. violäcea, hellvio- 
lett und C. rubromarginäta (C. 
l-lammiila var. nibroinari^iuata\, 
Blüten rötlichviolett mit weißem 
Grunde, prächtiger Herbstblüher: 
C. glauca, Sibirien, bis 3 rri. Blät- 
ter gefiedert mit .^ zähligen Blätt- 
chen, kahl, blaugraugrün, Blüten 
gelblich, .luli bis September, geht 
oft als folgende. Früchte lang ge- 
schwänzt: C. orientälis (C^ra- 
Vi'olcns), Persien bis Himalaya. üp- 
pig, bis 8 III, wie irlaiiai. aber Blät- 
ter, dünner. Blättchen lanzettlich. 
Blutenstände ebenfalls wenigblütig. 
aber Sepalen auch innen behaart, 
robust: C.paniculäta (Abb. looi. 
.Japan, bis 10 in. wie l-lammiiUi. 
aber Blätter einfach gefiedert, Blü- 
ten weiß, duftend (ähnlich Weiß- 
dorn I, sehr empfehlenswert als Spät- 

blüher: C.virginiäna, O. -Nordamerika, üppig, wie unsere Vitalba. Blätter 3 zählig. Blüten 

rahmweiß. Staubblätter einreihig, 

zu verwenden wie C. Vitalba (.'\bb. 

iöl I, Europa bis Kaukasus, bis \2ni. 

E-51ätter gefiedert. Blüten weiß, leicht 

nach .Wandeln duftend, .luli bis Ok- 
tober, nach der Blüte die silbrigen 

l'ruchtstände sehr hübsch. 

Bi Großblumige Arten und 
Kulturformen: 

Die typischen Arten, \\\e.J'lorida. 
larmginosa und patens sind nicht 
oder nur selten echt in Kultur und 
nur für Gehölzkenner wertvoll: uns 
interessieren hier die hybriden Gar- 
tensorten, aus deren großer Zahl 
wir folgende hervorheben, deren 
korrekte Einreihung schwierig ist: 
ai C. Jacktnunii und X'erwandte 
(Kreuzungen von C. Viticella oder 
C". Henüersonii mit C. laiii/ff/nosa\: 

die typische C. Jackmanii zeigt die Farbentafel X. sie ist intensiv blauvioiett, bis 1 5 cm 
breit, bei var. albu weiß, weitere Sorten: „iWme. Orange", purpurviolett, „Mme. Baron Veil- 




C Icnuitis paniculala. 




Ahb. 1()1. CIniiatis Vitalha. weiljc Waldrebe zu 



Tafel X. 





CliJmatis — Clerodcndr 



lard". rosa mit lila Hauch. „Pf ince of Wales" 
tief violett, vclutinu piirpiirca. fast 
schwarzpurpurn, „Star of India", 
rötlichblau mit rotem Mittelstreifen. 
b ) C. lanuginösa = H >■ b r i d e n : 
sie zeigen ziemlich kurz gestielte 
Blüten und zum Teil einfache oder 
3 zählige Blätter, die relativ stark 
behaart sind. z.B. „Belisaire". mau ve- 
farben ; „iWadame Lecoultre". weil.i 
mit bläulichem Schein, ähnlich „Ma- 
dame van Houtte". „Marie üesfos- 
se", weiß, „Sieboldia". hellblau mit 
rötlichem Mittelstreif. „Ville de 
Lyon", tief amarantrot. — c) C 
//ör/da=Hy briden: Blüten stets 
gefüllt, etwas länger gestielt, Blätter 
doppelt oder gefiedert 3 zählig, z. B. 
„Belle of Woking", bläulich lila, 
„.lohn Gould Veitch", samtartig, ge- 
füllt, „Undine", tief dunkelbraun pur- 
purn; eine Hybride mit Viticella ist 
C. venosa [C. Viticella vcnosa). röt- 
lich purpurn. — dl C.pafens- Hy- 
briden: meist grül.iere Blüten als 
bei c. Fetalen oft ö bis s. sich häu- 
fig deckend mit den Rändern. Blü- 
tenstiele länger, Blätter ^ zählig oder 
gefiedert. Blättchen ziemlich groLl. 
etwas behaart : „.\lbert \'ictor", la- 
vendelfarben. „Duchesse of Edin- 
burgh", reinweil.'), gefüllt, „Edith 
•lackman", rahmweil.l, "„Louisa", wei 



dunkelbraunpurpurn, piirpurea ^randiflora, sehr 




Abb. 162. Qroßblütige CIcinatis putens-H\hrk\v ..Louisa 

lOrig.: Pnihonitz.l 



(Abb. 









kl.»li '^ ' ■ .. ' -^^a' 


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•:i--.> ."■' ■^; 



Abb. 163. ClcroiU'ndron l-\ir^('sii, Loosbaum, 



!l. „Marie", dunkellilarosa, „Miss Bateman" 
weiß, „Nelly Moser", weiß mit Rosa, „The 
Queen" zart lavendelfarben, „Xerxes", dun- 
kelviolett mit karminer Streifung. 

Clematoclethra — D 11 1 e ni a c e e ii. — Eine 
mit Actinidia verwandte Gattung meist schlin- 
gender sommergrüner Sträucher ausWest-China, 
Zweige mit festem Mark, Winterknospen frei. 
Blütenstände 1 bis mehrblütig, achselständig, 
Blüten weiß, fünfzählig. Frucht fast kugelig, 
beerenartig; Kultur usw. wie Atiinidia. Bei 
uns noch kaum versucht. 

C.//ems/e>'/, bis 8 /«.Triebe jung behaart, Blät- 
ter spitzeilänglich. unterseits auf Nerven bräun- 
lich behaart. Blüten zu 4 — 12. Frucht schwarz. 

Clerodendron, Loosbaum Ver- 
ben aceen. — Bei uns aufrechte, bis über 
meterhohe oder baumartige Sträucher, Blät- 
ter gegenständig, sommergrün, einfach, zer- 
rieben sehr unangenehm riechend, Blüten 
röhrig. duftend, in Doldenrispen, August bis 
September, Frucht 4 sämige Steinbeere ; 
Kultur in jedem guten Gartenboden, in 
warmer, sonniger Lage : Rückschnitt nach 
Bedarf gegen Frühjahr; N'ermehrung 
durch Samen (nach Reife), Stecklinge (,un- 



ClerodL-ndron — Cncöriim 



terGlasi und Wurzelteilung; \' er wen düng als hübsche Spätsommerbliiher im Rasen, auf 
Rabatten ; Bodenschutz, frieren oft bis auf den Grund zurück, treiben aber wieder aus. 

Machen sich oft durch weit ausgrei- 
fende Ausläufer lästig. 

C. foetidum. Nordchina, übel- 
riechend, junge Triebe und Blätter 
bald stark kahlend. Blütenstände 
endständig, dicht, lilapurpurn, ver- 
trägt auch Halbschatten, aber emp- 
findlicher. C. trichöiomutn (C. 
serötinum, Volkaineria japonica). 
.lapan. mehr behaart. Blütenstände 
locker an seitlichen Trieben vereint, 
weil.i mit gerötetem Kelch. 1-rucht 
zuletzt schwarz, hübscher Herbst- 
blüher: C. Fargesii, W'cstchina, 
bis 2.5 m, Triebe purpurlich, kobalt- 
blaue Früchte in karminroten Kel- 
chen, die aber anfangs grün sind, 
siehe .Abb. 163. vielleicht härteste 
Art. 

Clethra, Scheineller, Mai= 
blumenbaum — Cleth raceen. 
- Bei uns starke Sträucher, Blätter 
abwechselnd, sommergrün, einfach. 
Blüten weil.ilich. duftend, in Trauben 
oder Rispen, Juli bis September, 
Frucht .^ klappige Kapsel; Kultur in 
frischem, gut durchlässigem, nicht 
zu schwerem Gartenboden. Halb- 
schatten; Schnitt, wenn nötig, ge- 
gen Frühjahr; Vermehrung durch 
Saat (Same sehr fein) und Steck- 
linge von getriebenen Pflanzen im 
Frühjahr, oder im August mit etwas 
altem Holze i Bodenwärme i; \'er- 
wendung als schönblühende Rabatten- und Gruppensträucher. ferner als Treibpflanze (C", 
alnifolia). 

C. acuminäta, östliches Nordamerika, bis 6 in. Blätter unter Mitte am breitesten, an 
den Zweigen gehäuft, Unterseiten grau behaart, Blütenstände traubig, einzeln, Staubfäden 
behaart, im Laub schöner, aber nicht so hart wie C, alnifolia, östliches Nordamerika, bis 
Am. Blätter fast ganz kahlend. 7 bis 10 Nervenpaare. Blüten in aufrechten Rispentrauben 
(.Abb. 1()4), auch für Treiberei geeignet; C. barbinervis [C. canescens Woxt\, Nordchina, 
Japan, wird baumartig, Blätter mit 10 bis 12 Nervenpaaren, in Blüte wohl noch schöner 
als alnifolia und hart; C. Fargesii, Mittelchina, bis 5 a//, ähnlich voriger, aber Blätter kahler, 
Blütenstände bis 18 c/// lang, Staubfäden behaart, sehr vielversprechend. 

Cleyera japonica siehe F.uiyti juponica. Die echte C. japonica ist identisch mit C oclmacea. Sie 
hat ganzrandige Blätter, Zwitterblüten und behaarte Staubbeutel, wogegen Hiirya Japonica gezähnte 
Blätter, zweihänsige Blüten und kahle Staubbeutel besitzt. Sonst gilt für Cleyera das bei /z'iirya 
Gesagte. 

Cliltönia \Pli'lea\ monophylla (Mylocdryum ägustrinum) ist ein mit Cyrilla verwandter, südost- 
amerikanischer, immergrüner Strauch mit einzelnen, duftenden weißen Blüten, wohl empfindlicher als 
Cyrilla, siehe diese. 

Cneörum tricoccum, Zeiland — Cneoraceen. — Bis über meterhoher, fast immergrüner, kahler 
Felsenstrauch an den Küsten SW. -Huropas, Blätter abwechselnd, dicklich, Blüten an Enden der Triebe 
achselständig, klein, gelblich, Frucht steinfruchtartig; nur für erfahrene Kenner in wärmsten Lagen 
versuchswert. 




,\bb. K 



alnijoli 



Cocculus — ComaiithosplKice 



155 



Cöcculus (Cebatha) carolinus (Menispt'rmiwi caroliniini, M. virginiciim, Ci'hatba 
virainka. lipibuU'riiiiii cüroliniiiin. Kokkelstrauch — Men i sperm ac e en. — Bis 4/// 
hoher, schnellvvüclisiger. ostnordanicrika- 
nischer, weich behaarter, sommergriiner 
SchHngstrauch (Abb. l(i,S), Blätter glän- 
zend grün, einfach oder stumpf-dreilappig. 
Blüten zweihäusig, unscheinbar, mit (> 
Fetalen und o Staubblättern, in kurzen, 
achselständigen Rispentrauben, August, 
Frucht beerenartig, rot, zierend, sonst 
analog Menispenmint, ebenso in Kultur 
usw., ist aber nicht so hart: härter ist der 
japanische C. trilobus (C. orbiculatus, 
Cebatha orbiciilaia. Mcnispeniiiini orbicu- 
latum, C. Tliunbergii), mehr behaart, Frucht 
schwarzblau, Oktober, Blätter lange grün 
bleibend. 

Cocculus afflnis siehe Diploclt^ia. — Coc- 
culus heterophyllus siehe Siiioiiicinuiii. 

Colletia cruciäta iC. hicloiiiLii^i>-, C. horri- 
(la) ist eine xerophytische. stark dornige, inter- 
essante R h a ni n a c e e aus Siidbrasilien, Uru- 
guay und Chile. Ob bei uns als Felsenpflanze 
in wärmsten Lagen versuchsvvert? Auch in 
England nur in den mildesten Gegenden hart. 
(Näheres siehe C. Schneider, 111. Handb. d. Laub- 
holzk. II., Seite 300.) 

Colletia longispina siehe IHscuiUl 

Columella"'\ i I ins. Ciivriilm. C'm.w/m oligo- 
carpa ist eine staudi.^e V i t a e e e aus China, 
wie Cissus laponna. siehe Staudeiibnch. 

Colütea, Blasenstrauch Le- 
guminosen. - Höhere, sommergrüne 
Sträucher, Blätter abwechselnd, unpaar- 
gefiedert, Blüten hübsch gelb, in wenig- 
blütigen achselständigen Trauben, im Mai 
bis ,luni (Julil, Fruchthülse blasig aufge- 
trieben; Kultur in jedem nicht zu schwe- 
ren, durchlässigen, kalkigen Gartenboden in sonniger Lage; Schnitt soweit nötig im Winter 
oder vor Austrieb; Verm ehrung durch Samen (Frühjahr), Sorten auf arborescens veredeln 
(Frühjahr unter Glasi; Verwendung als hübschblühende Ziersträucher im Park und Garten, 
auch für trockenere Lagen, die Blüten erscheinen meist während des ganzen Sommers. 

A) Blüten stets gelb oder orange. Hülse ganz geschlossen : C. arborescens, südlicheres 
Mittel- und Südeuropa, altbekannter buschiger Zierstrauch, bis ,t ot, Blättchen o bis 1 3. ellip- 
tisch, stumpfgrün. var. biilldra (var. compüctu. var. pyginaca). niedrige Form mit -S bis 7 etwas 
blasigen Blättchen; sehr ähnlich ist C, cilicica (C. lorigialata, C. melanocdlyx Hort.). Klein- 
asien, Blättchen meist 1 1 . bläulichgrün, Flügel der Blüte länger als Schiffchen ; C. brevialäta 
ist eine südwesteuropäische F'orm mit viel kürzeren Flügeln, die beiden letzten wohl nicht 
ganz so hart; C. media ist ein Bastard mit orientalis. Blüten orange mit braunen Flecken. 
— B) Blüten orangerotbraun. Hülse sich an Spitze öffnend: C. orientalis (Abb. Kid). Kau- 
kasus, Transkaukasien, Belaubung derber, blaugraugrün, ott mit media verwechselt; hierher 
auch C.gräcilis, Transkaspien. bis 3 m. Bläftchen 7 bis '). zierlich. Blüten fast reingelb. 
Mai. hat sich in Darmstadt hart gezeigt. (Näheres bei C. Schneider. 111. Handb. d. Laub- 
holzk. 11., Seite 83). 

Comändra elegans ist eine mehr halbstrauchige. halbparasitische S a n t a 1 a c e c aus Siidosteuropa, 
ähnlich Osyris. Kaum kulturwert. (Näheres C. Schneider, III. Handb. d. Laubholzk. I., Seite 247.1 

Coman/ftosp/iäce /apön/ca ; japanischer, filzig behaarter Halbstrauch aus der Familie der L a b i a t e n , 
Tracht wie l:lslioltziu . aber Blätter weniger hängend, Blüten rahnnveiß, in hübschen Scheinähren im 
Spätherbst, hart und für Felspartien geeignet, doch ohne besonderen Wert. (Näheres siehe C.Schneider, 
111. Handb. d. Laubholzk. IL. Seite 607.) " 




Comptönia — Coridria 




Comptöaia siehe Myn'ca. 

Coavölvulus Cneorum, Silberwinde — C o n v o 1 v u 1 a c e e n. — Bis 1 m hoher, silbrig-goldig be- 
haarter Strauch (Abb. 167) aus Dalmatien, Süditalien, Blätter immergrün, abwechselnd, lanzettlich, 
Blüten in Knospe rosa, dann weiß, am Zweigende gebüschelt. Frucht kapselartig; K u 1 tu r in sehr 
sonnigen, wärmsten Lagen als Felsenpflanze (Kalk), auch an Wand; Ve r m eh r ung durch Samen, 
Sommerstecklinge, Ausläufer und Teilung; Verwendung nur für erfahrene Gehölzfreunde im süd- 
östlicheren Teil des Gebietes 

Coprösma Petr/e/ — Ru b i ac een. — Polsterbildender, immergrüner Kleinstrauch aus Neusee- 
land, Blätter gegenständig, klein, oval, braun, hell behaart, Blüten weiß, Frucht kugelig, dunkelpurpurn, 
reichlich erbsengroß; Ve rm e h ru n g durch reife Stecklinge und Teilung, Ve rwe n d u ng nur für 
erfahrene Pfleger in Felspartien unter Schutz gegen Bodennässe; ähnlich hart ist C. acerösa mit 
linealen Blättchen. (Näheres C. Schneider, 111. Handb. d. Lauhli(il/,k 1!.. Seite (i31j 

Corchoröpsis crenata ist eine halbstrauchige, iapaniscli-cliincsiche. noch nicht in Kultur befind- 
liche Ti 1 i a c e e . deren Einführung nur für besondere Gehölzfreunde Wert hätte. (Näheres C. Schneider, 
111. Handb. d. Laubholzk. IL, Seite 366.1 

Cörchorus siehe Kerria. 

Corema {/'■mpelnirm Cönradil — Hmpetraceen. — Reich und kurz verzweigter, bis 60 rm hoher, 
ost-nordamerikaiiischer Strauch, sonst an liinpetnun erinnernd; kaum in Kultur. Was als C.aUnim. das 
nicht aushält, in Kultur geht, \si Hmpetrum nibnirn. (Näheres C. Schneider, 111. Handb. d. Laubholzk. I., 
Seite 141.1 

Coriän'a, Qerberstrauch — Coriariaceen. — Bis etwa meterhohe, etwas halb- 
strauchartige Sträucher. i^lätter soinmergrün. gegenständig oder wirtelig. einfach. Blüten 
klein, grünlich, in traubigen Blütenständen. Frucht beerenartig, giftig; Kultur in jedem 
guten Gartenboden in sonniger Lage ; Schnitt der frühblühenden Arten nach Blüte, doch 
meist Rückschnitt im Frühjahr wegen Frost erforderlich; Vermehrung durch Samen, 



Coriaria — Cörniis 



1^^ 



4'^Sföy' 



Sommerstecklinge, Ausläufer; X'erwendung als interessante Ziersträucher in warmen 
Lagen* mit Bodendecke frieren'oft stark zurück, treiben aber wieder aus. 

C. japönica (.Abb. 16S). Japan, bei uns kaum über 1 m. Triebe 4 kantig. Blätter cilan- 
zettlich. .? nervig. Blütenstände seiten- 
ständig aus altem Holz, im Mai. Blüten- i 
blätter zur Pruchtzeit als 1-ruchthülle dick- 
lich, erst lebhaft rot. dann schwarzviolett. 
August, härteste Art ; C. myrtifölia, 
SW. -Europa, ähnlich voriger, blüht oft 
schon April. Pruchthülle erst grüngelb. 
dann schwarz. Blätter und 1-rüchte giftig!; 
C.sinica (Abb. H.')). West- und Mittel- 
china, hat mehr gebräunte Zweige, breit- 
elliptische Blätter, blüht im Mai. Frucht 
blauschwarz; C. tertninälis, Westchina. 
nur halbstrauchig. aber hart "^'xt japönica 
und schmuckvoll. Blütenstände endständig 
aus jungem Holz, im .luni bis .luli. bis über 
\Ocm, Frucht schwarz oder bei var. xan- 
thocdrpa. lebhaft gelb, verdient viel mehr 
Beachtung, ist leicht zu schützen. 

Cörmus domestica siehe So/ims domestica. 

— Coraiola rnäntica siuhe Genisla mantica. 

Cörnus.Hartriegel — Cornaceen. 

— Meist hohe Sträucher oder baumartig. 
Blätter meist gegenständig, sommergrün. 
Blüten klein, weiß oder gelblichweiß, in 
Rispen. Trugdolden oder Köpfchen, im 
letzten Falle von blumenblattartigen Hüll- 
blättern umgeben. 1-rüchte beerenartige Steinfrüchte, weiß, schwarz, bläulich oder rot. meist 
September; Kultur fast in jedem genügend feuchten Boden, sonnig oder schattig, vergleiche 
die Arten; Sommerblüher nach Bedarf im Winter, oft stark, zurückschneiden; Vermeh- 
rung der Arten mit weidenrutenähnlichen Trieben, wie alba, stolonifcra usw. durch reife 
Stecklinge, im allgemeinen durch Samen und Ableger, Formen durch Veredlung auf Stamm- 
art; Verwendung als Deck- und Ziersträucher, zum Teil recht wertvoll, vergleiche unten. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.! 




67. ConvohiUus Cneorum. Silberwinde, 30 c 



florida (Abb. 173 bis 174) . . 160 

glabrata 159 

Hemsleyi 159 

Hessei 159 

ignorata 158 

Kesselringii 158 

Kousa 160 

macrophylla (Abb. 170| . .158 
mas 160 

— argenteomarginata . . .160 

— nana 159 

mascula 160 

obliqua 159 

oblongata 159 

officinalis (Abb. 171i ... 160 

paniculata 159 

paucinervis 159 

puniila 159 

A) Blätterwechselständig: C. alternifölia { Sm/a altermfoliaj. O. -Nordamerika, 
Strauch bis baumartig. Zweige glänzend braunpurpurn. Blätter bis '>rm lang, unterseits blau- 
grün. Nervenpaare 5 bis ii. Blüten rahmweiß. Dolden bis '»cm breit, .^\ai bis .luni. Frucht 
dunkelblau. September, hübsch, liebt feuchte Lagen; C. controversa (C. hrachypoila Hort. 



alba 158, 159 

— Kesselringii 158 

— sibirica . " 158 

— Spaethii 158 

Amomum 158 

alternifölia 157 

Arnoldiana 158 

aspera 158 

asperifolia 158 

Baileyi 158 

brachypoda 157, 158 

Bretschneideri 158 

caerulea 158 

candidissima 159 

capitata IbO 

circinata 159 

controversa 157 

corynostylis 15« 



Purpiisii 159 

quinquenervis 159 

racemosa l,S9 

rugosa 159 

sanguinea 159 

— viridissinia 159 

sericea 158 

sibirica 158 

stolonifera 159 

— Behnschii 159 

— eiegans 159 

— flavirainea 159 

tatarica 158 

Theleryana 158 

Thelycanis 158 

Walteri 159 

Wilsoniana(Abb. 172) . 159, 160 



zum Teil. C. macropbylla Hort.). Himalaya bis . 
in Heimat bis 2i)//;. breit verästelt. Blatter bis 




Abb. 108. Coriäria japonici 



. japanischer Qerberstrauch, 
lt. A. Purpus.i 



pan. ähnlieh voriger, aber mehr baumartig, 
i cm. .Nervenpaare <i bis '•, Blutenstände bis 
12 cm. Frueht glänzend sehwarz. 
von Vögeln sofort verzehrt, sehöner 
als alternifolia und hart, auch trok- 
kenere Lagen. 

Bl Blätter gegenständig: 
1. Blütenstände rispig oder trugdol- 
dig. nicht gebi.ischelt und ohne Hüll- 
blätter am Grunde ; Früchte nicht 
rot: C. alba L. (C.tartärica'.l, 
Nordasien, bis über .5 m. Zweige 
glänzend blutrot oder bei var. sihi- 
rica (C. sibiriail lebhaft korallenrot, 
Blätter kurz zugespitzt, unterseits 
weißlich, Blütenstände klein, flach, 
Mai, eine der frühesten, I-rüchte 
blauweiß, etwas länger als dick; 
besonders die Varietät im Winter 
der Holzfarbe halber sehr geschätzt, 
ferner var. Spacthii, Blätter goldran- 
dig oder goldgelb, eines der besten 
bunten Gehölze, var. KesscIringH (C. 
Kesselringii), Zweige fast schwarz- 
ricca. C. caerulea), Seiden-Hart- 



rindig. Blätter dunkel austreibend ; C. Amönium 
riegel, 1 bis 4 m, junge Triebe 
purpurn, Blätter unterseits grün- 
lich, silbrig und rostbraunseidig. 
Blütenstände flach, weiß, Juni. 
Früchte lebhaft blau, gut für Ufer, 
breitet sich weit aus; C. Amol- 
diäna, hübsche Hybride zwischen 
C. obliquu und C. raccmösa. blüht 
nach dieser, fruchtet spärlich, weiß- 
lich; C. asperifölia, Ost-Nord- 
amerika, bis bm. Zweige rauhlich 
behaart, Blätter breitoval, unter- 
seits graufilzig. 1-rüchte weiß, we- 
gen l^elaubung zu empfehlen; C. 
Baileyi, NO. -Vereinigt. Staaten, 
ähnlich stolonifera, aber ohne .Aus- 
läufer, aufrecht. Triebe dunkelrot. 
Blätter unterseits weißlich, wollig 
und seidig behaart, prächtig ge- 
färbt im Herbst. Blütenstände wol- 
lig, sehr lange und reichblühend, 
sehr wertvoll für Sandboden!; C. 
brachypoda (C. ignorüta, C. 
Thclyccinis. C. Theleryüna Hort.y, 
.lapan, China, kleiner Baum. Blät- 
ter breit elliptisch, glänzend grün, 
unterseits weißgrau, Blütenstände 
breitrispig, erst im .luli, Frucht 
fast schwarz, ganz ähnlich ist C. 
macrophvlla Wall. fC. coryno- 

slvlisi. Himalaya, aber heikler; beide recht hübsch im großen Park; C. Bretschneideri 
{C. (ispc/a\. Nordchina, bis 4 m, Zweige grün oder purpurn überlaufen, Blätter stumpfgrün. 




Coridrici sinica. chinesischer Gerberstraucii, 

60 bis 70 rm. iPiiot. .\. Purpus) 



159 




Abb. 



Cönnis macroplivlla, Blattzwt 
Blutenständen.' il'hoi. .\. Purp 



Ige mit )inige 



iinterseits grau, breit clliptiscli. liliiten im Juni; C. glabräta, W'.-.s'urdamcrikii. bis 2 m. 
Zweige dünn, hängend, Blätter schnialeliiptisch, beiderseits glänzend hellgrün. l-riicht bläu- 
lichweiß, für warme Lagen im Gar- 
ten, nicht ganz hart in rauhen Ge- 
bieten; C.HemsIeyi, Westchina, 
bis b tu. Zweige rotbraun bis pur- 
purn. Blätter eiförmig. Nervenpaare 
() bis 7, unterseits weißgrau behaart. 
Blütenstände flach. Frucht blau- 
schwarz, neu in Kultur; C. liessei, 
Zwergstrauch bis 0.5 m. schwärz- 
lichgrün belaubt, im Herbst dunkel- 
purpurviolett, l-rüchte weil.ilichblau, 
hübsch im Garten; C. obliqua (C. 
Purpusn), NO.-\'ereinigte Staa- 
ten, steht Anionium nahe, aber Blät- 
ter schmäler, unterseits blaugrau, 
ohne f^osthaare; C. paucinervis 
(C. quiruiuenc'n'isj, Mittelchina bis 
1 ,25 ni. Zweige 4 kantig, Blätter fest, 
unterseits grün, angepreßt behaart, 
nur 3 bis 4 Ner\'enpaare, Blüten- 
stände flach, .luni, Frucht schwarz, 
etwas Wintergrün, für warme Lagen 
wertvoll: C.pümila [C. mas xar. 
nana), dicht und langsam wüchsig, 
bis fast 2 m. Belaubung sehr dunkel- 
grün. Frucht schwarz; C. race= 

tnösa (C candidissima, C. paniculdta. C oblongata). bis 5 /«. Zweige graubraun. Blätter 
unterseits weißlich, Blüten in pyramidalen Rispen, nicht flach ebensträußig. Juni. I-rüchte 
weiß, Fruchtstände gerötet, recht zierend ; C rug-osa fC. c/rc/nara/), O. -Nordamerika, 

bis 3 ///. Frucht kompakt, 
junge Triebe grün, warzig, 
dann purpurn. Blätter auf- 
fällig rundlich, unterseits 
wollig-filzig. Fruchtstände 
rot, Frucht blau. Belaubung 
dekorativ, verträgt gut Schat- 
ten, auch trockenere Lagen; 
C. sanguinea, Europa- 
Orient, bis 4 w. Triebe 
stumpfgrün (besonders bei 
var. viri(lissima). sonnensei- 
tig gerötet. Blätter locker be- 
laart, Blüten ziemlich weiß, 
iWai bis .luni. Frucht schwarz, 
wertvoller Deckstrauch, Un- 
terholz; C.stolonifera (C. 
a//)u W'angh. und der meisten 
Gärten!), O.- Nordamerika, 
durch Ausläufer, länger zu- 
gespitzte Blätter, etwas spä- 
tere Blütezeit und mehr ku- 
gelige Früchte abweichend, 
Holz mehr braunrot, bei var. 
flaviraiih'd. hellgelb, auch buntblättrige Formen, z. B.var. t'/ef^ans und var. Behnschii: C. Wal- 
ten [C. Wilsoniana Hort.). Mittelchina, baumartig. Blätter spitz elliptisch, unterseits hell- 




Abb. 



Cörnus officinalis. japaniscbe Kornelkirsclie, 2,,^0 / 
(Phcit. .\. Purpus.! 



Cörnvis — Lcironilla 



i^rüii. Xervenpaarc 4 bis : 
eclite C. Wilsoiüuna (Abb. 



Hlütenstaiid ebciistraul.iig. Griffel keulig. 1-riicht schwarz ; die 
72) noch nicht in Kultur, steht macrophylla nahe, Blätter unter- 
, seits weißlich. Griffel 
zylindrisch. 

11. Blüten gehu- 
schelt oder kopfig 
mit Hüllblattern. -- 
ai Hüllblätter bald 
abfallend . grünlich . 
Blüten gelb, vor 
Blattausbruch (Grup- 
pe Mucrocarpiunu 
Kornelkirsche): 
C. mas [Cincisciila). 
unsere bekannte Kor- 
nelkirsche. blüht A\ärz 
bis April, h'rucht rot. 
länglich, eßbar. Sep- 
tember, der Typ sehr 
guter Deck- und Schat- 
tenstrauch, auch für 
Hecken; hübsch var. 
a r<(i'ri tco ni arg in a ta, 
weil.'i gerundete Blät- 
ter; schöner ist C. 
officinalis (Abb. 
17 1). japanische Kor- 
nelkirsche. abwei- 
chend durch schärfer 
und länger zugespitz- 
te, mehrnervige Blät- 
ter mit deutlichen 
bräunlichen Achsel- 
bärten unterseits. 
schöne rote Herbst- 
färbung, prächtiger 
Frühblüher. 

b) Hüllblätter groß, 
blumenblattartig. Blü- 
ten nach dem Blattausbruch: — 1. Früchte kopfig gedrängt aber nicht verwachsen (Gruppe 
Benthamidia oder Cynoxylon. Blumenhartriegel): C. flörida (Abb. 173 und 174), O.- 
Nordamerika, bis b m, Herbstfärbung ganz prächtig, Blätter oberseits in den zartesten und 
leuchtendsten roten und violetten Tönen, unterseits hellgrün bleibend. Blütenköpfchen bis 
14(7// breit, weiß. Mai. Frucht Scharlach, liebt warme, halbschattige Lage und guten, etwas 
humosen Boden, schön und selten aber heikler die rot blühende var. rubra. — 2. Früchte 
zu fleischigem Kopf verschmolzen (Gruppe licnthainia): C.Kousa {/■icrit/ia/iiia Japoniiai. 
.lapan, Strauch oder buschiger Baum, bis Im. Blätter keilig, spitz-eiförmig, Herbstfärbung 
Scharlach, Brakteen spitz eiförmig, .luni; hübsch und hart; die liinialayisch-westchinesische 
C. capitata (Hcntlianiia fragifera) ist ein immergrüner Baum, der nur in den wärmsten Teilen 
des Gebietes im Freiland zu versuchen ist (Südtirol). 

Corökla Cotoneäster — Cornaceen. — Breit verljogen verzweigter immergrüner, neuseelän- 
discher Strauch (Abb. 175). Blätter abwechselnd, klein, spatelig unterseits weiUfilzig, Blüten zu 1 bis 4, 
gelb-weil.l, klein, duftend. Mai, Frucht einsamige Steinfrucht; Kultur mir in wärmsten Teilen des Ge- 
bietes geschützt (an Wand) in gut durchlässigem Boden; Vermehrung durch reife oder halbreife 
Stecklinge, in milderen Gegenden auch durch Ableger; Ve r we n d u ng nur für erfahrene Liebhaber in 
Felspartien usw. 

Coronilla Emerus, Kronwicke — Leguminosen. — Rutig verästelter, bis 2 m hoher, somnier- 




Abb. 1 72. Cörnu.sWilsoiüuriü.li) ///.in der Huimat Zentrale 
Vorgebirge des Chin-Tsing shan. 
(Pilot. E. H. Wilson; mit üenehmigung 1 



Profess. 



ina.W.-SzetscIlwan: 




Abb. 173. Cc>/-rtüs//o/-/(/a, Blunienhartriegel, 3 m. (Phot. A. RLhucn 

grüner Strauch aus ölmu südlicheren Mitteleuropa, Mediterrangebiet und Orient, Zweige grün, kantig, 
Blätter abwechselnd, unpaar gefiedert, Blättchen meist 9, später kahl, Blüten gelb, mit rötlichen Streifen! 
in gestielten Achseldolden, Fruchthülsen etwas gegliedert ; Kultur in jedem nicht zu schweren, durch- 
lässigen Boden ; Schnitt nur nach Bedarf nach Blüte; Ve rm e h ru ng durch Samen (Frühjahr), Sommer- 
stecklinge, Steckholz und Anhäufeln; 
Verwendung als harter, Mai bis Juli 
blühender Zierstrauch in warmen La- 
gen, gern auf Kalk; etwas empfindlicher 
ist gegen den Norden var. austriaca \C. 
emeroides). Die Arten C. valentina un 
C. juncea. Dalniatien bis Spanien, Algier 
sind noch empfindlicher, erste Hiiieius- 
ähnlich, letzte mit binsenartigen blatt- 
losen, hohlen Trieben ; nur für Gehiilz- 
freunde. 

Corylöpsis, Scheinhasel — 

Hamamelidacccn. Bis über 
meterhohe, hübsch bläulichij;rrin 
belaubte, sommergrüne Sträucher. 
Blätter zweizeihg. I^lüten vor dem 
Blattausbruch im April bis Mai, hell- 
gelb in achselständigen, von grol.ien 
hellgelben Tragschuppen gestützten 
Ähren, Frucht aufspringende, 2 hör- 
nige Kapsel; Kultur in durchläs- 
sigem Boden und warmer Lage, im 




Corylöpsis — Cörj'lus 



Norden Decke; \'e rmeh rii ng durch Samen (Glashaus), Sommerstccklinge und Ableger; 
\' er wen düng als reizende duftende Friihlingsblüher auf Rabatten, in großen Gesteins- 
anlagen usw., vertragen Halbschatten. 

C. gotoäna, .lapan, bis 1.5 m, Blüten 
zart kanariengelb, im .Arnold Arboretum 
als härteste und beste .Art erprobt ; C.paU' 
ciflöra, .lapan, kaum bis 1 //;, vielästig 
ausgebreitet, Blätter schief-herzförmig, lü 
bis 1 2 nervig, unterseits blaugrau, an Ner- 
\en seidig, Blüten in nur 2 Ijis 3 blutigen 
Trauben, primelgelb, ziemlich grol.'), offen; 
C. platypetala, Mittelchina. bis 1,5 /;/, 
junge Triebe verstreut drüsenborstig. Blät- 
ter herzeiförmig, bald kahl, Blütenstände 
bis 20 blutig. Fetalen breit beilförmig, hell- 
gelb, mäßig auffällig; C.spicäta, .lapan. 
bis 1 .5 /«, junge Triebe und Blattuntersei- 
ten behaart, 7 bis 9 nervig, Blütenstände 
(i bis 1 2 blutig, Blüten lebhaft gelb, vor 
paiiciflora, etwas härter; C. Veitchiana, 
iWittelchina. aufrecht, bis 1.5///, Triebe und 
reife Blätter kahl, Blutenstände bis über 
12 blutig, Blüten primelgelb, mit vorra- 
genden rotbraunen Antheren ; C. Will= 
möttiae, Mittelchina. bis 3 ///. aufrecht. 
Triebe kahl, braun, Knospen gestielt, 
bleichgrün. Blätter unterseits blaugrau 
und behaart, Blüten etwas grünlichgelb, 
interessant. 

Cöry/us^-), Haselstrauch, HaseN 
nuß — Betulaceen. — Allbekannte, 
sommergrüne Sträucher. seltener Bäume, mit 2 zeiligen Blättern, männliche Blütenstände nackt 
überwinternd, weibliche zur Blütezeit knospenförmig, nur rote Narben vorragend, 1-rucht 
Haselnuß; Kultur in jedem Gartenboden, vertragen viel Schatten; Vermehrung durch 
Samen (Herbst) oder stratifizieren. Ausläufer, Ableger, Anhäufeln. Veredlung auf Wurzelhals 
im Hause; Verwendung der Strauchformen als Ziersträucher und vor allem Deckgehölze 
im Schatten; C. Coliirna und cliincnsis bilden hübsche F^arkbäume, die I-rüchte fast stets 
sehr wohlschmeckend. 




ALPHABHTISCHH 
(Di 

americana 163 

Avellana 163 

— atropurpurea 163 

— fusco-rubra 163 

— heterophylla 163 

— laciniata 163 

— pendula 163 

— purpurea 163 

chinetisis 162 

Cohirna 163 



JSTH DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
■ Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 

Colurna chinensis .... 162 niaxima atropurpurea 

colurnoides 163 

cornuta 163 

ferox thibetica 162 

heterophylla 163 

— Crista-galli 163 

— sutchuenensis 163 

intermedia 163 

mandshurica 163 

maxima 163 



163 

purpurea 163 

pontica 163 

rostrata 163 

— mandshurica 163 

— Sieboldiana 163 

Sieboldiaiia 163 

— mandshurica 163 

tibetica (Abb. 176) . . . .162 
tubulosa 163 



A) Fruchthüllen stachelig, kastanienartig, Antheren purpurn: C. tibetica {C./crox var. 
thihetica). Mittel- und NW. -China, Baum bis bin. Triebe kahl, dunkelbraun, Blätter breitoval 
bis oboval, Nervenpaare 12 bis 14. Unterseiten etwas blaugrau, wenig behaart, noch seltene, 
wertvolle Art. siehe Abb. 17(). — Bl Fruchthüllen nie stachelig. Antheren gelb oder purpurn: 
1 Zweige brüchig, Rinde bald korkig. Bäume: C. chinensis (C.CoInrna \ar. chinensis), 
Westchina, ähnlich Colurna aber noch höherer Baum, Triebe und Blattstiele weich und seidig 
behaart. Blätter feiner sägezähnig, Grund ungleicher, Antheren purpurn. Spitze behaart. 
Fruchtlnille über Frucht geschlossen, mit wenigen breiten ganzrandigen Lappen ohne Drüsen, 



Cöryliis — Coto 




Abb. 176. Cörylus libetica, tibetische Haselnuß, junge 
Pflanze, \ m. (Phot. A. Purpus.i 



vielversprechend; C. Colürna, l>auni hasel. türkisclie Hasel. Südciiropa-Oricnt. 
bis 20///, Antherengelb. kahl. Friichtliiille offen, tieflappig, .geschlitzt, drüsig, schöner pyrami- 
daler |-5aum; wertvoll ein Bastard 
mit C.Avclluna: C. colurnoides 
iC. mtcniiedia\. fruchtet reich, wohl- 
schmeckend. — 11. Zweige zäh. stets 
glatt. Sträucher: a. Fruchthülle aus 
zwei seitlich getrennten Blättern ge- 
bildet, sich nicht über i-rucht nih- 
rig (schnabelartig) verlängernd: C 
americäna, (istl. Nordamerika, 
wie folgende, aber N'ul.) von der 
doppelt längeren Hülle eingeschlos- 
sen; Herbstfärbung schön rotbraun, 
sonst ohne Wert; C. Avelläna, 
Huropa. IWediterrangebiet. West- 
asien, bis 6 ///, Triebe drüsig be- 
haart, Blätter zuletzt nur unterseits 
behaart, im Herbst gelb, Blüten im 
l"ebruar, b'ruchthülle offen, wenig 
länger bis kürzer als Nul.). auDcr 
den vielen Kultur-Fruchtsorten noch 
var. atropnrpiirea, (var. fiisco- ru- 
bra, var. purpiirea). nicht so gut wie maxima purpureci, var. laciniata (\diX. Iictero- 
phylla). Blätter kleiner, lappig eingeschnitten, var. pendula. Zweige hängend; C.pontica, 
Westasien, wie vorige, aber Fruchthülle am Grund etwas drüsig, die größere Nuß über- 
ragend, breillappig offen ; mit AvcUuiia und maxima eine der Stammarten der großfrüchtigen 
Kulturnüsse; C. heterophylla, .lapan bis Westchina. Strauch wie Avellanu. Blätter mehr 
rund-oboval, oft etwas gelappt. F'ruchthülle mit breit dreieckigen Lappen, die chinesischen 
1-ormen (var. sutchucnensis oder var. Crista-galli) bedürfen noch der Beobachtung, sehr 
variable .Art. — b. Fruchthülle ganz oder einseitig verwachsen, über Frucht röhrig (schna- 
belig) verengert: 1. Hülle nur weich behaart: C. maxima (C. tabulosa), Lambertsnuß. 
Südosteuropa, Orient, wird kleiner Baum. Nuß eilänglich. gute Form var. purpürea (var. 
atropurpurca), echte Bluthasel. — 2. Hülle steif stechend behaart: C. rostrata (C. cornuta 
Hort.), östl.und mittl. Nordamerika, bis 1.5///, durch gelbe Antheren von folgender geschie- 
den. Blattstiele kaum bis 12 //////.• C. Sieboldiana (C. rostrata var. Sieboldiana). .lapan. 
bis ö ///, Blattgrund gerundet, Lappen schwach oder fehlend, Blattstiele über 1 5 ////// lang. 
Hülle über Nuß in enge Röhre, bis doppelt so lang wie Nuß. auslaufend, Antheren rot; 
var. mandshürica (C. mandshurica. C. rostrata var. mandshurica). Nordostasien, .lapan. 
abweichend durch mehr herzförmige, gröber lappenzähnige Blätter und eine längere aber 
weiterröhrige F'ruchthülle. für Kultur beste dieser Gruppe. 

Cötinus siehe Rlius. 

Cotoneäster"), Zwergmispel, Steinquitte — Rosaceen. — Niederliegende oder 
höhere, sommergrüne Sträucher. Blätter abwechselnd, einfach, ganzrandig, Blüten klein, 
weiß oder rosa, in ein- bis vielblütigen Blütenständen, meist Mai bis Juni, Flüchte rot «der 
schwarz, meist Herbst bis Winter; Kultur in jedem gut durchlässigen, nicht feuchten, eher 
trockenen Gartenboden in warmer sonniger Lage; Schnitt im Winter nur bei zu üppigen 
Arten, eventuell genügend Hinkürzen der Triebe im Sommer: X'ermehrung durch Samen 
(Herbst oder stratifizieren), die immergrünen auch durch krautige Stecklinge, sonst auch 
durch Ableger und Anhäufeln ; stark wachsende Sorten können auf Crataegus veredelt werden, 
schwach wachsende auf C. Simoiisii, im Hause; \'erwendung der niederliegenden als 
sehr wertvolle Bekleidung von Hängen, Wänden, Felsen, die anderen als Ziersträucher auf 
Rabatten und im Park, auch in Gesteinsanlagen, vergleiche die Arten. Zu den immergrünen 
zählen folgende, doch sind die mit ' bezeichneten oft nur Wintergrün, alle sollte man viel meh r 
anwenden und durchproben : amoena. congesla, Dammeri, * l-'ranchetii. Harroviaria, Henryana, 
microphylla, pannosa. * rotundifolia. ' salicifolia, *Sinionsii, turbinata. Ganz früh austreibende 
Arten sind: C. lucida und C". melanocarpa, am ersten pflegt zu blühen C. integerrima. 



Lotoneäster 



ALPHABirriscHi-: i, 

(D 

iicuminata 164 

~ Simoiisii Ibö 

acutifolia Ldl Ib6 

— Turcz 105 

— pekinensis ibS 

— villosula 165 

adpressa (Abb. 1771 .... 164 

amoena 164 

applanata 164 

arborescens l(>7 

bullata 164 

— floribunda 164 

— macropliylla ... 164 

buxifolia 166 

congesta 166 

Dammeri 16() 

Davidiana 165 

Dielsiana (Abb. 1781 .... 164 

disticha 165 

divaricata 1(>4 

Fontanesii 167 

foveolata 165 

Franchetii 164 

Harroviana Iii7 



ISTH DER HRWÄHNTHN LATH 
e Ziffern bedeuten die Seitenzahlei 

Henrvana 167 

horizbntalis (Abb. 179) . . 165 

— adpressa 164 

— perpusilla 165 

liumifiisa 166 

hupehensis 166 

integerrima 165 

laxiflora 166 

Lindlevi 167 

lucida 166 

Mielanocarpa 166 

— laxiflora 166 

niicrophylla 166 

— glaciälis 166 

— ihyniifolia 166 

— uva-ursi 166 

moupinensis floribunda . .164 
multiflora (Abb. 1801 . . . Iö6 

— calocarpa 167 

nigra 166 

nitens 165 

numniularia F et M. . . . 167 

— Ldl 167 

pannosa 1()7 



inischi-:n namhn. 



pekinensis I(i5 

prostrata Ibö 

pyrenaica l(ji) 

raceniiflora 167 

— soongarica 167 

reflexa 166 

rotundifolia 106 

— lanata 166 

rugosa 167 

— Henryana 167 

salicifolia 167 

— floccosa 167 

— rugosa 1()7 

Simondsii 165 

Simonsii 165 

Symonsii 165 

sinensis 166 

speciosa 165 

ttiymifolia Ib6 

tomentosa 165 

turbinata Iti7 

vulgaris 165 

Wheeleri 16() 

Zabelii 165 



Ai (B. sieiieS.Kidi. Blüten mit aufrechten zur Blütezeit nicht ausgebreiteten Kronenblättern, 
meist rötlich. Blütenstände wenigblütig oder sonst nickend! Gruppe 0/Y//()/;(Vß/«/«A — I.Früchte 
rot: C. amoena, Westchina, steht Franchetii nzht. aber nie(jriger. steifer verästelt, Blättter 
kleiner. Beeren lebhafter gerötet, Härte noch zu erproben ; C. adpressa (Cliorizontcilis var. ad- 
/;/£'Avsfll, Westchina, kriechend, siehe Abb. 1 7 7. oft wurzelnd, wenig aufstrebend. Blätter stumpf- 
grün, so gut wie kahl. Blüten zu 1 bis 2. weiß mit rosa, .luni, 1-rucht rundlich, lebhaft rot. Sep- 
tember bis Oktober, sehr wertvoll für Felsanlagen ; C.acuminäta, Himalaya, aufrecht bis über 
3 w/, Blätter spitzeilanzettlich.oberseits dunkel-, unterseits hellgrün, wenig behaart. Blütenstände 
2bis Sblütig. nickend, hellrosa.. luni. Frucht tief Scharlach, kreiseiförmig. September bis Oktober, 
Härte noch zu erproben; C. bulläta, Westchina, locker ausgebreitet, bis .^ /«. Blätter spitz 

länglich -eiförmig, unterseits grau- 
grün, behaart. Blütenstände bei den 
1-ormen vielblütig, Blüten rosa. Mai 
bis.luni, Frucht rundlich-birnförmig. 
lebhaft rot. September bis Oktober. 
Vivc. floribunda (C. moupinensis var. 
Jlorihinida) und var. macropliylla. 
beide wertvoll; C. Dielsiana (C. 
applanata), Mittelchina (Abb. 
1 7.SI. sparrig. Zweige überhängend, 
rutig, bis 1..S ;//. Blätter klein, derb, 
spitz eielliptisch, unterseits gelb- 
grau behaart. Blüten zu ?> bis 7. 
rosa, .luni, Früchte fast kugelig, 
ziegelrot, leicht glänzend, ausge- 
zeichnete Art; C. divaricata, 
Westchina, sparrig. dichtausgebrei- 
tet, aufrecht, bis 1..S m, Blätter 
hübsch glänzend grün, fast kahl. 
Blüten meist zu drei, rötlich, Früchte 
eielliptisch. korallen- bis blutrot, bis 
November, ebenfalls prächtig mit 
reichem Fruchtbehang; C. Fran- 
chetii, V^esicbina, aufrecht bis .?///, Zweige graziös ausgebreitet, jung filzig, ebenso Blatt- 
unterseiten. Blätter derb, spitz elliptisch. Blüten 6 bis 15 in dichten EbensträuLlen. rötlich- 




Abb. 177. Colone 



stcr 



165 



^■^ 



>*, 



■^'- 






weil.). Juni. Frucht eilänglich. orange-scharlach. bis Oktober, wertvoll!; C. horizontälis 

[C. Davidiuna Hort.), China, ausgebreitet flachästig, siehe Abb. 1 7'», Triebe zweizeilig, gelb- 
braunhaarig. Blätter klein, derb, 

spitz, rundoval, glänzend grün, fast ^. _^ 

kahl. Blüten 1 bis 2, rötlich, .luni. 
I-rucht eikugelig. lebhaft rot, wert- 
volle, bereits weit eingebürgerte 
,\rt. für Felshänge wichtig auch die 
zierlichere var. pcrpiisilla: C. inte- 
gerrima iC. viil(raris). Europa bis 
Sibirien, aufrecht rundbuschig, bis 
über 1 in. Triebe filzig, auch die 
stumpfgrünen Blätter unterseits. 
Blüten zu .^ bis 12. weil.i, Frucht 
ziegelrot, Zierwert gering, aber für 
grol.Se 1-elsanlagen; C nitens, 
Westchina, sehr graziös ausgebrei- 
tet verzweigt, bis 1 .5 ///, Blätter 
sehr glänzend grün, breit bis rund- 
lich oval, sonst ähnlich divaricata, 
Früchte dunkelpurpurn, gih als 
noch schöner, hart; C. Simönsii 
( C. aciiniinara var. Siinonsii, C. Si- 
luöndsi. C. Sy/iio/isi Hort.). Him;'.- 
laya, aufrecht steif bis 4 m. Triebe 
borstenfilzig. Blätter halb immer- 
grün, spitz rundoval, Blüten zu 2 
bis 4, fast weiß. Früchte scharlach- 
rot. Kelchzipfel aufrecht, gute .\it 
für große F'elsanlagen. ebenso Jt 
nahestehende niedrigere klciiKi 
blättrige C. disiicha. deren f-rüeliie 
oben zusammenneigende Kelchzip- 
fel haben; C. tomentösa (C. n/v 
ciösu Hort.). Europa, W'estasien, wie 
intci^crrimu, aberBlütenstände meist 
mehrblütig, Kelch und Blütenstiele 
sehr dick wollig; C. Zäbelii, Wit 
telchina, aufrecht ausgebreitet bis 
2 ///. Triebe jung behaart spater tief 
braun. Blätter stumpf eilormig un 
terseits filzig, Blütenstande 4 bis 
10 blutig, rosa, ,\\ai Kelche filzig 
l-rüchte rot. eiförmig bei \ar mi 
rtwY« lebhafter gefärbt —II 1 rucht: 
schwarz : C.acutifölia i C pid im ii 
sis, C. aciitifoliu \ai pekincii'^is] 
Nordchina. breitbuschig etw as über 
hängend, bis ,5 in. Blatter spitz (.i 
elliptisch, oberseits stumpf .^run 
unterseits jung behaart Bluten /ii 
bis .T, nickend. .Wai bis luni 1 riKht 
zuletzt schwarzpurpurn citormi.^ 
September bis Oktober bei \ ir \il 
lösii/a. W'estchina, Behaarung star 
ker. Frucht mehr birnformig; C. fo=- 
veoläta, Westchina, hoher, breit verästelter Strauch. Triebe und Blattunterseitcn filzig, zu- 





166 



Cotoiiedster 



letzt nur an Nerven. Blüten zu 3 bis 7, rosa, Frucht erst lackiert bronzefarben. zuletzt schwarz, 
September, durch schöne Herbstfärbung der Blätter ausgezeichnet, üppige Art für große An- 
lagen; C. lücida (C. aciitifölia Ldl. 
nicht Turcz.. C. sirn'nsis), Altai, bis 
2 m, von aciitifolia abweichend 
durch gedrungeneren Wuchs, glän- 
zende, oft lange bleibende Blätter, 
1-rüchte mehr purpurschwarz, fast 
kugelig; C melanocärpa iC. ni- 
i{ru\, Nord- und Osteuropa bis Sibi- 
rien, aufrecht ausgebreitet, bis 1 ,5 ni. 
Blätter stiunpfer. unterseits filziger 
als bei den vorhergehenden /\rten. 
1-rüchte schwarz. August, bei var. 
laxijlöra (C laxiflora) Blütenstände 
bis liber 1 2 blutig. 

11 lilüten zuletzt ganz breit offen, 
Kronenblätter ausgebreitet, weil.'), 
rundlich. 1-rüchte stets rot (außer C 
Lin<lliyi\ (Gruppe CliaeriopcHalum): 
1. l)liiten nur zu 1 bis .^. Sträucher 
niederliegend, oft wurzelnd, immer- 
grün: C. Dämmeri (C. hutnifü- 
saj, Mittelchina. anschmiegend krie- 
chend. Blätter elliptisch, zuletzt bei- 
derseits kahl, Blüten einzeln, Mai, 
1-rüchte kugelig bis kreiseiförmig, 
lebhaft rot. lange bleibend, ausge- 
zeichnete Art für I-elsgärten. ganz 
hart ; C. microphylla, niederlie- 
gend, selten etwas aufstrebend. Blätt- 
chen spitz keilig -oboval. oberseits 
glänzend grün, unterseits wollig be- 
haart. 1-rucht breitkugelig, etwas 
matt lilascharlachrot. September bis 
Oktober, nicht so hart wie liorizon- 
lalis; sehr feine dem Boden ange- 
schmiegte Formen sind: var. thy- 
mifölia (C. tliymijolia), in allen 
Teilen kleiner. Blätter mehr lineal. 
und \'ar. glaciälls (C. congesta, 
C. pyrenaica der (uirten ! ). Blätter 
oberseits stumpf grün, unterseits 
kahl. Blüten oft rötlich, wohl gute 
-Art. sehr wertvoll, hart; C.rotun^ 
difölia (C. microphylla var. iiva- 
ürsi, C. prostrdta). (diese Art geht 
oft als buxifolia, die echt nicht in Kultur und nicht hart ist). Himalaya. Blätter unterseits 
weißblau, bei var. lanäta fC. biixij'olia Bak., C. Wlin'U'ri), weiß -filzig. Textur lederig 
(gegen (Iisticha,A\z auch als buxifolia geht), Früchte lebhaft rot, fast kugelig, nicht so hart 
wie die micropliylla -Formen. — 11. Blütenstände vielblütig. ebensträußig. Sträucher mehr 
aufrecht. — a) Blätter im Umriß oval, ziemlich dünn, sommergrün: C.hupehensis, Mittel- 
und Westchina, sparriger. aber dichter breiter Busch, bis 2 //;, Blätter lebhaft grün. fest, 
unterseits dünn grau behaart. Blütenstände bis über 12 blutig, sehr zahlreich, Blüten weiß, 
ziemlich groß. Mai. Früchte fast kirschengroß, lebhaft rot mit violettem Schein, ohne Glanz, 
zur Blüte- und 1-ruchtzeit sehr zierend, eine der besten chinesischen Arten!, hart; C.muh 
tiflöra (C. rcJU'xaJ, Kaukasus bis Nordchina, wie .Abb. ISO. zierlich überhängend vcr- 




Abb. 180. Cotoneustci miiltißora an Wand. 



Cotonedster — Crataegus 1 (,7 

zweigt, bis über 3 m, Blätter dünn, zuletzt kahl. Blutenstände bis 20 blutig. Mai. am besten 
var. calocärpa. Früchte sehr ähnlich denen von hiipeliensis. aber Belaubiing mehr blau- 
graugrün, zur Fruchtzeit überladen mit Früchten, sehr zierend im Septembar; C. race- 
miflöra (C. niimmalüria F. et M., C. l-'ontatu'sii), .Wediterrangebiet bis Turkestan. wie 
vorige, doch Blätter uiiterseits filzig, auch Blütenstände behaart, besonders schön var. 
soongärica, gilt in Blüte wie im Schmucke der lebhafter als bei luultiflora calocarpu 
gefärbten F>üchte als beste Form; ein schwarzfrüchtiges Gegenstück zu raccnüjlora ist 
C. Undleyi, N W.-Himalaya. auch als arborcsccns und C. niimmiiluria 1 .dl . gehend . — b ) Blätter 
im Umriß spitz elliptisch, fast lederig. winter- bis immergrün: 1 . Blätter kaum über 4 cm lang. 
Blütenstände nur bis 2.,S cm breit : C. pannosa, südwestliches China, bis 1 .S in, Blätter unter- 
seits dicht weißgraufilzig. für warme Lagen hübsch. — 2. Blätter meist deutlich länger und 
Blütenstände bis 5 cm breit: C. Harroviäna,\\'cstch'nm. steht fxinnosa sonst sehr nahe, emp- 
findlich ; C. Henry äna (C. rugosa var. Henryana), Westchina, bis .? ///, Zweige überhängend, 
wie salicijolia. aber Blätter dünner, bis über \Ocm lang. Blütensträuüe im Juni, am Ende be- 
blätterter Triebe. Früchte braunkarmin, eiförmig, gilt als eine der schönsten, großblättrigen 
immergrünen, geschützte Lagen; C. salicifölia, Mittel- und Westchina, lockerer Strauch 
bis 4 m, in Kultur in den F'ormen var. rugösa (C. rugosa), üppiger. Blätter bis '■icm, Frucht 
korallenrot, und var. floccösa, Blätter oben glänzender, nicht gerunzelt. Nervenpaare 
7 bis 14. Früchte etwas kleiner, gilt als härter, alle F'ormen viel mehr versuchswert; C. tur= 
binäta, Mittelchina. großer Strauch, Blätter unterseits dicht grau-weiß filzig. Blüten erst 
im Juli in halbkugeligen Ebensträußen, Früchte tief rot, behaart, Oktober, als spät blühende 
Art wertvoll. Härte bei uns fraglich. 

Cotoneäster angustifolia, C. creautata, C. LaläatSi und C. Pyracantha siehe Pyracantha. 

Covillea (Ldrrea) divaricäta ist ein immergrüner Wüstenstrauch aus der Familie der Zygo- 
phyllaceen, aus dem südlichen zentralen Nordamerika, schwer zu kultiviercMi ; nur im Litoralgebiet 
von Interesse. (Näheres siehe C. Schneider, III. Handli. d Laubholzk. II., Seite IIb.) 

Cowänia mexicäna, Felsenrose — Rosaceen . — Reichästiger, sparriger. 0,5 — 2 m hoher, drüsig 
behaarter Strauch von Süd-Nevada bis Mittel-Mexiko, Borke abschülfernd, Blätter abwechselnd, immer- 
grün, klein, fiederzähnig, unten weißfilzig, Blüten einzeln, weiß, im Sommer, sehr duftend, Frucht mit 
Federnschweif; gewiß sehr interessant, aber heikel, und nur für erfahrene Qehölzfreunde in warmen 
Lagen in Felspartien versuchswert, es gibt noch ähnliche Arten. 

Crataegomespilus ist ein sogen. Pfropfbastard, Mespiliis germanica veredelt auf Crataegus mono- 
^j'na, hiervon zwei Formen in Kultur :C.Dardär//(C. A;/-(/ö>/V var. mfs/7/7o((yp5), eine Art dorniger, V/es/?//«« 
darstellend, und var. Asnieresi (C. Dardarivar. crataegoides, C. Asnieresi), alles in allem mehr Crataegiis- 
artig. Beide treten auf selbem Strauch auf. Wird kleiner Baum, interessant, besonders C. Asnieresii 
nicht ohne Zierwert, blüht oft reich und hübsch, Kultur usw. wie Crataegus. 

Crataegomespilus grandiflora siehe Crataemcspilus. 

Crafäeg-us^^), Weißdorn — Rosaceen. — Meist hohe dornige, sommergrüne Sträu- 
cher. Blätter einfach, gezähnt oder gelappt. Blüten gewöhnlich weiß, doldentraubig, meist 
Mai, Frucht apfelartig, rot. gelb, schwarz, bei bracliyacantlia bläulich; Kultur in gutem, 
tiefgründigem Boden (kalkliebend) in offener sonniger Lage; Schnitt im Winter je nach Be- 
darf, oft nur Auslichten, eventuell im Sommer Triebe pinzieren; beim Verpflanzen aber gut 
zurückschneiden ; Vermehrung durch Samen (Herbst, oder stratifizieren, gehen meist erst 
im zweiten Jahre aufl, bald verpflanzen, auch Veredlung auf C.oxyacantha oder nwnogyna: 
Verwendung als Zier- und Decksträucher, besonders die großfrüchtigen Arten, vergleiche 
unten. Wir heben nur die wichtigsten hervor, doch auch die hier erwähnten sind zum großen 
Teil nur für den Park zu empfehlen. 

ALPHABETISCHF LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 

acerifolia 168,170 brachyacantha 170 coccinea rotundifolia . . . 168 

aestivalis Il)') Bretlschneideri 171 coccinoides 168 

altaica 170 Calpodendron 170 cordata 170 

apiifolia 170 Canbyi Iö9 crocata \W 

aprica IhO champlainensis 168 Crus-galli lö«) 

arborescens 160 Carrierei 169 — inermis 169 

arkansana 168 carpathica 170 —linearis 169 

Arnoldiana 1()8 Chapmanii 170 — lucida 169 

Aronia 170 chlorosarca 169 — pyracanthifolia .... 169 

Azarolus 170 coccinea 169 — sjjlendens I()9 

Barryana 168 — marcracantha 170 dahurica 16Q 

Boyntonii 169 — mollis 168 Dippeliana 171 



Douglasii 


. . 170 


moiiogvna liorrida . . 


. 171 


durobrivensis . . . 


. . . 1()8 


— laciniata 


17 1 


dsungarica .... 


. . .170 


- pendula 


. . 171 


Kllwangeriana . . . 


. . . 168 


— praecox 


.171 


flabellata 


. . . 168 


— pteridifolia .... 


.171 


flava 


. . . 169 


— punicea (Abb. 1811 . 


. .171 


— lobata 


. . . 169 


— rosea 


17 1 


florida 


. . 169 


— rubroplena .... 


171 


glandiilosa 


. . . 168 


— semperflorens . . . 


.171 


gloriosa 


. . 168 


— tortuosa 


. . 171 


Qrayana 


. . 168 


nigra 


. .170 


hvpolasia 


. . 169 


nitida 


. .169 


intricala 


. . 169 


odoratissima 


. . 171 


Korolkowii .... 


170, 171 


orienfalis 


. . 171 


Lavallei 




— sanguinea .... 
oxvacantha 




Leeana 




. . 171 


leucophloeos . . . 


. . 170 


— alba plena .... 


.171 


macracantha .... 


. . 170 


— bicolor 


. . 171 


— succulenta . . . 


. . 170 


-biflora 


. . 171 


Marshallii 


. . 170 


— Candida plena . . . 


. . 171 


maura .... 


170 


— coccinea 

— Qumpperi bicolor . 




melanocarpa .... 


. . 170 


. . 171 


mexicana 


. . 169 


- Paulii 


.171 






— rubra 

— splendens 




monogvnaiAbb. 68) . 


. . 170 


. . 171 


— albo-plena . . . 


. . 171 


parvifolia 


. . 169 


— biflora 


.171 


pedicellata 


. . 168 


— Bruantii .... 


. . 171 


pentagyna 


. . 170 


— ferox 




Phaenopyrum .... 
pinnatifida 


170 


— filicifolia .... 


. 171 


. . 171 


— flexuosa . . . 


. , 171 


— major 


. . 171 



populifolia 170 

punctata 169 

— aurea 169 

— xanthocarpa 169 

purpurea 169 

pyrifolia 170 

rivularis 170 

Robesoniana 168 

rotundifolia 168 

sanguinea 169 

— altaica 169 

— chlorocarpa 169 

— Douglasii 170 

— incisa 17() 

— xanthocarpa 1()9 

songarica 170 

speciosa 169 

spissiflora 168 

submollis 168 

succulenta 170 

tanacetifolia 171 

— Leeana 171 

tatarica • 171 

tiliifolia 168 

tomentosa 170 

Tournefortii 171 

uniflora 1()9 

viridis 169 

Wattiana 170 

— incisa 170 

Wilsonii 170 



A| (B. siehe S. 1 70) Blätter der Bliifen- oder Fruchtzweige stets ohne Buchtnerven 
Id. h. solche Nerven, die von der Rippe direkt in die Buchten verlaufen), Lappung meist viel 
kürzer als bei B., Blätter oft nur gezähnt: 

1. Innere Oberflächen der Fruchtsteine glatt (11 siehe S. 1()^>I: 

a. (b. siehe S. 1 d'M Blattstiele schlank (imiUittel über 2,5 rw lang). — 1 . Blattstiele bedrüst an 
Spitze odersonst. — n) Blütenständevielblütig,BlattstielenuranSpitzedrüsig. Blätter am Grund 
breitkcilig oder abgestutzt. - 1 ) Blattunterseiten filzig oder wenigstens an Nerven gut behaart : 
C. arkansäna, mittl. X'ercinigt. Staaten, wie folgende, aber Blätter derb, länglich oval. 
Herbst hellgelb, Staubblätter 2t). Frucht Ende Oktober, allmäjilich fallend, zu empfehlen ; 
C.Arnoldiäna, östl. X'ercinigt. Staaten, Baum bis Hm. Blätter dünn, obcrseits satt grün, 
Blüten Mai. Staubblätter lo. .Antheren gelb, Früchte fast kugelig, lebhaft karmesinrot, Spitze 
behaart. A\itte August, bald abfallend ; C.Ellwangeriäna, Nordostamerika, wie Anwlcliana, 
aber Blätter oberseits rauhlich, Antheren rötlich. Frucht glänzender, Ende September, auch 
bald fallend; C. mollis {C. coca'nea var. niollis. C. acerifölla, C. liliifölia). wie arkansäna, 
aber Blätter breit oval, lebhaft grün, Blüten .April bis .Wai, 1-rüchtc birnenförmig, Scharlach, 
mehlig. August bis September, bald fallend ;C./?oöeson/äna('C\\/)/.s'5//'/('/«A Nordostamerika, 
meist strauchig, wie Ellwan^cridna. aber Blätter tief gelappt. Blütenstände nur 4 bis (> blutig; 
dies gilt auch für C. champlaincnsis, östl. Kanada, Baum. Früchte Scharlach; C. sub- 
mollis, Nordostamerika, brcitkroniger Baum, wie Arno/diana, aber Blätter mehr gelbgrün, 
oberseits rauhlich, Frucht orangerot. glänzend, anfangs September, bald fallend. — 2) Blätter 
unterseits zuletzt so gut wie kahl: C. Barryäna, westl. New York, breiter Strauch. Blätter 
breitoval, oberseits rauhlich. unterseits graublau. Staubblätter 1 0, Antheren purpurn, Frucht ver- 
kehrt eiförmig, karmesin. bereift. September, bald abfallend ; C. coccinoides. mittl. X'ereinigtc 
Staaten, kleiner Baum. Blätter rot austreibend, oberseits stumpfgrün, unterseits jung behaart. 
abgestutzt am Grunde. Herbst scharlachorange. Staubblätter 2(). Antheren rosa. l-rüchte fast 
kugelig, dunkel karmesin und glänzend, Kelch deutlich. Fleisch rot, anfangs Oktober, all- 
mählich fallend, sehr gut; nahe steht die strauchige C. durobrivensis. später reifend; C. 
pedicellata, .Nordostamerika, symmetrischer Baum, bis Hw, Blätter breit oval. Grund breit- 
keilig. Lappung deutlich, häutig, dunkelgrün. Staubblätter 10. Antheren rötlich. Kelchlappen 
grob drüsig gesägt. Frucht lebhaft Scharlach glänzend. September; hieran schließen sich 
C. flabellata fC. ürayana). Ouebec. Blätter kurz spitzlappig. Staubblätter 20. 1-rucht kar- 



mesin. und Cgloriösa, Blätter stärker behaart. Staubblätter 7 bis 1 0. Frucht tief karmesin ; 
C. rotundifölia fC. coccinea var. rotundifolia. C. niandiilösa). Nordostamerika, kleiner 
pjaum. Blätter rundlich oder oboval. kurzlappig. kahl. Staubblätter S bis 10. Antheren gelb, 
Frucht fast kugelig, rot. Fleisch gelb. süß. September, hierher gehört die echte C. coccinea 
L. zum Teil; C. speciösa, Alissouri. Strauch, wie coccinoides. aber lilätter glänzend grün, 
oberseits ganz kahl. Blüten groü. Früchte flachkugelig, glänzend tief karmesin, .Mitte September, 
bald fallend.---/!) Blütenstände wenigblütig. Blattstiel verstreut drüsig. Blattgrund keilig. Staub- 
blätter 10: C. intricäta, nordöstl. X'ereinigte Staaten. Strauch bis 4///, Dorne lang, ge- 
bogen, Blätter kurz und spitzlappig, oberseits lebhaft grün. Blütenstände etwas behaart. Kelch- 
lappen drüsig gewimpert. .Antheren gelb. I'rucht kugelig bis oval, stumpf rotbraun. Oktober 
bis November; ähnlich C. Böyntonii, Virginia bis Alabama. Baum. Blätter jung bronze- 
farben, leicht drüsig, derb, kahl. Kelchzipfel ohne Drüsen, Frucht flachkugelig, gelbgrün mit 
rot, Oktober. 

2. Blattstiele ohne deutliche Drüsen. Blätter aus keiligem Grunde oval bis lanzettlich, kaum 
gelappt, oberseits glänzend grün, kahl. Staubblätter 20: C. viridis (C. arbon'scens). süd- 
westl.N'erein. Staaten, breit rundkroniger Baum. Blätter oboval oblong. Frucht fast kugelig, 
lebhaft Scharlach oder orange. Oktober bis tief in den Winter; ebenso schöne glänzende Be- 
laubung und lange bleibende Früchte hat C. nitida, Illinois-Kansas. Blätter mehr lanzettlich. 
Herbstfärbung sehr schön, Früchte eiförmig stumpf ziegelrot, bereift. 

b. Blattstiele kurz, kaum bis 2 cm lang. Blätter mit keiligem Grund, nicht oder sehr schwach 
lappig. — I. Blütenstände 1 bis 5 ibis (0 blutig Blätter bis Sc/« lang, unterseits behaart, Staub- 
blätter 20 bis 25; C. aestivälis, südwestl. Vereinigte Staaten, rundkroniger Baum. Blüten 
kurz vor oder mit Blattausbruch. .April. Früchte im Mai. lebhaft rot. flachkugelig, duftend, 
warme Lagen; C.uniflöra IC. purvifölia. C.flörida). wie vorige, aber dichter niedriger 
Busch. Blätter kleiner, kerbsägig. Blüten meist einzeln, iWai bis .luni, Früchte gelb, trocken. 
Oktober; nur 3 bis 7 blutige Blütenstände haben auch die folgenden, bei denen aber die Blatt- 
stiele. Blattränder und Blütenstände drüsig sind: C. flava var. lobdta (C. flava Hort, nicht 
Alton ) . meistStrauch. Blätter spitzoval, kerbsägig. unterseits auf Nerven behaart.Staubblätter K i, 
Antheren purpurn. 1-rucht birnförmig. grün oder rot. hartfleischig, nur für warme Lagen; C. 
äprica, südöstl. Vereinigt. Staaten, auch Baum, Blätter derb, dunkelgelbgrün. Antheren gelb. 
Frucht kugelig. Oktober, trüb orangerot. hart. — 2. Blütenstände vielblütig. Blattstiele drüsen- 
los.— a) Blätter oberseits glänzend dunkelgrün: C.Canöy/, mittl.östl. Verein. Staaten. Strauch 
oder Buschbaum, Dorne kräftig, gerade, Blätter länglich bis oval, unterseits kahl. Staub- 
blätter 10. Antheren rötlich, F'rucht glänzend karmesin. saftig, Oktober; C. CruS'gälH, 
Nordostamerika, breitbuschiger flachkroniger Baum. Dorne schlank, bis über 8fm. wie vorige, 
aber Blätter keilig-oboval oder verkehrt lanzettlich. Frucht stumpfrot. spät im Oktober, lange 
bleibend, bekannte .Art, mit schöner orange-scharlach Herbstfärbung, hiervon var. im^nnis 
dornlos, var. linearis. Blätter lineal-lanzettlich, var. pyracanthijölia, Blätter spitzer, Früchte 
kleiner, etwas glänzend, var. spk'ndens (var. lilcida) Blätter sehr glänzend; C. Carrierei ist 
wohl eine Hybride der vorigen mit C.inexicana und kaum verschieden ist C.Ldvallei. ausge- 
zeichnet durch unterseits behaarte Blätter und Blütenstände und 20 Staubblätter, schön in 
Blüte und F'rucht, diese lange bleibend. — [>] Blätter oberseits stumpf grün, Staubblätter 20 : 
C.mexicäna fC. hypoldsia), Mexiko, bei uns Strauch. Blätter keilig-elliptisch oder länglich- 
lanzettlich, unterseits filzig, blüht im März. Frucht stumpf orangerot. dick, saftig, el.'ibar. 
Oktober bis November, nur in sehr warmen Lagen, siehe oben die Hybride ; C. punctata, 
östl. Nordamerika, breitverzweigter Baum, kurzdornig. Blätter oval bis oboval. unterseits 
filzig. Frucht eiförmig, stumpf rot. hell gefleckt, mehlig. Oktober, bald fallend, bei var. xan= 
tbocärpa [var.aiirca. C.crocdta) gelb. 

11, Innere Oberflächen der Steine gefurcht oder unregelmäßig ausgehöhh, Früchte glänzend, 
zur Fruchtzeit weich. — ai Blätter deutlich gelappt: C.dahürica fC.piirpiirea. C.sangiiinea 
var. altdica). Ostsibirien, zierlich verästelter Strauch oder kleiner Baum, sehr früh austreibend, 
von sangiiinea abweichend durch Blätter kaum bis .S cm lang, ganz kahl, blüht April. Frucht 
kaum S/Hw lang, orangerot. August, hart; C. sanguinea, Ostsibirien, oft Baum. Triebe 
glänzend braunpurpurn, wenig dornig. Blätter aus keiligem Grund breit o\al. etwas behaart, 
über 5 cm lang, blüht Mai. Frucht über 1 cm dick, lebhaft rot, August bis September, bei v;ir. 
chlorocdrpa /"var. xanthocdrpa) 1-rüchte gelb, kleiner; nahe stehen C. clilorosärca, .lapan. 
pyramidaler Baum. Stämme mit längs abreißender Borke, dariuiter gelbrotbraun. Zweige 



170 



Crataegus 



glänzend rotbraun. Knospen fast schwarz. Früchte trübschwarz mit grünem Fleisch, ferner 
C. dsungärica, Heimat fraglich, ähnlich chlorosarca und ebenfalls schwarzfrüchtig. C. 
Wattiäna fC. altdica, C. songüricaj. Turkestan. kleiner sparriger kahler Baum. Blätter 
breitoval, kurz und breit gelappt. Grund keilig. Blütenstände kahl. Frucht gelb oder rotgelb. 
1 cm lang; tiefer spitzer lappige Blätter hat var. incisa IL', sangiünea var. incisa. C. Korol- 
kowii Henry 1. — b. Bläter nicht oder kaum gelappt: C. Dougläsii (C. sangtiinea var. Doiig- 
lasii). Nordwestamerika. Baum. Zweige oft hängend, kaum bewehrt. Blätter breit elliptisch 
bis oboval. kahl. Blüten JVlai. Früchte eiförmig, schwarz. süLl. Fleisch gelb, August bis Sep- 
tember; ähnlich die strauchige C. rivuläris aus den westl. Vereinigt. Staaten; C. macra^ 
cäntha (C. coccinea var. rnacracantha). östl. Verein. Staaten, dichter Strauch bis kleiner 
Baum. Dorne sehr lang und schlank, bis über \Ocm, Blätter breit elliptisch, doppelt gesägt, 
dick, zuletzt kahl. Staubblätter lO.Antheren gelb, blüht Mai bisJuni. Frucht Herbst, dunkel kirsch- 
rot, glänzend, fast kugelig. Steine innen tief grubig gefurcht, harte gute Art ; C succulenta 
(C. rnacracantha var. succulenta). Nordostamerika, wie vorige aber Blätter spitzer elliptisch. 
Staubblätter 20. Antheren rosa. Frucht glänzend Scharlach. September bis Oktober; C.to- 
mentösa fC. Calpodcndron, C. Chapmanii, C. leiicaphloc'os. C. pyrifölia). Ontario und mittl. 
\'erein. Staaten, rundkroniger Baum. Triebe kurzdornig. Blätter eirhombisch. oberseits trüb- 
grün, unterseits behaart, dünn. Frucht aufrecht, klein, birn- oder eiförmig, orange rot. eübar. 
Oktober, zur Blütezeit im ,luni (eine der spätesten Arten) sehr schön, auch gute Herbstfär- 
bung; mit dieser Art ist auch die chinesische C. Wilsönii verwandt, mehr strauchig. Blätter 
oberseits glänzend, noch wenig erprobt. 

B) Blätter stets m it Buchtnerven . jedenfalls meist tiefer gelappt, bis fiederteilig. 
bei Arten mit kleinen weniglappigen Blättern fehlen die Buchtnerven zuweilen. 

I. F'rüchte nur wie große Erbsen, rot. Kelchzähne abfallend: C.apüfölia (C.Marshdllii). 
südöstl Verein. Staaten, bei uns meist Strauch. Triebe jung behaart. Blätter oval, tief 5 bis 7 
lappig, lebhaft grün. Blütenstände wenigblütig, April bis Mai. Frucht eiförmig, Scharlach, 
Oktober, Steine ! bis3; C. Phaenopyrum (C.conkita, Cacerifölia, C.popu/ifölia), südösÜ. 
und mittl. Verein. Staaten, kleiner Baum. Blätter dreieckig-eiförmig, mit flachen und breiten 
Lappen, oft 3 lappig, Frucht flachkugelig, glänzend korallenrot, bis Frühjahr bleibend, auch 
für Hecken geeignet. — 11. Früchte größer, Kelchzähne bleibend.— a. Früchte schwarz oder 
blau: C.brachyacäntha, südöstl. Verein. Staaten, Baum bis 20/«. mit zahlreichen kurzen, 
etwas gekrümmten Dornen. Blätter länglich oboval. kerbsägig. meist ungelappt, oberseits 
glänzend grün, Blütenstände vielblütig. April bis Mai. Staubblätter 15 bis 20, Frucht blau. 

etwas bereift, August, einzigartig 
durch die blauen F'rüchte, für warme 
Lagen, bei uns kaum erprobt; C.nh 
gra fC. carpdtliica). Südosteuropa. 
Strauch oder kleiner steif verästelter 
Baum. Dorne kurz, oft fehlend, Blät- 
ter meist mit S Lappenpaaren, unter- 
seits filzig, Blütenstände 1 bis 1 ,S 
blutig. Mai. Frucht fast kugelig, 
glänzend schwarz. August, weich; 
C. pentagyna fC. melanocärpa), 
Südosteuropa, Kaukasus, wie nigra. 
aber Blätter mit 2 bis ?> Lappen- 
paaren. Frucht länglich oval, trüb- 
schwarzrot. September bis Oktober. 
— b. F'rucht rot oder gelb: C.Azä' 
rolus (C. Arönia, C. maura), Nord- 
afrika. Kleinasien, kleiner Baum, 
Z weigc behaart. Blätter keiligoboval. 
tief i bis 5 lappig, oberseits glän- 
Abb. iHi. Cru!,i,;^ii^ iiii>ih<i;yiiü \M. iviiiici'u. ■i in. zend, unterseits graugrün behaart. 

n«., (ir.nuiLyy. . ici -ii^ur.i Eilütenständc wcnigblütig, filzig. 

A\ai. Frucht kugelig, meist orangerot. nach .Äpfeln schmeckend; C monogyna, Europa bis 
Himalaya, Tracht wie Abb. 'i8. Blätter tief .^ bis 7 lappig, mit spitzen, fast ganzrandigen 




Crataegus — Cyrilla 17] 

Lappen, Frucht einsteinig, rundoval. Typ sehr gute Heckenpflanze, viele Formen wie var. 
biflora (C. oxyacantha var. biflora), im Herbst nochmals blühend, var. lacinidta, Blätter 
tief fiederig eingeschnitten, noch feiner var. pteridijolia (\nr. JiliciJoUa). var. flexuösa 
(var. tortiiösa) Zweige eigenartig verkrümmt, var. ferox ^var. Iwrrida) Zweige büschel- 
dornig, var. pc'ndula Triebe hängend, var. pnnicea, Blüten tiefrot, Abb. 181, var. rosea, 
rosa mit weil.!, var. albo-plena und ruhro-pleria, weiß und rot gefüllt, var. praecox Dipp. oft 
sehr früh blühend, bei uns wohl empfindlich, var.st'iiiperj/örens i var. Bnianlii). kleiner Strauch, 
bis Herbst blühend; C. orientälis fC. odoratissi/iiaj, Südosteuropa. W'estasien. baumartig. 
Blätter graufilzig, tieflappig, Frucht rotorange, bis I.S/hw dick, kugelig, behaart, var. san- 
guinea (C. Toiirneförtii) kahler. Frucht dunkler rot; C. oxyacantha, Furopa, Nordafrika, 
wie monogyna, aber Blätter breiter und kürzer, 3 bis .S lappig, Frucht Scharlach, mit 2 bis .3 
Steinen, hiervon gute Kulturformen var. alba plena, Blüten später sich rötend, var. Candida 
plena, Blüten weilJ bleibend, var. bicolor (var. Gumpperi bicolor, var. rubra). Blüten mit weißer 
Mitte und rotem Rande, var. Paiilii ^var. coccinea, var. spk'nderis, var. „Pauls New Double 
Scarlet"), lebhaft Scharlach, beste rotblütige; C. pinnatifida, Nordostasien, Strauch oder 
kleiner Baum, Zweige kahl. Blätter kahl, tief .5 bis *) lappig. Blütenstände Mai. Griffel 3 bis 4, 
Frucht kugelig oder birnförmig. tiefrot, fein gepunktet; größere, derbere, weniger tiefgelappte 
Blätter und glänzendere Früchte hat var. major fC. Brettsclineideri Sehn., C. Korolköwii, 
C. tatdrica), sehr schön in I-rucht; C. tanacetifölia, Kleinasien, kleiner meist wehrloser 
Baum. Zweige und Blätter behaart, ausgezeichnet durch dicht fein drüsiggezähnelte Blattlappen. 
Früchte gelb, behaart, bis 2 an dick; eine hübsche Hybride von tanacetifölia mit einer noch 
unsicheren Art ist C Dippeliäna oder C. Leeana (C. tanacetifölia var. Leeana). 

Crataegus crenulata, Lalandi und Pyracanttia siehe l^yracantha. — Crataegus graadiflora 

und lobata siehe Cratacmespiliis. 

Crataemespilusgrandiflöra (Crataegus grandiflora, Mc'spilusgrandiflora. M. Smithii. 
Crataegus lobata) ist ein echter Bastard Mespilus germanica mit Crataegus monogyna, steht 
im Blüten- und Fruchtbau Crataegus nahe, hat aber mispelähnliches Laub und größere, meist 
einzelne Blüten, Frucht groLJ, braun, bildet baumartige Sträucher ; Kultur usw. wie Mespilus. 
Ein Bastard mit Crataegus oxyacantha ist C. Gillotii Beck. 

Crenularia (.Aetlüonema) eunomioides: m\~.\cthioiieina sehr nahe verwandte, kleinstrauchige 
Crucifere vom CilicischenTaiirus, Blätter dicklich, Blüten rosenrot; KuMwx usw.w'xti .Aetliionemu. 
Hierher auch C. glauca {.Aetlüonema Halansae], nur bis 10 cw hoch. 

Crinodeadron Patägua und C. depeadens (Tricuspidäria dependens] sind immergrüne, chilenische 
Sträucher aus der Familie der E 1 aeoc a r p ace e n, die sehr hübsch sind, ganz im Süden und in Eng- 
land im Freien gedeihen, für uns aber nur als Kalthauspflanzen gelten können. (Näheres siehe 
C. Schneider, lIl.Handb. d. Lanbholzk. IL, S. 364.1 

Cudräaia {.Wacliini) tricuspidata tC. triloba), Seidenwurmdorn. — Moraceen. — Bis über 
5 m hoher, dorniger, zcntralchinesischer Strauch oder Baum, Blätter wechselständig, sommergrün, 
3 lappig, Blüten 2 häusig, in kugeligen grünlich gelben Scheinköpfen, Juli, Frucht mit krustiger Hülle; 
Kultur in durchlässigem Boden und recht warmer Lage, sonst gute Decke ; Ve r m e h r u n g durch 
Sonimerstecklinge unter Qlas; Verwendung nur für Qehölzfreunde, hat sich in Darmstadt hart 
gezeigt. In China als Ersatz für .Maulbeerblätter für Seidenraupen benutzt. In warmen Lagen im Süden 
gute Heckenpflanze. 

Cydönia oblonga (C. vulgaris, Pyrus Cydonia). Quitte — Rosaceen. — Bekannter, 
aus Mittel- und Ost-.\sien stammender, bei uns längst eingebürgerter, dornloser, baumartiger 
Strauch (Abb. I.S2I, Blätter wechselständig, einfach, Blüten grol.l. weiß oder hellrosa, einzeln, 
achselständig, im Mai, Frucht groß, gelb, Herbst, wertvoll zum Finmachen usw.; Kultur in 
gutem, durchlässigem Boden und sonniger Lage; Schnitt selten nötig, eventuell nach Blüte; 
N'ermehrung durch reife Stecklinge. Samen, gute Sorten okulieren auf Typ ; \' e r w e n d u n g 
als dekorativer Zierstrauch und Fruchtstrauch, Früchte sehr fein duftend. Von Formen seien 
erwähnt: var. pyrifonnis, Frucht birnenartig, die typische Form. var. maliformis (C. malifor- 
niis), Frucht apfelartig, var. pyratuidalis, pyramidal; var. lusitänica (C.lusitanica). üppiger 
als Typ, Blüten größer, reicher, Frucht birnförmig, beste Zierform, aber nicht so hart; die 
Kulturarten gehören ins Gebiet derPomologie, sehr empfohlen die serbische „N'rania-Quitte". 

Cydönia cathayensis. C.japonica, C/Mau/e/siehe Cliacuomelcs. — Cydonia sinensis siehe Pseudo- 
cydoniii. — Cynänchum siehe .Warsdcma und .Wetaplexts. — Cynöxyloa siehe Conuis floridu. 

Cyrilla racemiflora, Lederholz — C y r i 1 1 a c e e n. — Bei uns nur reich verzweigter kahler Strauch, 
aus dem südöstlichen Nordamerika, Blätter abwechselnd, einfach, etwas Wintergrün, im Herbst schön 
rotorange; Blüten weil.i, in achselständigcn. zuletzt nickenden Trauben, im .Wai bis .luli, Frucht kleine 



Cvrilla — Cvtisus 




Kapsel; Kultur in warmer Lage in etwas feuchtem, sandigem Boden im Scliatten; Vermehrung 
durch Samen oder Steclchnge unter Qlas; Verwendung nur für Gehölzfreunde in den südlicherfu 
Teilen des Gebietes, zur Blütezeit ganz hübsch. 

Cytisus, Geißklee — Leguminosen. — Sommergrüne, niedrige Sträucher, Blätter 
wecliselständig, meist 3 zählig, Blüten gelb, purpurn oder weiß, traubig oder kopfig, Frucht 
längliche 2 klappige Hülse, die Samen haben im Gegensatz zu Gciiistu einen Nabelwulst. 
der nur niirriaius und^labrcscens fast ganz fehlt; Kultur in warmen, sonnigen, trockeneren 
Lagen in gut durchlässigem, lehmig-sandigem, humosem Boden; Schnitt im allgemeinen 
kaum nötig. Auslichten im Herbst oder kurzes Zurücknehmen im Sommer; N'ermehrung 
durch Samen (Mai) und halbharte Stecklinge im .August, auch X'eredlung auf C. nigricans 
und Labiirnum anagyroides; \' er Wendung als zum Teil recht hübsche Blütensträucher. 
namentlich für Qesteinsanlagen, Rabatten und kleine Gruppen. 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN 

(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 

glabrescens lAbb. 183) . . 173 

hirsutus 173 

kewensis 173 

leucanthus 173 

— pallidus 174 

— schipkaensis 174 

Linkii 172 

multiflorus 172 

nigricans (Abb. 184) . . . .173 
praeco.x 1 73 



albus Hacq 173 

— Lk 172 

Ardoinii 173 

austriacus 174 

Beanii 173 

biflorus 173 

capitatus 174 

decumbens 172 

elongatus 173 

emeriflorus 173 



purgans (Abb. ,S6) 173 

purpureus 173 

— albocarneus (Abb. 185) . 173 

— albus 173 

— incarnatus 173 

ratisbonensis biflorus . . .173 

— elongatus 173 

sessilifolius 173 

supinus 174 

versicolor (Abb. ISöl . . . 173 



Al Blätter sämtlich einfach, Tracht an Gcnista pilosa erinnernd: C. decumbens. Süd- 
liches Mittel- und Südeuropa, niederliegend-wurzelnd, bis 20 cm hoch. Stengel fünfkantig, 
Blätter zottig behaart. Blüten lebhaft gelb. .April bis.Iuni, sonnige, steinige Lagen, Einfassungen, 
geht auch als Oenisui. — Bi Blätter sämtlich oder untere 3 zählig. — 1. Obere lilätter einfach. 
Wuchs aufrecht, besenstrauchig: C. multiflorus fC. albus Link, C. Linkii. Spartiiiiii 
mulliflönim), Spanien, dort wie unser Sarothamniis auftretend, bis über 3///, Triebe jung be- 
haart. Blüten weil.'). Mai bis .luni, besonders wegen der folgenden Hybriden bedeutsam, sonst 



Cytisus 



7.3 




glubrescens, 20 cm. (Phot. A. Purpus.) 



zu heikel; C. praecox, Hybride C. niiillif'/onisXC. piirs/aris. bis 3/h. dicht buschig. Tracht 
überncigend, Blüten lichtgeib, etwas unangenehm riechend. April bis Mai. sehr schein für 
warme, geschützte sonnige Lagen, 
eventuell Winterschutz; C. pür- 
gans (.Abb. 5(0. h'rankreich, Spa- 
nien, steif aufrecht, bis 40 cm. Blätt- 
chen silberhaarig, bald abfallend, 
Blüten sattgoldgelb, brauchbar; zu 
dieser Gruppe zählen noch zwei 
Hybriden, die an gleichen Orten in . 
Felsanlagen wertvoll sind, aber nie- 
derliegende Sträucher bilden : C. 
kewensis (C. tnulliflorusXC. Ar- 
(loiniil, Hlättchen meist 3 zählig. 
lichtgelb, und C. Beänii (C. pur- 
^ans X C. Ardoinii). sattgelb. — 
11. Blätter sämtlich 3 zählig. — a) 
Kelch kurz, glockig. Röhre 
kaum länger als Lippen. Zweige 
kantig oder gefurcht. — 1 . Blüten 
achselständig, längs der Zweige zu 
beblätterten Scheintrauben gehäuft: 
C. Ardoinii, Seealpen, niederlie- 
gend, kaum bis iO cm. Zweige und 
Blättchen etwas abstehend seiden- 
zottig, Blüten zu 1 bis 3, reingelb, April (bis IWai), für warme Lagen in Felspartien, wichtige 
Hybriden!; C. glabrescens Sart. (C. emeriflörus, öenista }^labrescens\. Tessin. Nord- 
italien. (Abb. 1S3), bis 1 m. ziemlich kahl. Blüten zu 1 bis 4, gelb. Mai. hübsche seltene Art. 
warme Lagen. — 2. Blüten in endständigen, oft kopfigen Trauben: C. nigricans (Lemho- 
tropis ni<rricans). Mittel-Europa, Italien, bis 2m, Blätter gestielt, behaart, Blüten gelb, (Abb. 
184); nahe steht C.sessilifolius, bis über I m, Blätter sitzend, kahl, Blütenstände nur 4 bis 
1 2 blutig. Blüten heller, etwas früher. ,\\ai bis ,Iuni. beide für Gehölzfreunde wertvoll, 
b) Kelch langrohrig. Röhre doppelt so lang wie Zähne. — a) Blüten aus altem Holze 

seitenständig (frühblühende Arten, 
\piil bis Juni): C. elongätus (C. 
ninslhuic'nsis var. cloni^atus), Un- 
^ irn Serbien, 1.5 /«. Zweige bogig 
iibcrh mgend, Blüten sattgelb mit 
Isothchbraun. Mai bis .luni. reich- 
hliihcnd; C. purpüreus, Tirol bis 
\iiiditdlien. niederliegend -aufstre- 
ifend, kahl. Blüten purpurn, A\ai bis 
.luni. bei var. alhociirncus /'var. in- 
tiinuitus). hellfleischfarben, var. ul- 
hiis. weilJ. hübsche Art (Abb. 185); 
noch schöner wohl C. versicolor 
fC. elongatiis?X purpüreus), Blüten 
gelblichweiß. rotpurpurn überlaufen 
(.\bb. 1S()).; zu dieser Gruppe auch 
der kulturwerte C. ratisboncusis \-ar. 
bijlörus (C. hiflörus). gelb, bis 1 ///. 
1-rucht angedrückt behaart; ferner 
der formenreiche C.hirsütus, Eu- 
ropa bis Transkaukasien. gelb, alle 
Teile abstehend zottig. — bi Blüten 
am Ende diesjähriger Triebe kopfig gehäuft (Sommerblühcr. .luni bis Auguste C. leucän- 
thus (C. albus Hacq.. non Link). Österreich-Ungarn, wie supiuus, aber niedriger, bis (lOc/;;. 




Cytisus niirrici 



.;i<lec, 



Cytisus— Daiiae 




yHsiis piirpureus var. ulbocarneiis, hellblütiger Purpur-Geißklee, 30 cm 



Ronsdorf. 



Behaarung anliegend, nicht zottig. Blüten weiß, hierher var. schipkai'nsis. nur 25 cm. weil), 
und var. pallidiis (C.pullidiisl, wie Typ. Blüten blaßgelb, hübsch für Felsgruppen, Rabatten. 
Einfassungen; ebenso C.austriacus, Osteuropa, bis U.9w. seidig behaart, Blüten gelb, guter 
Sommerblüher; C. supinus (C. caphätus), Ostfrankreich bis Kaukasus, bis 1 ni, sehr 
variabel, alle Teile abstehend zottig behaart (Gegenstück zu lürsutus), Blüten sattgelb. 



;. — Cytisus alpinus siehe Labnnmin alpinum. — Cytisus Labur- 
Cytisus rawentaceus und Weldeai siehe Pettena. — Cytisus 



Cytisus AdamI siehe Laburnocytis 
num siL'he l.ahurnum anagyroides. - 
scopärius sithe Sarotliamnus. 

Cytotliämnus''^) Dallimörei C. Sehn. (Cytisus Dulliinörei Rolfe): eine künstlich erzeugte Hybride 
zwischen Cy/isiis maltißoriis und Sarotlnimnus scopärius var. Andreaims, \'on Tracht der letzten, bis 
über 5 m, Triebe jung gerippt, Blätter meist dreizählig, behaart, Blüten zu 1—2, verschiedenartig rosa 
mit dunkleren karmesin getönten Flügeln, Fahne fast rundlich, außen dunkler. Schiffchen fast weiß, Mai ; 
nach Bcan sehr aussichtsvoll und meist auf l.ülmrnum veredelt. 

Daboecia (Bon'ttcn cantäbrica (I). polijölia. Menzidsia polifolia, Vaccinium cantdbri- 
ciim), Glanzheide, Kriechheide — Ericaceen. — Bis 50 cm hoher, niederliegend- 
aufstrebender, immergrüner Strauch aus Westeuropa. Blätter abwechselnd, etwas gerollt, 
Blüten bläulichrot. weiß il alba), oder gestreift (f. bicolor), in endständigen verlängerten 
Trauben, .luli bis Septeinber; Kultur als Moorbeetpflanze, in Jugend Schutz; Vermeh- 
rung durch Samen und krautige Soinmerstecklinge; Verwendung als hübsche, anspruchs- 
lose Pflanze für Gehölzfreunde, z. B. am Rande von Rhododendrengruppen. 

Damaszener Rose siehe Rosa damascena. 

Damnacänthus indicus (7). major) — Rubiaceen. — Niedriger, buschiger, immergrüner Strauch 
mit unter den Blättern gepaarten kurzen, feinen Dornen, Blätter 2 zeilig, ganzrandig, dünnlederig, kahl, 
rundlich-oval, glänzend-grün, Blüten weiß, röhrig, wenig vortretend, aber beerenartige Früchte schön 
korallenrot im Winter; Kultur in warmen, geschützten, mehr schattigen Lagen in humosem, frischem, 
durchlässigem Boden; Vermehrung durch Stecklinge; Ve rwe n d u ng für erfahrene Pfleger als 
Unterholz, da zur Fruchtzeit sehr hübsch; sehr selten und heikel. 

Dänae racemösa (D. Lauras, Ruscus racemosiis), Traubendorn: eine bis 1 m hohe, 
dein Ruscus hypophyllum ähnliche, etwas bambusartige und wie dieser im Schatten zu ver- 
wendende .Art aus Transkaukasien mit spitzen, lanzettlichen, glänzend grünen Scheinblättern 







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Abb. 18b. Crtews veisicolor. 1,2 m. (H. -V Hesse, Wc 




Abb. 187. iJapImc Cncorum, Kusmaiinsu.Llclb: 



I 76 Oaiiac — Däphne 

und roten Beeren in cndständigenTrauben ; sonst wie Ruscus. Wertvolle immergrüne Schatten- 
pflanze. 

Däphne, Seidelbast, Kellerhals — Th\ melaeacecn. — Kleine Sträuclicr mit ein- 
fachen, abwechselnden, bei Gcfl/iira gegenständigen Blättern.Blüten röhrig. meist stark riechend, 
in Köpfchen oder kurzen Trauben; Frucht beerenartige Steinfrucht; Schnitt kaum nötig, bei 
Mezereiiin nach Blüte; Kultur usw. siehe bei den .Arten; \'erm eh rung durch Samen mach 
Reife), Ableger und krautige Stecklinge ; auch auf Mezereiini oder Luiireolu veredeln, zuweilen 
schwer zu vermehren. 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
iDie Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.! 



alpina 178 

altaica 178 

arbusciila 176 

aurantiaca 171) 

australis 176 

Blagayana I7i) 

buxifolia 177 

caucasica 178 

Cneoruni (Abb. 187) . . .176 

— maxima 176 

— Vcrlolii 17(> 

collina 176 

— neapolitana 17() 

Daiiphinii 177 



Delahavana 176 

Delphinii 177 

Fioniana 176 

Oenkvva 177 

glonierata 177 

Houtteana 177 

hvbrida 177 

Jenkwa 177 

Laureola 177 

— purpurea 177 

Mezereum 177 

— alba (Abb. 18^1 .... 177 

— alba-plena 177 

— aiitumnalis 177 

— atropiirpurea 177 



Mezereum grandiflora . . .177 

— plena 177 

neapolitana 176 

odora 177 

oleoides (Abb. 188) . . . .177 

petraea 177 

pontica 177 

retusa 177 

rupestris 177 

salicifolia 178 

sericea 176 

sinensis 177 

Sophia 178 

striata 177 

tangiitica 177 



.\. Blätter immergrün: 

1. Pflanzen niederliegend aufstrebend, kaum bis über 20 cm. siehe auch unten petraea und 
5//7V//(7y :D.ß/ag'ajKäna. südöstliches Europa, rasig. Abb. 2. S.Blätter keilig-obo\al, kahl. Blüten- 
stände2t)bis.^0blütig.endständig.Blütenrahmweiß,sehrduftend.i\\ärzbisApril.schattigefrische 
Lagen in steinigem Moorboden, wertvoll für Gesteinsanlagen; D. Cneörum, Rosmarin- 
seidelbast. Gebirge -Witteleuropas. wie Abb. 187. Blätter gedrängt, keilig-lanzettlich, fein 
gespitzelt, zuletzt kahl, glänzend grün, unterseits bläulich. Blüten in dichten endständigen 
Büscheln, rosa, duftend, April bis Mai. liebt sonnige Lagen in Gesteinspartien, leichten durch- 
lässigen Untergrund, var. W'rlötii. Blätter länger, blüht 2 Wochen später; an Cneoniiu erin- 
nert die ungarische D. arbüscula. 
Triebe gerötet, Blätter gerollt. Blü- 
ten lebhaft rosa, reizender Felsen- 
strauch. — II. Pflanzen aufrecht, 
nicht kriechend. — 1 . Blüten in end- 
ständigen Köpfen. " a. Blätter unter 
4(77/ lang, sonst bei retusa an Spitze 
ausgerandet: D. aurantiaca, 
Hochgebirge von Nordwestyunnan. 
kleiner, sehr dichter Strauch, bis 
yorw. Blätter kahl, länglichoboval, 
bis 10 mm lang, Blüten zu 2 bis 4 
endständig, tief orangegelb, duf- 
tend, jetzt in Schottland in Kultur, 
sehr hübsche Art; D. collina. (l). 
(luslrcilis. D. sericea Hort.), Italien 
bis Kleinasien, buschig, bis 73 cm. 
Triebe seidig, Blätter länglich-ob- 
oval. glänzend grün, unterseits grau 
behaart, Pilüten zu 1(> bis 12, Köpfe 
am Grunde mit Tragblättern, purpur- 
rosa. duftend, Kronenlappen stumpf 
oval. Mai bis .luni. für warme Lagen ; D. neapolitana (D. collina var. neapolitana. D. 
I-'ioniüna, I). Dclahayana, D. Cneorum var. ma.ximu Hort.i. eine Hybride der Cneorum mit 




188. Ihipline oU-oidi 



Daphiie 



collinu oder olcoidcs. aufrecht, bis 's cm. Triebe fein behaart, i'jlättcr verstreut, dbovai-laiizett- 
lich. stumpfspitzig, Blüten zu 10 bis 14, erst rosapurpurn, dann heller, .\pril bis A\ai, liebt 
Kalk, gilt als gut; D. ole- 
oides (D. huxifölia), Süd- 
europa bis Orient, bis 50 an, 
siehe Abb. 1 «s. Triebe grau- 
filzig, Blätter oboval -ellip- 
tisch, spitzlich, zuletzt kahl, 
fein hell gepunktet, Blüten- 
stände ohne Tragblätter. 3 
bis iS blutig, weiß bis hell- 
lila. Kronenlappen länglich, 
spitz. Frucht rot; D. pe» 
traea (D. nipc'stris). Süd- 
tirol, fast rasig, bis 1 2 cm. 
Blätter lineal-keilig. am Ran- 
de wulstig-verdreht. Blüten 
.luni, lebhaft rosa, duftend, 
für sonnige Lagen in Kalk, 
schwer zu kultivieren; D.re= 
tüsa (l). taiigiitica). West- 
china, dicht, aufrecht, bis 75 
cm. Triebe behaart, Blätter 
keilig-oboval, Spitze ausge- 
randet, glänzend grün, kahl, 
Blüten weil.!, aulJen rosa, 
kahl, fliederduftend, Mai, 
Frucht lebhaft rot, gilt als 
vielversprechend ;D.sfr;ä= 
ta. Alpen, Karpathen, Blät- 
ter keilig, lineal-lanzettlich, 
kahl, Blüten kahl, gestreift, 
rosa, in allem eine kahle 
Cncornm. selten. A,,h ,„„ ^;,;/,/,„,, ,„,„,,,,„,„ ,,,,r. „//„,. weißer Kellerhals, I ,/,. 

b) Blätter meist über 5cm ""''«■ '^""'''' \'bn,ctu.„ i 

lang, kahl; D. odöra [D. 

sinensis). China. Japan, bis \ ni, Blätter spitz länglich-elliptisch. Blüten purpurn, stark duf- 
tend, schon ab Januar, bei var. alba weiß, bei uns fast nur Kalthauspflanze; ebenso D.hyliriüa 
(D. üauphinii. D. Delpliinii). Kreuzung von oclora und collina. - 2. Blütenstände achsel- 
ständig, Blüten grün oder grünlich-weiß, außen kahl; D. Laureola, Lorbeerdaphne, 
Süd- und Westeuropa, 0,5 bis 1 /«, (Abb. 2-1), Blätter keilig, spitz-oboval-lanzettlich, sattgrün 
kahl, Blüten in 5 bis 10 blutigen nickenden Trauben, aus den Achseln vorjähriger Blätter, gelb- 
grün, duftlos, März bis Mai. Frucht schwarz, wertvoller immergrüner Busch für halbschattige 
etwas feuchte Lagen; D. pöntica, Südosteuropa bis Westasien, etwas höher als \'orige, 
Blätter dünner, Blütenstände meist 2 blutig, am Grunde der jungen Schosse, Blüten gelbgrün, 
duftend, .'\pril bis Mai, viel später als bei Laiircolu. gleich wertvoll; nahe siehi D. glotneräta, 
Westasien, Blüten hellrosa, Mai. 

B) Blätter sommergrün, häutig. — 1. Blüten vor den Blättern, aus Seitenknospen am 
alten Holze; D.Genkwa (D.Jcnkwa Hort.y, .lapan, aufrecht, rutig verästelt, bis 80 a//. 
Blätter gegenständig, unterseits seidig behaart, Blüten prächtig lila, März bis April, prächtig 
zur Blütezeit, geschützte Lagen; D. Mezereum, Kellerhals, Huropa bis Altai und Kau- 
kasus, bis 1,20«/, siehe .Abb. ISi), Blätter wechselständig, kahl. Blüten lila purpurn, duftend, 
ab Februar, Früchte rot, bei var. «//;« weiß, 1-rüchte gelb, var. pleno (\ax. alhii plenul. weiß 
gefüllt, var. i^rundißora (war. autiunnalis). früher, zuweilen im Herbst blühend, Blüten etwas 
größer; giftige, aber sehr zierende Art; eine interessante Hybride mW D. I.anreola ist D. 
tioutteäna (l). Mezereum \-ar. atropurpwea. I). Laureola xar.purpurea), halbimmergrün. — 

Silva T.iro uca- Schnei der, L'nscrc l''reiland-l.aul-sc!i"l/e, :. AutLigc. 12 




Daphnc — Decaisnca 




11. Blutenstände endständig nach Blattaustrieb: D.alpina, Alpen, aufrecht, bis -40(7;/, Zweige 
und junge Blätter behaart. Blüten weil.i. zu (> bis 10,' duftend, i^öhre außen seidig, Mai 

bis .luni. Kronenlappen lanzettlich. 
Frucht gelbrot: ohne besonderen 
Zierwert; ähnlich D.altäica, Altai. 
0,75w, Blätter gröl.ier. Bliiten weni- 
ger im Blütenstand, sowie D. So- 
phia, SüdrulJland, Blätter kahl; fer- 
ner die bis \,hni hohe D. caucä- 
sica ll). salicij'olia), Kaukasus, 
siehe Abb. I >»o. Blätter lanzettlich. 

Daphniphyllum — li u p h o r - 

b i a c e e n. — OrolJe bis baumartige, 
immergrüne Sträucher lAbb. l'Mi. 
Blätter abwechselnd, schön, grol.'i, 
Blüten klein, zweihäusig. kronenlos, 
in achselständigen Blütenständen, 
wie die blauschwarzen olivenartigen 
Früchte ohne Belang; Kultur im 
Halbschatten in warmen, geschütz- 
ten, frischen Lagen, gute Boden- 
decke im Winter; X'ermehrung 
durch reife Stecklinge und Ausläu- 
fer; \'er Wendung als prächtige 
Blattpflanze in genügend warmen 
Gebieten, ist aber ziemlich hart, 
wenn erst recht eingewachsen. 
Schutz gegen grelle Sonne. 

D. macropodum, ,lapan, in 
Heimat Baum, Triebe bereift, oft gerötet, Blätter länglich, an Rliododemlron erinnernd, I:51att- 
unterseiten deutlich blauweiü. Stiele und Mittelrippe^oft rot; geht nicht selten als D.gluiia's- 
cens, die aber nicht echt in Kultur sein dürfte; D. hutnile (D.Jczoc'nsisJ, Nordjapan, kaum 
über 00 an. breiter Strauch, Blätter kleiner, scheint wertvoller zu sein. 

Dattelpflaume siehe Diospyros. 

Davidia — Nyssaceen. — Neue sommergrüne, schönbelaubte Bäume (Abb. l')2), 
aus Zentralchina, Blätter wechselständig, einfach, lebhaft grün, Blüten unscheinbar in Köpf- 
chen, aber diese von großen, leuchtend weißen, rosa verfärbenden Hochblättern (Abb. l'».^i 
gestützt. Mai bis .luni, Frucht pflaumengroß, rötlichbraun, Oktober; Kultur in jedem guten, 
durchlässigen, aber nahrhaften Qartenboden, in Sonne und Halbschatten; X'ermehrung 
durch Samen, .Ableger (Sommer). Wurzelveredlung (und eventuell halbreife Stecklinge unter 
Glas); X'erwendung als vielversprechende, in der .lugend schutzbedürftige Farkbäunie; 
zur Blütezeit ganz eigenartig. 

D. involucrata, pyramidaler Baum bis 20 m, jung wie .Abb. 1 ').?. Blattunterseiten bleibend 
dicht seidig; häufiger in Kultur ist var. Vilmoriniana ll). Vilnioriniana. D.lacta). Blatt- 
unterseite schnell fast ganz kahlend. graugrün. 

Debregeäsia edulis iMororürpus edii/i.'i): chinesisch-japanische Sdtnmergrüne Urticacee, die hei 
uns nur als Halbstrauch sich hält, aufrecht, bis 1 rri, Blätter abuechsehid, spitzelliptisch, gesägt, ober- 
seits etwas rauh, unterseits weKifilzig, 3 nervig, bis \5cm lang; Blüten ein- oder zweihäusig in kuge- 
ligen, achselständigen Köpfen, Juni, Früchte kugelig, orangerot; nur botanisch von Interesse; Ver- 
mehrung durch Samen oder halbreife Stecklinge unter Qlas. 

Decaisnea Fargesii — L ardizabalaceen. — Hoher, aufrechter, kahler Strauch 
(Abb. l')4) oder kleiner Baum, wenig verästelt. Zweige weidenartig, blau bereift wie Blatt- 
unterseiten und -spindein, erst gegen Ende beblättert. Blätter unpaar gefiedert, bis bocni 
lang, hellgrün. Blüten grün, ohne Kronblätter in langen hängenden Trauben, April bis A\ai. 
Früchte länglich, zu 3, blau gefärbt; Kultur in gutem, durchlässigem Boden, in warmer. 



Abb. 190. Dciphne i 



Decaisnea — Desmöcliuni 




Daphnipliylhim . 



geschützter Lage; N'ermehrung durch Samen, Sommerstecklinge und Ausläufer; \'er- 
wendung als sehr dekorative interessante Art im Park und Garten, recht hart. 

Decumäria bärbara ([). radicans). Sternhortensie — Saxifragaceen. — Mit 
Luftwurzeln kletternder, sommergrüner Strauch (Abb. l'iSi aus den südöstl. N'erein. Staaten. 
Zweige meist hohl, Blätter gegenständig, einfach, glänzend grün. Blüten klein, weißlich. 
duftend, in Doldenrispen im Mai bis.Iuli. Frucht urnenförmige. im unteren Teile weilJgerippte 
Kapsel; Kultur in feuchtem Boden in warmer Lage an Mauern usw.. sonst Decke; \'er- 
mehrung durch Sonimerstecklinge und Samen; N'erwendung im wesentlichen nur für 
Gehölzfreunde. 

Delaväya toxocärpa \l). yi/nncini'fisis\ ~ Sap i n d a c c e ii. — Neuerer baumartiger Strauch aus 
Zeutralcliiua, Blätter aliwechselnd, sommergrün, aber derb. .^ zählig, Blüten klein, weiß, in Rispen. 
Frucht grolJe, holzige Kapsel ; Kultur usw. vielleicht wie Xanl/iöceras; noch zu beobachten. 

Dendromecon rigidum, Baummohn — Papaveracceen. — Kahler, graugrüner, kalifornischer 
Strauch, 0,5 bis .S in, Blätter abwechselnd, einfach, dicklich, Blüten mohnartig, groß, gelb, einzeln end- 
ständig, Frucht vielsamige Kapsel; nur für erfahrene Pfleger in wärmster sonniger Lage als f-clsen- 
pflanze versuchswert; Samen keimen sehr langsam; Ve rni eh ru ng durch reife Stecklinge in ganz 
reinem Flul.isand bei l.S"C; sehr empfindlich gegen Nässe. 

Dendropänax japönicum ist eine ostasiatische Araliacee mit einfachen Blättern, ähnlich den 
fertilen von Hedciv cohlüca. die bei uns kaum in Freilandkultur erprobt wurde. 

Desfontainea spinösa — Loganiaceen. — Immergrüner, niedriger, dornblatlrigcr Strauch aus 
dem südlichen Südamerika, mit //c.v - artigem Laube und schönen, großen, einzelnen, langröhrigen, 
scharlachroten Blüten, der bei uns nur ganz im Süden im Freiland versuchswert ist; in F.ngland prächtig. 

Desmödium, Wandelklee: von dieser Gattung ist, wie es scheint, bei uns keine echte Art in Kultur, 

12* 



Desniödiuin — Dei'itzia 




in England soll D. tiliiicfolium ans Kascliniir vürhaiulün sein, (Näheres siehe C. Schneider. III. Hanüh. 
d. Laubholzk. II., S. 108.1 

Desmödium penduliflorum siehe Lcspedeza Sichoklii. 

Deützia, Deutzie — Saxifra'gaceen. — Niedrige oderliohesommergrünc Sträuclier. 
Blatter gegenständig, einfach. Blüten meist weil.) oder rosa, traiibig oder rispig, Frucht viel- 




Abb. 194. Decuisnea fargesii. .^ 
Kiiaii Hsicn. ,i'i. 



182 



Dei'itzia 



sämige Kapsel ; K u 1 1 u r in jedem guten, nicht zu schweren Gartenboden ; Schnitt nur wenn 
dringend nötig nach Blüte, im Winter Auslichten des alten Holzes nach Bedarf: N'ermeh- 
rung vor allem durch krautige und reife Stecklinge: Verwendung als ausgezeichnete 
Ziersträucher, einige auch vorzüglich zum Treiben. 



ALPHABETISCHH LISTE DHR ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN, 

lüie Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen. i 

discolor excellens . . . 185 

— fasciculata 184 

— lactca 184 

— major (Abb. 197) . . 184 

— rosea 183 

— stellata 184 

elegantissima 184 

— arcuata 184 

— fasciculata 184 

excellens IH-S 

glomeruliflora 184 

gracilis 183 

— campanulata .... 183 

— candelabruni .... 183 

— carminea 183 

— erecta 183 

— exiniia 183 

— fastuosa 183 

— rosea 183 

— venusta 183 

grandiflora 184 

hypoglauca 182 

kalmiaeflora 185 

Lemoinei 182 

— conipacta 182 

longifolia 184 

— Veitchii 184 



magnifica 184 

— eburnea 184 

— erecta 184 

— formosa 184 

— latiflora 184 

— superba 184 

mollis 182 

niyriantha 185 

parviflora 182 

purpurascens 184 

reflexa 184 

rosea und var 183 

scabra 183, 184 

alboplena 183 

— candidissima .... 183 

— Eortunei 183 

— plena 183 

— punicea 184 

— Watereri 184 

Schneideriana laxiflora . 183 

setchuenensis 184 

— corvmbiflora .... 184 
Sieboldiana (Abb. 1Q6) . 184 
Veitchii (Abb. 198) ... 184 

Vilmorinae 185 

Wellsi 183 

Wilsonii 185 



angustifolia 182 

candelabruni 183 

— erecta 183 

— fastuosa 1 83 

Candida 184 

carnea 184 

— densiflora 184 

— lactea 184 

— stellata 184 

corynibiflora 184 

— erecta 184 

corymbosa parviflora . . 182 

crenata 183 

— candidissima picna . . 183 

— eburnea 184 

— erecta 183 

— formosa . . . . • . 184 

— magnifica 184 

— plena 184 

— superba 184 

— Watereri 184 

discolor arcuata .... 184 

— Candida 184 

— carnea 184 

— densiflora 184 

— elegantissima .... 184 

Ai Blumenblätter in der Knospe dachziegelig gefaltet (Ränder übereinander greifend): 

D. hypoglauca, .Wittelchina. ähnlich 
parviflora. aber Blätter unterseits kahl, 
blaugrau, Zähne der äußeren Staubfäden 
lang, die Antheren überragend, weil.iblü- 
tig. gilt als gute harte neue Art: D. mol- 
lis. '.Wittelchina. bis über 1 m. Blätter el- 
liptisch-lanzettlich, unterseits dicht weich 
behaart, Haare meist fünfstrahlig, Blüten 
rahmweiß oder leicht rosa, in dichten fla- 
chen Ebensträußen. .luni. Staubfäden zahn- 
los, interessant, aber ohne hohen Kultur- 
wert : D. parviflora (D. corynihösa \-ar. 
parviflora), Nordchina. Mongolei, auf- 
recht. Triebe kahl, Blätter oval, unterseits 
hellgrün. Haare verstreut, angedrückt. (> 
bis ^^ strahlig. Blütenstände ebensträußig. 
weiß, ,Iuni, äußere Staubfäden zahnlos, 
längst nicht so wertvoll wie ihre Hybride 
mit gracilis: D. Lemoinei fD. angiisti- 
Jdlia). vortreffliche Kulturform, bis 1 w, 
Knospen zum Teil klappig gefaltet, viele 
Sorten, guter Treibstrauch, zu var. coni- 
pacta gehören „Boule de Neige", Blüten 
rahmweiß, und „Avalanche", reinweiß: 
sie ist wieder an Hybriden beteiligt siehe 
unter magnifica. 

B) Blumenblätter in Knospe klappig. 




1. ill. siehe S. 1841 Blutenstände 
deutlich traubig oder rispig mit \er- 
längerter Hauptachse. Kelchzähne 
kürzer als Blütenachse (ausgenom- 
men bei einigen Hybridem. 

a) Blätter unterseits kahl oder 
fast kahl, Haare nur 4 bis 7 strah- 
lig: D. gräcilis, Japan, niedriger 
Strauch, kaum bis 1 ///, Triebe bald 
kahl. Blätter spitzlanzettlich. scharf 
gesägt, Blüten in aufrechten Trau- 
ben, weiiJ, Mai bis Juni, was als 
Formen davon geht, gehört zu fol- 
genden Hybriden, die sehr kultur- 
wert sind: D. candeläbrum ll). 
gradlis var. candehihrtiiii), Kreu- 
zung mit Sieholdianu. Blüten groß, 
weiß, Blütenstände dicht rispentrau- 
big, hierher var. erecta (D. gracilis 
var. erecta), var. fastuosa (ü. gra- 
cilis var. fastuosa) ; und D. rösea 
(l). gracilis var. rosca. D. discolorxnr 





Abb.197. üc'iilziu(liscolor\aTMi(ijor, \ungi: Pflanze, 1 75^(Vw.iJ.\»;iitiiaii 



it piirpiirascens, Blüten meist rosa, 
glockig, in Rispen, hierher 
\-ar. campanuldta (gracilis 
\-ar. canipunulata), weiß. var. 
carminea (gracilis \-ar. cur- 
iiiinea), hellrosa. außen kar- 
niesin. var. cxiinia (gracilis 
var. exirnia), weiß, außen röt- 
lich, ähnlich var. Jloribünda 
und vdT.grandi/löra. var. niiil- 
tiflöru und \'ar. veniista (gra- 
cilis \'ar. venusta). weiß. 

b) Blätter unterseits deut- 
lich sternhaarig, Haare auch 
bis 15 strahlig: D. Schnei- 
deriäna var. laxi/lora.W'esi- 
China, ähnlich scabra. abei 
Rispen lockerer und graziö- 
ser; D, scäbra Thbg. (D. 
crenäta), Japan bis China, 
bis 2,5 /;/. Blätter eilanzett- 
lich. kerbzähnig. beiderseits 
rauhhaarig. Haare 1 bis 1 5 
strahlig, Blütenstände zylin- 
drische F^ispen. Blumenblät- 
ter aufrecht, k'elchlappen kür- 
zer als Röhre, an 1-rucht ab- 
fallend igegen Sicboldiana). 
blüht Juni bis .luli, besonders 
kulturwert hiervon die For- 
men : var. candidissiiiia /var. 
albo-plena, D. crenata var. 
candidissima pleno. D. Well- 
si). Blüten reinweiß gefüllt, 
\ar. Fortiinei. Blüten größer 
als beim Typ, var. plcna (D. 



crcnuta yixr.pleriu. I). saibni var. 
rot überlaufen, var. Wuiereri \l). 



„Pride Ol Rocbester" 
crenuta var. Waten 




Abb. 198. Deütziii lonr;ifoli( 



\'citclni. 1.1. Vcitcli and Sons 



Blüten weiß gefüllt, doch außen etwas 
', var. piinicea] Blüten einfach, außen 
stärker gerötet: sehr hübscii die H\-- 
bride mit IJ. Vilmorinue: D. mag' 
nifica (D. crenatu \'ar. magnifica), 
Kelchlappen länger als Röhre, hier- 
her die als c/-«7«/'«-\'arietäten be- 
schriebenen Formen var. ebiinwu. 
\ar. erecta. vdx . fonnösa . var. lati- 
Jlönt und var. siipc'rba: D.Sieboh 
diäna II). saibni Sieb, et Zucc. und 
der meisten Gärten), .lapan (.Abb. 
l'»oi niedriger als scabru. Blüten- 
stände lockerer. Staubfäden zahn- 
los. I-rüchte mit bleibendem Kelch; 
wertvoller die Hybriden mit rosea 
var. grandiflora (siehe obenl: D. 
cärnea (D. dism/or \-ar. airrwa). 
Blüten rosa oder weiß, mit den For- 
men \-ar. densijlöra. \-ar. lacteii und 
var. stcllüta. die von Lemoine als 
^//sro/o/--Formen verbreitet wurden : 
mit purpurascens: D.elegantissi^ 
ma (Ü. discolor var. eleganiissimal, 
wozu noch var. arcuata und var. 
Jasciciildta gehören, die Lemoine 
ebenfalls als r/ww/o/- Formen aus- 
gab, und mit Lcmoinci: D. Candi- 
da (l). discolor var. Candida). Blü- 
ten groß, weiß, in Rispen; alle ver- 
dienen größte Beachtung und Er- 
probung. 

II. Blütenstände doldenrispig. 
ebensträußig oder fast scheindol- 
dig. ohne deutliche Hauptachse. 



al Blütenstände nur 1 bis 3 blutig. 
Staubfäden mit langen schlanken 
zurückgekrümmten Zähnen: D.grandiflöra, Nordchina, bis 1.5 w, Blätter aus rundlichem 
Grunde spitzeiförmig, oberseits rauh, unterseits weißfilzig. Haare vielstrahlig. Blüten weiß, 
nickend, .April bis ^\■d\. frühestblühende Art, hart. — b) Blütenstände mehrblütig. — 1. Kelch- 
zähne kürzer als Röhre. Staubfäden der inneren Staubblätter die .Antheren überragend: D. 
setchuenensis ID. corymbijlöm var. erecta). iWittelchina. aufrechter graziöser Strauch, bis 
1 .5 m. beim Typ die Blütenstände wenigblütig. wichtig für uns var. corymbiflöra II). coryin- 
hiflora). Blüten breit offen, nicht zu groß, aber zahlreich. Juni bis .luli. für warme Lagen. — 
2. Kelchzähne lanzettlich, so lang oder länger als Röhre: D.discolorvar. major. .Wittelchina 
( Abb. 1 <)7 1, aufrecht bis 1 .5 //;, Blätter länglich lanzettlich, spitz, unterseits graufilzig. Haare -s bis 
1 2 stralilig. Blijten weiß, offen. Staubfäden unter Spitze gezähnt, .luni. wegen der sogenannten 
^//',sTo/o/-Kulturformen siehe oben; nahe stehen die noch seltenen mittelchinesischen Arten D. 
glomeruUflöra, Blütenstände dichter, kleiner aber zahlreicher. Staubfäden wie bei longifolia. 
und D.re//e.Ya. Blüten kleiner, in lockereren Blütenständen. Kronblätter am Rande etwas zu- 
rückgebogen, sehr reichblütig. auch an\'ilmorinae erinnernd; D./o/Jg"//ö//a, Westchina, auf- 
recht bis 1 ..=1 III. abweichend von discolor durch längere, schmälere, schärfer geäderte Blätter, 
die an der Rippe unten auch einfache Haare tragen, durch purpurrosa Blüten und die den breiten 
Staubfäden aufsitzenden, von diesen überragten Antheren.. luni. als beste Form gilt var.Ve/r= 
chii iD.Veitchii) (.Abb. 1 ')!S) ; D. purpurascens 1 1). discolor var. purpurascens). Westchina. 
wie(//.s(r)/w. aberHaarederBlattunterseitennur.T bis 7 strahlig. Blütenstände nur 5 bis 10 blutig. 



Dciitzia — Dicrvilla 




/ )iu/>c'n>ui /a/)/ioiiUL 



Blüten aulkn rosapurpurn. Staubfäden wie bei Icirigifolia. gute Art. von deren ausgezeichneten 
Hxbriden (siehe auch oben) noch genannt sekn: D.kalmiaeflöra /'mit /). purvijlora). BUiten 
innen hellrosa aul.len karmesin, und D.myn'äntha (mit /J. LcnioincU. hierher die Sorten 



„Boule rose" und ..Fleurdepommier"';D. \'iImorinae,\\ 
wie discolor. aber Blütenstände lockerer. Blüten grülJer. 
.luni, gehört zu den allerbesten Arten 
mit den großen lockeren weil.len Blü- 
tenständen: eine gute Hybride mit 
ü.rosca var. grandijloru ist D.eX' 
cellens (D. discolor var. cxccllcns). 
reinweil.) : D. Wilsonü, Mittelchina, 
steht discolor auch sehr nahe, aber 
Kelchzähne fast kürzer als Röhre 
und Staubfäden zahnlos. 

Diapensia lappönlca — I) i a p e ii - 
s i a c e e n. — Winziges, rasiges, immer- 
grünes Zvvergsträuchlein aus dem arkti- 
schen Teile der nördlichen Hemisphäre 
(Abb. IWl, wie Pyxiduntlwra zu behan- 
deln, weicht ab durch: nicht kriechend, 
Blätter kahl, 6 bis 12 mm lang, Blüten 
gestielt, Antheren ohneSporii; heikler 
als Pyxidanthcrti. nicht zu trocken, son- 
nig; Vermehrung nur durch Samen; 
schwer hoch zu bringen, meidet Kalk. 

Diapensia barbulata siehe Pyxidan- 
tlicni. — Dicknarbe siehe l'aclivstiina. 



telchina. üppig, aufrecht, bis 1 .5 w 
irc Stielchen bis I cm lang. .Wai bi: 




Diervüla ( Wei^^c'Iu), Weigelie 



.•\bb. 200. DierviUa praecox „Bouquet rose", 
(Orig.; horl. Qoos .Sr Kocnemann, Nieder« allut.l 



18() 



Oiervilla 



amabilis 


... 185 


hortensis .... 


... 187 


canadensis . . . 


... 18(5 


-alba 


... 187 


coraeensis . . . . 


... 187 


hiimilis 


. . . 186 


floribiiiida . . . . 


... 187 


livbrida 


. . . 187 


florida 


... 18ö 


japonica .... 


... 187 


— alba 


. . . 18h 


— alba 


. . . 187 


— venusta . . . . 


... 186 


— hortensis . . . 


... 187 


grandiflora . . . 


... 187 


— nivea .... 


... 187 



— Caprifoliaceen. — Sommergrüne. 0.5 bis 2 m hohe, buschige Sträucher. Blätter einfach, 
.gegenständig oder gedreit. Blüten gelb oder hübsch rot oder weill in wenigblütigen Blüten- 
ständen, die sich oft rispig häufen, bei der Gruppe Wci^ela im Mai bis .luni, Frucht 2 klappige 
Kapsel; Kultur in jedem guten, nicht zu schweren Gartenboden, sonnig oder halbschattig; 
Schnitt der Sommerblüher im Winter, derWeigelien nach Blüte; \'e rm eh rung durch krau- 
tige oder reife Stecklinge, die amerikanischen Arten durch Samen und Wurzelschosse ; \'er- 
\v e n d u ii g als schöne Rabatten- und Gruppensträucher, zumTeil auch für Schatten, siehe unten. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 

Lonicera 186 

Middendorffiana .... 186 

multiflora 187 

praecox 186 

sessilifolia 186 

— splendens 186 

splendens 186 

trifida 186 

A) Blüten gelb, leicht zweilippig, am diesjährigen Holze, klein (Gruppe Emlicrvilla): D. 
Lonicera (D. canadensis. ü. hiimilis, D. trifida). nordöstl. Nordamerika, kahler, ziemlich 
unansehnlicher Strauch, bis Ibcm, Triebe rundlich, Blätter gestielt. Blüten zu 3. Juni bis 
Juli; eine Hybride mit der folgenden ist D. splendens iO. sessilifolia var. splendens); am 
brauchbarsten^/). sess/7/Yö/;a, südöstl. X'erein. Staaten. Triebe kantig. Blätter fast sitzend, 

derber. Blüten zu ,5 bis 7. am Ende 
der Zweige gedrängt. Juni bis Au- 
gust, gelegentlich als Unterholz, im 
Herbst zurückschneiden, wenn viel 
Blüten erwünscht; gelb blüht auch 
die seltene D. Middendorffiana 
(Gruppe Calyptrostigma). aus Sibi- 
rien bis .Japan, bis 1 ///, blüht wie 
die Weigelen am alten Holze. April 
bis Mai, windgeschützte, aber kühle 
feuchte Lagen. 

B) Blüten rosa, karmin oder weiü. 
groß, am alten Holze (Gruppe Wei- 
gela). — 1. Kelchlappen lanzettlich, 
bis etwa zur .Mitte verbunden; Nar- 
be zweilappig : D. flörida 1 11 'ciiielu 
rosea und W'.aiiKibilis Hort.). Nord- 
china, ausgebreitet überneigend ver- 
zweigter Strauch, Triebe mit 2 be- 
haarten Streifen, Blätter unterseits 
besonders an Rippe filzig. Blüten zu 
1 bis .?, Mai bis. luni, auüen tief rosa, 
nach innen weißlich, bei var. ö/Afl fast 
weiß, beste Kulturform var, venu- 
sfa, Koreaund Nordchina, etwasfrü- 
her und sehr reich blühend ; beteiligt 
an sehr vielen hybriden F^trmcn, sie- 
le unten unier D.liyhrida: D.praC' 
cox, .lapan, witjlorida aber Triebe 
kahl. 0\-ar stark behaart. Blüten rosa 
mit gelbem Schlund, im Mai, hiervon 
viele frühblüliende Hybriden wie 
„Avalanche", weiß. „Conquerant", groß. rosakarmin,„Espcrance".lachsrosa.„rtouquet rose". sei- 
dig rosa mit hellgelbem Schlund! Abb. 200), „Seduction", weinkarminrot, „X'estale", rahmweiß. 




DicTvilla — Diospyros 




Abb. 202. Blütenzweig der Persi 



Diospy 



II. Kelclilappen lineal. bis zum Grund j^cteilt, Narben kopfig: D. coraeensis( Ü. ^randh 
flöra), Japan, bis .?///, Triebe kahl, lilättcr untcrscits nur an Nerven behaart. I-iluten zu .1. 
glockig- röhrig, weißlich, hellrosa 
bis karmin, Mai ibis .lunil, üppig, 
aber nicht so schön wie die Hybri- 
den mit folgender oder /aponhri, 
wie „Dame Blanche", fast weil,!. 
„Mdme. Tellier". weil.! mit rosa 
Hauch, „venosa". karmin bis rosa, 
..X'erschaffeltii". purpurrosa mit wei- 
l.'iem Saum. .,Cong()".purpurnkarmin 
u. a. ; D. floribünda (Ü. miilti- 
floru). Japan, bis 1.5/«, Triebe 
weich behaart. Blätter beiderseits be- 
haart, unten dichter. Blüten gleich- 
mäßig röhrig, außen behaart, dunkel 
fast blutrot, hiervon wichtig die Hy- 
briden mit voriger. ..Ed. Andre", tief 
braunkarmin, ,.Eva Rathke" leuch- 
tend karmin, reichblütig. sowie „La- 
x'allei". lebhaft karmin und „Lowei" 
dunkelpurpurrot ; D. japönica 
{\\'c'i[i^H'/a /aporiica). Japan, China. 
\v\ef/ori/)ii/i(/a, aber Blüten viel grö- 
ßer, breitröhrig. zuerst weißlich. "'"°'' '^^ ''"'"'"'■''■' 
dann karmin. bei var. hortensis 

(D.liortcnsis) rötlichweiß, Blätter unterseits dicht weißgrau behaart, bei var. alba Wdix.nivco. 
I). hortensis var. alba) reinweiß; hiervon wichtige Hybriden „Abel Carriere", Knospe karmin- 
purpurn, Blüten mehr rosa, „Conquete". Blüten sehr groß, tief rosa; ferner seien unter D. hy- 

brida noch folgende Sorten genannt: 
„Groenewegeni". außen rot, innen weil.) 
mit gelb, „Mdme. Couturier", Blüten gelb- 
weiß, dann rosa. „Mdme. Lemoine", weiß, 
rosa überhaucht, sehrgut. „Othello", außen 
purpurn, innen karmin. „Pres. Duchartre". 
tief amarantrot. und „styriaca", leuchtend 
hellrot, später erdbeerrot. 
Dimorphänthus siehe Ara/ia. 
Diospy ros, Dattelpflaume 
Bbenaceen. — Sommergrüne, baum- 
artige Sträucher. Blätter abwechselnd, ein- 
fach, schön grün. Blüten ein- oder zwei- 
häusig. männliche in .^ blutigen Büscheln, 
weibliche einzeln. Früchte tomatenähn- 
lich ; K u 1 1 u r in jedem guten Gartenboden 
in möglichst warmer, sonniger Lage, da 
wenigstens in der Jugend in rauherem 
Klima empfindlich ; \' e r m e h r u n g meist 
durch Ableger, auch Samen (gleich nach 
Reife unter Glas); Verwendung als 
schön belaubte Parkbäume, die guten 
Pruchtsorten nur im Süden recht aus- 
reifend. 

D. virginiäna, Persimone (Abb. 
201 und 202). nordostamerikanische .\rt, 
bis über 20/«, Zweige kahl. Blüten grünlichgelb, Juni, I-rucht gclbrot. zirka 2.,s cm Durch- 
messer, zuletzt süß, nächst ihr ü. Lotus. Lo tos pflaume (Abb. 203), Orient bis Japan. 




Abb. 203. Blütenzweig der Lotospflaur 
Lotus, (i'iioi. .\. i'iirrii.i.i 



Diospy 



Diospyros — Dipelta 




Blüten und Früchte kleiner, diese gelb, blau bereift, fad, kirscliengrol.i; viel emp- 

findlicher ist D. Kaki, Kakipflau= 

me, .lapan, China. Zweige braun be- 
haart, Blüten gelblichweil,), schönste 
Art mit guten Fruchtsorten, Frucht 
groß, orangefarben, nur im südlichsten 
leil des Gebietes. 

Diöstea siehe Baillonia. — Diötis siclie 
Ihirotia. 

Dipelta - Caprifoliaceen. — 
Bis über 2 m hohe, sommergrüne, in 
Tracht der DicrvUla ähnliche, mittel- 
und westchinesische Sträucher. Blätter 
abwechselnd, einfach, Blüten zu 2 bis 
8 gehuschelt, röhrig-glockig, aui.ien 
blalj-rosa, innen weil.i mit gelb. Frucht 
trockene Kapsel, die von den verbrei- 
terten, schildförmigen Brakteen einge- 
schlossen ist; Kultur und Verm eh- 
rung wie bei Diervilla: Verwen- 
dung als interessante frühblühende 
(.Waii Sträucher im Garten. 

D. floribünda, Blätter spitz cilan- 
zettlich, ganzrandig. bald kahlend, Blü- 
ten zu 1 bis (). nickend, röhrig-giockig, 
hellrosa, Unterlippe orange, duftend. 




I)ip6lta 



hart : D. ventricösa, abweichend durch unterseits mehr behaarte Blätter und kleine H'ok- 
kige. am (irunde kaum röhrige. außen purpurne, innen weißliche, orange gefleckte Blüten. 

Diplärche ist eine mit Z,o/sc/?k/-/(/ verwandte H r i- 
cacee II -Gattung aus dem Hinialaya; wohl noch ^ 

nicht eingeführt? iNäheres siehe C. Schneider, 111. 
Handb. d. Lauhholzk. 11.. S. 514.1 

Diplociisia {Cdirii/iis) affinis — Menisper- 
ni a c e e n. — Schöner Schlinger aus China, bis 3//;. 
mit herzförmigen Blattern, gelben Blüten im Mai 
und blauschwarzen Früchten im .hnii; Kultur usw. 
wie Cctru/i/s : noch zu beobachten. 

Diplopäppus chrysophyllas siehe Ciissinia, 

Dipterönia sinensis, Zweiflügel — Acera- 
c e e n. — Kleiner, neuer Baum aus Zentralchina mit 
unpaar gefiederten, sommergrünen, gegenständigen 
BläUern, Blüten klein, grünlich, in endstandigen 
Rispen. Juni, Früchte wie bei Acer, aber ringsum 
wie bei Pfeh'ci geflügelt; Kultur anscheinend in 
jedem guten üartenboden, im übrigen noch zu er- 
proben, erst in England versucht; Ve r m e h ru n g 
durch Ableger. 

Dirca palustris, Lederholz — Th\ - 

nielaeaceen. — .Aufrechter, buschiger, bis 
2 III hoher Strauch l.\bb. 204). aus dem öst- 
lichen Nordamerika. Zweige sehr zäh, Blätter 
abwechselnd, dünnhäutig, einfach, sattgrün, 
Blüten im April bis Mai vor den Blättern am 
alten Holze, hellgelb, Frucht gelbrote kleine 
Pflaume; Kultur in frischem, kalkigem Bo- 
den, sonnig oder auch schattig (dann Wuchs 
locker ausgebreitet) ; Schnitt kauin nötig, sonst 
nach Blüte: N'ermehrungdurch Samen (nach 
Reife) oder Ableger; N'erwendung im Gar- 
ten und Park als interessante, sehr reichblü- 
hende Frühlingsblüher, hart. X'erdient mehr 
Beachtung! 

Disänthus cercidifölia, Doppelblüte 
— Hamamelidaceen. — .Aufrechter, buschi- 
ger, schön belaubter, kahler Strauch (.Abb.2n.=.|.Japan, Blätter lang gestielt, ab wechselnd, derb, 
sattgrün, im Herbst weinrot mit orange. Blüten violett-purpurn. /iaiiiainc/is-arWg. erst im 
Oktober erscheinend, wo dann die vorjährigen nußartigen Kapsel-Früchte reifen; Kultur 
in jedem guten, durchlässigen Gartenboden in warmer Lage ; Vermehrung durch Ableger 
(Samen keimen schwer), auchX'eredlung aui /ianianielis; Verwendung als ziemlich harter, 
wertvoller Blatt- und spätblühender Zierstrauch, leider noch selten. 

DIscäria i Colletias serratifolia: fast immergrüne, dornige, bei uns niedrige R h a m n a c e e aus Chile 
und Patagonien, Triebe grün, überhängend, Blätter gegenständig, oberseits wie lackiert grün, unterseits 
ähnlich, Blüten am alten Holze in achselständigen Büscheln, unscheinbar, weißgrün, .)uni ; hat in Darm- 
stadt geschützt ganz gut ausgehalten; Vermehrung durch Sommerstecklinge. 

Distegia involucrata siehe Lonueni involiicrata. 

Distylium racewösum, Doppelgriffel — Hamamelidaceen. — Bei uns nur Strauch (Abb. 200) 
aus Japan, Blätter immergrün, abwechselnd, einfach, sattgrün, Blüten einhäusig, klein, ohne Blüten- 
blätter, in achselständigen .\hren, Frucht 2 klappige Kapsel; in Kultur noch sehr selten, hat sich aber 
in Heidelberg als hübsch und hart erwiesen, für durchlässigen Boden im Halbschatten; Vermehrung 
durch Samen (nach Reife), reife Stecklinge und Ableger, wie auch Wurzelveredlung. 

Docynia Delaväyi (Pyriis Dctavuyi] — Rosaceen. — Hübscher, fast immergrüner Baum aus 
Abb. 207, Zweige etwas verdornend. Blätter ganzrandig, eilanzettlich. glänzend grün. 

Früchte apfelartig mit ble" 




Abb 206. Distv/iuiii raceniosiim, Doppelgriffel, 

\.iÖni. Il'hut. .\. Purpiis.l 



Mittelchina. 

vniterseits weilJfilzig, Blüten in Heimat im April-Mai, wie bei Mulus 

dem Kelch; Kultur usw. wie Malus, aber noch kaum versucht bei u 

Doldenrebe siehe Anipelopsis. — Dölicbos japonicus siehe hicrjriu. 
tlius. — Oorngeiltklee siehe Culycolome. 

üorycnium suffruticosum (/.<>tus Don'cniuni), Backenkice — Leg u 



iben- 



Doppelblütc siehe Disan- 
i n o s e n. — .Niederliegcnd- 




ci Delai'cn 
Chi Hsiei 



der Heimat Zentralchina, W.-Szetschwan: Nin-tou-shan beiChing- 
Il.Wilsim: mit Genehmiguna von Pmlcssor C. S. Sargent ) 



aufsteigender Zwergstrauch (Abb. 208i bis 45 cm. aus dem westlichen Mediterrangebiet, fein seidig be- 
haart, Blätter abwechselnd, sommergriin, 5 zählig gefingert, Blüten klein, kopfig, weißlich , mit 
dunkler Schiffchenspitze, Juni-September, Frucht einsamige Hülse; Kultur in magerem, trockenem 
Boden in sonnigen Lagen ; Ve rni eh ru ng durch Samen, Sommerstecklinge und Ableger (Teilung) ; 
Verwendu ng als Felsenpflanze oder für trockene Hänge, nur für Qehölzfreunde. — Auch D. rectum 
als niedriger hübscher weißer Soniinerblüher hraucbhar. 




Dottcrwcide — Kchiiiopaiiax 



Dotterweide siehe Sa/ix alba var. 
vilcllinu. ~ Doxäatba capreolata sielic 
A/iisos!if/iiis. 

DrimysWinterl( Winti'ra aronnitica): 
immergrüne, bei uns strauchige kahle 
Magnoliacee aus dem Feuerland. 
Blätter abwechselnd, elliptisch -lanzett- 
lich, spitz, oberseits dunkelgrün, unter- 
seits blaugraugrün, hell gepunktet, aro- 
matisch, Blüten in achselständigen 
Schcindokien clfenbcinweiß, duftend. 
Fetalen lineal. 1-rucht höckerige Beere; 
Kultur in warmer Lage und gutem Bu- 
den ; Ve r m e li r u n g durch Stecklinge 
oder Ableger; hält in Südtirol aus, ge- 
wiß aber noch härter. Sehr interessant 
für (jehölzfreunde. 

Dryas octopetala. Silber» 
würz, Silberkraut — Rosace 
en. - Bekannter, alpiner, immer- 
grüner Zwergstrauch (Abb. 20') i. 
breite Flächen überziehend, Blätter 
abwechselnd, einfach, hellgrün, un- 
terseits weiGfilzig, Blüten weiß, ane- 
monenartig, einzeln, langgestielt, 
Mai bis Juni, Frucht mit Federnschweif 
(mit Zusatz von Moorerde) in sonniger 





Abb. 210. Hdgewörthia pupyrifera. 70 i 



Abb. 209. Dryas octopetala, Silberwurz, 15 cm. 
' lü. Arends, Ronsdorf.) 

Kultur in gut durchlässigem, leichtem Boden 
aber frischer, nicht trockener Lage, liebt Kalk, 
doch nicht unbedingt nötig, tief wur- 
zelnd in Felsspalten ; X'ermehrung 
durch Saat, Teilung und am besten 
durch Stecklinge ; Ve r w e n d u n g als 
eine der allerbesten immergrünen Fol- 
sterpflanzenfürFelspartien, blüht reich, 
man gebe im Notfall etwas Schutz gegen 
zu frühe Bestrahlung im Winter. — 
Sehr analog ist aus Nordamerika D. 
Drümmondii , sehr hübsch über 
Steine herabhängend, Belaubung grau- 
grün. Blüten kleiner, gelblich: ferner 
die beiden ebenfalls harten D. inte- 
grifölia. Blätter lanzettlich, Rand um- 
gerollt, Blüten weil.), und D. tomen= 
tosa, Blätter oboval, beiderseits filzig. 
Blüten gelb. 

Drypis spinosa siehe Staudenbuch — 
Duftapfel siehe .i;i////.s- coivnuria. — Duft= 
bliite siehe (hrriaritliiis. — Duftrebe siehe 
\'itis vulpiiHi. — Duväua spinescens siehe 
Sc/iiniis (li'peiulens. — Eberesche siehe 
Sorbus (Gruppe Auciipariu). — Eberraute 
siehe Arleniisia'Abivtantim. 

Echinopäaax {Paiiax. Oplopdiwx] hör- 
ridum i Idisia und Horsfieldia liornda\. Igel- 
kraftwurz, noch seltene, heikle A r a 1 i a - 
c e e aus dem westlichen Nordamerika und 
Japan, kriechend -aufstrebend, alle Teile 
dicht stachelborstig, Blätter einfach, 5 bis 
7 lappig, Blüten weiß, klein, in endständi- 
gen zusammengesetzten Trauben, im Juni 
bis Juli, Frucht beerenähnlich, rot. August 
bis September ; K u 1 1 u r in feuchtem . humo- 
sem Boden in'geschützter. etwas schattiger 



192 



Echinopanax — Klaeagnus 



Lage; Ve rm e h r\i ng'durch Samen und Wurzelschnittlinge, siehe sonst Acanf/iopanax ; für Qehölz- 
freunde interessant, hält sich in Dahlem recht gut^"). 

Eccremocärpus i Calainpetis\scaber: chilenische B i gn o n i a c e e, ein kahler, halhstrauchiger Kletter- 
strauch mit gegenständigen, doppelt- 
fiederschnittigen, rankenden Blättern 
und orangeroten nickenden Blüten in 7 
bis 12 blutigen Trauben im Juni bis Juli, 
bei uns nur gut gedeckt (Sicherung des 
Wurzelstockes gegen Nässe) aushaltend, 
zuweilen auch als Annuelle behandelt. 
Echte Heide siehe Erica. 
Edgewörthia papyrifera — Thy- 
Micl aeaceen. — Niedriger, japanisch- 
chinesischer, soniniergrüner Strauch 
(Abb. 2101. Blätter an Zweigenden ge- 
drängt, einfach, Blüten im April vor den 
Blättern, gelb, duftend, seidenzottig, 
dicht doldig, Frucht trockene Stein- 
frucht; Kultur nur im Süden des Ge- 
bietes in warmen, aber frischen Lagen 
versuchswert, sonst Kalthaus, wie auch 
die immergrüne E. Qardnen aus dem 
Himalaya. 

Edelkastanie siehe Castcinca. — Ed- 
winia siehe Jamesiu. — Ehrenpreis 
siehe I 'cronua. 

Ehretia acuminäta iE. sei rata) — 
15 (1 r a g i n a c e e n. — Bei uns nur auf- 
1 echter, sommergrüner Strauch (Abb. 
2 1 1 1, aus Japan, China, Himalaya, junge 
1 riebe wachsig gelb, Borke rauh, Blät- 
ter abwechselnd, einfach, derb, gelb- 
grün, Stil und Rippe gelb, Blüten klein. 
wciljlich, honigduttend, in ansehnlichen 
Wickelrispen, Mai bisJuni, Frucht kleine 
gelbe Steinfrucht; Kultur in warmer 
Lage in gutem, aber durchlässigem Bo- 
den; Vermehrung durch Samen und 
halbreife Stecklinge unter Olas; Ver- 
wendung nur für erfahrene Qehölzfreunde in recht geschützter Lage in den südlicheren Teilen des 
Gebietes. 

Eiche siehe Qiicrciis. — Eichenmispel siehe Loranllius. — Eisenholz siehe Bumelia. 
f/aeä^nus, Ölweide Hlaeagnaceen. — Sommer- oder immergrüne Sträucher 
oder Bäume. Blätter abwechselnd, einfach, silbrig oder goldig beschülfert, Blüten meist 
wohlriechend, traubig oder gebüschelt. Frucht meist fleischige Steinfrucht; Kultur siehe 
bei den Arten; Vermehrung durch Samen, krautige und reife Stecklinge und Ableger, 
seltenere Sorten auf H. eüulis veredeln; Verwendung siehe Arten. E. angiistifolia und 
latifoHa auch für Salzboden. 




Abb. 



Eiiretui serrula. 



\. Purpus 



ALPHABF£T1SCHB LISTB DLR ERWAliNTHN LATFINISCHHN NAMHN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.! 

(irientalis 192 



angustifolia (Abb. 61 . . 192 

— Orientalis 192 

— spinosa 192 

argentea 193 

crispa 193 

edulis 193 

glabra 193 



ferruginea 193 

hortensis 192 

longipes 193 

macrophylla 193 

multiflora U)3 

— crispa 193 

— edulis (Abb. 2121 . . . U»3 



pungens 193 

— reflexa 193 

reflexa 193 

sativa 192 

tomentosa 142 

umbellata 193 



A. Blätter sommergrün, häutig; I. Zweige. Knospen und Blätter silberweil.! 
schülfrig (oder filzig), ohne bräunliche Schüppchen: E. angustifolia iE. hortc'nsisl 
<Abb. 6), Mediterrangebiet bis Mittelasien, Strauch bis Baum, oft dornig (var. spinosa), 
ohne Ausläufer, Blüten gelblich, .luni, bei var. orientälis iE. orientalis. E. tomentosa. 
E. sativa), sind alle Teile zottig-filzig statt schülfrig und die Blätter etwas kürzer und breiter; 
sehr genügsam, wertvoll für trockene Lagen, durch das silbrige Grau des Laubes sehr 



ilaeägnus — Klshöltzia 



1'I3 




niaeagnus mulliflora xar. ediilis. f-riichtzweig. 

(Phol. A. Purpus.i 



bezeicliiicnd; Früchte variabel, gelb, niitSilberschiippen,el.']bar. — 11. Zweige usw. silbern und 
braun schijlfrig: E. argentea, Silberbeere, Nordamerika. Strauch 1 bis 2 m. Ausläufer 
treibend, dornlos, Blätter beider- 
seits silbrig, Blüten zu 1 bis .K duf- 
tend, innen gelb, Mai, F-rucht trok- 
ken, silbrig, hübscher Zierstrauch, 
geht zuweilen als Sheplicrdia ar- 
gentea ; E. multiflöra i/:. löriiri- 
pc's), .Japan, Nordostchina, dorniger 
Strauch, bis 2 in. Zweige goldbraun 
schülfrig, Blätter sehr bald oberseits 
grün, kahlend, Blüten meist einzeln, 
gelbweil.), Früchte langgestielt, läng- 
hch. saftig, besonders die dornlose 
var. edülis iE. cdulis\ (Abb. 212) 
mit herbschmeckenden, roten Früch- 
ten in Kultur, geben gutes Kompott, 
kürzer gestielte Früchte und mehr 
lanzettliche Blätter hat die dornige var. crispa (E. crispaj: E. umhelläta, .lapan, China, 
breiter oft dorniger Strauch, bis über 5 ni. wie mnltiflora aber Blätter länglicher, heller grün. 
I-rucht rundlich, kurz gestielt, später blühend. 

B. Blätter immergrün, lederig, Blüten im Herbst: E. glabra, Japan, dornlos. 

leicht rankender Strauch. Triebe rostbraun 
schuppig. Blätter dünnlederig, spitz eiläng- 
licli. untcrseits silber-rostbraun schülfrig, 
metallisch glänzend. Blüten weil,'), mit brau- 
nen Schuppen, ob bei uns echt in Kultur?: 
ebensowenig wohl auch die echte li.jerru- 
:j,inca; E.macrophylla, .lapan, dornlos. 
bis 25 ni. Blätter breit oval oder rundlich, 
unterseits silbrig, für geschützte warme 
Lagen prächtiger Blattstrauch ; E. pün-' 
gens {E. ferniginea, E. glabra vieler 
üärtenl, Japan, China, dornig, bis (i ///, 
Blätter länglich elliptisch, unterseits silb- 
rig oder reichlich braunschülfrig, bei var, 
rcJlcKxa (E. refk'xa), zum Teil bunte For- 
men, viel härter als macrophylla. 

Eleutherococcus siehe Acanthopanax. — 
Eller siehe A/riiis. 

Elliöttia racemösa — Hricaceen. — Sehr 
sclIcncT. bis 2,S /// hoher, sommergrüiier. Wur- 
/clschossf tri-ihciidcr Strauch (Abb. 213), aus 
den siidöstl. Wtl'Iii. Staaten, I bis 3 m, Blätter 
abwechsehid, einfach, Blüten weil3, in schma- 
len, langen Rispentrauben, Kronblätter frei, 
Frucht Kapsel; Kultur wohl am besten als 
Unterholz in sandigem, frischem Boden, blüht 
im .hini, dürfte dann recht hübsch sein. 

Eisbeere siehe Soiinis lorminalis. — Else 
siehe Alnus. 

Elshöltzia Stauntönii — Labia- 
ten. Aufrechter, bis über meterhoher, 
aromatischer, rutig verästelter Strauch 
(Abb. 2141. aus Nordchina. Blätter gegen- 
ständig, unterseits mit sehr feinen gold- 
roien Drüsen besetzt, breit lanzettlich, 
etwas hängend, Blüten rosaviolett oder 
in dichten, langen Scheinähren, September bis Oktober: Kultur in sonnigen, ge- 

rarouca-Schncidcr, l^nscrc Hrciland-l.aubKcli.ilzc, 2. .\uilago. 13 




Abb. 2 



mosa. 1 ,M) I 



weil.), 
Silva 



iaiithiis 




Abb. 214. Elsliöltzia Stauntonii, 80 , 






schützten Lagen in durchlässigem Hoden; \erm e'hrung durch Samen und halbreife 
Stecklinge: \'er wen düng als hübscher Spatherbstblüher für Gehölzfreunde, noch selten. 

— Das gleiche gilt für E. pol}- 
stächya aus dem Himalaya und 
Westchina. Blüten weiLl. 

Emböthrium coccineum, Feuer- 
busch: unter den sonst nur als Kalt- 
hauspflanzen in Betracht kommenden 
chilenischen Proteaceen vielleicht 
die härteste, bei uns Strauch mit Wur- 
zelschossen, Blätter immergrün, ganz- 
randig, eilanzettlich, glänzend grün, Blü- 
ten end- und seitenständig, rispig, leb- 
haft scharlachkarmin. eigenartig; ob bei 
uns versucht? 

Ewrnenöpteris Hearyi — R u b i a - 
c e e n. — Sommer- oder wintergrüner, 
chinesischer Baum, Blätter gegenstän- 
dig, spitz-elliptisch, ganzrandig, fest, 
Blüten in Doldenrispen, gelb, glockig- 
trichterig. 2,5 cm lang, Früchte elliptisch 
mit lederiger Schale; jetzt durch Wilson 
in Kultur gekommen und in warmen La- 
gen versuchswert. (Vgl. C. Schneider, 
in. Handh. d. Laubholzk. II., S. 1055.1 
Empetrum Conrad! siebe Corenut. 
Empetrum nigrum, Krähen- 
beere, Rauschbeere — l£ m p e - 
traceen.-- Kriechender. bis25rOT hoher, heideartiger, immergrüner, dichte Rasen bildender 
Strauch im arktisch-subarktischen Gebiet der nördlichen gemäßigten Zone. Blätterabwechselnd, 
dicht, lineal. gleich den Trieben am Rande drüsig. Blüten klein, rosa bis purpurn, meist zwei- 
häusig. Mai, Früchte beerenartig, schwarz : K u 1 1 u r in frischer, mooriger oder felsiger, aber 
nicht sonniger Lage. Schneedecke ; \'e r m e h r u n g aus fast reifen Sommerstecklingen unter 
Glas; Verwendung für Felspartien. - Die rotfrüchtigen Formen gliedern sich in drei 
Arten: aus dem östlichen Nordamerika E. atropurpüreum [B. niirriiiii var. andinnm 
Fern.. E. nigrum var. purpureum .Auct.). Zweige und junge Blattränder weiüfilzig. Früchte 
rot bis purpurschwarz, spitz, und E. Eamesii lli. rubrum La Pylaiei. wie vorige, 1-rüchte 
rosa oder durchscheinend hellrot, gilt als schönste in Frucht; ferner aus dem antarktischen 
.Amerika E. rubrum \'ahl (E. nigrum var. andinuml. sehr ähnlich der letzten, aber Blätter 
gröüer, lockerer gestellt, mehr ausgebreitet als aufrecht. 
Enaatiospärtoa siehe Qenista radiata. 

Enkiänthus, Prachtglocke Fricaceen. — Bei uns Sträucher. in der Heimat 
oft kleine Fjäume. Blätter sommergrün, abwechselnd, einfach. Blüten glockig, weiß oder 
rot. in traubigen oder doldigen Blütenständen. Frucht fünfklappige Kapsel; Kultur in 
gutem, etwas lehmigem, durchlässigem Boden, in warmer, vielleicht am besten halb- 
schattiger Lage; Vermehrung durch Ableger und reife Stecklinge; Verwendung als 
sehr hübsche A\ai-,luni-Blüher und prächtig im Herbst gefärbte Sträucher im Park, großen 
Gesteinspartien und auf Rabatten. 

A) Blüten krugförmig. mit fünf sackartigen Schwellungen am Grunde, weiß: E. perU' 
latus (Andromeda perulata, E. japönicus\, .lapan. Strauch 1 bis 2 ///, Blätter im Herbst 
gelbrot. Blüten in hängenden, kahlen, locker gestellten Dolden. April -Mai. mit oder vor 
Blattausbruch. — B) Blüten glockig, ohne Schwellungen am Grunde, nach den Blättern 
erscheinend iMai bis Juni): E. campanulätus {Andronieda campanuluta\. Xordiapan. 
hoher Strauch. Blüten nickend, in behaarten .s bis 1 5 blutigen Dolden, hellgelb mit trüb- 
roter Zeichnung, sehr schön in Blüte und im Herbst; ähnlich, aber viel seltener sind E. 
deflexus i/:. iiimaldiais\. Himalaya und Westchina. Blüten schön, größer, gelbrot. mit 
dunklerer Zeichnung, und E. chinensis, Zentralchina, Blütenstände (und Blatten kahl, 
P)lüten lachsrosa mit rot; E. cernuus [Wcistt'ria a'rnua. Androineda ccrnua. E. Meistcria). 
.lapan. bis 1.5 m. Blüten in hängenden Trauben, weiß oder bei var. rubens, rot. Rand 
unregelmäßig gezähnt; var. rubens sehr empfehlenswert. 



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Abb. 215. /;>;(■(/ cüriiea. Schneeheide, 3U < 



•Xrcnds, I^onsdorf.) 



Bpbeu siehe Hcdera. — Epibaterium carolinum siehe Cocciiltts. 

Epigäea repens, Bodenlorbeer — Ericaccen. — Niederiiegend-wurzelnder, immergrüner Halb- 
straiich, Blätter abwechselnd, eirundlich, Blüten meist zweihäusig, in 4 bis 6 blutigen an kurzen Trieben 
endständigen Ähren, weiß oder rosa, duftend, im März bis April; Kultur in sandig-steinigem, etwas 
feuchtem Waldboden, Nordlage; Vermehrung durch Teilung; Verwendung als hübsche Schatten- 
pflanze, meidet aber Kalk. 

Erbsenstrauch siehe Caragana. — Erdbeerbaum siehe Arbiitiis. 

Ercilla {Hiytoläcca) volübilis \Brid- 

gesia spicäla) — Phytolaccaceen. — 
Schlingender Halbstrauch mit abwech- 
selnden, einfachen, lederigen Blättern 
aus Chile -Peru, Blüten klein, weißlich, 
ährig, Früchte beerenartig: bei uns nur 
in sehr geschützter Lage versuchswert. 
Vermehrung durch Stecklinge lunter 
Glasl oder Ausläufer. 

Eremospärton aphyllum {Sparliiiiii 
apliytliinis ist ein transkaspischer binsen- 
artiger Steppenstrauch, der noch nicht 
in Kultur versucht sein dürfte. (Näheres 
C. Schneider, 111.1 landb. d. Lauhholzk.il . 
S.85.) 

Erica, echte Heide, Heide= 

kraut— Ericaceen. - Bekannte, 
meist niedrige, immergrüne, fein- 
belaubte Sträiicher, Blüten klein, 
krugförmig. doldig oder rispig. leb- 
haft gefärbt, Frucht viclsamige Kap- 
sel: Kultur zumeist in frischem 
(nicht nassem), humoscm. sandigem '"""' '*''S""''- i'^iini.iii^-".» 

Moor- oder Heideboden in sonniger Lage. Reisigdecke oder Bodendecke im Winter; Ver- 
mehrung durch Samen und halbreife Stecklinge in sandiger Heideerde unter Glasglocken 




irbörea. HaunilK 



luli bis August, wo sie dann bis zum nächsten 




Abb. 21 



cm pungcris. iphot, H. Zu 



in den Blattachseln wie bei curnea, aber etwas 1« 
Antheren mehr verdeckend, bei var. 
lübemica (var. glaiica\ Blätter mehr 
blaugrün ; nicht so hart wie curnea ; 
E. vagans, Westeuropa (Abb. 49), 
Tracht üppiger, breiter wachsend, Blät- 
ter zu 4 bis 5. Blüten fast kugelig, frisch 
rosa oder weil.! (var. a/ha) oder dunkel- 
rot (var. rubra], im August bis Septem- 
ber, sehr hübsches, spät blühendes 
Gegenstück zu curnea: E. verticil- 
lata, Südosteuropa, ist vagans ähnlich, 
mehr aufrecht, Blätter gedreit, geht oft 
als vagans. — 11. Staubblätter einge- 
schlossen in Blüte (nur Griffel meist 
vorragend): E. arbörea (Abb. 21(i), 
mediterran-kaukasischer Baumstrauch, 
Zweige hcllzottenborstig. Pilättcr zu 3. 
kahl, Blüten weil.l. pyramidenrispig, 
duftend; £. c/V/är/s, Westeuropa, nie- 
derliegend-aufstrebend, grau behaart, 
große, schöne purpurrosa Blüten (oder 
weiß, var. alba, karmin, var. atropur- 
piirea), .luni bis Herbst, prächtig, aber 
nur für wärmste Lagen. 

B) Blüten deutlich endständig am 
Haupttrieb: I. Blätter und Zweige drü- 
senborstig: E. Teträlix, Glocken= 
beide, Nord- und Westeuropa, bis 



Frühjahr (.Mai bis .luni) bleiben; Ver- 
wendung als prächtige Felsen- 
pflanzen, aber auch auf Rabatten, 
die vorbereitet sind, nur in Masse 
wirksam. Siehe auch .Arends' Be- 
merkungen auf S. ()2. 

,\i Blüten an Seitentriehenendstän- 
v\\'^ oder achselständig, zu scheinbar 
Liidständigen Rispen oder Schein- 
trauben gehäuft: 1. Staubblätter aus 
1 umcnkrone hervorragend: E.cär- 
tiea (£. herbcicca). Schneeheide 
(Abb. 2 LS), Alpen, Apenninen, nie- 
derliegend-aufstrebend bis 30 r/H, 
kahl. Triebe, Blätter und Kelchab- 
sclinitte kahl, Blätter zu vier quirlig, 
Blüten im Februar-März-.April. glok- 
g, leuchtend rosenrot oder weiß 
(var. alba), prächtiger Frühjahrs- 
blüher, besonders die neuen.-Xrends'- 
schen Farbensorten sowie von älte- 
ren „alrorubra", Scharlach, „KingGe- 
orge", dunkler als Typ, länger blü- 
hend, „Winter Beauty", noch dunk- 
ler und größer als vorige ; E. me= 
diterränea [li. curnea var. occi- 
(/rw/'e/V/sM.Westeuropa. dicht buschig, 
aufrecht, bis 2 /«, Blüten zu 1 bis 2 

leiner. die breiteren Kronenlappcn die 




Abb. 21«. liriobothrva japonica, iapanische Mispel, 
Blattzwc-isT. (iMiui. .\. Purpiis.i 



isc-Mc 




Abb. 219. liriögoniini iimbeUatim 



A. Purpus.j 



4U cm. Blätter zu 4 krcuzstäiulig, Blüten in .s bis 1 2 blutiiien ScheinJdldeii. rcjsa oder weil.) 
(var. alba\. Juni bis September, liebt feuchte. nioorij.;e Lagen, nahe steht /:. Mackäyi, Blätter 

etwas breiter. Blüten tiefer rosa, of- 

fener. — II. Blätter und Zweige bor- 
stenlos, doch fein behaart : E. cine= 
rea, Westeuropa. 0.3 bis 0.6 in. 
Blätter gedreit. Blüten nickend, ei- 
förmig, in quirligen Trauben, rosa, 
weil.i (var. alba\, purpurlich (var. 
atropiirpürea). \'ar. coccinca. fast 
scharlachrot ; E. tnulticaülis (E. 
stricta, E. racemosa. Li. tcnuina- 
lis); Süditalien, Spanien, steifästig. 
0,4 bis I w (Abb. 4SI. Blätter zu 
4 quirlig. Blüten zylindrisch, liebt 
feuchtere Lagen. 

Erica spiculifolia siehe Rrucken- 
tlialia. 

Er/näceapua^eos, Igelginster: mit 
Calycotoine verwandte L e g u m i n o s e 
aus Südosteuropa stechende Polster bil- 
dend, wie Abb. 2 17, kaum bis 30 (•/;;, Blät- 
ter winzig, Blüten zu 1 bis 3 achselständig 
am EndederZweigchen.hellpurpurblau, 
April bis Mai, Hülse drüsenhaarig, 1 bis 

2 sämig; Kultur in sonnigster Lage im Alpinum, liebt Kalk; Vermehrung durch Samen und reife 
Stecklinge oder Verzweigungen im August (in Sand im Haus, wie (Jenista); Verwendung für den 
Qesteinsgarten. 

Erioböthrya [Photinia. -Uä/w/ws i /apön/ca, Wolltraube, japanische Mispel — 

Rosaceen. — Baumartiger, dick rostgraufilziger Strauch mit immergrünen abwechselnden 
großen, einfachen Blättern (Abb. 2IS). Blüten weil.i. in breitpyramidalen Rispentrauben, 
duftend. Frucht groü. gelb, birnenartig; Kultur usw. wie PJwtinia, nur im Süden des Ge- 
bietes mit Erfolg im Freien anzubauen. 

Eriögonum, Wollknöterich - Foly gonaceen. — Nordamerikanische Halb- 
sträucher oder Stauden. Blätter sommergrün, einfach, Blüten unscheinbar, aber Blütenstände 
ziemlich ansehnlich lAbb. 2 1')| ; Kultur in durchlässigem Boden in sonnigen Lagen. Gestein, 

Schutz gegenWinternässe;\'e rm e h- 
rung durch Samen und Teilung; 
N'erwendung für Gehölzfreunde. 
E. cognätum (Abb. 5 7), kali- 
fornisciier Halbstrauch, Blattunter- 
seiten graufilzig, Blüten gelb; i:.u/n- 
bcllätum, ziemlich staudig. Blüten 
gelbweil.i..\bb.2L»;i:.Hr/g-/7f/ivar. 
subscapösutn i.Abb. 220i, nord- 
?jr» '-'^^^■i^^H^ft'^ • y westliches Nordamerika, graufilzig, 

W^f~Z\S^i^^^^^^^^,^''Ji '''. Llüten rosa, der Typ ist unschön. 

'■— ^- - -. . .. Eriogynia pectinata siehe Luetkea. 

Eriölobus Cn'lobäta und £. Tscbo- 

noskii siehe .\lali/s. — Erle siehe .Atniis. 

Escallönia Philippiäna iE. 

.s/i'H(i/)//i'//(/i.Eskallonie - Saxi- 
f r a g a c e e n. — Bis I w/ hoher, dicht 
und fein sparrig verzweigter, winter- 
grüner Strauch (Abb. 221 und 222i. 
aus Chile. Blätter klein, einfach, glän- 
zend grün, abwechselnd, Blüten weißlich, achselständig, aber zu Scheintrauben gehäuft, Juni 
bis August, Frucht trockene Kapsel; Kultur in warmen Lagen in durchlässigem, leichterem 




Abb. 220. 



•'oiniiii II 



ll/i.si'O/h 



üicrypliia 




Abb. 221. Hscallönia P/ii/ippiai 



grau, fast sitzend, später werden sie länglich, abwi 
Nachrichten über Versuche in wärmsten Lagen 
in tiefgründigem Boden erwünscht; Anzucht 
aus Samen; jung__stets gut schützen, bis genü- 
gend verholzt. 

Eucömmia ulmoides — Eucom- 
miaceen. — Noch recht'seltener. schön 
belaubter, sommergrüner, etwas ulmen- 
artiger Baum (Abb. 2231 aus Zentralchina, 
Blättergegenstiindig. einfach. Blüten eigen- 
artig, vor oder mit den Blättern, wenig an- 
sehnlich, April, Frucht geflügelt, etwas 
eschenartig, Oktober; Kultur in jedem 
frischen lehmigen Boden ; \'e r m e h r u n g 
durch Samen (nach Reife oder stratifizie- 
reni und halbreife Stecklinge von Seiten- 
trieben unter Glas, auch Wurzelveredlung ; 
Verwendung als Parkbaum, hat sich 
als recht hart bewährt (Weener, Arnold Ar- 
boretum); sehr interessant als der einzige 
bei uns kultivierte Guttaperclia (Gummi) 
liefernde Baum. Ob daher auch forstlich 
von wirklicher Bedeutung, bleibt noch zu 
erproben, .ledenfalls sehr beachtenswert! 

Eucryphia glutinosa (1:. piiinutifölia). — 
I-- 11 c ry p h i a c e e n. — Innnergrüner chileni- 
scher Strauch, bis 3 //;, Blätter gegenständig, 
gefiedert, 3- oder 5 zählig, rosenähnlich, Blüten 
weiß, mit 4 Fetalen, bis 8 cw breit, kamelien- 
artig, Juli -August, Frucht harte, holzige, birn- 
förmige Kapseln ; Kultur in iL-ichtereni, durch- 
lässigem Boden im lialbschaUen, auch Pflan- 
zung zwischen niedere 1-ricaceen empfohlen, 



Boden, sonnige Lage, Winterschutz 
ratsam ; Ve r m e h r u n g durch Samen 
(Frühjahr) und Stecklinge im Som- 
mer unter Glas, auch im i-rühjahr 
von angetriebenen Pflanzen; Ver- 
w c n d u n g als reizend blühender 
Zierstrauch für Rabatten und .Mpi- 
num, dersichmanchcrcuts recht hart 
gezeigt hat und mehr erprobt werden 
sollte. -- Sehr ähnlich ist E. vir- 
gäta; für uns wertvoll wohl nur 
noch E.langleyensis (/:. I'lülip- 
pianaXE. rubra), karmesinrosa. 

Esche siehe Fiuximis. — Eschen- 
ahorn siehe Acer Neimndo. — Espe 
siehe Popu/us treninlu. — Essigbaum 
siehe Rhus typhina. — Essigrose siehe 
Rosa gullicu. 

Eucalyptus: von dieser australischen 
Myrtaceen- Gattung sind die sogen. 
Fieberheilbäume, E. umygdalinci und H. 
alöbuliis, mit den stark riechenden öl- 
haltigen Blättern gelegentlich in Süd- 
tirol einige Zeit haltbar, wie Dr. Pfaff 
berichtet. Allgemeinere Aufmerksam- 
keit beansprucht wohl nur E. Ounnii: 

l,^^^ ^^ I kahler, kleiner,immergrünerBaum,Blät- 
"^'^"^' ter an jungen Pflanzen fast gegenständig, 

rundlich, an Spitze ausgerandet, blau- 

chselnd; Blüten und Früchte für uns bedeutungslos. 




-•^, 



Abb. 222. Blütenzweig von Escallönia P/ii/ippid/iu. 
(Phol. A. l'urpus.i 



Hucryphia— Euscdphis 



<)<> 



(Ja dadurch Wurzeln geschützt; in Gärten wie in Heidelberg und Darnistadt zieiidich hart; Vermeh- 
rung durch Samen (nach Reife), auch Stecl^linge von angetriebenen Pflanzen; Verwendung in süd- 
lichen Gegenden als schön blühender 
Strauch im lichten Unterholz. E. vordl- 
fölia hat einfache, derbere Blätter und 
zottig behaarte Zweige. 

Eugenia Ugnl siehe Ui;ni Molinae. — 
Eunömla cordata siehe Act/tioricmaror- 
datiiiu. — Euönymus siehe Hvonymus. 

Eupatörium vernicösum — Co m - 

p o s i t e n. — Kleiner, reichverzweigter 
Strauch (Abb. 224) aus den mexikani- 
schen Hochgebirgen, Blätter Wintergrün. 
gegenständig,drüsig, Blütenstände klein, 
in endständigen Rispen,Blüten weil.) oder 
rosa im Spätsommer ; Kultur usw. als 
Felsenpflanze nur für erfahrene Pfleger, 
empfindlich. 

Euptelea polyändra T r o - 

cliodendracecn. - Bemerkens- 
werter, baumartiger, erlenahnlicher 
Strauch (Abb. 225) aus Japan, Kno- 
spen fast spindelförmig, vielschup- 
pig. Blätter abwechselnd, sommer- 
grün, einfach, schön glänzendgrün, 
grob gezähnt, sehr lang gestielt, 
Blüten vor den Blättern, gebüschelt. 
2häusig.interessant.aberkaumrecht 
auffällig. aulJer den roten Antheren 
der männlichen. April, Frucht schief 
geflügelt ; Kultur mühelos in guten 
Böden und warmen Lagen; Ver- 
mehrung durch Samen ( Frühjahr), 
halbreife Stecklinge und Ableger; Verwendung als hübscher Zierstrauch im Park, recht 
hart und kulturwert. Ähnlich ist die höhere mittelchinesische E. Franchetii iE. DavhJiana). 

Blätter regelmäßiger gesägt, schön 
rot im Herbst. 

Eurötia lüiötis) ceratdides, Horn- 
melde — C h e n o p o d i a c e e n. — Bis 
1 m hoher, am-' Grunde verholzender, 
gelbgrau sternfilziger Halbstrauch (Abb. 
226) aus dem Mediterrangebiet bis Zen- 
tralasien, Blätter abwechselnd, sommer- 
grün, lineallanzettlich oder breiter (var. 
lulifolia), oberseits grünlich, Blüten un- 
scheinbar, geknäuelt, Knäuel ährig ge- 
häuft; Kultur in warmer sonniger Lage 
in leichtem Boden zwischen Gestein; 
Ve r m e h r u n g durch Samen und reife 
Sommerstecklinge, auch Stecklinge von 
angetriebenen Pflanzen mit altem Holz 
am Grunde; Verwendung nur für 
Qehölzfreunde. — Ebenso E. ianäta aus 
dem westlichen Nordamerika, Blätter 
umgerollt, beiderseits weiUfilzig, aber 
schöner. 

Eürya japönica (Cleyera japonica) 
— Theaceen. — Sehr variabler, im- 
mergrüner, kahler japanischer Strauch, 
Blüten zweihäusig, grünlichgelb, wenig 
ansehnlich, gebüschelt.Staubbeutelkahi, 
Frucht beerenartig,schwarz, pfefferkorn- 
groß; bei uns bisher kaum im l-reien er- 
probt, und nur im Süden brauchbar, gewöhnlich findet man die weißbunte Form als /;'«/t(; /(/;;/'.>//(/ r(//V(X'(;/(/. 
Euscäphis japönica {H. stapliyleoides, Sambiicus japonica), Schönfrucht, Kahn- 




Abb. 223. Hiicöniiiüa iilmoides. 

(Phot. .A. Purpu 




Abb. 224. Hiipulöi 



Euscaphis — Evödia 




liiipicica [■olyandni, junge Pflanze, 1,20 m. iPliot. A. Purru 



frucht — Staphyleaceen. — Seltener, sommergrüner, baumartiger Strauch aus Japan 
und Zentraichina mit gegenständigen, unpaar gefiederten, 7 bis ') zähligen, sattgrünen Blättern. 
Blüten gelbgrün, unscheinbar, in aufrechten Rispen, Mai. Frucht aus 1 bis 3 spreizenden 
Balgfrüchten bestehend: Kultur wohl in jedem guten Gartenboden; in rauhen Lagen aber 
recht empfindlich; Vermehrung durch Samen und krautige Stecklinge (Haus); Verwen- 
dung als interessantes Parkgehölz. 

Evödia — Rutaceen. — Schönbelaubte, sommergrüne Bäume, in Tracht an IVwI- 
lodendron erinnernd. Knospen nackt, aber frei. Blätter gegenständig, unpaar gefiedert. Blüten 
an diesjährigen Trieben in endständigen breiten flachen Ebensträußen oder rispig, weißlich, 
Früchte kleine Kapseln mit schwarzen Samen; Kultur wie Phellodendroti oAti Zaiithoxyluni, 
in jedem kräftigen Boden; Vermehrung durch Samen und wohl auch durch Wurzel- 
schnittlinge; X'erwendung als recht schmuckvolle Parkbäume, auch in größeren Gärten. 

E. Daniellü {Zanthöxylum I)uniellii\. N'ordchina, Korea, Baum bis 10 m. etwas eschen- 
artig. Blättchen 7 bis 11. unterseits hellgrün, etwas behaart, Blütenstände bis 15 cm breit, 
Juni. Frucht fast kahl, geschnäbelt, September, hat sich als härteste Art im Arnold Arbo- 



Evödia— Evönymus 




fKimmm.m^?mimM!ymm^r^^t^Km Bf^ 






A 










rctiim t^czeit;t; Ü. Ilciiryi. Aliticlciima. weicht ab durch blaiulieii ,^ bis ■>. kalil. uiiicr^ciii 
mehr blaugrün, länger zugespitzt. Blütenstände schmäler, mehr rispig. Frucht braunrot; gleich 
der folgenden etwas empfindlicher, aber noch zu erproben; D. hupehensis, wie vorige. 
Blättchen unterseits achselbärtig. Blütenstände breiter, Früchte gelbgrau. 
Evodia ramiflora siehe Orixu- 

fvönymus (£//ortiw«^i, Spindelbaum — Celastraceen. — Sommer- oder winter- 
grüne Sträucher. Blätter meist gegenständig, einfach. Blüten gewöhnlich unscheinbar, in 
achselständigen, doldenartigen Rispen, aber Früchte (Pfaffenhütchen) fast immer sehr hübsch, 
meist im September; Kultur im allgemeinen in jedem frischen Gartenboden in Sonne wie 
Schatten; Schnitt nach Bedarf im Winter; X'ermehrung durch Samen. Formen usw. durch 
X'eredlung auf Stammarten, die immergrüne /(7/;o«/c«s-Gruppe auch durch Stecklinge unter 
Glas (vom Herbst ab); X'erwendung siehe bei den .Arten. 

ALPHABHTISCIIE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 

radicans ' 203 

-- acuta 203 

— Carritrei (Abb. 228). . . 203 

— kewensis 203 

— minima 203 

— picta 203 

— reticulata 203 

— vegeta 203 

repens 203 

sanguinea 202 

Sargentiana 203 

semiexserta 202 

semipersistcns 202 

Sieboldiana 202, 203 

striata 202 

verrucosa 202 

vulgaris 202 

yedoensis 202 



alata ■ .... 202 

americana 202, 203 

— obovata 203 

atropurpurea 202 

Bungeana 202 

— semipersistens .... 202 

Carriferei 203 

europaea 202 

— atrorubens 202 

— atropurpurea 202 

— leucocarpa 202 

— ovata 202 

— porphyrocarpa .... 202 

— purpurea 202 

gracilis 203 

Hamiltoniana 202 

— semipersistens .... 202 
hians 202 



japonica . . 

— acuta . . 

— macrophyll; 

— niicrophylia 



203 
203 
203 
203 



— pulchella 203 

— radicans 203 

— robusta 203 

kewensis 203 

Koopmannii 202 

latifolia 202 

— planipes 202 

Maackii 202 

nana 202 

— Koopmannii 202 

obovata 203 

occidentalis 202 

patens 203 

planipes (Abb. 227) .... 202 



Ovöinmiis 



A. Blätter s o iii m e rgü n. zuweilen etwas Wintergrün (aber nie dicklederigi. — I.Blätter 
schmal lineal. mehr wccliselständig: E. nana, Kaukasus bis China, feintriebiger. bis o.b w 

hoher. gri.inzweigiger Strauch. Triebe 
kantig, Blätter tiefgrün, lange bleibend. 
Blüten braunpurpurn. Juni, I-rucht zier- 
lich, rosenrot, Same braunpurpurn mit 
orangeArillus. schon im August, hübsch 
für Rabatten und Felspartien : breiter- 
blättrig ist var. Kooptnannii (E. Koop- 
niannii). — 11. Blätter nie so schmal, 
stets gegenständig. — 1 . Zweige dicht 
warzig oder korkig -flügelkantig: E. 
aläta (E. striata). Japan. Mandschu- 
rei bis Mittelchina, bis 4 ///, Zweige 
korkflügelig, grün, Blätter tiefgrün, 
fein gezähnelt. spät abfallend, prächtig 
flammend purpurn im Herbst. Blüten 
gelblich. iWai bis.luni. Flucht braunrot. 
Same weiß, mit mennigrotem A\antel. 
sehr hübsch, hart; E. verrucosa, 
Mitteleuropa bis Kaukasus, (),5bis2///. 
Zweige warzig. Frucht gelbrot. Samen 
schwarz mit rotorange Hülle, nur als 
Schattenstrauch brauchbar. — 2. Zwei- 
ge glatt. - a. Blattknospen (wenig- 
stens am Triebendet sehr lang spindel- 
förmig, auch Blätter groü. meist s bis 
12 cm lang: E. latifölia, Huropa bis 
Transkaukasien. bis 5 in. Belaubung 
schön grün, Blüten grünlich gelb. 
Mai, Fruchtstände lang gestielt, groLl, 
Früchte geflügelt, prächtig rot. mit weißem Samen und orange Arillus, sehr zierend zur 
Fruchtzeit ; E. plänipes (E. latifölia var. planipes). Japan ( Abb. 22 7). ähnlich voriger, Früchte 
nur spitzfünfkantig, lebhaft blutrot, noch schöner in Frucht, liebt ebenfalls etwas Schatten ; 
E. sanguinea, Mittel- und Westchina, baumartig, steif aufrecht, wie latifölia. aber Blätter 
stumpfer grün, feiner gesägt, derber, Herbst braunrot, spät abfallend, Blüten meist 4 zählig. 
Frucht mehr wie bei planipes. sehr kulturwert. 

b. Knospen klein, kurz, stumpflich. Blätter meist kleiner. — 1. Staubbeutel rot (nicht gelbi: 
E. atropurpürea (E. americuna Hort.) östliche und mittlere \'ereinigte Staaten, hoher 
Strauch. Blattunterseiten fein behaart, Herbstfärbung gelb. Blüten tiefpurpurn, Früchte hell- 
purpurn, hübscher Zierstrauch; nahe steht E. occidentälis aus dem westlichen Nord- 
amerika; E. Bungeäna, Turkestan bis Nordchina. Blätter ei-elliptisch, plötzlich lang zu- 
gespitzt, ziemlich fein gesägt. Stiele V., bis ^j^ so lang wie Spreite. Frucht sehr hell fleisch- 
farben, Samen hell violett, Mantel orange; die in England halb wintergrüne var. setniper' 
sistens (E. seinipersistens. E. Hamiltoniana var. scniipcrsistcnsl verdient bei uns diesen 
Namen nicht, da das Laub nach den ersten stärkeren Frösten fällt; E. hians, .lapan. Blätter 
kürzer zugespitzt. Stiel nur ' bis ' ',■, so lang wie Spreite. Frucht deutlich rosa. Samen und 
A\antel blutrot; E. Maäckii iE.. Huiniltoniatia Hort.i, Amurgebiet bis .lapan, großer rund- 
licher Busch, bis über 4 ///. Blätter spitz-lanzettlich, etwas hängend, im Herbst oben stumpf 
rot, unten hellgrün, 1-rucht karminrot, Samenmantel glänzend orange Scharlach; beider nahe 
verwandten E. semiexserta treten die blutroten Samen aus dem offeneren Mantel deutlich 
heraus; E. yedoensis (E. Sicholdiana Hort.) hat größere Blätter als hians und orange 
Samenmantel, Blattfärbung im Herbst mäßig, aber Fruchtstände reich und lange bleibend. 
— 2. Staubbeutel gelb: E. europaea (E. vulgaris). Europa bis Westsibirien, variable be- 
kannte Art. kahl, Frucht rosenrot, Samen weiß mit orange Mantel; var. atrornbcns (var. 
porphyrocarpa), Frucht dunkelrot. var. atropurpürea (var. purpürea) Austrieb purpurn, var. 
leucocarpa, Frucht weiß, var. ovcita, Blätter breiter, Früchte größer, gilt als sehr brauchbar; 




Evönvmus planipes, Spindelbaum, Blütenzweig. 

(Phot.A.Purpus.) 



;v('invniiis — l;xochörila 



203 



rucht bleicher ^^"./yj&iJ 
den Formen P^S^fSr • ^ 
Uta [li. japo- i /^' ^ ' h^ 



E. oboväta (li. unuricana var. o/xm/taj. mittlere Vereinigte Staaten, kriechend, bis 25 cw. 
Blüten schmutzig bräunlich grün, l'rüchte warzig; durch solche Früchte ist auch die echte 
/;, aiiicriama ausgezeichnet, die aus- 
gebreitet aufrecht wächst. 

B B 1 ä 1 1 e r i m m e r g r ü n . dick 
oder dünn lederig : E. japönica, 
Südjapan. Wuchs aufrecht, nicht 
kletternd. Zweige kahl, leicht 4 kan- 
tig oder streifig. Blätter beim Typ 
sattgrün . ebenso bei var. luacrophylla 
(var. rohüsta), bis 10:5 cm. und var. 
micropliylla (var. puldu'Ua\. klein, 
schmal. Blüten grünlich weil.i, .luni 
bis Juli. Früchte flach kugelig, glatt, 
rosa. Arillus hellorange. Oktober; 
E. radicans {E. japönica \-ar, ni- 
dict/ris. B. repcns Hort). Mittel- und 
Nord-,lapan, Wuchs kriechend. Zwei- 
ge wurzelnd, rundlich, feinwarzig, 
Blätter rundlich oder ei -elliptisch, 
oberseits etwas stumpf grün mit 
weißlichen Adern. Frucht 
als bei japönica ; von 
sehr wertvoll var. acuta [t. japö- 
nica var. acuta). Mittelchina, ähnlich 
vegeta. aber Zweige sämtlich wur- 
zelnd und kletternd. Blätter stärker 
zugespitzt, gesägt. Nerven unterseits 
etwas hervortretend; var. Carrie= 
rei iE. Carricrei). wie Abb. 228. 
mehr dicht strauchig, nicht wur- 
zelnd. Blätter länglich elliptisch, 
schön glänzend grün. var. minima 

(var. kewensis). wurzelnde Zwergform. Blätter klein, stumpfoval, oberseits trübgrün, mit 
hellerer Aderung, am Rande leicht umgebogen, entfernt zähnig. wertvoll; var. vegeta, 
härteste Form, nur unterste Zweige wurzelnd, Blätter breitoval, kerbsägig. fruchtet reich ; 
alle diese immergrünen Formen selbst in rauheren Lagen ivegeta) sehr bedeutungsvoll, 
für Mauerbekleidung, Unterholz, auch die bunten beliebt, wie radicans var. reticuldta (var. 
picta. E. grdcilis). weil.) gezeichnet; E-patens {E. Sieboldiana Hort, zum Teil), Mittelchina, 
ausgebreiteter Strauch, bis 3 m. unterste Triebe zuweilen wurzelnd, Blätter dünnlederig. in 
rauhern Lagen nur Wintergrün, länglich-elliptisch, Grund keilig. fein kerbsägig. lebhaft grün, 
blüht August-September, Frucht rosa, Oktober, hart; E. Sargentiäna. Westchina, präch- 
tiger, breit belaubter Strauch, Blätter länglich-oboval. plötzlich zugespitzt, entfernt kerbsägig, 
bis 8 cm lang. Frucht vierkantig, wohl empfindlich, aber sehr zu erproben. 

£xoc/jörf/a^^),Blumenspire, Prachtspire, Scheinfelsenbirne — Rosaceen. 

Schöne hohe, sommergrüne Blütensträucher, Blätter abwechselnd, ganzrandig, Blüten hübsch 
weil.i. traubig (Abb. 22^)1, im .\pril-Mai, Frucht Sfurchige Kapsel; Kultur in jedem guten, 
durchlässigen üartenboden. der genügend frisch ist. in freier, sonniger Lage; Schnitt nach 
Blüte, lange Triebe im Spätsommer kürzen; X'ermehrung durch Samen, Ableger und 
Stecklinge im Frühjahr von getriebenen Pflanzen ; \'e r w c n d u n g als prächtige Ziersträucher 
im Park und Garten. 

A. Staubblätter 15, drei vor jedem Kronblatt: E.racemösa [E.grandiflora. Amchincliier 
racemosa, Spiraea grandißora). östl. China, ausgebreiteter Strauch, bis über 4 ni. kahl. 
Blätter der Langtriebe ohne nebenblattartige Lappen, Blüten in aufrechten Trauben, untere 
deutlich gestielt, Kronenblätter breit eirund, plötzlich genagelt, Mai, Frucht höchstens 1 cm 
hoch, sehr schön zur Blütezeit, nach Blüte alle schwachen Triebe ausschneiden. — B. Staub- 




Exochörda — Fägus 




I 



hlüligu Prachlspire, 2,5 , 



blätter 20 bis 30. Blüten kurz gestielt oder fast sitzend, Kronblätter allmählich in Nagel ver- 
schmälert: E. Giräldii iE. racemosaw&r. Giraklih. Nordostchina, nicht so hoch, aber breiter 
als vorige, .Austrieb bronzefarben. Blätter elliptisch, oval oder verkehrt eirund, ganzrandig. 
plötzlich in den Stiel zusammengezogen, nebenblattartige .Anhängsel fehlend. Stiel bis 2,5(7//, 
beim Typ rot, bei var. Wilsönii grün, nur bis 2 cm, hier Blätter öfter gezähnelt. blüht vor 
Typ. Früchte kreiseiförmig. 1 bis 1,5 cm lang; E. Korolköwii (E.Albertü), Turkestan. 
bis 4 m, Blätter der Langtriebe länglich oder verkehrt eilänglich, am Grunde zum Teil mit 
nebenblattartigen Anhängseln, allmählich in den Stiel verschmälert, Staubblätter etwa 25, 
Frucht breit oval, 1 ,5 cm. treibt früher aus als racemosa, aber nicht so reichblühend ; zwischen 
diesen beiden der Bastard E. macräntha [E. Alberti \ax. grandiflora. E.Alberti var. nia- 
cnintlia), steht racemosa näher (Abb. 2.^0). Wuchs kräftiger, Staubblätter ?> bis 5 vor jedem 
Kronblatt, Blüten kürzer gestielt, .April-A\ai. sehr schön. 

Fabians itnbricäta: südkalifornische, iiiimergriine, heidekrautartige Solanacce, jung wie 
Abb. 231 später bruitt-r Strauch. Trieb behaart, Blätter dachziegelig schuppig, 3 kantig, Blüten ein- 
zeln endständig, rispig gehäuft, langröhrig, gegen Saum verbreitert, weiß, .luli; Kultur in recht 
warmen, geschützten Lagen, in nicht zu schwerem Boden; Vermehrung durch Sommerstecklinge 
auf warmen Ful.!; Verwendung nur für erfahrene Pfleger, hat sich in Darmstadt gehalten. 

Fägus^^). Buche — Fagaceen. — Hohe, sommergrüne Bäume, Stamm glattrindig, 
Blätter abwechselnd, zweizeilig, einfach, Blüten unansehnlich, Fruchtbecher borstig beschuppt, 
Frucht (Buchecker) dreikantig; Kultur in guten, tiefgründigen, nicht zu feuchten, etwas 
kalkhaltigen Böden; X'ermehrung von /■'. sylvatica durch Samen und die I-ormen und 
anderen .Arten durch X'eredlung auf diese Art unter Glas ; Verwendung als prächtige Zier- 
und Parkgehölze, besonders die Blutbuche und Trauerbuche ; die Buche verträgt starken Schnitt. 

F.Engleriäna, Mittelchina. bis über 25 /;/, Stamm meist einzeln, Borke hellgrau, Blätter 
eiförmig oboval, unten kahl, Fruchtstiel 5 bis 7 cm. hat sich im Arnold Arboretum gleich 
den anderen chinesischen .Arten hart gezeigt; F.grandiföliatF. ferruginea, F. americüna. 
F. atropunicea). östliches Nordamerika, bis über .U) m, mit Wurzelschossen, Borke sehr hell- 
grau, Blätter bis 15 cm. mit *■) bis 14 Nervenpaaren, gezähnt, schöne rote Herbstfärbung, im 
Winter sehr auffällig mit den hellen Stämmen und .Asten; F. japönica, kleiner meist von 



Fägiis — Fätsia 



Grund aus mehrstämniiger Ijauiu. 
Blätter bis 10 cm, spitz elliptisch, 
Nervenpaare 9 bis 1.^. Früchte lang 
gestielt, Becher nur halb so lang wie 
Bucheckern ; F. longipetioläta ( /•. 
si/icrisis, F. silvatica var. longipcs). 
Mittelchina. bis über 1 s /«, Stamm 
einfach, hellgrau berindet, Blätter 
rhombisch -oval, unten behaart, 
Fruchtstandstiele bis 5 cm ; F. /ü- 
cida, A\ittelchina, bis über 30 //;, 
Borke dunkelgrau. Blätter auch un- 
terseits glänzend grün, sehr hübsche 
Art; F. orientälis (/•". asidtica). 
Kleinasien bis Persien, pyramidaler 
Baum, Blätter fast ganzrandig. un- 
tere Stacheln des Fruchtbechers in 
längliche lappige Anhängsel umge- 
wandelt ; F.Sieböldii,.]ayian. hoher 
hellrindiger Baum, Blätter spitzoval, 
kerbig. Becher wie bei orientälis ge- 
lappt ; F. sylvatica, Rotbuche, 
Mitteleuropa bis Kaukasus, Blätter 
elliptisch, entfernt gezähnelt. mit ,5 
bis Nervenpaaren, bis 10cm, wert- 
\-oller Wald- und Parkbaum mit vie- 
len Gartenformen, davon sehr wich- 
tig: vav.purpürea (var. arropurpurea) 







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Abb. 230. Hxochönlu macrantlni, Bastard-Prachtspirc, 
kleine Pflanze. iHnrl. Weihcnsleph.in.l 

Blutbuche, var. pendula. Trauerbuche, viel- 
leicht der schönste Hängebaum, 
siehe Abb. 1 3 ; ferner var. hetero- 
pliylla (var. asplenijölia). Blätter tief 
lappig zerschlitzt, dicht buschiger 
Piaum, etwas gröber gelappte Blät- 
ter hat \ar. incisa, besonders fein 
gelappte var. coinptoniifölia. var. 
pyraniidalis. breit pyramidal, var. 
Dtmycldi mehr säulenförmig, var. 
Zlätia, Qoldbuche, in sonniger 
Lage im Austrieb schön gelbbunt. 
Fagus Cunninghamii siehe Xot/io- 

Fallügia iSierersia) paradöxa — 
Rosaceen. — Reich steifverästelter, 
0..T— 0,9 m hoher, immergrüner. weiB- 
lich-wollzottlger Strauch (Abb. 2,?2 und 
23,31, Südwest). Verein. Staaten, Blätter 
abwechselnd, fiederspaltig, Blüten weiß, 
zn 1 — 3, Fruchtstand an Cleinatis gemah- 
nend; Kultur als Felsenstrauch in sehr 
warmen, sonnigen Lagen in leichtem, 
gut durchlässigem Boden (Kalk), Schutz 
gegen Winterfeuchte; Vermehrung 
durch Samen, die bei uns sich meist ent- 
wickeln inach Reife), Sommerstecklinge 
oder solche von angetriebenen Pflanzen; 
nur für erfahrene Pfleger. 

Falsche Akazie siehe Robinia. — 
Falscher Flieder siehe Sambucus. — 
Falscher Jasmin siehe Pliiludelplius. 

— Farnmyrte s\cUe Myrica asp/eni/o/ia. 

— Fätsia horrida siehe /zc/iinopanax. 



Fätsia iAni/ia)japönica{.\ra//a >S'/>/;riM/ ticr Qärten) ist 
I mediterraneti Klima im l-ruicn aushiilt. 
Faulbaum siehe I'mnus l'adas und Rhatiiniis /• 



.?"'" 




/),;/., 



ne bekannte Kalthanspflanze, die höchstens 

. — Feige siehe Ficiis. 

Fejöa Sellowiäna: diese an der 
Riviera öfter angepflanzte Myrtacee 
aus Südamerika, hat nach Dr. Pfaff auch 
in Siidtirol im Freien gefruchtet. Sonst 
über Freilandkultur bei uns nichts be- 
kannt. 

Feldahorn siehe Acercampestre. — 
Feldrüster siehe Ulmus campestris. — 
Felsenbirne siehe Amelancliier. — Fel- 
senrose siehe Cowania und Rhododen- 
dron (Gruppe Rliodoru). 

Fendlera rupicola. texani- 
sche Felsenbirne — Saxifra- 
gaceen. Sparriger, 0,5bis 1.2 /« 
hoher, texanischer. sommergrüner 
Strauch (Abb. 2341. [Blätter gegen- 
ständig, graugrün, Blüten hübsch 
weil.'), rötlich gesäumt, zu 1 bis 3. 
.luni, Frucht Kapsel; Kultur als 
1-elsenpflanze in sonniger, warmer 
Lage in durchlässigem Boden, ge- 
gen Grundfeuchtigkeit gesichert; 
\'e r m e h r u n g durch Samen, Ab- 
legerund krautige Stecklinge (unter 
Glas) ; Ve r w e n d u n g als hübsch 
blühender Strauch. 
Fendlera utahensis siehe Fendlerella. 

Fendlerella (Whipplea) utahensis ist ein mit Fendlera verwandter, xerophytischcr Strauch aus 
Utah, Colorado, Arizona, bis 50««, behaart, Blüten weiß, Juni, wohl noch nicht eingeführt und heikel 
wie Whipplea. 

Fetthenne siehe Sedum. — Fettholz siehe Sareobatus. — Feuerbusch siehe Embotryum eoceinenin 
— Feuerdorn siehe Pyracantha. 

Ficus, Feijje — Moraceen. — \'on dieser großen Gattung kommen für'uns nur zwei 
Arten in Betracht, man vergleiche das bei diesen Gesagte. 

F. Cärica, östliches Mediterrangebiet, Strauch bis kleiner Baum, malerische Tracht, 
Aste zum Teil niederliegend-aufstrebend, Blätter abwechselnd, sommergrün, derb, einfach, 
kerbzähnig oder tiefgelappt, groLi. Blüten unansehnlich. Scheinfrucht bekannt, im Süden 
allgemein angebaut in vielen Sorten, bei uns an warmen Wänden unter Decke ebenfalls. 
liebt guten, nahrhaften, durchlässi- 
gen Boden und Sonne; Vermeh- 
rung durch .Ableger; gegen den 
Süden auch als malerischer Zier- 
strauch zu verwenden, über Hänge 
niederliegend usw.; F.pümila (/•". 
stipiildta, F.repens der Gärten), .Ja- 
pan, China, ein wintergrüner Kletter- 
strauch mit wurzelnden sterilen 
Trieben, hier Blätter klein, kaum 
über 2, .5 cm. ungleichseitig, herz- 
förmig, kurz gestielt, an den Frucht- 
trieben größer, bis 8 cm. länglich 
elliptisch, lang gestielt, Frucht nur 
im Glashaus bei uns reifend, sonst 
die Pflanze gegen den Süden für " '"" '^ '""'''"' ' 

warme, geschüzte Wände, mehr im Schatten, brauchbar; N'ermehrung durch Abtrenner 
bewurzelter Triebe. 




Filaria — Forsylhia 



207 



Fingerkraut siehe Potciitilki. — Firmiäna siehe 



•(lattumi 



Kauft) 



die für 



lanii- 



Filäria in iiuuichcii Katalogen ist Pliillyna. 
Stficiilia. — Flatterrüster siehe L'/iiiiis laevis. 

Flemingia (Mogliünia) : eine L e g ii m i n o s e i 
kiiltur bei uns kanni erprobt ist. 

Flieder siehe Syringu. — Flügelnuß siehe 
Plcroiaiya. — Flügelstorax siehe P/f/-ö,s(iv(/.v. 

— Flügelzürgel siclie Pleroccllis. — Flueggea 
sielie ancli Scciirinega. 

Flueggea microcärpa ist Secunin'ga oh- 
oviilii. eine m\t S.J7iu'ggco:dcs verwandic inelir 
baninartige, bei nns l<aum kultivierte, subtropi- 
sche Art. 

Fontancsia Fortünei (F. phillv' 
reoides var. sinensis), Fontanesie 

— Oleaceen. — Buschiger, kahler, som- 
niergrüner. bis 4 m hoher, ostciiinesicher 
Strauch, Blätter gegenständig, sattgrün. 
breitlanzettlich, ganzrandig, spitz, bis tief 
in den Herbst grün bleibend. Blüten klein, 
wcil.'i, Iraubig-rispig. .luni bis .Juli, Frucht 
geflügelte Nuß; Kultur in warmen, son- 
nigen Lagen in durchlässigem Boden, in 
rauhen Gegenden etwasSchutz; Vermeh- 
rung durch krautige Stecklinge. Ableger. 
Anhäufeln und Teilung, auch Veredlung 
aul Ligiistniiii: Verwendung im Park 
und Garten, auch als Hecke versuchswert. 

— Die kleinasiatische Rp/j/Z/yreo/des 
ist niedriger, sparriger, Blätter mehr oval, 
fein rauhlich gezähnelt, graugrün und emp- 
findlicher. 

Forestiera \ Ad^Iia) — Oleaceen. — Som- 
mergrüne Sträucher aus den südöstl. Verein. 
Staaten, Blätter gegenständig, Blüten klein, 
grünlich, zweihäusig, ohne Kronblätter, in 
achselständigen Büscheln im zeitigen Frühjahr 

vor Blattausbruch, Frucht kleine Steinfrucht; Kultur in jedem frischen bis feuchten Boden in ge- 
schützter Lage; Vermehrung durch Samen, Ableger und Sommerstecklinge; Verwendung für 
CJehölzfreunde im Garten und Park, ligusterartig, ohne besonderen Ziervvert. 

F. [Böiya) acuminäta, bis über 3 in, zuweilen etwas verdornend, kahl, Blätter entfernt gesägt gegen 
Spitze. Frucht spitz zylindrisch, schwarzpurpurn; härteste: F. ligustrina. Triebe und Blattunterseiten 
behaart, Blätter fast ringsum angepresst gesägt, Frucht eiförmig, blauschwarz. 

Forsellesia siehe Glossopctalon. 

Forsythia, Forsythie — Oleaceen. ~ Sommergrüne Sträucher mit hohlen Zweigen 
oder gefächertem Mark. Blätter gegenständig, einfach oder 3 teilig. Blüten schön gelb, vor 
den Blättern im März bis April zu I bis .^, L'rucht längliche, trockene Kapsel; Kultur in 
reichem, durchlässigem, nicht zu feuchtem Gartenboden, am besten in warmer sonniger, ge- 
schützter Lage, Schnitt kaum nötig, sonst nach Blüte starker Rückschnitt; Vermehrung 
durch Steckholz und halbharte Sommerstecklinge; Verwendung der genannten als ganz 
ausgezeichnete Frühlingsblüher im Garten wie im Park; in Massen dort sehr wirksam. 

F.europa'ea, Albanien, aufrecht, sehr ähnlich viriclissiina, aber Blätter mehr oval. Tracht 
unschöner. Blüten hellgelb. Kulturwert geringer als bei den folgenden; F. intermedia, 
wertvolle Hybride zwischen den folgenden Arten, Tracht ähnlich suspenso var. I-'ortiinci. 
Mark in den oberen Zweigteilen zwischen Knoten gefächert. Knoten solid, Blätter nur an 
Schossen 2 bis .Heilig oder ,5 zählig, meist eilanzettlich. Blüten ebenfalls wie die siispciisa- 
1-orm. aber kurz nach dieser, hiervon wertvoll; var. densiflora [l'.densijlorä). Blüten leb- 
haft hellgelb, dicht gedrängt, var. spectäbilis (l\ spectahilis). tief gelb, reichblütig. gilt 
als beste, var. vitellina, üppiger, Blüten etwas kleiner, aber sehr tief gelb; F. suspensa, 
China, üppig, Tracht stark überhängend, fast etwas rankend, Zweigspitzen aufliegend und 
oft wurzelnd. Zweige hohl zwischen den soliden Knoten, Blätter meist oval, oft ,? zählig. 




Abb. 234. Blütenzweige von Fendlera rupicola, texa- 
nischc Felsenbirne. (Phut. I-. Rchnelt. Bötan.Garlen.GieUcn.l 



Forsythia— Frdxiuus 



'M#r 









Blüten gtjldgelb. l^ülire innen mit orange Zeichnung. \'ar. Förtunei (/■'. l-ortiinci). Wuchs 
steifer, weniger liängcnd. Kronenhippen etwas gedreht, aufrecht, ihr sehr iihnhch die mittel- 
chinesische var. afrocaii//s,Triebe 
und Austrieb purpurn, var. S/eöö/= 
dii (F. Su'bo/dii), niedriger, stark 
überhängend. Blätter meist einfach, 
hreitoval. Kronenlappen flacher. Blü- 
icn offener; ausgezeichnete Art; F. 
viridissima, China, üppiger auf- 
ccliter Strauch, bis -1 m. Zweige 
lieh zwischen den Knoten mit ge- 
.icliertem »Wark. Blätter einfach, lan- 
zettlich. Blüten licht grünlichgelb, 
blüht nach den anderen, nicht ganz 
so hart. 

Fortunaea chinensis siehe Haty- 
cuiyu. 

Fortuneäriasinensis:sommeTgTime 
mittelchiiiesische H a m a m e I i d a c e e , 
Strauch bis 1 .5 w.\n Tracht und Blatt ähn- 
lich Si/iou'i/si>ni(i. Blätter abwechselnd, 
somuiergrün.länglichoboval, spitz, buch- 
tig gezähnelt, Blüten klein, unscheinbar 
in endständigen Trauben. Mai, Frucht 
holzige Kapsel ; Kultur usw. etwa wie 
Hanuimelis. auf die man die Art veredeln 
kann. Hat sich im Arnold Arboretum als 
hart erwiesen; hübsch belaubt; für Qe- 
hölzfreunde. 

Fothergilla — Hamamelida- 
ceen. — Buschige Sträucher aus 
den südöstl. Verein. Staaten, Blätter 
abwechselnd, sommergrün, einfach, 
oberseits sattgrün. im Herbst orange- 
gelb. Blüten weiß, duftend, in end- 
ständigen dichten Ähren, im April 
bis Mai. ohne Fetalen, aber mit vie- 
len weißen auffälligen Staubfäden mit gelben Antheren, Frucht 2 bis .5 klappige Kapsel; Kul- 
tur in frischem, lehmig-sandigem oder moorigem Gartenboden in warmer, sonniger Lage; 
X'ermehrung durch Samen und Ableger, erst im zweiten .lahre keimend bzw. wurzelnd, 
auch durch -Ausläufer; X'erwendung als sehr hübsche Frühjahrsbluher und wegen der 
schönen Herbstfärbung im Garten und Park. 

F.Gärdenii (F.alnifölia, F. Carolina), ausgebreitet aufrecht, kaum über o. so in. Triebe 
weiß sternhaarig. Blätter verkehrt eilänglich, meist unter 4..^ cm lang, oben behaart, unten 
blaugrau und filzig. Blütenstände bis 4 cm hoch, treibt Wurzclschosse; F. major {F.alni- 
fölia var. major), dicht pyramidal, bis 2 ///, Blätter mehr herz-eiförmig, oberseits etwas 
glänzendgrün, über .t cm lang. Blütenstände bis 5 cm. schönste Form (Abb. 2.^51; sehr ähn- 
lich ist F. monticola, Tracht breitbuschiger. Blätter unterseits grünlicher statt blaugrau. 
Fothergilla involucrata siehe I'airotiopsis. 

Frankenia hirsüta: ganz niedriger Halbstrauch iFrankeniaccen) aus dem Mediterrangebiet, der 

im Sande der Küsten wächst und von Gehölzfreunden im Steingeröll des Alpinum versucht werden kann 

an mehr feuchten Plätzen im Halbschatten, Blätter fein, lineal. behaart oder bei var. /aefis stark kahlend; 

Vermehrung durch Samen, Stecklinge und Teilung. Siehe C. Schneider, III. I.aubholzk. IL, .340. 

Franklinia altamäha siehe (lorJonia. 

Fräxinus, Esche — Oleaceen.— Hohe Bäume oder Sträucher, Blätter gegenständig, 
sommergrün, fast stets unpaar gefiedert. Blüten weiß oder grünlich, meist unscheinbar, end- 
oder seitenständig, rispig oder büschelig. 2liäusig oder einhäusig, mit oder ohne Blumen- 
blätter und Kelch. Frucht einsamiges. geflügeltes Nüßchen; Kultur in fast jedem nicht allzu 
trockenen oder allzu nassen Boden; Vermehrung durch Samen (gleich nach Reife oder 



Abb. 235. Fotliergilla major. 2,.S , 



Rchder.) 



I-niximis 200 

stratifizieren. liegt oft zwei Jahre i. Sorten diircli X'eredeluntf auf Stammart. sonst auch stark- 
wüchsige auf exaisior und schwacliwüchsige auf 0«hs,- .Verwendung siehe bei den 
Arten. Die Unterscheidung oft schwer, man vergleiche C. Schneider. 111. Handb. d. I.aub- 
holzk. II., S. 810 ff. 



ISCHI-: L1STI-: DHR i-:rwahnti-;n LAri-:iNiscni-;N nami-:n. 

(Die Ziffern bezeichiicii die SeitL'iizahlen.i 



acuminata 20') 

alba 204 

americana 20Q 

— acuminata 209 

— glauca 209 

— luglaiidifolia 209 

— subcoriacea 209 

anomala 210 

Biltmoreana 209 

Bungeana 209 

— obovata 209 

— parvifolia 209 

chinensis rhynchophylla . . 209 
Dippeliana ....... 209 

epiptera 209 

excelsior 210 

— aurea 210 

— diversifolia 210 

— globosa 210 



excelsior heterophy IIa . .210 

— laciniata 210 

— monophylla 210 

— pendula 210 

— simplicifolia 210 

holotricha 210 

juglandifolia 209 

ianceolata 210 

lentiscifolia 210 

longicuspis 209 

— Sieboldiana 209 

mandschurica 210 

Mariesii 209 

nigra 210 

novae-angliae 209 

obovata 209 

oregona 210 

Ornus 209 

— rotundifolia 209 



o.xycarpa 210 

oxyphylla 210 

parvifolia Lani 210 

— Lingelsh 209 

pennsylvanica 210 

— aucubaefülia 210 

— Ianceolata 210 

potamophila 210 

pubescens 210 

— aucubifolia 210 

Regelii 210 

rhynchophylla 209 

rotundifolia 210 



sambucifolia 

serratifolia 

Sieboldiana 

Spaethiana 

tamariscifolia 

viridis . . 



210 
209 
209 
209 
210 



A) Blütenstände mit oder nach Blattausbruch auf beblätterten Stielen als endständige 
Rispen. — 1. Blumenblätter vorhanden (Gruppe Ornus. Blumenesche): F. Bungeäna 
DC. {F. Dippeliana. F. Bungeana var. parvifolia, F. parvifolia Lingelsh.), nordchinesischer 
Strauch, bis über 4 /;/, Winterknospen schwärzlich. Triebe behaart. Blättchen 3 bis 7, kahl, 
rhombisch, zierlich, Blütenrispen 5 bis 7 cm lang. Mai. scheint trocknere Lagen zu lieben 
und auch im Garten brauchbar; F. longicuspis, .lapan. Baum bis 12 m. Winterknospen 
rostig behaart. Blättchen ,s bis 7, unterstes Paar viel kleiner, wie auch hei Mariesii. Form lan- 
zettlich, lang zugespitzt, gute purpurne Herbstfärbung; he\ var. Sieboldiana i F. Sieboldiana) 
Blättchen unterseits behaart; F. Mariesii, Zentralchina, bei uns Strauch, Triebe behaart. 
Blätter sattgrün, Blättchen .=i bis 7. dichtstehend, zum Teil ganzrandig, Blütenstände 12: \2cm. 
junge Frucht im Juli dunkelpurpurn, hart, blüht schon als kleine Pflanze, für warme Lagen; 
F. obovata \F. Bungeana var. obovata). Japan, kleiner Baum, Blättchen groß, etwas oboval, 
.5 bis 7. sitzend, Spindel oft etwas geflügelt, unterstes Paar wie bei Ornus nicht kleiner als 
andere; F. Ornus, bekannte heimische Manna-Esche, selten über 8 ///. Blättchen 5 bis 7, 
unterseits bräunlich-bärtig, Blütenrispen schön, bis 15 cm, Mai, auffällig var. rotundifolia, 
Blätter breit rundlichelliptisch, mehr strauchig. verträgt trocknere Lagen, warm sonnig; F. 
Spaethiana ( /'. serratifolia Hort. ) . Heimat unbekannt, kleiner üppiger Baum, Triebe glänzend 
grau, kahl, Knospen tief braun, Grund des Blättchens wie bei chinensis geschwollen. Blätt- 
chen 5 bis 9, tief kerbsägig, schöne großblättrige .Art, — 11. Blumenblätter fehlend (Gruppe 
Orndster) : F. chinensis var. rhynchophylla ( F. rhynchophylla, F. Bungeana Hort, zum 
Teil), Mittel- und West-China. Baum, Zweige kahl, Knospen braunschwarz. Austrieb rost- 
braun wollig. Blättchen ziemlich groü, .^ bis 7, oberseits sattgrün, unterseits hellgrün, an 
Rippe behaart. 

B) Blütenstände an vorjährigen Zweigen, blattlos, vor oder mit den Blättern, Blüten ohne 
Kronblätter, grünlich, unscheinbar: F. americana [F. alba, F. novae-dngliae) , Weiß- 
esche, O. -Nordamerika, schöner Baum, bis 40 w, Blätter glänzend blaugrün, unterseits 
weißlich. Blättchen meist 7, beim Typ fast ganzrandig, langspitzig, im Herbst prächtig pur- 
purn und gelb, Fruchtkörper rundlich, ungeflügelt, schöner Parkbaum für tiefgründigen 
reichen Boden; von Formen: var. acuminata ivar. glauca Hort., F. acuminata, F. epiptera). 
Blättchen oberseits glänzend grün, unterseits blaugrau, fast kahl, var. Juglandifolia 
i F. juglandifolia). Blättchen meist breiter, oberseits wenig glänzend, unterseits behaart, ge- 
gen Spitze gesägt; var. subcoriacea, Blätter derber, unterseits fast silberweiß, gilt als 
beste Form; nahe steht F. Biltmoreana, südöstliche N'ereinigte Staaten, Triebe und Blatt- 



210 



Fräxinus — Füchsia 



stiele behaart; F. anömala, S\V. -Nordamerika, kleiner Baum, durch die meist einfachen 
eirundlichen Blätter ausgezeichnet. Triebe kantig, für Geholzfreunde : F. excelsior, allbe- 
kannte heimische Art, bis 40 //;. Knospen schwarz. Zweige kahl. Blättchen meist 1 1, viele 
Formen so var. aiirea. Qoldesche. junges Holz deutlich goldgelb, var. divcrsifölia (var. 
Iieterophylla) , ßlättchen alle (var. monophylla. var. simplicifolia) oder zum Teil einzeln, oft 
tief eingeschnitten gezähnt (f. laciniata). eigenartig var. globösa. Kronen rundlich, Kugel- 
esche; var. pi'ndula. Traueresche, eine recht wertvolle Form, es gibt aber auch von 
var. aurca und divcrsijolia Trauerformen: die typische excelsior verträgt feuchte Lagen; 
F. mandschürica, Ostasien, steht sehr nahe F. nigra (/-". sambiici/a/ia). Schwarz- 
esche. O. -Nordamerika, bis 30 m. Blätter durch die rostgelb-filzige Behaarung am Blättchen- 
grund ausgezeichnet. 7 bis 11 zählig. für große Parkanlagen, liebt Feuchtigkeit; F. ore= 
göna, westliche X'ereinigte Staaten. Baum bis .30 in. Zweige und Blattstiele weich behaart. 
Blättchen 7 bis 9. fast sitzend, hellgrün, zuletzt derb, groß, länglich-elliptisch, fast ganz- 
randig; F. oxycärpa \/-. oxypliylla, F. tamariscifolia). Südeuropa-Kleinasien, Knospen 
braun. Blättchen 7 bis \^. lanzettlich, scharf gesägt, beiderseits grün und kahl; F. penn= 
syh'änica i/\ puhc'scens). Rotesche, O. -Nordamerika, bis 20 m. junge Triebe und F^latt- 
spindeln behaart. Blättchen 7 bis <). unterseits graugrün, Fruchtkörper durch herablaufenden 
Flügel gerandet; ferner var. lanceoläta (F. viridis zum Teil. F.lanceoldta). Grünesche, 
junge Triebe und Spindeln kahl, Blattunterseiten grün, hierher var. aucubaejölia (/■". pii- 
bescens var. aiiciibifolia). Blätter goldscheckig; F. potamöphila {F. RegcHii), kleiner Baum, 
aufrecht verästelt, ganz kahl, Knospen braun. Blättchen 7 bis 13. gestielt, rhombisch-ei- 
lanzettlich, spitz, trübgrün, hübsche Zierart. nahe steht F. holotricha. Triebe und Blättchen 
dicht weich behaart. Heimat unbekannt; F. rotundifölia [F. parvifölia Lam.. /•". leritisci- 
fölia). Südeuropa, zierlich belaubter Strauch, bis 3 m. Blättchen meist 7 bis 13zählig. breit, 
oval bis elliptisch, gesägt, für warme Lagen. 

Fremöntia califörnica [Cliinintliodemlion und PrenioiUodendron californiciiin) — S t e r c u 11 a cc c ii. 
— Hübscher, zum Teil wintergrüner, gelbweiß woliig-sternfilziger baumartiger Strauch aus Kalifornien, 
Blätter abwechselnd, einfach, gelappt, dicklich, oberseits sattgrün, Blüten einzeln, groß, sattgelb, im 
Juni, Frucht rauh behaarte Kapsel; Kultur nur in sehr warmen, geschützten, sonnigen Lagen in gut 
durchlässigem, leichterem Boden, gegen Winternässe sehr empfindlich; Vermehrung durch Samen 
oder krautige Stecklinge unter Glas ; V e r w e n d u n g in geeignetem Klima als prächtig blühender Zier- 
strauch, hei uns recht heikel. 

Füchsia, Fuchsie — Onagraceen. — Eine bekannte Gattung, von deren Arten auch einige sich 
im Freien durchwintern lassen; botanisch sind diese Formen noch recht unklar-*"!. (Näheres siehe 
C. Schneider, 111. Handb. d. Laubholzk. II., S.418.) Kultur in frischem, gutem, recht nahrhaftem Boden, 
den man am besten mit kurzem Dung belegt, im Sommer reichliche Wassergaben, im Winter Schutz 
gegen Bodennässe; Ve rm eh ru n g leicht durch Stecklinge; Verwendung für Rabatten und Vor- 
pflanzungen in warmen, 
aber nicht zu heiß -sonni- 
gen, eher etwas beschatte- 
ten Lagen, im Spätherbste 
Rückschnitt bis auf Boden 
und dann guteOecke, mehr 
als Stauden behandeln. 

F. coccinea, die Form 
der Gärten wohl Kultur- 
form, die mit der südame- 
rikanischen F. mugcUanira 
I? /■. macrosteiiiu) zusam- 
menhängt, aufrecht, bis 
0,7 m. Blätter gegenstän- 
dig, saltgrün, einfach, Blü- 
ten einzeln, nickend, aber 
sich häufend, Krone vio- 
lett; ähnlich, aber schmal- 
blättriger F. Riccartonil 
[F. ina!;eJkiiücu var. Ric- 
cartond, F. Riccartoidana 
Hort.); ferner gelten als 
Abb. 236. Ftic/isiii f;/,i,i/is. hliiluiulr Ix'.iliaiir. iiw;i 1 in hoch. härtere Sorten die Kreu- 

(Ph.ii /iiniiKiniarui, ii^ri. I ;>,:;iuh. .\\,iiii.iLi zuugcu „Beaumarchais". 

„Beranger" usw.; auch F. 
gräcilis (F. niafredanica und F. macrostema var. gracUis, ? F. Tlwmpsoidi Hort.), Chile, siehe Abb. 2,3(), 
und F. microphylla, Mexiko, sind so im Freien durchzubringen ; alle blühen vom Juli bis Oktober. 




Fuchsrebe — Q aulthtria 



211 



Fuchsrebe siehe IV//,s- rotiindifoliu und l.abrusca. — Fuchsrose siehe l-iosa lutea. 
Fumäna procümbens (/•'. nudifölia, HcHuntlicnuim l'iim(ina\, Heidesonnenröschen — Cistaceen. 
— Rasiger, reich\erzueigter Halbstrauch, 
lüiropa bis Transkaulsasien, Blätter schrau- 
big gestellt, soinmergriiii, spitzlineal, gerollt, 
Blüten gelb mit Nagelfleck, an den Trieb- 
enden, 'einzeln in den Blattachseln, Juni bis 
August, Frucht glänzende Kapsel; Kultur 
in steinigen, sonnigen, sandigen Lagen ; sonst 
siehe Heliantliemitni. 

Qalsblatt siehe Lonkeru. — Gaj;el siehe 
Myrica. — Gälax aphylla siehe „Unsere Frei- 
landstauden". ' Oale siehe Myrica. 
Qamander siehe Teucniim. 
Gärrya elliptica — Garryaceen. — 
Inimergriiner, bis 2rn hoher Strauch aus Kali- 
fornien, Blätter gegenständig, einfach, ober- 
scits kahl, glänzend grün, unterseits filzig, 
Blüten unscheinbar, 2 häusig, in kätzchen- 
artigen oder traubigen hängenden Blüten- 
ständen, Frucht kugelig, seidig behaart, bee- 
renartig; Kultur in gut durchlässigem Bo- 
den in sonniger, geschützter Lage, Schutz 
gegen Bodennässe; Vermehrung durch 
Samen, halbreife Stecklinge und Ableger: 
Verwendung nur für Liebhaber in wär- 
meren Gegenden. — Außer der genannten 
z.B. noch a.ThuretiHü.elliplicuXFadveni). 
G. Veatchi, G. Wrightii (Abb. 237i. welche 
als härteste gilt, u. a. versuchswert ; sie blühen 
im (Januar-) Februar bis April, am frühesten 
el/iplira; Tliurctii oft erst später. 
Qaspeldorn siehe Ule.x. 
Gaultheria, Scheinbeere — Eri- 
caceen. — Kleine, immergrüne Sträu- 
cher. Blätter abwechselnd, einfach. Blü- 
ten einzeln oder traubig, wenig auffällig, 
aber duftend, zylindrisch oder glockig- 
eiförmig. Früchte beerenartig: Kultur in frischem, etwas moorigem Boden und halbschatti- 
ger oder schattiger Lage; X'ermehrung durch Samen. Ausläufer und Ableger: Verwen- 
dung als hübsche schattenliebende 
Pflanzen für Felspartien. Begrünung 
unter Gehölz, Einfassungen, in rau- 
hen Lagen Reisigdecke. 

G.procümbens, östliches Nord- 
amerika, kriechend, etwas aroma- 
tisch, bis 1 .5 cm hoch. Blätter an den 
Zweigenden zu etwa 4 gebüscheit. 
glänzend grün, dicklcderig, oboval. 
bis 5 an lang, F^lüten einzeln, röt- 
iichweiß, Sommer, I-rucht kugelig, 
hellrot : nahe steht ü. trichophyh 
la, Himalaya, Westchina, mit unter- 
irdischen .-Ausläufern, bis 15 cm. 
Triebe etwas borstig, Blätter sit- 
zend, schmaliänglich, borstig am 
Rande, sonst kahl, Blüten auch ein- 
zeln, glockig, rosa. Beere blau- 
schwarz, war hart in I^etcrsburg; 
G. Shalton, NW. -.Amerika, aus- 
läufertreibend, aufrecht, bis 0,8 w. 
Abb. 2,38. Gaiilihcrni Sliallon. Scheinbeere, ni. Arcmis, Knns.inrt.i Triebe drüsig, Blätter herzeiförmig, 

14' 




Abb. 237. Gairva Wrinhtii, 



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QaiiltliLTia (a-nista 




bis 10 cm, Blüten weii.i oder rosa, in drüsigen Trauben. Mai bis .iuni, I-ruciit blaiiscliwarz. 
Angust bis September (.Abb. 2.^Si. ein wertvoller, viel zu wenig beachteter Bodenbegrünungs- 
strauch : ü. \'eitchiana, Alittel- 
china. dichter rundlicher Strauch, 
bis 70 cm hoch. Triebe fein und 
borstig behaart. Blätter länglich-ei- 
förmig, borstig gesägt, unterseits 
etwas borstig behaart. Blüten in 
seitenständigen, behaarten Trauben. 
Frucht .August -September, indigo- 
blau, gleichfalls recht hart und schön. 
Gaylussäcia L\ilnuna\ brachycera, 
Buckelbeere — 1; r i c a c e c ii. — Bis 0.4 
m hoher, immergrüner Strauch aus O.- 
Nordamerika mit kriechendem Stamm, 
Triebe kantig, fein behaart, Blätter ab- 
wechselnd, einfach, Blüten in kurzen, 
achselstiindigen Trauben, wcilj oder 
rosa, glockig- zylindrisch, Mai, Frucht 
hellblaue Beere, ,luli-August; Kultur 
in geschützten halbschattigen, trocke- 
nen Lagen im Alpinum; Vermehrung 
durch Samen und Stecklinge; Verwen- 
d u n g für Qehölzfreunde. — Härter sind 
die sommergrünen O. baccäta (G. re- 
sinösa), bis 75 cm. Triebe drüsig, mit 
unterseits gelbgepunkteten Blättern, konischen, stumpfroten Blüten in hängenden Trauben, schwarzen 
süßen Früchten, liebt feuchtere, steinigsandige Böden, als Unterholz, sowie G. dumösa, Nordost- 
amerika, kriechend, bis 0,5 m, ebenfalls etwas'drüsig, Blüten in lockeren Trauben, glockig, weiß oder 
rötlich, Frucht schwarz, behaart; ganz hart, liebt sandigen Boden. 

Gelsemium sempervirens — Loganiaceen. — Immergrüner kahler Schlingstrauch aus SO- 
Nordamerika, mit lanzettlichen Blättern und zu I — 4 achselständigen, schönen gelben Röhrenblüten, 
der für uns als Freilandpflanze nur an der Grenze des Mediterrangebietes in Betracht kommen kann. 
Geblera siehe Sccurincsra — Geißblatt siehe Lonicera. — Geißklee siehe Cytisiis. — Oeißklee- 
bohnenbaum sithe Lalnirnocytisus. — Qelbholz siehe Cladrastis lutea und Xantlioxylmu. — Qelbhorn 
siehe Xaril/iotrnis. — Qelbwurz siehe Xarithoirliiza. 

üenista, Ginster — Leguminosen. — Niedrige, oft dornige Sträucher. Blätter 
meist einfach oder fehlend. Blüten gelb, kopfig oder traubig. Fruchthülse 2klappig; Kultur 
in sonnigen, warmen Lagen in trockenem, tiefgründigem, durchlässigem, dungfreiem Boden: 
Schnitt kaum nötig, bei Spätblühern im Winter; Vermehrung durch Samen (Arten wie 
dalmatica, liorrida, liispanica. ovata, pilosa. sagittalis und tinctoria durch fast ausgereifte 
Stecklinge im August, sie wachsen auch gut, wenn man unter deren Knoten oder .Ansatz glatt 
abschneidet, aber etwas älteres Holz mitnimmt und unter Glas in Sand steckt; cinerea und 
radiata wohl nur durch Samen), auch durch Veredlung auf gewöhnliche Art im Glashause; 
\'e r w e n d u n g vor allem für Felspartien. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Zahlen bezeichnen die Seitenzahlen.) 



Abb. 239. Qenista hispainca, spanischer üinster. 30 i 

(Orig., Kew Qardens.) 



anglica 212 

an.xantica (Abb. 58) . . . .213 

cinerea 213 

dalmatica 212 

elata 213 

germanica 212 

iiispanica (Abb. 239). . . .212 



horrida 212 

ovata 213 

pilosa (Abb. 240i 213 

radiata 213 

sagittalis 213 

sibirica 213 

tinctoria 213 



tinctoria alpestris .... 213 

— anxantica 213 

— angustifolia 213 

— plena 213 

— virgata 213 

virgata Willd 213 



A. Zweige dornig: G. hispänica (.Abb. 2.^')). Spanien, Südfrankreich, bis ^0 cm. Dorne 
fein verzweigt, behaart. Blätter nur an Blütenzweigen, lineallanzettlich, Blüten zu .3 bis 1 2 
kopfig, sattgoldgelb, Frühjahr bis Herbst; in den meist nur 3 blutigen kopfigen Blüten- 
ständen schlieft sich an G. horrida. Südwesteuropa, seidig behaarte Dorne und .3 zählige 
Blättchen, gegenständig, gelb; traubige Blütenstände haben G.än^//ca, Westeuropa, nieder- 
liegend bis .SO cm. Zweige und einfache Blättchen kahl, und G. germanica, Mittel- und 
Westeuropa, Triebe imd schmal elliptische Blättchen zottig behaart. Wuchs aufrechter, bis 
50 cm; ihr steht nahe G. dalmatica mit seidiger Behaarung und lincalen Blättchen. 



GcMiista — Qlcditschia 




Abb. 240. Oenista pilosa, behaarter Ginster, kriechend. 
(Pliot. .A. Purpus.) 



B. Zweite dornlos: I. Blüten achsclstündij^ an vorjährigen Trieben: ö. cinerea, süd- 
westl. Mittelmeergebiet. Tracht Spartiiim-d.xW'^. Triebe gefurcht, jung behaart. Blättchen ein- 
fach, graugrün, Blüten zu 2 bis 4, 
leuchtend goldgelb, .\pril bis .luni. 
sehr schön, aber selten und nur für 
wärmste Lagen; G.radiäta(l:naii- 
riospdrton radiutiun), SO. -Huropa, 
bis 0,s in. buschig, Spartiiwi -urtig. 
Blättchen gegenständig, meist 3 zäh- 
lig, Blüten zu .^ bis (). kopfig ge- 
häuft, Mai bis .lull, für warme La- 
gen: G. pilosa (Abb. 2401. Europa, 
niederliegend wurzelnd. Blätter ab- 
wechselnd, einfach, Blüten zu I bis.i, 
achselständig, aber scheintraubig 
gehäuft, Mai bis Sommer: trockene 
Orte, Gesteinspartien. ~ 11. Blüten 
am diesjährigen Holze in endständi- 
gen Trauben: G. oväta, SO. -Euro- 
pa, sehr ähnlich tinctoria. aber ab- 
stehend wirrzottig behaart, bis dO 
cm, Blätter breit lanzettlich, selten 
echt; G.sa^/Ha//s, Europa, nieder- 
liegend aufstrebend, bis 20 (7//. Zwei- 
ge 2 schneidig-flügelkantig, Blätter 

einfach, Blüten kurztraubig, Mai bis .luni. für I-elsgruppen; G. tinctoria, Europa bis West- 
asien, der Typ aufrecht, bis 80 cm. kahl oder anliegend behaart. Blätter einfach, Blüten trau- 
big, Mai bis .luli, sehr formenreich, so var. virguta fG. virgäta Willd., G. elüta), bis manns- 
hoch, var. alpcstris. niederliegend aufstrebend, hierher \. plemi (tinctoria \'vlx. plcnu). Blüten 
gefüllt, orange, lange dauernd, hübsch für Rabatten, Felsen, var. angustifoliu. sehr zierliche 
südrussische Form; auch var. anxäntica {(J. anxantica), ganz kahle süditalienische Form. 
Blätter sehr schmal, siehe -Abb. 58. wohl heikel; hierher auch G. sibiria, die wohl meist 
tinctoria var. virgala ist. 

[üenisla glabrescens siehe Cvtisiis. — Geaista juncea siehe Spartium. — Genista ramentacea 
siehe Pet/ma. — Genista scopäria siehe Surotluimnas. — Qenter Azaleen siehe unter Rlwdodendroii. 
— Qerberstrauch siehe Coriaria. — üeweihbaum siehe Qyimocladus. — Ginster siehe Oenista. — 
Qlanzheide siehe Dalwecia. —.Glanzmispel siehe Pliotiuiu — Glanzrose siehe Rosa laevigata. 

Gleditschia^^\ \Qleditsiu). Gleditschie, Christusdorn — Leguminosen. — 
Hohe, locker schlank ausladend licht verästelte Bäume mit meist verzweigten Dornen aus 
altem Holze, Blätter abwechselnd, einfach paarig oder doppelt gefiedert, Blüten zahlreich, klein, 
grünlich, traubig oder rispig; Fruchthülsen groß, lederig, kaum aufspringend; Kultur in 
jedem guten Gartenboden, in sonniger, gegen starke Winde geschützter Lage (daÄstebrüchigi. 
jung zuweilen empfindlich; N'ermehrung durch Samen (Frühjahr, einweichen) und die 
seltenen F^ormen durch Veredlung im Frühjahr auf G. triacantlios: \' e r w e n d u n g als hübsche 
Parkbäume. G. triacanthos u. a. auch für Hecken, wenn dicht gesetzt und stark geschnitten. 

.A. Dorne seitlich (besonders am Grunde I etwas zusammengepreßt, abgeflacht. Hülsen- 
wände papierdünn oder lederig. Blätter mit mehr als 12 Blättchen oder doppelt gefiedert: 
G. Delaväyi, Südwestchina. Dorne bis 2.S cm. Blättchen 12 bis 18, stumpf oder ausge- 
randet, glänzend grün. kahl. Ovar kahl. Hülsen bis 40 cm, noch selten, aber als wertvoll 
geltend; G. japönica (G. horrida ,\\ak.). Japan. China, hoher Baum. Dorne bis 10 cm. 
zahlreich. Blättchen 1 o bis 20, stumpfeilänglich, höchstens gewimpert oder doppelt gefiedert. 
Rhachis behaart. Hülse bis fast 30 cm. meist verbogen aufgeblasen, nächst triacantlios die 
härteste; sehr nahe steht G. cäspica (G. horrida var. caspica). Transkaukasien. Persien. 
Blättchen deutlicher gekerbt. Hülsen wände dünner, siehe Abb. 24 1 . bleibt kleiner vAs japönica: 
G. triacanthos. Mittl.\erein. Staaten, bis über 40 m. Dorne einfach, 3 teilig oder fehlend, 
bis 10 cm. Blättchen 20 bis 30, spitz länglichlanzettlich. kerbsägig. oder Blätter 2 fach ge- 
fiedert, jung behaart, auch Rhachis, Hülse bis 40 cm, leicht sichelig, glänzend dunkelbraun. 



Olcditsclii;! — ( jraiipappi.'l 




Abb. 241. üleditschia cuspica. kas 



liLT Christusdorn, im Winter, 8 i 



liaile Art. mit folgenden Formen: var. Biijötii (G. liiijotü. G. Biijotii pcnüiild). elegante 
Hängeform mit etwas schmäleren Blättchen,- var. coliimndris, seltene Säulenform. var. i/u'rmis. 
dornlos. Tracht lockerer. 

B. Dorne rundlich. Hülsenwände holzig. Hülsen nie gedreht. Blättchen s bis 18. selten 
Blätter doppelt gefiedert: G. sinensis (ü. /iorri(/a\\"\M.), Blätter etwas stumpf, gelbgrün, 
unterseits Blättchen netzaderig, länglich eiförmig, Blütenstände traubig, Ovar kahl. Hülse 
gerade, bis 15 an, nicht so hart \\\e. japonica. hierher die var. nana, strauchartig, in allen 
Teilen kleiner; sehr nahe steht G.macracänf/ia, China. Dorne und Blättchen meist größer. 
Blütenstände rispig. Ovar behaart. Hülsen fast zylindrisch: die mit sinensis verwandte G. 
ferox aus China ist selten echt. Blättchen hier lö bis 30. 

Globuläria cordifölia, Kugelblume — Q I o b u 1 a r i a c e e n. — Niederliegender, am Grunde ver- 
hulzcnder Halbstrauch aus den Alpen. Pyrenäen, Apenninen, Karpathen, 3— 10a;;, Blätter rosettig. 
Blüten blau, in kugeligen Köpfchen, Frucht einsamiges Nüßchen ; Kultur als Felsenpflanze in 
kiesigem, kalkigem Boden; Verm eh r u n g durch Teilung; Ve r we'n d u n g nur für Gehölzfreunde. 

Glockeaheide siehe Erica Tetraüx. 

Glossopetalon {Forse/It'sia) spinescens — C el as t ra c een. — Hin niedriger, stark verästelter 
Dcirnstrauch aus Texas bis Neu-Mexiko, Blätter klein, sommergrün, abwechselnd, Blüten klein, weilJ, 
gehuschelt; Kultur usw. etwa wie Fendlera, sehr empfindlich gegen Nässe; nur für erfahrene Pfleger. 
härter vielleicht ö. meionandrum, Colorado. (Näheres C.Schneider, Ill.Handb.d.Laubholzk.II.,S.186.i 

Glycine siehe Wistariu. — Glycyrrhiza glabra, SüBholz siehe „Unsere Freilandstauden" — Qötter= 
bäum siehe Ailanthus. — Qoldbuche siehe l-agus sy/i'atica Zlatia. — Qoldeiche siehe Qiierciis robiir 
var. Concordia. — Goldregen siehe Laburnum. — Qoldtraube siehe Ribes aureum. 

Gomphocärpus frutescens: halbstrauchige Asciep i dacee, die nach Dr. Pfaff in Bozen im Freien 
geblüht und gefruchtet haben soll. 

Gordönia \l-nmklinia\ altamaha [0. pubescens, Fninktinia altamaha). — Theaceen. — Sommer- 
grüner Strauch aus Georgia, Blätter einfach, abwechselnd, schöne orangescharlach Herbstfärbung. 
Blüten weiß, bis 9 cm breit, September-Oktober, Frucht holzige Kapsel ; K u\ t u r in frischem, sandigem 
Boden ; Vermehrung durch Samen, Ableger oder halbreife Stecklinge unter Glas ; Verwendung 
für wärmste Lagen gewiß versuchswert, blüht sehr schön im Spätherbst oder I-rühjahr, auch im Laub 
hübsch. 

Qrauerle siehe Alniis incuna. — Qraumelde siehe Atriplcx ciinesccns. — Oraupappel siehe unter 
Popiilus. 




■oppositifoliu. Blattzweige. 



Grewia parviflora — Tiliaceeii. — Aufrechter, bis 1.5/// hoher, somniergrüner Strauch aus 
Nordchina, Blätter einfach, graugrün, Blüten gelblichweili, zu etwa ö in den Blattachseln der Jahrestriebe 
gebüschelt.JulibisAugust.Fruchtetwas 
saftige Steinfrucht; Kultur in jedem 
durchlässigen, etwas sandigen Boden in 

etwas geschützter Lage; Vermehrung I 

durch Samen und halbreife Stecklinge; 
Verwendung nur für Qehölzfreunde 
in großen Qesteinsanlagen. — G. oppo- 
sliifoUa (Abb. 242) vom nordwestl. Hi- 
malaya, weicht durch kürzer gestielte, 
eher kleinere, spitzere Blätter ab, wird 
höher, in Heimat Baum, Blüten den Blät- 
tern gegenständig. 

Griselinia littorälis ist ein neusee- 
ländischer, immergrüner Baum der C o r- 
naceen mit ab\vechselnden, ganzran- 
digen Blättern und winzigen, zweihäu- 
sigen, gelbgrünen Blüten in achselstän- 
digen Traubenbüscheln im Mai. 1-rucht 
einsamig, beerenartig; für uns nur Kalt- 
hauspflanze. 

Grossuläria siehe Ribes. — Qriin- 
erle siehe Aliiiis viridis. — Orünesche 
siehe /-nixinus pennsylvanica. — Guh 
Jandiaa siehe üymnociadus. 

Gutierrezia Saröthrae [Q. Eutlui- 
miue) — C o m p s i t e n. — Bis 50 cm 
hoher, buschiger, sommergrüner Halb- 
strauch (Abb. 243) aus dem westlichen 
Nord -Amerika, Blätter abwechselnd. 
Ilneal, Blütenköpfchen klein, gelb, rispig, 
Juli bis September; Kultur in trocke- 
nen, sonnigen Lagen zwischen Fels- 
gestein; Vermehrung durch Samen, Stecklinge und Teilung; Verwendung für erfahrene Pfleger 
in milderen Gegenden. 

Gymnöcladus didica i GmlamUnu dioeca. Gynin. (Y/wffo't'ffs/i'). Geweihbaum, Schus= 

serbaum— Leguminosen. - 
Stattlicher, bis über 30 ni hoher, 
locker- und breitkroniger Baum aus 
den mittl. und östl. Verein. Staaten. 
Borke rauh (Abb. 2441. Blätter ab- 
wechselnd, sommergrün, doppelt 
gefiedert, sehr grolJ, Herbstfärbung 
gelb. Blüten klein. weilJlich, oft 
zweihäusig. in an diesjährigen Trie- 
ben endständigen Rispentrauben. 
Mai bis Juni, Fruchthülsen grol.'>. 
bis 30 rw lang; Kultur in jedem 
guten, frischen, tiefgründigen Bo- 
den; Vermehrung durch Samen 
I lange liegend I und Vs'urzelschnitt- 
linge ; Verwendung als schöner, 
sich spätbelaubender, stark triebiger 
Parkbaum. 

Hadernblatt siehe Ruscus hypoglos- 
sum. — Haferschlehe siehe Prunus in- 
silitia. — Hagedorn siehe Crataegus. — 
Hahnenbuttcnbirne siehe Sorbopyrus. 
- Hainbuche siehe Carpinus. 

tialesia {.Mo/irodi'ndron. Car- 

lomöhria), Schneeglöckchen- 

bäum, Maiglöckchenbaum, 

Hübsche, bei uns ^ bis 5 /// hohe, sommergrüne 




Abb. 243. Guliern'zid Sarotlinie. 50 



Silberglocke 



:l(i 



Hald'sia- 



Striiiicher lin Heimat Bäume i aus den üstl. und mittl. X'ereinigten Staaten. Blätter abwech- 
selnd, einfach. Blüten am Norjährigen H(_)ize. schön, glockig, weilJ. Frucht geflügelt; Kultur 

in gutem, nahrhaftem, genügend 
frischem und tiefem Boden, in war- 
mer, mehr sonniger Lage; Schnitt 
selten nötig, Sommer: N'ermeh- 
rung durch Samen (Herbst oder 
stratifiziereni. Ableger, Stecklinge 
angetriebener Pflanzen (Frühjahr, 
Haus), auch Wurzelschnittlinge und 
Wurzelveredlung: \'e r w e n d u n g 
als prächtige Blütensträucher im 
Garten und Park. 

li. Carolina (H. teträptera), 
Tracht wie Abb. 24?. Blattunterseite 
stark kahlend. Blüten gebüschelt, zu 
.^ bis 5, Blumenkrone meist nur ge- 
lappt. Frucht 4 flügelig, April bis 
Mai, härteste Art. besonders die var. 
monticola (H. nioiiticolu). Blätter 
gröl.ier, kahler, Blüten größer. Stiele 
und Kelch kahl: //. diptera, wie 
.JLk/f' ^y^KBSW^K^^^F \ .^^^^^H Abb. 24(> und 247. Blattunterseiten 

reich behaart. Blüten zu 2 bis 4. 
kurztraubig. Blumenkronblätter fast 
frei. Frucht 2 flügelig. blüht etwas 
später, weniger üppig, nicht ganz 
so hart. 

Halesia corymbösa und H. hispida 
siehe Pierost vnix. 



Malimodendron Maloden ' 
dron (H. argenteum), Salz= 
Strauch - Leguminosen. — 
Bis 2 /// hoher, aufrechter, etwas 
silbriggrau behaarter Strauch (Abb. 
248). franskaukasien bis Altai. Blät- 
ter 1 bis 2 (bis .^ipaarig gefiedert. 
Blättchen blaugrau, Spindeln ste- 
chend, Blüten zu 2 bis 4, doldentraubig, am alten Holze, ansehnlich, violett mit weil.!, oder 
lebhaft rosenrot (f. purpureum). Juni bis Juli, Frucht aufgeblasen, ähnlich Colntea: Kultur 
in leichtem, sandigem, aber frischem Boden, in warmer, sonniger Lage; Vermehrung 
durch Samrti und Ableger (junges Holz), auch durch X'eredhing auf Caragana arborescens: 
\'ervvendung als sehr schön blühender, hübsch belaubter Zierstrauch im Park und Garten. 

Hamamelis, Zaubernuß — Hamamelidaceen. — Hübsch haselartig belaubte, 
hohe Sträucher oder baumartig, Blätter abwechselnd, sommergrün, sternhaarig, Blüten eigen- 
artig, nach I51attfall oder vor Blattaustrieb (Abb. 2.S()), Kronenblätter linealisch, Frucht Kapsel, 
bei virginiuna erst im zweiten Jahre reifend : K u 1 1 u r in frischem, humosem Boden in warmer 
Lage, sonnig oder halbschattig; X'ermehrung durch Ableger. Samen (erst im zweiten 
.lahre keimend I oder X'eredlung der seltnen Formen auf H. virginiana. 

H. japönica. .lapan. breiter Strauch, weilJerlenblättrig. jung behaart. Blüten wie Abb. 24'). 
schön gelb mit innen gelben oder purpurnem Kelch, je nach Witterung vom .lanuar (selten 
um Weihnacht) bis iMärz; mehr baumartig ist vin. arbörea ^//. ff/-/w/YöA Blätter größer, 
derber, rundlicher, Blüten tiefer gelb, Kelch innen tief purpurn; lemer vnr. Zuccariniäna. 
wie der Typ, aber Blüten mehr zitronengelb, blüht 3 Wochen später; auch eine stärker ge- 
rötete var. rubra in Kultur; H. mollis Zentralchina, wie Abb. 250, wird baumartig, Blätter 
groß, metallisch-grün, unterseits bleibend filzig, Blüten lebhaft goldgelb, groß, ab Januar, 




Abb. 244. Oymndclaclus dioicu, Qeweihbaum, Teil aus der 
Krone, die rauhe Borke zeigend. lOrig., Wien, Bot. (j.ir(cn,i 




Abb. 245. Halesia Carolina, vierflügelige Silberglocke, 2 m. (Orig., Kew Gardens.) 




Abb. 240. Hah'sia clipteni, zweiflügelige Silberglocke, 5 m. (Phoi. .\. Purpu; 



218 



Hamamelis — Hödcra 



schönste Art, liart; H. vernälis, südl. mittl. X'ereiii. Staaten, bis 1 ;/;, Ausläufer treibend. 

Blätter keilii^-oboval. unterseits blaugrau, oft rostig behaart. Blüten ab .lanuar, hell (leicht 

grünlich) gelb, nicht so auffallend, 
aber stark duftend. Kelch rot; h.vir^ 
giniäna tfi. virirfnica Hort.), öst- 
liches Nordamerika, bis 6 m, härteste 
Art, aber Blüte nicht so schön wie 
bei nwllis. schon im Spätherbst. 
Kelch innen gelbbraun, wichtige, 
neuerdings \iel angewandte .N\edi- 
zinalpflanze. 

Hammerstrauch siehe Cestntm. 
Haplopäppus (Apiopäppus) cuaeä- 
tus — Compositen. — Westnord- 
amerikanischer, bis M)cin hoher, sparri- 
ger. balsamisch-drüsiger Strauch, Blätter 
abwechselnd, sommergrün, dicklich, 
Blütenköpfchen wenig ansehnlich, gelb- 
lich, doldig, gebüschelt; etwa wie ün- 
ticrreziu, sehr sonnig und trocken, ziem- 
lich hart, aber nur für erfahrene Pfleger. 
Harrimanella hypnoides siehe Cas- 
siopc. — Hartheu siehe Hypericum. — 
Hartriegel siehe Coniiis. — Hasel, 

HaselnulS, Haselstrauch siehe Corytus. — Hasenohr siehe Huplcunim. — Hauhechel siehe Ono- 

fiis. — Hauspflaume siehe Prunus 'clomestiai. — Heckenkirsche siehe Loniccni. — Heckenrose 

siehe Rosa canina und dumetorum. — Hecksame siehe L'lcx. 

Hedera*'^), Efeu. — Araliaceen. — Allbekannter immergrüner Kletterstrauch. Blätter 
der vegetativen Triebe gelappt, die der fruchttragenden ganzrandig. Blüten grünlichgelb, 
doldentraubig. Frucht beerenartig schwarz oder gelb ; Kultur mühelos in allen Lagen, wenn 
Boden nicht zu trocken und etwas humos ist, verträgt tiefen Schatten wie Sonne: N'ermeh- 
rung durch Stecklinge (Haus), wurzelnde Triebe, besondere Sorten durch X'eredlung (Spalt- 
pfropfen i; X'erwendu ng als unersetzliche immergrüne Pflanzen zur Bekleidung von .Wauer- 
werk, Begrünung schattiger Stellen unter Bäumen usw,. für Einfassungen. Baumstamm- 
berank ung (Abb. 81 usw. 




Abb 



hpter 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN N.A.WEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen. i 



algeriensis 219 

amurensis 220 

arborea 219 

azorica 219 

canariensis 219 

chrysocarpa 218 

— taurica 218 

colchica 220 

— arborescens 220 

— dentata 220 

coriacea 220 

dentata 220 

helix 218 

— arborea 219 



helix arborescens . . 


. . 219 


helix palniata . . . 


. . .219 


— aurantiaca . . . . 


. . 220 


— pedata .... 


. . . 219 


— baltica 


. . 219 


— rhombea . . . 


... 220 


— canariensis . . . 


. . 219 


— sagittifolia . . . 


... 219 


— chrysocarpa . . . 


. . 218 


— scotica . . . . 


... 219 


-— deltoidea . . . . 


. . 219 


hibernica . . . . 


... 219 


— digitata 


. . 219 


himalaica . . . . 


... 220 


— donerailcnsis . . . 


. . 219 


— sinensis . . . . 


... 220 


— hastata 


. . 219 


lapomca 


. . . 220 


— hibernica . . . . 


. . 219 


ttiaderensis . . . . 


... 219 


— irlandica . . . . 


. . 219 


poetarum . . . . 


... 218 


— kisitanica . . . . 


. . 21') 


Roegneriana . . . 


. . . 220 


— minima 


. . 219 


taurica 


. , .218 



A) Blütenstände und Blütenknospen (oft auch junge Triebe) mit grauen .5 bis 15 strah- 
ligen Sternhaaren: I. Sternhaare nur ,S bis 8 strahlig : h. chrysocarpa (H. poetarum, 
H. helix var. chrysocarpa), Süditalien bis Kleinasien, Blätter der sterilen Triebe weniger 
gelappt als bei helix, aus herzförmigem Grunde dreieckig oder breitoval, oft etwas gelblich- 
grün, die der Fruchtzweige klein, oft rhombisch, ungelappL Früchte gelb, nicht ganz so hart 
wie helix; hierher var. taurica (H. taurica) stärker behaart, Blätter meist pfeilförmig mit ver- 
längertem Mittellappen und 2 kurzen spreizenden Seitenlappen: ti. helix, Huropa bis Asien, 
Blätter der sterilen Triebe breit oder 3-eckig-oval. meist 3 bis 5 lappig, oberseits dunkelgrün 



<)\al. ganzrandi,^. Blüten im Oktober. Friichte stumpf 




glänzend, an I'ruchtzweigen sclim; 
tintenschwarz, sehr viele Kultiir- 
formen, von denen folgende als 
die wohl wichtigsten erwähnt 
seien: \ar.arbon'scens {var.arbö- 
rea, H. arborea), nicht klimmend, 
entstanden durch Vermehrung aus 
den fertilen Trieben des Tj'p. kann 
in warmem Klima hohe dichte 
Büsche bilden, auch bunte I'or- 
men; var. bdltica, nur typische 
kleinblättrige Form, härteste von 
allen ; var. deltofdea (var. hastdta). 
Blätter stumpf dreieckig, oft mit 
2 tiefen Basallappen, schwärzlich 
grün, im Herbst bronzefarben ; var. 
digitdta. Blätter groß, mit ,S (selt- 
ner 7) dreieckig -länglichen Lap- 
pen; var. lusitdnica ähnlich pal- 
mata, aber Blätter größer, 5 lappig, 
hellgrün; var. minima (var. done- 
railc'nsis), kleinste Form. 3 bis ^^b. 248. //fl//>.Ä//-o« //a/o</.«rf.o«, Salzstrauch, hoch- 

^, . ,. , ^ , ., . ,,,. , Stamniis; veredelt. lOnx., Hort, \ilmurin, Vemeres.) 

5 lappig, bis 2,5 cm breit, imWmter 

purpurbraun; var. palmdfa, ähnlich digitata aber breiter dreieckig, 3 bis 5 lappig, stumpfer 

grün ; var. /jff/r/Yo.'Blätter klein, fuß- 
förmig 5 lappig, mit langem schma- 
len Mittellappen, dunkelgrün, mit 
weißlicher Aderung; var. sagittifö- 
lia, Blätter klein mit breit dreiecki- 
gen Mittel- und kurzen stumpfen 
Seitenlappen. Grund tief herzförmig. 
Farbe stumpf tief grün; alle diese 
Formen verdienen mehr Beachtung; 
//. hibernica (H. Iielix \'ar. Iiiber- 
nica. var. scötica oder \-ar. irlandica), 
schottischer oder irischer 
Efeu, sehr üppig. Blätter größer 
und breiter als bei liclix, meist mit 
,s dreieckigen Lappen, Textur dün- 
ner, aber Farbe (nach Bean) schwarz- 
grün, auch hiervon viele Formen, 
nicht so hart wie typischer helix. 

II. Sternhaare 13 bis 15 strahlig: 
H.canariensis (H. liclix var. ca- 
naricnsis. H. a/gcnV/isis, H. azörica. 
li.maden'nsis Hort.). Kanaren, Nord- 
afrika, üppig. Blätter groß, bis über 
15 cm breit, derblederig, seicht .i 
bis 5 lappig. Grund herzförmig, an 
l'ruchttrieben ganzrandig, Grund 
gerundet, auch hiervon eine \ar. 
arborCscens: schöne aber bei uns 
empfindliche Art. 

B) Blütenstände und Knospen 

//,///;(7mc//s/V;/7omV(/, japanische ZaiilxTiuiß, Blüten- ^<'ft auch junge Triebe) mit meist 

zweige. (Phot. im Hort. Hesse-, Wccncr.i gelblichen kurz und vielstrah- 




220 



Hcdera — Heliänthemiii 



ligen Schlippenhaaren bekleidet. Pflanzen aromatisch: H. cölchica iti. coridcca. H. 
amnn'nsis und H. Roegneriana Hort.i. Kleinasien, Kaukasus. Persien, üppig, Blätter groll, 

breitoval, herzförmig, meist unge- 
lappt, seltner seicht 3-lappig, bis 
über 15 cm breit, glänzend grün, 
jung oft purpurn überlaufen, Frucht 
schwarz, hierher var. denläta (H. 
dcntataj, Blattrand entfernt gezähnt, 
natürlich auch eine var. arbon'scens : 
schönste, recht harte Art; h.japö' 
nica (H. hc'lix var. rhoinbea), .lapan. 
Korea, nicht hoch klimmend, Blätter 
elliptisch oder rhombisch eiförmig, 
an sterilen Trieben 3- (bis 5-1 lappig 
mit grol.iem Mittellappen, Frucht 
schwarz, hart; noch sehr selten in 
Kultur ist H. himaläica (//. /wlix 
\-ar. aiirantiaca) in der var. sinen- 
s/s. durch zum Teil graue Schuppen- 
haare und gelbe Früchte ausgezeich- 
net, variiert in der Heimat ähnlich 
wie hclix. 

hedysarum mulüjügum, 
Hahnenkopf, Mannsklee, 
Süßklee — Leguminosen. — 
Bis 1,5 in hoher, ausgebreitet ver- 
ästelter, sommergrüner Strauch 
(Abb. 2521, Blätter abwechselnd, 
unpaar gefiedert, etwas graugrün, 
Blüten leuchtend violett oder ma- 
gentapurpurn, in langen Trauben, 
.luni bis .August. Frucht leicht bc- 
stachelte Qliederhülse: Kultur in 
durchlässigem Boden in trockenen, 
sonnigen Lagen; X'ermehrung 
durch Samen. Ableger und vor alleru 
völlig ausgereifte Stecklinge im Au- 
gust unter Glas; Verwendung 
als prächtiger Zierstrauch für Gärten und Parks; von Zeit zu Zeit stark zurückschneiden. 
Heide, Heidekraut siehe Erica. — Heidelbeere siehe Vacciniiim. — Heiderose siehe Rosa canina. 
Heiligenblume 'siehe Santolina. — 'Heidesonnenröschen siehe Fiuiiana. — Heister siehe Carpiiiiis. 
heliänthemutn, Sonnenröschen - Cistaceen. .Niedrige feintriebige Zwerg- 
sträucher oder Halbsträucher (.Abb. 253 5-41. Blätter gegenständig, einfach, sommergrün, 
Blüten hübsch, in Wickeltrauben, sich nur bei Sonne voll öffnend. Frucht 3 klappige Kapsel ; 
Kultur in durchlässigem, gegen Winternässe geschütztem, sandigem Boden in trockenen, 
sonnigen Lagen; Vermehrung durch Teilung, Samen, halbreife Stecklinge; Verwen- 
dung an geeigneten warmen Orten auf Rabatten und in Felsanlagen. 

In Kultur fast lauter hybride oder sonstige Gartenformen, die im wesentlichen mit fol- 
genden zwei Arten zusammenhängen: H. apenninum (H. polifölium), von Deutsch- 
land durch Südeuropa bis Kleinasien, Blüten weiß beim Typ, seltener rosa (var. rosciim) 
und H.nummulärium (h.chamaecistus, H. variäbile, H. vulgare), ähnliche Verbrei- 
tung, Blüten beim Typ gelb; man findet näheres bei C. Schneider, 111. Handb. d. Laubholzk. IL, 
S. 351 ff.; in Kultur viele gefüllte Formen, weiß, gelb, rosa, viele gehen als amabile oder 
coaineiim fl. pl.. blutrot, carminatiinifl.pl., karminrot, Chamaecistus var. albopleniim, var. 
(iiireopleniim, polifölium var. coccincoplennm, roseiim \-ar. multiplex usw., solche gefüllte 
Kultursorten sind meist empfindlicher als einfachblühende. — In Abb. 254 ist H.alyssoides 
aus Südwesteuropa dargestellt. Zweige und Blätter dicht grauhaarig, Blüten gelb. 




Pflanze. 




Abb. 252. Hcdysüiiiin luultijiv^uiii. 1 laliiiciikopf. 1 m liocli, 2 m Uiiichii 



Heliaiithetmim' — 'Hippophäe 




Abb. 253. Heliantliemiim, rosa Qartenform, 0,15 , 



Heliänthemum Fumana siehe l-uimina. 

Helichrysum, Strohblume — C o m p o s i t e n. — Kleine aromatische grauvveilJfilzige, gelbblütisi;e 
Halbsträiicher aus Siideiiropa, die. wie H. arigiistifoliiim. gelegenthch in trockenen, sonnigen Gesteins- 
partien sich versuchen lassen. 

Helichrysum rosmarinifoliam sie- 
he Ozotlnminus. 

Helwingia i Osins i japönica (H.riisci- 
flörul — C r n a c e e n. — Kaum über 
meterhoher, kahler, japanisch -chinesi- 
scher Strauch (Abb. 255), Blätter ab- 
wechselnd, sommergrün, einfach, Blü- 
ten winzig, grünlich, in Dolden auf der 
Blattrippe etwa in der Blattmitte, Mai 
bis Juli, Frucht kleine beerenartige Stein- 
frucht; Kultur mühelos in jedem fri- 
schen Gartenboden; Vermehrung 
durch Stecklinge (unter Glas); Ver- 
w e n d u n g nur für Gehölzfreunde. 

Hemiptelea (Plandra, Zelköva) 
Davidii (Zelkova Davididna) — 
LUmaceen. — Kleiner bis 12 in 
hoher, dichtkroniger Baum aus Nord- 
china und Korea. Tracht wie Z^'/Ä'orfl, 
aber Kurztriebe verdornend, Blatter 
sommergriin. spitz eielliptisch, Nervenpaare 8 bis 1 2, zuletzt nur unten spärlich behaart. Blüten 
polygam, achselständig, wie bei Zelkova, April bis Mai. aber Früchte mit kleinem einseitigen 
Flügel, .luli ; Kultur usw. wie Zelkova oder Ulmiis; in Arnold Arboretum ganz hart, fruch- 
tend; verdient mehr Beachtung. 

Heptapleürum Impressum {Sclu'fflera impressa) ist eine baumartige Araliacee .aus dem Hima- 
laja, die bei uns kaum in Freilandkultur angetroffen wird. 

Hesperäloe parviflöra (H. yuccaeföliu\ ist eine texanische Art, die Yucca nahe steht. Für uns wt)lil 
nur im mediterranen Gebiet eventuell im Freien brauchbar. 

Hesperomöles ist eine südamerikanische, mit Cnitacgus nahe verwandte Gattung, die für uns nicht 
in Betracht kommt. 

Heteromeles siehe Photinia. 

HibiscüS syriacus {Althaca fnitcw. Eibisch — Malvaceen. — Wahrscheinlich aus 

Zentralasien stammender, sommer- 

grüner, aufrechter, buschiger, bis 
,3 m hoher Strauch, Blätter einfach, 
dreilappig, Blüten schön, einzeln, 
achselständig, beim Typ violett. .Juli 
bis Oktober, i-rucht Kapsel; Kul- 
tur in jedem guten Gartenboden in 
sonniger, warmer Lage, in rauhen 
Gegenden Winterschutz und sehr 
durchlässigen Grund. Rückschnitt, 
wenn nötig, vor Austrieb ; Ve r m e h- 
rung durch Samen, reife Stecklinge 
und Veredhmg der Sorten auf Säm- 
linge des Typs; Ve r w end u ng als 
prächtige Spätsommer- und Herbst- 
blülier im Garten und Park. 

HicorynuU siehe Cuiya. — Hicöria 
siehe Carya. — Himbeere siehe Uii/uis. 

Hippophäc, Sanddorn — 
H 1 a e a g n a c e e n . — Bis über .=i /;; 
hohe, dornige, weidenartig belaubte, 
harte Sträucher oder kleine Bäume, 
Borke sehr tiefrissig, Blätter abwechselnd, einfach, Blüten in an vorjährigen Trieben achsel- 
ständigen kurzen Trauben, zweihäusig, unansehnlich, April, aber weibliche Sträucher schön 




llelianttiemiiin alyssoides, 25 < 
Durchm. ll'lml. A. Purpus, Kcw 



•i hoch, 60 -70 t/H 

j.irdcns.) 



ippophac — 1 lydrangea 



mit den oranj^eroten oderi^clhcn. rundlichen, beerenartigen Frücliten ab August bisl-riihjahr; 
Kultur in frischem, gut durchlässigem Boden, in feuchtem Sand, Geröll usw. in sonniger 
warmer Lage; X'ermehrung durch 
Ausläufer, Samen. Ableger. Steck- 
linge (1-riihjahr); N'erwendung 
als hübsche Ziersträucher im Park 
und (larten. wird aber auf kleinem 
Räume leicht durch .Ausläufer lästig. 
H. rhamnoides, Europa bis 
China, besonders am Meeresufer, 
Flul.iläufen, bis über \2//i, Blätter 
beiderseits glänzend silberschülfrig 
lineal. besonders schmale Blätter 
hat var. angiistifölia. Triebe über- 
hängend ; in Westchina var. proa'ra, 
Behaarung mehr wie bei folgender; 
hübsch auch var. tiirkestanku, Blät- 
ter sehr schmal, silberig. Wuchs wie 
beim Typ ; //. salicifölia ( .Abb. .s ) , 
Himalaya. Blätter breiter, oberseits 
grün, unbeschuppt, unterseits dicht 
weißgraufilzig. wenige Schuppen, 
zur F'ruchtzeit viel weniger schön. 




Abb. 255. Helw'inyia japonica, SO cm. 



H. canadensis siehe Slieplierdia. 

Inimiitlni. 



Hisingera siehe Xylosma. — Hol- 



Hippophäe argentea und 
boellia chinensis sioliu Sino 

Hoheria popülnea: nL'usL'cländischL' M a I v a c e e , immergrün, Strauch, oder in Hehiiat banniartig. 
Triebe behaart, Blätter spitz eiförnnjj;, Blüten in achselständigen Büscheln, weil.!; bei uns noch nicht 
versucht, wohl nur in Südtirol brauchbar. In lingland in Freilandkultur. 

tloibrenkia formosa siehe Skipliylca loUiücu. 

Holboellia {Staunlönia] latifölia — Lardizabalaceen. — Immergrüner , .4/i'('ö/(;-ähnlicher 
Schlingstranch aus dem Himalaya, Blätter abwechselnd, i bisQ fingerig, glänzendgrün. Blättchen kahl, 
elliptisch. Blüten in kurzen achselständigen Doldenbüscheln, eingeschlechtlich, grünlichpurpurn, orange- 
duftend, Juli bis August, Frucht bis 9 rm, wurstförmig. beerenartig, eßbar; Kultur usw. etwa wie 
Akebiu. hat in Darmstadt nicht ausgehalten und ist bei uns wohl nur in sehr warmen Lagen in süd- 
licheren Teilen versuchswert Das gleiche dürfte für die mittelchinesische t1. coriäcea gelten, Blättchen 
nur 3, länglicher, derber, unterseits glatt, nicht netznervig. 

Holländische Linde siehe Tiliu vulgaris. — Holler, Holunder siehe Samhucus. 

Holodiscus discolor fSpiraea ariaefolia, Sp.disco/or; Schizonötus discolor, Sericoth^ca 
(liscolorj — Spiraeaceen. — 2 bis 5ot hoher, überneigend locker verzweigter Strauch 
aus NW.- Amerika, Blätter sommergrün, abwechselnd, gelappt, unterseits grau behaart, 
Blütenrispen breit, bis 30 cm lang, hängend. gelblichweilJ. Juli, auch später in Frucht zie- 
rend; Kultur usw. wie Spiraea. Prächtiger Sonimerblüher für Garten und Park. Selten ist 
der südlichere H. dumösus (H. australis, H. discolor var. dumosiis, Spiraea dii/nosa). bis 
1,.S ///, aufrechter, Blätter unterseits weißseidig filzig, Blütenstände aufrecht. 

flo-Magnolia siehe Magnolia liypolenai. — Homoioceltis t liomoCii/i.s\ siehe Aphunanllic. — Hopfen- 
strauch siehe l^lclca. — Hornbaum siehe Carpiniis. — Hornmelde siehe Eurotia. — Hornstrauch 
siehe Coniiis. — Horsfieldia siehe h't/iiiiopa/ia.y. ~ Hortensia, Hortensie siehe Hyürangeu. 

Hovenia duicis — R h a m n a c e e n. — Hübsch grolj belaubter, sommergrüner Strauch oder kleiner 
Baum aus Japan, China, Blätter abwechselnd, sattgrün, spitz-herzeiförmig, unterseits behaart, Blüten 
in gestielten achselständigen Büschelrispen, unscheinbar, grünlich, Früchte schmutzigweiß, erbsengroß, 
in der fleischigen Fruchtstand-Achse mit schwarzen Samen (bei uns kaum reifend); Kult u r in sandig- 
lehmigem, durchlässigem Qartenboden in warmer Lage, friert in rauhen Gegenden zurück, treibt aber 
meist wieder aus, Bodenschutz ; Vermehrung durch Samen, reife Stecklinge und Wurzelstecklinge; 
Verwendung als schön belaubter Zierstrauch im Garten und Park. 

Hudsönia tomentösa — C i s t a c e e n. — Rasiger, gelbblühender Kleinstrauch aus Kiefernheiden 
von ü. -Nordamerika, kaum in Kultur; aber für Qehölzfreunde versuchswert (Näheres C. Schneider, III. 
Handb. d. l.aubholzk. 11., Seite 356.1 

Hülsen, HUIsenstrauch siehe llc.x. — Hundsrose siehe /?o.sy/ canina. 

//ydräng-ea, Hortensie — Sa X i fragaceen. — Meistschöne. sommergrüneSträucher. 
Blätter gegenständig, einfach oder gelappt F^lüten klein, aber in meist recht ansehnlichen 



224 Hydräiigea 

Doldenrispen oder Rispen, mit oft grolJen sterilen Randblüten, l-rucht kleine Kapsel: Kultur 
usw. siehe bei den Arten ; sie lieben kalkfreien Boden ; Rückschnitt im Winter meist notwendig. 
um reicheres Blühen zu erzielen, besonders bei paniciilata. 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NA.MHN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



acuminata 224 

arborescens 224 

— grandiflora 224 

aspera Don 225 

— Henisl 225 

Bretschneideri (Abb. 20i . 224 

— glabrescens 224 

Buergeri 224 

heteromalla 224 

Hortensia 224 

hortensis 224 

— nigra 225 

involucrata 224 

japonica 224 

longipes 225 



mandshurica 225 

nivea 224 

opuloides 224 

— acuminata (Abb. 25()) . . 224 

— cyanociada 225 

— japonica 224 

— Mariesii 224 

— otaksa 225 

— stellata 225 

otaksa 225 

paniculata 224 

— grandiflora 224 

— hortensis 224 

— praecox 224 

pekinensis 224 

petiolaris (Abb. 2571 . . . .225 



platanifolia 224 

pubescens 224 

quercifolia 224 

radiata 224 

Rosthornii 225 

Sargentiana 225 

scandens 225 

serrata 224 

strigosa 225 

urticifolia 224 

vestita 224 

— pubescens 224 

villosa 225 

xanthoneura 225 

— Wisonii 225 



k. (B.sieheS.22,Si Pflanzen aufrecht inieZweige mit Luftwurzeln kletterndi. Staub- 
blätter 10. — I. Blütenstand deutlich pyramidal (nicht flachi: H. paniculata,. luyiim. bei uns 
Strauch, bis über 2 ni (wenn nicht hoch veredelt als Kronenbäumchen), in Heimat baumartig, 
Blätter einfach, häufig gedreit. Blütenrispen bei wilder Form bis 20: 12 an. bei der Kulturform 
var. grandiflora (var. horti'nsis) bis über 30 cm lang, fast alle Blüten steril, grolJ, erst weiü. 
dann rosa, sehr bekannte Schmuckpflanze für August bis Herbst, (var. praecox blüht von 
.luli ab, sonst typisch), anfangs leichtere, etwas moorige Erde, später kräftige lehmige Garten- 
erde und viel Dung und Wasser im Sommer in warmer, sonniger Lage, im Frühjahr stark 
zurückschneiden bis auf 3 bis 5 Augen; Vermehrung durch krautige Stecklinge, für Park 
und namentlich Garten sehr wertvoll!; H. quercifolia \H. platanifolia Hort.), südöstliche 
\'erein. Staaten, breitbuschiger bis 1 .20 in hoher Strauch, Blätter 3 bis 7 lappig, schön grün, 
groß, derb, Blütenrispen rötlich weiß, i.luni-) Juli bis August, sehr dekorative Blattpflanze 
für etwas wärmere Lagen in gutem, frischem Boden, Vermehrung meist durch .■\bleger. 

11. Blütenstand doldenrispig, flach oder etwas gewölbt. - a) Blütenstand vor Aufblühen von 
grolkn Hüllblättern (Bracteen) umhüllt: H. involucrata, Japan, dichter Strauch bis 0,6 m. 
Behaarung rauhlich, Blätter unterseits graugrün, grannenzähnig, Blütenstände « bis 15 cm 
breit, rosalila mit Weiß. Juli bis September, liebt warme, etwas schattige, frische Lage, 
hübsch. — b) Blütenstand stets ohne Hülle. — 1) Behaarung (auch der Blattoberseiten) weich 
(nicht rauh): //. arborescens (//. urticifolia Hort.), O. -Nordamerika, Strauch bis 2,5 m. 
Blätter oberseits schön grün, auf der hellgraugrünen Unterseite fast kahl, trübweiße flache 
Doldenrispen, zirka 15 cm breit, sterile Randblüten fehlend, Juli bis Oktober, besonders 
schön var. grandiflora. Blüten alle steril. Kultur usw. wie paniculata, verträgt auch lichten 
Schatten; ihr nahe, für mehr sonnige Lagen, steht H. radiäta iH. nivca). südöstl. Verein. 
Staaten, Blattunterseiten weich glatt weißfilzig. Dolden eher größer, leicht gewölbt; H. 
Hretschneideri (//. vestita var. pulu'scens. H. pekim'nsis). Nordchina (Abb. 2')), bis über 
2 w. Zweigrinde flockig abschülfernd, schön belaubt, Blätter spitz ei-elliptisch, unterseits 
behaart, Blütendolden bis 15 cm breit, weiß, sterile Blüten sich rötend, .luni bis Juli, sehr 
gute Art, eine kahle Form ist vax. glabrc'scens [H. .serrula Koehne); H. heteromalla {H. 
vestita, H. puln'scens). Himalaya. hat größere, feiner gezähnte, unterseits graugrüne, filzig 
behaarte Blätter, Blüten im Juli, weiß, Randblüten ganzrandig. hübsche Art. nicht so hart 
w ie Bretschneideri: H. opuloides (H. hortensis, h. hortensia. H. japonica), .lapan. 
China, dies ist die echte Hortensie, bei uns als Kalthauspflanze seit Alters geschätzt; fürs 
Freiland zu empfehlen in warmen Lagen (Kultur usw. wie paniculata) die var. acuminata 
iH. acuminata, H. Buergeri) (Abb. 25hi. Blütenstände flach, auch fertile Blüten vorhanden, 
sterile Blüten bläulich, ganzrandig, var. japonica, sterile Blüten rosa oder weiß, gezähnt, 
var. Mariesii, sterile Blüten sehr groß, rosa, sonst wie vorige, nicht so hart; ferner mit 




Ahb. 2.i(>. Hydningi'u opuloiUes wir. ucunümila. 1 



fast nur sterilen Blüten in gewölbten Doldenrispen die für Freilandkultur kaum geeigneten 
Formen, wie cyanociäda {H.mandshurica, H. hortensis var. nigra). Triebe fast schwarz, 
var. otäksa [H. otdksa\. mit vielen Kulturformen u. a. ; schliel.llich var. stellata, sterile 
Blüten rosa oder bläulich, gefranst oder gefüllt, usw., doch in rauheren Gegenden Kalthaus; 
H. xanthoneüra, Mittelchina, wie Bretschncideri, aber Zweigrinde glatt, geschlossen blei- 
bend, vorjährige Zweige kastanienbraun. Lenticellen deutlich, Blütenstände lockerer, beste 
Form var. Wilsonn. vorjährige Zweige kahl oder graubraun ; gute harte Art. 

2) Behaarung (besonders der Blattoberseiten I rauh, striegelhaarig: H. Rosthörnii,h\iite\- 
china. breiter etwas lockerer Strauch, bis 4 m. Blätter aus herzförmigem Grunde spitzoval, 
ungleich fein doppeltgesägt, oberseits wie Triebe striegelhaarig, unterseits dicht rauh grau 
behaart, Blüten weiß oder rosa. Randblüten rundoval, ganzrandig oder gezähnt, .luli; ihr 
steht nahe //. löngipes, Mittelchina, mit dünneren, schmäleren, gröber gesägten, unterseits 
sehr kahlendcn Blättern und sehr langen Blattstielen (bis IS cm); ferner H.villösa, Mittel- 
china, in allen Teilen mit abstehenden Zottenhaaren, Blätter unterseits rauhwollig; alle drei 
jetzt in Kultur, aber nicht so hart wie Bretschncideri, doch schön; H. Sargentiäna, Mittel- 
china, steif aufrechter Strauch, bis 1..S m. Triebe dicht rauhfilzig. Austrieb purpurlich. Blätter 
bis 30 cm, eilänglich trübgrün, unterseits dicht rauhfilzig, F^lüten bleich violett mit weißen 
Randblüten, .luli-August, ganz prächtige Art, für Lagen, wo das Holz ausreifen kann, dort 
halbschattig, hat sich in Goeltingen sehr bewährt, recht beachtenswert!; H. strigösa, 
Mittelchina {H. aspera Hemsl.), wie Rosthornii, aber Blätter mit keiliger Basis, Stiel unter 
2.5 cm; die echte h. äspera Don aus dem Himalaya ist empfindlich und kaum in Kultur. 

B. Pflanze mit Luftwurzeln kletternd. Kronblätter mützenartig verbunden und zusam- 
men abfallend. Staubblätter 1 5 bis 20 : li.petioläris (h. scandens) ( Abb. 2 .s 7 ), .lapan (oft mit 
Scliizophrcigma hydrangeoidcs verwechselt, die nicht so hoch klettert, buchtig gezähnte Blätter 
und verwachsene, statt freie Griffel hat), bis über I .S m, zur Bekleidung von .Wauerwerk. Bäumen. 
Felsen, Blattwerk schön grün, l-ilütendolden bis 25 cm breit, weil.'i, mit breiten Randblüten, Juli, 
eine der schönsten Kletterpflanzen, liebt warme Lage. Halbschatten, frischen Grund. 

Silva T.iroucTSclincidcr, Inserc l-iL-il.-mcl-LaubKL-hülzc.-, 2. Audane. 15 



llyincnanlhOra — IlypOriciun 



Hymenanthera crassifölia — V i o 1 a c c c ii. - Starrer, etwas niederlicgender oder aufrecht aus- 
gebreiteter, buschiger Strauch (Abb, 5')) aus Neuseelaud, bis I m, Blätter abwechsehid, Wintergrün. 

derb, Blüten klein, achselständig, gelb- 
lichweiß, Frucht weiße, erbsengroße 
Beere; Kultur in recht warmer, son- 
nigerLage und sehr durchlässigem Bo- 
den als Felsenpflanze; Vermehrung 
durch Samen, Sommerstecklinge, Ah- 
leger und Anhäufeln im Sommer; Ve r- 
w e n d u n g für Qehölzfrcunde wegen 
der frühen Blüten (März bis April) und 
der hübschen Beerenfrüchte; in rauhen 
üegenden Winterschutz. 

Hypericum, Hartheu, Jo- 
hanniskraut — Hy perle a- 
c e e n. — Niedrige, hübsch belaubte. 
Sommer- und Immergrüne Sträucher 
oder etwas halbstrauchigt Abb. 2. TiS), 
Blätter gegenständig, einfach, durch- 
scheinend gepunktet. Blüten meist 
goldgelb, meist ansehnlich, Frucht 
eine Kapsel (seltener beerenartigi: 
Kultur im allgemeinen in durch- 
lässigem, nicht zu schwerem und 
feuchtem Boden in warmer, halb- 
schattiger Lage, im Winter trockene 
Bodendecke meist ratsam; Schnitt 
nicht notwendig oder starker Rück- 
schnitt gegen Frühjahr; N'ermeh- 
rung durch Samen, Ausläufer, Tei- 
lung und Stecklinge; \'er Wendung 
teils als Felsenpflanzen, teils in Men- 
ge im Park oder auch auf Rabatten, 
schönste Art H. Moserianum, aber 
nicht ganz hart in rauhen Lagen. 




H. Androsaemum (Androsac- 
titiiin ofjicindle). Huropa-Kaukasus. 
L ,luni-.luli (August). 1-rucht erbsen- 



Abb. 2.=.,. llydiaiii^L'u petiokm^. 2 in. il'lml. 

bis 1 m. kahl, aromatisch. Blüten hellgelb 
große, erst rote, dann schwarze 
Beere, frische Lagen; h. aüreum, 
südöstl. X'ereinigt, Staaten, dichter 
Busch bis 80 cm. Rinde abblätternd. 
Triebe zweikantig. Blätter sommer- 
grün, blaugrün, derb, eilänglich, Blü- 
ten zu mehreren endständig, bis 5 cm 
breit. Griffel 3, nebst freien Staub- 
blättern kürzer als Fetalen, .luli bis 
August, hart ; H. Bückleil, Gebirge 
vonCarolinaundGeorgia, dichte Mat- 
ten bildend, bis 25 cm, Blätter som- 
mergrün, oboval, bläulich, Herbst 
Scharlach, [Blüten zu I bis 3, bis 
2,5 cm. schon im .luni, sonst wie 
aureum, sehr gute Art für Felsgär- 
ten; ti. calycinum, Orient. Aus- 
läufer treibend, nur bis 25(7«. Blätter 
immergrün, stumpf eilänglich. satt 
grün, Blüten einzeln, .luli bis Sep- Abb. 258. /-/vpMcnm /lin-innm. bO cm 




llypC-ricuni — lle 



tember, prächtitf für nicht zu rauhe 1. 
au/recht. Triebe zweikantig, Blätter 
1,2 cm breit, in dichten Rispen. .Iiili 
bis September; H.galioides, mittl. 
Verein. Staaten, immergrün, bis 70 
cm. wie densiflonim, aber Blätter 
schmal lineal. Blüten achselständig, 
beblätterte Rispen bildend, sehr 
hübsch : h. hircinum, iWittelmeer- 
gebiet. bis 1 m. wie Abb. 2,=i8. Bocks- 
geruch, Triebe 2 kantig, Blätter sit- 
zend, eilanzettlich, Blüten zu 1 bis 3, 
grol.'), .luli bis Herbst. Staubblätter in 
3 bis 5 Bündeln, solang wie Fetalen, 
trockne sonnige Lagen ; H. Mose' 
riänum [H. calyciniim <H. patii- 
lum), bis 0,5 m, etwas Wintergrün. 
Zweigspitzen überneigend, Blätter 
stumpf oval, opak. Blüten zu 1 bis ,t. 
goldgelb, bis 7 cm breit, Juli bis 
September, schön aber in rauhen 
Lagen schützen, besonders die var. 
tricolor. Blätter rosa und weiß ge- 
randet; M.pätulum var. Henryi, 
West- und Alittelchina. bis 1 ///, auf- 
recht -ausgebreitet, Blätter derb, 
stumpf eilänglich, matt tiefgrün, 
bis 8 r/7/. Blüten zu mehreren, bis 
cm breit, .luli bis September, 
härteste Form der Art, sehr kultur- 
wert. 

Hypericum Ascyrum [H. Ascyron] 
siehe Staiidenbuch, und H. staas siehe 



agen; H. densiflörum, mittl. X'erein. Staaten, bis 1 ///, 
immergrün, lineal-lanzcttlich. etwas eingerollt. Blüten 




I poh'Cdrpa. üraiigeiikirsche, 2,20 ni, junge 
Pflanze. ii'h"i. A. Purpus.i 



Hyssopus officinalis, Ysop, Hyssop — Labiaten— Bekannter aromatischer, bis 45 cm hoher, 
halbstrauchiger Strauch, Mediterrangebiet, Kaukasus bis Sibirien, Blätter lineal, gegenständig, drüsig 
gepunktet. Blüten blauviolett ivar. u/hu. weiß, var. ruba rosenrot) in Scheinwirteln, Juni bis September; 
Kultur als Felsenpflanze in sonnigen heißen Lagen: Vermehrung durch Samen, Stecklinge, 
Teilung; Verwendung nur für Qehölzfreunde, im Norden guten Schutz, noch viele Formen (siehe 
C. Schneider, 111. Handb. d. Laubholzk. 11., Seite 604). 

Iberis semperflörens, Schleifenblume — Cr u eiferen. — Niedriger, rasiger Strauch aus Süd- 
italien. Blätter rosettig. immergrün, einfach, Blüten weißlich oder rosa, doldig, duftend, Mai bis Juni, 
nur für wärmste Lagen, sonst siehe alles über /öens in „Unsere Freilandstauden". 

Idesia polycärpa, Orangenkirsche — Flacourtiaceen. — In Heimat Baum 
bis I 7 ///. jung wie Abb. 2.si). Blätter abwechselnd, sommergrün, einfach, groü, sattgrün und 
auf langen roten Stielen, Blüten zweihäusig, hübsch gelb, ohne Fetalen, in endständigen 
hängenden Rispen, Mai-Juni, Frucht fleischige, rotgelbe Beere iHerbit) ; K u 1 1 u r in wärmsten, 
halbschattigen Lagen in frischem, tiefgründigem Boden, im Winter Bodendecke und im Nor- 
den Schutz: Vermehrung durch halbreife und Wurzelstecklinge; \'er Wendung als 
prächtiger Zierbaum im Farke und Garten in geeigneten Lagen. 

Igelginster siehe linmiccu. — Igelkraftwurz siehe /üiiinppufiux. 

Ilex*'^), Hülsen, Stechpalme — Aquifoliaceen. — Immergrüne oder laubab- 
werfende Sträucher oder kleine Bäume, Blätter abwechselnd, einfach, Blüten unansehnlich, 
getrenntgcschlechtlich. gebüschelt, Frucht oft schön gefärbte Steinfrucht; Kultur usw. 
siehe bei den Arten; Vermehrung durch Samen oder Stecklinge, die immergrünen Sorten 
auch durch Okulation. 

15* 



ALPHABHTISCHH LISTH i)HR KRWAHNTHN LA THINISCUHN NAMHN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen. i 



Aquifolium (Abb. 260i 

— albo marginata .... 229 
- albo-picta 229 

— alteclarensis 228 

— argenteo-marginata . . 229 

— argenteo-regina .... 229 

— aureo-marginata .... 229 

— aiireo-regina 229 

— albo-picta 229 

— camelliaefolia 229 

— chrysocarpa 228 

— ferox 229 

— handsworthiensis . . . 229 

— Hodginsii 228 

— Hodginsonii 228 

— latifolia 228 

marginata .... 229 

— laurifolia longifolia . . . 229 

— lineata 229 

— niagnifica 229 

— mvrtifolia 22') 



228 Aquifolium nobilis 



. 228 

— platyphyllos 228 

— princeps 228 

— scotica 229 

— Watereriana 229 

— Wilsonii 229 

— xanthocarpa 228 

caroliniana 230 

Cassine 230 

corallina 229 

cornuta 229 

crenata (Abb. 263) .... 230 

— Mariesü 230 

— microphylla 230 

decidua (Abb. 2bA\ .... 230 
dipyrena (Abb. 261 1 .... 229 

echinata 229 

Fargesii 229 

Fortunei 230 



glabra 230 

integra 22<» 

laevigata (Abb. 2651 .... 2M) 

latifolia 22't 

maderensis 22'» 

opaca 22') 

Othera 229 

macrocarpa 230 

Mariesü 230 

pedunculosa conlinentalis . 230 

perado 229 

Pernyi (Abb. 262i 22') 

prinoides 230 

platyphylla 22^) 

— Veitchii 229 

Torajo 22'» 

Veitchii 229 

verticillata 230 

— chrysocarpa 2 50 

vomitoria 230 

\unnanensis 230 



A. (B. siehe S. 2.?0i Blätter immergrün, derb, lederig: 1. dl. siehe S. 22<ii Blätter mit 
groben, dornigen (oft buchtigen) Zähnen, sehen ganzrandig: /. Aquifolium, allbekannte 
europäisch-asiatische Art. Strauch bis Baum (1,^ wi. siehe Abb.2()(). in den Blättern sehr for- 
menreich. Beeren rot. schwarzrot. 
gelb oder weil.i; liebt frische Lagen, 
insbesondere Luftfeuchtigkeit, man 
gebe also halbschattige oder schat- 
^ tige 1-age mit Schutz gegen Friili- 

sonne im Winter, der Boden sei nicht 
mager, sondern nährstoffreich, nicht 
zu leicht, frisch, vor Winter gut ein- 
giel.len. dies gilt für alle immergrü- 
nen Arten, im Winter Bodendecke, 
in rauhen Inlandlagen Winterschutz ; 
Verwendung als Einzelpflanze, 
Hecke (läßt sich ausgezeichnet 
schneiden ), Unterholz usw., prächtig 
in Laub und auch zur Fruchtzeit im 
Spätherbst und Winter, besonders 
die gelbfrüchtige Form var. cliryso- 
cürpa (var. xanthoiiirpa): aus der 
Unzahl der Gartenformen seien fol- 
gende hervorgehoben: a. Blätter 
grün. '/) Blätter stets stachelzäh- 
nig. — Blättergroü. 5 bis 10 rw 
lang (diese Formen stellen wohl 
meist H\briden m\i perado dar): var. 
al/c'clan'nsis (\-ar. nobilis), leicht 
glänzend dunkelgrün, dünnlederig. 
ziemlich flach, Zähne zahlreich; var. 
Hodtimsönii (var. f/o(/<{/nsii) rimd- 
(i\al. stumpf dunkelgrün, entfernt 
iiiid gleichmäßig gezähnt, schön. 
reicher Beerenansatz: var. latifolia. 
oval, wenig gezähnt, tiefer dornig 
ist var. plutyphyllos, sehr hübsch 
auch var. princeps mit noch größeren, breitovalen, regelmäßig dornigen, tief grünen Blättern ; 




Braunlels a. Lahn 



220 



var. Wi/sflnii. bis über 12 ein. leicht glänzend, viele gleichmäßige Zähne. — i^lätter klein, 
meist unter 5 cm: var. ferox (I. echindtu), Igelhülsen, Blätter auch auf der gekrümmten 
Oberfläche dornig; var. handswortlu'nsis, cilanzettlich. glänzend grün, mit zahlreichen, vor- 
wärts gerichteten Zähnen; var. li- 
riedta, kleinste Blätter; var. inyrti- 
fölia, eilanzettlich, wenige weite 
Zähne. — p'l Blätter ganzrandig. 
oder nur vereinzelte gezähnt: var. 
carnelliaejölia (var. magnijica. \ar. 
laurifolia lorii^ijolia). spitz elliptisch, 
sehr glänzend, dunkelolivgrün, eine 
der allerbesten 1-ormen!; var. s(()7/a/ 
stumpf oval. Rand verdickt, eben- 
falls glänzend grün und wertvoll. 
— b. Blätter weil.')- oder gelb- 
bunt (meist nur die gerandeten 
Formen von Wert): var. albo-mar- 
giricita (var. argenteo- iiiargindta). 
Blätter dornig, Rand schmal, sil- 
berig; var. aureo-regina („Golden 
Queen", var. aureo-margincita, var. 
latifölia margindta\, Blätter ge- 
zähnt, mit breitem Qoldrande, beste 
gelbbunte Form, neben var. albo- 
picta (var. argentco-rcgina ) . gezähnt, 
unregelmäl.iig silberfleckig und ge- 
randet; var. W'atcreridnu. kompak- 
ter, breiter Busch. Blätter meist 
ganzrandig. breit gelb gerandet. 

/. cornüta, Nordchina, dichter 
Strauch, bis 2 /;/. wie Aquijoliiiw, 
aber Blätter mehr rechteckig, mit 4 
starken Ecken- und einem Enddorn, 
Blüten April, l'rucht ebenfalls ge- 
stielt, etwas größer, .iuni-.luli, sehr 
schön, nicht ganz so hart; /. dipy 
rena, Himalaya, in Heimat Baum 
wie Abb. 2()1. Triebe kantig, fein behaart. Blätter schmal oval, trübgrün, an älteren Pflan- 
zen wenig gezähnt, l'rucht grol.!. fast sitzend, eiförmig, glänzend rot. wohl nur für Gehölz- 
freunde: /. opäca, mittl. und östl. X'ereinigte Staaten, pyramidaler Baum, Blätter stumpf 
grün, eilanzettlich. stark dornig, Blüten an diesjährigen Seitenrispen achselständig, .luni. 
Frucht stumpf Scharlach, einzeln, kugelig, hart, aber minder schön als Aqinjolium ; I.perädo 
(I. maden'nsis. I. platyphylla). Kanaren und .Azoren. \\\t Aquifolium aber Blätter kurz dorn- 
zähnig und Blattstiel von der herablaufenden Spreite geflügelt, Frucht fast schwarzrot. wert- 
voll als Miterzeuger der oben genannten Kulturfornien, sonst nicht hart; /. Pernyi, Mittel- 
china. Strauch, siehe Abb. 2b2. Triebe dicht behaart, ebenso junge Blätter, diese rhombisch 
oder viereckig eiförmig, mit 1 bis i starken Zahnpaaren, glänzend tiefgrün, kurz gestielt, 
bei varA'eiuiiii f/A'c'itc/iii) breiter. Grund stärker abgestutzt, Frucht fast sitzend, rot. rundlich- 
eiförmig, August, schön, ziemlich hart. 

11. Blätter kurz sägezähnig. gekerbt oder ganzrandig. — a. Frucht rot. Stein gerippt: 
/. corallina, West- und Mittelchina. bis 4 m. Blätter spitz eilänglich. bis 10 cm. kurzdornig 
bis kerbsägig. Früchte wie kleine Erbsen, gebüschelt, für warme Lagen; I.Fargesii, Mittei- 
china, bis 6 w, Blätter schmallänglich, lang gespitzt, nur gegen Spitze wenig gezähnt, trüb- 
grün. Frucht kugelig, zu .? bis 4. September, eigenartig; /. integra iL OilWra, Otliera ju- 
pönicaj. Baum, kahl, Blätter grol.'i. oval, ganzrandig, glänzend dunkelgrün, F'rüchte kugelig, 
.•\ugust-Oktober, schön, aber nur für warme Lagen; I. latifölia (I.Tordjo). ,lapan, dort 




Abb. 2()1. //( i (lip\ 



in Kew 6 — 8 m. 



Hex 



iiniergrun 



hülier Baum. kahl. Triebe dick, bis 2(i : 7 cm, länglich, spitz, glänzend grün, sägezähnig. 

l-rucht bis S mm dick, gedrängt, sehr schöne Art. nicht ganz hart, aber mehr versuchswert 1 ; 

/. pedunculösa var. continen- 
tälis, Mittelchina. kleiner Baum, 
ligusterähnlich, kahl. Blätter eiellip- 
tisch. kurz zugespitzt, glänzend 
grün, bis 13 cm lang, Fruchtstiele 
bis über 4 c/ii. auffallend, als hart 
bewährt; /. vomitöria f/. Cassüie 
Walt., l-caroliniana). meist Strauch, 
südöstl. X'ereinigte Staaten, ausge- 
breitet. P/i/'l/yrea- artig. Triebe be- 
haart. Blätter glänzend grün, schmal 
oval, kaum über 3 an, kerbzähnig, 
i-rüchte klein, kugelig. Scharlach, 
nur für recht warme Lagen; I.yuO' 
nanensis, Westchina, Strauch bis 
3 m. Zweige dicht behaart. Blätter 
braunrot austreibend, dann glänzend 
grün, spitz eiförmig, bis 2.5 cm. kerb- 
sägig, unten an Rippe behaart, er- 
innert an crenata, aber Früchte rot. 
sehr beachtenswert. — b. Frucht 
schwarz. Stein glatt : /. crenata 
^/./^(i/'/üßf/V, Japan, Strauch wie .Abb. 
2(i3, bis 2 m. Triebe behaart, Blätter 
kahl, eilänglich,kerbsägig,hart. glän- 
zend grün. 1-rüchte am diesjährigen 
Holze. Oktober, besonders hart var. 
niicrophylla, Blätter elliptisch, bis 1 2 
/// «.dasselbe oder ähnlich ist var. M«- 
ru'sii(/. Maricsü), Blätterrundlicher, 
hübscher Zwergstrauch für F'elsen- 
gärten ; /. gläbra (Prinos crlabcr). 
()stl. N'erein. Staaten. 0.6 bis 1,8 w, 
dicht belaubt, Blätter stumpf -eilan- 
zettlich, wenig gezähnt, kahl, glän- 
zend dunkelgrün, auch PhiUyrea- 
artig. als Unterholz sehr brauchbar. 

B. Blätter s o m m e r g r ü n , Beeren stets rot (Gruppe Prinos, Winterbeere ) : /. decidua 
(I. prinoicles), südöstl. Verein. Staaten, baumartiger Strauch, wie .\bb. 265, spät austreibend, 
Blätter schmal-oboval, stumpf spitzig, dunkelgrün, kerbsägig. an Rippe und Stiel behaart. 
I-rüchte gleich den Blättern an den Enden kurzer Seitentriebe, orange Scharlach, den ganzen 
Winter bleibend. Steine gerippt; /. laevigäta, östl. Verein. Staaten, niedriger aufrechter 
Strauch, wie Abb. 2(>4, wie folgende, aber Blätter derber, kahl, im Herbst hellgelb. Früchte 
etwas flachkugelig, orangerot, einzeln, nicht ganz so schön wie /. verticilläta, östliches 
Nordamerika, breiter Strauch, bis 3 ///, Blätter spitz oboval, unterseits behaart, nach F'rost 
sich schwärzend, Blüten lebhaft rot oder gelb (var. chiysoccirpu), wegen der lange bleibenden 
Früchte sehr wertvoll als Zierstrauch; sommergrün ist auch /. macrocärpa, Mittelchina. 
dort hoher Baum. Blätter elliptisch lanzettlich, fein gesägt, bis 14:7 cm, Früchte schwarz, 
bis 18:4 mm. sehr versuchswert. 

Ilicioides siciie Xciiiopanllnis. 

Illicium anisätum i /. ir/ii;idsiim). Sternanis — .W a l; ii o 1 i ;i c i.' c n. — liiinier.i;i üiier, japaniscli- 
cliiriüsischer Strauch, Blätter abwechselnd, einfach, aromatisch, durchscheinend gepunktet, sattgriin 
mit rötlichen Nerven, Blüten einzeln, gelblich, Frucht Balgfrucht; Kultur usw. etwa wie Magno/m 
urandi/lora, nur in wärmsten Lagen; möglicherweise erweist sich /. floridänum aus Amerika als härter. 

Immergrün siehe Vinca. 




Abb 2b2. //, 



K-arviUra ImÜ! 




Abb. 2(i3. Ile. 

Incarvillea Olgae siulic ..Unsere Freihindstaiiden". Nur schwach an Wurzel verholzend. 

Indigöfera, Indigostrauch — Leguminosen. — Niedrige sommergrüne Sträucher 
oder Halbsträucher von Tracht wie .Abb. 26(), Blätter unpaar gefiedert. Blüten rosen- oder 
purpurrot, in ährigen Scheintrauben, 
Hülse innen gefächert; Kultur in 
jedem guten durchlässigen Garten- 
boden in warmer soniger Lage; \'er- 
mehrung durch Samen, halbreife 
Sommerstecklinge und Ausläufer 
(Ableger); Verwendung als Ra- 
battenpflanze oder Vorpflanzungs- 
strauch im Park, friert in rauheren 
Lagen stark zurück und verlangt dann 
Schnitt; Piodendecke im Winter. 

/. amblyäntha, Mittelchina, 
aufrechter Strauch, bis 1 .5 m. Triebe 
kantig, weißlich angedrückt behaart. 
Blätter bis 15 an, Blättchen 7 bis '». 
wie Zweige behaart, unterseits blau- 
grau, Blütenstände bis 1 cm, Blüten 
zahlreich, klein, rosa. August. Sep- 
tember bis Oktober, wertvoller Spät- 
blüher; /. Gerardiäna (/. Dösim 
Hort.). Himalaya. Tracht wie Abb. 
2()(5, Zweige und I^lätter grau be- 
haart. Blättchen 11 bis 2 1 , Blüten- 
stände bis l.=i cfii, Blüten bis über 
2.S. rosa purpurn, Juli -September; 
/. Kirilöwii, Nordchina, Korea, 




2.^: 



Indigiifera — .lamtsia 



Traclit wie Abb. 2()7. teilweise nur halbstrauchig. Zweige kantig, verstreut behaart. Blätter 

bis 15 cm. Blättchen 7 bis 11, bei- 
derseits behaart, Blüten groß wie 
bei Rohinia /lispii/a und so gefärbt, 
(Mai-l .luni. hart, treibt Ausläufer 
wie /. reticuläta Koehne, .lapan, 
Tracht wie Abb. 2(.8. Blätter 5 bis 
1 1 zählig, kahler. Blüten rein weiß; 
/. Potaninii, West-Kansu. Triebe 
bald kahl, Blätter ,t bis M zählig, bis 
4,5 an lang. Blättchen eilänglich, 
keilig. beiderseits behaart, Blüten- 
stände bis 1 3 cm. Blüten 7 mm lang, 
rosa, interessante neue .Art. die in 
Arnold Arboretum hübsch blühte. 
Siehe sonst Craib in Notes R. Bot. 
Card. Bdinbgh. Vlll. no. ,5() (lOl.^t. 

löxylon siehe Macliini. Isabellen» 

holz siehe Pcrsea. 

Itea virginica, Rosmarin= 
weide — Saxifragaceen. — Bis 
über 2 m hoher, aufrechter Strauch 
aus NO.-Amerika( Abb. 269), Zweige 
rötlich, i^lätter abwechselnd, som- 
mergrün, einfach, schön grün, Blüten 
klein, weiß, duftend, in endständigen 
Aliren. .luni bis.luli; Kultur in je- 
ilcin guten, genügend frischen Gar- 
lenboden in warmer Lage, sonnig 
oder halbschattig, fast ganz hart; 
Schnitt kaum nötig ; \' e r m e h r u n g 
durch Samen, Stecklinge, Wurzel- 
teilung und Ableger im Sommer; 
Rabatten und Park mit schön roter Herbst- 
.Westchina. wo sie bis (>/// hoch wird, mit 




Ahh. 265. //ex dccidiici 



Purpii 



\' e r w e n d u n g als hübsch blühender Strauch für 
färbung. Die schöne immergrüne /. ilicifölia aus 
dünniedrigen, ilexartigen, glänzend 
grünen breitovalen Blättern und end- 
ständigen, hängenden, bis ,K) cm 
langen, grünlich weißen Blütenähren 
im August, dürfte nur in den wärm- 
sten Lagen bei uns im Freien ver- 
suchswert sein. 

Iva otäria, Sumpferle — C o tu p o - 

siten. — 0,5 bis 1 m hoher, nur im 
oberen Teile verästelter Halbstrauch 
aus O. -Nordamerika, Blätter meist ge- 
genständig, einfacli. graugrün, Blüten- 
köpfclien i<lein, ährenrispig gehäuft, Juli 
bis September; kaum von Bedeutung, 
geht zuweilen als l.frutescens, welche 
aber eine in allen Teilen größere, süd- 
lichere, heiklere, fast staudige Form 
darstellt. 

Jamesia (Edwfnia) americä= 
na, Jamesie — Saxifraga- 
ceen. — Aufrechter bis 1 m hoher 
Strauch (Abb. 2 70), aus NW.-Ame- 
rika. Blätter gegenständig, sommergrün, einfach, untcrseits weißgrau filzig. 151ütcn weiß oder 




Abb. 266. Imli. 



233 




Abb. 2();. Iridigöferu Kiri/ou 



rosa (var. /-(Wwi, in rispigen Triij^dolden. Juni. l-rucht Kapsel: Kultur in warmer sonniger 
1-age in gut durchlässigem (iartenboden; N'ermeli rung durch Samen; Ve r wendu ng für 
Rabatten und als Felsenpflanze. 

Japanische Kirsche siehe Prunus 
lOnippe Psfiidoirnisus]. — Japanische 
Mispel sicIiL' Hrioholiya. — Japani- 
scher Lackbaum siehe Rlius veniici- 
Icni. — Jasmin siehe Jasmirnini und 
l'hiladelplius (falscher Jasmin). — Jas- 
mintrompete siehe Bignonia. 

Jasminum, echter Jasmin 

— Oleaceen. ~ Sommer- oder 
wintergrüne Sträucher. Blätter ge- 
genständig oder abwechselnd, 3 zäh- 
lig oder unpaar gefiedert. Blüten 
hübsch, weil'i oder meist gelb, dol- 
dentraubig oder einzeln. Frucht 1 bis 
2 sämige Beere; Kultur in durch- 
lässigem, nahrhaftem, eher trocke- 
nem Boden in warmer sonniger La- 
ge; Schnitt der Sommerblüher gegen 
das I-rühjahr. wenn nötig; Vermeh- 
rungdurchkrautigeStecklinge. Aus- 
läufer. Anhäufeln oder Steckholz, auchjSamen (unter Glas); X'erwendung sielie die Arten. 
J. Beesiänum, Westchina, schwach schlingender. Ausläufer treibender Strauch bis 1 ..=i /;;. 
Triebe gefurcht, Blätter gegenständig, einfach eilanzettlich, schön grün, etwas behaart, 
Blüten zu 1 bis 3, hell bis tief weinrot, duftend, Mai, eigenartig und hart; J.früticans, Süd- 
europa-Orient, bis über 1,5/«. buschig, sparrig, Blätter abwechselnd, 3 zählig, Wintergrün, 
Blüten tiefgelb, zu 2 bis 3, .Juni bis ,)uli. Kelchzähne pfriemlich, Frucht schwarz, für warme 
Lagen, sehr hübscher Gartenzierstrauch; J. flöridutn, Nord- und Mittelchina. wie vorige 
Art. aber Wuchs etwas mehr schlingend. Blättchen 3 bis .=.. derber, fast immergrün. Blüten 
in endständigen, mehrblütigen, lockeren Blütenständen, heller gelb, .luli bis August; J.nu- 
diflörum, Nordchina, bis über l..=i ///, überhängend, wie Abb. 271. Zweige vierkantig, kahl, 
Blätter gegenständig. 3 zählig, sommergrün. Blüten einzeln, sattgelb, in milden Wintern ab 
.lanuar bis März (bis April I. prächtiger Frühblüher in geschützten Lagen an Wand ; noch schöner 

ist J.primu//nu/n, W. -China. Blät- 
ter größer. Wintergrün. Blüten grö- 
ßer, bei uns nach ninliflonim ( in Eng- 
land oft im Herbst), oft halbgefüllt; 
J. officlnäle, Persien. Kaschmir, 
leicht kletternd, bis 3 ni. Blätter ge- 
genständig. ,s bis 7 zählig gefiedert. 
Blüten zu 1 bis 1 2, weiß, duftend,. luli 
bis August; für recht warme Lagen in 
milderen Gegenden, sonst Winter- 
schutz, sehr hübsch an geschützter 
Wand ; J. revolutum, Nordwest- 
himalaya. ausgebreiteter, lockerer 
Strauch. Zweige fast rundlich. Blätter 
wechselständig, 3 bis ,=i (bis 7 ) zählig. 
fast immergrün, Blütenstände () bis 
1 2 blutig, gelb, duftend, ,luni. Kelch- 
zähne breitdreieckig; in Wien hart 
"'"'" ' wie auch J. Wallichianum, Nepal. 
Triebe scharfkantig, Blätter (.s bisi 7 bis M zählig. Blüten oft zu 3; beide Arten oft vereinigt mit J. 
humile, aus S. -Europa mit rundlichen Trieben und meist nur 3 zähligen Blättern, kaum so hart 
wie vor allem revolutum. Ein neuer Bastard zwischen Bccsianum und ofßcinale ist/.sfep/ianense. 




Iniligöfcra rctiiulata. .50 




Abb. 270. Ja 



längerjeliebcr — .li'iglans 



Jelängerjelieber siehe Loniicru. ■ 
Rilws. — Johannisbrotbaum siehe CV 
violacea siehe CalceolarUt. - Judas- 
baum siehe Cfrm. — Judasbaumblatt 
siehe Cercidiphyllum. — Judendorn 
siehe Zizyphiis. 

Jug-/ans, Walnuß .luglan- 
d a c e c n. — l^ekannte, meist hohe, 
sommergrüne Bäume (Abb. 41 1, 
A\ark der Zweige gefächert. Blätter 
groß, unpaar gefiedert, männliche 
Blüten in dichten Kätzchen, weih 
liehe zu 2 bis 20 gebüschelt; Frucht 
bekannte, meist el.lbare. ölreiche 
Nu(.) ; Kultur in möglichst rei- 
chem, tiefgründigem Boden, nur 
ganz jung gut verpflanzbar, siehe 
auch Arten ; \' e r m e h r u n g durch 
Samen (nach Reife). Ableger und 
Veredlung auf die gewöhnliche Form 
durch Kopuheren; X'erwendung 
als wertvolle Parkbäume. ,/. regia 
auch als Nutzholz und F>uchtbaum. 
/. nigra für Forstzwecke. 



Johannisapfel siehe S\aliis piinühi. — Johannisbeere siehe 
'iratonia. — Johanniskraut siehe Hypericum. — Jovellana 




1\. Jusiiiiimm nmlijiorum, frühblühender Jasmin, schon 
etwas verblüht. 1,5 m. (Orig.; Wien, Rathausparkj 



ALPHABETISCHK LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



ailantifolia 237 

alata 235 

Allardiana 237 

Bixbyi 237 

— lancastriensis 237 

cathayensis (Abb. 272 73) . 235 

cinerea 235 

coarctata 237 

cordiforniis 237 

draconis 235 

intermedia 235 

— alata 235 



intermedia pyriformis . . . 235 

— quadrangulata .... 235 

— Vilmoreana 235 

Lavallei 237 

mandshurica 235 

nigra (Abb. 41) 235 

pyriformis 235 

quadrangulata 235 

regia 235 

— asplenifolia 235 

— fertilis 235 

— fruticosa 235 



regia filicifolia 235 

— laciniata 235 

— monophylla 235 

— pendula 235 

— praeparturiens .... 235 

— racemosa 235 

rupestris (Abb. 2741 . . .236 
Sieboldiana 237 

— cordiforniis 237 

subcordiformis 237 

Vilmoriniana 235 



A. Blättchen 7 bis '-) (5 bis 13). ganzrandig: J. regia, Bosnien, Griechenland. Kleinasien. 
Himalaya, China, prächtiger Baum bis über 2()m, Frucht kahl, glattschalig. auffallende Formen 
sind: {.fertilis {var. fniticösa. var. pracpart/iriens). strauchartig, frühtragend. Frucht dünn- 
schalig, f. toa>//V//a war. filicifolia. var. asplenifolia,] Blätter fein zerschlitzt, l. monophylla. 
Blätter auf ein Blättchen reduziert, f. pi'ndiila. Zweige hängend, f. racernösa. Nüsse gehäuft, 
bis 24; bekannteste .Art, ist im .Norden nicht ganz hart, wenigstens in der Jugend, liebt mehr 
trockene Hügellagen. Ein Bastard mit nigra ist J. intermedia. Blättchen meist 1 1, Frucht 
mehr wie regia, in den Formen var. pyriformis (f. pyriformis), Frucht ähnlicher regia, und 
var. Vilmoreana (f. Vilmoriniana), Frucht mehr wie nigra: ein Bastard mit cinerea ist 
J. quadrangulata ff. intermedia \'ar. quadrangulata, f. intermedia \-ar. alata. J. aldtal. 
Tracht ähnlich regia. Blättchen meist '^). Früchte wechselnd. 

B. Blättchen (<)bis) 1 1 bis Ih. gesägt: J. cathayensis (f. draconis). Zentralchina. Tracht 
wie Abb. 272, Behaarung wie bei cinerea. Blättchen 1 1 bis 1 7 . oboval länglich, zugespitzt. 
oberseits kahler, siehe Abb. 2 7.?. Früchte zu <i bis 1 0. traubig. schöne harte .\rt; J. cinerea, 
Butternuß, 0. -Nordamerika, schöner Baum bis .^0 m. alles drüsigfilzig. Blättchen 1 1 bis 1 ''. 
länglich-lanzettlich, zugespitzt, beiderseits behaart. 1-rüchte zu 2 bis .^, länglich, drüsigfilzig, 
Nuß scharf 6 bis 8 rippig, liebt feuchtere Lagen; J. mandsliürica. .\\andscluirei bis Korea, 
hoher Baum, Blättchen 1 1 bis 19, zuletzt stark kahlend, Früchte zu mehreren, kugelig- oder 
länglich eiförmig, wie cinerea behaart, Nuü aber stumpfrippiger; J. nigra, Schwarznuß, 



Ji'iglaiis 




Abb. 272. Jüglaii. 



0. -Nordamerika, sehr hoher^Baum, Tracht wie Abb. 41. Zweige weich behaart. Blättchen 
l.S bis 23, oberseits kahlend. Frucht zu 1 bis 2. rundlich, kahl, nur etwas drüsig. Nul.l fein- 
furchig; J.rupestris, Kolorado bis Neu-Mexiko, kleiner Baum, wie Abb. 274. Zweige kurz 
gelblich behaart. Blättchen 17 bis 2i, schmal lanzettlich, zuletzt fast kahl. Frucht einzeln, 
kugelig, mit dünner, etwas behaarter Schale, Nuß glatt und längsrissig, selten und empfind- 



.Ii'iglans — Kälr 



237 



lieber als andere Arten, zierliche Tracht; J. Sieboldiäna (J. (liluntifolia). .lapan, stattlicher 
Baum, ähnlich mamlscharica. Triebe behaart. Blattchen 1 1 bis 17. oberseits kahl, unterscits 
drüsig und behaart. 1-rucht- 
stand langtraubig. I-rüchte bis 
20. kugelig oder eilänglich. 
feinfilzig. Nuü ziemlich glatt, 
hierher var. cordiförmis (J. 
cordijörmis). nur durch die 
herzförmigen, scharf 2 kanti- 
gen, dünnschaligen Nüsse aus- 
gezeichnet, sehr kulturwert; 
nur Formen smdiJ.Allardianii. 
J. coarctuta.J. Lavallci,l.xiih- 
cordijonnis. Eine Hybride vnn 
Sieboldiäna mit cinerea ist J. 
Bixbyi und eine solche der 
var. cordiförmis mit cinerea :J. 
Bixbyi var. lancastriensis. 

Jungfernrebe siehe l\irtlieno- 
cissiis. 

Kadsürajap6nica—M a g n o 
11 a c e e n. — Niederliegender oder 
bis 2m hoher, schlingender, im- 
mergrüner, japanischer Strauch. 
Zweige hohl, Blätter abwech- 
selnd, einfach. Blüten gelb, in 
hängenden Büscheln, Sommer, 
Frucht scharlachrot; in Kultur 
sehr selten, in warmen geschütz- 
ten Lagen an Mauern versuchs- 
wert, zur Fruchtzeit schön. 

Känguruhwein siehe Cissii^ 
untuirtica. — Kahnfrucht sielie 
lAiscaitliis.— Kaimastrauch sie- 
he Rlwdotypus. — Kaicipflaume 
siehe Diospyros Kaki. 

Kälmia, Kaltnie, Lor= 
beerrose, amerikani= 
scher Lorbeer Erica- 
c e e n. — Meist Sträucher, sel- 
tener baumartig.Blättergegen- 
ständig oder quirlig, immer- 
grün, einfach. Blüten hübsch, 
scheindoldig, Mai bis .luni. 
Frucht kugelige Kapsel; Kul- 
tur in'sandig-lehmigem oder 
moorigem (nicht kalkigem) ,................ — . 

Boden mit Zusatz von Lauberde oder Torf, in warmer, halbschattiger Lage; Vermehrung 
durch Samen (unter Glas, l-rühjahr) und Ableger in Moorerde; Frühjahrspflanzung; Ver- 
wendung im allgemeinen wie harte Rhododendron besonders in Massen im Park, auf Ra- 
batten, in Felslagen, bei genügender I'euchtigkeit auch sonnig. 

K. angustiföUa, O. -Nordamerika. 0..? bis 1 ///. Blätter meist gegenständig oder gedreit, 
kahl, kaum über (i ; 2 cm, beiderseits grün. Blüten rosa oder rot, var. rubra (var. /iirsiita\. weil."). 
var. Candida: Juni bis .luli. eine Zwergform var. pumila (var. nana) ; unterseits behaarte Blätter 
und behaarte junge Triebe hat K. Carolina (K. caroliniäna), Blüten purpurlich, ebenfalls 
hart; K.latifotia, O.-Nordamerika. bis baumartig, wie Abb. 275, Blätter wcchselständig. 
gröLkr, breiter, kahl. Blüten rosa oder weiü. var. alba. April bis Juni, schönste kx\. hübsche 
Formen : var. myrtijölia (var. minor, var. nanu), kleiner Busch mit kleinen Blättern, var. poly- 
petala (var. monstraosa). Blüten fast federig zerschlitzt; K.polifolia iK.,i^laucu), Labrador 
bis Kalifornien, 0,2 bis 0.()«;, wie Abb. 270, Zweige 2 kantig, gegenständig, Blätter klein. 




Abb. 273. Trieb mit jungen Früchten \on Jtiglans catlui 



h'iglans — Kerria 



iinterseits weißgrau. BlütL-n doldig. lilapurpurn. .Wai bis .luni. hübsche kleine Art für Moor- 
becte. besonders aiiL-h die nocii zierHcliercn var. inkrophylla und var. rosmarinijolia. 

Kalopänax siehe Acantliopanax. — 
Kamelie siehe Cüinciliu. — Kamels» 
t._ dorn siehe Alliugi. — Kampferbaum 

siehe L'innamoiniim. — Kappern» 
Strauch siehe Cappuris. ~~ KartoJfeN 
rose siehe Rosii riiirosa. — Kastanie 
siehe Casianea (vergleiche auch/lfsr//- 
/«.vi. — Kastanieneiche siehe Oiicmts 
pririi/s. — Kazanlikrose siehe Kosa 
i/ariui.s( cmi trigintipelala. — Kelch- 
melde sielie Snacda. — Kellerhals 
siilic Ikiphne Mczrrcuiii. 

Körria japönica [Cön/ion/s 
,ijh>tiicus\, Kerrie, RanunkeU 
Strauch— Rosaceen. -Buschi- 
ger, grünzweigiger. bis über l,ö/// 
hoher Strauch, Blätter sommer- 
griin. einfach, wechselständig. Blü- 
ten schön gelb, grolj. einzeln, Mai 
bis .luni. auch gefüllt, f. plcna (var. 
fkvepleno\. Frucht trocken, braun- 
schwarz : Kultur in jedem guten 
Gartenboden in warmer Lage, in 
rauheren Gegenden frieren die Zweigspitzen zurück; Schnitt: Auslichten, sonst nur Spitzen 
nach Bedarf kürzen; Vermehrung durch Ausläufer, Stecklinge (krautig und reif) und Ab- 




Ahb. llA.Jüglans rupestris, Felsen-Walnuß, 4 

(Orig. ; Hort. Plantieres, aus der „Gartenwelt".) 




Abb. 275. Kitlmiü latijolia, breitblättrige Lorbeerrose, 1,5 m. (I'hoi. A. Relider.) 



KOrria— Korbwcitle 







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r»-.v..v -^-C-^N . ^vt^J^- '■' V^ ' ■ 



Abb. 276. Külmiu polifolia, rotbliitige Form dt-r pültiblättrigen Lorbeerrose, 0,5 m. lü. 



leger; X'erwendung als schönblühender Strauch für Rabatten und Gruppen, besonders 
die gefüllte Form, deren Blüten gelben Röschen gleichen, auch weiü- und gelbbuntblättrige 
Formen vorhanden. 

Keuschbaum siehe Vitex. — Kirsche siehe Prunus (Gruppe Eucerasus). — Kirschlorbeer siehe 
Prunus (Gruppe Laurocenisus). — Kirschpflaume siehe Prunus (Gruppe Pninocerasus). — KlappernuU 
siehe Staphylea. — Kletteneiche siehe Queicus macrocarpa. — Knöterich siehe Polygonum. — Knopf° 
blume siehe Ceplialanthus. 

Koelreuteria, Koelreuterie — Sapindaceen. — Sommergrüne, kleine oder große 
Bäume, Blätter abwechselnd, einfach oder doppelt gefiedert. Blüten in endständigen grol.ien 
Rispensträußen, gelb, .luli bis August, Frucht trockenhäutige aufgeblasene Kapsel; Kultur 
in jedem guten, durchlässigen Gartenboden in sonniger, warmer Lage, in nördlichen Gegenden 
Schutz gegen Nässe; Schnitt nur wenn nötig im Spätwinter; X'ermehrung durch Samen 
(nach Reife), Ableger, Wurzelschnittlinge und Stecklinge von jungen Trieben im Frühjahr; 
Verwendung als wertvolle, schön belaubte, schönblühende Parkbäume. 

K.bipinnäta, Westchina, hoher Baum. Blätter doppelt gefiedert. Blättchen gleichmäßig 
gesägt, noch selten in Kultur; ebenso die K. apiculäta, aus Mittelchina. Blätter auch doppelt 
gefiedert. Blättchen eingeschnitten gelappt und gesägt, soll auch hart sein; K.paniculäta 
(Sapiruliis chinensis), .lapan bis China, kleiner Baum bis Sw, Blätter einfach gefiedert, seit 
langem in Kultur, in Weingegenden ganz hart. 

Kokkelstrauch siehe Cöcculus. 

Kolkwitzia atnäbilis: sommergrüner chinesischer Strauch derCaprif oliaceen, auf- 
recht überneigend, bis 1,5///. Triebe rauhlich, Blätter gegenständig, spitz, breitoval, wenig 
gezähnt, Blüten in achselständigen F^aaren gegen die Zweigenden scheinrispig gehäuft, siehe 
Abb. 27 7, glockig, weiß mit rosa und gelb. iWai bis ,luni, Frucht eiförmige Schließfrucht mit 
gestieltem bleibendem Kelch; Kultur usw. wie Abcliu: recht hart und schön, für sonnige 
Lage; friert gelegentlich stark zurück. Sehr verbreitungswert! 

Kopfblume siehe Ccplialuntlius. — Kopou-Bohne siehe Pui'i 
carpus orhiculalus. — Korallenstrauch siehe lierhcridopsis. - 



rui. — Korallenbeere siehe Symp/iori- 
Korbweide siehe Sa/ix vim'inalis. — 



240 Korkbaimi — Laburnum 

Korkbaum siclu' Phcllodendron. —Korkrüster siehe L'lmiis foliaceu sii/iemsii — Kornelkirsche siehe 
Comiis. — Krähenbeere siehe Empetnim. — Kranzspire siehe Stcphaimmlm. Kraiinhia siehe II 'istana. 
— Kreuzblume sielie l'olyi;ala. — Kreuzdorn siehe R/iamniis. — Kreuzkraut siehe .Vz/iv/n. Kreuz» 
Strauch sielie Hunliaiis. — Kreuzwein siehe Anisostic/ius. — Kriechheide siehe Ihibocnii. — Krim- 
linde sielie /';//(/ cm/i/oni. — Kronwicke siehe Coronilla. — Krynitzkia Jamesii sielie Staiiden- 
buch. — Kugelblume siehe Qlobuluna. — Kugelrüster siehe Ulnuis foliaceu iimbraciilifera. — 
Kuhnia siehe „Unsere Freilandstauden". — Kunzia trideatata siehe Purslüa. 




Bliitenzweig V(}ii Kolkn'Uzui aiiiubilis im Arnold Arboretnni 



Laburnocytisus[Cytisiis,Labiiniuin\ Adämii {Cyliaus Laburniini var./7ü/7Jü/-(;.srfnsi.QeiBkleebohnen- 
baum — l.e t;ii rii inosen. — Bekannter Pfropfbastard {o(ier Chmäre) zw\sc\\cn Laburnum anafryroides 
lind CyliMis fii/rpiiri'us. Tracht wie Laburnum. Blüten hellschniutzigpurpurn, aber neben den Bastard- 
bliiten noch reine üoldregenblüteii, wie auch Zweige mit Blättern und Blüten von Cytisus purpureus 
am selben Strauch auftretend; hübscher Zierstrauch, sonst wie Laburnum. 

Laburnum, Goldregen — Leguminosen. — Bekannte hohe, laubabwerfende 
Sträucher, Blätter wechselständig. 3 zählig, Blüten schön, gelb, in hängenden ansehnlichen 
Trauben (siehe Farbentafel XI), Mai bis .luni, Fruchthülsen mit verdickten Rändern; Kultur 
in jedem guten Oartenboden, sonnig oder halbschattig; Vermehrung durch Samen (Früh- 
jahr) und .\bleger; die Formen durch Veredlung auf die typische Art; Verwendung: der 
Goldregen ist einer unserer bekanntesten und beliebtesten Ziersträucher, prächtig in Blüte. 
auch guter Deckstrauch, leider giftigl 

L.anagyrdides (L. vulgäre. Cytisus Laburnum), südliches Mittel- und Südeuropa. 
Strauch bis ^ rn oder gelegentlich Baum, bis 7 w, alle Teile etwas anliegend kurz grau be- 
haart, Blütentrauben bis 20 cm. iWai bis .luni. von Formen vor allem f. aureurn (f. chryso- 
phyllum). Lauh schön goldgelb, guter buntblättriger Zierstrauch; Iqueni/olium, Laub buchtig 
eingeschnitten, ferner var. A/sch/ngeri (l.. Alschingeri), Trauben kürzer, Blätter stärker 
seidig; ein Bastard mit folgender Art ist L. Wätereri iL vulgare var. Pürksii, L. Parksii). 
Wuchs kräftig, Blütentrauben bis über 3o cm lang; L. alpinum {Cytisus alpiniis), Gebirge 
des oben genannten Gebietes, alle Teile kahl oder sehr spärlich behaart, Trauben sehr lang, 
blüht fast 3 Wochen später, auch Laub schöner, als beste Kulturform gilt var. nramliflorum 
(var. macrostachys). Gelegentlich in Kultur das bei uns strauchige L. caramänicum (Podo- 
cytisiis caramanicus), Kleinasien, in Tracht sehr an Cytisus scssilifoliiis erinnernd. Laub grau- 
grün. Blüten in endständigen aufrechten Trauben im .luli bis September, als Spätblüher für 
warme Lagen brauchbar. 

Laburnum Adamii siehe Lahuruocvlisus Adamii. — Laburnum ramentäceum siehe Pcllcna. 



I.agcrstroeiuia — l.eiophylluii 







Lagerströentia indica — L y t h r a c c c ii. — Bekannter, kräftig wachsender Strauch, i 
(China) baumartig (Abb. 278), der überall im Süden angepflanzt wird, Blätter sommergrOri 
Blüten in Rispen, groß, rosa, gefranst, 
Mai bis Juli, Frucht eine Kapsel; Kul- 
tur bei uns nur in den wärmsten Oe- 
genden in geschützten Lagen, sonst Kalt- 
haus ; V e r m e h r u n g durch reife Steck- 
linge ;V e r w e n d u n g nur im Süden(Süd- 
tircil). aber sehr schön. 

Lambertsnuli siehe Corylusmaxima. 

Lapageria rösea: chilenische.präch- 
tig blühende, immergrüne Schlingpflanze 
der Liliaceen, die iu'i uns nnr in fast 
mediterranen Lagen im l-reien in Be- 
tracht konnnt. Sielie C. Schneider, 111. 
Handb. d. Laubhol/k. IL. S. »hb. 

Lard/zaöä/aö»7ernäta: chilenischer 
immergrüner Sclilingstrauch ( L a r d i z a- 
balaceen). ä\mc\l Akcbia c/iiiniita, aber 
Blätter ein- oder mehrfach .^zählig ; höch- 
stens in wärmsten Lagen im Süden des 
Gebietes an Wand versuchswert. 

Laurocerasus siehe unter Prunus 
(Gruppe Laurocerasus). — Läurus Ben- 
xoin siehe Lindera Benzoin. 

Läurus aöbilis, Lorbeer — Laura- 
ceen.— Altbekannter immergrüner Kalt- 
hausstrauch oder Baum aus dem Medi- 
terrangebiet und Orient, Blätter einfach, 
abwechselnd, aromatisch, glänzendgrün, 
Blüten unansehnlich, weißlich, gehu- 
schelt, Frucht klein, beerenartig, glän- 
zend schwarz; Kultur bei uns nur in 
den wärmsten Lagen, geschützt.in durch- 
lässigem, gutem Boden; Vermehrung 
durch Stecklinge; Verwendung nur 
im Süden des Gebietes als hübsche im- 
mergrüne Zierpflanze. 

Lavändula Spica, Lavendel — Labiaten. — Immergrüner, stark aromatischer, bis 60 cm hoher, 
halbstrauchiger, wolligfilziger Strauch aus dem Mediterrangebiet, Blätter lineal, Blüten blau, quirlig in 
lockeren Ähren, Juli bisAugust;KulturinwarmersonnigerLageindurchlässigem Boden; Vermehrung 
durch Samen, August-Stecklinge unter Glas; Verwendung im Küchengarten, auf Rabatten, im Felsen- 
garten, im Norden Winterschutz; besonders in den Kulturformen „Manstead var.", früher blühend, und 
„Middachton var.". dunkler. 

Lavätera arbörea, Baummalve — Malvaceen. — Mediterraner, verholzender, 2—3 m hoher Halb- 
strauch, Blätter abwechselnd, rundlich, 5—7 lappig, Blüten groß, hellpurpurrot mit dunklerem Grund- 
fleck, zu 2—7 traubig, Sommer; nur ganz im Süden in sonnigen Lagen und durchlässigem Boden ver- 
suchswert; Vermehrung durch Stecklinge; ähnlich L. ö/bia var. rosea, karminrot, den ganzen Som- 
mer blühend. 

Lavendel siehe Lavdnclula. — Lavendelheide siehe Andromeda. — Lederblatt siehe Cluinuic- 
(laplinc. - Lederblume siehe Ptelea. — Lederholz siehe Cyrilla und [)irca. 

Ledum, Porst — Ericaceen. ~ Niedrige, immergrüne, etwas narkotische Sträucher. 
Blätter einfach, abwechselnd. Blüten weil.l, duftend, doldentraubig; Kultur in feuchtem, 
sandig-moorigem Boden, sonnig oder besser halbschattig; X'ermehrung durch Samen 
(wie Rhododendron) oder .Ableger und Teilung; Verwendung als hübsche iWoorbeetpflanzen. 

L. palüstre, Sumpfporst, wilder Rosmarin, nördliches Mittel- und Nordeuropa. 
Nordasien. Nordamerika. (i..s bis 1.5 ni (Abb. 27'ii, Blätter schmallineal, unterseits rostrot 
oder weiülich-filzig. Blüten wcil.'i. Mai bis .August, Staubblätter 8 bis 11 ; schöner das breiter- 
blättrige, etwas früher blühende L. groenländicum (L. latifölium) (Abb. 43) aus dem 
nördlichen Nordamerika. Staubblätter r> bis 7. 

Ledum buxifolium und L. thymifolium siehe Lciophyllum. — Leimkraut siehe Silcue. 

Leiophyllum U.cdum. /k'ndriuui, Amuivrsinr] buxifolium [Ledum tliymifolium], Sandmyrte — 
I--ricaceen. — Kleiner, immergrüner, niederliegend-aufstrebender, fein beblätterter Strauch aus Nord- 
amerika, ,S — 50 cm, (Abb. 280), Blätter abwechselnd oder gegenständigf. Blüten weiß oder rosa, dolden- 
traubig, Mai oder Juni, in Kultur meist var. f1ügeri{L. Hugeri). Blätter meist abwechselnd, länger. Aus- 
trieb rot; ferner var. prostnitum iL. LyoniiUorU, ganz' niederliegende , hochalpine Form, nicht rot 
Silva Tarouca-Schncidcr, Unsere I-rcil.in<i-I..-iub-ehnl,.c, 2. Aullage. lö 



Abb. 278. Laaerstrc 



indica, 75 cm. (Pho 



LeiopliylluTii — Leptosp6rnium 




l.nium palü^;rc. Siuiipfporst 



austreibend; Kultur in frischem, humosem Sandboden im Alpinum in geschlitzten warmen Lagen 
sonst gute Reisigdecke im Winter; Vermehrung durch Samen (wie Rhododendron] und Ableger ;Ver- 
\v e n d u n g nur für Liebhaber, aber auch als Einfassung in mildem Klima brauchbar, ähnelt etwas einem 
kleinen Buchsbauin. 



Leitneria floridäna, Korkholz 

jxas. Triebe behaart, Blätter sor 



Leitne 
HTgrün, 



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Abb. 2.S(). Lciopliyllnm hiixij'oliii'ii, Sandmyrte 



a c e e n. — Strauch oder kleiner Baum aus Florida und 
ccliselständig, spitz eüiptischlanzettlich, ganzrandig, 
uiitcrseils fil/ii;, spät abfallend, Blüten zwei- 
häiisiL; in achsclständigen Kätzchen imFrüh- 
iahr \(ii Blattausbruch, unscheinbar, auch 
die tidckeiien Steinfrüchte; botanisch sehr 
iiitiiessant und im Arnold Arboretum ganz 
hart; feuchte, sumpfige Lagen; Eindruck 
sulitiiipisili ; \'e r m e h r u n g unschwer 
durcli Ausläufer. 

Lcmbotropis nigricans und sessili- 
folius siehe Cylisiis. — Lepargyraea siehe 
Shcplicnliu. 

Leptodermis oblönga — Rubiaceen. 
— Bis 50 cm hoher, sparriger, schärflich 
behaarter Strauch aus Nordchina, Blätter 
schm;dlänglich, 1 bis 2, .5 rni lang, ganz- 
randig. Blüten zu 2 bis 4. röhrig, hellila, 
buddlejenartig, von .kmi oft bis September; 
Kultur in geschützten Lagen in durch- 
lässi.gem Boden; Vermehrung durcli Sa- 
men und halbreife Stecklinge von angetrie- 
benen Pflanzen (Frühjahn; Verwendung 
nur in (jesteinsanlagen, auf Rabatten. 

Leptospermum pubescens (L lanigc- 
riini) : strauchige australische M y r t a c e e , 
Triebe behaart. Blätter abwechselnd, derb, 
klein, elliptisch. .3 nervig, ganzrandig, jung 
unten seidenzottig, Blüten zu 2—3 achsel- 



LeptospcnDiiin -- Ligüstrum 




Abb. 281. Lcspi-äi'zd Sifbok/ii.tiuschkWf. 1 ni. il'i 



ständig, weiß, Frühjahr, Frucht holzige, erbseiiartige Kapsel; im Süden des Gebietes im Freien ver- 
siichswert, hat sich in Darmstadt geschützt gehalten; Vermehrung durch Stecklinge. 

Lespedeza, Buschklee — Leguminosen. — Reich verzweigte, bis über meter- 
hohe, sommergrüne Sträucher (Abb. 281). Blätter abwechselnd, dreizahlig, Blüten traubig. 
rispig gehäuft, violett oder karminrot. Fruchthülse einsaniig. nicht aufspringend ; K u 1 1 u r in 
jedem guten, etwas sandigen, durchlässigen Gartenboden in sonniger, warmer Lage; Rück- 
schnitt wenn nötig vor Austrieb; Vermehrung durch Samen (Mai, Freiland), auch krautige 
Stecklinge; Verwendung als schön- und spätblühende Rabaltensträucher und für Vor- 
pflanzungen im Park. 

L. bicolor, Amurgebiet. Nordchina. Japan, strauchiger und üppiger als folgende. Blätt- 
chen breit elliptisch, Kelchzähne kurzspitzig. Blüten karminrot. .Ulli bis September; L. Sie- 
böldii [L.formösa. L. raccmösa, Desmödium penduliflörum). Mittel- und Südjapan. 
Tracht wie Abb. 281, Blättchen schmäler, Kelchzähne langspitzig, Blüten mehr violett, ab 
September, etwas empfindlicher als vorige, Bodendecke im Winter immer ratsam. 

Leucöthoe siehe Andronwclu. 

Leycesteria formösa, Leycesterie — Caprifoliaceen. — Sommergrüner, aufrechter, bis über 
1 m hoher Strauch aus dem Himalaya bis Westchina, Blätter gegenständig, einfach, Blüten rötlichweil.;, 
zu endständigen Scheinähren gehäuft, mit groüen rotpurpurnen Hochblättern, die sehr zierend wirken. 
August bis September; Frucht vielsamige, schwarze Beere; Kultur in gut durchlässigem, leichtem 
Qartenboden in warmer, sonniger Lage, friert in kälteren Gegenden stark zurück, treibt aber wieder 
aus, Bodendecke; Schnitt nach Bedarf im Frühjahr vor Austrieb; Vermehrung durch krantartige 
Stecklinge und Samen (Frühjahr, unter ülasi ; Ve r w e n d u n g als schöner Herbstblüher für Rabatten. — 
Die buntblättrige Form mancher Gärten soll BOsea yemuiioni sein. 

Liguster siehe Ugtistnim. — LIgustrina siehe Syringa. — Ugustridlum siehe /.igiistnwi. 

Ligüstrum*^), Rainweide, Liguster — Oleaceen. - Sommer- bis immergrüne 
aufrechte Sträucher. Blätter gegenständig. Blüten breit- oder ährigrispig. weil.) oder gelblich. 
Frucht schwarze Beere; Kultur in jedem durchlässigen, nicht feuchten Gartenboden in 

16* 



2 44 I.igüstruiii 

sonniger ndcr lialbscliattiger Lage, siehe auch die Arten; Scimitt: AusHchteii nach l-Sedarf 
im Winter, gclegenthch stärkerer Rückschnitt: lange Triebe imX'orsomnier pinzieren; Ver- 
mciirung durch Samen und Steckholz, auch krautige Stecklinge, bunte Formen durch \'cr- 
edlung im Hause auf L. vulgare oder die immergrünen auf L. ovalifoliiini: \'er Wendung 
als Zier- und üeckstraucher. siehe Arten. 



ALPHABI-:TISCH1-- LISTH DBR HRWAHNTEN lateinischen NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen. l 



atnii 



— macrocarpuni 245 

acutissimuni 245 

amurense 245 

brachystachyuni 245 

californicuni 246 

ciliatuni 245 

compactuni 244 

coriaceum 244 

Delavayanum 244 

Fortunei 245 

glabriini 244 

Henrvi 244 

Ibota 245 

— Regclianuni 246 

insulare 245 

insulense 245 

ionandrum 244 

italicum 245 

italuni 245 

japonicum 244 

— coriaceum 244 



japonicum niarcrophyllum 
Kellerianum ....'.. 

Kellermannii 

lancifolium 

lineare 

longifolium 

lucidum 

— coriaceum 



macrocarpuni 

magnoliaefolium .... 
Massaloiigianuin .... 

medium 

nepalense 

obtusifolium (Abb. 2.S3ai 

— Regelianum (Abb. 284| 
ovalifolium 

— aureo-elegantissinnmi 

— aureum 

— marginatiun 

Prattii 

Purpnsii 



244 
245 
246 



246 

246 
246 
246 
246 
244 
245 



Quihoui 245 

Regelianum 246 

Sieboldii 244 

Simonii 244 

sinense (Abb. 282l .... 245 

— latifolium robustum . . 244 

— Stauntonii 245 

— villosuni 245 

spicatum 244 

Stauntonii (Abb. 283) . . . 245 
strongylophyllum .... 244 

syringaefloruni 244 

villosum 245 

vulgare 245 

— atrovircns 245 

— chlorocarpum 245 

— insulense 245 

— italicum 245 

— sempcrvirens . . 245 

— xanthocarpnm 245 
Walker! 244 



.'unnanense 



A. Blätter innncrgrün, deutlich lederig: L, compäctutn (/,. Uincijoliinn. L. lineare, /.. 
loiigijdlliiin. L. Simonii), Himalaya. Westchina, kahler Strauch bis Baum, Blätter lanzettlich, 
bis \r<cni. weidenartig, stumpfgrün, düiinlederig, Blüten mit kurzer Röhre in großen Rispen. 
Mai bis .huii. wohl sehr selten in Kultur und empfindlicher als die anderen immergrünen; 
L. coriaceum [L. japonicum oder L. lucidum var. coriaceum], japanische Kulturform, 
steifer, kurztriebiger Strauch, bis 1,5 /h, Blätter stumpf rundlich-eiförmig, glänzend tiefgrün, 
bis <>,5 cm, Blüten weiß, in bis 10 cm hohen dichten Rispen, Kronenröhre lang, Saum nicht 
ausgebreitet, .Juli; L. Delavayanum (L. Prättii), Strauch bis 3 ///, Mittelchina, breit- 
verzweigt. Triebe und Blütenstände behaart. Blätter eiförmig bis eilänglich, beiderseits kurz- 
spitzig, bis icm, kahl, Rispen schmal, am Grunde beblättert Krone langröhrig, .luni, für 
niedrige Hecken; sehr nahe steht L. ionandrum, \iuman, dichter Strauch, bis 1,5 m. 
Blütenstände sehr kurz, durch Forrest in Kultur gekommen, beide wohl ziemlich hart; L. 
Henryi, Alittelchina, in Heimat bis 4 in. Triebe dicht behaart Blätter ei-elliptisch, plötzlich 
kurz gespitzt, bis .5,5 cm. sehr dunkelgrün, kahl, Blütenrispen kurz und dicht am Grund 
nicht beblättert. Blüten langröhrig. gleich der vorigen etwas Coroneaster-arüg wirkend: 
L. japonicum iL. glabrum, L. Kellerianum. L. Kellermannii. L. Sieböhlii. L. spicatum und 
L. syringaefloruni Hort.l, Japan, aufrechter kahler Strauch bis 4 in. Blätter bräunlich aus- 
treibend, rund- oder länglich oval. Spitze meist stumpflich. Rand und Mittelrippe ri)tlich, 
unten fast kaum geädert, oberseits dunkelgrün, mäßig glänzend, Blütenstände breit, ziem- 
lich locker, Kronenröhre ein wenig länger als Kelch, August-September, etwas früher als 
bei der kaum etwas härteren L. lucidum [L. japonicum var. iiiacropliylliim, L. magnoliae- 
folium, L. sindnse latifolium robustum und L. spicdlum Hort.). Japan, Mittelchina, in der 
Heimat Baum bis 16 /«, wie japonicum. aber breiter verzweigt, Blätter lebhafter und glän- 
zender grün, unterseits genervt, sich deutlicher zuspitzend, bis 1 2 cm, Blutenstände dichter, 
Kronenröhre kürzer als Zipfel, prächtige Art, auch nur für warme Lagen; L. strongylo- 
phyllum, Mittelchina, breiter lockerer Strauch, bis 2,5 m. Triebe nur jung fein behaart, 
Blätter buchsbaumartig, kaum bis 3:2 cm. rundoval, glänzend grün. Blütenstände breitrispig, 
bis 10:10 cm, Röhre deutlich länger als Zipfel, sehr hübsche Art für warme geschützte Lagen; 
zu den echt immergrünen gehören auch L. nepah'nse und L. W'älkeri, die beide nicht echt 




Abb- 



Ligüstrum suicrisc. Bliiteiizwcigc. 



in Kultur und fürs Freiland niciil brauchbar sind, ebenso auch das niedrige /.. Massa/oii^id- 
nuni aus dem Hlmalaya mit fast linearen lllaftern und warzigen und behaarten /^weii^en. 

B. Blätter sommer- oder Winter- 
grün, nie deutlich lederig: a) Kronen- 
röhre kürzer als der Saum: L. iti' 
sulense (L. insulare, L. Stann- 
toiiii Hort., L. vulgare var. itisii- 
lense), Heimat unsicher, ähnlich vul- 
gare, aber Zweige feinfilzig. Blätter 
schmallanzettlich. oft hängend, Blü- 
tenstände gröl.ler. erst im August bis 
September; L- Quihoui \L. brucliy- 
stacliyum). A\ittel- und Nordchina, 
breitsparrig. bis ?> ui . Triebe und 
Blütenstände fein behaart. Blätter 
länglich-elliptisch, stumpflich. derb, 
sattgrün, kahl, etwas Wintergrün, 
Blütenstände dichtährig rispig, Au- 
gust bis Oktober, für warme Lagen, 
ähnlich die in der Herkunft unsichere 
L.Purpusü, Blätter etwas dünner, 
breiter, matter grün. Blütenstände 

noch dichter ; L. sinenseiL.Fortunci, L. villosum, L. sinense var. villosum, L. amurense Hort. ). 
China, Korea, bis 4 m. Zweige filzig, Blätter elliptisch bis eilanzettlich, hellgrün, dünn, reich- 
blühend wie Abb. 282. .luni bis Juli. Frucht schwarzpurpurn, sehr ähnlich ist L. Stauntönii 
(L. sinense var. Stauntönii). niedriger, breiter, Blätter stumpflicher, unterseits an Rippe be- 
haart. Blütenstände lockerer, wie Abb. 283 ; mit Quihoui ist sinense die beste Zierart ; für den 
Garten zu empfehlen ; L. vulgare. Europa. Westasien, bis 5 m. Triebe und Blütenstände fein 
behaart. Blätter eiförmig bis lanzettlich, kahl, Rispen dicht aufrecht, bis 5 cm, Juni bis .luli. 
guter Deck- und Schattenstrauch in trockeneren Lagen, für Zierzwecke mehr var. chloro- 
carpnni, Frucht grünlich und var. xanttiocarpuni. Früchte gelblich, im Winter lange 

bleibend, auch var. sempervirens 
(\'ar. iralicum. var. atrovirens. L. ita- 
licum. L. italunn. südlichere winter- 
grüne Form mit schmal lanzettlichen 
Blättern, für wärmere Lagen ; nicht 
so schön wie ovalifolianu auch bunte 
Formen; L. yunnanense, West- 
china, üppig, bis 5 UI. Blätter lanzett- 
lich, bis 1 2 (7//. kahl. Blütenstände 
breit rispentraubig, Juli, ziemlich 
hart und zum Teil Wintergrün. 

bi Kronenröhre zwei- bis dreimal 
so lang wie Lappen: L.acuminä' 
tum U..ciliatuui Rehderi. .lapan. bis 
2.5 m. wie Ibota, aber Wuchs auf- 
rechter. Blätter beidendig zugespitzt, 
zeitig abfallend. Blütenstände Juni, 
bei var. macrocärpum iL. macro- 
carpuru). Früchte bis über 1 cui dick ; 
ohne Zierwert, ebenso die ähnliche 
/,. acut/ssiiuuin: L. amurense, 
.lapan -China, bis t w. aufrecht auf- 
strebend. Blätter glänzender und 
stumpfer als bei vorigen, blüht anfangs .luni. ähnelt etwas ovaliföliuui. auch zum Teil Winter- 
grün; L.obtusifölium {L. Iböta), China-Japan, bis ,? /;/, oder in Heimat baumartig. Wuchs 





■■^ 




:^^>'' 




W 



Ahb. 2>^:i. Ligiistnini Staunlonii, Blütt'iizwei 



l.igi'istnnn 




Abb. 283 a. I.igi'nitntni ohtiisifolium 



breit sparrig, wie Abb. 283a, reichblühend. Juni; niedriger dichter, wagrecht verzweigt ist 
var. Regeliänum (L. Regeliatmm). wie Abb. 2S4, Blätter unterseits mehr behaart, beide 
sehr gute Sträucher für Gärten; L, ovalifölium \L.califörnicuni Hort.. /,. tiuUliiim). .Japan, 
aufrecht, bis 3 m, kahl, Blätter sattgrün, Blutenstände bis 1 1 cm lang, lockerrispig, .luli. beste 
der wintergrünen Arten, treffliche Heckenpflanze, als schön gilt var. uurciim (var. aureo- 
elcgaiitissimum, var. maririnatimi). Blätter breit gelb gerandet. aber empfindlich! 




Limönia — Liquidamhar 



Limonia tritoliata sieht Cilrus trifotialti. — Linde siehe Tilia. 
Lindcra (Benzoin^^)), Fieberstrauch — Lauraceen. 



Blätter einfach, gerieben gewürzig-aromatisch riechend. 



Sommergrüne Sträucher 



abwechselnd. Blüten vor oder mit 
Blattausbruch, in achselständigen 
Büscheln mit 4 abfallenden Schup- 
pen, gelb. Beerenfrüchte rot ; Kul- 
tur in frischem, tiefgründigem, 
etwas sandig-moorigem Boden in 
geschützter Lage, in rauhen Ge- 
genden Winterschutz; Vermeh- 
rung durch Samen (nach Reife). 
Ableger in moorigem Boden, auch 
durch krautige Stecklinge (unter 
Glas); Verwendung als schön 
belaubte Sträucher für Park und 
Garten, zur Fruchtzeit ebenfalls 
zierend. 

L.Benzoin ylienzoin aestivdlc. 
B.odoriferum), östl. Nordamerika, 
aufrecht bis 3 w, Blätter dünn, läng- 
lich-oboval. fiedernervig, oberseits 
sattgrün, unterseitsblaugrau. meist 
über 7 cm. Herbst hellgelb. Blüten 
\ (ir den Blättern, April (an Corni/s 
///i/s- gemahnend I.Früchte glänzend 
korallenrot. Herbst; sehr hübsch, 
hart: L. obtusiloba [Bcnzoin oli- 
tiisilobunn. .lapan. Tracht wie Abb. 
2 85, bis über 4 w oder kleiner Baum, 
Blätter meist .3 -lappig, .3 -nervig, 
glänzend tief bläulichgrün, unter- 
seits graugrün, fast kahl, Blüten wie 
vorige, hellgelb. Früchte schwarz; 
L. umbelläta [Bcmoin iimhella- 
tiiin). .lapan, hiervon var. hypo^ 
glaüca iL. hypoglaiua, Benzoin 
hypoleuaim] harte kulturwerte 
Form, wie acstivalc. aber Blätter 
kaum über cm. Stiel relativ län- 
ger. Blüten mit Blattausbruch. 
I-rucht schwarz. 

Lindleya mespilioides, Schein» 
mispel — Rosaceen. — Iiiimer- 
grüiicr, kleinblättriger mexikanischer 
Strauch oder Baum mit einzelnen, 
mispelartigen Blüten; bei uns wohl 
nur im Süden im Freiland versuchs- 
wert, aber sehr hübsch. Näheres siehe C. Schneider, 111. llaiulb. d. Lauhholzk. 1., Seite 4<)2. 
Littdieyella siehe Lindleya. 

Linnäea boreälis, Linnea, Zwillingsblüte — C a p r i f o 1 i a c e c n. — Reizender, weitkriecliender, 
immergrüner, nordischer Zwergstrauch (Abb. 286), Blätter gegenständig, einfach, klein, Blüten hellrnsa 
mit dunklerer Zeichnung in meist 2blütigen, zierlich gestielten Trugdolden, glockig, nach Heliotrop 
duftend, Juni bis August, Fruchtbeere ockergelb; Kultur in sandigmoorigem, kalkfreiem Boden, 
zwischen feuchtem Moos in schattiger Lage; Vermehrung durch Teilung und Stecklinge; V e r- 
w e n d u n g in F-elspartien, auf Moorbeet, in rauheren Lagen bei fehlender Schneelage Reisigdecke. Die 
var. americäna iL. unwricana). mit etwas längerer Blütenröhre soll sich nach Farrer leichter ansiedeln 
lassen. 

Linum arboreum siehe Staudenbuch. — Lippia Juncea siehe Raillonia. 

Liquidämbar styracillüa, Amberbaum — Hamamelidaceen. — Hoher sommer- 




Liquidiimbar — LithospOrimmi 



grüner Baum (Abb. 2<S7i aus dem ü 
7-lappig. Lappen spitz, fein gesägt, 
sattgrün, im Herbst karminrot. Blü- 
ten zu Köpfchen verbunden, einhäu- 
sig, männliche in endständigen Äh- 
ren, weibliche einzeln, langgestielt, 
hängend, Frnchtstand holzig, ver- 
dornend; Kultur in gutem, tief- 
gründigem, frischem Boden. verträgt 
auch trockeneren Stand, warme ge- 
schützte Lage ; \'e rm e h r u n g durch 
Samen (gleich nach Reife oder stra- 
tifizieren). Ableger; Verwendung 
als schöner Parkbaum, in rauheren 
Lagen in der .lugend Schutz. - Sehr 
ähnlichistL.orientälisiL.inilh'rbin 
(Abb. 2881 aus Kleinasien. Blätter 
meist 5 lappig. Lappen wieder 2 bis 
.? lappig, nicht so hart. Durch meist 
.? lappige Blätter ausgezeichnet ist 
L. formosäna var. tnonticola 
aus Mittelchina. in Kultur noch zu 
erproben, vielleicht recht hart. 

Liriodendron tulipifera,Tul- 
penbaum. .Wagnoliaceen. — 
Bekannter, prächtiger, bis über ö() w 
hoher, sommergrüner, ostnordame- 
rikanischer Baum (Abb. 42). Blätter 
abwechselnd, einfach, sehr variabel 
eckig gelappt, im Herbst prächtig 
sattgelb. Blüten einzeln, bis 6 an 
breit.tulpenähnlich. gelb mit Orange- 
zeichnung..lulibisAugust( Abb. 281)1. 
Frucht einsamige Schließfrucht. zu_einem 



stlichcn Nordamerika, Blätter abwechselnd. (.5 bis) 5 bis 




Abb. 




und borstlich behaarter, kaum 0,2 — 0,3 — 0,6 
Blätter abwechselnd, unigerollt, Blüten einzeln, 



288. Litiuiddinhar Orientalis, orientalischer Anihcrbaiim, 
2,50 m. ilMi..t. .\. IMrpii^. 

zapfenartigen Fruchtstand gehäuft, im Winter blei- 
bend: Kultur in jedem guten, tief- 
gründigen, nicht zu leichten Boden 
in etwas geschützter Lage ; \'e r m e h- 
ru n gdurch Samen (gleich nach Reife 
oder stratifizieren), auch Ableger 
möglich, die Sorten werden auf den 
Typ veredelt (unterGlas); X'erwen- 
dung als einer der schönsten Park- 
und Straßenbäume. Buntblättrige 
^ä^ und pyramidalwachsende [var.pyra- 

^B^^ midalc oder fastigiatiini) Formen 
"^^^^K vorhanden. Man verpflanze beim 
^B^l .Austrieb im Frühjahr, oder nur ganz 
"^ junge Pflanzen. — Die chinesische 

1-orm L.chinense ( L.tulipifera var. 
r//W('«ft') bleibt \iel kleiner, ist crnji- 
findlicher und hat unterseits mehr 
blaugraue, tiefer gelappte Blätter. 

Lithospermum fruticosum [L.piv- 

strutum). Steinsame B o r a g i n a - 

c ecn. — Niedriger, sparriger, anliegend 

m hoher Kleinstrauch aus Südfrankreich und Spanien. 

achselständig, purpurviolett, Mai bis Juni ; K u 1 1 u r in 



150 



ithosperinum ~ Lonicera 



warmen, sonnigen Lagen in Qesteinspartien mitWintcrscImtz in raulicn Lagen, vor allem Schutz gegen 
Nüsse; Vermehrung durch Stecklinge aus vorjährigem Holze; Verwendung für Einfassungen 
im Garten und als Felsenpflanze. Vergleiche auch im Staudenbuche unter Moltkia. 

Litsea japönica iMalapoc/wn oder Tetranthi'ni juponka) ist eine hohe immergrüne Lau racee , 
die wohl nur für den Süden des Gebietes in Betracht käme und kaum so hart wie etwa L'inbclliilaria ist. 

Loiseleuria*''\ ^Azdlea, C/iawaa istiifi procumbens, Zwergporst — K r i c a c e c n. — Niederliegen- 
der, rasiger, immergrüner, kahler Zwergstrauch lAbb. 44i aus den Polargegenden und den Gebirgen 
von Mitteleuropa. Nordasien und Nordamerika, Blätter lineal, kreuzgegenständig, Blüten rosa oder 
weiU, zu 1—5 doldig; Kultur usw. siehe LeiopliyHiini. liebt Schneedecke; nur für erfahrene Pfleger. 

f-omä(/ao6/#<7i/a: chilenische Proteacee, bei uns Strauch, Blätter immergrün, abwechselnd, stumpf- 
eiförmig, gekerbt, jung wie Triebe feinfilzig, später tief glänzend grün, Blüten in achselständigen Trauben ; 
wäre im Süden des Gebietes von erfahrenen Pflegern zu versuchen aus dendrologischem Interesse. 

Lonicera^'^\, Heckenkirsche, Geißblatt. — Caprifoliaceen. — Aufrechte 
oder windende Sträucher. Blätter dekussiert. einfach, meist ganzrandig. meist sommergrün. 
Blüten in achselständigen Paaren oder in meist (> blutigen Wirtein. Krone .S lappig oder 2 lip- 
pig. Frucht mehrsamige Beere; Kultur in fast jedem guten Boden in meist sonniger Lage; 
Schnitt: meist nur Auslichten im Winter, gelegentlich starker Rückschnitt; die frühblühenden 
.Arten, wie coenilea, Standis/iii usw.. nach Blüte; X'ermehrung durch Samen (Herbst oder 
stratifizieren). reife Holzstecklinge, viele auch durch krautige Stecklinge, zuweilen veredelt 
man Sorten auf tatarica; Verwendung siehe bei den Arten. 

.ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NA.MEN, 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



Alberti 253 

alpigena 251 

alseuosmoides 254 

Altmannii 251 

americana 255 

— atrosanguinea 255 

amoena . . , 253 

— alba 253 

— Arnoldiana 253 

— rosea 253 

atrosanguinea 255 

bella 253 

— Candida 253 

— polyantha 253 

brachypoda reticulata . . .255 
Brownii 255 

— fuchsioides 255 

— planteriensis 255 

— punicea 255 

canadensis 251 

caprifolioides 251 

Caprifolium (Abb. 296) . . 255 

— pallida 255 

— pauciflora 255 

— praecox 255 

— rubra 255 

chaetocarpa 251 

chrysantha 253 

coerulea 251 

— edulis 251 

— praecox 251 

deflexicalyx 253 

Delavayi 255 

depressa 252 

edulis 251 

etrusca ' . 255 

— Brownii 255 

— pubescens 255 

Ecrdinandii 251 

flavescens 252 

flexuosa 255 

— Halliana 255 

Fortunei 253 

fragrantissima 251 



fuchsioides 255 

gibbiflora 253 

gigantea 255 

Giraldü lAbb. 2'H)i ... 254 

gracilipes 251 

Halliana 255 

Heckrottii 255 

Henryi 254 

heterophylla Karelinii . . .251 
hirsuta (Abb. 297) .... 255 
hispida (Abb. 290/')li ... 251 

— chaetocarpa 251 

iberica 251 

implexa 255 



involucrata 252 Ruprechtiana 



orientalis 2r>2 

— longifolia 252 

Periclymenum 255 

— quercifolia 255 

— quercina 255 

— serotina 255 

Philomelae 251 

plicata (Abb. 60) 252 

plantierensis 255 

prolifera 25() 

pubescens 255 

pyrenaica lAbb. 293 1 . . . 252 

reticulata aurea 255 

rupicola 252 



254 



flavescens 252 

— serotina 252 

japönica 255 

— flexuosa 255 

aureoreticulata . . . 255 

— Halliana 255 

kamtchatica 252 

Karelinii 251 

Kesselringü 252 

Koehneana 253 

Korolkovii 253 

— floribunda 253 

Ledebourii 252 

Maackii (Abb. 294) .... 253 

— erubescens 254 

— podocarpa 254 

Magnevilleae 255 

Maximoviczii 252 

Morrowii 254 

muendeniensis 254 

myrtilloides 252 

Myrtillus 252 

— depressa (Abb. 292) . . 252 

nervosa 252 

Niaguarilli 251 

'li.sjra 252 

nitida 252 

notha 254 

— grandifiora 254 



semperflorens 255 

sempervirens 25() 

— Brownii 255 

— minor 25() 

— punicea 255 

similis Delavayi 255 

spinosa 252 

— Albertii 253 

Standishii 253 

Sullivantii 250 

syringantha 253 

tangutica 253 

tatarica 254 

— alba 254 

— elegans 254 

— grandifiora 254 

— nana 254 

— pulcherrinia 254 

— punicea 254 

— purpurea 254 

— rubra 254 

— rubriflora 254 

— sibirica 254 

— speciosa 254 

— virginalis 254 

tenuiflora 251 

thibetica 253 

tragophylla (Abb. 298) . .256 
-xylosteum 254 




Abb. 290. Lonkeni liispidu. 



1. (11. sielieS.254i Aufrechte, selten niederliegende iniclit windendeiSträucher. Pjlüten 
in achselständigen Paaren. Blätter stets getrennt i(irupiut//(/W(/<v,7(/.s7/s, Heckenkirsche, i 

A. (B. siehe S. 253) Zweige mit 
.Mark, nicht hohl: L.a/p/g-ena, Ge- 
birge von ^\ittel- und Südeuropa, bis 
über 2 in. aufrecht. Blätter grol.l. 
meist kahl. Blüten gelbgrün, dunkel- 
braunrot, langgestielt. iWai. Frucht 
glänzend rot. wie kleine Kirsche. 
Spätsommer, besonders zur Frucht- 
zeit hübsch ; L.Altmannii ( L.tenui- 
floru), Turkestan. bis 2 in. aufrecht. 
Zweige und Blätter steif behaart, 
ähnlich ///s/wV/ff, Blüten gelblich weil.i. 
April bis A\ai, Früchte orangerot: L. 
canadensis iL.d/üita), Ost-Nord- 
amerika, fast kahl, bis 1,.^ in. Blüten 
gelblichweiß mit rötlich, April bis 
.Mai. Beeren lebhaft rot. als Schatten- 
strauch brauchbar: L.chaetocär- 
pa iL hispidu \'ar. chaetocarpa). 
.Mittelchina, von hispida abweichend 
durch borstig und drüsig behaarte 

Ovare und dicke, am Grunde gesackte Blumenröhre. Frucht behaart; L. caerulea, 
bekannte europäisch-asiatisch-nordamerikanische Art. meist unter 1 in. breitbuschig, sehr 
variabel, Blätter meist bleich- oder blaugraugrün, Blüten gelblichweil.), April bis Mai (sehr 
früh var. praecox). Früchte schwarzblau bereift, ferner var. edülis iL. ediilis). Zweige und 
Blätter behaart. Beeren länglich, eLibar. säuerlich; L. Ferdinändii, Nordchina, aufrecht- 
überhängend, Blätter bräunlich austreibend, etwas rauh behaart, an üppigen Trieben mit 
schildförmigen, bleibenden, steif brüchigen Nebenblättern, Blüten gelblich, .Mai bis Juni. 

Frucht rot. von Hülle umgeben, 
eigenartig; L. fragrantissima 
(L caprifolioidcs. Caprifoliiun Nia- 
guarilli Hort. ), China,wie Standishii. 
aber junge Triebe. Blütenstiele und 
Blüten ohne Borsten. Blätter stump- 
fer, nur unten an Rippe borstig, etwas 
mehr Wintergrün. Blüten rahmweiß, 
oft schon ab .lanuar. sehr duftend; 
L.gracilipes {L.Phlloiui'lacUori.). 
.Japan, aufrecht, bis 1,5 in. Blätter 
eirundlich oder elliptisch, oberseits 
lebhaft grün, unterseits hellblaugrau, 
Blüten trichterig. meist einzeln, rot. 
April bis Mai. Beeren scharlachrot, 
dick, hängend, hübsch zur Frucht- 
zeit im .\um . L.heterophylla var. 
K'are//n/7(Z..A,V//-<'//>///i. Mittelasien, 
ähnlich der alpigena , aber Blätter 
lanzettlicher, unterseits an Rippe 
drüsig, auch Blüten außen ; L. his^ 
pida, Turkestan, China, kaum über 
1 ni. wie .Abb. 2^H). Knospen groß. 
Zweige steifborstig behaart. Blätter 
kahl. Blüten weiß bis gelbweiß, wie 
.\bb. 2'M . bis 3 ini lang, mit zwei großen, weißlichen, borstig gewimperten Bracteen, April 
bis iMai. Frucht glänzend ziegelrot, bis 1,5 cm lang, ,Iuni bis Juli, liebt Schatten; L.iberica, 




Abb. 291. l.üiiicera /lispic/a, Wütenzweig. (Piioi. .\. Puitus 



Traiiskaukasien bis Nurdpersi^ 
seits behaart. Blüten gelbweil.i 




Purpiis 



biä 2 m. sparrig. l-ilätter eiriindlich, licrzförmig. beider- 
ni. \oiblatter becherartig verwachsen. Beeren lebhaft rot. 
() — 7 mm dick. September, hübsche 
,, Art; L. involucräta [Disti\s;ia in- 

voliicrata), westl. Nordamerika, bis 
1 m. fast kahl. Blätter eilänglich, 
Blüten gelb. Mai bis .luni. grolle 
drüsige purpurne Vorblätter die 
Frucht umhüllend, zur Fruchtzeit 
hübsch, var. serötina blüht spä- 
ter, var. flavescens \L.J7(in'sci'/is) 
wird als Ersatz für Lcdehoiiri in rau- 
hen Lagen empfohlen; L. Lede- 
boürii, Kalifornien, voriger ähn- 
lich, aber Blätter dicklicher, unten 
mehr behaart, Blüten orange oder 
scharlachrot, Mai bis .luli. Frucht 
schwarzpurpurn, schön.. luli bis Sep- 
tember, liebt Schatten ; L. Maxi- 
mowiczii, Mandschurei, bis .^ ///. 
Blattunterseiten behaart. Blüten vio- 
lettrot. Frucht rot. verwachsen, steht 
orientcilis nahe; L. Myrtillus, Hi- 
malaya. niedrig, fast kahl, Blüten 
regelmäßig, gelbweiß, duftend. A\ai 
bis .Juli. Beeren orange. (> /;//// dick, 
eine Form mit länger gestielten Blättern ist var. depressa {L. (Ii'prcssa\. wie ;\bb. 2'0. 
nahe steht L. tnyrüUoides, Blüten rosa weiß, vielleicht Bastard; L. nervosa, W'estchina, 
kahler zierlicher Strauch, bis .^ /;/, Triebe dunkel und Blätter dunkel austreibend. Blüte hellrot. 
Frucht schwarz, hübsch belaubt; L. nigra, allbekannte europäische Art, bis 1.5 m. Blüten 
trübrosa, Mai bis .luni, F>üchte blauschwarz, liebt Schatten. Deckstrauch; L. nitida, Mittel- 
und Westchina, breiter aufrechter Strauch. Belaubung myrtenartig, glänzend, kahl, immer- 
grün, Blüten rahmweiß, duftend, Mai, Frucht erbsengroß, purpurblau, Juli, wird als „Myrten- 
ersatz" kultiviert, hart, wertvoll ; L. orientälis, West- und Mittelasien, bis i m. Blätter tief- 
grün, Blüten trübrosa oder violett, 
.Mai bis .luni. Beeren schwarz, ver- 
wachsen, durch schmälere Blätter 
weicht ab var. loimifölia ( L. Kessi /- 
rirmii. L. kamtcliaiica), ohne besmi- 
deren Wert; L. pileäta, China, 
niedrig ausgebreitet wachsend, wie 
Abb. ()(). Blätter klein, immergrün. 
Blüten grünlich, wenig auffällig, aber 
Früchte durchscheinend violettpur- 
purn, sehr eigenartig, leider ver- 
steckt, daher erhöht pflanzen, sehr 
wertvolle, recht harte immergrüne 
.Art, auch für Felspartien; L. py= 
renäica, Pyrenäen, Balearen. kahl. 
niedrig, wie Abb. 29.5, graugrün be- 
laubt, Blüten regelmäßig 5 lappig, 
weiß oder gerötet, Mai, reichblü- 
hend. Beeren rot. für Felsanlagen ; 
L. rupicola, Himalaya. bis kaum 
1 in. überhängend. Blätter bläulich- 
grün, stumpflich, zuletzt kahl, Blüten behaart, hell lila, duftend, Mai bis .luli, warme Lage; 
L. spinösa, Turkestan, Kaschmir, sparrig. Triebe dornig, kahl, Blätter lineallänglich, blau- 










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grau. Blüten lilarosa. 2 rm lang, in Kultur var. Albertü (L. Albcrtii). dornlos. niedergestreckt, 
reich blühend. Juni. Frucht fast weil.i. bereift, zuweilen hochstämmig veredelt, gute Art; L. 
Standishü (L. Fortiuiei Hort.). Westchina, aufrecht, bis 2 m. borstig behaart. Blatter eilan- 
zettlich. sehr spitz, weniger Wintergrün als ht\fragruritissi/iia. Blüten rötlichweil.i. gut duftend. 
Februar bis .-Xpril, Beeren blutrot. .luni, wertvoll; Z..svr/n^änf/ia, Westchina, ähnlich riipi- 
cola. aber mehr aufrecht. Laub blaugrau. kahl. Beeren wie thibetica. recht hübsche .Xrt. hart; 
L. tangütica, China, niedrig, zierlich. Blätter oboval bis oblong, kahl, unterseits blaugrau. 
Blüten gelblichweiß mit rosa, fädig gestielt, Mai bis .luni. Frucht rot. harte Art ; L. thibetica, 
Westchina, zum Teil niederliegend, bis 1.5 m. Blätter länglich-lanzettlich, oberseits glänzend- 
grün, unterseits weißfilzig, Blüten hellpurpurn. Mai bis Sommer. F'rucht scharlachrot, ab 
August, gehört zur mpico/a-syringant/ia-Oruppc. 

B. Zweige hohl. 
L. amoena lA. Korolkiwii floribimdaxL. tatdrica). prächtige reichblühende Hybride, rosa 
(var. roxca) und weiß (var. alba), ebenso var. Arnoldiana, weiß mit rosa Hauch. iWai bis 
.luni; L. bella, Bastard tatarica X Morrowii. in verschiedenen I'ormen. besonders hübsch 
var. Candida und var. po/ydnt//a. Mai bis .luni; L. chrysäntha \L. gibbff/ora). Nordost- 
asien. Japan, aufrecht, bis 4 in. Triebe behaart. Blätter spitz rhombisch-lanzettlich, lebhaft 
hellgrün, unterseits etwas behaart, Blüten erst gelbweiß dann gelb, stark gehöckert. iN\ai bis 
.luni. Frucht korallenrot. August bis September, dann Strauch sehr schmuckvoll; ebenso die 
nahestehende, westchinesische L. Koehneäna, stärker behaart. Frucht dunkler; beide 
gemahnen an L. Muackii: L. deflexicälyx, Westchina, bis 1 .5 //;. buschig, elegant über- 
neigend, junge Triebe purpurn. Blätter lanzettlich, beiderseits behaart. Blüten fast goldgelb, 
.luni. Frucht orangerot; L. Korolkovii, Turkcstan. bis ^ m. locker ausgebreitet. Blätter 
hläulichgrün. behaart, Blüten rosa. A\ai bis .luni. Frucht rot. reichblühend; besonders var. 
floribünda, Blätter breiter, (iruud rundlicher; L. Maackii, Ostasien, bis 5 ni. wie Abb. 




/\bb. 295. I.oiiweni üirti/i/n ;iii Malier. 



294, Triebe behaart. Blätter tiefgrün, eiianzettiicii, Blüten grol.!, weil.!, dann gelb. wdIiI- 
riechend, .Inni. Beeren tief rot; schön zur Blütezeit besonders var. cr/ibesccns. zur Fruchtzeit 
aber var. podocärpa prächtiger, Blätter und Beeren glänzender: L. Morrowü, .lapan, 
bis 2 rii. Blattunterseiten weich behaart, Blüten gelblichweil.). Mai bis .luni. Früchte blutrot, 
schöne Art; L. muendeniensis, Bastard L. bella X Riiprechtiana, Blätter unterseits be- 
haart, Blüten gelblichweilj. Früchte rotpurpurn, schöne Kulturform; L. notha, Bastard /,. 
tatarica X Riiprechtiana, geht oft als diese, kahler als letzter Bastard, hübsch besonders 
var. grandiflora; L. Ruprechtiäna, Mandschurei, aufrecht-überneigend. bis 3 in. I51att- 
unterseiten behaart, Blüten erst weil.!, dann gelblich, Mai bis .luni, Frucht korallenrot; von 
dieser Art viele Hybriden mit L. tatarica, altbekannte, formenreiche, russisch-asiatische 
.Art. bis 3 ///, frühaustreibend. Blüten rosa bis weiß. Mai bis Juni. Frucht rot, sehr guter 
üriippenstrauch. wir nennen von Formen nur f. alba und f. ffrandiflora, beide weil.'), f. ria/ia. 
niedrig, in allen Teilen kleiner, f. piinicea (f. spcciosa. \. piilchcrriina). Blüten grol.i. dunkel- 
rot, f. elegans (f. virginalis), Blüten fleischfarben mit rosa gestreift, grol.). für Gärten und 
Parks, f. sihirica (f. rubriflora, f. rubra, f. purpiirea), Blätter grol.!, Blüten lebhaft rot; L. 
xylösteum, Europa bis Altai, bis 3 m, ausgebreitet, Blüten weißlich oder gelblich, Mai bis 
.luni. Beeren dunkelrot, August-September, formenreich, vorzüglicher Schattenstrauch. 

11. Schlingende Arten. 

A. Blüten in achselständigen l^aaren. Blätter stets getrennt (Gruppe Nintooaw L. alseu^ 
osmoides, Mittelchina, guter Schlinger, Triebe kahl, Blätter schmal lanzettlich, nur gc- 
wimpert, in warmen Lagen immergrün, Blüten innen purpurn, außen gelb, 1,2 cm lang, .luli- 
Hcrbst. Frucht purpurn, bereift, wohl empfindlicher als folgende; L.Giräldii (Abb. 29,S). 
Westchina, abstehend rostgelblich behaart, Blätter breitlanzettlich, weichfilzig, Blütenpaare 
kopfig gehäuft, gelbhaarig, hellpurpurn,, luni, Frucht tiefblau bereift, auffallende Art; L.lien^ 
ryi, Westchina, schwach schlingend, Blätter Wintergrün, bronziertgrün, Blüten gelbrot. 2 cm 



laiiij;. Juni bis .liili, Frucht suhwaiz purpurn, gleich \-origer wertvoll für geschützte Lagen; 
L. j'aponica, Japan. China, schlingend oder niederliegend. Blätter halbimnicrgrün. rund- 
oval oder länglich. Blutenstände 
durch breite, laubartige Deckblat- 
ter ausgezeichnet, Blüten weil.l. 
später gelb. auLien oft purpurn, bis 
5 an lang, duftend. Juni bis Herbst, 
zu var. flexuösa (L.fk'xuösa) mit 
rotpurpurnen Trieben und kahlen 
Blättern gehört f. aiireo-reticulata 
(L. bracliypodu rericiiluta, L. reticii- 
lata aiirea), Blätter klein, gelb ge- 
ädert, sehr hübsch, aber nicht ganz 
hart ; ferner die üppigere, an jungen 
Teilen mehr behaarte var. Hallh 
äna [L. flexuösa Halliana. /,. Hul- 
lia/ia, Caprifoliiim Hullianiiiin. Blii- 
ten nie gerötet aul.ien; L. similis 
var. Delavay'KL. DcUn'uyi). W'est- 
china, v,'\e Jc/ponica. Triebe kahl. 
Blätter eilanzettlich.unterseits grau- 
filzig, Blüten erst weiH, dann gelb, 
hat sich als recht hart bewährt. 

B. Blüten in sitzenden, meist 
() blutigen Quirlen, an den Zweig- 
enden Ähren oder Köpfe bildend, 
die unter den Quirlen befindlichen 
Blattpaare meist verwachsen (Grup- 
pe Periclvnicniini oder Caprifoliiim. 
Geißblatt) : t.ßröwn// (/.. s«H- 
pervirensxar. Brownii. L.etnisca var. 
Browiüi). soll L. Iiirsiita X L. sciii- 
pcrvircns sein, sehr wertvoll die 
Formen: var. plantierensis (/.. 
plantierc'nsis). Blüten groß, aulkn 
rot mit orange Lappen und Schlund, 
die empfindlichere senipervirens er- 
setzend, blüht ab Juni, sowie var. 
fuchsioides, leuchtend hell kar- 
min bis granatrot, ähnlich der senipervirens var. minor, die aber nicht hart ist. und var. 
punicea (/.. sempervirens var. piinieea), weniger üppig, orangerot; L. Caprifolium 
(.Abb. J'Ki), bekannte europäisch-asiatische Art. oberstes Blattpaar verwachsen. Blüten weil.) 
oder gelblichweil). var. praecox und var. pallidu, oder rot var. paueiflora (var. rubra, L. 
Magnev/lleae Hort, zum Teil), häufiger ist meist unter diesem Namen die Hybride L.amerh 
cana (A. Caprifoliiim 'Xetrasca). in vielen Formen wie var. arrosauffuineaiL.afrosangi/inea). 
Blüten aul.ien tief purpurn; L. etrüsca, Mediterrangebiet, in Kultur wohl nur xnr.pubeS' 
cens i/.. gigantea). üppig. Blätter beiderseits weich behaart, Blüten gelb, duftend. Mai bis 
.luni. nicht ganz hart; L. Heckröttii, \-ielleicht aniericana X sempervirens. sehr üppig, 
kahl, Blätter elliptisch, fast sitzend, unterseits blaugrün, das oberste Paar am Grunde ver- 
bunden, Blüten erst rosakarmin aul.ien, dann heller, innen gelb, von Juni bis September, 
schöner Blüher!; L. hirsüta (/.. pubeseens) . 0. -Nordamerika, üppig, Blätter behaart. 
Blüten 2,,S cm lang, orangegelb, aul.ien behaart, duftlos, Juni, Frucht gelbrot. hart und 
schön (Abb. 2Q7); L. implexa, mediterran, immergrün. Blüten gelblichweiß mit F^ot. bis 
4,5 cm, Mai bis .luni, nur für warme Lagen I; L. Periclytnenum, Europa, Nordafrika, 
üppig, alle Blätter getrennt, sattgrün, unten blaugrau, Blüten 4 bis ,5 cm, weiß, gelb mit 
rot, Juni bis -August, viele Formen, vor allem var. serötina (Z.. semperjlorens Hort.), spät 
und reich blühend, Blüten außen dunkelpurpurn, interessant ist f. quercina (f. quercijolia). 





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Lonieer 



l'ilätter buchtig gc7.ühu{. bekannte Art; L. prolifera [L. Siillirunni). C). -Nordamerika, oft 
buscliig. Blätter sattgriin. oft bereift oben. I-iliiten duftios. hellgelb, bis 3 cm. .luni bis .luli. 

Beeren rotgelb. September bis Ok- 
tober, schöne Art; L. semper^ 
virens, 0.- Nordamerika, Blätter 
tiefgri'm. unterseits bläulichweil.'), 
Blüten gelb bis scharlachrot, etwa 
5 cm. Mai bis August, besonders 
var. minor, halbimmergrün. Blüten 
zirka 4(7//. empfindlich, siehe dafür 
1-ormen der Brownii; L. trago- 
phylla (Abb. 2')8), Westchina, üp- 
pig, kahl. Blätter oberseits sattgrün, 
unterseits vveil.llich, oberstes Paar 
verbunden. Blüten lebhaft gelb, 7 
bis S (■//; lang, .luni. Beeren rot. 
wertvolle harte Art. 

Loosbaum siehe Clerodfiidron. 

Loränthus europaeus, Eichen- 
mistel, kommt als parasitisch lebende 
Pflanze für uns nicht in Betracht. Sie 
hewohnt besonders Oiicrciis Ceiris, la- 
luiginosa und Caslanea saliva. 

Lorbeer siehe Laiinis. — Lorbeer» 
eiche sieiie (Juciviis liiiirifolia. — Lor= 
beerkirsche siehe l'nuuis Laiiroccni- 
siis. — Lorbeerrose siehe Kalinia. 

Loropetalum chinense {tianuinu'- 
lis liiiiii'risis). Riemenblume — Ha m a- 
tn e 1 i d a c e e n. — Inunerirrüner, reich- 
\crzwei,i)ter Strauch aus Zeiitralchina 
und dem Himalaya, Blätter abwech- 
selnd, einfach, büschelig behaart, ober- 
seits sattgrün, unterseits grauweiß, Blü- 
ten gelbhchweiß, Hamuiiielis-aT\\g in an 
l\\ir/triehen scitenständigen Köpfchen, 
111 .War/ bis April; bei uns in Freiland- 
isiiltiir noch wenig erprobt, heikel, aber 
MI wärmsten Lagen versuchswert, in 
I iinf hart; Kultur usw, etwa wie Fo- 
'!rriri//a. 

Lotospflaume siehe Diospyros Lo- 
tus. — Lotus Dorycnium siehe üory- 




Abb. 297. Loniccra liirsuta. 



Luetkea [Eriof^yniu. Spintt'ci) pec- 
tinäta, Traubenspire — Rosaceen. 
— litwas rasiger Zwergstrauch, von 
Tracht etwa wie Saxifragu caespitosu. 
aus den nordwestamerikanischen üe- 
birgen, der Putropliylum sehr nahe steht; Kultur etwas schattig in moorig-sandiger Hrde; Vermeh- 
rung durch Teilung und Stecklinge; für erfahrene Pfleger; war in Petersburg hart; Näheres siehe in 
C. Schneider. III. Mandb. d. Laubholzk. 1. S. 485. 

Lupinus arböreus, Baumlupine — Leguminosen. — Bei uns meist nur am Grunde verholzen- 
der, buschiger Halbstrauch, in Kalifornien bis 3 ni, Blätter fingerförmig, 7 — 1 1 zählig, sommergrün, ab- 
wechselnd ; Blüten in bis 2b cm langen endständigen Trauben, schwefelgelb oder blau, Frucht behaarte 
Hülse; Kultur in geschützten warmen Lagen an sonnigen Plätzen' in gut durchlässigem Boden; 
Vermehrung durch Samen und Teilung; Verwendung In milderen Gegenden wegen der großen 
schönen Blüten, Schutz gegen Winternässe. 

Luzuriäga radicans — Liliaceen. — Niedriger, halbstrauchiger Strauch aus dem südlichen 
Südamerika mit knotigen Stengeln, 2zeiligen, grünen Blättern und nickenden weißen Blüten, der für uns 
nur ganz im Süden im Freien versuchswert ist. Siehe C. Schneider, III. Handbuch, d. Laubholzk. 11.. 
S. 8f)'7. 

Lycium, Bocksdorn — Solanaceen. — Giftige, meist riitig-überhängend verzweigte 
und gewühnlicli dornige, sommergrüne Sträucher, Blätter abwechselnd oder gebüschelt. 



25 7 



einfach, Blüten zu 1 bis 4 aclisciständiK. r()iiri}j;-gii)ckis. i-ruclit saftige i'-cere; Kultur in 
sterilen trockenen sonnigen Lagen; auch für .Wauern und Spaliere; Schnitt nur wenn nötig 
gegen das I-rühjahr; Vermehrung 
durchWurzeibrut.Samen. reife Steck- 
linge und Ableger; Verwendun g 
siehe bei den Arten, werden leicht 
durch Ausläufer lästig. 

L.c/i/nense,. Mandschurei. Nord- 
china, steht dem lialimifoliiiin sehr 
nahe, ist aber noch üppiger und 
schöner, besonders zur Fruchtzeit, 
Blätter rhombisch-eilanzettlich. leb- 
haft grün. Frucht länglich-eiförmig. 
Scharlach oder orangerot. August 
bis September, bei var. ovätum 
(var. macroccirpum, var. mcgistocar- 
piini, L. ovatuin, L. rhombijolium), 
Blätter bis 1 o cw. rhombisch-oboval. 
F'ruchtdickstumpf eiförmig, größer; 
L. europaeum iL. nwditerrdncuni, 
L. saliciföliiiin]. Mediterrangebiet, 
viel mit folgendem verwechselt, aber 
die Blüten kleiner, zylindrisch mit 
kurzen Lappen und kahlen Staub- 
fäden, nur im Süden des Gebietes 
wie halimifoUnm verwendbar; L. 
halimiföliam (L. vulgäre, L. 
fUkcidnm), jetzt bei uns allgemein 
an Wegrändern, Hecken usw. ver- 
breitete Art aus dem Mediterrange- 
biet, bis 3 m hoch, Blätter schmal 
lanzettlich, F:51üten lilapurpurn. Staub- 
blätter am Grunde behaart, Röhre so 
lang wie Lappen, f^rüchte scharlach- 
rot, eiförmig oder fast kugelig wie 
\'ar. subglobösiim (L. siibglobosum). 
den ganzen Sommer bis Spätherbst, 
zur Bepflanzung steriler Hänge, für 
wilde Hecken, auch an Mauerwerk 
und Bogengänge brauchbar, doch 
besser durch das eher härtere clii- 
nense zu ersetzen; L. pallidum, 
Neu-Me.xiko bis Utah, bis 1,.5 m, 
Tracht wie Abb. 2')9. Belaubung 
blaugrün, schmaloboval. stumpf, 

etwas dicklich, Blüten weißgelbgrün mit rosa, wie Abb. .5(10, Lappen viel kürzer als Röhre, 
.luni. Frucht glänzend scharlachrot, .luli - August, als eigenartiger Zierstrauch in leichtem, 
kalkhaltigem Sandboden in warmen, sonnigen, trockenen Lagen sehr kulturwert, in rauheren 
Gegenden leidet er durch Nässe; dies gilt auch für I.. nitln'nicum, Südruüland, Westasien, 
sparriger. dorniger, breiter Strauch, Blätter lineal, dicklich, graugrün, Blüten karminviolett, 
langröhrig, etwa 1 cm. iWai-.luni. I-rüchte kugelig, schwarz. 

Lyönia siuhe Andivmeda und Channicdaphne. — Lyönia arborea siehe Oxydendrnm. 

Maackia (C/m/rdsiis) amurensis — Leguminosen. An Ckidrast.'s hitca in der 
Tracht gemahnender, bis l.=> ni hoher, ostasiatischcr Baum. Mandschurei. .lapan. Blätter 
sommergrün, gefiedert. Blütenstände aufrecht, steif, rispig-traubig, bis 1. 5 rw. Blüten grünlich- 
weiß, .luni bis Juli (August): Kultur usw. wie Cladnistis. oft auf diese veredelt; etwas 




iphvlhi. 



Ige Pfla 



Maackia — Magiiölia 




Abb. 299. Lycium pallidum, bleicher Bocksdor 

iPhot. .\. Purpusl 



früher bliilit var. Buergeri (Clad. ainiir. var. Ihicrgcri. Clad. atniir. var. Jloribiinda. Bucr- 
ireriü floribunda) (.•\bb..U)l i. kleiner. Blutenstände dicliter. Blättchen mehr behaart, hübscher, 

noch seltener Baum. 

Macartney-Rose siehe Rosa bruc- 
tcala. 

Macludränia hybrida ist eine Hy- 
bride zwischen Macliira pomifera und 
Cudrarna triciispidula. 

Maclüra pomifera (löxylon |7b.v)'- 
lon\ pomifcnuii. Macliira aurantiaca), 
Osagedorn— Muraccin — Ostnord- 
amerikanischci Strauch nder kleiner 
Baum. Zweijie i.;rün. uRist d.nnig, Blät- 
ter sonimergriin, abwcclisclnd, glän- 
zend grün, eiförmig bis länglich lan/ett- 
lich, Blüten zweihäusig, unsclieinhar in 
kugeligen Blütenständen , die weih- 
lichen zur Fruchtzeit eine große, gelb- 
grüne, orangenartige, ungenießbare 
Scheinfrucht bildend, bei uns im Herbst 
nur in warmen Lagen (Wien! reifend; 
Kultur in jedem guten, sehr nahrhaf- 
ten Gartenboden in geschützter, war- 
mer, halbschattiger Lage; Vermeh- 
rung durch (selbst ein Jahr alte) Sa- 
men, reife Stecklinge unter Glas (lau- 
warm i. Ableger und Wurzelschnittlinge; 
Verwendung nur in südlicheren 

Gegenden, aber auch als treffliche Heckenpflanze infolge der Dorntriebe. 
Maclüra tricuspidata siehe Ciidrania. 
Maddenia hypoxäntha : interessante mit der Pjf/«.s-Gruppe von Prunus verwandte R o s a c e e aus 

Westchina, dort kleiner Baum, Triebe spärlich behaart, Blätter häutig, spitz länglich-lanzettlich, scharf 

doppelt gesägt, oberseits kahl, unterseits gelhgrün, an den 12— 20 Nervenpaaren behaart, Blüten in 

gestielten, dichten kurzen Trauben, ohne Fetalen, meist lOSepalen, 25 bis 40 Staubblätter. l;nde April 

bis JV\ai, Frucht kleine, fast kugelige 

schwarze Kirsche im Juli; Kultur 

usw. wie Prunus \Pudus), hat sich im 

Arnold Arboret hart gezeigt, aber ohne 

besonderen Zierwert. 

Magnölia*'), Magnolie — 

M a g n o li a c e e n. — Allbekannte, 
schön blühende und belaubte Sträu- 
cher und Bäume. Blätter sommer- 
oder auch immergrün, einfach, ab- 
wechselnd, Blüten einzeln, endstän- 
dig, meist grol.), duftend. Frucht 
einen zapfenartigen Pruchtstand bil- 
dend, Samen rot oder braunrot ; K u 1- 
t u r in jedem tiefgründigen, frischen. 
nahrhaftenGartenboden in geschütz- 
ter, warmer, sonniger Lage, in rau- 
heren Lagen Winterschutz durch 
Einbinden und Bodendecke; auch 
Schutz gegen Mäuse ratsam; Schnitt 
nicht nötig; Vermehrung durch 
Samen (Herbst oder stratifizieren), 
Ableger (im Sommer), schwach- 
wüchsige Arten durch Stecklinge 
(unter Olas in gut gewaschenem 
Sand). Veredlung der Spielarten 
auf typische Stammformen (unter Glas), zumeist aciiminata: Verwendung als wunder- 
volle Blütensträucher und auch Parkgehölze, man vergleiche das bei den Arten Gesagte. 




Abb. .300. Blüte 



Lycium pallidum. 



Magnölia 



ALPHABl-niSClIH l 
(Die 
acuminata I Abb. 30/31) . .261 

— cordata 2b! 

auriciilata 201 

conspicua 200 

— purpurascens 260 

Delavayi 261 

denudata (Abb. 3041 . . . 2()0 

— C. Sehn 259 

— purpurascens . . . 260 

foetida 261 

Fraseri 261 

glauca 261 

— major 201 

— Thompson iana . .261 
grandiflora . .261 

— e.xoniensis 261 



ISTI-: DKR 1-:RWAHNTI;N I.ATl'iINlSCliliN NAMI-N. 
Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 

Halleana 260 

hypoleuca 260 

Kobus 259 

— borealis 260 

Lenneana 259 

liliflora 259 

— nigra 259 

macrophylla (Abb. 305) . .261 
übüvata Thbg 260 

— Wilid 2.-9 

parviflora lAbh. 306) ... 261 

— Wilsonii 261 

precia 2o0 

purpurea 259 

salicifdlia . 260 



Soulangeana (Abb. 302| . 


. 259 


— alexandrina 


. 259 


— Brozzonii 


. 259 


— Lennei (Abb. 303) . , 


. 259 






— Norbertiana . 


. 259 




259 


— triumphans . 


. 259 


stellata ... 


. 260 


— rosea 


. 261 


Thompsoniana 


261 


Thurberi . 


259 


tripetala 


261 


Umbrella ... 


. 261 


Watsiinii . , . 


261 


Wilsonii . . 


261 


Yulan 


. 200 



A. Blüten 



erscheinend (ostasiatische Arten i 
als innere: M. liliflora iJ\i.obo= 
väta Willd., .\f. purpurea, M. denu- 
data C. Sehn.). China, seit langem 
in Kultur, Strauch bis 4 m, Blätter 
spitz oboval. bis 20:12 cm. unter- 
seits jung behaart. Blüten in Knos- 
pen außen schwarzpurpurn, dann 
pokalförmig. reinpurpurn, innen 
weil.'ilich. fast duftlos, nicht vor 
Mitte Mai, sehr dunkel bei var. ni- 
gra (Af. Soulangeana var. nigra). 
auch innen rosa, schön, aber durch 
ihre Bastarde mit denudata ver- 
drängt, diese sind wohl die schön- 
sten Kulturformen, vereinigt unter 
dem Namen M. Soulangeana 
(Abb. 302), sehr verbreitet. Blüten 
weiß, außen mehr minder purpurn 
überlaufen, duftend, wird baumartig, 
Hauptformen var. Lennei (AI. I.en- 
nedna). (Abb. 303), niedriger. Blüten 
stärker karminrot, var. alexandri- 
na. Wuchs üppiger, Blüten ähnlich 
voriger, blüht früh, dagegen blüht 
var. Norbertiana, weiß mit liell- 
purpurkarmin, am spätesten von 
dieser Gruppe, zu der auch var. 
Brozzonii, weiß, außen mit violet- 
tem Grunde, var. speciösa, weiß, 
außen purpurn gestreift, und var. 
triumphans, weiß, außen am 
Grunde rosa, als gute harte Sorten 
zählen; M. Kobus (M. Thurberi). 
.lapan, breit pyramidaler Baum. Blät- 
ter länglich, oboval, über Mitte am 
breitesten, Blüten weißgelblich, breit 
offen, klein, schwachduftend, April- 



rühjahr vor (oder bei liliflora und hypoleuca mit) den Blättern 



Äußere Kronenblätter der Blüte kelchartig, viel kürzer 




:{iO 




.Wai. am liartL-slen var. boreälis; 
M. salicifölia, Japan . in Heimat 
ein Baum, bei uns säulenförmiger 
Strauch, Blätter spitz cilanzettlich, 
dünn. Blüten kurz nach stcllata, 
klein, tulpenähnlich, alabasterweili. 
duftend, hart. — bi Alle Blumen- 
kronblättcr mehr gleichartig: M. 
denudäta i.Vf. pn'cia, M. conspi- 
rua, M. Yulan), \ u lau- A\ a g n o - 
lie. iWittelchina. Baum, jung wie 
.Abb. 304. Blätter oboval. bis lö cm. 
Blüten weil,') mit ') Fetalen. April bis 
A\ai. bei var. purpurdscens (AI. con- 
spiciia var. purpurasccns) . aulJen 
rosenrot, innen rosa; M hypoleu- 
ca /'TU. oöovära Thbg.). Ho -Ma- 
gnolie. .lapan-China. hoher Baum. 
I^lätter grol.i, schön, unterseits bläu- 
^veil.i. behaart. Blüten rahmweiß. 
mit Blattaustrieb, Juni bis Juli, duf- 
tend, ähnelt mehr tripc'tahi , aber 
Staubfäden purpurn!. Fruchtkolben 
mit schönen roten Früchten, harte, 

sehr schöne Art als Parkbaum, liebt frischen, guten Boden; /Vf. stetläta (.11. Hallecina). 

Japan, Strauch, bis 3 bis 4 m. meist kaum 1 m, Blätter eilänglich. bis ') cm. Blüten klein. 

mit q bis 18 schmalen Fetalen, zuletzt sternartig offen, duftend, sehr reich und früh (März 



.^02. Muiiiiolia Soulungeana, i 



(Ori;;. 




Ahh ^u^. Miwriolia 



'eana var. Lennei, 3 m (im Hort. V6p, Ungarn. Orig.) 



Magnölia — Mahobferberis 



bis Aprili wciü oder rosa (var. rosea\ blühend, prächtig, sonnig pflanzen, aber in rauheren 
Lagen Sciuitz gegen Spätfrost. 

B. Blüten im Sommer, lange nach Blatta nsbruch. M.acuminata,i'n\ rken- 
magnolie. östl. Verein. Staaten, 
bis über 20/« hoher, anfangs pyra- 
midalwüchsiger, harter, schöner 
Baum (Abb. ,U)), Blätter spitzoval, 
bis 25 cm, Grund oft herzförmig 
(var. cordata), Blüten (Abb. .?!), 
grünlichweiß, geruchlos, .luni bis 
.Ulli, guter Parkbaum. Herbstfärbung 
gelb mit bräunlich; M. Fräseri 
{M. aiiriculüta\, südöstl. und mittl. 
Verein. Staaten, hoher Baum, ähn- 
lich macropliylla, aber kahl, Blatt- 
grund geöhrt- herzförmig, Blätter 
nur bis 30 r///, Blüten bis 1 5 cm breit, 
weiß, süß duftend, anfangs Juni, frü- 
heste der Amerikaner; M.glauca, 
strauchiger Baum, Blätter schön, 
mittelgroß, unterseits bläulich weiß 
Blüten klein, rahmweiß, duftend. 
Sommer, für warme, feuchte Lagen 
in AVoorboden sehr gut; eine Hy- 
bride nnt tripctala ist M. Thomp^ 
soniäna \M. glaiica var. major, 
.M.glauca var. Thompsoniana): M. 
macrophylla (Abb. ,505), Knos- 
pen und Triebe filzig, Blätter sehr 
groß, bis 70 cm lang, Grund herz- 
förmig, unterseits graublau, Blüten 
rahmweiß, bis 25 r/« breit, duftend, 
.luni bis Juli, schön belaubter Baum 
für warme, eher trockenere Lagen; 
M. parviflöra, Japan, Strauch 

oder kleiner Baum, wie Abb. .?0(), Triebe behaart, Blätter verstreut, länglich oboval, bis 
15 cm. oberseits satt grün, unterseits blaugrau, behaart, Blüten weiß, duftend, Staubfäden 
rot, schöne Art; M. tripetala (.U. Umhn'Ila). Schirm-iMagnolie. sparriger Baum, bis 
gegen 1 5 ///, Blätter aus keiligem Grunde länglich-oboval. sehr groß, bis 50 cm. Blüten weiß- 
lich, unangenehm duftend, Fruchtstände rosenrot, hübsch, harte, gute .Art für den Park; 
M. Watsonii, Japan, parviflöra und der folgenden sehr ähnlich. Blätter derb, mit lo bis 
15 Nervenpaaren. Blüten bis 15 cm breit. Juni, sehr schön; M. Wilsonii (.11. purvijlora 
var. Wilsonii), Alittelchina, Zweige und Blattunterseiten dicht seidig filzig; alle diese klein- 
blättrigen Asiaten sehr versuchswert!; zuletzt sei noch M.grandiflöra f.M. foi'tidaj. süd- 
östl. Vereinigte Staaten, erwähnt, die einen der schönsten immergrünen Bäume der Riviera 
bildet, in warmen Lagen im Schutz versuchswert. Triebe und Blattunterseiten rostig behaart. 
Blüten groß, rahmweiß, duftend, Juli bis August, bei var. cwnicnsis ab Mai, prächtig in 
mildem Klima, hat sich in Frankfurt a. M., Heidelberg und Baden-Baden gehalten; ebenso 
hart dürfte M. Delaväyi aus Westchina sein, die fast kahl ist. 

Magnölia compressa imd fuscata siehe Mictielia. 

Mahoberberis [lU'rberis) Neubertii ist ein interessanter Bastard zwischen Berbens 
vulgaris und Malwnia Aqiiifolium, der in zwei l-ormen auftritt. Die eine, var. ilicifölia 
(ßerberis ilicifölia Hort.l steht .Walwnia in den lederigen glänzenden stacheligen aber 
einfachen lilättern und dem dichten gedrungenen Wüchse näher und ist die viel wert- 
vollere; Kultur usw. wie Walwnia .\quifolium. Blüht nie. aber ausgezeichnete harte 
Immergrüne. 




Abb. 304. Mai^nolia demnluta, Yiilan-Magnolie, 4 m. 




oph\llu !Jr(ilibl.ittrit;c Majjnolie 



Mahönia*'^) (oft als ß^/-/bms gehend i. Mahonie — Berberidace en. — Bekannte 
immergrüne dornlose Sträucher mit gefiederten Blättern, gelben Blütenrispen und meist bläu- 
lichen Früchten; Kultur in fast jedem Oartenboden. zieht frischen, etwas humosen Boden 
vor und mehr schattige Lage, gegen kalte Winde geschützt; Schnitt unnötig; Vermehrung 
durch Samen (gleich nach Reife) und Teilung bei h'ormen mit Ausläufern, seltenere I-ormen 
durch Veredlung ü\\\ Aquifolium; X'erwendung der Aquifoliuni und Formen als unver- 
wüstliche Sträucher als L'nterhoiz. Einfassungen, im Garten wie im Park, in sonnigen Lagen 
nicht so üppig, aber Blätter im Winter schön rotbronzefarben. als Kranzlaub geschätzt, sonst 
siehe Arten. 

ALPHABiniSCHB LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



acanihifolia 2ö4 

AqiiifoliuMi (Abb. ,307) ... 263 

— jiiglandifolia 20.3 

Bealei 263 

— planifolia 263 

borealis 264 

brevipes . 263 

fascicularis ...... 263 

Fortunei (Abb. 3C8i .... 262 

Frcniontli 264 



ghimacca 264 

haematocarpa 264 

heterophylla 263 

japonica 263 

— Bealei 263 

latifolla 263 

— inermis 263 

macrocarpa 263 

napaiilensis 264 

nepalensis 264 



nervosa 264 



pinnata . , 


. 263 


-Wagneri 


263 






repens 


. . 263 


— macrocarpa . . 


2(.3 


— rotiindifolia 


. . 263 


rotundifolia Hervevi . 


. 263 


toluacensis 


. . 263 


trifoliolata 


. 264 


Wasjneri 


. . 263 



k. (B. siehe S. 2o4i Blütenstände über lO-blütig. n eist dicht ährig-traubig. — 1. Seitliche 
Blättchen gegen Grund allmählich keilig verschmälert, ziemlich gleichseitig, lanzettlich oder 
sd\nYM'M\zciW\d\:M.\Berbcris) Fortunei. .Wittclchina. bis I ///. Blätter 7 bis') (bis l,3)zählig. 
unterstes Blättchenpaar kaum kleiner, vom Grund entfernt, seitliche Blättchen kurz geschweift 



sägezähnig. liiidblättclien sitzend, nur für milde Gegenden, dort im Spätherbst biiiiiend ; harter 
die vvalirscheinhche Hybride mit AquIJ'oliuin: M. heterophylla i.ll. loliiaccnsis Hort.i. 
Blättchen 5 bis 7. breiter lanzettlicii. 
deutlicher dornzähnig, glänzender. 
— U. Seitliche Blättchen am Grunde 
abgestutzt, gerundet bis herzförmig, 
meist ungleichseitig. Umrilj mehr ei- 
förmig oder rhombisch, Endblättchen 
gestielt, meist größer.— a. Blättchen 
lederig. aber doch Nervatur beson- 
ders unterseits deutlich vortretend. 
Tragblätter der Blütenstände klein, 
schuppenförniig: M. Aquifölium 
{Berberis Aqiiifoliiiin Pursh, Odoslc'- 
mon niitkdnus). Britisch Colunibien 
bis Oregon, Tracht wie khh. 307, 
bis 1.2 m. Blättchen 5 bis '». unter- 
stes Paar 2 bis 3 cm vom Blattstiel- 
grund, länglich eiförmig, glänzend 
dunkelgrün. imWinter bronzefarben. 
gleichmäßig nicht buchtig dornzäh- 
nig. Blütenstände aufrecht, April. 
Beeren stark bereift; allbekannte 
wertvolle Art, viele Formen und 
auch Bastarde mit pinnata und re- 
pens, von Formen sei außer den 
nicht zu empfehlenden bunten ge- 
nannt die vielleicht ebenfalls hybride 
xzix.iuglandifölia, bis 2 m. Blatt- 
rippen leuchtend rot. Blättchen meist 
7. aus oft herzförmigem Grunde oval 
oder rundoval, kleiner und dicker, 
unterste dicht am Blattstielgrund; 
und von Hybriden mit pinnata die 
M.Wägneri (.\/. pinnata var. W'agnen). bis 2.5 m. Blättchen 7 bis]l 1 , leicht glänzend, unten 
hellgrün, jederseits 4 bis 5 Zähne; sehr gute Kulturform; ferner mit repens die yW. macro- 
cärpa iM. repens var. macrocarpa), Blätter nicht so glanzlos wie bei repens. Frucht dicker; 
M. pinnata (M. oder Berberis fascicularis). Kalifornien bis iWexiko, bei uns kaum bis 1 ,5 m, 
in milden Gegenden bis 4 m. Blättchen 7 bis 1.^. das unterste Paar dem Stielgrund stark ge- 
nähert, oberseits mäßig glänzend, mehr graugrün, eilanzettlich, buclitig gezähnt, gute Art, 
aber nicht so hart; M. repens [Berberis repens, Berb. nana, üdostenion Aqiii/o/iuin). Britisch 
Columbien bis Kalifornien, mit unterirdischen Ausläufern, niedrig, steif, kaum bis 30 cm. 
Blättchen 3 bis 7. rund oder breit-oval, stumpf bleich- oder blaugraugrün, gleichmäßig fein- 
zähnig. wertvolle Art. hierher var. rotundifölia (,\I. rotiindifolia Herveyi. \\. latifolia und 
AI. latifolia inermis der Gärten). Blättchen 3 bis .s, meist rundlich und fast ganzrandig. gilt 
als Hybride mit Aquifölium. was kaum zutrifft; an repens schließen sich an die niedrigen 
kulturwerten A/. (Berberis) brevipes, Alberta, in allen Teilen kleiner, und M. [Berberis) 
pümila, Kalifornien, ohne Ausläufer, zu erproben. 

b. Blättchen meist sehr steif lederig. Nervatur unterseits nicht vortretend, Tragblätter der 
Blütenstände groß, spelzenartig, langzugespitzt; M. Bealei [Berberis Bealei und var. p/ani- 
folia, Berberis und M. Japonica vieler .Tutoren und Hort.. M. japonica var. Bealei) Mittel- 
china, aufrechter steifer dickästiger Strauch bis über 4 /«, Blätter an den Zweigenden. 
Blättchen meist Obis 13. unterstes Paar dem Blattgrund stark genähert, viel kleiner, mittlere 
5 bis ') : 2. 5 bis 4 cm. an der äußeren Seite mit 3 bis (). an der inneren mit 2 bis 4 starken buch- 
tigen Zähnen, Blütenstiele d bis 7. ihre Brakteen 2 bis 4 mm. Ovula 3 bis 4. Früchte ohne Griffel, 
prächtige Art für warme geschützte Lagen, Schutz gegen Wintersonne. Blüten erfrieren meist; 
die echte /W./apön/ca ist nicht in Kultur, nicht wild bekannt, sie hat mehr lanzettliche oder 




Abb. ,?()6. .Wagiioliü parviflo 




Aquifoliuin, j;;L-m(.Mne .Wal 



eilängliche Blätter, bis ') : 3,5 cm. recht lockere Blütenstände mit bis 1 mm langen Pilüten- 
stielen und 5 bis 8 mm langen Brakteen, und 4 bis 6 Ovula ; M. boreälis [M. nepalenxis Hort, 
zum Teill. Nordwesthimalaya. Blättchen meist 1 3 bis 2 1 , lanzettlich bis spitz oval, am Außen- 
rande mit 5 bis 10, innen mit 5 bisO mittelgroßen Zähnen. Textur ziemlich dünnlederig, satt 
glänzend grün. Ovula 3 bis .5. nicht so hart wie Bealei: als ncpalcnsis vielleicht in Kultur 
M. acanthifölia, Kumaon bis Sikkim. Blättchen bis 2.i. länglich eiförmig, mittlere bis 
ö.,s : 3..S cm. außen mit 2 bis 5. innen mit 3 bis Zähnen. Textur derber, die echte M. napau= 
lensis l Berberis miccia) aus Nepal ist n i c h t in Kultur, die L'nterschiede gegen vorige liegen 
\orwiegend in den Blüten ; M. ( Berberis) nervosa i,M.f;/iimacea\. westl. Nordamerika, kleiner 
Strauch, kaum über 25 cm. Blättchen '»bis 1 7. unterstes Paar vom Stielgrund 3 bis \ocm ent- 
fernt, schiefeiförmig, jederseits mit 7 bis 14 derben Zähnen, bleichgrün, liebt Heideboden, 
schön, aber noch wenig erprobt. 

B. Blütenstände 3 bis 7 blutig, Blätter 3 bis 7 zählig, meist blaugrün. Blättchen starr lederig, 
buchtig gezähnt: M. (Berberis) Fremöntü, südwestl. Verein. Staaten, bis 4 m. Endblättchen 
meist nicht länger als die eiförmigen bis lanzettlichen seitlichen. Frucht schwarzblau, nur für 
sehr warme geschützte Lagen, ebenso die ähnliche M. haematocärpa, bis 2 ra, End- 
blättchen meist länger als die schmallanzettlichen seitlichen, Frucht rot, August: durch nur 
3 zählige Blätter weicht ab M. trifolioläta {Berberis trifolioldta) aus Texas bis Mexiko, 
Früchte blauschwarz, noch heikler. 

Maiglöckchenbaum siehe Halesia. — Malapdenna siehe Litsca. — Malachodendroa sielie 
Stuarlia. 

Mallötus japönicus {Röltleni japonica): sdinmergrüne japanische I: u p li o rb i a c ee , die bei uns 
in Freilandkultur nocli nicht erprobt ist und wolil nur wegen der hübschen CV;/i///)(/-artigen Blätter als 
Blattpflanze im .Süden versuchswert ist. 

Malus*') loft als ['ynis gehend!!, Apfel. Apfelbaum — Rosaceen. — Sommergrüne 
Bäume oder Sträucher, Blätter abwechselnd, einfach, zum Teil gelappt. Blüten ansehnlich, 
scheindoldig oder doldentraubig, weiß, rosa, rot, meist Mai bis .luni. Frucht großer bis sehr 
kleiner Apfel ; K u 1 1 u r in gutem, etwas lehmigem, nicht zu trockenem Gartenboden in offener, 
sonnigwarmer Lage; Schnitt wenn nötig nach Blüte; im Winter nur .Auslichten: Vermeh- 
rung durch N'eredlung auf Malus sylvestris [M. communis) sowie Stecklinge: Verwendung 
der meisten genannten Arten als hervorragende Zierbäume zur Blüte- und oft auch zur Frucht- 
zeit. In Kultur viele Oartensorten, deren Ursprung noch wenig geklärt ist. 



ALPMABinisciii; [.isn-: I)i:r i-.rwahntkn LAimwiscHiiN namhn. 

(t)ie Ziffern bezeiclinen die Seitcnzalilen.) 



acerba 26(> 

angiistifolia 267 

Arnoldiaiia 208 

atrosaiiguiiica 268 

baccata 266 

— Jackii 266 

— mandshurica . . . . 266 

— sibirica 266 

cerasifera Spach 266 

comiminis 266 

coroiiaria (Abb. 31 li . . .267 

— fl. pl 267 

— ioensis 267 

crataegifolia . ... 268 

dasyphylla 266 

domestica 266 

florentina 2()8 

floribunda lAbb. 312i . . .268 

— atrosanguiiiea 268 

— purpurea 266 

— Sclieidecl<eri 268 

fragrans 267 



glabrata .... 


. ... 267 


glaucescens . . . 


. ... 267 


Halliana .... 


. ... 267 


— Parkmanii . . 


. ... 267 


Hartvvigii .... 


. . . . 266 


loensis . ... 


. . . . 267 


— plena .... 


. ... 267 


Kaido 


. ... 265 


kansuensis . . . 


. ... 268 


magdeburgensis . 


. ... 266 


inicrocarpa robusla 


.... 266 


micronialus . . . 


. ... 265 


Niedzwetzkiana . 


. ... 266 


paradisiaca . . . 


. ... 266 


Prattii 


. ... 266 


prunifolia .... 


.... 265 


— rinki 


.... 265 




'65 


— Niedzwetzkiana 1 


Abb.30g|266 


— paradisiaca . . 


.... 266 


— pendula . . . 


.... 266 



pumila praeco.x 26() 

— rinki 265 

purpurea 266 

ringo 265 

robusta 267 

Sargentii (Abb. 3131 . . . .268 

Scheideckeri 268 

sempervirens 267 

Sieboldii (Abb. 314) .... 270 

— arborescens 270 

spectabilis (Abb. 3I0i ... 266 

— Kaido 265 

— Riversii 266 

sylvestris 266 

theifera 267 

Toringo 270 

transitoria . '. 270 

— toringoides 270 

Tschonoskii 267 

yunnanensis 268 

Zunii 270 



.A.Blätter (erwachsener Pflanzen) ungelappt, in Knospe gerollt (fuwo/Hsl. (siehe auch unter B. 
S. 207. am Ende) außer bei einigen Bastarden. — I. Frucht mit bleibendem Kelch (Reihe 
Pumilae): M. micromälus {M. spectabilis var. Kaido. Pyriis spectabilis var. Kaido. Pynis 
Kaido Mouillefert. nicht M. Kaido Dippel), kleiner Baum von pyramidaler Tracht, der aus einer 
Kreuzung von spectabilis mit baccata oder 
floribunda hervorgegangen sein dürfte, von 
spectabilis abweichend durch schmälere, 
mehr keilförmige Blätter, längere Blatt- 
stiele, filzige Blütenstiele und Kelch, der 
oft abfällt, und fast kugelig längliche, am 
Grunde eingedrückte Früchte; Blüten leb- 
haft rosa, .April, Früchte zuletzt lebhaft rot. 
klein, lange bleibend: die/H. A'a/doDipp. 
fPyriis Ringo var. Kaido W'enz.) dürfte 
spectabilis mit Ringo sein, hat breitere, 
unterseits filzige, an üppigen Trieben oft 
fast herzförmige Blätter: M. prunifolia 
(Pyrits prunifolia). Heimat wahrscheinlich 
Sibirien, kleiner Baum, sehr ähnlich bac- 
cata. Triebe erst behaart, Blätter häutig, 
oben stumpfgrün, gesägt, an Nerven unter- 
seits behaart, Blüten weil.!, o bis 10 in 
Dolde. Kelch langspitzig, Achse über- 
ragend, Griffel am Grund behaart, Frucht 
gelblich oder rot. eirundlich 2.5 cm dick, 
hierher \'ar. rinki (M. ringo. Pyriis ringo. 
Malus pumila var. rinki). .Wittelchina. brei- 
ter Baum, kaum über .=>w, steht /«//////(/ sehr 
nahe, aber Blätter schärfer gesägt, unter- 
seits weniger behaart. Blütenstiele länger. 
Früchte kleiner an Spitze nicht eingedrückt . 
gelb, wohlschmeckend, wichtiger Gelee- 
Apfel, September bis Oktober :;M.pum//a 
(Pyrus Malus L. I, .1 o h a n n i s a p f e 1 . Pa- 
radiesapfel, wohl von Südosteuropa, ^bb. 308. MaMnia l-rcnonti,, 1 m. junge Pflanze. 
Sudrubland, Vorderasien bis Westsibirien, ,i'hoi. a. Purpus.) 




dies die wilde Form. \ar. praecox {I\vriis praecox), äliiiiich der sylvestris, aber Blütenachsc 
und Kelch filzig und lilattunlersciten behaart; von ihr stammen die üartenäpfel (.\/. donie- 

stica) zum Teil ab und die 
\'ar. paradisiuea ( M. paradi- 
siaca, AI. dusyphylla) scheint 
eine bei uns wieder verwil- 
derte Form zu sein, für Kul- 
tur noch wichtig var. pen- 
dula „Rlise Rathke". sehr 
scliön blühende Hängeform 
lind wüx.Niedzwetzkiana 
\.\\. oder Pyriis Niedzwetzki- 
ana). wie Abb.^O'i. Zweige. 
Blätter, Blüten und l'rüchte 
stark gerötet. Blüten sehr 
dunkelrot, sparriger Bauni, 
der sehr schön in Blüte. 
Früchte groü, bis (> cm dick ; 
eine kulturwerte Hybride der 
iMedzwetzkyana mit M. atro- 
sunginnea ist M.purpürea 
Rehd. {M. floribunda piirpii- 
rea Barbier): M. Prättii 
iPyriis Prattii). Mittelchina, 
Baum bis lOw. Blätter groll, 
bis 11:7 cm. hellgelblich 
grün, unterseits spärlich be- 
haart, scharf und oft doppelt 
gesägt. Blüten weil.i. Griffel 
kahl. Flüchte rot, aber ge- 
punktet, hart, interessant: 
M. spectäbHis ( P. specla- 
bilis). Heimat unbekannt, ob 
Nordchina ? , rundkroniger 
Baum bis 12 in. wie Abb 
310. Blätter aus breitkeili- 
gem oder rundem Grunde 
breit oval, kurz gespitzt, 
ii'hct. L. üracbuncr, K.irisruhc.i oberseits glänzend grün. 

unterseits zuletzt fast kahl. 
Stiele kaum bis 2.5 cm. l^lüte in Knospe fast korallenrot, dann rosa, zu h bis 8, ab Mitte April. 
1-rucht gelb, am Grunde etwas in den verdickten Stiel zusammengezogen, bis 2.5 rm dick, wert- 
volle harte frühblühende Art. von gefüllten I-ormen besonders var. Pin'rsii; zu erwähnen der 
15astard pumila paradisiaca mit spcctahilis : M. magdeburgensis, rcichblühend : M. sylve- 
stris i /yri/s Malus var . sylvestris . l'ynisot\<:rM.iicerha. I'yrns Malus vax.irlahra. Malus commu- 
nis). Holzapfel. West- und .Witteleurnpa. für uns sonst ohne Bedeutung, von /«/«//«durch oft 
verdornende Kurztriebe, fast oder ganz kahle Kelche. Blütenachsen und Blattunterscitcn abwei- 
chend. — II. Frucht ohne Kelch {R(t\he. Huccatae): M. { Pyrus) baccäta ( M. haccatawM. 
sil)irica\. Ostsibirien, Nordchina, rundkroniger Baum, Zweige zuletzt überneigend, bis 15 w, 
Blätter glänzend olivgrün, oval bis oboval. zuletzt kahl, flach gezähnt. Blüten weil.i. duftend. 
April. Griffel meist 5. Kelch schmallanzettlich. meist kahl, länger als Achse. Frucht gelb mit 
roten Backen, fast 2 cm dick, von wilden Formen noch var. mandshürica (Pyrus baccata var. 
nlandsllurica.MaluscerasiferaSYlaz\^.Pyrllscerasiferal^usch].Osis\h\r\&x\..\?i\>ar\.'ts\\i\t\c\\m■,x. 
Blätter breiter, fast ganzrandig, alle Teile etwas mehr behaart, blüht am frühesten, April, als 
schöne Form des Typ mit gröl.ieren Blüten, bis .3.5 rw, und tiefroten Früchten gilt \. Jdcldi : 
an vielen wertvollen Hybriden beteiligte, an sich sehr zierende harte .Art. Früchte lange bleibend : 
eine hübsche Hybride baccata xHulliana ist M. Hartwigii; als recht gut. hart und reich- 




Abb. .309. Malus pumila var. Nwdzwetzkyana, 4 



Malus 



bliilieiid gilt die wichtige H\bridc haccutu- pninifolia: M. robusta Relid. iMalus iiiirivairpa 
/•o/w.sYwCarr.l. wüchsiger Btium. Blüten rein weil,!, bis gegen ic/n breit; AI. {/'ynis] Hälliana, 
Mittclcliina. kleiner Baum, Zweige 
purpurn. Blätter spitz oval, glänzend 
tiefgrün, zuletzt kahl, Rippe oft ge- 
rötet. Blütenstiele und Kelch tief ge- 
rötet, kahl, Kelch stumpflich, Blüten 
in Knospe tief rot. dann dunkelrosa. 
zu 4 bis 7, an schlanken Stielen 
hängend, April bis Mai. Griffel 4 bis 
,S, Früchte erbsengroß, purpurn, 
wenig auffällig, aber zur Blütezeit 
wundervoll, besonders auch var. 
Parkmänii, satt pfirsichfarben, 
leicht gefüllt, hart; dies ist die echte 
„Kaido" der .lapaner; M. fPyriis) 
theifera, Strauch bis Baum, bis 
8/«, ausgebreitet, steif, zickzackig 
verästelt. Zweige rotbraun, kahl, 
Blätter purpurn austreibend, eiläng- 
lich bis eielliptisch, sattgrün, scharf 
gesägt, kahl, Blüten in Knospe rot. 
dann weiß, April bis Mai zu ?> bis 7. 
bis 4 cm breit. Kelchlappen spitz. 
Griffel meist 3. Früchte kugelig, bis 
Mmm dick, gelbgrün oder rot. Ok- 
tober, reichblühend, hart, wirkt zur 
Blütezeit kirschenartig. 

B. Blätter fast stets gelappt oder 
deutlich lappenzähnig. wenigstens 
an Langtrieben, in Knospe gefaltet: 
1. Frucht mit bleibendem Kelch 
(Gruppen Chloroineles und Docy- 
niopsis) : M. fPyriis) angustifolia 

(M. und Pynis sempervirens) , südöstl. Verein. Staaten, nahe coronaria, aber Blätter in 
warmen Lagen Wintergrün, aus keiligem Grunde schmal länglich, stumpflich, gekerbt, 
meist nur schwach gelappt. Frucht fast kugelig, nur in milderen Gegenden brauchbar; 
iW. (Pyriis) coronäria (M.fragrans Rehderl, Duftap fei, ösfl. \'erein. Staaten (New York 
bis Alabamai. wie Abb. 311, Blätter am Grunde abgestutzt oder gerundet, das unterste 
Nervenpaar oberhalb des Grundes abzweigend, beim Austrieb flockig filzig, später dünn, 
unten hellgrün, Umriß eiförmig, Lappiuig kurz. Blüten weiß, zart rosa überlaufen, zu 4 bis <i. 
5 cm breit, veilchenduftend. A\ai bis .luni, Kelch kahl. Frucht fast kugelig, gelbgrün, prächtige Art, 
aber in Kultur meist durch die folgende vertreten, die neuerdings abgetrennt wurde; M.glau= 
cescens, noch nördlicher bis Canada, wie coronariu. aber Blätter deutlich gelappt, gewissen 
Crataegus ähnelnd, unterseits weißlich, zuletzt derb. Kelch dünnfilzig. Früchte flachkugelig, 
gelblich, ^ bis A cm dick, wachsarlig klebrig, am Kelch kaum gerippt, ferner M. glabräta, 
Nordkarolina, Alabama. Blätter kahl. Austrieb bronzefarben. an Langtrieben am Grunde herz- 
förmig, das unterste Nervenpaar vom Grunde ausgehend. Lappung scharf. Früchte 4(7// dick, 
am Kelch stark gerippt; M. ioensis (Pyrus ioensis. M. oder Pyriis coronäria var. ioensis), 
Prärie Apfel. mittl.X'erein. Staaten, kleiner Baum wie coronäria. aber Triebe stärker be- 
haart, auch Blätter unterseits bleibend behaart, dicklich, stark genervt, eirund-länglich, meist 
eingeschnitten und gelappt. Blüten etwas kürzer gestielt. Kelch behaart, prächtig weiß oder 
zartrosa. besonders in der gefüllten l-orm var. plena f Pyrus coronäria .//. /;/.) Blüten wie kleine 
Röschen, schönste der späten Arten, l'rucht länglich, stumpf gelbgrün, mit hellem Flecken, 
bleibt länger am Baum; M. Tschonöskii ff[vnis oder Eriölobiis Tschonoskii). .lapan. breit 
pyramidaler Baum bis I iun. Triebe behaart. Blätter spitz eiförmig, grob gesägt, nur an Lang- 
trieben gelappt, später oben glänzend grün, unten etwas behaart, im Herbst gelb und orange. 




Abb. 310. ,l/(////,s' spcrldl>t/is. Schauapfel, 2 








Duftapful, 4,5 m. 



Blüten zu 2 bis 5, weilJ mit rosa. Stiele behaart, Prucht verlvchrt eiförmig, etwa 2.5 cm dick, 
braungelb mit purpurn. Kelch aufrecht, interessant, aber in Blüte und Frucht nicht so schön 
wie die vorhergehenden; M. (Pynis. Briololms) yunnanensis (Pyriig Veitcliii), bis 13 m, 
wie vorige aber Blätter deutlicher scharf gelappt und gesägt, Blüten zu () bis 1 5, nur etwa 1 ,5 cm 
breit, Früchte nur 1 .s mm dick, rot, wertvoller als Zierbaum ; gehört trotz des bleibenden Kel- 
ches zur folgenden Gruppe. 

II. Frucht ohne Kelch (Gruppe Sorhomalus): M. florentina (Crataegus oder Pyriisfloren- 
tiria. M. oAtr Pynis crataegifolia), Italien. Serbien, kleiner Baum, Blätter 3 bis 5 lappig. Grund 
rund oder herzförmig, satt olivgrün, unterseits leicht gelbgrau filzig, Blüten zu 6 bis 8, Stiele, 
.\chsen und Kelche behaart, weiß, .luni, Früchte rundoval, bis 12 : low//;, zuletzt tief rot. 
interessant, nur für warme Lagen; M.f/yn/sJ floribünda fPi'nis pii/c/u'rn'ma), Ursprung 
unsicher, vielleicht Hybride baccatay^Sieboldii, Baum bis 13/h, wie Abb. 312. Blätter nie ge- 
lappt, gesägt oder eingeschnitten gesägt, sehr spitz eiförmig, derb, zuletzt kahl. Blüten zu 4 
bis 7. in Knospe wundervoll tief purpurrot. April, Griffel meist 4. bis Mitte verbunden. Früchte 
oft wenig über erbsengroü. bald bleibend, bald früh fallend, von Fasanen gern gefressen; eine 
derallerprächtigsten Kulturformen, hierher var. Scheideckeri fPyriis oder AI. Schcidcckcri). 
Wuchs straff aufrecht, Blüten in Knospe dunkelrot, dann pfirsichfarben. grol.J. halbgefüllt. 
2 bis 3 Wochen später, sehr gute Form; prächtig auch die Hybride mit einer baccata-Porm: 
M. Arnoldiäna, Austrieb bronzefarben, Blüten und Früchte gut '/^ grölier als hc\//on'biinda. 
schön wie bei Scheideckeri ; schön auch M. atrosanguinea (M.florihiinda var. a/rosangiii- 
neu), eine Form, an der wohl Halliana beteiligt ist. tief karminrot ; M. (Pyriis. Eriolobiis) kan- 
suönsis, ^\\üc\- und Nordchina, strauchartig, bis Im. Blätter 3 bis.S lappig mit breiten spitzen 
scharf gesägten Lappen, meist kahl. Grund dreinervig. Blüten zu 4 bis 1 (•. F'rucht oval, rotpur- 
purn ; M. (I'ynisl Sargentii, Nordjapan. Tracht wie /\bb. 3 1 3. niedriger, breiter, oft dorniger 
Busch, Blätter eiförmig, bis 8c/h, oft gelappt, Blüten in Knospe gelblich-rosa, dann weiß, zu 



■^'^/V>H '>' 




Abll. 313. .ll(//(/.s .S'(//;i,'(7//(/, 1 III. (I'hot. A. KchdcL-.) 



Malus — iMayU'iius 




Abb. 314. Malus Sieboldil (M. Torinm), 1,75 



5 bis (). Fetalen kreisförmig, plötzlich genagelt, Früchte fast kugelig, dunkelrot. leicht bereift, 
bis \()inni dick, lange bleibend, nicht von Vögeln gefressen, wertvoll für kleine Anlagen; M. 
(Pyriis) Sieboldii (M.. I'ynis oder Sorbiis Toringo der meisten Autoren und üarten I, sparriger 
Strauch bis 4 in, wie Abb. 314. oder in der wilden Form var. aiimn'sceus Baum bis lOw. 
wie vorige aber Fetalen aus keiligem Grunde oboval, Blüten ziemlich klein, in Knospe tief- 
rot, dann innen weil.i, Frucht erbsengroß, rot oder gelb, ganz besonders hübsch in Frucht var. 
calocarpa, Blätter weniger tief gelappt. Blüten etwas heller, Früchte bis 1 2 mm dick, glänzend. 
Scharlach: M. (Pyrus) transitöria, Nordwestchina, ähnlich /iansiwnsis. aber Blätter mit 
tieferen, spitzeren Lappen, deren Zähnung stumpfer ist, Griffel kahl, interessante harte Art, 
var. toringoides ist üppiger mit zum Teil ganzrandigen Blättern und größeren Früchten; M. 
(Pyrus) Zumi, .lapan. Strauch oder Baum bis \2m. Tracht rundoval. Blätter selten gelappt, 
eilänglich, häufig fast ganzrandig, kahl, Blüten zu 4 bis 7. in Knospe rot. dann weil.'). Sepalen 
schmal länglich, länger als Blütenachse. Griffel 4 bis .s, nur am Grunde verbunden, Früchte 
kugelig, rot, bis \5mm. 

Mandarine siebe Cilriis. — Mandel siehe Prunus (Ciruppe Aiuy^da/us). — Mandevilla suaveolens: 
ein argeiitiniscber Schliiigstraiich aus der Faruilie der A p o c y n a c c c n, hat nach Dr. Ffaff in Siidtirol ini 
Freien geblüht. Sonst wohl nirgends im Gebiet versucht. — Manna-Esche siehe Pruxinus Onius. 

Margyricärpus setösus, Perlfrucht — Rosaceen. — Sparriger, niedriger, immergrüner Zvverg- 
strauch aus den Anden, Blätter unpaar fein gefiedert, klein, Blüten unansehnlich, grün, kronenlos, Frucht 
etwas fleischig, weil.!, pfefferkorngroß, beerenartig; in Frankreich gelegentlich in Kultur, nur als Felsen- 
pflanzen in warmen, geschützten Lagen in gut durchlässigem Boden zu versuchen von erfahrenen 
Pflegern ; Näheres siehe in C, Schneider, 111. Handb. d. Laubholzk. I., S. 535. 

Märlea platanHölia siehe Aldnf;iuui. 

Marsdenia (L iotiiiru) erecta (Cynänchum erectum): ein an Solanum Dulcamara gemahnender, wenig 
zierender, aufrechter sommergrüner Halbstrauch aus SO. -Europa und dem Orient mit gegenständigen 
rundlich-herzförmigen blaugraugrünen Blättern und weililichen Blütenständen; nur für warme sonnige 
Lagen mit Winterschutz versuchswert. 

Mallholder siehe Acercanipeslre. — Mastacänthus siehe Curyopteris. — Mastixstrauch siehe Pista- 
cia. — Maulbeere siehe Monis. — Mäusedorn siehe Ruscus. — Maximowiczia siehe Schisandra. 

Maytenus Boäria (M. c/iili'nsisj : immergrüne C e 1 a s t r a c e e aus Chile, in Heimat hoher Baum, mit 
Celaslnis verwandt ; bei uns noch nicht erprobt und höchstens in Südtirol brauchbar. 



Medicago — Mespilus 




Abb. 315. .\\f(licai;i 



ctcicea, kriechend, 3.=)— 40 cm Durchni 

(Phot. A. Plirpus.l 



Medicägo cretäcea, Schneckenkice l.e}j;u in i ii ose n. — Niederlipgcnd-anfstrebenckT llalh- 
strauch (Abb. 315), bis 2h ein, aus der Krim unti Tanricn. l-^Tif-r ' ■'■'•'■•: ;ihwcch<i'lmi, <imMmiL;rrni. 
graugrün, alles locker seidig behaart, 
Blüten in kurzen Tranben, gelb mit 
orange, Mai bis Juni, Frucht halbniond- 
förmig-sichelige Hülse; Kultur in war- 
mer sonniger Lage in Gesteinspartien ; 
Vermehrung durch Samen und halb- 
reife Stecklinge unter Glas; Verwen- 
dung für erfalirene Qehölzfreunde als 
hübsch blühende Felsenpflanze. 

Mehlbirne siehe Sorbits ((jruppe 
Aiia]. — Melsteria cernua siehe /:n- 
kitirit/ius. — Melde siehe Atrip/ex. 

Melia Azedarach, Azedarach 
Meliaceen. — Bei uns nur Strauch, 
in Heimat (Indien, China) Baum, auch 
im Süden, dort nicht selten angepflanzt, 
Blätter wechselständig, somniergrün, 
grolj, doppelt gefiedert, Blüten blaüröt- 
lichblau, in langen Rispen, Mai bis Juni 
(hei uns später), Frucht fleischige gelbe 
Steinfrucht; Kultur usw. wohl wie 
Ccdrelu, aber nur für warme Lagen, im 
Süden schöner Baum. 

Meliösma — S abiaceen. — Unsere 
Arten sommergrüne Sträucher oder Bäu- 
me, Blätter abwechselnd, einfach oder 
unpaar gefiedert, Blüten in end- oder 
achselständigen Rispen, klein, Szählig, 

Frucht kleine fast kugelige einsamige Steinfrucht; Kultur in jedem guten nahrhaften Boden in sonniger 
Lage; Vermehrung durch Samen (gleich nach Reife), Ableger und halbreife Stecklinge; Ver- 
w e n d u n g als sehr In bsche Parkbäume oder Grofösträucher im Garten, aber Winterhärte noch zu er- 
proben. Noch weitere chinesische Arten versuchswert. 

/M. cuneifölia, Westchina, meist strauchartig. Triebe aufrecht, kahl, Blätter einfach, unten anfangs 
etwas bräunlich filzig, sehr spitz oboval, Nervenpaare 20—25, Blütenrispen aufrecht, Blüten erst gelblich, 
dann weiB, duftend, Juli, Frucht schwarz, warme geschützte Lage; M. myriäatba, Japan, wie vorige, 
mehr baumartig, breit aufrecht, Blätter elliptischer, kürzer zugespitzt, Nervenpaare 24-30, Blüten grün- 
licher, Frucht rot; M. Veilchiörum, Mittelchina, Baum. Zweige steif, jung etwas zottig behaart, Blätter 
gefiedert, Blättchen9— 11, fast kahl und ganzrandig, Blütenstände hängend, bis 35«//, Blüten rahm weiß, 
Mai, Frucht purpurschwarz, September, schönste Art, aber wohl empfindlichste. 

Memorialrose siehe Rosa Wichuraiuna. 

Menispermum canadense. Mondsame — M e n i s p e r m a c e e n. — Bis 5 w hoher 
Schlingstrauch aus dem östlichen Nordamerika. Triebe jung behaart. Biälter abwechselnd, 
sommergrün. einfach, stumpflappig, schon grün. Blattstiele lang, dem Grunde schildförmig 
eingefügt. Blüten klein, zweihäusig. grünlichwell.), in traubigen Rispen im Juni bis.luli, Frucht 
nierenförmige. schwärzliche, bereifte Steinfrucht, Fruchtstand wie kleine Weintraube, Sep- 
tember; Kultur in jedem guten Gartenboden, im Norden in sonniger Lage; Vermehrung 
durch Samen. Ableger, reife Stecklinge; Verwend ung als hübscher Schlingstrauch für 
i^ekleidung von Lauben. Wänden. Bäumen. Festons. — Noch schöner und üppiger ist M. 
daür/ciim, Sibirien. iWongoIei. China, sehr ähnlich, Blätter rot gesäumt. deutlicher schildförmig. 

Menispermum carolinum, orbiculätum und virginicum siehe Cocciihis. 

Menodöra scabra — ü 1 e a c e e n. — Kleiner, bis 25 cm hoher, fein rauhlich behaarter Halbstrauch 
aus dem mittleren Nordamerika, der an Linum erinnert und kleine, gelbe Blüten hat, nur für ernste Ge- 
hölzfreunde in warmen, trockenen, sonnigen Lagen im Alpinum versuchswert; im allgemeinen zu heikel. 

Menziesia caerulea, empetriformls und taxifolia siehe Pliylloiloce. 

Menziesia pentändra — H r i c ace e n. — Bis meterhoher, sommergrüner Strauch aus Japan, Blätter 
einfach, unterseits mit angedrückten Schuppenborsten, Blüten glockig, weiLigrün, an den Spitzen vor- 
jähriger Zweige gehuschelt, Juli, Staubblätter 5, Antheren etwas hervorragend, Frucht Sklappige Kapsel ; 
Kultur usw. etwa wie Hitliiantliiis im Moorbeet. — Außerdem in K\i\i\iT M. glabella {Azal(fastnim 
Pürpusii Hort.), nordwestl. Nordamerika, Blüten länglich krugförmig, die 8 — 10 Staubblätter einge- 
schlossen, Staubfäden behaart, und M. pHösa [M.globukiris], südöstl. Verein. Staaten, wie vorige, aber 
Staubfäden kahl, Blüten gelblich mit rot. 

Menziesia polifolia siehe Ihibocciu. 

Merätia siehe Clünwnaiitlnis. — Mespilus, hierunter siehe nur M. germanica. Leider wird der Name 
Mespi/ijs zuweilen für Cnituegits angewendet. — Mespilus arbiitifolia und ,11. erythrocarpa siehe Aronia. 



M^spilus — M6rus 




Mespilus germanica, Mispel Rosaceen. — Bekannter, sparrig- breit verästelter. 
buscliiger. S(iniiner_u;riiner Strauch oder kleiner Baum aus Mitteleuropa und dem Orient. 

Blätter abwechselnd, einfach. Blüten 
einzeln, an den Enden beblätterter 
Kurztriebe, weiß, bis 5 cm breit. Mai. 
1-rucht zuletzt braun, nach Frost ge- 
niel.'ibar; Kultur in jedem guten, 
durchlässigen Qartenboden in son- 
niger Lage; X'ermehrung durch 
Samen, .Ableger oder X'eredlung der 
Formen auf Cratae_£(iis oxyiicant/ia : 
X'erwendung im Park in Gehölz- 
gruppen, auf sonnigen Hängen, als 
F>uchtstrauch geschätzt die sogen. 
,. Königsmispel", f. <;igantca. — 
Bei var. argenteo-variegata sind die 
Blätter hübsch weiß und rosa ge- 
zeichnet. 

Mespilus grandiflöra und M. Smi- 
thii siehe Crataemespilus. — Mespilus 
japönica siehe Eriobotliiya. 

MetaplexIsjapönicaiM.Stauntonii, 
A\. dtiiiensis Decne., Urostelina c/ii/icnsisi 

— Asclepiadaceen. — Schlingstrauch his 3 m, aus Nordchiua. .Japan. Blätter sonimergrün, gegen- 
ständig, einfach, tief herzförmig, spitz, sattgrün, Blüten ziemlich unansehnlich, traubig-rispig, Juli bis 
August; K ul t u r in jedem guten Qartenboden in warmer Lage; Vermehrung durch Samen, krautige 
Stecklinge und Wurzelteilung; Ve r w e n d u n g für Qehölzfreunde als hübsch belaubter Schlingstrauch, 
sehr selten echt, fast stets geht die Staude Cynanchiiin Wilforelii dafür. 

Michelia (Mugnolia) compressa : nordjapanische Magnoliacee, immergrüner Baum, magnolien- 
artig, Blätter etwa 7—8 cm lang, länglich oboval, glänzend grün, ganzrandig, kahl, Blüten wie kleine 
Magnolien, aber achselständig, gelb, duftend, Qynoeceum lang gestielt, mehr als 2 Ovula in jedem Ovar- 
fach, Frucht zapfenartig, Samen wie Magnolia: Kultur usw. etwa wie Magnolia grandiflöra. 

Microglössa {.■\mplüriipis\ albescens \.\ster cabuliciis). Rutenaster — C o mpos i te n. — 0,5— 1 ni 
hoher filziger Halbstrauch aus ülmii Hiinalaya lAbb. 316), Blätter abwechselnd, sommergrün, einfach. 
Blütenköpfchen lila mit gelber Mitte, klein, aber zu breiten Doldenrispen \ereint, Spätsommer; Kultur 
in sonnigen warmen Lagen in durchlässigem Boden; Vermehrung durch Samen, Teilung und Sommer- 
stecklinge ; V e r w e n d u n g nur für Qehölzfreunde in Qesteinspartien, Winterschutz, friert meist zurück. 

Micromeles siehe Sorhiis (Gruppe Micromcles). — Micromeria siehe Satureja. — Microptelea par- 
vifolia siehe Ulniiis parvifolki. — Microrhämnus siehe RliainncUa. — Milletia japönica siehe II 'islaria^ 

— Mitnösa siehe Albizziu. — Mispel siehe Mespilus - Mistel siehe \'isciiiii. — Mönchspfeffer siehe 
Vi/ex. — Moghänia siehe l-kmingia. — Mohrodendron siehe Halcsia. — Möltkia petraea siehe „Unsere 
Freilandstauden". — Molucella siehe Ballota. — Mondsame siehe Menispermum. — Moorbeere 
siehe Vaccinium iiliginosiitn. — Moosbeere siehe Vacciiiiuin Oxycoccus. — Moosrose siehe Rosaceiili- 
folia muscosa. — Moosheide siehe Plivllodocc. — Morella siehe Mvrica. — Morocarpus siehe Delm- 
gcdsia. 

M6rus'"\, Maulbeere — Moraceen. — Milchsaftführende, sommergrüne, baumartige 
Sträucher oder Bäume. Blätter abwechselnd, groß. derb. Blüten unansehnlich, grünlich, die 
weiblichen Blütenstände zur Fruchtzeit zu einer saftigen Scheinfrucht auswachsend (A\aul- 
beere); Kultur in jedem nicht zu feuchten, gut durchlässigen Gartenboden in sonniger, 
warmer Lage, besonders in .lugend Schutz, im rauhen Norden nicht hart,- X'ermehrung 
durch Samen. W'urzelstecklinge, .Ableger; die Formen auf Monis alba veredeln; N'erwen- 
d u n g als Zierbaum oder Strauch besonders zu empfehlen M. acidosa; M. alba wird im Süden 
des Gebietes als Seidenraupenfutterpflanze und der Früchte halber seit alters kultiviert. 

M. acidosa \M. sty/osa, AI. alba var. stylosa, M. longistylus. M. japönica. M. Cavalerici. 
.17. bo/nbycis'. .\l. Kagaya/iiae), China (Tschili bis \'unnan). Strauch, 1 bis .? ibis 7) m. von 
alba abweichend durch die reichere Behaarung aller Teile und vor allem die von einem den 
Narben gleichlangen Griffel gekrönten Ovare. Scheinfrüchte breit elliptisch, glänzend schwarz, 
sehr wohlschmeckend, im .Arnold Arboretum hart; schon als niedriger Strauch reich fruch- 
tend, für uns wertvollste -Art ! ; M.alba, Orient (? ob Chinai, rundlichsparrig-verästelter Baum, 
bis 12 /;/. Blätter variabel, sehr bald kahl, dünner als bei nigra. Frucht süß, rot oder weiß. 
Narben sitzend, von Formen zu nennen: var. pendula. Zweige stark hängend, var. pyrami- 



Miiriis — Mvrica 



273 




Abb. 317. Muehlenbickia axillaris, etwa 40 , 
des Rasens. (Phot. A. Purpus. Kew o 



Durchmesser 



dulis. Wuchs pyramidal, var. tatarica i.lf. tatarirau Wuchs strauchig, nicht dasselbe wie 
var. miilticaitlis (AI. /iiii/ticaii/is. M. aiciilkita). welche I-orm auch mehr Strauch ist. aber 
mehr minder blasig aufgetriebene _^___^____ ^^_ ^^^^^^^^^^ 
Blätter vcriosa (var. iier- fPSFÜSRS^^BSK^H^UHnil?^'^ 

vosa, M. iirticaefolia\. Blätter mon- 
strös, Nervatur stark vorstehend; 
var. aurea. Winterzweige und jun- 
ges Laub goldgelb; var. globosa, 
Krone kugelig, dicht; var. constan- 
tinopolitana (M. byzantina). Krone 
dicht gewunden, knorrig verästeU; 
M. cathayäna, A\ittel- und Ost- 
china, Strauch oder Baum, bis \?<m. 
Triebe. Blätter, besonders unten, und 
Blattstiele reich behaart, sonst wie 
alba, besonders durch die dünn zylin- 
drischen, kaum 7 nun dicken Schein- 
früchte abweichend ; M. mongöli' 
ca {M. alba var. moiigolicu), China 
(Tschili bis Yunnani. Strauch oder 
kleiner Baum, ausgezeichnet durch 
herzförmige, lang geschwänzte Blät- 
ter mit grannenzähnigerSerratur und 
deutliche Griffel; M. nigra, West- 
asien, Blätter derber, mehr herzförmig als bei alba. Frucht schwarz, seltener in Kultur und 
nicht so hart, aber hübsch belaubt; M. rubra, O. -Nordamerika, mehr nigra-'zhnWch, Blätter 
oberseits rauh, unten stärker behaart, Frucht rot. härtere Art. 

Moschusrose siehe Rosa moschata, 

Muehlenbeckia axillaris {M. nana Hort.) — Polygonaceen. — Niedrige verworrene Polster 
bildender, dünntriebiger Strauch (Abb. 317) aus Australien, Neuseeland, Blätter abwechselnd, sommer- 
grün, winzig, rundlich, Blüten unscheinbar ; K u 1 1 u r in warmen Lagen, halbschattig, in durchlässigem 
Boden mit Winterschutz ; V e r m e h r u n g durch Ausläufer ; V e r w e n d u n g nur f ür erfahrene Gehölz- 
freunde, hat aber in Petersburg sich unter Schutz im Freien gehalten. Gleiches gilt für die sehr ähn- 
liche M. complexa: beide gehen auch als M. adpressa und M. varians, die echt nicht in Kultur sind. 

Myginda myrtifolia siehe Pacliystima Myrsinites. — Mylocäryum ligustrinum siehe Cli/lonia 

monopliylla. 

Myrica, Wachsmyrte, Qa= 

gel — Myricaceen. — Sommer- 
oder wintergrüne. aromatischeSträu- 
cher. Blätter abwechselnd, einfach 
oder fiederteilig, Blüten unschein- 
bar, ein- oderzweihäusig. in achsel- 
ständigen Kätzchen. Frucht trockene 
Steinfrucht ; Kultur usw. siehe 
.\rten. 

,VI, fComptönia) asplenifölia 
( Coniptoniapcregrina). Farnmyr- 
te. Nordamerika, 0.5 bis 1 /// hoher, 
ausläufertreibender Strauch (.Abb. 
.US). Blätter sommergrün, fieder- 
lappig. Aspleniuni -ähnWch. Frucht- 
stände holzig; Kultur in leichtem, 
sandigem, trockenem Boden, liebt 
etwasSchatten und geschützte Lage; 
N'ermehrung durch Samen (nach 
Reife), AblegerdnmoorigemBodenl, Stecklinge unterGlas,interessanterZierstrauchfürGarten 
und Park ; zu Muskau (Lausitz) hart, große Flächen überziehend. — M. {.Won'lla) Carolinen' 

Si)va T.irouca-Schneider, l'nsere (■rciland-Laubgdiöl/e, 2. .\u(lagc. lÖ 




Abb. 318. ,UiV7<« 



foliu. Farmnyrte, 0,80 m. iPh" 



Myrica - Nrigelia 





ff/Kj^t 




WM 






1 





Alih, M''. ,Ui 



s/s (Af. pennsylvanica, M. cerifera der meisten Gärtenl, Ost-Nordamerika (bis Neufundland). 
Strauch bis 1,5 m (Abb. 319). Triebe behaart, Blätter meist sommergrün, stumpf lanzett- 
lich oboval. trübgrün, unten meist behaart und drüsig. Früchte grauweiß, etwas größer als 
bei cerifera. September bis Frühjahr; härter als die bei uns nach Purpus kaum echt in Kultur 
befindliche M. cerifera, südöstl. X'erein. Staaten, baumartig, recht aromatisch. Blätter 
Wintergrün. Frucht mit weißem Wachsüberzug (viel Wachs liefernd); liebt frischen, etwas 
torfigen, gut durchlässigen Boden; X'ermehrung durch Samen (Herbst unter Glas) selten 
echt. — M. Gale (Gale palustris; Myr. palustris). .Nord- und nördliches .Mitteleuropa. 
Nordamerika.Xordasien.O..^ bis Im. Blätter sommergrün. verkehrt lanzettlich, gezähnt, glänzend 
grün, unterseits behaart und drüsig; Bluten vor Blättern im .April. Flucht golddrüsig, nicht 
bewachst, September. Kultur in feuchtem Moorboden. X'ermehrung durch .Ableger. 

Myricäria germanica (Tamarix germanica), Rispeistrauch, Uferheide — Ta- 
maricaceen. — Rutig verästelter, aufrechter, 0,() — 2 //; hoher Strauch aus Huropa und 
Westasien. Blätter klein, schuppig, graugrün, abwechselnd. Blüten in endständigen Schein- 
trauben, klein, blaßrot oder weißlich. ,luli bis August; Kultur in gut durchlässigem, aber 
feuchtem Boden (L'fergeröU usw.), in sonniger Lage; X'ermehrung durch Samen und reife 
Stecklinge; X'erwendung in geeigneten Lagen, in Blüte recht hübsch. — Robuster ist die 
ostasiatisch-chinesische M.dahürica, die besonders an Seitentrieben blüht, bis September. 

Myrobalane siehe Prunus cerasifcni. — Myröxylon siehe Xylosmu. 

Myrsine africäna — Myrsinaceen. — hWi Ardisia verwandter, immergrüner, kleinblättriger 
Strauch aus Zentralcliina bis Ostafrika 0,3—0,75 m. Triebe behaart, kantig, Blättchen abwechselnd, rund- 
oval, kaum über 1,2 cm. kahl, glänzend grün, Blüten 2 häusig. unscheinbar, grünlich, zu 3—6 in achscl- 
ständigen Büscheln, Beeren dickoval, klein, stumpfrot; dürfte aus chinesischem Samen ziemlich hart und 
dort zu verwenden sein, wo An/isia sich hält. 

Myrtus communis, myrte: bekannte Kalthauspflanze, die in Südtirol nach Dr. Pfaff gelegentlich in 
Freilandkultur angetroffen wird. Im Mediterrangebiet verbreitet. — Myrtus Vgni siehe Ufrni. 

Nachtschatten siehe Solanum. 

Sagelia (Coloncüstcr und Ameldnchien denticuläta und S. Pringle! sind Cb/o/?£'aiVf/-- ähnliche 



Ndgelia— Ncninpfinthits 




Pomaceeii aus Mexiko, die bislier bei uns noch nicht in Freilandkultur versucht wurden und sehr 
trockene, sonnige Lagen in Kalkboden verlangen; nur für südliche Gegenden. 

Nandina domestica — Be rbe rid acee n. — Bis 2 m hoher, japanischer, somnier- (in England 
immer-l grüner, kahler Strauch, Tracht an Bambus erinnernd, Blätter abwechselnd, 3 fach gefiedert, grün 
oder rötlich, Blüten klein, in großen, vielblütigen, endständigen Rispen, weißlich, Juni bis Juli, Frucht 
rote, erbsengroße Beere; Kultur in jedem guten Boden in halbschattiger, frischer, warmer Lage; 
Vermehrung durch Stecklinge unter Glas, Ausläufer und Samen; für Qehölzfreunde in warmen Ge- 
bieten interessant, da im Herbst schön rote Laubfarbe, in rauheren Gegenden guten Winterschutz. 

Neillia, Traubenspire — Rosaceen, — Sommergrüne Sträucher. Blättcrabwechselnd. 
gelappt. Blüten glockig oder röhrig. weiß oder rot. in Trauben, an P/iysocarpus erinnernd, 
aber I-rucht nicht aufgeblasen; Kultur in jedem guten Gartenboden in sonniger warmer 
Lage, im Winter Bodendecke; Vermehrung durch Samen (Herbstl und krautige Steck- 
linge: Verwendung als sehr schöne Blütensträucher auf Rabatten und als X'orpflanzung. 

N.affinis, Westchina, steht longenicemosa nahe, aber Triebe kahl, Blätter breiter, 
fast kahl. Trauben kürzer, Blüten rötlich, Kelch oft borstig und Ovar ganz behaart; N. Ion- 
geracemösa, Westchina, aufrecht, bis über 3 w. Triebe kahl. Blätter spitz eilänglich. ein- 
geschnitten gesägt, aber kaum gelappt, unten etwas behaart. Blütentrauben einzeln, bis 
10 cm. Blüten rosa, röhrig-glockig, Juni bis Juli, sehr hübsch, so hart wie N. sinensis, 
Mittelchina. kleiner, Blätter meist gelappt, fast kahl. Trauben kürzer. Blüten an Riöcs san- 
giiinciim erinnernd, schon ab Mai; N. thibetica, Westchina, wie longeracemosa. aber 
Blätter herzförmig, leicht gelappt, unten behaart. Kelchröhren oft borstig. Ovar seidig; N. 
thyrsiflöra, Himalaya. kaum bis 1 ni. Triebe kantig, kahl, Blätter herzeiförmig, langzuge- 
spitzt, meist ,? lappig, Blütentrauben end- und achsclständig. rispig gehäuft. August bis Sep- 
tember, empfindlicher. 

Neillia amurensis, N. opulifolia und N. Torre^'i siehe l'liysocarpiLs. — Negundo siehe Acer Xcsando. 

Newopänthus illicioidcs) mucronäta {N.fascictilans, X. canad^nsis). Berghiilsen — A q u i f o 1 i a - 
c e e n. — Bis 3,.S m hoher, dichter Strauch aus O.-Nordamerika, Tracht ähnlich Hex. Gruppe Prinos. 

18* 



271) 



Nemopänthus — üleäria 



Trk'ho kalil, junn; purpurn, dann aschgrau, Blätter länglich elliptisch, stacliclspitzis, aber meist ganz- 
raiidig, hellgrün, Blüten achselständig, unscheinbar, weidlich, Mai bis ,luni. Früchte schön rot, hängend, 

August bisSepteinber;Kul tur usw.wie 
llcx fPrinos); für Qehölzfreunde wegen 
der Beeren; wächst in Torfmooren mit 
C('p/i(i/(iril/iijs. 

Nerium Oleänder,0ieander—A p o- 
c y n a c e e n. Allbekannter Strauch oder 
kleiner Baum (Abb. 81 1 mit weidenähn- 
lichen immergrünen Blättern und wei- 
l.ien, rosa oder roten Blutenständen im 
1 lochsommer, der aber nur für die Lagen 
ganz im Süden des Gebietes als Freiland- 
pflanze in Betracht kommt. 

Netzweide siehe Sa/ix reticiilata. 
Neviüsla alabamensis, Schnee- 
locke — Rosaceen. — Zierlicher, aus- 
gehreitet übergeneigt verästelter. bis 
über meterhoher, sommergrüner Strauch 
(Abb. ,32(11. Blätter wie U/ioihtypos. Blü- 
ten ziemlich unscheinbar, ohne Krone, 
aber mit vielen ueil.len Staubgefäßen in 
beblätterten Scheintrauben, .)uni bis.luli, 
Frucht trockene Schlicßfrucht; Schnitt 
nach Bedarf gegen das Frühjahr ; K u 1 1 u r 
usw. wie oben bei Nei7/ia. aber härter; in 
der Heimat als Treibstrauch geschätzt. 
Noaea spinosissima [Hulogeton spi- 
nosi^sinii//n\: mit Su/so/u verwandter 
kleiner Dornstrauch der C h e n o p o d i a- 
c e e n aus Oriechenland und Vorderasien, 
wo er trockne Felshänge bewohnt; für 
warme Lagen in Gesteinsanlagen, aber 
ohne Zierwert. 

Nothofagus antärctica var. uUgi- 
nösa: bei uns nur in wärmeren Lagen 
Versuchs werter und strauchigbleibender 
kleiner Baum lAhb. 321) aus dem süd- 
lichsten Südamerika, Blätter abwech- 
selnd, sommergrün, klein, gezähnt, Blü- 
ten und Früchte ganz ähnlich wie bei 
fagijs: nur für erfahrene Pfleger; auch 
die immergrüne .V. Ctinningltamii soW in 
Kultur sein. 
Notospärtium Carmichaeliae: binsenartige Leguminose aus Neuseeland, die sehr hübsch in 
kleinen dichten violetten Trauben blüht, aber für uns höchstens ganz im Süden (an warmer Wand) ver- 
suchswert erscheint. 

Nußbaum sW-he Jug/a/is. — Nuttällia siehe Osmaronia. — Nymphenbaum siehe Xyssu. 
Nyssa sylvätica (N. miiltiflöra), Tupelobaum, Nymphenbaum - Cornaceen, 
— In Heimat lO. -Nordamerika) Baum, bis 30 w, Blätter sommergrün, wechselständig, ein- 
fach, spitz oboval, ganzrandig, Blüten zweihäusig. unscheinbar, männliche in gestielten 
Köpfchen, weibliche zu 2 bis 8 sitzend. Frucht blauschwarze, bitter schmeckende Steinfrucht, 
Herbst; Kultur in gutem, feuchtem Boden in geschützter Lage, fast ganz hart; kaum zu 
verpflanzen; Vermehrung durch Samen (nach Reife, keimt erst im zweiten .lahre), auch 
Ableger; Verwendung für den Park, da schön glänzend grün belaubt und wundervolle 
scharlachrote Herbstfärbung, selten. ,Ietzt auch in Kultur die mittelchinesische N. sinensis, 
Blätter stumpf grün, elliptisch. Frucht bläulicher. 
Odostemon siehe Mahoniu. — Ölbaum siehe Olca. 

Ölea, Ölbaum, Olive— Oleaceen. — Immergrüner Strauch oder Baum aus dem Mediterrangebiet 
und Orient, Blätter gegenständig, weidenartig, siibcrschülfrig, Blüten rispigtraubig, achselständig, klein, 
weiß, duftend, Mai bis Juni. Frucht Olive; Kultur nur im Süden des Gebietes, dort die wilde Form 
var. Oleaster (O. silvi's/ris), als dorniger Strauch in Macchien usw. Für uns sonst belanglos. 

Olea Aquifollum, O. ilicifolia und O. myrtifolia siehe Osmantliiis. — Oleander siehe Neriuin. 
Oleäria Haästii, Olearie — Compositen. — Bei uns bis reichlich meterhoher, immergrüner, weiß- 
filzig behaarter Strauch aus Neuseeland (Abb. 322), Blätter einfach, ganzrandig, eiförmig, Blütenköpfchen 




Abb. 32 1 . Nothofagus antärctica var. iiliginosa. 1 .80 in. 

(Piiot. A. Purpus, Kcw Oardens.) 



Oleäria — Osmänthus 




Abb. 322. 0/edn'a Haastii. 






weiUlich, in einJstämiiijeiiDoldt.Mirisp(.Mi, August bis September ; Kultur in warmen sonnigen geschützte 
Lagen in durchlässigem Boden; Sclinitt auf Hntfernung der l-'ruchtstände beschranl<t, falls niclit ei 
Zurückfrieren ein stärkeres Schneiden 
bedingt; Ve r in eh ru ng durch Samen, 
reife Stecklinge oder solche angetrie- 
bener Pflanzen; Verwendung nur in 
Weingebieten, hält in Heidelberg aus, 
Schutz gegen Wmternässc. - O. num- 
mularifolia mit rundlichen, dicken, sit- 
zcirIlmi Hlättclien soll nach W. Kessel- 
ring in St. (iallen hart sein. Jedenfalls 
zu versuchen. 

Olive siehe Olea. — Ölweide siehe 
Elaeagnus. 

Oaöais fruticösa, Hauhechel — 
Leguminosen. — Bis bOcm hoher, ver- 
zweigter Strauch (Abb. 323), aus SW.- 
Europa, Algier, Blätter abwechselnd, 
sommergrün, 3 zählig, fast sitzend. Blätt- 
chen länglich, gezähnt, Blüten traubig 
gehäuft, hellrosa mit karmin, Juni bis 
August, Fruchthülse zweiklappig: Kul- 
tur in jedem guten leichten, durch- 
lässigen, etwas steinigen Qartenboden 
in warmer, sonniger Lage; Vermeh- 
rung am besten .durch Samen (Frühjahr 
unter Glas), auch Stecklinge von ange- 
triebenen Pflanzen; Verwendung auf 
Felspartien und Rabatten für Gehölz- 
freunde, sehr hübsch in Blüte. — Zier- 
licher, kleiner, mit gestielten Blättern 
und rundlichen Blättchen und paarigen 
gelben Blüten ist die zärtlichere O.ara' 

gonensis, aus Spanien, Algier, und mehr halbstrauchig O. rotundifölia, südl. Mittel- und Südeuropa, 
alle Teile drüsenzottig, Blüten rosa. 

Ottösma fruticösum: Kleinstrauch der Boraginaceen aus Kreta mit weißgelben Blüten. Bei uns 
anscheinend noch unerprobt. — Op/opanax siehe luliinopanü.x. — Opuläster siehe Pliysocurpiis. — 
Opüatia siehe „Unsere Freilaudstauden". — Orangenblume siehe Clwlsva. — Orangenl<irsche siehe 
Idesia. — Oregonpflaume siehe Osinaroriia. — Oreodäphnes\cht: L'iiibe//i//(ina. — Oreophila myrtifolia 
siehe Pmiiystima Myrsinites. 

OHxa japönica (Othc'ra, Cc/astriis oder //ex On'xa. Evodia ramijlora), Orixa — Rii- 

taceen. — Bis 2 m hoher, aufrech- 
ter, sommergriiner. schön belaubter, 
etwas unangenehm aromatisch rie- 
chender Strauch I.Abb. .?24l aus Ja- 
pan, Blätter einfach, abwechselnd, 
durchscheinend gepunktet, glänzend 
hellgrün, länglich -oboval. stumpf- 
lich. Blüten grünlich, zweihäusig. 
aus altem Holze. ,N\ai. l-rucht in 4 
Teilfrüchte zerfallend; Kultur in 
jedem guten Gartenboden in nicht zu 
rauher Lage, halbschattig ; Ve r m e h- 
rung durch Samen. Ableger und 
Wurzelschnittlinge ; \'e r w e n d u n g 
im Garten und Park als Unterholz. 
Orphanidesia gaultherioides : ein 
•'/!,'(;(■(/- artiger, im alpinen Pontus 
:iiilL'r Rhododendren wachsender Klein- 
strauch, der anscheinend lici uns noch 
nicht versucht wurde. 

Osagedorn siehe Macliira. — Osiris 
siehe /ie/wingia. 
Osmänthus, Duftblüte — Oleacccn. Bei uns Sträucher, Blätter gegenständig. 
Ilex-arüg. immergrün, lederig. Blüten in achsel- oder endständigen Büscheln, weil.), röhrig, 




Abb. 323. Ononis fruticösa, 50 cm. (Phot. A. Purpu 



Osmänthus — OsteoniOles 




duftend, l-rucht ovale, blausdnvarze oder violette Steinfrucht: Kultur wie llcx Aquijoliiiin. 
N'ermeli runjj; durcli Samen und halbreife Stecklinge im Sommer unter (ilas. N'eredlung auf 

IJgnstnini ovalijoliiini ist nicht zu 
empfehlen! Kultur als prächtige Im- 
mergrüne in geschützten Lagen wie 
Hex; sollten mehr erprobt werden. 
O.AquiföliutnfOleaA</i/ifo/iinii. 
OIca ilicifölia). .lapan. bei ims kaum 
über 2 m. Triebe fein behaart. Blatter 
oval oder elliptisch, meist mit 2 bis 
4 Dornzähnen jederseits. wie Abb. 
.^2.5 (die sog. var. ilicifoliiis). an alten 
Pflanzen ganzrandig, bis (> cm. Blü- 
ten zu 4 bis ."i acliselständig. Röhre 
tief geteilt, Lappen zurückgebogen. 
luui bis.luli, Frucht blau. var. niyrti- 
/,>li!/s(ü/eamyrti/olia)stdltd\eganz- 
landige Altersform dar. var. atrO' 
purpüreus (var. Ilicifoliiis purpu- 
rc'i/s). .Austrieb purpurn, später Blät- 
ter schwärzlich grün, gilt als här- 
teste Form ; O.armätus, Mittel- und Westchina, steifer Strauch.Triebe grauweiü. Blätter läng- 
lich lanzettlich, bis 1 5 cm, entfernt grob dornzähnig. stumpf dunkelgrün, unterseits fein ge- 
punktet, kahl. Blüten rahrnweill. kurzröhrig, achselständig. September. Frucht dunkelviolett, 
soll Schatten wie Sonne vertragen, für Felsgärten; O. Delaväyi, Westchina, bis 1 ///, 
Triebe behaart. Blätter eielliptisch, meist scharf gezähnt, glänzend dunkelgrün, unterseits 
dunkel gepunktet, bis 2.5 cm. Blüten endständig zu .S bis S im .April (bis Mai). reinweilJ. 
langröhrig, Frucht blauschwarz, reizende Art: O Fortünei [O.japoniciis, 0. ilicifoliiis Hort, 
zum Teil), ist eine Hybride zwischen Aquijolium und dem nicht harten Jragrans. Blätter 
trübgrün, meist mit S— 10 kleineren Zähnen jederseits: empfindlich. 

Osmarönia (Nuttällia) cerasiförmis, Oregonpflaume — Rosaceen. — Steif 
aufrechter Strauch oder kleiner Baum bis .5 m. aus NW. -Amerika. .Ausläufer treibend, Blätter 
abwechselnd, sommergrün, einfach, dunkelblaugrün, unterseits grau. Blüten zweihäusig, 
gelblichweil.), in kurzen nickenden 
Trauben vor Blattausbruch, April 
bis .Wai, gut duftend; Früchte blau- 
schwarz, wie kleine Pflaumen; Kul- 
tur in gutem, frischem, humosem 
Boden in warmer, sonniger oder 
halbschattiger Lage; N'ermehrung 
durch Samen. Ausläufer, Ableger 
und krautige Stecklinge; Verwen- 
dung als interessanter Zierstrauch 
für Garten und Park, leidet aber in 
Blüte leicht durch Spätfrost, sonst 
recht hart. 

Osteome/es Schwerinae iO. an- 
tliyllid'J'olia 1 lort.). Steinapfel — F-J (i s a- 
ceeii. - Breiter, bis 2 w lioher Strauch 
aus Westchina, Triebe kurz, grau be- 
haart, Blätter abwechselnd, sommer- 
grüii, unpaar fein gefiedert, Paare 8 bis 
15, Blättchen zuletzt fast kahl, Blüten 
klein, doldenrispig, weiß, Mai bis Juni, 
t-rucht reichlich erbsengroß, klein, blau- 
schwarz, mehlig, September bis Oktober; 

Kultur am besten als Felsenpflanze in durchlässigem Boden und warmer sonniger Lage: Vermehrung 
durch Samen (nach Reife), halbreife Stecklinge unter Glas, Ableger; Veredlung auf Cotoneustcr nicht 
zu empfehlen; Verwendung in Gesteinsanlagen, wie im Garten, in rauhen Lagen etwas Winterschutz. 




Abb. .32.5. OsiiKiiirliiis Ac/iu/o/iuiit var. iluijölius 



Osterluzei — üxydC'iidrum 




Abb. 32b. Otlionnopsis cheirifoita. 



Osterluzei siehe Anstolochia. 
' Ostrya, Hopfenbuche — Betulaceen — Hainbiichenartige. bis 15 m hohe Bäume 
mit rauher, kicinschuppijrer Borke, die männlichen Blütenstände jedoch nackt überwinternd. 
Fruchtliülie sackfiirniig, die Frucht 
einschlielknd ; Kultur usw. wie 
Carpiniis. 

O. carpinifölia (U. \'irginiaria 
var. carpinifölia , Ü. viiloaris), süd- 
liches iMittel-, Südeuropa von Ita- 
lien ostwärts und West-Kleinasien, 
Triebe ohne Drüsenhaare. Blätter zu- 
letzt unterseits bis auf Achselbärte 
und Rippe kahlend. Fruchtstände 
meist über 4,.s cm lang; O. \ irgh 
niana (O.viri^inica), 0. -Nordameri- 
ka, ähnlich, aber Triebe stets ohne 
Drüsenhaare, Blätter spitzer, auch 
jung oben kahl ; O. Japönica (O. 
virgirüca var. japönica. 0. italica 
var. virginiana Wkl. zum Teil), .la- 
pan. Mittelchina. stärker behaart 
auf Trieben und Blattunterseiten. Fruchtstände meist kürzer, gilt als vielversprechend. 

Ostryöpsis Davidiaaa, Scheinhopfenbuche — Betulaceen — Haselnußähnlicher Strauch aus 
Nordchina und der Mongolei, bis ?, m, Winterknospen stumpf. Blätter herzeiförmig, fast lappenzähnig, 

unterseits behaart, Nüßchen ganz in 
röhrig vorgezogene Hülle eingeschlos- 
sen, kopfartig an Stiel vereint; Kultur 
. ^- und Vermehrung vielleicht wie Con'- 

liis; Verwendung im Garten und Park 
in geschützten Lagen. Sehr interessant 
O. nöbilis, Gebirge von Westyunnan, 
bis 4 m, Blätter größer, bis 12 : 10 cot, 
unterseits dick braunfilzig, Nüßchen 
mehr lockertraubig vereint, in Schott- 
land in Kultur. 

Othera japoalca siehe //c.v. — Othe- 
ra Orixa sielie On'xu. 

Othoana crassifölia Harvey iO.ca- 
pi'nsisl, eine alte Kalthauspflanze, soll 
sich zuweilen jahrelang in Südtirol im 
l-reien halten lassen. 

Othonnopsis chelrifölia: algerische 
halbstrauchige Composite wie Abb. 
.S2t), Blätter zungenförmig, dicklich, 
bläulich bereift, Blüten achselständig 
L;elb, Mai; für erfahrene Pfleger und 
warme sehr sonnige trockne Lagen in 
Felspartien. 

Oxelbirne siehe Sorbus intermedia. 
— Oxycöccus siehe Vaccinium. 

Oxydendrum arböreum (An- 
(Iröiiicda I Lyonia I arhorcal. Sautr= 
bäum — Hricaceen. - Baum- 
artiger Strauch oder kleiner, bei uns 
kaum über ,5 /// hoher Baum (.Abb. 
Ml) aus O.- Nordamerika. Blätter 
yiegenständig.sommergrün. einfach, 
P)lüten weil.i.in bis 20cm langen Ris- 
pen, .luni bis .August. F'rucht .s klap- 

, . , c . , pige Kapsel; Kultur in nicht zu 

Vilendnitn arböreum. Sauerhaum, 3 /;/. '^ f A . , ■ , ■ ... 

.\ i'urpu-, Hori ik-^st wccncr I schwercm Oartenbodcu ni halb- 




OxvdL'udrum — Paeönia 




vlohüs urbiitifoliii. 



schattiger, warmer Lage; X'ermehrung durcli Samen. Ableger und Stecklinge wie Rho- 
dodendron: Verwendung als schön blühender Strauch für warme Gegenden. 

Oxylobus \A};eniliim\ arbutifölius 
— Compositen — Mexikanischer üc- 
birgsstrauch wie Abb. 328 mit weißlichen 
Blütenköpfchen; Kultur usw. etwa wie 
Euputüriiwi. 

Ozothämnus iPet(i/o/('p/s) rosma- 
rinifölius {/ie/ic/irysiim üiosiuae/oliwn 
oder losniuniiifotiitnn. Straucbimmor- 
teile: immergrüner, australischer <.\is- 
«/>(/«- ähnlicher Strauch, mit linealen 
drüsigen Blättern und weiüen Blüten- 
köpfchen in Ebensträußen, für den das 
bei dieser Gattung Gesagte gilt; emp- 
findlich. 

Pacbistima siehe Pachystima (Pacliy- 
stigma). — Pachyrrhizus s\ehePuerari(i. 

Pachy Sandra terminälis - 

Euphorbi ac een. — Niedriger, 
immergrüner, staudenartiger Halb- 
strauch (.Abb. 2r<} aus .lapan, Aus- 
läufer treibend, ijlätter abwechselnd, 
einfach, glänzend grün, rhombisch- 
oboval. im oberen Teile grob ge- 
zähnt. Blüten weiL'ilich grün, duftend, 
endständig, April; Kultur in jedem frischen Qartenboden. am besten in halbschattiger Lage; 
X'ermehrung durch Teilung und Wurzelschnittlinge; \'er wen düng als wertvolle Halb- 
schatten- und Einfassungspflanze. Die var. variegara hat weißlich gestreifte Blätter. — P. 
procümbens aus 0.- Nordamerika hat längere, seitenständige, mehr purpurliche Blüten- 
stände, ist nicht ganz kahl, sommergrün, blüht etwas früher und ist eigentlich eine Staude. 

Pachystima I Pachystigma) Myrsinites (Myginda und Oreoplula myrtifolia). Dick" 
narbe — Celastraceen. — Niedriger, ausgebreiteter, bis 0,5 /// hoher, immergrüner 
Strauch, aus NW. -Amerika, an Evonymus kewensis gemahnend. Blätter gegenständig, breit 
elliptisch, bis 2.5 an. Blüten rötlich, unansehnlich. Frucht einsamige Kapsel; Kultur in gut 
durchlässigem Boden in schattiger, trockener Lage; Vermehrung durch Samen. Ableger, 
reife Stecklinge unter Glas: Verwendung für üesteinspartien, in Kultur selten, aber sehr 
anpflanzungswert, vor allem P.Cänbyi aus Virginia, mehr niederliegend, wurzelnd, Blätter 
schmäler, fein gezähnelt, kaum über 1,2 c/«, in sehr rauhen Lagen leichten Winterschutz. 

Pädus siehe unter Prunus (Gruppe Padus). 

Paederia Wllsönii: hochschlingende Rubiacee aus Mittelchina. Triebe behaart, Blätter lang- 
gestielt, gegenständig, Wintergrün, eilanzettlich, Blüten in achselständigen Rispen, rahmgelb mit pur- 
purn, etwas fliederartig, Sommer; war einige Zeit im Arnold Arboretinn, auch bei Hesse, noch zu er- 
proben. 

Paeönia suffruticösa (P.arbörea. P.Moütan). Baumpäonie — Kanunculaceen. 
— Prächtiger, chinesisch-japanischer, 0..5 bis fast 2 w hoher ßlütenstrauch (.Abb. 3291. Blätter 
sommergrün, abwechselnd, meist doppelt dreizählig, blaugrün. Blüten einzeln. groLk einfach, 
tiefpurpurn, Ende .Wai bis Juni, Frucht aufspringende Balgfrucht; von dieser Art gibt es viele 
Kultursorten, unter denen wir hervorheben: „Athlete", lilaweilj mit purpurner Mitte, gefüllt, 
sehr grol.iblumig, „Bijou de Chusan", weiß, gefüllt, „Elisabeth" feurig rosa, gefüllt, fragrans 
maxinia plena. lachsrosa, Regina belgica. lachsrosa, „Souvenir de Üucher", tiefrot, „Triomphe 
de Gand", kupfrigrosa; Kultur in recht nahrhaftem, etwas frischhumosem, sehr tiefgründigem 
Boden, zur Triebzeit reichlich Wasser, im Winter Bodendecke, Lage warm, sonnig, geschützt; 
X'ermehrung durch Wurzel Veredlung auf Staudenpäonien im Spätsommer unter Glas; 
Verwendung als herrlicher Blütenstrauch für Rabatten. Gruppen. Einzelstellung. X'orpflan- 
zung;in rauhen Lagen et was Winterschutz. — Sehr interessant sind die chinesischen P. lutea, 
Blüten sattgelb, einfach, ziemlich klein, unter Laub versteckt (Abb. 3.M)i. und P. Delavayi, 
Blüten dunkelpurpurn. \'on P. Intea gibt es Hybriden mit P. arborea: P. Lemoinei, hierher 
die Sorten „L'Esperance", „La Lorraine" u. a., die wertvoll sind. 



Paliiinis- Parrötia 




Abb. 329. Ih 



\ arborea, Baiimpäonie, rosafarbene, gefüllte üartensorte 0,6 / 



Paliürus Spiaa-Cbristi (Rliainaus Paiuirus, Zizypims Paliurus, P. australish Stechdorn, Christ- 
dorn — Rhamnacee. — Mediterraner, dicht ausgebreitet verästelter Dornstrauch oder baumartig. 
Zweige mit den verdornten Nebenblättern besetzt, Blätter abwechselnd, sommergrüii. einfach, stumpf- 
eiförmig, kaum über 5 cm lang, Blüten grünlich, unansehnlich, Frucht braunrot, trocken, kreisförmig 
geflügelt; Kultur in trockenen, sonnigen, steinigen Lagen nur im Süden des Gebietes; Vermehrung 
durch Samen (stratifizierenli, Ableger, Wurzelschnittlinge; Verwendung im Süden als gute Hecken- 

pflatize, hält im Weingebiet in geschütz- ' ' ' 

ten Lagen bei uns aus, in Aschatfenburg 
große Sträucher; härter vielleicht A^. 
orientälis, Mittelchina, bis 12 m. Blät- 
ter 6 bis 12 cm, deutlich zugespitzt, 
Frucht größer, purpurbraun, zierend. 

Palmenlllie siehe Yucca. — Pänax 
horridum siehe Izdiinopunax. — Panax 
ricinifolium, P. sessilif/orum und P. 
sessilifolium siehe Accfil/iopanax. — 
Pantoffelblume siehe Calccnlarni. - 
Papau siehe Asiiiiiiia. Paplermaul = 
beerbaum siehe /iroi/ssunelni. — Pap» 
pel siehe Popu/i/s. — Papyrius siehe 
Broussonetia. — Paradiesapfel siehe 
Malus pumilu. — ParrötiaJacquetnon- 
tiana siehe Parroliopsis. 

Parrötia persica, Parrotie 
— Hamamelidaceen. — Bis über 
4 /«hoher, baumartiger Strauch (Abb. 
3.5 1 ) aus Nordpersien. Stammrinde 
platanenartigabblätternd. Blätterein- Abh. ,vvi. 




Parrötia-- Partlienocissus 




331. Parrötia pi'rsica, 3 m hoch, 4,50 //; Durchm. (Phot. A. Purpiis 



fach, stumpf oboval-oblong, grobgezähnt, jung rot gerandet, im Herbst sehr hübsch goldgelb 
mit Scharlach gefärbt. Blüten gelblich mit roten Staubblättern in kopfigen seitlichen Ähren mit 
tiefbraun behaarten Hochblättern, im April bis Mai, vor den Blättern. Frucht 2 zellige. gehörnte 
Kapsel; Kultur in jedem gut durchlässigen nahrhaften Gartenboden in geschützter Lage, 
in rauheren Gegenden in Jugend Winterschutz und später wenigstens Bodendecke; Ver- 
mehrung durch Samen, Ableger, krautige Stecklinge unter Glas ; \' e r \v e n d u n g besonders 
wegen der wundervollen Herbstfärbung im großen Garten und Park; Holz sehr hart. 

Parrot/öpsis Jacquemoniiaaa (P. invotucnila, Parrötia Jacqiiemontidna, Fotliergilta involiicrata). 
Scheinparrotie — liamam clidaceen. — Der Parro/ia persica ähnlicher, auch sehr an Corv/us er- 
iimcrndcT, bis 3,5 m hoher Strauch aus Kaschmir und Afghanistan, unterscheidet sich hauptsächlich 
von Parrötia durch rundovale, beiderseits sternhaarige Blätter und die großen, hellen, häutigen (nicht 
dunklen, schuppigen) Hochblätter, die den Blütenstand unihiillcn: Kultur usw. wie A//T()//V;,aherHerbst- 
färbung nur gelb, für Qehölzfreunde in milderen Gegenden. 

Parthenocissus (Psddera, Quindria, auch als Ainpelöpsis und Vitis gehend). Wilder 
Wein, Jungfernrebe — Vitaceen - Sommergrüne Schling- und Kletterpflanzen, wie 
Ampclopsis. aber Zweige ohne Einschnürung über den Knoten. Rankenenden fast stets mit 
Haftscheiben . diese zuweilen aber schwach entwickelt. Pjlätter fingerförmig ?> bis .S (selten 7 ) 
zählig. Blumenblätter frei, ausgebreitet. Früchte blauschwarze oder schwarze Beeren ; Kultur 
usw. wie Ampclopsis, siehe auch die Arten; unentbehrliche Schlinggewächse. 

A. Blätter einfach. .3 lappig oder 3 zählig an selber Pflanze: P. tricuspidäta (l'itis i/i- 
constans, Ampclopsis Veitchii var. robust a Hort.. Amp. Hof^ffii und Ainp. Japoiüca Hort.). 
.lapan. Mittelchina. üppige gut kletternde Art. an jungen Pflanzen und an Fndtrieben Blätter 
herzeiförmig, kaum gelappt (dies die /-". oder Amp. oder Vitis Veitchii) oder 3 zählig. während 
an älteren Pflanzen die meisten Blätter herzeiförmig tiefdreilappig sind und bis fast 20cm 
breit werden, oberseits glänzend grün, imterseits hellgrün und meist an Nerven behaart. Blüten 
im .luni bis .luli. an 2 blättrigen Kurztrieben, gelbgrün. Früchte blauschwarz bereift. September 
bis Oktober; sehr wertvolle Art. von Formen zu erwähnen \üx. purpürea {Amp. l'cicliii ydr. 



Parthenocissus — Paulöwnia 



283 



atropiirpurca. Aiiip. „Gloire de Boskoop"), junge Blätter purpurn, soll sich auch früher färben, 
ebenso var. Löwii (Anip. Lowii) mit kleineren Blättern. Herbstfärbunjr aller l-ormen sehr 
schön orange und Scharlach; \'er- 
mehrung meist durch N'eredlung. 
seltener durch krautige Stecklinge; 
nahe steht P. himalayäna, die 
in der westchinesischen var. rU' 
brifölia ( 1 'itis riihrij'oliaj neuer- 
dings in Kultur gekommen ist. 

B. Blätter 5 zählig: P. Henry 
äna, iWittelchina. Triebe vierkan- 
tig. Blätter oberseits samtgrün, 
meist silberweil.) gefleckt und röt- 
lich geädert, unterseits purpurn 
überlaufen, wie Abb. ii2. im 
Herbst ganz gerötet, sehr hübsch, 
aber nur für recht warme Lagen ; 
P. quinquefölia (in den Gärten 
meist als P. hederäcea, Amp. 
virginia/ia). östl. und mittl. Ver- 
einigte Staaten. Ranken mit 5 bis 
1 2 zweizeilig gestellten. Haftschei- 
ben tragenden Verzweigungen 
(Selbstkletterer). Blätter unterseits 
matt, meist weil.ilichgrau. Blüten- 
stände sich zu endstiindigen be- 
blätterten Rispen drängend, .luli 
bis August. Frucht blauschwarz. 
September bis Oktober, hierher 
die Formen var. murörum (P. 
und Amp. radicaritissiiiia. Amp. 
miiralis), Ranken mit etwas kür- 
zeren und zahlreicheren (bis 12. 
beim Typ bis 8) Verzweigungen. 
Blättchen breiter, sehr guter Klet- 
terer, aber vielleicht nicht ganz so 
hart, ähnlich var. Saint-Paiilii 
(P. und Amp. Saint-Paiilii), Triebe und Blattunterseiten mehr behaart, färbt sich besonders 
gut im Herbst, var. hirsuia (P. hirsiita, P. piihescens. Amp. Graelmeri). Ranken wie T\p. 
Behaarung wie vorige Form, treibt rötlich aus. geht auch als raclicantissima. var. Engel- 
männii \P. und Amp. Hngclmannii). wie Typ. nur zierlicher belaubt; P. vitäcea [P. diime- 
tönim. P.laciniata. Amp. (iiiinqiiefolia vieler Gärten. Amp. quinquefölia \-ar. vitacca). echter 
wilder Wein, nördlicher in Nordamerika. Ranken mit nur 2 bis 5 stark verlängerten und 
nicht windenden Verzweigungen. Haftscheiben nicht oder nur schwach entwickelt. Blattunter- 
seiten glänzend hellgrün. Blüten .luni bis .luli. Früchte ab Juli, hierher var. macropylla 
(Amp. macropliylld, Amp. quinquefölia var. latifolia, Amp. Roylei). Blättchen elliptisch, bis 
20 cm breit, var. laciniäta iP. quinquefölia var. incisa oder laciniata), Blättchen schmäler, 
eingeschnitten gezähnt, mehr gelbgrün; diese Art ist die härteste; nur für warme Lagen 
eignet sich die sehr hübsche mittelchinesische P. Thomsönii (P. Höniyana var. glaucc'scens. 
Amp. Tliomsonii). Ranken mit 3 bis .S Haftscheiben tragenden Zweigen, Blättchen bläulich 
grün, länglich elliptisch, jung und im Herbst schön purpurn, Blütenstände den Blättern gegen- 
ständig. Früchte schwarz. 

Pasänia siehe Oin-rnis. — Passerina nivalis siehe Tliymckiea. 

Passiflora caerulea, Passionsblume: Bekannter Schlingstrauch in unseren Kallliäuscrn aus Siid- 
brasilicn, Blätter fast iinniergriin. eichenförmif; h bis 7 lappig. Blüten bis 10 cm breit, grünlich \veil5 mit 
blanpurpiiriKT „Korona"; in Südtirol an geschützten Stellen sich haltend, sonst für uns lielanglos. 

Paulöwnia tomentösa (P. imperiälis), Paulo wnie — Scrophulariacecn. — 





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.^f^'^i/jäW 


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Abb. 332. Parthenocissus Henryana, junge Pflanzen. 
(Orig. : Hort. Veitch, Cooinbe wodd i 



I^auk- 



eriploca 



Jetzt schon bekannter, chinesischer, kaum über 12/// hoher, brcitkroniger 15aum (Abb. 334). 
Blätter sommergrün, gegenständig, einfach, groß, breit herzeiförmig, meist 2 bis 4 lappig 

(denen von Cutalpa ähnlich, aber 
ohne Drüsenpunktei. unterseits 
weich behaart (besonders bei var. 
lanäta aus Mittelchina. die spitzere 
Kelchlappen hat und als härter gilt). 
Blüten vor den Blättern (sich aber 
schon Ende Sommer zu Knospen 
entwickelnd!), prächtig violett, in 
endständigen großen Rispentrauben 
im April bis Mai, Frucht große Kap- 
sel; Kultur in gutem, tiefgründi- 
gem, durchlässigem, aber frischem 
Boden in warmer sonniger Lage 
(Weinklimai; N'ermehrung durch 
Samen (1-rühjahr, Haus) oder Wnr- 
zelstecklinge (warm); X'erwen- 
dung in genügend warmen Gegen- 
den als prächtigerEinzelbaum ; blüht 
aber auch hier nicht alljährlich reich; 
mehr im Norden nur als Strauch halt- 
bar, der zurückfriert, aber immer 
wieder bis über 2 /// hohe üppige 
Triebe mit riesigen Blättern treibt, 
auch so als Blattpflanze zierend. — 
Weißliche Blüten und unterseits fast 
ganz kahle kaum gelappte Blätter 
hat P.Fargesii aus Mittelchina. die 
ziemlich hart zu sein scheint; aus 
Westchina ferner P. Ducloüxii, 
Blätter eilänglich, Blüten länger, 
hellavendelblau, ungefleckt. 
Pävia siehe Aesculus. 
Pentstemoa \Pentdstcmon]. Bartfaden — Scrophiilariaceen — Sommer- oder immergrüne 
Sträucher aus dem westl. oder nordvvestl. Nordamerika, Blätter gegenständig, Blüten tranbigoder rispig. 
meist ansehnlich, mit röhrigcr etwas 2-lippiger Krone, 4 fertilen und einem sterilen Stauhhlatt. Frucht 
aufspringende vielsamige Kapsel ; K u 1 1 u r in durchlässigem, trockenerem Boden in sonniger geschützter 
Lage; Vermehrung durch Samen, Stecklinge und bei Davidsonii Ausläufer; Verwundung als 
hübschblühende Pflanzen im Steingarten, im Winter in rauheren üegenden Reisigdecke. 

A. Blätter immergrün, Pflanze ganz niedrig mit unterirdischen Stämmchen: P. Da»7dsdni7, rasig, 
bis 5 (■///. Blätter ganzrandig, bläulich grün, rundlich, Blüten lilapurpurn, bis 2,5 cm. prächtiger Halli- 
strauch fürs Alpinum. — B. Blätter sommergrün, aufrechte oder etwas rankende Sträucher: P cordi- 
folius, schlankzweigig, etwas rankend, Blätter herzeitiirinig, gesägt, Blütenstände kur/rispig, Blüten 
Scharlach, Antheren nicht wollig, in Genf hart; /■". fruticösus {P. Memii's/i var. Scoiikii. P. Scoulcri\. 
kaum über fußhoch, Blätter schmal lanzettlich, spärlich gesägt, etwas Wintergrün, kahl, Blütenstände 
traubig, violettpurpurn, Antheren wollig, Mai bis Juni; sehr nahe steht P. Newberryi [P. Menziesii var. 
Neu'herryi oder var. Robinsonii), Blätter eilänglich, stärker gesägt, Blüten rosenrot; P. heterophyllus, 
bis I ///, stärker verholzend, Blätter länglich lanzettlich bis lineal, Blütenstand locker und offen, Blüten 
rosapurpurn, nach Kesselring in St. Gallen hart. 

Peraphyllum ramosissimum, Sandbirne — Rosaceen. — Sparriger, bis 1,5 /// hoher, sonimer- 
grüner Strauch aus NW. -Amerika, Blätter abwechselnd, gehuschelt, hmzelllich, Blüten weil.) oder etwas 
rosa, in 2 — 5 blutigen Büscheln, zirka 1,8 cm breit, im .M;ii, 1-ruclit ruichlicli erbsengroß, gelb mit rot- 
brauner Backe; Kultur in gut durchlässigem, etwas sandigem Boden in sonniger, warmer Lage; Ver- 
meh rung durch Samen, Ahleger und Veredlung auf Anulancluer, auch Craliu^ms. Verwend ung als 
Felsenpflanze in milderem Klima, zur Fruchtzeit ganz hübsch, 

Periptoca, Baumschlinge — Asclepiadaceen. — Cppige, bis über bm hohe, 
sommergrüne milchsaftführende Schlingsträucher. Blätter gegenständig, einfach, glänzend 
grün, kahl. Blüten in an kurzen Seitentrieben endständigen 3 bis 12 blutigen Rispendolden, 
schmutzigviolett, duftend, Juni bis August, Früchte wie bei Asclepius, Samen mit seidigem 




Abb. 333. Parthenocissus vilcicea, Wilder We 
Baum malerisch überkleidend. (Ptiot. .a 



Perfploca — Pcröwskia 




Abb. 334. I'uillöwiüa tonieiltosa, 7 m. (Orig.: Wien, Rathauspa 



Haarbüschel ; Kult u r in gutem, frischem, durchlässigem Boden, in geschützter, sonniger Lage ; 
Vermehrung durch Samen (Glashaus), auch halbreife und reife Stecklinge und Wurzel- 
schosse, Verwendung für Mauern, an Bäumen usw. als üppige Schlingpflanzen. 

P. graeca, Südeuropa-Westasien, üppig, bis über 10m. Triebe kahl, braun. Blätter spitz 
eilanzettlich. über 2..S cm breit, Blütenstände s bis 12 blutig. Blüten bis 2.r>c/ii breit, .luli bis 
August ; weniger hart als P. sepium, Nordchina, weniger üppig. Triebe schlanker. Blätter lan- 
zettlich, lang zugespitzt, kaum bis 2 cm. breit, beiderseits glänzend grün. Blütenstände wcniger- 
blütig. Blüten kleiner, .luni bis .luli; Blätter bei beiden spät abfallend, verdienten viel mehr 
Beachtung! 

Perlfrucht sielie Margyricarpus. 

Pernettya mucronäta, Torfmyrte — Ericaceen. — Dichter, bis o.,Sm hoher, 
immergrüner Strauch, S.- Chile bis Feuerland, Ausläufer treibend, Blätter wechselständig, 
glänzend grün, gesägt. Blüten weil.!, rosa bis tief purpurn, glockig, achselständig, nickend. 
Mai bis .luni. Früchte kugelige, rote Beeren im Herbst und Winter; Kultur in etwas moo- 
rigem frischem, kalkfreiem Boden in sonniger, warmer Lage, vertragen aber auch Schatten; 
Vermehrung durch Samen und halbreife Sommerstecklinge (unter Glas), auch Ableger. 
Ausläufer; N'erwendung an geeigneten Orten im Garten und in Felsparticn. besonders 
zur Fruchtzeit hübsch. Es gibt viele Gartenformen mit helleren oder dunkleren Blüten und 
Früchten, die botanisch noch unklar sind (man vergleiche C. Schneider. 111. Handb. d. Laub- 
holzk. II.. Seite ,t3^)). .Alle verdienen viel mehr Beachtung! 

Peröwskia atripUciföUa — Labiaten. — Bis I..S/7; hoher, filzig behaarter, aroma- 
tischer, sommergrüner Strauch (Abb..?35). aus dem nordw. Himalaya und .Afghanistan, Blätter 
gegenständig, lanzettlich, gezähnt, Blüten schön blauviolett, scheinährig-rispig gehäuft. .August 
bis Oktober; Kultur in durchlässigem, mehr trockenem, sandigem Gartenboden in sonniger, 
warmer Lage; Vermehrung durch Samen, halbreife Stecklinge und .Ausläufer; N'crwen- 
dung als hübscher Herbstblühcr im Garten auf Rabatten und in grol.ien 1-elsanlagen. in 
rauheren Lagen Winterschulz, sclir kulturwert, friert gelegentlich zurück. 



/"trsea— Phellod^ndron 




Persea borbönia {!'. cuiolincnsis). Isabellenholz. ist eine ostnordaiiicrikaiiisclK' l.auracec, für die 
das bui Lilsca Gesagte gilt. Siehe aucii C. Sclineider, 111. Handh. d. Laubholzk. I., S. 3S(). 

Persica siehe l'riiniis. — Persimone 
j siehe Diospyros virfriniaiui. 

Pertya sinensis: mittelchinesische 
Coiiiposite, aufrechter Strauch, bis 
1,20 m. Triebe kahl, gerippt. Blätter ab- 
wechselnd, sommergrün, spitz eilanzett- 
lich, sattgrün, fast ganzrandig, bis S:2.h 
cm, kahl, Blütenköpfe rosa, einzeln an 
kurzen Zweigen endständig, Juni bis Juli; 
für warme Lagen ohne besuiideren Kultur- 
wert; hübscher ist P. phylicoides, West- 
yunnan. bis kaum I //;. triebe steif, rostig 
behaart, Blätter sehr klein, bis 4 mm, sit- 
zend, gebüschelt, oval, Blütenköpfchen 
einzeln achselständig, fast weiß, August, 
eigenartig, durch Forrest nach Schottland 
eingeführt, noch zu erproben. 

Perückenstrauch siehe/?/«« Cotiniis. 
— Petalolepis siehe Ozothamnus. — Pe- 
terskraut siehe Ascyrum. 

Petrophytum caespitösum (Eriogy- 
nia. Liu'lkca und Spiruca caespilosa), Ra- 
senspire — [Rosaceen. — Kleiner rasiger 
Polsterstrauch i Abb. 38) aus Utah bis Ne- 
vada mit rosettigen Blättchen, diese ver- 
kehrt lanzettlich, einrippig, dicht seidig 
oder vergrünend, und kleinen gelblich- 
weißen Blüten in straffen Ähren im Au- 
gust ; Ku 1 1 u r als Felsenpflanze mit Schutz 
gegen Winterfeuchtc, liebt Kalk; hat sich 
in Darmstadt und Petersburg gut gelialten. 
Peiteria ramentäcea [Cy/isiis raineii- 
raceus und C'. Wcldetüi, Lalnirinini ramrri- 
taceum, Qenista ramentucfu), Petterie — 
Leguminosen. — Buschiger, bis 2 m 
hoher, südosteuropäischer Strauch. Blät- 
ter sommergrün, wechselständig, Szählig, Blüten gelb, duftend, in dichten, endständigen, bis bcm hohen 
Trauben, Kelch röhrig, August bis September, Frucht flache, 2 klappige Hülse; Kultur in mehr 
trockener, warmer Lage, in jedem guten, durchlässigen Oartenboden; Vermehrung durch Samen 
oder Veredlung auf Labunmm und Caragana arborescens : Verwendung als hübscher Zierstrauch für 
Park und Rabatten, in rauheren Lagen Bodendecke, friert dort zuweilen zurück, treibt aber wieder. 

Pfaffenhütchen siehe Evonymuf:. — Pfeifenblume siehe Aristoloclüa. — Pfeifenstrauch siehe 
Plnladelplnis. — Pfingstrose siehe Paeorüa. — Pfirsich siehe Prunus persica. — Pfirsichmandel siehe 
Prunus (imygilulopersica. — Pflaume siehe Prunus (Gruppe Euprunus). — Pflaumenaprikose siehe 
Prunus ilusycarpu. 

Phellodendron, Korkbaum — Rutaceen. - Bis zirka lOw hohe, bei uns meist 
mehrstämmijre Bäume. Knospen nackt. I^lätter sommergri.in, gegenständig, unpaar gefiedert, 
gerieben ziemlich stark aromatisch riechend, am Rand durchscheinend gepunktet. Blüten zwei- 
häusig, wenig ansehnlich, grüngelb, in endständigen Rispen,. luni. Frucht kugehge. schwarze, 
fleischige, gut erbsengroße Steinfrucht; Kultur in jedem guten, nicht zu trockenen Oarten- 
boden; Vermehrung durch Samen (warm). Sommerstecklinge mit etwas altem Holze und 
Wurzelschnittiinge; Verwendung als hübsche harte Parkbäume. 

P.amurense, Mandschurei. Tracht wie Abb. 3.Ui. Rinde stark korkig, einjährige Zweige 
gelbgrau. Blätter oberseits glänzend, auch unterseits fast ganz kahl, blaugrau: gute Bienen- 
pflanze, Blüten- und Fruchtstände breit rispig; P.chinense ^P.siiiense), Mittelchina, Tracht 
wie Abb. .^37, Borke nicht korkig. Blätter unterseits behaart bis fast kahl. Blütenstände hoch 
und dicht rispig. stark nebst Ovar behaart, die Früchte in dicken, dreieckig rundlichen Büscheln, 
lange grün bleibend, noch im folgenden Jahre zur Blütezeit vorhanden!; P.j'aponicum, 
.lapan. w\c aniurcrise, aber nicht korkig. Blätter mehr trübgrün, unterseits mehr minder reich 
behaart, viel später abfallend; P. sachalinense, Sachalin, Korea. Japan, steht gewisser- 
malJen zwischen der letzten und amiirefisc. Rinde nicht korkig, einjährige Zweige rotbraun, 
Krone sehr breit ausladend, gilt als härteste Art. 



Abb. 335. Peröwskia atriplicifolia. 1 m. schwache Pflanze. 




Abb. 336. PhcUoch'ndron amiircrisi', Aniur-Korkbaum, 1,2 m. (Phot. L. Graebent-r, Karlsruhe.) 




Abb. 337. I'ltcllotli'ndmn chinciisc. 14 m. in der Heimat in Zentralchina, W.-Szetsch\van: bei \V: 

tPhul. H. 11. WiImiii: mit Gcntlnniguns; viiii Professor C. S. S.irgeiit.i 



2S8 PhiladOlphus 

Pbiladelphus ^\, Pfeifenstrauch, falscher Jasmin - Sax i f ragaceen. — 
Allbekannte sommergrüne Ziersträucher lAbb. .^.58 bis 341). Blatter gegenständig, einfach. 
Bliiten meist ansehnlich, weil.) und meist duftend, einzeln oder traubig. Frucht kreiseiförmige 
Kapsel: Kultur in jedem guten Oartenboden in sonniger oder auch halbschattiger Lage: 
Schnitt nach Blüte, im Winter altes Holz auslichten: X'ermehrung durch Teilung, reife 
und krautige Stecklinge: Verwendung als ausgezeichnete Blüten- und Dccksträucher im 
(larten und Park, man vergleiche das bei den Arten Gesagte Die Arten sind meist nicht 
leicht zu unterscheiden, die reichblühendsten 1-ormen gewöhnlich hybriden l'rsprunges. 



ALPIIABETISCHK LISTK DHR ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



acuniinatus 

Billiardii 

brachybotr\s purpurascens 

caucasicus 

colunibiaiiiis 

corditoliiis 

coronarius 

— acuniinatus 

— dianthiflofLis 

— fl. pl 

— rosaeflonis 

— Zeyheri 

Coulteri 

cymosus 

Delavayi 

Falconcri 

üordonianus 

grandiflorus 

— flnribundus 



?90 



grandiflorus laxus .... 289 

Henrvi 288 

hirsuius (Abb. .«q) .... 289 
inodorus 289 

— grandiflorus 289 

insignis 289 

Kochianus 290 

latifolius 290 

laxus Ldl 289 

— Sehr 289 

Lemoinei 289 

— maculatus 290 

— multiflorus 290 

Lewisü 289 

Magdalenae (Abb. 340) . . 289 

magnificus 290 

maximus 290 

uiicrophyllus 290 



.-ali: 



pallidus 288 

pekinensis (Abb. .'iJl I . . .290 

phantasia 290 

polyanthus 290 

pubescens Loisl 290 

— Koch et Hort 290 

purpurascens 290 

purpureo-maculatiis . . . 290 

satsumanus 290 

satsumi 290 

sericanthus 290 

speciosus 289 

umbellatus 290 

verrucosus 290 

— nivalis 2<)0 

virginalis (Abb. ?,?,S\ ... 290 
Zevheri 2')0 



P. coronarius U\ pdllldiisy. I\ caiicdsiciis), von Steiermark. Siebenbürgen und Italien 
bis Südrul.'iland. Kaukasus. Ponlus. 1 bis .3 ///, Oberhaut der Zweige abblätternd, Knospen 
verborgen, Blätter unterseits fast kahl, meist spitz eilanzettlich, Blüten zu 7 bis ') ziemlich 
dicht traubig, leicht rahmweiß, stark duftend, Kelch und Griffel außen kahl, diese gut 'Z, 
verwachsen. Ende Mai. anfangs .luni. interessant var. diantliij'lörus (var. rosaeflonis, var. 
.//. pleno) Blüten gefüllt: harte, in Blüte schöne, auch als Deckstrauch wertvolle Art, an vielen 
Hybriden beteiligt: P.cymösus. Bastard von P. Lemoinei mit P. grandiflorus oder ähn- 
licher Art, hierher nach Rehder 
die Lemoineschen Formen „Ban- 
niere", ..Conquete", „A\er de glace", 
„Norma", „Nuee blanche". ..Perle 
blanche". „Rosace" und „Voie lac- 
tee", sämtlich robuste, üppig blü- 
hende Sträucher mit abblätternden 
Zweigen und großen .S bis (i cm brei- 
ten Blüten in .5 bis '■) blutigen Cymen 
oder Trauben : P. Delavayi, West- 
china, bis 3 m. Zweige niciit abblät- 
ternd, dunkelbraun, Knospen vor- 
ragend. Blätter eiförmig, unterseits 
weißfilzig, derb. Blütenstände 7 bis 
I I blutig, dicht, cymös, reinweiß, 
duftend, etwa 3 cm breit, Kelch und 
Griffel kahl, letzte frei, Fnde Mai: 
nahe steht P. Henry i, aber junge 
Triebe und Blütenstände behaart, 
Blätter schmäler, unten nicht rauh- 
filzig, Blüten kleiner, Kelchröhre rauh behaart; P. Falconeri, Herkunft unbekannt. Zweige 
rotbraun, nicht abblätternd, Blätter eilanzettlich, fast ganz kahl. Blüten zu 3 bis 7 traubig, 




Abb. ?,M. i'liiladelplius virginalis 



Philadulplnis 




Abb. XVK P/iiliuMph 



50w Durcbmess 



weil.), fein duftend, ausgezeichnet von allen durch die lanzettlichen spitzlichen Petalen. Juni, 
eigenartig: P. hirsütus, südöstl. Verein. Staaten, bis 4 ///, wie Abb. 3.V), Triebe dicht rauh- 
haarig. Knospen frei, Blätter breit oval, stumpf grün, oben behaart, unten zottig, Blüten zu 
1 bis 3, rahmweiß, duftlos, ohne Zierwert ; P. inodorus, südöstl. X'erein. Staaten, bis 1 ,5 in. 
graziös überneigend verzweigt, Zweigrinde abblätternd. Blätter oval, beiderseits glänzend 
grün, oben angepreßt behaart, unten heller, fast kahl, Blüten einzeln an Kurztrieben längs der 
Zweige, becherförmig, bis b cm breit, schneeweiß, duftlos, Mai bis .luni, ausgezeichnete Art; 
hierher var. grandifloras (P. grandijlorus Willd., P. la.xiis Ldl.l. Blätter schmäler, gröber 
gezähnt, blüht oft auch .luli ; P. insignis ( P. Hillidrdii, P. „Souvenir de Billiard" ), Kulturform 
unbekannten Ursprungs, üppig, bis 4 /;;, Zweige nicht abblätternd, fast kahl, Blätter oft herz- 
förmig oval, oben glänzend grün, unten etwas zottig, Blüten spät im Juni bis Juli in endstän- 
digen beblätterten Rispen bis über 20, reinweiß, bis 3 ctn breit, becherförmig, wenig duftend, 
wertvoller Spätblüher; P.läxus Schrader (/-■. grandijlorus var. laxus. P. speciösiis Sehr.), 
Mittelchina, steht inodorus nahe, aber Blätter schmäler, eilanzettlich. unten stärker behaart. 
Blüten kleiner, meist früher erscheinend ; P. Letnoinei, bekannte Hybride zwischen coro- 
iiurius und niicropliyllus, doch gehen viele Formen anderen Ursprungs unter diesem Namen, 
bzw. ist Lemoinci an weiteren Kreuzungen stark beteiligt (siehe cyniosns. polyantlms. virgi- 
nalis usw.i. meist nicht über 1,5 w, graziöser Strauch. Triebe behaart, Blätter der l.angtriebe 
oval, die der blühenden schmäler, kaum gezähnt, Blüten reinweiß, duftend, meist zu 3 bis 
7 traubig. hierher die guten Sorten „Avalanche", „Boule d'Argent", „Candelabre". „Mont 
Blanc", „Manteau d'Hermine". „Mer de glace" u.a.. die zu den schönsten Zierformen zählen; 
P.Lewisii {P.Gordonianns. P. columbianus Koeh., P. cordifoliiis). Xordwestamerika, bis 4 w. 
überhängend. Zweige nicht abblätternd, Blätter oval oder eilanzettlich, grob gezähnt, unter- 
seits etwas behaart, Blüten zu 5 bis 'i traubig. weiß, kaum duftend, Kelch kahl, Oriffel halb- 
frei, Juni (bis Juli), sehr gute rcichblühende .Xrt; P. Magdalenae, Mittelchina. bis 2 ///, 
wie Abb. .MO, Triebe jung behaart, dann abblätternd, Blätter eilanzettlich. besonders unten 

Si)v.i Tarouca-.'^i.lincidcr, rnscre (■rcil,iiul-l-,iiiht!o)in)/x, 2. Aiifl.iRe. 19 



Philadelphus — PhilagOria 



dicht rauhlich behaart, mit vorwärts i^erichteten Zähnen. Nerven gerötet, ebenso Kelch und 
lilütcnstiele. Blüten weili. fast 2.5 cm breit, etwas glockig nickend, zu 5 bis 1 2 traubig, Griffel- 

grund behaart, .luni. interes- 
sant, reich bliihend; P. ma= 
Snificus, Hybride zwischen 
Inodonis und pi/bescens; P. 
nivalis {P. verrucosus var. 
nivalis). Hybride zwischen 
coronariiis und pubcsccns. 
üppig, Trauben bis 1 1 blu- 
tig, Blüten bis 6 cm breit, 
weil.i. wohlriechend, Juni, 
hierher wohl auch P. iini.xi- 
iniis : P. microptiytlus, 
südwestl. Vereinigt. Staaten, 
bis 70 cm. zierlicher rund- 
licher Busch, Triebe jung 
behaart, dann abblätternd. 
Blätter klein, spitz eiförmig. 
Blüten bis Z.bcm. weil), köst- 
lich duftend, meist einzeln, 
.luni. hübsch und wegen der 
Hybriden [Lcinoinci) wert- 
voll ; P. pekinensis, Nord- 
china bis Korea. Strauch wie 
.Abb. .541. durch kahle pur- 
purn gestielte Blätter und 
gelbliche Blüten auffällig, 
sonst wenig Kultur wert; P. 
polyänttius \P. Lemoinei 
\-ar. iiiiiltijlorus]. Hybride niit 
Lemoinei, hierher Sorten wie ..Gerbe de neige", „Pavillon blanc": P.pubescens Lois. (nicht 
Koehne. C.Schn. u.a. Autoren; P.latifölius Sehr, und der Gärten), Tennesee. Alabama, sehr 
üppig, bis über 5 ///. einjährige Triebe grau. Zweige nicht oder spät abblätternd. Blätter an 
Blütenzweigen breit elliptisch, bis 12:7 c/n. an Loden sehr grol.i, unterseits dicht rauhlich 
behaart. Blüten zu ,s bis 10 in beblätterten Trauben, bis 6 cm breit, wenig duftend, Mitte 
.luni; die piihescens Koch und der Gärten ist P. verrucosus {P. grundißoriis var. ßorihim- 
(/us). Illinois. Jahrestriebe rotbraun. Blätter schmäler, an Blütenzweigen kaum über 7 c/ii. 
Blüten zu .5 bis 7, etwa 3 cm breit, etwas nach voriger, beide wertvoll: P. purpuräscens 
{P. bracliybotrys var. purpuräscens) . Mittelchina. steht Delavayi nahe, aber Blätter kahler. 
15lüten kleiner, weniger zahlreich, Blütenstiele und Kelch purpurn gefärbt: P. purpureo' 
maculätus {P.pliiintdsia. P. Lemoinei var. maculutus). Kreuzung der /.fwo/z/c/ mit der hei 
uns nicht harten, mexikanischen Coiilteri. deren weilie Fetalen einen purpurnen Grundfleck 
haben, der sich in den Hybriden mehr oder minder deutlich wiederholt, hierher die Sorten: 
..ßtoile rose". „Fantaisie". „Nuage rose", „Oeil de pourpre", „Romeo". „Sirene", „Surprise" 
und „Sibylle", empfindlicher als Lemoinei, aber zum Teil sehr schön: P. satsumänus 
(/-". Sdtsumi. P. acuminatus. P. coronarius var. acuminalus). Japan, bis 2 m. Triebe kahl, 
Rinde graubraun, aufreißend, aber nicht abblätternd, Blätter spitz eiförmig, unten achsel- 
bärtig, Blüten zu .S bis 1 1. weiß, ?>cm breit, leicht duftend, steht coronarius nahe; P. seri' 
cäntlius, Mittelchina, ähnlich Manrdalenae, aber Blätter unterseits kaum behaart. Blüten 
kleiner. Griffel kahl; P. virginälis, etwas unsichere Hybride, an der Lemoinei oder poly- 
anthus und verrucosus beteiligt sein sollen, hierher werden gestellt die Sorten „X'irginal ', 
„.Argentine", „Glacier" und „Bouquet blanc": P. Zeyheri [P. coronarius var. '/.eyheri). 
wahrscheinlich Hybride zwischen coronarius und inodorus, breiter üppiger Busch, bis .5 ///, 
Triebe tiefbraun, wenig abblättemd, Blüten reinweiß, bis 4 cm breit, duftend, schöne Kultur- 
forin. hierher als 1-ormen A Köchianus und P. umhelldtus. 

P/ji7a^e>/aKe/tcfti7ist eine Hybride zwischen Zo/7«^(T/a/wst'ö und /%//raa6//A7/b^^^^ 




'Iiilcsia — l'luitini; 



Philesia buxifölia iP/i. iiia,L;r//(iiina\ — I. i 1 i :i c e c n. — Kleiner aufrechter, iinriiersrüner Strauch ai 
l-euerland. Chile, mit lanzettlichen, }rerollten Blättern und sehr schönen. [;roßen. einzelneu, roseurote 
wachsartigen hängenden Blüten, 
jMai bis Juni, wohl, auloer ganz 
im Süden, nur Kalthauspflanze, 
Kultur in Moorboden. Siehe C. 
Schneider, 111. Handb. d. l,aub- 
holzk. 11., S, 8ö7. 

Phillyrea, Steinlinde 

— Oleaceen. — Niedrige, 
immergrüne Sträuclier, Blät- 
ter gegenständig, einfacii. 
Blüten grünlichweil.') oder 
weil.), meist wenig ansehn- 
lich, büscheltraiibig, achsel- 
ständig, duftend, .April bis 
Mai, Frucht schwärzliche 
Steinbeere; Kultur in war- 
men, geschützten, trockene- 
ren Lagen in gut durchlässi- 
gein Boden, jung Winter- 
schutz: \'erm eh rung durch 
Stecklinge im Herbst oder 
.Ableger, auch Samen (nach 
Reife). Veredlung auf Li'ffii- 
strum ovalij'oliiini nicht zu 
empfehlen!; Verwendung 
der härteren Ph. dccora ähn- 
lich wie Laurocerasiis als 
L'nterholz. 

P. angustifölia, Mittel- 
mecrgebiet.breiter hoher (bis 
4 /«). kahler Strauch, wie /cm- 
Jolia. aber Blätter lanzettlich 
bis lineallanzettlich. bis 5 cm ; 

P.decora (P. Vilmoriniana, l\ laiirijolia. P. McdwedicwU). SW.-Transkaukasien. bis 
über 3w. Blätter h bis Kiew lang, meist ganzrandig, glänzend grün, unterseits gelblich. 
Blüten weil.'), hübsch. April, I'rucht oval, erst rot, dann schwarzpurpurn. September, sehr 
wertvoller, immergrüner Strauch; P.latifolia [P. media). Mediterrangebiet, dort baumartig. 
Blätter kaum bis San lang, gezähnt, Blüten grünlichweil,'). Mai bis .luni. Frucht fast kugelig, 
blauschwarz; zwischen dieser und P. a/ii^nistijo/ia steht P. media in vielen Formen, gilt 
als härter, alle drei mediterranen .Arten gehen auch als P. variabilis oder P. vulgaris. 

Phlömis fruticosa, Brandkraut — Labiaten. — Qelbgrau behaarter, bis meterhoher, immergrüner 
Strauch (Abb. 342 1, Blätter gegenständig, ganzrandig, Blüten schön sattgelb in ansehnlichen vielblütigen 
Scheinwirteln (L>ühjahr bis Sommeri; Kultu r nur in sehr warmen Lagen an trockeneren, sonnigen 
Standorten; Vermehrung durch Samen, krautige Stecklinge und Teilung im Frühjahr; Ver- 
wendung nur in warmen Lagen auf Uestcinspartien oder in südlicheren Gegenden als Rabatten- 
pflanzen im Garten. 

Photinia, Qlanzmispel - Pomaceen. — Immer- oder sommergrüne Sträucher bis 
kleine Bäume, lilätter abwechselnd, einfach, meist gesägt Blüten in Ebensträul.'ien oder 
Rispen, weil.!, Frucht kleiner Apfel mit bleibendem Kelch; Kultur in jedem guten Garten- 
boden. die sommergrünen sonnig, die andren halbschattig. Schnitt auf Hinkürzen langer 
Triebe im Sommer beschränkt; Vermehrung durch Samen. .Ableger und halbreife Steck- 
linge unter Glas. Veredlung aul Crataegus oder Quitte sollte vermieden werden; \'cr Wen- 
dung als Garten- und Farksträuchcr. siehe auch Arten. 

.A. Blätter sommergrün. lilüten doldig oder cbensträul.'iig an kurzen Scitentrieben \Pour- 
r/iiaea-üruppe): P. villösa U>. variabilis. Sorbus tenninalis Hort.), ,lapan, China, baum- 
artiger Strauch, bis ,S m, Blätter breit oboval-länglich. zugespitzt, scharf gesägt, oberseits 

19* 




Abb. 341. PhihuWplnis pekinensis 



Piiotiiiia — Physocärpus 




Abb. 342. Phlöniis frutici 



dunkelgrün, unterseits nur jung behaart. Blüten ebensträul.iig. Stiele warzig, .luni. Frucht 
(Mtim lang, lebhaft seharlach. Oktober bis tief in den Winter, auch Herbstfärbung sehr schön 

rot. etwas gröl.lere Früchte und auch 
jung kaum behaarte Triebe und Blät- 
ter hat var. laevis ( P. laevis. Poiir- 
tliiaea ar<ruta Hort., nicht Decne.); 
neuere noch zu erprobende Arten aus 
Mittelchina sind PASir(invuc'sia)am- 
phidöxa und P. Bcaiivcrduina, die 
sehr kulturwert zu sein scheinen. — 
B. Blätter immergrün. Blüten in brei- 
ten endständigen Rispen : I. Staub- 
blätter 2(1 (Gruppe der echten Pho- 
tinien): P.gläbra iSorhuSiiluhnis. 
Nordchina. .lapan, wie scrrulalu. aber 
Blattstiel kaum über \.2cm. Blätter 
nur bis 7.5 cm lang, gezähnt, nicht 
so scharf gesägt, für warme Lagen 
im Halbschatten : P.Davidsöniae, 
Baum.Triebegerötet. Knospen klein, 
spitz, jung Triebe behaart. Blätter 
spitz, lanzettlich -oboval. glänzend 
grün, fein gesägt, bald ganz kahl. 
" "■-"■■ — ' Blüten Mai. Frucht orangerot. Ok- 
tober, scheint ebenso hart wie P. serruläta [P. glahra var. chinc'nsis). China, bei uns hoher 
Strauch, kahl, Knospen stumpfeiförmig. Blätter aus rundlichem Grunde länglich, sehr spitz, 
fein gesägt, bis 1 5 cm. Stiele bis 2.5 cm. Blüten ab Mai. Frucht Herbst-Winter, für warme Lagen 
wertvoll. — II. Staubblätter 10 (Gruppe Heteromelesr. P. arbutifölia i/ii't. arlmtijölia 
oder sa/ici/olia). Kalifornien. Triebe und Blütenstände feinfilzig. Blätter spitz länglich lanzett- 
lich, gesägt, bis lo cm. Blüten .iuni bis .luli. Frucht November bis Februar, schöner aber 
empfindlicher als vorige. 

Pbotiaia japonica siehe Eriobotlirya. 

Phygelius capensis siehe „Unsere Freilandstauden". Dieser Kap-Strauch vvird meist als Staude 
behandelt, ist in sehr warmen (Wein-) Lagen aber auch als Strauch versuchswert. Blüten sehr hübsch 
scharlachrot. 

Phyllödoce (Menziesiu, Brydnthus) empetriförmis.yioosheide — F^ricaceen. — Niede rliegender. 
kaum LS cm hoher, immergrüner Strauch (Abb. 343) aus NW. -Amerika mit kahlen Rollblättchen und 
rotpurpurnen, offenglockigen Blüten in Doldentrauben, im Mai bis Juli; Kultur in frischem, etwas 
moorigem Boden im Halbschatten in Qesteinsanlagen oder im Moorbeete, im Winter Reisigdecke zu 
empfehlen; Vermehrung durch Samen, Ableger und Stecklinge (unter Glas); Verwendung als 
reizende Pflanze für Liebhaber. — Lbenso Ph. {Andromeda, Bryanthus, Menziesiü) caerulea (Ph. [oder 
Andrömeda, Brydntlius, Menzi^sui] taxifolia) von den europäischen, nordamerikanischen und asiatischen 
(iebirgen und Polargcbieten, ein ähnlicher Zwergstrauch (Abb. 344), Blüten mehr krugförmig, hellbläu- 
lichpurpurn. etwas später. Kultur schwierig, in Sphagnum. 

Phyllödoce erecta siehe Pliyllotlianms. — Phyllostächys siehe unter Rambusaceen. 
Phyllothämus erectus (Bryanthiis erictus, Phyllödoce erecta). ist ein Bastard zwischen Phyllödoce 
cmpelriformis und Phyllolliamus Chamaecistus. bis 25 cm, Blätter lineal, fein gezähnt, kahl, Blüten einzeln 
auf drüsigen Stielen zu 4 bis 10 an den Zweigenden, breit, röhrig-glockig; Kultur wie die Eltern. 

Physocärpus ( Opiitdster). Blasenspire - Rosaceen. - Sommergrüne Sträucher. 
Zweigrinde abblätternd. Blätter abwechselnd, einfach, gelappt. Blüten weil.'i. in endständigen, 
halbkugeligen Doldentrauben im Juni (bis Julii. 1-rucht Balgkapseln: Kultur in jedem 
Gartenboden, frei oder schattig; Vermehrung durch Samen (nach Reifel, Teilung. Steck- 
holz und krautige Stecklinge; Verwendung als gute Decksträucher. auch für Gruppen und 
im groüen Garten recht wertvoll. 

A. Fruchtknoten meist 4—5: I. Früchte kahl: P.capitätus iSpiraea oder Neillici capi- 
tittu, Spiraca opiilijoliu var. mollis). westl. Verein. Staaten, wie folgender, aber Blätter unter- 
seits, Blütenstiele und Kelche filzig: P. opulifölius iSpiraca oder NeilliaopiiliJ'olia). Ost- 
nordamerika, bis über 4 m. breiter, etwas überneigend verästelter Strauch, Blätter herz- 
förmig rundoval. 3 lappig, kerbzähnig, unterseits kahl. Blütenstände bis 5 cm breit. Stielchen 



irpus— l-'iltdsporui 




Abb. 343. PhyUödoce empetrij'ormis. Moosheide, 

iPlmt. A. Böcker, Hort. Arends, Ronsdurf. 



lind Kelche nur bei var. toinvuiellus bcliaart. l-rüchte di)ppelf so lang wie Kclcli. hübsche 
jung goldgelbe, später mehr gelbgrüne I-orni var. lutcitK \ \;ir. nuraisw sehr guter Deckstrauch. 
— 11. Früchte behaart, die Kelche 
wenig überragend : P. amurensis 
iSpiraea oder Ncillia amiin'nsis]. 
Amurgebiet, ähnlich aber noch üp- 
piger als opii/ijo/iiis. früher treibend, 
Blätter bis 5 lappig. Lappen spitzer, 
unterseits ähnlich capitatiis behaart. 
ebenso brauchbar. 

B. Fruchtknoten meist 2. Früchte 
behaart, wenig länger als Kelch : P. 
monogynus (Spiraca motwgyna. 
Neillia und Physocarpiis Törrcyi\. 
Felsengebirge und Sierra Nevada, 
in Heimat kaum über 0,8 m. breit 
überhängend, in Kultur oft höher. 
Blätter 3 bis 5 lappig, kaum über 
.s cm lang, Blütenstände meist nur 
.5 bis 1 blutig, hübsche Art für Ge- 
steinsanlagen. 

Picrasma quassioides (P. oder Rlnis 
ailantlwides. I'.japoiüca), Bitterholz — 
S i m a r u b a c ü e 11 . — Soiiimcrgrüiier 

/?/;«s-ähnlicber kleiner Baum vom Himalaya bis Japan, Triebe purpurrot, Blätter gelbgrün. Blättchen 1 1 
bis 19, spitz länglich oval, bis 10 cm, glänzend grün, kerbsägig, im Herbst prächtig orange und Schar- 
lach, Blüten unansehnlich, grün, in lockeren achselständigen behaarten Doldenrispen, Frucht trocken, 
beerenartig, erbsengroß, lebhaft rot, Herbst; Vermehrung durch Samen; wegen der schönen Herbst- 
färbung für kleine Anlagen zu empfehlen in warmen Lagen. 
Pieris siehe Amiromeda. 

Pimelea Traversii: kleiner immergrüner Strauch aus Neuseeland, mit Dapline verwandt und ähn- 
lich weilö oder rosa blühend; in den wärmsten Teilen des Gebietes im Freien versuchswert. 
Pimpernuß siehe Skipliyleu. 

Piptänthus ( Thcrmöpsis) nepälensis ist ein Laburniim-artigeT Strauch aus dem Himalaya mit finger- 
förmig 3-zähligen kahlenden Blättern, gelben Blüten in kurzen endständigen 12 bis 20 blutigen Trauben 
im Mai bis Juni, der bei uns in Freilandkultur kaum noch vorhanden zu sein scheint, sich aber in südlicheren 
Gegenden in geschützten warmen Lagen hält; etwa wie Peite/ia zu behandeln. Es kommen jetzt einige 
neue Arten aus Westchina in Kultur, die wohl härter sind und hübscher, z. B. P. tomentösus.in allen 
Teilen fast filzig oder seidig behaart, blüht oft schon April mit Blattausbruch, sehr beachtenswert. 

Pistäcia Leatiscus, Mastixstrauch 
— Anacardiacee n. — 1 bis 3ot hoher, 
immergrüner, angenehm riechender kah- 
ler Strauch von Dalmatien durchs ganze 
Mediterrangebiet, Blätter abwechselnd, 
2 bis .=. paarig gefiedert, Blüten unschein- 
bar, rispentraubig, Frucht schief eiför- 
mige Steinfrucht, erst rot, dann schwarz; 
Samen wohlriechend; nurganz im Süden 
des Gebietes in warmen sonnigen trocke- 
nen Lagen brauchbar; ebenso P. Tere- 
binthus mit größeren, sommergrünen 
unpaarig gefiederten, 9 bis 13 zähligen 
Blättern, üppiger; am härtesten P. chi- 
nensis, Nordchina, höherer Baum, wie 
vorige aber Triebe jung gerötet, Blätter 
paarig gefiedert. Blättchen lObis 12, spitz 
eilanzettlich, kahl. Frucht erst rot. dann 
blau; schöne Herbstfärbung. 

Pittosporum pauclflorum : mittel- 
chinesische Art, kleiner kahler Strauch 
mit immergrünen spitzlanzetllichen Blät- 
tern und gelblichen Blüten in wenigblüti- 
gen achselständigen Trauben im Mai ; soll härter sein als das bekannte P. Tohiia, das nur in Südtirol sich 
im_Freien hält. Dieser Art ähnlicher ist P. vlridiflörum (P.sinense), vom Kap, gilt auch als härter. 




Abb. 344. Plivllodoce cocnika .Pi 



*lagi;inthus -Platanus 



Plagiänthus divaricatus: kahle sparrige .W a 1 v a c e e aus Neiiscula 
Blättern und gelben Blüten, die nur in wärmsten Lagen im Süden odera 



.\\;i 



LTn 



nen ganzrandigen 
LTSiichswert wäre. 




Abb. ,^45. Pla/itcigp Cynops, Strauchwegericl 

lPh..l. .\. Purpus.l 



Plagiospcrmum sinense siehe Prin- 

sc'piii sinensis. 

Planera acuminata, P. carpinifolia 
und P. crenata siehe unter Zcllwvu. 

Planera aquätica, Wasserulme, 

aus O. -Nordamerika, ist jetzt ganz aus 
Kultur verschwunden, hält auch kaum 
aus. Was als Planera in den Gärten geht, 
ist Ulniiisfoliacea var. viminalis. U.paivi- 
fotia oder Zelkova. Vergleiche C.Schnei- 
der, 111. Handb. der Laubholzk., Bd. I., 
Seite 222. 

Planera Davidii siehe Hemiptelea. 

Plantägo Cynops, Strauchwege- 
rich — Plantaginaceen. — 10 bis 
40 cm hoher, etwas niederliegender 
Strauch (Abb. .^4,Si mit linealen, gedrei- 
ten Blättern und weiUlichen Blütenköpf- 
chen aus dem südlichen Mittel- und Süd- 
europa, der nur für Qehölzfreunde als 
Felsenpflanze Wert hat; Kultur zwi- 
schen Gestein, sonnig: Vermehrung 
durch Teilung und Samen. 



Platanenahorn siehe Acer pseudoplutantis. 

Plätanus-), Platane — Platanaceen. — Allbekannte, prächtige hohe Baume, Stamm 
hell, mit abblätternder Rinde. Blätter sommergrün, abwechselnd. ^ bis 7 lappig, grol.i. Blüten 
unansehnlich, in kugeligen Köpfchen, einzeln oder zu 2 bis 4 traubig. hängend, Einzel- 
früchtchen mit Haarkranz: Kultur in jedem guten, tiefgründigen Boden in frischer Lage, 
in rauhen Gegenden in .lugend etwas Schutz ; Ve r m e h r u n g durch Samen ( Frühjahr, wenig 
bedecken, etwas feucht und schattig halten), reife imd krautige Stecklinge (unter Glasi. 
Sorten durch X'eredlung reifer Heiser auf acerijolia: \'er wen düng als Allee- und Park- 
bäume ersten Ranges, Herbstfärbung nur gelblich, aber im Winter durch Stammfärbung und 
malerische Krone sehr hübsch. Siehe Arten. 

A. Blätter mit fünf verlängerten Lappen. Fruchtstände zu 2 bis .5 traubig, rauh mit blei- 
benden Griffeln : P. orientälis, Südosteuropa-Kleinasien, mächtige Bäume bildend. Blätter 
mit keiligem Grunde, etwa \r< bis 20 c/ii breit, nebst Stiel zuletzt kahl. Fruchtstände bis 7. 
etwa 2,5 c/ii dick. SchlieTifrüchte filzig; noch um Wien hart, gelegentlich auch nördlicher in 
Weinlagen, doch meist durch folgende und deren Formen ersetzt, die eine Hybride mit oc- 
cidentalis darstellt: P. acerifölia, in der typischen l'orm breiter Baum, untere .Aste etwas 
überhängend, Blätter bis 25 e/n breit. Grund meist herzförmig. Lappen 5, dreieckig, unter- 
seits an .Nerven und am Stiel bleibend filzig. Fruchtstände meist 2 bis .?, bis ^ an dick, Kopf 
der SchlieBfrucht kahl. Griffel im Winter oft abbrechend, hierher die weil.ibunte var. Siirr- 
neri und die gelbbunte var. aiireovariegüta (var. Kelseyäna), ferner als abweichende eben- 
falls hybride I-ormen var. hispänica \P. hispanica, P. orientälis oder occidentalis\d.x. liis- 
panica. l\ californica und P. niacrophylla Hort.l. breit aufrechter Baum, Blätter bis fast 30 cm 
breit, Grund flach herzförmig oder keilig. Lappen 5, breiter dreieckig. Behaarung wie oben. 
Fruchtstände oft einzeln, SchlielJfrüchte fast kahl. var. pyramidalis {['.pyramidalis. P. 
vulgaris oder orientälis oder occidentalis var. pyramidalis), nur jung breit pyramidal, später 
breitkronig, aber nicht überhängend verästelt, Blätter kaum über 15 cm breit, kahl, meist 
nur kurz dreilappig. Grund keilig, Fruchtstände zu 1 bis 2. bis 4 cm dick. Schließfrucht nur 
an Spitze kahl. Griffel bleibend, Laub recht hellgrün, guter Stral.ienbaum : var. cuneäta 
W. cuneata, P. orientälis var. cnncata, P. orientälis var. nepak'nsis). mäl.iig hoch. Blätter 
tief 5 lappig. Lappen gezähnt Grund stark keilig, zuletzt fast kahl, 1-rüchte selten, 3 bis 4. 
kaum bis 2 c/n dick. Kopf kahl, Griffel bleibend; P. occidentalis, östl. Nordamerika, sehr 
grol.ler Baum, Blätter 10 bis 25 rw breit, wenig oder deutlich dreilappig, Lappen kurzdrei- 
eckig, durch sehr breite Buchten getrennt. Grund herzförmig, drei Hauptnerven, die vom 
Blattstielansatz ausgehen, Rand meist buchtig gezähnt. Nerven unterseits und Stiele filzig. 
Fruchtstände einzeln, bis fast 4 c/n dick, glatt. Griffel zeitig abfallend. Schlieüfrüchte nur am 



Plataiuis — Pülygomim 




üiund und unter Kcjpf behaart; so gut wie nicht echt bei uns in Kultur. Borke im allge- 
meinen länger bleibend und kleiner schuppig. Krone mehr breit, rechtwinkelig verästelt. 

Platycärya strobiläcea (Forlunai'a chinciisis], Zapfennuß — .1 u g 1 a n d a c e e n. — In China und Japan 
kleiner Baum, bei uns nur Strauch, etwas an uhie Cuiya erinnernd, Blätter unpaar gefiedert, weibliche 
Blütenstände zur Fruchtzeit zapfenförniiij. aufrecht bleibend: Kultur in geschützten Lagen in gutem 
Boden; Vermehrung durch Samen inid Ahleger; Ve r w en düng nur für üehölzfreunde, ist vielleicht 
härter als mah allgemein annimmt, fruchtet schon als kleine Pflanze. 

Platycräter argüta, Schüsselhortensie — Saxifragaceen. — Bis etwa I m hoher zuweilen 
fast kriechender japanischer Strauch (Abb. 347), Zweige mit grünem Mark, Blätter gegenständig, salt- 
grün, scharf gezähnt, Blüten grünlichweiß mit rosa, in lockeren Doldentrauben, wenig ansehnlich, Juli 
bis September; Kultur in jedem guten Gartenboden in warmer, geschützter, nicht zu feuchter Lage, 
aber als schwierig geltend; Ve r m e h r uu g durch Samen, Ableger und krautige Stecklinge i unter Qlasi; 
Ve r w e n d u n g im Garten als hübsch belaubter Strauch für Gehölzfreunde, gute Laubdecke, in nörd- 
lichen Gegenden zurückfrierend, aber wieder austreibend. 

Platyösprioa siehe Clailrastis. ~ Podocytisus caramänicus siehe Labuniuin.— Poinciana Gilliesii 
siehe Caesalpitüa. 

Poliothyrsis s/nens/s — Fla c o u rti ace en. — In der Tracht an Idesia erinnernder, bis 10/« 
hoher chinesischer Baum, Blätter sommergrün, wechselständig, einfach, herzeiförmig, Blüten einhäusig, 
in aufrechten Rispen, wenig ansehnlich, Frucht eine trockene Kapsel, Samen geflügelt; jetzt in Kultur 
gekommen und anscheinend in gutem Boden wüchsig und ziemlich hart; Vermehrung usw. wohl 
ähnlich wie /äexia. (Siehe C. Schneider, 111. Handb, d. Laubh. II., 3öl, Fig. 243.) 

Polygala Chamaebüxus (Chamaebuxus alpestris), Kreuzblume — Polygalaceen. — Nieder- 
liegender immergrüner heimischer Zwergstrauch mit grünen Trieben und bu.xähnlichen Blättern, 
Blüten zu 1 — 3, gelblichweiß mit braunrot loder mehr minder purpurn bei var. purpumi [\a.r. gnimli- 
f/ora, var. liioc/öptera], die hübscher ist). Mai bis Juni, oft auch September. Frucht kleine Kapsel; Kultur 
als hübsche Felsenpflanze für warme grasige Hänge, gern auf Kalk; Vermehrung durch Samen, 
August-Stecklinge unter Glas; für Qehölzfreunde auch P. Vayredae aus Spanien mit linealen Blättchen 
und rosenroten Blüten mit gelbem Kiel. 

Po/vg^onum, Knöterich — Polygonaceen. - Üppige Schlingpflanzen mit sommer- 
grünen, abwechselnden, einfachen Blättern und rispigtraubigen. rötlichweil.ien Blüten und 
blütenartigen Flügelfrüchten vom .luni bis Herbst; Kultur in jedem guten, durchlässigen 
Qartenboden in warmer, sonniger Lage; Vermehrung durch Samen. Sommerstecklinge mit 
etwas altem Holze, Wurzelschnittlinge und Ableger ; Verwendung als ausgezeichnete Schling- 
sträucher für Lauben, \'eranden usw.. in rauhen Gegenden jung Winterschutz und gut sonnige 
Lage. Die Fruchtstände halten sich lange. 

P. Auberti, Westchina, steht dem folgenden nahe, aber üppiger, früher treibend, jedoch 
Blüten und Früchte oft weniger dekorativ; P. baldschuänicum, Bucharei. bekannteste 
.\rt. Zweige mit dichtem Mark, äußere Blütenhüllblätter zur Frirchtzeit kaum vergrößert: 
P. multiflörutn, .lapan, wie bahtscliuaniciitii , aber Zweige mit lockerem A\ark oder 



Polygc 



-I'upiihi 




Abb. 347. Platycniter aiguta. SchÜSSelhorteilsie 0,8 m. ll'hcit. J. Ilarlmann. P.ol.iii. <']arten, Dresden I 

hohl, äußere l^lütenhüllblätter stark vergröl.lert zur Fruchtzeit; wertvoll scheint auch P. 
lichiangense, Yunnan, zu sein, mehr halbstrauchig, nicht ausgesprochen schlingend, Ris- 
pen weil,!, ahnlich baldschiianiciini, August bis Herbst. - Ganz abweichend ist P. equi' 
setiforme (.\bb, 61) aus dem Mediterrangebiet. Zweige nur im unteren Teile mit lanzett- 
lichen Blättern. Blüten klein, weißlich, zu 1 bis ,?, an den feinen Zweigenden sich zu Schein- 
ähren häufend, für sehr warme Lagen im Felsengarten. 

Polygonum vacciaiHolium siehe ,, Unsere Freilandstauden". 

Poagelioa siehe Ailanthus. — Politische Azaleen siehe unter Rliododcndron. 

Pöpülus-'^). Pappel — Salicaceen. — Meist hohe Bäume, Blätter sommergrün, ab- 
wechselnd, einfach. Blüten in Kätzchen, gleich Früchten unscheinbar, zweihäusig; Kultur 
meist in jedem Boden, der nicht zu trocken ist. sie saugen den Boden sehr aus ; \'e r m e h r u n g 
zumeist durch reifes Steckholz, besondere Formen durch X'eredlung auf verwandte Arten; 
Samenaussaat gleich nach Reife nötig; Verwendung vergleiche bei den Arten, viele sind 
geschätzte Parkbäume, doch halten sie sich selten länger als so bis 100 Jahre. Eine Kenn- 
zeichnung in kurzen Worten ist kaum möglich. Die Blätter üppiger junger F^flanzen und be- 
sonders an Loden weichen oft sehr ab. Die Hinweise unten beziehen sich fast stets auf ältere 
[pflanzen. Man beachte die Anmerkung! 



ALPHABETISCHH LISTE DLR I-F^WAHNTEN LATI-:IN1SCH1-:N-NAMF:N. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



acerifolia 



:umi 



ata 



adenopoda 299 

alba (Abb. .350i 300 

— Bolleana 300 

— canescens 300 

— denudata 301 

— globosa 300 

— nivea 300 

— pendula 300 



alba pyramidalis 300 

— subintegerrinia .... 300 

— tonientosa 301 

angulataAit 298 

— Mchx 298 

— cordata robusta .... 298 

— missouriensis .... 298 

— serotina 298 

angustifolia 301 

arembcrgiana 300 



argentea 


. 300 


— Vera 


. 300 


atheniensis 


. 300 


Bachofcnii 


. 30O 


balsamifera Auct. . . . 


. 301 


balsaniifcra L. (Abb. 340) 


. 2'^>S 


— angustifolia .... 


. .301 




. 301 


— laurifolia 


. 301 


— Miclia\i.\ii 


. 301 



Pöpulus 



207 



balsainifcra moiiilifera . . 29') 

— pilosa 299 

— suaveolens 301 

— virginiana 299 

berolinensis 301 

hetulifolia 297 

Bogueana 300 

Bolleana 300 

Braiidegii 300 

canadensis (Abb. 3) .... 298 
candicans Ait 301 

— Auct 301 

canescens Auct 300 

— Sm 300 

charkowiensis 298 

certinensis 301 

coloradensis 301 

croatica 298 

deltoidea 298, 299 

— niissouriensis 298 

— monilifera 299 

deltoldes 298 

— occidentalis 299 

denudata 300 

dilatata 297 

lüigenei 298 

europaea 297 

L'uxylon 298 

h'argesii 301 

fastigiata 297 

forlissima 301 

Frenioiitii 299 

glahrata 301 



graL'ca 300 

— pendula 299 

grandidentata 299 

heterophylla 301 

hudsonica 297 

hybrida 300 

italica 297 

lasiocarpa 301 

laiirifolla 301 

niacrophylla 301 

marylandica 298 

Masimowiczii 301 

Michauxii 301 

monilifera 299 

— occidentalis 299 

— pilosa 299 

nionticola 300 

Morisetiana 300 

nigra (Abb. 33 1 297 

— betulifoiia 297 

— Dodeana 297 

— hudsonica 297 

— italica 297 

— plantierensis 298 

— pyramidalis 298 

— virginiana 299 

nivea 300 

occidentalis 299 

ontariensis 301 

pannonica 298 

pekinensis 301 

plantierensis 298 

Przewalskii 301 



pscudocanadeiisis ... 298 
pseudograndidentata . . . 299 

pyramidalis 297 

pyramidata 297 

robusta 29H 

Salomonii 300 

Sargentii 299 

serotina 298 

Sieboldii 299 

Silvestrii 2'»'» 

Simonii 30i 

sinensis 298 

Steiniana 30O 

suaveolens 301 

subintegerrinia 30O 

szechuanica ■ 301 

Tacamahaca 301 

— Michau.xii 301 

thevestina 298 

Thracia 298 

tomentosa 301 

tremula (Abb. 349i .... 299 

— adenopoda 299 

— pendula 300 

— sericea 299 

— villosa 299 

tremuloides 300 

trepida 300 

trichocarpa 301 

triloba 300 

Viadri 297 

virginiana 299 

Wilsonii 301 

Wislizenii 299 



ÜBERSICHT ÜBR GRUPPEN. 

I. Schwarzpappeln (Gruppe Aigeirosw Blätter beiderseits gleichfarben. grün, oberseits mit zahl- 
reichen Spaltöffnungen, durchscheinend gerandet. Stiel wenigstens unter der Spreite flach zusammen- 
gedrückt, Endknospen mittelgroß, klebrig laber kaum deutlich aromatischi, Becher der Blüten nicht 
zerschlitzt, höchstens ausgerandet, Staubblätter 6 bis über 30, Narben meist breit, Fruchtknoten und 
Frucht kahl; Borke eichenartig. Austrieb später als die meisten anderen; siehe unten. 

II. Zitterpappeln (Gruppe Trepidae): Blätter beiderseits gleichfarben, oberseits ohne Spalt- 
öffnungen, nicht immer korpelrandig, unten oft durch Behaarung grau oder weißlich, Stiele (außer 
manchmal an Lohdeni deutlich flach, Endknospen weder groß noch deutlich klebrig, Fruchtknoten, 
Frucht und Blütenbecher kahl loder nur letzter behaarti, Staubblätter meist 4 bis 15; Rinde meist 
lange glatt, graugrün oder gelbgrau. S. 2'»9. 

lil. Weißpappeln (Gruppe l.cncc): Blätter wie vorige, aber an Langtrieben oft gelappt, Blattstiele 
rundlich, Endknospen meist ziemlich klein, oft behaart, nie klebrig, Blüten und Borke wie vorige, aber 
Rinde erst noch weißlicher. S. 300. 

IV. Qroßblattpappeln (Gruppe Leucoidcae): wie vorige, aber Blätter groß und breit, Grund 
rundlich oder herzförmig, nie gelappt. Stiele auch rundlich, Endknospen aber etwas größer und klebri.u:. 
Blüten und Früchte behaart, Staubblätter 12 bis über 20. Borke zeitiger auftretend. S. 301. 

V. Bai sani p ap pe In (Gruppe Tacamaluicaw Blätter unterseits deutlich weißlich oder sehr blaß- 
grün, kahl und oberseits stets ohne Spaltöffnungen, Stiele rundlich oder vierkantig, Endknospen groß 
bis sehr groß, sehr klebrig und balsamisch ; Blüten und Früchte kahl oder behaart, Staubblätter 20—30, 
Narben meist breitlappig; Blattaustrieb früh, balsamisch, Borkebildung wechselnd. S. 301. 



1. Schwarzpappeln: A. Blattränder nicht gewimpert. Blattgrund am Stiel ohne Drüsen : 
P. nigra ( P. europaea Dode. /•'. Viadri Rüdiger) : Schwarzpappel. Huropa bis Kaukasus 
und .\ltai. brcitkroniger Baum, wie .Abb. .^.3, bis über 35 in. untere Äste fast wagrecht ab- 
laufend, einjährige Zweige rundlich. Blätter stets rhombisch, lang gespitzt, ziemlich fein 
kerbzähnig; die typische Form ist jetzt ziemlich selten in den .Anlagen, meist durch Bastarde 
verdrängt, wichtige Formen sind: vnr. betulifoiia (f. />e/iiliJ'olia. P. hiidsoniea. P. nigra 
\z.x. hudsonica, P. nigra vnr. Dodeana .Asch. & üraeb.), in Nordainerika angepflanzt gefunden, 
scheint aber früher auch bei uns verbreiteter gewesen zu sein, junge Triebe, Blätter und Stiele 
behaart; var. italica [P. italica. P. dilatata, P. pyramidalis, P. fastigiata. P. pyramidata. 



I'opillllS 



/-". sim'/Lsis Dode. P. ni^irra var. pyruiiiidalis). die bekannte P y r a m i d e n - P a p p e 1 . wolil aus 
Zentralasicn. bei nns seit alters verbreitet (hierher als l-ormen /-". (7()«7/((/ Hess . /-'. pci/i/io- 

nica Rchb.. P. Thnicia Dode. 
/-'. thevc'stina Dode); zwi- 
schen ihr nnd der typischen 
Schwarzpappel, wie auch 
der \-ar. hctiili/olia gibt es 
Mittelforinen. so \dr.plan= 
tierensis [P. plant icrcnsis 
Dode. var. Ix'fii/ifo/ici'Xynr. 
itallca) wie iralica. aber 
Blattstiele und Zweige kurz 
behaart; wichtig sind nun 
vor allem die Bastarde der 
typischen «/>//r/ mit anderen 
.Arten, so mit P. balsanüfera 
(bisher nionilifera) und de- 
ren Formen, hiervon gibt's 
eine ganze Anzahl schwer 
zu kennzeichnender, meist 
als Arten angesprochener 
und höchst verworren be- 
nannter Formen, wir nehmen 
heute als Hauptnamen auf 
P.canadensis C:^ob Mönch 
1 7S5). kanadische Pap- 
pe 1 "*). l P.inarildndicu Bosc. 
P.pscudocaiuiüc'nsisSchxm- 
der. P.eiixylon Dode). scheint 
sehr häufig zu sein, wird oft 
als nii^ra. oft als nionilifera 
angesprochen, steht in der 
Tracht in derlWitte zwischen 
beiden (Abb. 3i. wird üppiger als nigra und wächst schneller als die Eltern. Blätter reifer 
Pflanzen fast wie nigra, im zweiten Trieb denen der amerikanischen Art immer ähnlicher 
werdend, schlägt 2 bis 4 Wochen früher als letzte aus. dürfte männlich und weiblich ver- 
breitet sein: eine der halsaniifera (nionilifera) etwas näher stehende Form wäre dann P. 
anguläta Alton (nicht Michaux), jiusgezeichnet durch besonders an Lohden flügelkantige 
Zweige, breitdreieckig eiförmige, am Grunde breit abgestutzte oder fast herzförmige Blätter. 
Rand dicht anliegend gewimpert. Blattgrund am Stielansatz bedrüst, Blütentragblätter nur 
kerbzähnig: die nächste Hybride, die ebenfalls der Amerikanerin näher steht und eher als 
eine Form davon anmutet, ist P. serötina Hartig (P. angniata var. serotina Koeh.), sie 
treibt gleichzeitig mit der echten balsanüfera (nionilifera) sehr spät aus, hat die gleiche ab- 
gestutzte f^lattform und die roten Blattstiele: als forstlich wertvoll gilt auch ein Bastard 
der angnlata mit nigra var. plantierensis (oder der /-*. Engenei): P. robüsta Schneider 
(M angnlata eorduta robusta Sim. -Louis), sehr wüchsig: ganz hervorragend schöne Bäume 
bildet P. Eugene! Schneider (/-'. nigra var. italica X /••. bulsaniijera\ bei Simon-Louis ent- 
standen, breit aufrechter Baum, bis 50 w, sehr wüchsig und als Zierbaum zu empfehlen: der 
P. Engenei ist sehr ähnlich die P. charköwiensis Schroeder, die vielleicht aber eine blolJe 
Zwischenform zwischen nigra typiea und nigra italiea ist. Eine zweite Hybridengruppe ist 
die der nigra mit Arten der Balsampappcln, die dort erwähnt wird. 

B. Blattränder mehr oder minder deutlich gewimpert (vergleiche auch oben unter den 
Bastarden». Drüsen am Blaltgrund meist vorhanden (amerikanische Schwarzpappeln): 
P. baisam ifera Linne. nicht späterer Autoren (A deltoides und /-'. deltoidea \nciovum. 
P. angnlata Mchx.. P. angnlata var. niissonriensis und A deltoidea var. niissouriensis 
Henry), Ncw-^■ork bis Ohio und Florida, lioher Raum. Äste in ziemlich spitzem Winkel 
aufstrebend. Abb. .UcS, Blätter sämtlich von breit eiförmigem Umriü. Grund abgestutzt 




Abb. 348. Pöpiiliis lialsaniifera, echte nordamerikanische Schwarz- 
pappel. lOrig.: Horl. Simon-Louis. Planlic-rus); 



I><)puU 



oder fast herzförmig, Rand kerbsiigig. 12 bis 15 cm lang und Ki bis 12 cm breit; weiter 
verbreitet im östlichen Nordamerika soll sein var. vir<riniäna Sarg. lA delloidca .War- 
shall zum Teil, /-*. virginiana 

I oug.. P. monilifera Ai- 
ton. /-'. «/w/-a var. virsriniana 
Gast ig]., /-". deltoidea var. mo- 
//////t'raHenr\-).Blätter kleiner, 
meist kaum länger als breit, 
bis 10 cw, grob-kerbzähnig. 
Grund breit abgestutzt. Blatt- 
stiel oft stark gerötet, meist 
zvveidrüsig (möglicherweise 
gibt es in den östlichen Ver- 
einigten Staaten außer der ty- 
pischen halsamifera und der 
xar.virginiana noch einekahle 
l-orm, die als var. monilifera 
anzusprechen ist): eine der 
nigra betulijolia entsprechen- 
de behaarte h'orm der balsami- 
Jcra ist var. pilösa Sarg., jun- 
ge Blätter unterseits auf Rippe 
und Ner\-en behaart; P. Sar= 
genta Dode ( /-*. deltoidcs var. 
occiiU'ntdlis Rydbg., P. occi- 
dcntalis Dritt.. P. mondijera 
var. occidentalis Henry ) ist die 
nordwestliche amerikanische 
Schwarzpappel von Nebraska 
und Dakota bis Südwestkana- 
da, die nur durch mehr gelb- 
liche Triebe, kleinere Blätter 
mit längerer Zuspitzung und 
wenigen groben Zähnen ab- 
weichen soll ; die südwest- 
lichen für uns zu empfind- 
lichen amerikanischen I-or- 
men sind P. Fremöntii und 
P. Wistizenii, deren Blätter 
am Grunde wie nigra keine Abb.349. />,)/,„/,,, /„wwA/. Zitterpappel, k.,,,.: nor,. i>,.,anK ,., 
Hrüsen besitzen. 

11. Z i 1 1 e r p a p p e 1 II : P.adenöpoda i /\ trcmiiht \-ar. adcnopoda, P. Silvestrii). .\\ittclchina. 
wie Sicholdii. aber Blättter breit oval, lang zugespitzt, gesägt, lang gestielt, an jungen Pflanzen 
behaart, an älteren eng kerbzähnig und unterseits grünlich, hart, interessant, Laub lange 
haltend ; P.grandidentäta, Neuschottland bis Nord-Carolina, Baum bis 30 m. mit brüchigen 
.Ästen, Rinde sehr lange glaü. von trcmtdu abweichend durch Zweige jung filzig, auch Knospen. 
Blätter derber, gröller. unterseits mehr bläulich oder rostig weil.!, Rand auffällig läppen - 
zähnig, Blütenbecher behaart; eine Hybride mit trcnntla dürfte sein P. pseudograndi= 
dentäta Dode. hierher die hängenden [\ gracca pendula Hort.; P. Sieböldii (/-'. iremula 
vd/osa Max.i, Japan, breiter Baum bis I8/77. ausläufertreibend, wie tremiüa. aber Blätter 
tiefer grün, eirundlich, fein und gleichmäl.lig gesägt. Drüsen am Blattgrund deutlich. Stiel 
nicht über 4 cm. weniger abgeflacht, hübscher als P. tremula, Zitterpappel. .\spe. 
Hspe. Europa bis Orient und Nordostasien, bis über .^0 m. Tracht siehe .Abb. .U". Stamm 
anfangs glatt gelbgrau, dann scbwarzgrau borkig, einjährige Zweige kahl. Blätter breit rund- 
oval, etwa 3 bis 7 : 3 bis >s cm. Rand grob und ausgeschweift kerbsägig. Grund meist ohne 
Drüsen. Stiel bis hcm. bei var. vUlösa Lang (var. smcr«! junge Triebe und Blätter seidig 




Pöpulus 




Abb. 350. Pöpulus alba, große Silberpappel. (Orig,; Hort. Laxenburg bei Wien.) 



behaart, var. pendula. Triebe stark hängend, oft hochstämmig veredelt; die Aspe wird leicht 
durch Wurzelbrut lästig; in Nordamerika vertreten durch P. tremuloides (? P. athcnk'nsis 
Ludw., P. trt^pida WiWd., ? /-*. irrac'ca Ait.l ohne Bedeutung für uns, Blätter durch feine und 
gleichmäßige Serratur auffallend; zwischen P.tremula und P.alba gibt es eine oft angepflanzte 
Hybride, die meist als identisch mit der P. canc'scens Smith angesehen wird, diese gilt aber 
nach Bean u.a., da sie in England heimisch ist, wo alba fehlt, als gute Art derW'cil.lpappel- 
gruppe, sodass für die Hybride der Name P. hybrida M.B. (A ßac/io/c'/iii \W\erzb.. P. de- 
nuddta A.Br., P. Steinidna Bornni.i aufzunehmen wäre, deren Formen zum Teil aber kaum 
von canc'scens zu scheiden sein dürften, die Hybride tritt auch zum Teil in Mitteleuropa 
ziemlich häufig auf und bildet sehr schöne, der alba ähnliche Bäume, Blattform sehr variabel. 

III. We i ß p a p p e 1 n : P. alba {P. Morisetiana und P. triloba Dode), Silber- oder We i 1,1 - 
Pappel, fehlt in Nord- und Westeuropa, geht wild vom Donaugebiet durch Südeuropa bis 
zum westlichen Aliltelasien, prächtiger Baum, wie Abb. 3.S0, bis über .?.Sm. Berindung weil.i- 
grau, sehr variabel, die var. nivea {P. nivca, P. argc'ntea und urgentea vera, P. acerifölia. 
P. arembergidna und P. Saloniönii der Gärten) ist nichts als die typische .lugendform, deren 
gelappte Blätter unten dick weiß weichfilzig überzogen sind, für uns wichtig var. globosa. 
kleiner Baum mit rundlicher Krone, Zweigspitzen jung etwas rosig angehaucht, var. pen- 
dula. Hängeform. var. pyramidalis Bge. ivar. Bölleana, P. Bolleana), sehr hübsche 
P\ramidenform, Gegenstück zu nigra italica: ferner sei erwähnt var. subintegerrima 
Lge. iP. subintegerrima Dode, P. monticola Brand., P. Brandc'gii Sehn.), eine südliche 
Form aus Spanien. Nordafrika, von wo sie nach Mexico und Nied.- Kalifornien eingeführt 
wurde, Laub lederig, eiförmig oder rundlich, fast ganzrandig, für uns wertlos, zuweilen 
fälschlich mit tonientosa verwechselt; P. canescens Smith (P. alba var. canescens Ait., 
P. Boguena Dode), Graupappel, siehe oben, würde die nordwesteuropäische alba dar- 



Popiilus 301 

stellen, Blätter sehr grauwollig. aucii an Lanj^tricben nicht gelappt; P. tomentösa {/'. 
alba var. toinentosu. P. alba var. denuddui. I'. pekini'nsis. P. glabrdla Dodei, Nordchina, 
dort alba vertretend, prächtige hohe Bäume bildend, Blätter nie wirklich handlappig, an 
alten Pflanzen in Zähnung an tremula gemahnend, zuletzt oberscits glänzend grün, unter- 
seits fast kahl, nur an ganz üppigen Trieben wie bei alba weißfilzig, brauchbarer Parkbaum. 

IV. G r o ß b 1 att p a p p e 1 n : P. heterophylla, östl. Verein. Staaten, unregelmäßiger Baum 
bis 20 w, Blätter jung dichtfilzig, aus rundlichem Grunde breit oval. bis l.sa« lang, sumpfige 
Orte; P.lasiocärpa {l\l-argcsli). A\ittelchina. wüchsiger Baum, bis über 25 w. Triebe sehr 
kräftig, gelbgraubraun, jung behaart, Blätter aus herzförmigem Grunde breit eirundlich, bis 
14 :'>(■/«. an Lohden \iel größer, drüsig kcrbzähnig, glänzend graugrün, untcrseits behaart. 
Rippe und Blattstiel gerötet, sehr wertx'olle schöne Art ; P.Wilsönii, Mittelchina, Tracht p\Ta- 
midaler als lasiocurpa. Zweige kahler, purpurn, Blätter dunkelblaugrün, unterseits mehr weiß- 
lich, nicht so herzförmig und an Spitze stumpfer, scheint ebenso hart wie jene, sehr dekorativ. 

V. Balsampappeln: A. Zweige (üppige Lohden zuweilen ausgenommen) rundlich: 
a. Zweige und Blattstiele kahl; P. fortissima (P. angustifölia James, nicht Weinm.. 
P. balsamifcra var. angiislifolia\, mittlere Höhenlagen der Rock\' Alountains, Tracht p\ra- 
midal, weidenartig. Zweige bräunlich gelbgrau. Knospen nur etwa 10 nun, Blätter klein, 
lanzettlich oder eilanzettlich, beiderseits grün, kaum bis 1.? ; .? cm. Stiel 1 bis 4 cm. hübsche 
in den Blättern oft etwas an laurifoUa gemahnende Art: sehr nahe steht P. acuminäta 
[P. coloradiUisis). östl. Abhänge der Rocky Mts., Blätter rhombisch-lanzettlich, länger ge- 
stielt, nur in iWitte gezähnt; P. Tacamahäca Mill. (P. balsamifera Auct., nicht l.inne. 
siehe obenl, Balsampappel, südl. Kanada. nördl.X'erein. Staaten, großer etwas schmaler 
Baum, bis 35 ///. Zweige dunkelpurpurn, Knospen bis 15 mm. Blütenknospen größer, Blätter 
zuletzt dünn lederig. oben tiefgrün, unten weißlich, aus stumpfer Basis eilanzettlich oder 
breit oval, Stiel bis (> cm. var. Michaüxii (P. Michau.xli, P. balsamifera var. Micliaii.xii) 
ist eine mehr nördliche Form mit etwas herzförmigen Blättern, die unterseits an Nerven 
leicht behaart sind, geht oft als candicans; kahlzweigig ist auch die asiatische der snavcolcns 
sehr nahe stehende P.Przewälskii. — b. Zweige und Blattstiele wenigstens jung deutlich 
behaart: P. candicans Ait. (A ontaric'nsis Desf.. P. balsamifera var. candicans, P. macro- 
phylla Hort.), Ont ari o-Pap pel , wild nicht bekannt (dies ist Wicliau.xii). wahrscheinlich 
alte Hybride, wie Tacamahäca. aber Krone breiter, unregelmäl.iig verästelt. Zweige oliv- oder 
rotbraun, Blätter aus herzförmigem Grunde meist rundlich eiförmig, kaum länger als breit, 
unterseits reicher behaart, oberseits sehr dunkelgrün, Knospen sehr balsamisch im Frühling, 
durch Ausläufer oft lästig, sonst schön ; P. Maximowiczii (P. suaveolens mancher Autoren 
und Gärten), Ostsibirien, Nordjapan, sehr hoher Baum. Zweige dicht behaart, hellbraun. 
Blätter fast rund oder breit elliptisch, Grund seicht herzförmig. Spitze vorgezogen, Nerven 
beiderseits behaart, unten weißlich oder rostig, scharfgesägt, etwa 10 cm lang, die bis 25 cm 
langen Fruchtkätzchen oft spät abfallend, eine der allerbesten harten Balsampappeln; P. 
suaveolens (A balsamifera var. snavcolens), Sibirien. iWongolei, Nordwestchina, auf- 
rechter Baum, wie vorige aber Zweige schwächer behaart, Blätter derber, mehr o\al, unten 
sehr weiß, kleiner; nahe steht die mittelchinesischeP. szechuänica, sehr üppig und hoch. 
Triebe sehr dick. Blätter aus meist herzförmiger Basis länglich oval, oder rundlicher, drüsig 
kerbzähnig, auch hart. — B. Zweige deutlich bis fast flügelig kantig : P. laurifölia ( P. balsa/ni- 
fera var. laurifolia). Lorbeerblatt-Pappel. .Altaigebiet, bis .^0///. Krone sperrig. Zweige 
flügelkantig, hellgraugelb, Blätter glänzend sattgrün, unten wcil.Slich, eiförmig bis schmal 
lanzettlich, bis 13 : r> cm. fein oder kaum gezähnt. Stiel 1 bis 4.5 rw. hübsche .Art; P.SimÖnii. 
Amurgebiet Nordchina, oft etwas pyramidaler Baum, Triebe rotbraun. Rinde graugelb. Blätter 
eielliptisch oder meist rhombisch-oboval. Stiele meist nicht über 1 cm. gute üppig wachsende 
variable .Art; P.tn'chocärpa, westl. Nordamerika, dort sehr hoher Baum, bis über oOw. 
Triebe glänzend orangegrau. Borke zeitig einsetzend, Blätter aus etwas herzförmigem oder 
breit gestutztem Grunde oval, allmählich zugespitzt, fein gesägt, zuletzt oben glänzend grün, 
unten weiß, Fruchtknoten und Früchte dicht behaart. — Von den Bastarden der Weißpappeln 
mit anderen Gruppen sei nur genannt: P.berolinensis [P.ccrtinc'nsis). laurifölia m\i nigra 
italica, bis über 25 w. bald breitwüchsig mit stark kantigen gelbgrauen Zweigen wie lanrijolia. 
bald pyramidaler mit rundlicheren Trieben. Blätter unten nie deutlich weißlicii. Rand fein 
durchscheinend. 



Porst— Prinsepia 



Porst sifhc l.eduin. — Portlandrose siehe Rosa damascenu. — Portüna siehe Ainlromeilu. 
Potaninia mongölica ist eine interessante, mit Po/en////« verwandte zwergstrauchige Posaci 



der Mongolei, die noch niclit eingeführt 



iiirde, aber für Felspflanzenliebhaber brauchbar \vi 
(Vergleiche darüber C. Schneider, 
llandh. d. I.aubholzk.. Bd. I., Seite ,S 




Abb. .^51. Polenlilla fmtiiosa var. Veitchii, bO cm. 



Potentilla, Fingerkraut — 

1< s a c e e n. — Dicht verzweigte, 
sommergrüne, niedrige Sträuchcr. 
Pjlättcr abwechselnd, iinpaar gefie- 
dert oder gefingert. Blüten gelb oder 
weil.), einzeln oder in wenigblütigen 
endständigen Doldenrispen: Kul- 
tur in jedem durchlässigen Garten- 
boden in sonniger Lage ; Schnitt nur 
wenn nötig. Zurücknahme der ab- 
geblühten Triebe ; \' e r m e h r u n g 
durch Samen. Ableger und krautige 
Stecklinge ; \' e r \v e n d u n g als 
recht hübsche kleine Blütensträucher 
für Rabatte und Gesteinspartien: in 
rauheren Lagen im Winter Boden- 
schutz. 

P. dar urica lA fniticosa \-ar. 

(James \ eitcii aiiü >ons.( . , . n , , . t i_ -i i- 

(luhiinca. P.glabra). 1 ransbaikahen. 
niederliegend - aufstrebend (Abb. ,54). bis 0.,S m. Blättchen 5, ganzrandig, oberseits lebhaft 
sattgrün, an Spitze der Nebenblätter mit HaarbüscheL Blüten weiß. Mai bis Juni, liebt etwas 
Halbschatten: schöner ist der Bastard mit /r////(o.s-(/.- P. Friedrichsenii, erinnert mehr an 
fniticosa. aber l^aubfärbung wie davuricu. Blüten licht gelb (var. ochrok'iica\ und weilj (var. 
lencantha). vom Mai bis September: P. fruticosa, Südeuropa bis .Japan und Nordamerika, 
sehr variabeL bis 1 ' ., ni. Blättchen trübgrün, Blüten goldgelb. ,\\ai bis September, eine sehr 
niedrige, breitbuschige Form ist /-'. luicrdndru mit kurzen Staubgefäßen, für uns wichtig vor 
allem die mittelchinesischen var. albicans. Blättchen meist .^. unterseits weißfiizig, sehr ähn- 
lich ist var. Vilmoriniana, bis 1 in. aber Blüten rahmweiß, var. mandhurica, ganz niedrig. 
Blättchen graugrün. Blüten reinweil.i, var, Veitchii (P. davuricu \-ar. Veitchii. I'. Vcitchii\. 
bis I /H, Blätter mehr oder minder seidig, aber ohne die Haarbüschel der sonst ähnlichen 
niedrigen davuiica, Blüten reinweiß: var. humilis. niederliegende zentralasiatische Hoch- 
gebirgsform, sehr variabel, empfohlen fürs Alpinum: P. Salesoviana iP. Salessowii) 
aus Kaschmir. .Altai, weicht aber durch größere gezähnte Blättchen ab, Blüten weiß, zu .5 
bis 7, Mai bis Juni. — Über weitere, besonders fürs Alpinum brauchbare .Arten vergleiche 
die Hinweise bei C. Schneider, 111. Handb. d. Laubholzk. 1., S. .^2,5. 

Poterium spinosum (Sanguisorba spinosa\, Strauchpimpernell — Rosaceen. — Kleiner, 
sparrig-dorniger Zwergstrauch aus dem Mediterrangebiet mit 7 — KS zähligen Fiederblättern und unan- 
sehnlichen ährigen Blüten, der nur für südliche Gebiete in sonnig-warmen Felsanlagen in steinigem 
Boden versuchswert scheint. 

Pourthiaea siehe l'liotinia. — Prachtglocke siehe Enkiantlnis. — Prachtspire siehe E.xoclioida. — 
Praerierose siehe Rosa setigeni. — Preißelbeere siehe Vaccinium Vitis-Iduca. — Priaos siehe //c.v. 

Prinsepia sinensis { I'la};iospc>rniuni sinerisc) — Rosaceen, — Dichter überhängender, 
breiter Strauch bis I ..S ///, Zweige mit gefächertem Mark und spitzen kurzen Dornen, unter denen 
die sommergrünen Blätter stehen, diese sehr spitz eilanzettlich. kahl, oberseits satt- aber stumpf- 
grün, unten hellgrün, oft an Kurztrieben gehuschelt, Blüten zu 1 bis 4 achselständig, klein, leb- 
haft gelb, stark duftend. iWärz-April. Früchte eiförmig, etwa 1 cm lang, scharlachrot, August, 
eßbar: sehr hübscher harter, früh treibender Strauch : K u 1 1 u r in gut durchlässigem Gartenboden 
in sonniger Lage: X'ermehrung durch Samen (nach Reifet krautige Stecklinge und .Ableger: 
\'er Wendung als schöner Oartenstrauch, sehr auffällig, durch frühen Austrieb: im .Arnold 
.Arboretum in Kulturauch P.uniflöra, Nordchina, Blätter schmäler, meist gesägt, Blüten weiß, 
kürzer gestielt, F'rucht schwarz, bereift: die empfindlichere P. ütilis aus dem Oslhimalaya 
und W'estchina hat traubige Blütenstände, mit mehr als I o Staubgefäßen und die grünen Zweige 
sind sehr dornig, ist im -April zur Blütezeit sehr hübsch und in warmen Lagen zu versuchen. 




I^rinsepiu sinen. 



Provinzrose siehe Rosa gullica. — Prunöpsis Lindleyi siehe Prunus Iri/o/xi. 
Prunus") (einschließlich Am\%r(/ali/s. Ci'/asiis. Laiirocerasus und Rcidiis). Pflaume, 
Kirsche — Rosaceen. — X'ielgestaltige, sommer- oder immergrüne Baume und Sträucher. 
meist schönblühend oder fruchtend, vergleiche die einzelnen Gruppen !; X'ermehrung 
meist durch Samen, krautige Stecklinge und N'eredlung; Schnitt der frühblühenden Grup- 
pen nach Blüte. 

ALPHABETISCHE LISTE DER I-:RWAHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.! 



acida ^\\ 

— marasca 311 

— semperflorens 311 

alleghaniensis (Abb. 3tibl .314 
americana (Abb. 303) . . .314 

— nigra 314 

amygdalopersica 305 

Amygdalus 305 

— praecox 305 

angustifolia 314 

aproniana 311 

Armeniaca 314 

— manshurica 314 

— sibirica 315 

Arnoldiana 306 

austera 311 

autunnialis 30'l 

avium 311 

- diiracina 311 

— .luliana 311 

-- pendula (Abb. 358) . . .311 

— plena 311 



baldschuanica 305 

Besseyi 30ö 

bifrons 30b 

blireana 313 

Blireiana . . 313 

— Moseri 313 

borealis 311. 314 

Botan 313 

bracteata 310 

Bungei 30ö 

canescens 310 

Capollin 316 

caproniana 311 

Capuli 316 

carthagena 316 

cartilaginea 316 

eerasifera 313 

— atropurpurea . .313 

— divaricata 313 

— Moseri 313 

— Pissardii (Abb. .302) . .313 
Spaethiana .... 313 



eerasifera Pissartii . . . .313 

Moseri . .313 

Cerasiis 311 

— avium 311 

— Chealii pendula .... .10'» 

— globosa 311 

— marasca 311 

— plena 311 

— pumila 311 

— ranunculiflora . . 3i i 

— Rhexii . . 311 

— persiciflora 311 

— semiplena 311 

— semperflorens 311 

— Chealii pendula . . 30^) 

Chamaecerasus 311 

cistena 306 

communis Huds 313 

— Stokes 305 

— albaplena 305 

— purpurca . . . . -^05 

— roseoplena 305 



304 



coiiadenia 310 

coiiciniia 310 

Conradinae 308 

consociiflora 313 

cornuta 315 

dasycarpa 313 

Davidiana 305 

— alba 305 

— albiflora 305 

— rubra 305 

deiiiissa 315 

depressa 306 

discadenia 311 

divaricata 313 

doniestica 313 

— insititia 313 

— Myrobalana 313 

— oeconomica 313 

dulcis 311 

effiisa 311 

eniinens 311 

Fetizliana 305 

floribiinda 308 

Fontanesiana (Abb. 359i , .311 
fruticosa 311 

— pendula (Abb. 3b0i . . .211 

gigantea 305 

glandulosa 30t) 

— albiplena 306 

— fl. pl 306 

— rosea 306 

— sinensis 306 

graeca 311 

■Grayana 315 

Herincquiana 309 

— ascendens 309 

hortulana 314 

hiuiiilis 306 

ichangana 313 

ilicifolia (Abb. 370) . . . .317 

incana 306 

iiicisa 310 

insititia 313 

involucrata 308 

itosaltra ascendens .... 309 

itosakura 309 

ivvagiensis 310 

japonica 306 

— Engleriana 307 

Lannesiana 307 

— albida 307 

— grandiflora 307 

— japanische Formen . . 307 

— subfusca 307 

iatifolia 314 

Laucheana 316 

Laurocerasus (Abb. 368) . .31h 

— Bertinii 316 

— caucasica 316 

— magnoHaefolia . . . .316 

— Otinii 316 

— schipkaßnsis 317 

Fiesserana 317 

Mischeana 317 

Zabeliana 317 

— serbica 317 

Leveilleana 308 

Jobulata 310 



lusitanica lAbb. 3()'»i . . . .^17 

— pyramidalis 317 

Maacliii (Abb. 367i .... 315 
Mahaleb (Abb. 3611 . . . .311 
— chrysocarpa 311 

— xanthocarpa ^11 

Makinoana 3(i9 

mandschurica 314 

marasca 311 

maritima (Abb. 365) . . . .314 

Masu 313 

Maureri 306 

Maximowiczii (Abb. 357) .310 

mesadenia 308 

mexicana 314 

Meyeri 315 

microlepis 309 

— Smithii 309 

Miqueliana 309 

mira 305 

Mume 315 

— roseiplena 315 

Myrobalana . 313 

niyrtifolia 311 

Naden 308 

nana Stokes 306 

— Duroi 316 

— alba 306 

nigra lAbb. 3()4i 314 

nikkoensis 3!0 

nipponica 310 

odorata 311 

oeconomica 313 

Padus 315 

— aurea 315 

— comnnitata 315 

— cornuta 315 

— fl. roseo 315 

— japonica 315 

— leucocarpa 315 

— plena 315 

— rotundifolia 31t) 

— Watereri 315 

paracerasus 308 

pendula . 309 

— ascendens 309 

pennsylvanica 311 

persica 305 

— atropurpurea 305 

— camelliaeflora 305 

— magnifica 305 

— nucipersica 305 

persicifolia 311 

persico-amygdala .... 305 

persicoides 305 

Petunnikowü 306 

Petzoldii 306 

pilosiuscula 310 

Pissardii 313 

— Moseri fl. pl 313 

Pissartii 313 

planteriensis 313 

prostrata 30() 

— bifrons 306 

prunella 306 

pseudo-cerasus Hort. . . . 307 

— Ldl .308 

— hortensis 307 

— sachalinensis 308 

— Sieboldii 308 



pubigera 316 

— obovata 3lii 

— Prattii 311, 

puddum tibetica 3o9 

pumila Fritsch 311 

— Linn6 30b 

— Bessevi 306 

— pendula 311 

Regeliana 315 

Rosebudii 306 

rufomicans 31() 

sachalinensis 308 

salicina 313 

Salzeri 315 

Sargentii 308 

semperflorens 311 

sericca 316 

serotina 316 

— cartilaginea 3l() 

serrula tibetica 309 

serrulata 307 

— albida 307 

— albo-rosea 308 

— fl. lutes pl 307 

— japanische Kulturformen 308 

— Lannesiana 307 

— pubescens 308 

— rosea 308 

— sachalinensis (Abb. 353i. 308 

— speciosa 307 

— spontanea 307 

— Veitchiana 308 

Shiuri 311) 

sibirica 311.315 

Sieboldii 308 

Simonii 314 

sinensis 3()() 

spinosa 313 

— plena 313 

— purpurea 313 

Ssiori 316 

subhirtella .309 

— ascendens 309 

~ autumnalis 309 

— Fukubana 309 

— pendula 309 

susquehanae 306 

Sweginzowii 306 

tatsienensis 310 

— pilosiuscula 310 

— stenadenia 310 

tenuiflora 308 

tomentosa 306 

triflora 313 

triloba 306 

— fl. simpl 305 

— Petzoldii 306 

— plena 306 

ulmifolia 306 

Veitchii 308 

verecunda 30S 

virgata 306 

virginiana 31(> 

— demissa 315 

— leucocarpa 316 

Watereri 308 

Watsonii 314 

yedoensis 308 

— nudiflora 308 

Zappeyana 310 



Tafel XII. 




r m-:m- 




Frühlingsszencrie iBlulbuche und BirktMil im Parke zu Laxcnburg. 



305 



Bi;SlLM.\\UNUSL'BI-.USICHT l-CK Dil'. llAUPTGRUPlMiN. 



A. Blüten einzeln oder zu mehreren sclieiniioldig oder doldentranbig oder kurztraubig (dann Trag- 
blätter deutlich und bleibend, Trauben selten über 8 blutig). 

1. Blätter in Knospe (beim Austrieb kenntlich) gefaltet (konduplikat; d. h. die beiden Spreitenhälftcn 
längs der Mittelrippe wie ein Bogen Papier zusammengelegt) 
a. Gruppe I /Imy^da/us (M a n d e 1 und Pf i rs i c h): Blüten einzeln aus seitlichen Knospen am 

alten Holze vor den Blättern, 1-rucht trocken, samtig behaart (Mandel) oder saftig (Pfirsichi. 

Stein gefurcht und gelöchert (nur bei I'. mini glatt); siehe unten, 
h. Gruppe II Cerasus (Kirsche): Frucht stets saftig, Blüten mit oder nach Blaltausbruch, meist 

ziemlich lang gestielt. S. 306. 

1. Knospen zur Blütezeit gedreit, mittlere Laubtrieb, seitliche Blüten bringend am alten Holze: 
Blüten meist vor den Blättern, Stiel des Blütenstandes die Knospenschuppen nie überragend. 
Blütenstiele auffallend kurz, nur bei pumila und Verwandten bis 10 (15) mw; kleine, selten 
höhere Sträucher (Untergruppe Microci'rasus). S. 30b. 

2. Knospen einzeln über Blattnarbe, oft an Kurztrieben gedrängt, Blüten oder Blätter bringend, 
Blattstiele länger, Blütenstände doldig und sitzend oder doldentranbig verlängert (Untergruppe 
Typocerasus). S. 307. 

ä) Kelch aufrecht abstehend oder seltener ausgebreitet (bei P. cemsoides zuweilen zurück- 
geschlagen erscheinend) (F^eihe Pseudoc&asus). S. 307. 
ß) Kelch zurückgeschlagen (Reihe Creinastos^palum). S. 310. 
II. Blätter in Knospe gerollt (konvolut; jede Blatthälfte einwärts gerollt) i Hauptgruppe Eupmnus\. 

a. Gruppe 111 Prunöphora (Pflaume): Blüten langgestielt, einzeln oder scheindoldig, mit oder 
kurz vor den Blättern, Fruchtknoten kahl, Frucht "glatt und bereift. 5. 313. 

b. Gruppe l\' Armeniaca (Aprikose): Blüten zu 1 — 2 fast sitzend vor den Blättern, F'rucht- 
knoten und Frucht behaart (letzte wenigstens bis zur Rcifei. S. 314. 

B. Blüten in langgestreckten, unten beblätterten, über 12 blutigen Trauben (also am jungen Holze) 
oder in den Achseln meist immergrüner Blätter. 

I. Blütentrauben am jungen Holze (außer P. Maackü), Blätter gefaltet (Gruppe V Padus, Trauben- 
kirsche). S. 315. 

II.Blütentranben in den Achseln immergrüner Blätter (Gruppe VI Laurocerasus, Kirschlorbeer). 
S. 316. 

Gruppe 1 Amygdalus: A. Blütenachse breitröhrig-glockig. höchstens bis doppelt so lang 
wie Kelch. — a. Blätter ganzrandig oder ziemlich fein kerbzähnig oder gesägt: P. (A.) com- 
/nünisStokes(/-'..-l/;n'o'f/a/H.s),echteM an del. Kleinasien, anfangsetwaspyramidalerStrauch. 
dann Baum, bis lo //;, etwas überhängend, kahl. Blätter weidenartig, fein kerbzähnig. bis 
etwa 12:3 cm, Blüten 2.5 bis 5 cm breit, lebhaft rosa. März-.April. Flucht .luli-August, von 
gefüllten Gartenformen weilJ var. albapkna und rosa, var. roseapk'na, sowie purpurne var. 
piirpurea; liebt warme sonnige Lage und durchlässigen nicht feuchten Boden; bedarf gegen 
Norden meist guten Winterschutz; interessant der Bastard mit pcrsica: P. amygdaloper- 
sica (P. odtv A. pcrsicoamygdala oder pcrsicoic/es. P. Amygdalus var. praecox). Pfirsich- 
mandel, Blätter derA\andel. Früchte der Pfirsich ähnlicher, rosa, anfangs .April; zwischen ihr 
und P. cerasifera wieder ein Bastard P.gigantea;P. Davidiäna ( Pcrsica Davidiana\. Nord- 
und Mittelchina, ähnlich pcrsica, aber Blattstiele länger als halbe Spreitenbreite. Blattgrund 
keilig. Farbe mehr blaugraugrün, Spitze langund fein vorgezogen, bis 1 4 : 4 cm. Kelch kahl, blüht 
oft schon ab Ende Februar, rosa oder weil,!, var. altm ( \&v.aIbiflora) oder rot, var. rubra, hart, doch 
leiden Blüten oft vom Frost; P. Fenztiäna, Kaukasien, wie communis, aber meist mehr 
strauchig, oft dornig. Blätter mehr bläulich graugrün, am Grunde am breitesten, bis 8:2 cm. 
ab März sehr reich weil.'ilich-rosa blühend. Frucht etwas mehr pfirsichartig, aber nicht 
fleischig, in Wien hart; P. persica {Pcrsica \'ulgaris\. Pfirsich, China, ganz ähnlich der 
AVandel in der Tracht, aber Blätter feiner zugespitzt, fein gesägt, meist über .Witte am brei- 
testen, bis 15 : .^.5 cm. Stiele kürzer als halbe Spreitenbreite. Frucht deutlich fleischig, bei 
var. nucipersica { Pcrsica nucipcrsica. Amygdalus iicctarina. Pcrsica lacris). der Nekta- 
rine, kahl, sonst von Zierformen solche mit einfachen und gefüUten weilJen Blüten, var. 
camclliaejlöra, groß, karmin. var. magnifica. gefüllt karmin, var. atropurpürca. tiefrot und 
var. „Clara Meyer", tiefrosa gefüllt, prächtig in warmen Lagen. W'einklima. sonst als Spalier 
mit Schutz; als ein neuer Pfirsich aus Mittelchina sei noch genannt P. mira, Baum bis 
1 2 m, Blätter lang zugespitzt lanzettlich, kerbsägig, nur unten an Rippe behaait. Frucht mit 
ovalem gekiehen. aber glatten Stein, Zierwert noch fraglich. — b. Blätter ziemlich auffällig 
grob gesägt: P. baldschuänica [P. trilol)a Jl. simpl. Hort.). Bucharei. ausgebreiteter 
Strauch, wie trilolni. aber Blätter etwas schärfer gezähnt, später gleich den Blattstielen auch 

Silva Tarniica-Sclineider, L'nscrc l-rcil.ind-l,auli5;ch.ilzc. 2. .\ii[laKC. 20 



fast ganz kalil, Blüten lebhaft rosa, in Knospe karmin, Becher ein wenig länger als breit. 
Kelcliabschnitte 5. aufrecht, anfangs iWai: P. Petzöldü (l\ triloba var. Petzoldii, l\ vir- 
f^ala Hort.). China, sehr ähnlich folgender, aber F^lätter oval, nicht gelappt, Blüten etwas 
kleiner und früher, mit meist 10 Fetalen, aber nicht gefüllt. Becher innen ganz kahl; P. 
triloba ( Amygdalöpsis oder I'ninopsis Liiidleyi. P. ulmijolia Fr.A Nordchina, aufrechter 
buschiger Strauch bis 3 m, in Heimat auch baumartig. Blätter meist oboval, über Mitte am 
breitesten, oft .?- lappig, unterseits grau behaart, bis 10 : 4.5 cm. Blüten hellrosa. 2,5 cm 
breit, April-A\ai. Frucht klein, jung rothaarig. Juni-Juli, in Kultur meist var. /Vw/r/, , ..Wandel - 
bäumchen". Blüten bis .?.5 cm. wie kleine Röschen, häufig hochstämmig veredelt, schöner 
Zierstrauch für warme Lagen. — B. Blütenachse röhrig. über doppelt so lang wie Kelch : 
P. (.A.J nana Stokes. östl. Mitteleuropa bis Ostsibirien, buschig-rutiger, oft fast überhängender 
Strauch. 0..? bis 1.5 m. Blätter lebhaft glänzend grün. kahl, schmal elliptisch, derb, scharf 
gesägt, bis 7.5 cm. Blüten zu 1 bis ^. rosenrot, mit oder kurz vor Blattausbrucli, Frucht 
gelbgrau behaart. Juli, var. alba. weiU. harter Rabattenstrauch; P. Sweginzöwii, Tur- 
kestan. sehr ähnlich nana, aber Blätter scharf doppelt gesägt. Nebenblätter gröl.ler. blattartig, 
Blätter einzeln, lebhaft rosa; jetzt auch in Kultur P.Petunnikowii aus Turkestau. etwas 
dornig. Blätter lineal-lanzettlich. an Kurztrieben gehuschelt, einfach drüsig gesägt; für grol.le 
Felspartien; ein wertvoller Bastard der triloba mit cerasijera ist P. Arnoldiäna, bis über 
^ m, Tracht kompakter als bei cerasijera, dicht verzweigt, Blätter elliptisch, bis (> : 3 cm. 
Blüten einzeln, weiß, in Knospe rosa, Mai, Frucht rot. August; reichblühend, im .Arnold Ar- 
boret entstanden. 

Gruppe II Cerasus: 1 . Untergruppe Microccrasus. — .A. Kelcliabschnitte aufrecht oder auf- 
recht ausgebreitet (Reihe Amygdaloa'rusns, recht an .Amygdalus erinnernd i; P. (A. oder 
Cerasus) incana, westl. Kleinasien bis Georgien, schlankbuschig, bis 1,5/«. Triebe behaart, 
Blätter eilänglich bis fast linealisch, unten weißgrau-filzig. Blüten meist einzeln, mit Blatt- 
ausbruch Ende April, anfangs Mai, lebhaft rosenrot. Frucht kirschenartig, glatt rot. erbsen- 
groß. Juli: interessante Hybride mit pnmila ist P. Alaüreri; P. prosträta, .Wittelmeer- 
gebiet bis Persien, niedriger, breiter Strauch, kaum bis 1 ///, Blätter kurz eiförmig bis eirund- 
lich, oft leicht gelappt, unterseits stark graufilzig bis fast kahl, Blüten zu 1 bis 2, rosenrot, 
fast sitzend. Ende April. Frucht rot. trocken, Juli, für Felsanlagen, namentlich var. bifrons 
(P. bifrons), reicher behaart, Blätter etwas größer, regelmäßiger gezähnt, Früchte etwas 
größer; P. tomeniösa, Japan, Mandschurei, Nordchina, sehr variabele Art, oft baumartig. 
Zweige dicht gelbgrau-filzig. Blätter oboval und plötzlich zugespitzt, oder breit elliptisch, 
bis 7:4 cm, oberseits trübgrün, behaart, unten filzig, Blüten schon anfangs April, etwas vor 
triloba, kurz vor Blattausbruch, meist einzeln, sehr zahlreich, aber nicht lange haltend, weiß, 
Frucht scharlachrot, Juli, wie Vogelkirsche, etwas behaart, Vermehrung auch durch Ab- 
leger. — B. Kelchabschnitte zurückgeschlagen i Reihe Spiraeöpsis). — I. Blätter im unteren 
Drittel oder bis Mitte ganzrandig, oberwärts ziemlich entfernt flach gesägt. Frucht reif 
schwarz. Triebe rutig. Pflanzen kahl: P. Besseyi (P. pumila var. Besseyi, P. Rosebudii. 
P. prunella), mittlere und nördliche Verein. Staaten, wie pumila, aber mehr niedergestreckt. 
0,3 bis 1,2 m, Blätter ausgebreitet, breit, dicklich, meist elliptisch bis etwas oboval, 1-rüchtc 
fast doppelt so groß, kürzer gestielt, süß, bis 1,6 cm dick; für uns wichtiger P. pumila 1.. 
f/-'. susquelidnae), Sandkirsche, Nordost-Nordamerika bis große Seen, sehr variabel in 
Tracht, bald niederliegend (P. depressa). bald steifer aufrecht bis 2 m, Blätter schmal lan- 
zettlich-verkehrteiförmig, oberseits stumpfgrün, unten weißlich, Blüten weiß, zu 2 bis 5 mit 
Blattausbruch, April-Mai, 10 bis 15 mm breit, Frucht schwarzpurpurn, unbereift bis \^) mm 
dick, August, wertvoll für Rabatten. Felshänge und Sandböden; eine Kreuzung der pamila 
mit cerasijera Pissardii soll P. cistena sein und im wesentlichen einer rotblättrigen pumila 
gleichen. — 11. Blätter meist von Grund an gesägt (oft doppelt) oder gekerbt, Frucht rot: 
P. glandulösa Thhg. (P. Japan ica vk\er Oaütn). Mittel- und Nordchina, wie Japonica, 
doch Blätter unter der Mitte am breitesten, länglich eiförmig bis länglich lanzettlich, allmäh- 
lich kurz zugespitzt, feiner gesägt, verschiedene Formen, so var. albiplena (var.,//. /;/.) weiß- 
gefüllt und eine var. rosea von der kahleren Form und var. sinensis (P. sinensis), die rosa 
gefüllte der behaarten Form; prächtige Blüten- und Treibsträucher; P. hümilis (P.Biingei). 
Nordchina, aufrecht bis 1 m. wie vorige, aber Blätter über der A\itte am breitesten. Triebe 
dicht behaart, Blüten zu 1 bis 3, Mai; P. japönica W. sinensis mancher Gärten), in Japan 




\\ V, 






Abb. 353. Prunus sernilala 



Sargents Kirsche, 



nur kultiviert, woiii aus China, dichter rundlicher Busch bis 1,2 in. Triebe kahl. Blätter scharf 
zugespitzt bis geschwänzt, eiförmig bis eirundlich, ziemlich grob doppelt gesägt oder ge- 
kerbt, Blüten zu 2 bis 3, mit den Blättern, rosa, sehr reichblühend var. EniJleriuna. Zweige 
zuletzt etwas überneigend, sonst ist iür Japan im fast stets glanc/ii/osa in Kultur. 

2. L'ntergruppe 7^iywaV-ö.s-ws .-a) Reihe /''s«/r/cia^ra.s7/.s.- A. (B.sieheS. 309) Schuppenhüllen am 
Grunde der Blütenstände (und jungen Triebe) grol.'), 1 cm oder mehr lang. Blätter nicht gelappt 
oder eingeschnitten doppelt gezähnt. — 1. Blütenbecher aus spitzem Grunde eng trichterig- 
röhrig (bei gefüllten Blüten breit und flach), Frucht schwarz (japanische Zierkirschen!): 
P. Lannesiäna /Cerasiis lAinnesiuna, l\ scrnildta var. Lanncsiana. I'. pscudocenisiis var. 
hortcnsis zum Teil ). Japan, Baum bis über 1 m, aufrecht ausgebreitet, alles kahl, wie sernilata, 
aber Borke bleichgrau, austreibende Blätter grün, kaum gerötet, unterseits hellgrün, Zähne 
langgrannig, Blüten meist rosa, duftend, die wilde I'orm ist var. älbida ( P scmiUita var. 
albicla und var. speciosu). Blüten einfach, weil.l: von prächtigen Kulturformen hierher var. siib- 
fiisca („Sumizome"), sehr grol.i, fast einfach, weiß mit rosa Hauch, var. „Amayadori", ge- 
füllt, blaßrosa, var. „Hatazakura". apfelblütcnartig. halbgefüllt, weil.l mit rosa. var. „Miyako", 
späte Form, gefüllt weiß mit rosa Hauch, var. ..Sirotae". beste gefüllte weiße, var. „Moutan", 
groß. Iiellrosa. halbgefüllt, ähnlich var. „Ogon". und var. grandiflora (P. serniläta fl. lutea 
pl.). reichblühend, gefüllt, etwas grünlich gelb; P. serruläta Ldl. (Cerasiis serni/ata. P. 
pseiiciocerasiis Hort, nicht Ldl.). sehr variabel, man unterscheidet var. spontanes, China, 
Korea, .lapan. Baum bis über 25 /«. Rinde dunkel kastanienbraun. Blattaustricb grünbraun 
bis rötlich, Blätter groß, bis 1,5:5 cm. oval bis oboval. plötzlich lang zugespitzt. Zähnung 

20* 



30S 



kurz-ij;rannig, unlcrscits blaugrautTriiii. lUütcii 




Abb. 3.S4. Blüteiizweige von Prtums senululu var. „Hisakura" 

einer gefüllten Form der japanischen Zierkirsche. 

(Plii.t. im Hurt. Hesse, Weencr.i 



;r rosa, nicht duftend. I-rücJite erbsen- 
„Shidarc-Sakura"). liart aber Blüten 
ziemlich klein; ferner var. pube= 
scens (P. tcnuiflöra. I\ Lcveilleurui. 
I'. mcsadc'riki. l'. Veitchii, P. verc- 
ciinda). Blätter unterseits und Blü- 
tensfiele behaart. Verbreitung wie 
spontanea, ohne besondere Kultur- 
formen ; var. sachalinensis (P. 
pseiidocerasiis \'ar. saciidlini'ns/s. 
P. sachalim'nsis. P. Sargentii, P. 
Jlorihiiiulü), SargentsKirsche. 
Nordjapan, Sachalin, Korea, bis 
über 30 m (Abb. .V=i3i. Rinde glän- 
zend kirschbraun. Blatter metalliscii- 
bronze bei Austrieb, breiter und grü- 
ber gezähnt als bei spontanea, im 
Herbst orange bis scliarlach. Blüten 
mit oder kurz vor den Blättern, sehr 
gute Zierart mit prächtigen Kultur- 
formen, wie var. albo-rosea iP. 
pseiiclocerasus var. „Sliirofugeni, 
Knospe rosa, später weil.'), im Zen- 
trum grünlich, var. „r-ugenzo" (P. psciK/occrasus var. „James Veitch", P. serrulata var. Veit- 
chiana). rosenrot mit 2 blattartigen Fruchtknoten im Zentrum, var. „Hisakura" (Abb. 3.S4). 
gefüllt rosa, var. „Kirin", sehr grol.i, rosa, stark gefüllt, spät. var. „Sekiyama", groü. gefüllt, 
tiefrosa. spät, eine der allerbesten, var. „Shujaku". gefüllt, rosa, sehr reichblühend; die echte 
P. pseudocerasus Ldl. fP. invo- 
liicrdta Koeh.) ist für uns heikel und 
überhaupt als Zierart wertlos; P. 
Sieböldii {Cerasus Siebold ii. P. 
pseudocerasus var. Sieholdü, I\ 11 'a- 
tereri. Prunus Naden Hort.), Japan- 
China, nur gefüllt bekannt, steht 
nahe Lannesiana. aber Blätter be- 
haart, geschwänzt zugespitzt, scharf 
oft fast doppelt gesägt, Blüten vor 
oder mit den Blättern, an Zierwert 

hinter den anderen zurückstehend; , ' ; 

P.yedoensis (P. paraa'rasus, P. 
yedoensis var. nudiflöra). .lapan, 
schnellwüchsig, bis 1 6 //;, die japa- 
nische Nationalkirsche, vielleicht 
hybriden Ursprungs, von serrulata 
in den behaarten Blütenstielen, Kel- 
chen und Griffeln abweichend, von 
Sieholdü in den jung hellgrünen 
Blättern und den scharfgesägten, 
nicht ganzrandigen Kelchen, Blüten- 
stand 3 bis 6 blutig, oft kurz gestielt, 
Blüten leicht duftend, vor oder mit 
den Blättern. — 11. Blütenbecher aus 
abgenmdetem Grunde glockig oder 
walzig, I'rucht rot: P. Conradi- 
nae, Alittelchina, graziöser Baum, 
bis 1 ni. Triebe ziemlich dünn, Blät- 
ter aus rundlichem oder fast herz- Abb. 355. Pmm. 




förmigem eirunde oboval. bis 1 5 : 6,8 
cm, plötzlich schmal zugespitzt, tief 
grannenzähnig. Blüten vor den Blät- 
tern, weil.'i oder rosa, Frucht oval, 
gleich folgender hübscher neuer, im 
.Arnold Arboretum harter Zierbaum : 
P. serrula \ar. tibetica (!'. piid- 
diim var. tibetiai), Westchina, \'er- 
zweigungsteilaufrecht. Rinde braun- 
rotgelb, etwas birkenartig abblät- 
ternd. Blätter sehr spitz lanzettlich 
bis 1 cm. kurz gesägt, am Grunde 
mit 2 bis 5 Drüsen, Blüten nach den 
Blättern, weil.l. 1-rucht eikugelig. 

B. Schuppenhüllen am Grunde der 
Blütenstände klein oder Blätter deut- 
lich gelappt odereingeschnitten dop- 
pelt gesägt. — 1. Schuppenhüllen 
klein, 5 bis 7 /;//// lang, Blätter dicht 
und einfach gesägt (japanische 
Frühlingskirscheni: P. sub= 
hirtella (P. M/quclia/ia Maxim., 
/-*. Hcrincqiiidna \'ar. asccndens C. 
Sehn.) (Abb. ,?55l, Groüstrauch oder 
kleiner Baum mit aufrechten .Asten, 
Blätter 4 bis 7 cm lang, fast nur unten 
auf Nerven behaart, oval, beidendig 
verschmälert, grob und etwas doppelt gezähnt 



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Abb. 356. Prunus siibhirti-lla \ 
kirsche, 4 in. i 



x.pt'nduki, japanische Hänge- 




Abb.,?5(. Friichtzwtigc von/ 



Blüten sehr zahlreich, meist vor den Blättern er- 
scheinend, fast weiß bis rosa. Kelch 
gerötet; von dieser prächtigen Art 
werden drei Hauptformen unterschie- 
den : var. ascendens W'ils. ( /-". pen- 
dula var. ascendens AAak., /-•. itosdkra 
var. ascendens Koidz., P.Herincqui- 
ana Koeh.. P. microk'pis Koeh.), der 
wilde Typ, üppiger lockrer breiter 
Baum, Blätter bis 1 4 cm. unten auf 
Nerven anliegend seidig. Zähnung 
feiner, bei uns in Kultur noch kaum 
bekannt, dagegen sehr wertvoll var. 
^ pendula iCen/sus pendula Sieb., 

'm^ C. itosakiira Sieb., P. pendula Ma- 

• ■'"'^ x\m..Cerasusjaponica imdvaT.rosea 
Hort.i, kleiner Baum. Zweige dünn, 
peitschenförmig hängend! Abb. .55t)). 
Blätter lanzettlich-elliptisch bis oval, 
bis 10 ci/i. sonstwie ascendens. Blü- 
tenstiele auch behaart. Blüten vor 
den Blättern, rosarot, l-rucht kugelig, 
schwarzrot. ausgezeichnet: eine ab- 
norme halbgefüllte Form, die im Mai 
und dann nochmals im Oktober blüht, 
ist var. autumnälis \P. subhirtella 
var. Fuliubdna .Mak.. P. autumnälis 
Koeh.. P. Makinodna Koeh., P. ml- 
crolepis var. Smithii Koeh., /-". Cera- 
sus Cliedlii pendula Hort.1, breiter 



310 



buscliartiger Baum, zuweilen Bliiten im l-rülijahr erst mit den Blattern, dann ISliitcnstandstiel 
verlängert. -- 2. Scluippenhullen verschieden. Blätter entweder auffallend grob- und tief 

doppelt gesägt, oder stumpflich bis 
stumpfzähnig gekerbt ; Blüten mit 
den Blättern erscheinend: P.cane- 
scens,A\ittelchina. dichter aufrecht- 
ausgebreiteterStrauch. bis 2/H. Zwei- 
ge kahl. Blätter eilanzettlich. bis t):.3 
(7«. grob doppelt gezähnt.Zähne brei- 
ter als lang. Flächen besonders unten 
dicht kurz behaart, Blüten zu 3 bis 5. 
rosaweil.'). April bis Mai. Kelch scharf 
gesägt. Frucht eikugelig. kirschrot, 
bis 12 /////; dick, hübsche harte Art; 
P. concinnalP. Zappeyana) .yWWtV 
china. ähnlich lobalata, aber Blätter 
mehr rhombisch -oboval, Frucht 
steine kaum gefurcht und ohne Gru- 
ben, ist in der Blüte die früheste 
dieser Gruppe, kurz vor P.incisa 
(Cerasns incisa). Japan, baumartiger 
Strauch, reich kurzästig, bis t> ///. 
Blätter oboval, plötzlich zugespitzt, 
tief doppelt gezähnt mit fein zuge- 
spitzten. drüsenlosenZähnen. beider- 
seits behaart, oder zuletzt fast kahl. 
Stiele dicht behaart. Blüten zu 1 bis .?. 
nickend, am Grunde mit blattartigen 
Hochblättern, weil.ioder rosa, Becher 
röhrig, Blumenblätter sehr abfällig. 
Kelch sehr gerötet. Frucht eiförmig, 
schwarz - purpurn ; P. lobuläta, 
Mittelchina, Baum bis über 12 m, 
Blätter oboval-lanzettlich, bis « cw. 
zugespitzt, doppelt gesägt, mit stark 
zugespitzten oft drüsigen Zähnen, 
kahl, am Grund oder Blattstielende 

1 bis 2 drüsig, Blüten weiß, Frucht fast kugelig, bis 2,5 cm, im Arnold Arboret hart; P. nip= 
pönica fP. iwagk'nsis, P. nikkocnsis), Japan, meist buschig, bis 3 ///. Austrieb bronzegrün. 
Herbstfärbung orange bis weinrot, sonst wie incisa, aber Blätter bis <> cm. Stiele und zuletzt 
auch Spreiten kahl, Zähne drüsig, Blütenbecher mehr kreiseiförmig, gilt als recht hart. 

b) Reihe Cremastosöpalum: A. Blattzähne spitz bis zugespitzt, mit endständiger Drüse; 
Deckblätter unserer Arten oft ziemlich groß, krautig, zur Fruchtzeit bleibend. Blüten mit den 
Blättern. — I. Dolden 1 bis 4 blutig, mit oft etwas abgerückter unterster Blüte, kurz gestielt 
oder fast sitzend: P. pilosiüscula f/'. tatsiem'nsis var. pilosiiiscii/aj, Mittel- und Westchina. 
Baum bis 1 3 m. Blätter breit- oder länglich-oboval, bis 8,5 : 4,2 cm, sehr scharf einfach- oder 
eingeschnitten doppelt-gesägt, aber mit winzigen Drüsen, unterseits meist behaart, am Grunde 

2 drüsig, Blüten rosa, Frucht länglich, rot, hübsche im Arnold Arboretum harte Art; dort 
war auch in Kultur P. tatsienensis var. stenadenia, iWittclchina, mit mehr ovalen, 
plötzlich geschwänzt zugespitzten kahleren Blättern und deutlichen drüsigen Zähnen, sowie 
kugeligen Früchten. — II. Blütenstände kurz- oder deutlich traubig, 3 bis Q blutig, gestielt: 
P. Maximowiczii fP. bractedia), Mandschurei bis Japan, wagrecht verästelter Baum, bis 
20///, Blätter wie Abb. 357, grob doppelt gezähnt, Herbstfärbung rotorange. Zahndrüsen 
klein. Blüten weiß, Achse und Kelch behaart. Früchte schwarz, erbsengroß, schöne Art; an 
sie schließen sich von neueren mittelchinesischen an: P. conadenia, bis 10///, Drüsen der 
Blätter und besonders der Deckblattzähne auffällig kräftig, kurzkonisch, Blätter aus rundem 




Abb. .358. Pniniisiiviiinixiix.plcna. gefüllte heimische Kirsche, 



(Imndc oboval, kahl, bis MiLscw. Ijlütentrauben 4 bis S blutig, Frucht eiförmig, und P. 
discadenia, Blätter bis 10:.s </«. Drüsen niedergedrückt scheibenförmig. Stiele purpurn, 
auch zu erproben. 

B. Blattzähne stumpf bis ausge- 
randet. mit schief oder ganz am 
Grunde neben dem folgenden Zahn 
eingefügter Drüse. — a) Blattzähne 
wohl entwickelt. Schuppenlnlllen 
des Blütenstandes zur Blütezeit 
bleibend (EiicerasiisJ: P. avium 
(P. Cerasas var. avium. Cerasiis 
avium, C. nigra, C.diilcis), Vogel - 
kirsche. Europa bis Kaukasus wie 
P. Cerasus, aber Baum bis 23 ///. 
mehr aufstrebend xerästelt. Blattei 
bis 15:7 cm, schlaffer, unterseits 
bleibend behaart. Stiele bis ,t cm, 
2 drüsig, Blüten bis ?<.h cm, innere 
Knospenschuppen zurückgeschla- 
gen, Frucht schwarzrot. auch bei 
wilden Formen süßlich, von Zier- 
formen nur zu erwähnen: var. /;/^//o, 
Blüten schön gefüllt, Abb. 3.s,s, und 
var. pc^ndida. Wuchs sehr hängend; 
var. Julidna sind die Herz -Kir- 
schen, var.durac/na die Knorpel- 
kirschen; hübsch der Bastard mit 
P. Malicdeb: P. Fontanesiäna 
(P.graeca)siQheAhb.3r\^);P.Cer' 
asus fP. acida, Cerasus vulgaris, C. 
capronidna DC. C. aüstera Ehrh.l. 
Sauerkirsche. Kleinasien, bei 
uns verwildert, oft überhängend 
breit verästelter Baum, bis 10 m, 
Blätter ziemlich steif, glänzend, bis 7 :3.,t cm. sehr bald kahl. Stiel bis 2.5 cm, oft ohne Drüsen. 
Blüten bis 3rw breit. Blütenstände am Grunde meist beblättert, innere Knospenschuppen auf- 
recht. Früchte hell oder dunkelrot. säuerlich: hier\'on var. RluKxii (var. ranunculiflora) schön 
weiß gefüllt, var. plcna {vnr.se/uiplcna), halbgefüllt, früher als vorige, yar.persiciflora, hell rosa 
gefüllt, var. globosa Wuchs gedrungen rundlich, var. semperflörens fP. semperflorens. 
P. acida var. semperflorens), Allerheiligenkirsche, bis tief in den Sommer blühend, oft 
gleichzeitig fruchtend, ferner var. mardsca (P. marasca, P. acida var. marasca). Dalmatien. 
Maraschino-Kirsche; ein Bastard von Cerasus mit avium ist P. effiisa [Cerasus effusa Host. 
P. aproniana Beck, P. caproniana Zab. ) ; P. fruticösa i /-". Cerasus var. pumila, P. cliamae- 
cerasux, Cerasus humilis, P. pumila Fritsch nicht L.t. Zwergkirsche. Europa, bis Sibirien 
sparrig ausgebreiteter Strauch, bis 0.8 m, Blätter auch an Langtrieben nicht über r> : 2.5 cm. 
lanzettlich -oboval. dicklich, fein gesägt. Blüten zu 1 bis 4 in fast sitzenden Doldentrauben, 
weiß. April bis Mai. Frucht plattkugelig, dunkelrot. .luli. hübsche Art für warme sonnige 
Hänge, als Trauerbäumchen oft veredelt var. pendula [P. myriifolia, P. pumila pendula und 
P. sibirica Hort.i siehe Abb. 3(iO; ein Bastard mit P. Cerasus ist P. t'minens. 

bi Blattzähne sehr kurz. Schuppenhülle des Blütenstandes vor dem Blühen abfällig ( AfaAff- 
leb. W e i c h s e 1 ) : P. Mahaleb (Cerasus oder Ihidus Malialeb, P. odorata), Europa bis Turke- 
stan. Strauch bis kleiner Baum (.\bb.3ol ). Holz wohlriechend. Triebe feinfilzig. Blätter breit- 
bis rundlich-eiförmig, glänzend grün, nur unten an Rippe behaart. Blüten weiß, duftend, in 6 bis 
10 blutigen Doldentrauben. April-A\ai. Frucht etwas eiförmig, erst gelbrot. dann schwarz, 
sehr herb, bei \ar. .xantliocarpa (var. clirysocdrpa) bleibend gelb; als Zierpflanze ist schöner 
P. pennsylvänica (Cerasus oder /-". boredlis. C. oder /-•. persicifölia), östl. Nordamerika, 




Abh. 35'». Prunus Fontanesiäna. 4 




pencliila. 



schnellwüchsig bis über \b ni. Rinde bitter. Zweige kalil. glänzend purpurbraun. .Austrieb 
braun. Blätter meist spitz länglich - lanzettlicli. lebhaft hellgrün, dünn. Blüten zu 4 bis U). 
mehr doldig. Frucht erbsengrol.l. kirschrot, von X'ögeln gern gefressen. 




Primus 






Gruppe III. Prunöphora, Ptlauiiif: A. europäische Pflaumen: P)lätter verhiiltnis 

müßig breit, meist deutlieh netziiervig. wenigstens unterseits behaart, junge Triebe meist be 

haart, Blüten einzeln oder gepaart aus 

jeder Knospe. — I. Blütenstiele kahl : 

P. cerasifera (P. donicsHca var. 

.Wyrohalana. P. Myrobalana). My ro- 

balane. Kirschpflaume. Kauka- 
sus bis Turkestan. kleiner Baum mit 

breitrundlicher Krone, einjährige 

Zweige meist grün, Blätter hellgrün, 

unten nur auf Rippe behaart, bis 

8.5 : 6 cm. Blüten einzeln, weiß, etwa 

2,1 cm breit, Frucht rot, am Grunde 

eingedrückt (bei der \ar. divaricata 

IP. divaricata l, gelb, nicht einge- 
druckt!, wertvoll für die Kultur ist 

\'ar. Pissärdii (P. Pissardii. \'ar 

Pissartii. var. atropiirpurca), Blut- 
pflaume (.Abb. 3o2i. sehr zierend 

bei Blattausbruch mit den weißen 

Blüten im dunklen Laub, besonders 

tief schwarzrot im Laub soll f. Spae- 

tlüana sein ; einer Kreuzung der var 

Pissardii mit /-*. Miime var. roseiplena 

soll entsprechen P. Blireiäna (P. 

i)lircana). Blüten gefüllt, rosenrot, 

ähnlich trilolnt plena. hierher als 

Form var. Möseri (P. Pissardii 

MoseriJl.pl., P. cerasifera l^issartii 

Moseri). Blüten etwas kleiner, blas- 
ser; ein Bastard der P. cerasifera 

mit P. Armeniaca ist P.dasycärpa(.Anneniaea dasycarpa), die sog. Pflaumenaprikose; 

P. spinösa. Schwarzdorn. Schlehe. Europa bis Westasien, dichte dornige Büsche bis 

4/«. zur Blütezeit recht reiz\'oll (be- 
sonders die gefüllte vdr. p/ena). oft 
schon Ende März. fürgrol.le.Anlagen. 
Früchte sehr herb. .-Xugust-Oktober; 
vielleicht ein Bastard mit cerasifera 
Pissardii ist P. spiiwsa var. piirpu- 
rea. mit purpurn getöntem Laub und 
blaßrosa Blütenknospen. — II. Blü- 
tenstiele behaart: P. domestica 
\t\ communis Huds.). hierher die 
Haferschlehe, var. insititia (P. 
insitilia) und viele Kulturpflaumen, 
vor allem die Haus pflaume, var. 
oeconömica (P. oeconomica): als 
Zierpflanzen kaum von Bedeutung 
außer etwa die weiß gefüllte Form 
P.plantierensis, die auch zu cera- 
sifera gestellt wird. — B. Ostasia- 
tische Pflaumen: Blätter meist 
länglich oboval. nicht rauhlich oder 
behaart, oft glänzend, junge Triebe 
kahloderkaum behaart. Blüten meist 

zu drei aus jeder Knospe im Büschel : P. salicina U\ triflöra. P. icliangdna, P. consociißöra. 

P. Botan und A .Wasa Hort.l, China, kleiner Baum, Zweige glänzend zimtbraun, Blüten etwas 




iCr 




.■56.'!. Prunus umerieami, amerikanische 
2,.S //;. (I'lic.l. .\. RchdcT.i 



Kirschpflaui: 



314 




Abb. 364. Prunus nigra, schwarze Pflaume, 2 m. (Piiot. A. Reiidc 



grünlich weil.'), ohne Zierwert, anfangs April; P. Simönii (l'ersicu Siinonii). Aprikosen- 
pflaiime. Xordchina. doch nur in Kultur bekannt. Tracht pyramidal. Blätter pfirsichartig. 

eilanzettlich. bis 10 cm. Blüten im 
.\pril Verden Blattern, weil.i. l-rüchte 
ziegelrot, nektarinenartig. el.lbar. 
interessante 1-orm. 
_.,,,_ i,^, C, Amerikanische Pflaumen: 

Blatter ziemlich schmal und glatt, 
gleich Trieben oft kahl, l-rüchte 
ziemlich klein, gelb oder rot. nicht 
tief blaupurpurn. Blüten meist zu 
mehr als .? aus einer Knospe: P. 
americäna \l\ latifölia ^\nch.l. 
östlich, und mittleres Nordamerika, 
breiter, dorniger, dichter, baum- 
ai liger Strauch, überneigend ver- 
wcigt (Abb. 3()3i. Blatter länglich 
(ib()\al. derb, nicht glänzend, scharf 
gesägt. unten stark genervt und meist 
auf Nerven behaart. Stiele ohne Drü- 
sen. Blüten groll, weil.'), vor den Blät- 
tern. Frucht kugelig, zur Fruchtzeit 
schön ; P.hortutäna, mittl. Verein. 
Staaten. Baum bis 1 2 /«. ohneWurzel- 
schosse. Blätter eielliptisch. langzugespitzt, etwas glänzend gelbgrün. Serratur etwas kerbig. 
Stiel drüsig, gilt als schönste Art der Gruppe zur Fruchtzeit im Oktober: gleich voriger und 

folgender in der Heimat mit vielen 

Kultursorten; P. nigra (P. ameri- 
canu \ar. niirra. P. horealis). nord- 
üstl. Amerika. Baum bis 12/« (Abb. 
3b41, von americäna abweichend 
durch breitere, stumpf gezähnte, 
mehr behaarte Blätter, drüsige Stie- 
le, gröl.lere im Verblühen rosafarbene 
Blüten auf roten Stielen, blüht sehr 
früh im April. Frucht eiförmig; in 
Kultur noch eine ganze Reihe ame- 
rikanischer Arten, wie allcgluinicn- 
sis (Abb. 3b6), angtistijoliii, mari- 
tima (Ahh. 3bS).mexicana. W'nisonii. 
deren Zierwert zum Teil nicht allzu 
bedeutsam ist. 

Gruppe 1\'. Armeniaca, \pr\ 
kose: P. Armeniaca (Aniicmai a 
vulgaris), wohl aus Nordchina, breit 
auf recht rundkroniger Baum bis 1 Om. 
Zweige glänzend rotbraun, Blätter 
breit bis rundlich-oval, bis 10: 7 cm, 
sattgrün. Stiel bis 3 cm. drüsig, Blü- 
ten erst rötlich. dann weiB.bis2,5cOT, 
April, Frucht gelb mit roten Backen, 
bis 5 tVH dick, Juli, viele Kultursorten, 
für uns als Zierbäume sehr wertvoll 
\ar. manshürica ll\ mandsluiri- 

ca), Mandschurei. Blätter etwa doppeU so lang wie breit, scharf doppelt gesägt, Blütenachse 
und Kelch fein behaart, Frucht klein, etwa 2..s cm dick, grünlich gelb, blüht oft schon März, 




inaritinia. MeerstraiKlspflaunic, 




V- 



>^- 




■•»4W.«:-rrwi'Ti>-' ^-'«^«witsBSBa 



Abb. 366. Prunus aUe<;liaiiiensis. Alleghanv-Pflaume, 2,5 m. 
(Thut. .\. Rthder.i 



etwas vor var. sibirica fl'. Sibirien). 
Mongolei -Dahurien, meist baum- 
artiger Strauch, Blätter mit mehr all- 
mählich lang vorgezogener Spitze, 
jung gerötet. Früchte ähnlich der 
\-origen Form, beide als Frühblüher 
für geschützte Lagen sehr schön; 
P. Mume, .lapan-Aprikose, Ja- 
pan, ähnelt sehr der /-'. Armeniaca 
sibirica, aber gut verschieden durch 
die unterseits längs der Rippe zotti- 
gen Blätter, Blüten rosa, nicht so 
hart, var. rosciplc'na, gefüllt. 

Gruppe V. Padus, Trauben- 
kirsche: A. Kelch am Grund der 
Frucht nicht bleibend, Blüten zeitig 
(Mai), kleine Bäume: I. Blüten aus 
dem alten Holze, Blütentrauben un- 
ten nackt : P. Maäckii (Lauroce- 
rasiis Waackii). .Amurgebiet. Man- 
dschurei, ausgezeichnet durch die lebhaft gelbbraune, birkenartig abblätternde Rinde (Abb. 

,?b7) und die unterseits drüsenpunktigen 
Blätter, sehr anpflanzenswert; ein inter- 
essanter Bastard mit /-*. Maxiinowiczii ist 
P. Meyeri, Tracht pyramidal, Rinde ähn- 
lich Maackii, Blätter lebhaft grün, im Arnold 
.Arboretum entstanden. — II. Blütenstände 
an der Spitze diesjähriger beblätterter Trie- 
be : P. demissa (P. virginiana \'ar. dcmis- 
s(/A westl. Verein. Staaten, wie virginiana. 
aber Austrieb etwas später, hellbronze.Blät- 
ter rundlicher, oft fast herzförmig, dicker, 
behaart. Stiele drüsig, Flucht gröl.ler. pur- 
purn, eL'ibar: P. Grayäna (P. Padus var. 
japönica). Japan, Austrieb hellgrün, Knos- 
pen groß, wie Padus. aber Blätter fein 
borstig grannenzähnig. Stiele nur bis 1 cm. 
drüsenlos; P. Padus (Padus racemosa. 
Padus vulgaris), ge tu eine Trauben- 
kirsche, auch Faulbaum genannt 
I wegen Geruch der Rinde). Europa bis 
Xordasien. Blätter meist elliptisch, bis breit 
\ erkehrt -eiförmig, oben tiefgrün, unten 
.twas blaugrau. Stiele zweidrüsig. 10 bis 
1 .T niui. Blütenstände lockertraubig, meist 
etwas hängend, Blüten weil.), duftend. 
Frucht glänzend schwarz, .luli bis .August, 
lüibsch var. aurca. Austrieb gelblich, var. 
conimutäta tP.Rcgcliana), sehr früh aus- 
ircibciKl.auch Blüten schon früiier im. \pril. 
fast noch früher vdT.ß. rosco. xav.p/cna. 
I Hüten gefüllt, länger dauernd, var. icuco- 
iiirpa (P. Sdlzcri). F'rüchtc gelbgrün. \'ar. 
Wdlcrcri. Blüten einfach, aber Trauben bis 
Abb. 367. Prunus Muüclu,. die birkenart.ae Ben„d.,„iT ^0 an. schön ; sehr nahe steht P. COr- 
zeigend, im Arnold Arboretum. (UriK i ""^3 (P. Padus var. cornuta). Himalaya. 




316 



Pri'iniis 



Blätter grol.), bis 20 : S cm. Grund fast hcr/ttiniii.L!:. riiterseite an Hippe rostig behaart. Trauben 
dichtblütig. fein behaart, zur Fruchtzeit bis in r///. hübsch für wärmere Lagen; eine Hybride 

"•'Y' "' '-^»BÜ^\^--' i^' nT "^'^"S P- Laucheana U\ Pai/ns 
\ '^-i^ .----^^ ■ "-U^ .i.^ w var. ronindifoliu zum Tcill: 

P. Ssiöri {/>. Shiiiri .Wayrl. 
Mandschurei -.lapan. hoher 
Piaum. Blätter eiförmig, lang- 
zugespitzt, scharf gesägt. 
Stiel drüsig, von A\ayr forst- 
lich empfohlen, doch noch 
unerprobt: P. virginiäna 
i/'. nana Duroii. nördliches 
Nordamerika, oft Strauch, 
bis U) in. Austrieb bronzc- 
farben kurz nach Grayuna. 
Blätter meist elliptisch oder 
breit verkehrt -eiförmig, bis 
M) :6 — Sc/n an Lohden. Zäh- 
nung feinspitzig, dünn, ober- 
seits glänzend grün, unten 
hellgrün oder graugrün, nur 
I lauptner\en scharf. Blüten 
n dichten abstehenden Trau- 
K-ii.späteralsA/r/w.s. Frucht 
^ I bsengrol.'). zuletzt schwarz- 
i()t()deramberfarben(var./('//- 
uH-ar/nn: jetzt auch P. pU' 
bigera in den Formen var. 
obovata und \ ar. Prättii 
aus West- China in Kultur, 
treibt ziemlich früh, bronze- 
farben; ferner verschiedene 
Arten dieser /-'«(//«-Gruppe 
mit abfallenden Kelchen, bei 
denen die Fruchtstiele deut- 
lich verdickt sind, so P.rU' 
fotnicans, Mittel -China. 
Blattunterseiten rostfarben 
ersuchswert. 




Abb. 368. Prunus l.ainvt 



geiiieiiKT KirsclilorbL' 

1911 Gr.iebciKr. Karl^rullc.) 



seidig-filzig. P. sericea, Blätter nur weil.iseidig, sehr 

B. Kelch am Grunde der Frucht ,'bleibend, Blüten meist erst Fnde A\ai bis .luni. grol.le 
Bäume: P.serötina [l\ulns oder Ceras/is serotina). späte Traubenkirsche, östl. 
und mittl. X'erein. Staaten, bis über 40 ni, Rinde bitter aromatisch, Blätter länglich-eiförmig 
oder lanzettlich, allmählich zugespitzt, fest, glänzend grün, lorbeerartig, bis 8 : 4 oder 12:5 an, 
unterseits fein netznervig, längs Rippe rostig behaart, Blütenstände aufrecht oder wagrecht 
abstehend, Frucht erbsengroß, schwarzpurpurn. September, besonders schön im Laub var. 
cartilaginea iP. cartilaginca, I'. carthaf^cna Hort.); schöne, auch forstlich brauchbare 
Art; für wärmere Lagen ist sehr hübsch die ähnliche P. Cäpollin il'. Capiilil aus Mexiko. 
etwas Wintergrün. Blätter schmäler, sehr lang zugespitzt, Früchte bis l.s mm dick. 

Gruppe VI. Laurocerasus, Kirschlorbeer: P. Laurocerasus [l.auroccrasns of- 
ficinalis). Balkan bis Kaukasus, Strauch bis kleiner Baum (Abb. 3o8), sehr wertvolle formen- 
reiche Art, Blätter glänzend grün. Stiel mit 2 bis 4 Drüsen, Frucht spitz eiförmig, schwarz, 
wichtig vor allem var. Bertinü, Blätter sehr breit, gleich var. magnoliaefolia, die mit 
ihren riesigen bis 30 cm langen und 13(77/ breiten Blättern als beste gilt, und var. Otinü 
mit fast schwarzgrüner großer Belaubung, zu den empfindlicheren Formen für wärmere 
Lagen gehörend, während folgende sich für rauhere Gegenden eignen: var. caucäsica. 



Prunus - 




Alil) 



.^bs». BUUenz\veiE;e 
(Fhot. A. 1 



Prunus /iisiuinica. 



Blätter bis 18: 7.5 c/ii. var. schipkaensis, Bulij;aricn. niedrige Sträucher. iiii 

breiten Blättern f. Wisclicanu. und mit schmäleren lanzettlichen Blättern f. Zdhclui 

breiter, f. Ficsscnina. p\Tamidal. var. serbica, 

Serbien, in Heimat unter Schneedruck niedrig, in 

Kultur hoch werdend wie caiicasica; P. lusitä' 

nica, Portugal-Kirschlorbeer. Spanien. 

Portugal. Kanaren. kleiner Baum. Blätter eiförmig. 

an Lorbeer erinnernd, sehr dunkel und glänzend 

grün, bis 10:3.5 oder 16:5 oh. ziemlich eng und 

gleichmäßig gezähnt. Blüten ( Abb.3()') l nach Laii/o- 

cerasiis. Frucht dunkelpurpurn. ausgezeichneteArt, 

härter als die großblättrigen Formen der vorigen 

Art, besonders var. pyrainida/is Hort.; nur für 

wärmste Lagen dagegen kommt in Betracht /-". 

ilicifölia aus Kalifornien, siehe Abb. 370. 

Psedera siehe Ampelopsis. — Pseudäegle sepiäria 
siehe Citrus trifotiatü. 

Pseudocydönia \Cliaetwmeles, Pyriis. Cydonia) si- 
nensis: zwischen Cluienoiucles und Cvdouiu stehen- 
ÜLT. doriiloser, somnKTtjriiiier. baumarti.yer Strauch aus 
China, Rinde platanen'artii; abschülferlid, Blätter mit 
kloinen Nebenblättern, Bhiten einzehi, kanninrosa, fein 
duftend, Mai, Frucht länghch, dunkelgelb; für Gehölz- 
freunde wertvoll, nicht so hart wie Chaenomeicsjuponica, 
aber in Wien z. B. völlig aushaltend. 
Pseudosassafras siehe Sassafras. 
Psorälea glandulösa — Leguminosen. — Chile- 
nisch-peruanischer drüsiger Strauch mit abwechseln- 
den, sonniiergrünen, 3 zähligen, durchscheinend gepunkteten Blättern und ährigen Trauben blauweil.!- 
licher Blüten im Mai, Kultur und Vermehrung wie Pf //ma; doch nur für wärmere üegenden. 
Ptelea monophylla siehe Cliftonia. 

Ptelea trifoliäta. Lederblume, Hopfenstrauch — Ru ta c e e n. — Sommergrüner Strauch oder 
kleiner Baum aus Nu. -Amerika, Blätter wechselständig, 3 zählig, drüsig gepunktet, sattgrün oder bei 
var, uurea goldgelb, Blüten grünlichweiß, wenig ansehnlich, doldenrispig, zweihäusig, Juni, Frucht rings- 
um geflügelt, hellgrün, spät abfällig, Rinde und Blätter gerieben nach Hopfen riechend; Kultur in 
jedem guten, etwas frischen Gartenboden ; Vermehr u n g durch Samen oder Ableger, bunte Formen 
durch Veredlung unter Glas; Verwendung als Gruppenstrauch im Park, die gelbe Form oft effekt- 
voll im Vordergrunde. 

Pterocärya, Flügelnuß — Juglandaceen. — Bäume oder baumartige Sträucher 

tAbb.371) mit gefächertem Zweigmark, ab- 
wechselnden, sommergrünen, unpaar ge- 
fiederten Blättern, unscheinbaren, grünen, 
einhäusigen Blüten und langen hängenden 
Fruchtstandähren mit geflügelten Früch- 
ten; Kultur in jedem guten tiefgründigen, 
frischen Gartenboden in nicht zu rauhen 
Lagen; \'ermehrung durch Samen mach 
Reife oder stratifizieren), .-Ableger und .-Xus- 
läufer; N'erwendung als schöne Park- 
bäiimc. 

P. fraxinifölia (P. caucüsica). Kauka- 
sus, Westpersien, bis 2()///. bei uns meist 
mehrstämmig, wie .Abb. 371. Knospen 
nackt mit Nebenknospen. Blättchen I 1 bis 
25. Blattspindel ungeflügelt. Fruchtflügel 
rundlich; P. rboifölia (P. sorhifolia. P. 
/<iir(irata]. Japan. Knospen 2 bis 3 schup- 
pig, ohne Nebenknospen, härter und höher 
als \-orige; P. stenöptera (P. juponica 
und P. sinensis Hort.i. China, Knospen nackt, Blattspindel geflügelt, 1-ruchtflügel länglich, 
nicht ganz so hart wie die erste, besser ist ihr Bastard damit: P. Rehderiäna, üppiger 




Pferocärya — Plerostyrax 




Abb. 371. Ptcrocarva fraxinifolia, kaukasische Flügelnufi, 12 m. 
(Phut. E.'R. Behuick. ehem. Botan. Garten, Kerlin.) 

und härter als die Eitern, Blattbasis schmal geflügelt, beste Kiilturform! Die neuen chine- 
sischen /-". hiipchcnsis. ähnlich caiicasica. aber Blättchen nur .s bis 9. und R. Paliunis, aus- 
gezeichnet durch ringsum geflügelte zimbalähnliche Früchte, sind noch zu erproben. 



Pteroceltis Tatarinöwii, Flügelziirgel Ulniaceen. 




— Aus Ostchina eingeführter somnier- 
grüner Baum, wie Abb. 373, Blätter.etwa 
wie Ce/tis occidentalis, aber grobzähnig. 
Früchte einzeln, achselständig, ulmeu- 
ähnlich; Kultur usw. wohl wie Cellis. 
Härte usw. noch zu erproben. 

Pterostyrax hispida f/iah'sia 
hispida). Flügelstorax — Sty- 
racacecn. — I jci uns bis etwa h /// 
hoher Strauch (Abb. 372), aus.lapau 
und China. Blätter abwechselnd, 
sommergrün, einfach, Blüten lang 
rispentraubig, überhängend. wciU. 
wohlriechend, glockig. ,luni, Frucht 
reichhaarig: Kultur in jedem gu- 
icn. nahrhaften, aber eher leichteren. 
iiiclü zu feuchten Gartenboden in 
\\ armen, geschützten Lagen, sonnig, 
ndcr in wärmeren Gegenden auch 
leicht schattig; Schnitt: kurzes 
liinstutzen von Langtrieben schwach 
auslichten ; \' e r m e h r u n g durch 
Samen. Ableger, krautige Stecklinge 



Ptcrostvrax — Pi'inica 




(unter Qlas); X'erwendung zur Blütezeit als prächtiger Zierstrauch im groi.ien Garten und 
Park. — Auch P. corymbösa aus Japan ist recht hübsch, Blüten mehr breitrispig aufrecht 
abstehend. Frucht geflügelt, etwas heikler, meist niedriger bleibend. 

Ptilotrichum spinösum siehe Alyssiiin. 

Pueräria hirsüta {P. Tlninhi-ri^icina ; Par/iyrr/iizi/s Tliunbergiamis), Kopou=Bohne — Legumi- 
nosen. — Üppiger, seltener Sclilingstrai-icli aus China-Japan mit knolliger Wurzel, ahwechsclndeii, 
sommergrünen, 3 zähligen Blättern und 
violetten Blüten in dichtblütigen achsel- 
ständigen Trauben. Juli bis August, alles 
borstlich oder seidig behaart; Kultur 
nur in sehr warmen, geschützten Lagen 
in gutem, durchlässigem Boden, Bodeii- 
decke im Winter; Vermehrung durch 
Wurzelteilung und Ableger, Samen sel- 
ten (warm aussäen); Verwendung in 
milden Gegenden als wüchsigerSchling- 
strauch, eigentlich bei uns mehr Staude, 
da meist zurückfrierend. Geht zuweilen 
als Doliclws japonuiis. 

Pulverholz siehe R/nirnniis Fniiii;iila. 

Pünica granatum. Granatbaum — 
Punicaceen. — Bekannter Kaltliaus- 
strauch oder kleiner Baum, Blätter meist 
gegenständig oder gehuschelt, einfach. 
sonuiKTgrün.ganzrandig. Blüten ansehn- 
lich. sclKin. s^ranatrot mit purpurnem 
Kelch, /u 1 bis 5 an den ZwL'igspit/cn. 
Frucht aplelartige, gefächerte, weichflei- 
schige, vielsamigc Beere; Kultur nur im 
Süden des Gebietes in wärmsten Lagen, 
sonst Kalthauspflanze; Vermehrung 




■Pyrus 




Abb. 375. P\racdnt/ia roccinea, FuuenJorn. 



durch reife Stecklinge oder Ableger; Verwendung als prächtiger, im Mai bis Juni blühender Zier- 
strauch des Südens. 

Pürshia (Kiiraia) tridentäia — Rosaceen. — Aufrechter, buschiger, bis 2 m hoher, immergrüner 
Strauch (Abb. 374) aus Kalifornien bis Kolorado, Blätter abwecliseliid, klein, gehuschelt, lappenzähnig, 
Blüten einzeln, gelb, Juni, Frucht behaarte Achaene; Kultur in recht durchlässigem, sandig-lehmigem 
Boden in sonniger, warmer Lage zwischen Felsen; Vermehrung durch Samen, krautige Stecklinge 
unter Glas und Ableger; Verwendung für Qehölzfreunde in Felspartien; ebenso var. glandulösa 
{P. glamlulosa). die sehr ähnlich und mehr drüsig behaart ist. 

Putöria (Asp&ii/a) caläbrica: 10 — ZO cm hoher, übelriechender Strauch aus dem Mittelmeergebiet. 
Blätter schmal, glänzend, Blüten wachsrosa, an Daphne ciieonim gemahnend, Juli bis August. Frucht 
schwarze Beere; für sehr warme sonnige Lagen im Süden des Gebietes; Vermehrung durch Saat 
und Stecklinge. 

Pyracäntba coccinea {Cratac'giis. Cotonedster oder Mdspilus Pyraccintlia). Feuer= 
dorn — Rosaceen. — Ausgebreiteter, sparrig verästelter, immergrüner Dornstrauch (Abb. 
37.SI, bis ?>m oder an Wand gezogen viel höher. Triebe grau behaart. Blätter sattgrün, ab- 
wechselnd, einfach, zugespitzt. Blüten weil.!, doldentraubig, Mai bis Juni. I'rüchte schön ieucii- 
tend rot. bei der sonst üppigeren, aufrechteren, größerbiättrigen var. Lalandii i Crat.. Colon.. 
Mesp. oder Pyrac. Lalandii) mehr l<orallenrot, siehe auch I-arbentafel XI\', rechts, August bis 
tief in den Winter; Kultur in jedem guten, nicht zu schweren, durchlässigen Gartenboden 
in warmer sonniger Lage ; \' e r m e h r u n g durch Samen. Ableger, reife Stecklinge im Herbst 
unter Glas; X'erwendung als prächtiger Zierstrauch, den man durch Schnitt beliebig formen 
kann, zur Bekleidung von Mauerwerk. Wänden usw.; für Felsen ist die zierlichere var. pau= 
ciflöra iCoton. Pyr. var. paiicijlora] gut. Einer der allerbesten Zierfruchtsträucher. — Seltener 
und empfindlicher ist P. crenuläta (Mesp., Crat., Cot. crenulata. P. Rogersidna Hort.A Hi- 
malaya und Westchina. Triebe rostig behaart. Blätter glänzender, stumpfer, oft mit Lalandii 
verwechselt: sowie P. iCot., Pynis) angustifolia, Westchina, steif ausgebreitet, oft etwas 
niederliegend, Blätter fast ganzrandig. rundlich-spitzig, unterscits dick filzig, l-rüchte lebhaft 
orangegelb, sehr lange bleibend, für warme Lagen. 

Pyrus'') (Pirus), Birne — Rosaceen.— iWeist kleine Bäume, Blätter abwechselnd, 
einfach, Blüten weil.i, in Scheindolden, April bis Mai, Frucht Birne; Kultur in jedem guten, 
tiefgründigen, durchlässigen Gartenboden in offener Lage: X'ermehrung durch Samen 
oder durch X'eredlung auf P. communis; \'erwendung als ziemlich hübsche Zierbaume im 
l'ark. iWan vergleiche das Weitere unter Malus.' 



Pyrus 



321 



ALPHABKTISCHH LISIH DI-R I-RWAHNTEN LATEINISCHKN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 

nivalis 321 Simonii Carr .^2 

— elaeagrifolia 321 — Hort 32 

ovoidea 321 sinaica (Abb. 37()) . . . . 32 

Pashia kumaoni lAbb. 377i 322 

phaeocarpa 322 

salicifolia 321 

serotina 322 

— culta 322 

serrulata 322 

Sieboldii 322 



amygdaliforniis 321 

betnlaefolia 322 

Bretschneidcri 322 

Calleryana 322 

chinensis 322 

communis 321 

congesta 321 

elaeagrifolia 321 

heterophylla 321 

kumaoni 322 



sinensis Dcne 321 

— Hort 322 

— culta 322 

— ussuriensis 321 

ussuriensis 321/322 

— ovoidea 321 

Wilhelmii 322 



A. Blätter ganzrandig, angedrückt oder kerbig gezähnt oder gesägt. Zähne nie hegrannt 
(europäisch-westasiatische Arten, vergleiche auch unter B.b.i.— 1. Blätter ganzrandig, einfach: 
P.atnygdaUformis, Tracht ähnlich Abb. 376. Blätter derb, länglich-lanzettlich, bis 5 cm, 
zuletzt fast kahl; P. nivalis, Schneebirne, westasiatischer Strauch bis Baum, im siidöstl. 
Europa gelegentlich verwildert, im Alter ganz malerische Bäume bildend, besonders in der Form 
\Ax. elaeagrifolia (l'.clacagiijölia} mit lanzettlichen graugrünen unterseits filzigen Blättern 
und kugeligen Früchten: hübscher für die Kultur ist Rsa/Zc/Yö/ia, Wei den birne, Kaukasus 
bis Armenien. Baum bis8m,Tracht etwas überhängend, F51ätter schmal-lanzettlich, besonders 
jung schön silberweißfilzig, später oben ergrünend. Blüten im April. Frucht bimförmig: 
zwischen elaeagrifolia und betiilijolia ist im Arnold Arboretum eine H\bride P. congesta 
Rehd. entstanden: hübsche alte Bäume wie Abb. 376, bildet auch P. sinäica, eine graugrün 
belaubte, der amygdaliformis nahestehende Kulturform. — 11. Blätter gezähnt oder tiefgelappt; 
P.commi/n/s, Holz birne, 
breit pyramidal bis 20 m, Blät- 
ter zuletzt kahl, beiderseits 
lebhaft grün . scharf säge- 
zähnig, ohne Zierwert; inter- 
essanter ist P. heterophyl- 
la, Turkestan, Blätter fast 
stets fiederteilig oder einge- 
schnitten, beiderseits hell- 
grün, dazwischen treten aber 
auch einfache, ovale, ziemlich 
grob gezähnte auf. 

B. Blätter mehr oder min- 
der scharf grannenzähnig, 
auch meist fein zugespitzt 
(ostasiatisch-himalayische .Ar- 
ten). --1. Kelch auf Frucht blei- 
bend, Zähne stets ausgespro- 
chen grannig: P. ussurien- 
sis [P. sinensis Decaisne und 
der meisten Autoren, doch 
nicht Poiret und Lindley; P. 
Simonii Carr., P. sinensis 
var. ussuriensis Mak.), Man- 
dschurei bis Nordchina, py- 
ramidaler Baum bis 15 in. 
Blätter rund- oder breitoval, 
wie Blütenstände von .Anfang 
an kahl. Knospen und junge 
Blüten rosa, hübsch, Ende 
April, Frucht fast kugelig. 
kurz gestielt, hierher var. 
ovoidea Rehd. {P. ovoidea. 




322 



Pyriis — QuilTciis 




ltf&^ 



Abb. 377. Pyn/s Pds/iia var. kiimaoni. Himalaya-Birne, 4 , 



P. chinensis der Garten zum Teil und I'. Simönli Hort., nicht Carr.). Blätter mehr länglich- 
eiförmig, gleich dem Blütenstande jung flockig-filzig, im Herbst lebhaft -Scharlach, Blüten 

etwa 2 Wochen später, Früchte ei- 
förmig, bleichgelb. — 11. Kelch 
zur Fruchtzeit abfallend: al Blätter 
deutlich grannenzähnig: P. Bret- 
schneidert Rehd..? Nordchina, 
wie var. ovoidca. aber Blätter aus 
breitkeiligem Gl unde mehrelliptisch- 
eiförmig. Frucht kugelig-eiförmig, 
etwa hcni dick, hellgelb gepunktet, 
etwas saftig; P. serötina Rehd.. 
wie vorige, aber Austrieb tiefbronze- 
farben. filattgrund rundlich bis herz- 
förmig, Blüten gröüer, erst gerötet, 
Frucht fast kugelig, braun, mit hel- 
len Punkten; hierher var. culta 
(P. sinensis \'ar. culta; P. Sielmldii, 
Carr.). Blätter gröl.ier bis l.S;S bis 
1 cnh Früchte grol.i. bim- oder apfel- 
förmig, hierher viele japanische Kul- 
tursorten, wie auch „iMadame von 
Siebold" und „Mikado"; es gibt Ba- 
starde dieser Form mit conimnnis 
(„Kieffer F^ear"). -- bi Zähne nicht 
grannig, doch scharf oder kerbig. — 1 ) Blattzähne nicht kerbig: P.betulaefötia, Nordchina. 
locker überhängend verzweigter, kleiner Baum. Triebe graufilzig, Blätter eiförmig bis rundlich 
eiförmig, Grund meist breitkeilig, ziemlich grob sägezähnig, Griffel nur 2, Früchte bis 1 rw 
dick, braun mit hellen Punkten, Ende April bis Mai; hieran schließt sich P. phaeocärpa 
Rehd. (P. ussiiricnsisWori. zum Teil), abweichend durch feiner gezähnte, bis 1 : ,S,5 cm groLSe 
Blätter und birnförmige, bis 2. .5 : 2cm große Früchte, sowie meist 3 bis 4 Griffel; P. serru- 
läta Rehd., Mittelchina. sehr ähnlich serötina. aber Serratur nicht grannig, Griffel 3 bis 4. 
statt 5, noch zu beobachten, — 2) Zähnung kerbig: P. Calleryäna, Mittel- und Ostchina. 
Blätter aus meist rundlichem Grunde eiförmig, kaum über 5 cm, bald kahl, Stiel aber bis 4 cm. 
Blüten klein, meist 2 Griffel, Frucht etwa \ cm dick, interessant und hart; P.Päsbia var. 
kumaöni (P. luimaoni. P. Wilhelmii), Nordwesthimalaya, Yunnan, Baum bis 15///, breit 
rundkronig. Iilätter aus meist rundlichem Grunde eiförmig oder länglich, kerbsägig, zuletzt 
kahl, Blütenstände dicht, Kronenblätter rundlich, übereinander greifend. Antheren tief rot, 
Griffel ?> bis .^. Frucht fast rundlich, braun mit hellen Flecken, zur Blütezeit hübsch (Abb..n7). 

Pyrus siehe auch unter Sorbiis. — Pyrus arbutifolia, P. atropurpurea, P. floribunda, P. grandi- 
ilora, P. rnelanocarpa und P. nigra siehe Aroriiu. — Pyrus auricularis und Pollveria siehe Soii/o- 
pyriis. — Pyrus cathayensis, P. tagenaria. P. japonica und P. Maulei siehe Cliaeiiomeles. — Pyrus 
Cydoaia siehe Cyäonia. — Pyrus De/avay/ siehe Docyniü. — Pyrus sinensis siehe auch Pscudocydonid. 

Pyxidanthera (I)iapcnsia) barbulata, blühendes Moos — Diapcnsiaceen. — Rasiger 
kriechender Zwergstrauch aus 0. -Nordamerika, Blätter immergrün, winzig, lanzettlich, Blüten sitzend, 
rosa, dann weiß, (April) Mai bis Juni; Kultur in mäßig beschatteter, nicht heißsonniger Lage in 
frischem, etwas humosem Boden zwischen Felsen, empfindlich gegen Nässe; Vermehrung durch 
Teilung ; V e r w e n düng für erfahrene Pfleger in Felsanlagen, siehe auch unter Diape/isiii. 

Quantelstrauch sielie Anwlanchier. 

Quercus, Eiche — Fagaceen. — Hohe Bäume oder Sträucher (Abb. .?7.s bis 3S.S), 
Blätter abwechselnd, einfach, sommer-, winter- oder immergrün, Blüten unansehnlich, ein- 
häusig, männliche in hängenden fädigen Kätzchen, weibliche einzeln an besonderen Blüten- 
ständen, Frucht Eichel; Kultur im allgemeinen in jedem nicht zu armen und trockenen, 
tiefgründigen Boden, man vergleiche aber die einzelnen Arten; Vermehrung aus Samen, 
sonst die meisten I-ormen durch Veredlung auf Q. rol)iir und scssiliflora. oder die Verwandten 
der Roteichen auf Q. coccinea oder nil)ra; Ve r w e n d u n g der Baumarten als meist prächtige 
Parkbäume, man beachte das bei den Arten Gesagte. Wir können hier nur die wichtigsten 
Formen hervorheben. 



Quörcus 



ALPlIABI-niSCHH LISTH UVM 1-RWÄHNTEN LATKINISCHHN NAMHN, 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



acuta 327 

acutissima 325 

aegylopifolia 325 

Aizoon 326 

alba 327 

aliena 326 

alnifülia 327 

ambigua 323 

Ambrozyana 325 

aquatica 324 

Banisteri 323 

bicolor 327 

borealis 323 

— maxima 323 

Bungeana 325 

castaneaefolia 32 + 

Cerris 324 

— austriaca sempervirens . 326 

— dentata 325 

— fulhamensis 325 

— lucombeana 325 

— subperennis 325 

chinensis 325 

coccifera 327 

coccinea 323 

conferta 326 

crispula 326 

cuneata 323 

cuspidata 328 

Daimio 325 

densiflora 328 

dentata 325 

digitata 323 

falcata 323 

ferruginea 324 

Fontanesii 324 

fulhamensis 325 

glabra 328 

glandulifera lAhb. 382i . .326 

glauca 328 

grosseserrata 326 



hispanica 

— dentata 

— Lucombeana 

hungarica 

Hex (Abb. 211 

ilicifolia 

imbricaria 

Koehnci 

lanuginosa 

laurifolia 

Libani (Abb. 378/79) . . . 
Lucombeana 

— fulhamensis 

macedonica lAbb. 380) . . 

macranthera 

macrocarpa 

marilandica 

mespilifolia 

Michauxii 

minor 

mongolica 

— grosseserrata 

montana 

myrsinaefolia 

nana 

nigra L 

— Wangh 

obtusiloba 

palustris (Abb. 1) 

pannonica 

pedunculata 

— longifolia 

Phellos 

phillyreoides 

platanoides 

pontica (Abb. 383, 385) . . 
Prinus Auct 

— Linn6 

— monticola 

— palustris 

pseudosuber . . • . . 324 



pseudoturneri Hort 326 

— Sehn. (Abb. 22| . . . . 326 

pubescens 326 

pyrenaica 327 

robur (Abb. 384) 326 

— asplenifolia 327 

— atropurpurea 326 

— comptoniaefolia .... 327 

— Concordia 326 

— Dauvessei 326 

— Doumetii 327 

— fastigiata 326 

~ filicifolia 327 

— heterophylla 327 

— holophylla 327 

— laciniata 327 

— nigra 327 

— nigricans 327 

— pectinata 327 

— pendula 326 

— purpurasceiis 327 

— pyramidalis 326 

— sanguinea 327 

rubra Auct. et Hort. . . . 323 

— LinnO 323 

— ambigua 323 

serrata (Abb. 38 li .... 325 
sessiliflora 327 

— Louettü 327 

— sublobata 327 

sessilis 327 

stellata 327 

suber 328 

tinctoria 324 

Toza 327 

Turneri 326 

uliginosa 324 

variabilis 325 

velutina 324 

Vibrayana 328 



A. (B. siehe S. 327) Bl ätt er so mm er- oder Wintergrün (nicht deutlich derblcderig 
und immergrün), das feinere Adernetz der Blattunterseiten gut erkennbar, 
höchstens durch Haare verdeckt. 

1. Blätter an Spitze und Abschnitten fein borstenzähnig, Fruchtreife 2 jährig, Früchte an 
einjährigen Zweigen, Borke dunkel, nicht schuppig, (Gruppe Rot eichen) aus 0. -Nord- 
amerika: Q. borealis (Q. rubra Auct. et Hort., non Linne, Q. rubra var. ambigua. Q am- 
bigua). Rot ei che, breiter symmetrischer bis über 50 w hoher Baum. Blätter grol.l, 12 bis 10 
(.bis 25) : 9 bis 12 (bis Ib) cm. 7 bis ') lappig, längster Blattlappen etwa so lang wie die 
breiteste Stelle der Spreite. Herbstfärbung in manchen Jahren wundervoll rot, oft aber nur 
lederbraun, Eichel kurzgestielt, nur am Grunde vom Becher umfalJt. wertvoll, wüchsig; am 
härtesten var. maxima. die bei uns häufigste Roteichenform; Q. coccinea, Scharlach - 
eiche. O. -Nordamerika, bis 30/«, Blätter in der AVitte zwischen rubra und palustris, längste 
Blattlappen 2 bis (imal so lang wie mittlerer Spreitenteil, etwa 8 bis Id : 5 bis 1 3(7«. Herbst- 
färbung prächtig scharlachrot, ziemlich spät, wohl die schönste dieser Gruppe als Park- und 
Alleebaum, verträgt selbst trockenere Lagen, alle Roteichen sind genügsamer als die heimischen 
und die Weißeichen; Q.falcäta (Q. rubra \...Q. digitata, Q. cuncota Auct). spanische 
E i c h e . bis über 30 m. offen, bieitkronig . Blätter mit 5 bis 7 ganzrandigen . oft sicheligen Lappen, 
etwas hängend, tief und glänzend grün, unterseits grau behaart, hübsch, aber für wärmere 
Lagen; Q. ilicifolia (Q. Banisteri, Q. nana), meist dicht verzweigter, breiter Strauch, bis 

21* 



.^24 



yULTCUS 



4 in. Blätter meist jederseits mit 2 breit dreieckigen Lappen, sattgrün, unterseits weilJlich be- 
haart, 5 bis 12(7//, im Herbst orange und gelbbraun, für trockene Lagen wertvoll; Q. im- 

bricäria, Schindel eiche, 
bis über 20 ///, Blätter lorbeer- 
artig glänzend, größer als bei 
P/iL'l/os, länger gestielt als bei 
laiirifolia, Herbstfärbung dun- 
kellederrot. schöner als l'licl- 
los. liebt besseren Boden, recht 
hart : Q. laurifolia , Lor- 
beereiche, der vorigen ähn- 
lich, aber Blätter fast Winter- 
grün, ohne schöne Herbstfär- 
bung, Stiel unter 1 an lang, 
nur für wärmere Lagen; 0- 
nigra L. (Q. uUginosa, (J. 
(U/natic a). Wassereiche. 
Blätter über Mitte deutlich ver- 
breitert, spatelig-oboval. drei- 
lappig, kahl. 2 bis ()cm breit, 
spät abfallend. ohne besondere 
Herbstfärbung: schöner und 
härter ist Q. mariländica 
iQ. nigra Wangh., Q.ferru- 
gineä), die meist als nigra 
geht, kleiner Baum. Blätter bis 
22 cm breit, groß, glänzend 
tiefgrün, breit oboval. unter- 
seits rostig behaart. Herbst- 
färbungwechselnd; Q. palu- 
stris Sumpfeiche, Spieß- 
eiche, hoher Baum (Abb, I). 
viel trockenes Holz bildend 
(..Nadeleiche"). Blätter kleiner 
als bei coccinea. 7 bis 1 3 : o bis 
1 ()(■///, Herbstfärbung ähnlich, 
noch später.liebt f rischeLagen, 
wertvoll ; Q. Phellos, Wei- 
deneiche, kleiner Baum mit 
schmal lanzettlichen, glänzend 
hellgrünen Blättern. Herbst- 
färbung gelb, für feuchte La- 
gen ; Q. velütina (Q. tinc' 
töria), Schwarzeiche. 
Blätter an coccinea und rnbra 
erinnernd, aber unterseits be- 
haart, sich sehr spät verfär- 
bend, seltenere hübsche Art. Die Roteichen -Arten bastardieren untereinander sehr vielfach. 
Auf diese Formen kann hier nicht eingegangen werden'''*). 

IL Blätter nicht borstenzähnig, Lappung stumpf, oder wenn spitz, so sind die Lappen zahl- 
reicher und kürzer. — a) (b siehe S. 32(i) Schuppen des Pruchtbechers (der Kupula) zumTcil 
oder alle verlängert und meist zurückgebogen ((iruppe Cerris): Q. castaneaefolia, Trans- 
kaukasien, Persien, hoher Baum. Blätter denen der echten Kastanie ähnelnd, oberseits glänzend 
grün, unterseits behaart, hübsche Art für warme Lagen, im Norden Schutz; (). Cerr/s, Z e r r - 
eiche, bekannte Art im südlichen Mittel- und Südosteuropa, hoher Baum, in Kultur oft 
strauchig, wertvoll vor allem die wintergrünen Bastarde mit der Korkeiche [Q. siiber). die jetzt 
unter dem Namen Q.hispänica''^) zusammengefaßt werden {Q.pseudosnber Sanü. Q. Fonta- 




Abb. .^78. Qiii'rcus Libani. 2,5 



Qutrcus 



ncsii Ouss. , Q. Ccnis var. siibpi 
( Q. Cerris var. dentataW'aXs.. 
Q. Cerris var. fiilhamcnsis 
Loud., Q. fulhamensis, 
Q. Lucombeana var. fiillui- 
mensis), Tracht pyramidal, 
Zweige mäßig korkig, Blät- 
ter meist eielliptisch, mit 5 
bis « Zähnen, Becher halb- 
kugelig, Schuppen meist alle 
zurückgebogen ; var. Lu- 
combeana [Q. aegylopi- 
folia Pers., Q. LucombO' 
ana Sweet, Q. Cerris var. 
Lucombeana Loud.), Baum 
rundkronig. Borke nicht kor- 
kig, Blätter schmäler und län- 
ger, etwa 7 Lappenpaare mit 
groüen dreieckigen Zähnen, 
[Becher kreiseiförmig, Schup- 
pen zum Teil aufrecht; zu 
dieser C>/-/7sXs//At'/--Q ruppe 
gehört auch Q. Ambrozy= , 
äna Simk."") ; Q. Libani, 
meist baumartiger Strauch 
aus Kleinasien, Tracht wie 
Abb. .ns und Blätter wie Abb. 



ren/iis DC.I. hierher folgende Hauptformen: var. dcntäta 





Abb. 380. Quc'rcus inaccdoiiica. 2 



Abb. 379. Blattzweig von Qu&cus Libani. 

lOrig. Min J. Hartniann; Botan. Garten, Dresden.) 

^7<). glänzend grün, kaum Wintergrün, Früchte im 2. Jahr 
reifend, Eicheln zu - ;j im Becher ein- 
geschlossen, Schuppen wenig ver- 
längert; Q.macedönica, voriger 
ähnlich, aber Wuchs steifer, wie 
.Abb. 3S0. Blätter kürzer und breiter, 
mehr graugrün, doch nur an jungen 
Pflanzen länger haltend, härter als 
Libani und wie diese für Gärten und 
große Felspartien brauchbar; Q. 
serräta ((A aaitissima) . kleiner 
japanischer Baum, hübsche, glän- 
zende Belaubung wie Abb. 381, 
unterseits achselbärtig, oberseits 
hellgrün. Schuppen deutlich zurück- 
gebogen ; Q.variäbHis {Q. chinen- 
sis Bgc-. (J. lUnii^ciina), Nordchina 
bis Japan, Baum bis über M) ni . 
Blätter sehr ähnlich denen von Ca- 
stanea crenata. oberseits glänzend 
grün, unten weißlich filzig, bis 1 Scw, 
Früchte sitzend, Eichel fast ganz ein- 
geschlossen ; wie vorige ziemlich 
harte, schön belaubte Art. — .^uch 
Q. dentäta [Q. Dainiio). Japan. 
Westchina, sei hier erwähnt, da die 
oberen Kupulaschuppen verlängert 
sind. Belaubung groß und schön, 
Priniis-nv[\g. bei uns meist Strauch, 
hart und zu empfehlen; siehe auch 
unten macrocarpa. 



Quercus 




Abb. 381. Qudn 



rrata. Blattzvveig. (Ph(.t. A. Purpus 



Zweige wollig behaart. Blätter grof.i 
Lappen jeder Seite kürzer, sattgrün, 
pontisches Gebiet, bei uns meist 
Strauch. Tracht wie Abb. .^83. Blät- 
ter tiefgrün, unterseits hellgraublau, 
wie Abb. .^85. eine der schönsten 
Arten für geschützte warme Lagen ! ; 
Q. pseudotürneri C. Sehn. [Q. 
Aizoon Koehne, in den Gärten als 
Q. Cerris austriaca scinpervirens) 
(Abb. 22). kleiner Baum, ein Bastard 
von Q. Robiir mit Q. Hex, schöne 
wintergrüne Art; ein Gegenstück ist 
Q. Koehnei Ambrözy \Q. pseudo- 
türneri Hort.), ein Bastard von Q. 
sessi/ij/ora mit Q. Hex, beide sehr 
zu empfehlen, vielleicht nur als 
l'nterformen der Q. Turnen' an- 
zusprechen, die denselben L'rsprung 
haben dürfte; Q. robur {Q. pe^ 
dunculäta). Stieleiche, S o m - 
m e r e i c h e. bekannte heimische Art, 
siehe Abb. .^84. Blätter sehr kurz, 
aber Früchte deutlich lang gestielt, 
hiervon viele Formen, deren wert- 
vollste, wohl veLr.Jasti^idta (var. py- 
rainiddlis), P >■ r a m i d e n e i c h e, fer- 
ner var. pc'ndula und var. Dattvcssci. 
Trauereiche, dann noch hervor- 
zuheben var. Concördia.Q o 1 d e i c he. 
Blätter goldgelb, var. atropiirpiirca 



bi Schuppen des Fruchtbechers gleich- 
artig, anliegend. - I . altweltliche .Arten (Eu- 
ropa. Kaukasus, Ostasien) : Q.aliena, .la- 
pan. Mittelchina. ähnUch g/andiilifera, aber 
Blätter unterseits filzig behaart; Q. coti' 
ferta [Q.liiingdrica), Ungarn. SO. -Euro- 
pa, Italien, Tracht der Stieleiche, einjährige 
Zweige kahl, Blätter sehr kurz gestielt, mit 
7 bis 8 tiefen Lappen, Frucht gestielt, in 
Kultur zuweilen als (J. pannönica. schöne 
Art!; Q. glandulifera, .lapan. kleiner 
Baum, in Tracht an pseiidotiirneri gemah- 
nend. Blätter wie -Abb. 382. tiefgrün, oft 
lange bleibend, unterseits seidig behaart; 
ihr ähnelt Q. mongölica, Ostsibirien bis 
Nordjapan, aber Blätter am Grunde meist 
geöhrt, Zähne stumpflich. Stiele sehr lang, 
hierher xav. grosseserräta {(J. (^rosse- 
serrata, Q.crispiila), Blätter meist kleiner. 
Zähne spitz; Q.lanuginösa {Q.pubes^ 
cens), heimische Art, südlicher als ses- 
siliflora. mit deutlich behaarten Zweigen 
und Blattunterseiten. Blätter mehr grau- 
grün, sehr variabel, oft strauchig. fürtrok- 
kene. felsige Lagen; Q. macranthera, 
Transkaukasien, großer Baum, einjährige 
an conferta erinnernd, aber die 8 bis U) eiförmigen 
mterseits weich behaart, schöne Art!; Q. pöntica. 




Abb. 382. Qut'mis glandiilijeru, Blattzweig, (l'hol. A. Purpus.) 



QllLTCllS 



321 






■iNM 



U'ar. nigra, var. nigrict/ns}. Bluteiche. Belaubung purpurn. Wuchs aber scluvach. üppiger 
ist var. purpiirascens (var. sanguinea), .Austrieb tief purpuru. dann mehr in Grün übergehend. 
var. ßlici/o/ia [var. asplenifolia. var. 
DoumcHii). var. Iieterophylla (var. . 
laciniata, var. comptoniacjolia) und 
var. pecünata sind zerschlitztblätt- 
rige Formen; eigenartig ist var. /w/o- 
phylla yQ. pedunmlata var. longi- 
folia), Blätter länglich - elliptisch, 
ganzrandig, Grund öhrig; Q. ses= 
silitlöra (Q. sessilis), Trau- 
ben-, Stein- oder Wintereiche, 
Blätter länger gestielt, Früchte sit- 
zend, hier auch Wuchs- und Blatt- 
formen, am auffallendsten var. siiö- 
lobata [Q. mespilifolia). Blätter mehr 
lanzettlich, stumpflappig oder ganz- 
randig, entfernt Lorbeer -ähnlich, 
ebenso bei var. I.oiu'ttei. aber hier 
Wuchs hängend ; Q.Toza (Q.pyre- 
luiica), Südwesteuropa, mit Wurzel- 
ausläufern, Zweige gelbfilzig, schön 
tieflappige, unterseits filzige Blätter, 
hübsche Art, auch die Hängeform 
var. pendula. 

2. nordamerikanische Arten. — 
(l) Blätter mit Buchtnerven (die 
von der Hippe zwischen die Blatt- 
lappen verlaufen): Q.alba, WeilJ- 
eiche, Tracht der Traubeneiche. 
Blätter länglich, schwach gelappt, 
unterseits kahl.Herbstfärbungpräch- 
tig purpurviolett, langsam wachsend, 
selten echt; Q. bicolor (Q. plata- 
«ö/(/^sARindelangrissigabblätternd. 
Blätter alba-a\\x\\\zh.. unterseits aber 
behaart, weißlich ; Q. macrocär- 
pa, Kletteneiche, prächtiger, 
großer Baum, schon junge Zweige 
aufreißend oder korkig, Blätter groLi, ^^i,i, :(^, ounyu-. noiituu i .=. m. 

seichtlappig, unterseits behaart. (,Ui..rtniann, OresUen.Bnt.in.tiancn i 

Früchte groß, oberste Kupulascluip- 

pen feinfädig; Q. stelläta (Q. obtuxiloba, Q. minor). Strauch oder Baum, bis über 25 ni. 
dicht rundkronig. Zweige bald borkig, reich mit Kurztrieben besetzt, Blätter mit 2 bis 3 Lappen- 
paaren, mittleres viel größer, oben sattgrün, unterseits braunfilzig, bis 20(7//, Becherschuppen 
nicht fädig, für trockene Lagen. 

/5) Blätter^ohne Buchtnerven (Lappen eng): Q.montana (Q. Priniis Auct. nicht 
Linne, Q. Prinus var. monticola). Kastanieneiche, mittelhoher Baum, Blätter unterseits 
graugrün, fast kahlend, Herbstfärbung nicht ganz so schön wie bei alba; ähnlich ist Q. 
Michauxii ( Q. Prinus L. ; Q. Priniis var. palustris). K o r b e i c h e . Blätter mehr filzig be- 
haart, für feuchtere Lagen. 

B. Blätter deutlich lederig, immergrün: Q. acüfa, Japan, bei uns nur Strauch, 
Blätter ganzrandig, elliptisch oder eilanzettlich, zugespitzt, zuletzt meist kahl. Schuppender 
Kupula in Querringen angeordnet; Q. alnifölia, Cypern. Strauch, Blätter meist herz- 
eirundlich, gezähnelt. unterseits gelbgraufilzig, Schuppen der Kupula dachziegelig. alle zu- 
rückgebogen; Q. coccifera. .Wediterrangebiet. Blätter klein, starr, stachelzähnig. Kupula- 




Qutrcus — Rhamnölla 



schuppen kurz stachelig abstehend: Q. Hex, immergrüne Steineiche, bekannte süd- 
europäische Art (Abb. 2 1 1. höher als die anderen und in geschützten, warmen, sonnig-trockenen 

Lagen oder Seeklima brauch- 
bar ; für Q. suber, Kork- 
eiche, und Q. pseudosu' 
ber gilt ähnliches, auch Q. 
phillyreoides, China, Ja- 
pan, Blätter herzoval, kerb- 
sägig, bis 7 cm. zuletzt kahl, 
auch unten glänzend, und Q. 
myrsinaefölia KJ. Vihra- 
yanu), Japan. Blätter kahl, 
spitz ianzettlich. gesägt, un- 
ten blaugrau, wie die ähn- 
liche Q.glauca, mit wenig- 
stens jung unterseits seidigen 
Blättern sind in warmen Ge- 
bieten versuchswert : eine be- 
sondere Gruppe /Pasan/a) 
bilden Q. cuspidäta und 
Q.glabra aus Japan undQ. 
densiflöra aus Kalifornien, 
deren männliche Blüten in 
aufrechten Kätzchen stehen. 
Man gebe all diesen Formen 
nicht zu mageren Boden, zu- 
meist sind sie empfindlich. 
Quilläja Saponäria, eine 
immergrüne chilenische Rosa- 
cee mit einfachen Blättern und 
weißen Blüten, ist gelegentlich 
in Südtirol anzutreffen. 

Quinäria siehe Arnpelopsis. 
- Quitte siehe Cydonia. 

Radbaum siehe Troclioden- 
droii. — Rainweide siehe Ligu- 
stnim. — Rajäna siehe Briwni- 
liiia. — Ranunkelstrauch siehe 
A'crnu. 

Ramöna incäna ist eine halb- 
strauchige, niedrige, filzige, mit 
Salvia verwandte L a b i a t e aus 
Oregon mit blauen Scheinähren, 
die kaum in Kultur sein dürfte. Siehe C.;_Schneider, III. Handb. d. Laubholz'k. II., S. 602. 
Ramsei siehe l'olygala. 

Raphiölepis umbelläta (R. japönica), Traubenapfel — Rosaceen. — Immergrüner, japanischer 
Strauch bis K— 2) m, mit ovalen oder verkehrteiförmigen, abwechselnden, ganzrandigen oder etwas 
gezähnten, oberseits glänzend grünen, unterseits helleren Blättern, weißen Doldentrauben und blau- 
schwarzen Früchten, wie kleine Apfelchen; Kultur in gutem, durchlässigem Qartenboden in warmer, 
sehr geschützter Lage, in rauheren Gegenden Kalthaus; Verm eh rung durch Samen, reife Stecklinge 
unter Glas. Ableger, kann auch auf Crataegus veredelt werden; Ver wend u ng für erfahrene Pfleger 
als schön belaubte Immergrüne, die oft erst im Juli und August blüht, im Garten in geeigneter Lage. 
R. ovata ist nur eine Form mit breitobovalen Blättern. 

Rhabdothämnus Soländri — Qesneraceen. — Niederliegend -aufrechter, vielverzweigter, 
drüsiger, bis 0,7.S m hoher Strauch aus Neuseeland, Blätter gegenständig, klein, rundoval, grau, Blüten 
einzeln, achselständig, wie kleine orangerote Fingerhüte, innen Scharlach gestreift; wohl nur ganz im 
Süden des Gebiets versiichswert. 

Raphllhämnus sielie l^luiplütlianiiiiis. — Rasenspire siehe Petrophyluiii. — Rauschbeere siehe 
limpclnnii. — Rebe siehe IV/zs. — Reifweide siehe Salix daplinoiiles. 

Rhamnella franguloides i Mirror/iiimniis J'rariguloides, R. japonica). — Rhamnaceen — Kleiner 
Baum aus Japan und Nord-China, Tracht wie RItamnus. Blüten und Früchte mehr wie Berchemia ; wird zu- 
weilen mit Rhammis crenaliis verwechselt, der aber sehr selten ist. Siehe C. Schneider, Handb. III. d. 
Laubholzk. IL, S. 2M. 




Abb. 3«4. Alle bUeleiciien [Querais robur), 1,20/n Stanundurchmesser 
in 1 m Höhe. (Orig.: Hort. Laxcnburg bei Wien.) 



Klianiinis 320 

Rhämnus'^), Faulbaum, Kreuzdorn, Wegdorn Rhaninaceen. — Meist 
Sträucher, seltener Bäume. Blätter somnier-oderwinter-, gelegentlich immergrün, abwechselnd 
oder gegenständig. Blüten unscheinbar, meist gelbgrün, oft zweihäusig. ("rucht beerenartige 
Steinfrucht; Kultur siehe bei den Arten oder Gruppen; Schnitt nach Bedarf im Winter. 
Auslichten; Vermehrung durch Samen (nach Reife oder Stratifikation), Ableger, einige 
auch durch krautige Stecklinge, wie alpiniis. alnifoliiis; die dornigen Arten durch N'eredlung 
auf catharliciis. die anderen auf Fratigiila; Verwendung siehe ebenfalls bei den Arten. 



ALPHABHTISCHI- LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCMEN NAMKN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



Alaternus 32<) 

— angustifolius 329 

ahiifolius (Abb. 3861 . . . 330 

alpinus 330 

Billardii 32') 

californicus 320 

carnioliciis 330 

castaneaefoliiis 330 

catharticus 330 

chinensis . . • 330 

chlorophorus 330 

colchicus 330 

costatus (Abb. 387) .... 330 



davuricus 330 

ervthroxvlon 330 

failax . '. 330 

Frangula 329 

— asplenifolia 329 

grandifolins 330 

heterophyllus 329 

hybridus 329 

— Billardii 329 

imeretinus 330 

japonicus 330 

lanceolatus 330 

libanoticiis 330 



Pallasii (Abb. 388| .... 330 

Perrieri 329 

procumbens 329 

prunifolius (Abb. 389l . . . 330 
pseudocatharticus .... 330 

pumilus 330 

Purshianus 329 

rugulosus 331 

rupestris 32'» 

saxatilis 331 

sempervirens 329 

Simonii 331 

spathulaefoliiis 330 

utilis 331 



X. Winterknospen nackt, nicht von deutlichen Deckschuppen umgeben. Blätter 
abwechselnd, meist sommergrün. Zweige nie dornig (Gruppe Frangula, Faulbaum): 
R. Frangula, gemeiner Faulbaum. Pulverholz, bekannter heimischer Strauch oder kleiner 
Baum. Blätter ganzrandig. breitoval oder elliptisch, Blütenstände sitzend. Frucht zuletzt 
violettschwarz, gute Schattenholzart für feuchtere Lagen, sehr eigenartig ist var. aspleni- 
folia mit feinfädig zerschlitzter schleierartiger Belaubung, für Gärten und Liebhaber bizarrer 
Formen; das nordwestamerikanische Gegenstück ist R. Purshianus, üppiger. Blätter 
etwas größer, stumpfer, schön grün, Blütenstände gestielt, harte ,\rt; R. californicus, 
fast immergrüne, dunkelzweigige .Art, Blätter länglich-lanzettlich, für geschützte warme 
Lagen; R. rupestris, kleiner Felsenstrauch aus 
dem südlichen Mittel- und SO. -Europa, oft Fel- 
sen überziehend, für steinige sonnige Hänge, oft 
mit puniila verwechselt (siehe unten!). 

B. Winterk n ospen deutlich beschuppt 
Zweige zuweilen dornig. Blätter Wechsel- oder 
gegenständig, sommer- oder auch immergrün. ^ - 
1. -Nebenblätter bleibend und verdornend: R.pro= 
cümbens, Nordwest-Himalaya, niederliegend- 
aufstrebend, Blätter klein, Blüten achselständig, 
seltene Art für Gesteinanlagen; ihr steht nahe R. 
heterophyllus aus Mittelchina. beides eigen- 
artige Typen. — 11. Nebenblätter häutig, abfällig. 
— a. Blätter immergrün, wechselständig: R.Ala= 
fernus, mediterraner, bis gegen 5m hoher Strauch, 
Blätter glänzendgrün, in Form sehr wechselnd, bis 
zirka 5 cm lang, schmal lanzettlich, grob gezähnt 
bei var. angiisfi/olins (R. Perrieri Hort.l. nur für 
warme Lagen an sonnigen, trockenen Orten ge- 
eignet; härter ist der mehr wintergrüne R. hy- 
bridus (R. sempervirens der Gärten), ein Bastard 
mit R. alpinus, Blätter größer, sehr wertvoll für ge- 
schützte Lagen, in rauheren Gegenden zu empfind- 
lich ; die var. Billardii (R. Billardii) hat kleinere lanzettlichere, etwas zackig gezähnte Blätter. 

b. Blätter sommergrün, jedenfalls nicht deutlich lederig. — a) Pflanzen dornlos. Blätter 




Abb. 385. Blattzweig von Quircus ponüca mit 

Fruchtansatz. (Vergleiche dazu .\bb. ,1S.^.) 



Rhaiiir 



wecliselständig. ziemlich groLi; die folgenden Arten sind schone Kulturpflanzen für etwas 
humosen. aber kräftigen Hoden, mehr halbschattig als sonnig: R. alnifölius (Abb. 3861. 

Nordamerika, niederliegend-aufstre- 
bend bis kaum 1 m. Blätter bis 1 cm 
ang, mit (i bis « Nervenpaaren, liebt 
recht sumpfige Stellen, breitet sich 
durch die kriechenden Zweige weit 
aus: ihm steht nahe R. lanceO' 
latus, Nordamerika, etwas höher. 
Serratur der Blätter feiner, beide hart 
und für schattigere, feuchte Orte ge- 
eignet; R. alpinus, .\lpen. S\V,- 
Huropa. bis über 2 m, Belaubung 
erlenartig, Blätter mit 9 bis 12 Ner- 
venpaaren, bis 10 :() cm groß, wert- 
voll, in Kultur oft verwechselt mit R. 
fallax (R. carniölicns). Osteuropa. 
üppiger.Triebe kahl. Blättermit meist 
5 bis 18 Nervenpaaren, ebenfalls 
schöne, recht harte Art für halb- 
schattige, humose. frische Lagen: 




dl inj oll 



noch gröüere Blätter mit 15 bis 25 Nervenpaaren hat R. imeretinus (R. cölchicus, R. liba- 
nöticiis Hort., R. grandifolius Hort., R. castaneaefolius Hort.), Transkaukasien, bis 4 m. 
Triebe behaart, prächtig belaubt, Blätter bis über 20 cm lang, Halbschatten, hart, für Plätze 
wie oben schönste Art; wohl ebenso hübsch R. costätus (Abb. 387), .lapan. durch kahle 
Triebe und die fast sitzenden, beidendig zugespitzten Blätter abweichend, noch selten: R. 
libanöticus, Kleinasien, kriechender, knorriger Felsenstrauch, ähnlich alpinus, aber Blätter 
unterscits feinfilzig, blaugrau, rundlicher, kleiner, 10 bis 15 Nervenpaarc, X'erwendung wie 
R. pümilus, Alpen, SO. -Europa, Blätter schmal oval bis rundlich, Grund keilig. nur bis 5 cm. 
niederliegender hübscher Felsenstrauch. — b) Pflanzen stets dornig, oder sonst 
Blätter gegenständig. I.Blät- 
ter abwechselnd, schmallineal: R. 
Palläsii, Kaukasus. Nordpersien, 
0.5 bis 2 m, sparrig breit verästelt 
(.Abb. 388), liebt steinige, sonnige 
Lagen, hübsch, oft als R. erythroxy- 
lon gehend, die kaum echt in Kultur; 
ähnlich, etwas breiter und gröLJer 
blättrig ist R. spathulaefölius, 
noch selten. — 2. Blätter gegenstän- 
dig (Kreuzdorn): R. cathärti' 
CUS, gemeiner Kreuzdorn. Blätter 
breit oval oder elliptisch, dünn, be- 
kannter Heckenstrauch, auch als 
Unterholz, verträgt Schatten, sehr 
anspruchslos, für trockenere Lagen, 
recht ähnlich sind R. davüricus, 
Ostsibirien bis Korea, Blätter derber, 
länglicher, und R.japönicus, .la- 
pan, Blätter aus keiligem Grunde 
mehr oboval; ferner R. pseudo^ 
catharticus, Turkestan, von ca- 
tharliciis durch blaugrüne etwas be- 
reifte Ijlätter abweichend; /?. c/j/o- ,,,,,.,,,,. . t nti 

. , I- 1 yn L- • Abb. 3H7. A^A«/;müs (os/ato.s-, luiige Pflanze, 

rophorus Koch. (R. chmensis 
Hort.i, ähnlich juponiciis. Blätter unterseits an Nerven behaart, sattgrün, noch unsichere 
Kulturform; R. prunifolius, Istrien, Griechenland, bis zirka 0,8 m, sparrig (Abb. 389), 




rpus.) 



Rluiinnus — Rhododendron 




Abb. 388. R/idmnus Pallasii, 1 ,5 in. (Orig ; Ho 



Blätter klein, rundlich, beiderseits grün, sehr hübsche Form für warme, sonnige, trockenere 
Lagen, in den Gärten als R. Sinionii; R. saxätilis, mittel- und südeuropäische Gebirge, 
meist niederliegender Zwergstrauch, oder bis 1 m. Blätter eiförmig, kahl, bis 2.5 cm, hübsch 
für Felspartien, hart; R. ütilis, China, (),() bis 2,5 ni. Triebe kahl, Blätter länglich-elliptisch, 
bis 1 5 : 6 cm. ziemlich gelbgrün. Blüten ziemlich groß, gelb, Früchte sehr reichlich erscheinend, 
gute harte wüchsige Art. - Ferner in Kultur aus Mittelchina/?, rugulösus, breitsparriger 
Strauch, bis 2 m. Blätter abwechselnd, eiförmig, oft nur gegen Spitze gezähnelt. behaart, 
Früchte schwarzbraun mit bronzepurpurnem Anhauch, wie kleine Erbsen aber etwas oboval. 

Rhämnus Paliurus siehe PuUiinis. 

Rhaphithämnus cyanocar- 
pus [Cilliun'xylon cyanocärpum): 
kleine dornige, immergrüne, chi- 
lenische Verbenacee, die in 
lila Scheinähren blüht und nur in 
wärmsten Lagen, gleich l.ippia, 
in Betracht kommt. 

Rhododendron (inklu- 
sive Azalea), Alpenrose, 
Azalee — Fricaceen. — 
Meist kleinere oder mittel- 
große, selten